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Lost without you


~Katie~
Schon komisch, wie sich das Leben verändert. Du denkst, du hast alles im Griff und dann kommt doch alles ganz anders. Was nicht unbedingt etwas negatives sein muss. Ganz im Gegenteil. Mein Leben hat sich so sehr verändert. Ich habe endlich meinen großen Bruder kennen gelernt und die Liebe meines Lebens gefunden. Aber erst mal der Reihe nach: Ich heiße Katharina, aber alle nennen mich Katie. Ich bin 17 Jahre alt und wohne im Ruhrgebiet oder auch Ruhrpott, wie man hier zu sagen pflegt. Vor 3 Jahren erfuhr ich das mein Dad gar nicht mein richtiger Dad war. Er hatte mich adoptiert, nachdem er meine Mum geheiratet hatte. Mein richtiger Dad hatte meine Mum sitzen lassen, nachdem er erfuhr, dass sie schwanger war. Sie hatten es mir so lange verschwiegen, um mich zu schützen, wie sie sagten. Und das alles war jetzt raus gekommen, weil sich mein Halbbruder bei uns gemeldet hatte. Er hatte von unserem Erzeuger erfahren, das er noch eine Halbschwester hatte. Und die wollte er nun gerne kennen lernen. Also rief er bei uns an. Meine Mum sagte zu ihm, dass ich selber entscheiden müsse, ob ich ihn kennen lernen wolle oder nicht. Doch zunächst musste ich ja erst mal die Wahrheit erfahren. Sie bat ihn, in den nächsten Tagen noch einmal anzurufen.
Es war einer dieser Tage, wo man merkt, dass irgendwas im Busch ist. Der ganze Tag war schon so komisch. In der Schule waren die Lehrer ausgesprochen nett zu uns, was wohl daran lag, dass sich die Klasse heute ausnahmsweise mal von ihrer besten Seite zeigte. Verkehrte Welt! Was war bloß mit ihnen los? Sonst war die Klasse doch der reinste Sauhaufen. Niemand konnte uns mehr leiden, selbst unser eigener Klassenlehrer. Ich hatte die ganze Zeit schon so ein komisches Kribbeln in der Magengegend. Irgendwas würde heute noch passieren. Und vielleicht würde ich es schneller erfahren, als mir lieb war.

~Duncan~
Ich kann es einfach nicht fassen! Ich bin gar kein Einzelkind. Ich habe eine Halbschwester!! Wie sehr habe ich mir immer eine kleine Schwester gewünscht, die beschützen kann und mit der ich all meine Sorgen und Ängste teilen kann. Wie konnte dieser Mistkerl mir das nur so lange verheimlichen?! Wenn er schon nichts mir oder ihr (ihre Mum hat er nämlich auch verlassen) zu tun haben will, hätte er dann nicht trotzdem einfach mal sagen können, dass wir Geschwister sind? Wäre das zu viel verlangt gewesen? Gut, dass ich mir noch ihren Namen, Adresse und Telefonnummer habe geben lassen, bevor ich wütend raus gerannt bin. Die wusste er zu mindestens. Ich konnte einfach nicht länger in seiner Gegenwart bleiben. Nur, was mache ich jetzt? Sie einfach anrufen? Ob sie weiß, dass wir Geschwister sind? Wenn nicht dann wäre das ein ganz schöner Schock. Warum sollte sie auch einem wildfremden Typen vertrauen, der einfach anruft und behauptet, ihr Bruder zu sein?! Ich muss auf jeden Fall zuerst mit ihrer Mom sprechen. Am besten ich warte bis morgen früh, dann wird sie in der Schule sein. Ja so mach ich´s. Diese Nacht war unerträglich für mich. Grade zwei bis drei Stunden habe ich vielleicht geschlafen. Die Zeit verging viel zu langsam. Endlich ist es zehn. Ich denke, jetzt kann ich anrufen. Aufgeregt wählte ich ihre Nummer. Was wenn sie doch da war? Vielleicht lag sie krank zuhause im Bett? Jetzt war es eh zu spät und während ich mir weiter Mut machte, hob ihre Mum hab. „König“, meldete sie sich. „Hier ist Duncan James. Ich muss dringend mit ihnen reden“. „Ja, worum geht es denn?“ „Um ihre Tochter . . . .meine Halbschwester.“ „Moment mal, ich verstehe nicht ganz. Sagten sie gerade eben Halbschwester?“ „Ja“, erwiderte ich, „Ich bin der Sohn von Simon Roscoe. Sie erinnern sich bestimmt noch an ihn. Von ihm habe ich auch ihre Telefonnummer.“ Wir redeten sehr lange über „meine“ kleine Schwester. Sie wollte ihr die Wahrheit sagen und alles in ihrer Machtstehende tun, damit Katie sich mit mir trifft, aber letztendlich müsse sie alleine entscheiden. Sie bat mich in ein paar Tagen noch mal anzurufen. Ich musste mich also noch gedulden und versuchen die Zeit irgendwie mit meinen drei besten Freunden und Bandmates, Ant, Si und Lee, tot zuschlagen. Was kein Problem sein würde, denn wir hatten immer genug Termine, schließlich waren wir eine der begehrtesten Boybands der Welt: Wir sind Blue. Es ist gar nicht so einfach mit dem ganzen Ruhm und der Aufmerksamkeit der Presse klar zu kommen, die nur auf eine gute Story aus sind. Alle interessieren sich nur für den gutaussehenden Dunc, den Herzensbrecher von Blue, der jede haben kann. Sie dichten mir Sachen mit irgendwelchen Frauen an, die überhaupt nicht stimmen und zum teil total lächerlich sind. Niemand (bis auf wenige Ausnahmen)sieht oder interessiert sich für den Menschen, der ich wirklich bin. Aber das würde sich ja jetzt vielleicht bald ändern. Was sie wohl gerade macht? Meine kleine Schwester?

~Katie~
In der zweiten Pause stand ich wie immer mit meinen beiden besten Freundinnen zusammen. Cara, Natasha(alle nannten sie nur Tash) und ich wir kannten uns schon aus dem Kindergarten und waren seitdem die besten Freundinnen. Mit ihnen konnten ich über alles reden. Wir waren wie Schwestern aufgewachsen. Keine von uns hatte Geschwister. Plötzlich vibrierte mein Handy. Eine SMS von meiner Mum: „Katharina, wenn du zuhause bist, müssen Dad und ich unbedingt mit dir reden. Mom.“ Oh je, was war wohl los. Ich konnte mich nicht daran erinnern, irgendetwas angestellt zu haben. Aber irgendwas war passiert, dass war sicher. „Katie??!! Haaallloooo!! Jemand zuhause??!! Ist irgendwas passiert?“, versuchte Cara mich wieder in die Wirklichkeit zu holen. „Meine Eltern....Sie wollen mit mir reden. Keine Ahnung warum. Den ganzen Tag hab ich schon so´n komisches Gefühl.“ „Warte einfach ab. Es bringt eh nichts, wenn du dir jetzt den Kopf darüber zerbrichst.“, meinte Caro. „Ja, ja du hast recht. Was kann schon so schlimm sein??!!“ Wir verließen den Schulhof, denn es hatte mittlerweile schon geklingelt. Mein Gott, war ich froh, als die Schule endlich zu ende war! Diese Ungewissheit machte mich ganz kirre. Ich machte mich sofort auf den Weg nach hause. Dort angekommen rief ich: „Mom! Dad! Ich bin zuhause“. „Wir sind hier“, kam es prompt aus dem Wohnzimmer. Ich war noch nicht ganz im Wohnzimmer angelangt, als ich sie schon mit Fragen bombadierte: „Ist irgendwas passiert? Hab ich was angestellt?“ „Setz dich Katharina“, bat mich meine Mutter. Oh, oh sie sagte Katharina. Das tat sie nur, wenn wirklich was wichtiges geschehen war. „Katharina, ich, nein wir müssen dir etwas sehr wichtiges sagen“, begann meine Mum, „Ich weiß gar nicht so wirklich, wie ich eigentlich anfangen soll. Irgendwann hättest du es sowieso erfahren. Katharina, du hast einen Bruder.“ „Moment mal. Soll das heißen, ihr habt euer Kind zur Adoption freigegeben?“ Ich hatte die Situation nicht erfasst. „Nein, Katie. Nie hätten wir unser Kind weggegeben. Ihr seid Halbgeschwister.“, erwiderte mein Mum. „Aber....aber das würde ja heißen, dass....das....“. „Katie ich weiß, dass du jetzt sehr durcheinander bist. Dein biologischer Vater hat deine Mum verlassen, als sie mit dir schwanger war. Kurz darauf lernten wir uns kennen und lieben. Mir war es egal, dass ich nicht dein biologischer Vater war. Ich war es, der dich als erstes nach deiner Geburt im Arm hielt. Ich beschloss, dich zu adoptieren, als ich deine Mutter heiratete. Für mich warst du immer mein leibliches Kind und wirst es auch immer bleiben. Von meiner Seite aus kann alles so bleiben, wie es war.“, sagte mein Dad. Dad! In meinen Ohren klang das jetzt irgendwie komisch. „Warum gerade jetzt? Warum habt ihr es mir ausgerechnet jetzt gesagt?“, wollte ich wissen. „Wir haben schon die ganze Zeit überlegt, wie wir es dir sagen sollen, schließlich hast du ein Recht auf die Wahrheit. Duncan hat heute morgen angerufen. Er hat auch gerade erst erfahren, dass es dich gibt und er möchte dich furchtbar gerne kennen lernen. Ich sagte ihm, dass er dir ein paar Tage Zeit geben soll, damit du in Ruhe über alles nach denken kannst. Er meldet sich bei dir.“ „Seid mir bitte nicht böse, aber ich wäre jetzt lieber etwas allein“. „Natürlich sind wir dir nicht böse. Wir verstehen das, aber wir wollen das du mit uns redest und nicht alles in dich hinein frisst. Versprich uns das bitte“, sagte mein „Dad“ und gab mir einen Kuss auf die Stirn. „In Ordnung“, erwiderte ich nur kurz, denn ich wollte dieser komplizierten Situation so schnell wie möglich entfliehen. Ich ging hoch in mein Zimmer. Noch vor wenigen Stunden wusste ich wer ich war und wohin ich gehörte. Doch jetzt? Wer war ich eigentlich? Wer war mein Dad? Warum hatte er meine Mum und mich im Stich gelassen? So viele Fragen schwirrten mir durch den Kopf. Eine Welle von Übelkeit erfasste mich. Am besten ich lege mich hin. Vielleicht wache ich auf und alles war nur ein böser Traum. Ich schlief ein, aber sehr unruhig. Ich verschlief den ganzen Nachmittag, den Abend und die Nacht. Doch als ich morgens aufwachte, war mir klar das das kein Traum war. Dies war die Wirklichkeit, die
knallharte Realität.

~Duncan~
Ob sie wohl schon bescheid weiß? Ihre Mum wollte es ihr heut nachmittag sagen. Reiß dich zusammen Dunk!! Lass ihr Zeit. Sie wird total durcheinander sein. Mir geht es da nicht anders. Mit irgendjemand musste ich reden. Es musste raus, ansonsten würde ich noch platzen!! Also vertraute ich mich Lee an. Er war zwar manchmal (das ist eigentlich noch untertrieben, eigentlich war er immer) ein Kindskopf, aber wenn es um die wirklich wichtigen Dinge im Leben ging, konnte man sich doch auf ihn verlassen. Na ja, manchmal jedenfalls. Lee war ganz von den Socken. „Boh, wie sieht sie aus? Ist sie hübsch?“ War ja klar, dass das kommen würde. Immer dachte er nur an das eine. „Sie ist 14 und ich weiß nich, wie sie aussieht. Ich weiß ja noch nich mal, ob sie mich überhaupt treffen will. Und außerdem, glaubst du wirklich, ich würde tatenlos dabei zusehen, wie du meine kleine Schwester angräbst?“ Lee grinste. Manchmal hatte er wirklich versaute Gedanken, die man sich gar nich ausmalen durfte.

~Katie~
In den nächsten Tagen war ich wirklich unausstehlich, gab nur einsilbige Antworten von mir und zog mich immer mehr zurück. Meinen Freundinnen sagte ich kein Wort von Duncan. Duncan! Die ganze Zeit kreisten meine Gedanken nur um ihn. Wollte ich ihn wirklich kennen lernen? Was sollte ich sagen, wenn er anrief? Wie sollte ich mich verhalten? Mein Kopf war so leer. Ich fand keine Antworten. Cara und Tash machten sich so langsam Sorgen um mich. Kein Wunder. Ich war zwar da, aber meine Gedanken waren immer woanders, bei jemand ganz bestimmten in England. Inzwischen hatte mir meine Mum erzählt, dass Duncan Mitglied in der englischen Boygroup Blue war. Ich kannte die Jungs und hatte sogar 2 CD´s von ihnen. Wer nicht? Schließlich waren sie die angesagteste Band unserer Zeit. Drei Tage waren vergangen, seit ich bescheid wusste. An diesem Nachmittag war ich allein zu hause. Ich bekam gerade noch so mit, wie das Telefon klingelte, denn ich war schon wieder in meinen Gedanken versunken. „Hallo?“, meldete ich mich fragend. „Ähm....Hallo. Hier ist Duncan. Bist du´s Katharina?“, kam es unsicher aus dem Hörer. „Ja, am Apparat.“ Ich wusste nicht was ich sonst noch sagen sollte. „Ich nehme an, deine Mum hat mit dir geredet?“ „Ja, dass hat sie. Ich weiß bescheid“. „Hör zu, ich weiß, du bist ziemlich durcheinander. Mir geht es da nicht anders. Wenn ich schon eher von dir gewusst hätte, hätte ich mich schon viel früher bei dir gemeldet. Ich würde dich wahnsinnig gerne kennen lernen und ich hoffe, dass es dir genauso geht“, sprudelte es aus ihm hervor. Dann war es still. Er wollte eine Antwort. „Ja, ich möchte dich auch gerne kennen lernen“, hörte ich mich sagen. „Wann bist du denn mal wieder hier in Deutschland?“, fragte ich ihn. „Schon sehr bald“, er schien sich wirklich zu freuen. „In 14 Tage sind wir wieder da. Ich habe zwar mit der Band ein paar Termine dort wo du wohnst, aber was hältst du davon, wenn du zu unserem letzten Shooting kommst? Danach habe ich nämlich ein paar Tage frei und wir können uns ungestört unterhalten. Die Adresse weiß ich im moment nich, aber ich kann sie dir ja smsen.“ „Ich würde gern zu dem Shooting kommen“, sagte ich. Wir tauschten unsere Handynummern aus und verabschiedeten uns, denn er hatte viel zu tun. Wie im Traum legte ich auf. Hatte ich gerade wirklich mit meinem Bruder telefoniert? Es schellte an der Tür. Wer war das wohl? „Hi Süße! Wir wollten dich mal besuchen und dich ma fragen was mit dir los ist. Seit Tagen bist du so komisch“, sprachs und schon schneiten Tash und Cara zur Tür herein. „Was soll los sein? Es geht mir gut.“ Das war noch nicht mal gelogen, denn nach dem Gespräch mit Duncan gerade eben ging es mir wirklich besser. Ein Teil meiner Anspannung war von mir abgefallen. Wir gingen nach oben in mein Zimmer und Cara studierte mein CD – Sammlung. „Bist du wirklich sicher, dass alles ok ist, Katie?“, fragte Tash und sah mich zweifelnd an. In dem Moment drang Musik aus den Lautsprechern. Es waren Blue. „Findet ihr nicht auch, dass Lee super süss ist? Ihn würde ich nicht von der Bettkante schubsen“, unterbrach uns Cara mit einem verheißungsvollen Augenaufschlag, wofür ich sehr dankbar war. Sie saß auf dem Boden und himmelte Lee auf dem Cover an. Lee und Cara (sie war ein Jahr alter als Tash und ich) würden gut zusammen passen, denn auch sie war kurzen unverbindlichen Abenteuern nicht abgeneigt. Tash und ich waren die Vernünftigen. Cara war die Einzige, die schon mal Babyalarm ausgelöst hatte, was sich nachher als Fehlalarm herausstellte. „Nee, ich find Duncan viel süßer. Er grinst immer so frech.“, kam es da von Tash zurück. „Und wer würde bei dir das Rennen machen? Duncy – Schnucki oder doch der wilde Lee?“, fragte mich Cara und beide musterten mich dabei aufmerksam. Ich blieb stumm und schaffte es irgendwie, mich aus dieser Situation wieder heraus zu winden. Sie wussten ja nicht, von wem sie da sprachen, dachte ich.

~Duncan~
Ich hatte sie also wirklich angerufen. Und sie wollte mich auch kennen lernen. Aber 14 Tage musste ich mich noch gedulden. Ich war ziemlich verunsichert, als ich sie anrief. Schließlich hätte sie mich ja auch anschreien können. Immerhin brachte ich ihr Leben ziemlich durcheinander. Aber sie war total nett. Ob sie wusste, wer ich war? Ihre Mum hatte ihr bestimmt erzählt, was ich machte. Jetzt brauchte ich erst mal wieder jemanden zum quatschen. Und wer kam da geradewegs zur Tür herein: Lee. „Du grinst ja wie ein Honigkuchenpferd, Dunk. Das is ja nich zum aushalten. Was ist passiert? Hast du im Lotto gewonnen?“ Er schlurfte auf mich zu und sah mich fragend an. „Nein, viel besser. Ich hab grad mit Katie gesprochen. Sie will mich auch treffen.“ „Na, das is ja auch ein Grund, so rum zu grinsen“, meinte er nur grumelig. Er war schlecht gelaunt, wegen gestern. Lee hatte ma wieder ne Frau angegraben, die ihm im letzten Moment, kurz bevor er sie flach legen wollte, entwischt ist. Sie hatte es sich im letzten Augenblick doch noch anders überlegt. Ich war jedenfalls bester Laune und wollte nur das die 2 Wochen schnell vergingen.

~Katie~
2 Wochen sind ne ganz schön lange Zeit. Das wurde mir jetzt erst so richtig klar. Je näher der Tag des Shootings rückte, desto nervöser wurde ich. Ob es ihm genauso ging? In der Zwischenzeit hatte er mir die Adresse gesimst. Ich wusste genau wo das war. Aber allein brauchte ich nicht hinzugehen. Meine Mum kam ja mit. Ich hatte sie darum gebeten, damit ich ruhiger war. Aber irgendwie half mir der Gedanke nicht wirklich. Ich wusste wirklich nicht, was ich fühlen sollte. Da war Angst, Nervosität, aber auch Freude. Cara und Tash hatte ich immer noch nichts erzählt. Ich hätte nicht gewusst, wie ich´s erklären sollte. Also behielt ich mein kleines Geheimnis für mich und benahm mich so normal, wie nur irgend möglich. Die Zeit verging so langsam. Noch eine Woche. Mein Gott, wie sollte ich das noch überstehen. Meine Anspannung wuchs von Tag zu Tag, Stunde zu Stunde. Morgen war es soweit!! Es war fast nicht mehr zum aushalten. An diesem Tag bat mich Duncan, ihm ein Bild von mir per E-Mail zu schicken. Er war genauso aufgeregt wie ich und wollte unbedingt schon mal wissen, wie ich aussah. Ich musste erst mal eins raus suchen, denn ich hatte nicht so viele Fotos von mir. Ich war nun mal nicht der Typ, der gerne vor der Kamera rumhopste. Da war eines. Mein Hund war zwar auch mit drauf, aber ich dachte, das würde ihm nichts ausmachen. Schnell war die E-Mail geschrieben und verschickt. Jetzt dauerte es nicht mehr lange. Morgen würde es soweit sein. Mal wieder hatte ich eine schlaflose Nacht vor mir. Irgendwann gegen 3 bin ich dann vor Erschöpfung eingeschlafen.

~Duncan~
Das machte mich noch irre!! Die Zeit verging viel zu langsam!! Lange hielt ich das wirklich nicht mehr aus. Wir waren die ganzen Tage über so beschäftigt, aber trotzdem verging die Zeit nicht. Meinen anderen Bandmates Antony und Simon hatte ich inzwischen auch von meiner kleinen Schwester erzählt. Sie waren ganz schön überrascht. Am Tag, bevor wir uns trafen, saßen die Jungs und ich in meinem Hotelzimmer in der Schweiz zusammen. Nachts würden wir nach Deutschland fliegen. Plötzlich fragte mich Antony: „Sag mal Dunk, weißt du überhaupt, wie sie aussieht?“ „Nein“ „Ja, interessiert es dich denn gar nicht“, wollte Lee wissen. „Das dich das interessiert, hätten wir uns ja denken können. Aber dich interessiert es wahrscheinlich aus einem ganz anderen Grund als Duncan. Hab ich recht oder hab ich recht?“, sagte Simon lachend. Lee lief rot an. „Sicher interessiert es mich. Aber ich will sie nicht bedrängen“, gab ich zu. „Na komm schon. Fragen kostet ja nix“, drängten sie mich. Allen voran Lee. Also gezwungenermaßen schrieb ich ihr ne SMS, dass ich neugierig auf sie sei und gerne schon mal ein Foto von ihr hätte. Dabei schrieb ich meine E-Mail Adresse. Kurz darauf kam eine SMS von Katie zurück. Sie würde mir ein Foto schicken, aber ich müsse mich noch 10 Minuten gedulden, da sie erst noch eins raus suchen müsse. „Na also, es geht doch“, meinte Lee. Ich startete schon mal meinen Laptop. Die Minuten vergingen, als wären es Tage. Die 10 Minuten waren rum und ich fragte meine E-Mails ab. Und tatsächlich da war eine Nachricht von Katie. Da stand: „Lieber Duncan, ich freue mich schon auf morgen und bin auch so aufgeregt. Anbei ist ein Foto von mir. Ich hoffe, es gefällt dir. Das war das aktuellste was ich finden konnte, denn ich bin kein Kamera Mensch. Bis morgen (Endlich!). Katie“ Nervös öffnete ich das Foto. Was ich sah, verschlug mir echt die Sprache. Ich starrte direkt in meine Augen!! Wahnsinn! Die Haarfarbe hatte wir auch gemeinsam, bis auf meine blonden Strähnen. Die hatte sie nicht. „Boah“, kam es da direkt von hinter mir. Ich drehte mich um und sah Lee´s Stilaugen. „Wehe du kommst ihr zu nah“, drohte ich ihm lachend mit erhobenen Zeigefinger. Jetzt dauert es nicht mehr lange. Endlich!

~Lee~
Das Boah war mir einfach so rausgerutscht. Ich konnte einfach nicht meine Klappe halten, wenn mir n Mädel gefiel. Und sie gefiel mir! Sie sah ganz schön heiß aus in dem engen Top und dem Rock, den sie trug. Ob Duncan mir wohl erlauben würde, mit ihr auszugehen? Ich glaube nicht. Er kennt mich zu gut. Leider weiß er ganz genau, dass ich fast alles flachlege, was nicht schnell genug auf den Bäumen ist. Aber die Mädels machen ja auch bereitwillig mit. So war das ja nun nicht. Zwingen musste ich keine. Mal abwarten. Irgendwann erwische wird ich sie schon allein erwischen. Gut Ding will eben weile haben, hat meine Grandma mal zu mir gesagt.

~Katie~
Endlich! Der Tag war da! Heute würde ich Duncan kennen lernen. Den Vormittag überstand ich gerade so. Ich war viel zu sehr mit meinen Gedanken beschäftigt, was nachher geschehen würde, als auf den Unterricht zu achten. „Katharina! Katharina! Es wäre schön, wenn du dem Unterricht mal deine Aufmerksamkeit schenken würdest, statt zu träumen!!“, meinte meine Deutschlehrerin sauer. Da passte man einmal nicht auf und schon wurde man sofort angemeckert. Na ja egal. Eigentlich war ich eine gute Schülerin, aber manchmal gab es nun mal wichtigeres als die Schule, obwohl die Lehrer das gar nicht gerne hörten. Von Stunde zu Stunde wurde ich nervöser. Meine Mum wollte mich direkt nach der Schule abholen und wir wollten dann sofort zu dem Shooting. Ich musste mir noch was einfallen lassen, was ich Tash und Cara erzählte. Sie würden Fragen stellen, wenn sie sahen, dass meine Mum mich abholte. Ich hatte keine Lust das „Wie?“, „Warum?“, „Weshalb?“ zu erklären. Dazu war ich einfach nicht bereit. Noch nicht.

~Duncan~
Puh, so nervös war ich noch nie. Wirklich nich! Noch nicht mal als ich zum ersten Mal auf der Bühne stand. Bald würde sie da sein. Das Shooting konnte mich auch nicht ablenken. Meine Gedanken schweiften dauernd ab. „Dunc! Duncan! Erde an unseren Träumer!! Haallooo!!“ „Ja, was ist denn“, ich war ziemlich verwirrt. Erwähnte ich schon, dass ich mit meinen Gedanken ganz woanders war?!? „He, ich an seiner Stelle wär auch irgendwo anders.“, meinte Lee mit einem schiefen, ziemlich dreckigen Grinsen. „Kannst du es nicht einfach sein lassen? Ich hätte dir gar nicht von ihr erzählen sollen!“, erwiderte ich ziemlich aufgebracht. „Woran du wieder denkst, wissen wir ja schließlich alle.“, meinte Simon kopfschüttelnd. „Lass ihn einfach in Ruhe. Du nervst!“ Ja, er nervte. Darin war er ziemlich gut. Er murmelte irgendwas von, Spielverderbern und wir setzten unsere Arbeit fort. Eine Stunde noch....

~Katie~
Eine Schulstunde noch! In der Zwischenzeit hatte ich mir eine, wie ich fand, glaubhafte Ausrede einfallen lassen. Ich fühlte mich mies dabei, Tash und Cara anzulügen. Aber was sollte ich machen? Ihnen die Wahrheit sagen? Ich wusste ja selbst nicht viel. Nicht einmal wie mein „Erzeuger“ eigentlich hieß. Irgendwann würde ich ihnen alles sagen. Sie würden mich verstehen. Wir hatten schon viel schlimmeres überstanden. Das Klingeln unterbrach mich in meinem Nachdenken. Die Schule war zu ende. Wir packten unsere sieben Sachen zusammen und verließen das Klassenzimmer. „Was haltet ihr davon, wenn wir noch in unser Lieblingscafe gehen. Ich lad euch auch ein.“, fragte Cara. Sie hatte wohl heute ihren spendablen Tag. „Sorry, ich kann leider nicht. Meine Mum holt mich ab. Wir fahren zu meiner Tante über das lange Wochenende“, hoffentlich ging das gut und sie glaubten mir. Aber vor allen Dingen durften sie mich nirgendwo sehen, ansonsten war ich geliefert. „Schade, ich dachte wir gehen so richtig feiern, schließlich is ja langes Wochenende. Wann komst du denn wieder.“, wollte Tash wissen. „Dienstagabend“, erwiderte ich erleichtert, froh darüber, dass sie meine Ausrede geschluckt hatte. Inzwischen waren wir bei unserem Auto angekommen. Wir verabschiedeten uns und ich stieg zu meiner Mum ins Auto. „Hast du es ihnen gesagt, Schatz?“, wurde ich auch schon direkt von meiner Mum begrüßt. „Nein, ich...ich konnte nicht. Auf ihre Fragen hätte ich keine Antworten gehabt.“ Schweigend fuhren wir zu dem Shooting. Meine Mum parkte den Wagen. „Mum?“ „Ja, Schatz?“ „Können wir bitte wieder fahren?“ „Nein, kommt nicht in Frage. Duncan wartet auf dich. Glaubst du nicht, dass er sich genauso fühlt, wie du?“ Ich zuckte mit den Schultern und sah sie unsicher an. „Na, komm schon. Du bist ja nicht allein“, meinte sie aufmunternd und stieg aus. „Außerdem sind wir schon etwas spät dran.“ Nur noch wenige Minuten....

~Antony~
So hatte ich Dunc wirklich noch nie erlebt und wir kannten uns schon ne ganze weile. Wie ein aufgescheuchtes Huhn rannte er nervös von einer Ecke in die andere. „Denkst du Katie kommt noch? Bestimmt hat sie es sich anders überlegt“, fragte er mich ängstlich. „Ach quatsch! Warum bitte schön, sollte sie es sich anders überlegt haben? Sie hat sich doch auch auf euer Treffen gefreut. Außerdem ist sie erst 5 Minuten zu spät. Wahrscheinlich sind die Ampeln alle rot oder irgend so was in der Art“, versuchte ich ihn aufzumuntern, aber er hörte gar nicht wirklich zu. Wir verließen schließlich den Raum, damit er sich noch etwas sammeln konnte. Er war eh schon ein Nervenbündel. Hoffentlich hat sie es sich nicht anders überlegt. Wenn sie nicht kam, oh darüber durfte ich gar nicht nach denken, dann wäre er ganz am Ende. Die Sache mit seinem „Erzeuger“, wie er ihn nannte, kostete ihn eine ganze Menge Kraft, obwohl er das nicht zugeben wollte. Duncan behauptete gern, er wäre ihm egal. Aber das war er ganz und gar nicht. Seine Wut und Enttäuschtheit hielten ihn davon ab, endlich mit der Sache abzuschließen. Er sagt immer, dass er das schon längst getan hätte, aber wir kannten ihn nun mal besser. Vielleicht besser, als er sich selbst kannte.

~Duncan~
Sie war immer noch nicht da. Kam sie überhaupt noch. Jeden Moment würde garantiert eine SMS kommen: „Sorry Duncan, aber ich hab´s mir anders überlegt“. Antony versuchte, mich zu beruhigen. Er redete über rote Ampeln. Ich hatte ihm gar nicht zu gehört. Da hatte ich wohl wieder was verpasst, wie so oft in der letzten Zeit. Ich bekam gar nicht mit, wie auf einmal die Tür aufging. „Duncan?“, hörte ich eine verunsicherte Stimme meinen Namen in den Raum fragen. Ich drehte mich zur Tür. Da stand sie: meine kleine Schwester! Ihre Augen! Ich hatte mich nicht getäuscht. Ihre Augen sahen ganz genau aus, wie meine. Sie stand da und wir starrten uns einfach nur an. Mir kam das vor, als wären Stunden vergangen, doch das alles spielte sich in Sekundenbruchteilen ab. Gleichzeitig gingen wir einen Schritt aufeinander zu. Im nächsten Moment lagen wir uns auch schon in den Armen. Sie war ein Teil von mir. Das spürte ich jetzt ganz deutlich. Nie würde ich sie so im Stich lassen, wie unser sogenannter „Vater“ (auch bekannt unter den Namen „Mistkerl“ und „Versager“) es getan hatte. Ich hielt sie weiter in meinen Armen. Aus den Augenwinkeln sah ich, wie eine Frau die Tür schloss. Das war wohl ihre Mutter. Plötzlich sah sie mich aus verweinten Augen an. Es gab eine Menge nachzuholen, dass war uns beiden bewusst. Man konnte 14 Jahre nicht an einem Tag aufholen, dessen war ich mir bewusst, aber es war ein Anfang.

~Katie~
Schließlich betraten wir das Gebäude. Duncan hatte mir zwar die Adresse gegeben, aber nicht gesagt, wo ich ihn genau finden würde. Das hieß also: durch fragen. Aber wo? Hier war ja keiner. Nein halt. Da vorne lief ja jemand. Ein ziemlich imposanter Typ mit Glatze. Der kam mir bekannt vor. Aber ich hatte keine Ahnung woher. Er kam schnurstracks auf uns zu und bevor ich auch nur den Mund öffnen konnte, sagte er schon: „Sag nichts. Du bist ganz bestimmt Duncan´s kleine Schwester, richtig? Er wartet schon ganz ungeduldig auf dich. Das reinste Nervenbündel ist er. Ach übrigens. Ich bin Johnny. Der Manager von den Jungs. Wir werden uns ja jetzt öfters sehen“ Das alles sprudelte in Sekunden aus Johnny´s Mund hervor, sodass ich mühe hatte, ihn zu verstehen. „Ich bin Katie. Ist er wirklich so nervös?“, fragte ich neugierig nach. „Sicher, was denkst du denn? Er kann schon bald gar nicht mehr still sitzen. Wir halten ihn schon gar nicht mehr aus“, erwiderte Johnny grinsend und stoppte vor einer Tür. „Na los. Duncan ist dort drin“, zwinkerte er mir auffordernd zu. Ich sah mich nicht noch einmal um, wahrscheinlich hätte mich dann der Mut verlassen. Obwohl war da überhaupt irgendwo Mut? Ich umfasste die Türklinke und atmete noch einmal tief durch, bevor ich die Tür öffnete. Da stand er: mein großer Bruder. Anscheinend hatte er gar nicht gehört, wie ich die Tür geöffnet hatte. Unsicher sagte ich seinen Namen und er drehte sich um. Jetzt standen wir uns direkt gegenüber. Auf den Covern hatte ich nicht erkannt, wie seine Augen aussahen. Das sah ich jetzt dafür umso deutlicher. Sie waren genau wie meine. Irgendwie war das Irritierend. Da stand er also. Der Mensch nach dem ich mich immer so gesehnt hatte. Jemand der mich vielleicht verstehen würde. Der fehlende Teil meines Lebens. Bevor ich mich versah, fiel ich ihm auch schon um den Hals und weinte. Er hielt mich einfach fest. Dann sah ich ihn an und aber Millionen Fragen schossen mir durch den Kopf, denn am Telefon hatten wir immer nur kurz geredet. Vielleicht hatte er Antworten darauf. Aber wie sollte ich anfangen?

~Duncan~
Ich bot ihr ein Taschentuch an und wir setzten uns. Keiner wusste so wirklich wir er anfangen sollte. Plötzlich redeten wir beide gegeneinander an und konnten uns nicht mehr halten vor lachen. Die Situation war wirklich sehr komisch. Kurz darauf hatten wir uns wieder eingekriegt. „Ich weiß, dass ist alles nicht einfach für dich. Ich schneie einfach so in dein Leben rein und bringe alles durcheinander. Aber als ich von dir erfuhr, da...ich weiß auch nicht. Ich hab mir schon immer eine kleine Schwester gewünscht. Und ich hab diesen Mistkerl verflucht, weil er kein Wort darüber verloren hat, dass wir Geschwister sind.“ Sie saß da und sah mich an. „Weißt du warum unser Da... Erzeuger einfach so abgehauen ist. Ich...verstehe das nicht. Wie kann man seine eigenen Kinder einfach so im Stich lassen? Du hattest es ja auch nicht gerade einfach. Ich hatte wenigstens noch einen Vater. Aber deine Mum und du, ihr ward ganz allein.“, sagte sie. „Ja, es war nicht einfach. Aber er bedeutet mir nichts. Er ist einfach nur ein Samenspender. Mehr nicht.“, erwiderte ich ehrlich. Wir redeten und redeten. Über unsere Kindheit, meine Arbeit, die Schule. Ich bekam gar nicht mit, wie schnell die Zeit verging. Plötzlich ging die Tür auf und wer platzte da herein? Ant, Si und Lee. Der hatte mir gerade noch gefehlt. Hoffentlich riss er sich zusammen. „He Dunk, willst du uns nicht mal vorstellen?“, fragte Lee da auch schon vorlaut. „Also Katie, dass sind Simon, Antony und unser kleines vorlautes Nesthäkchen Lee. Si, Ant, Lee, dass ist meine Schwester Katie.“ Für diese spitze Bemerkung über Lee fing ich mir direkt einen bitterbösen Blick von ihm ein. Ich sag euch, wenn Blicke töten könnten, wäre ich auf der Stelle tot umgefallen. Na egal, schließlich hatte er mich auch genug genervt. Die 4 begrüßten sich und wir setzten uns wieder.

~Lee~
Na toll, die Bemerkung hätte Duncan sich auch verkneifen können. Wie steh ich denn jetzt vor ihr da „unser kleines vorlautes Nesthäkchen“. Aber liebsten hätte ich ihn auf den Mond geschossen. Katie war sehr nett und sie sah noch geiler aus, als auf dem Foto. (Uups, da hatte ich wohl mal wieder mit dem falschen Körperteil gedacht) Ein bisschen schüchtern vielleicht, aber das gab sich bestimmt noch. Man traf ja schließlich nicht jeden Tag seinen Bruder zum ersten mal. Ich hatte gar nicht mitgekriegt, dass es mittlerweile schon Abend geworden war. Irgendwann kam ihre Mutter ins Zimmer und meinte, dass sie so langsam nach hause müssten. Sie stellte uns ihre Mum vor und dann mussten wir uns auch schon wieder verabschieden. Ich konnte es kaum erwarten, sie wieder zu sehen. „Lee, reiß dich am Riemen.“, redete ich in meinen Gedanken auf mich ein, „Sie ist schließlich Dunc´s kleine Schwester und dazu kommt noch ihr Alter: 14. Obwohl viele Mädels hatten einen älteren Freund. Immerhin war ich nur 6 Jahre älter als sie. Duncan würde mich umbringen und das war jetzt nicht nur bildlich gesprochen. Hatte es mich tatsächlich erwischt? Irgendwas kribbelte da doch tatsächlich in meinem Bauch. Das konnte nich sein. Meine letzte feste Beziehung war jetzt schon so lange her. Irgendwie dachte jeder, ich sei beziehungsunfähig. Na ja, ich schleppte abend für abend immer wieder ne neue ab. Wenn ich gut war, schaffte ich manchmal sogar zwei. Aber beziehungsunfähig? Irgendwie war einfach nie die Richtige dabei. Schließlich waren das Groupies, ich denke dabei findet man eh nich die richtige. Also abwarten und Tee trinken.

~Katie~
Oh Oh, der Kommentar von Duncan hatte Lee wohl gar nicht gefallen. Irgendwie sah er schon süss aus. Man glaubte gar nicht, dass er es faustdick hinter den Ohren hatte. Wir quasselten und merkten gar nich, wie die Zeit verging. Die darauf folgenden Tage verbrachten Duncan und ich zusammen. Jeden Tag unternahmen wir allein oder mit den Jungs etwas. Doch die Stunde des Abschieds rückte immer näher. Ich würde meinen neu gewonnenen Bruder schon wieder gehen lassen müssen. „Du kannst mich jederzeit anrufen, hörst du, egal ob Tag oder Nacht. Ich bin immer für dich da“, sagte er zum Abschied und umarmte mich ganz fest. Ich umarmte jeden der vier, denn sie waren mir in den wenigen Tagen, die wir uns jetzt kannten, schon sehr ans Herz gewachsen. Dann mussten sie los. In den folgenden Monaten wuchs die Telefonrechnung meiner Eltern beinahe ins unermessliche. Aber sie sagte nichts, denn sie wussten, wie wichtig er für mich geworden war. Wir telefonierten jeden Tag. Unglaublich, wie gut unser Verhältnis schon nach so kurzer Zeit war. Wir konnten einfach über alles reden, egal was für Probleme der andere hatte. Wir vertrauten uns alles an. Die meisten aus meiner Klasse sagten, ich solle froh sein Einzelkind zu sein. Geschwister seien ja so nervig. Das fand ich gar nicht. Im Gegenteil, ich vermisste ihn total. Wir sahen uns, sooft es sein Terminplan zuließ. Seine Mum hatte ich auch schon kennen gelernt, als ich ihn in London besuchte. Das sagte ich meinen Klassenkameraden aber nicht. Nicht mal meine besten Freundinnen wussten bescheid. Es hatte sich einfach noch nicht ergeben mit ihnen darüber zu sprechen. Aber irgendwann in nahe gelegener Zukunft musste ich schließlich mit der Sprache herausrücken. Und dieser Augenblick kam schneller, als ich dachte.

~Duncan~
Seit gut 2 Monaten hatte ich meine kleine Schwester jetzt schon nicht mehr gesehen. Aber heute wars soweit. Ich wollte sie überraschen. Sie würde Augen machen. Wir hatten mal wieder ein Shooting in Deutschland. Und heut war mal wieder so ein Tag, an dem mal wieder alles schief lief. Vor dem Studio erwartete uns der fluchende Fotograf. Er meinte, das Studio sei besetzt, obwohl es eigentlich für uns gebucht war. Wohin jetzt so schnell? Da fiel dem Fotografen die Schule seiner Tochter ein. Die hatten dort eine riesen große Aula und er verstand sich ziemlich gut mit dem Schulleiter. Mir wars egal. Hauptsache wir wurden schnell fertig und ich konnte zu meiner Schwester. Gesagt getan. Wir fuhren also zu dieser Schule. Der Fotograf und seine Assistentin bauten alles auf. Der Rektor bat unseren Manager um eine Kostprobe unseres Könnens und eine kleine Autogrammstunde als Überraschung für die Schüler. Na ja, also gut, schließlich hatte er für uns den ganzen Stundenplan umgeworfen. Diese kleine Vorstellung sollte also in der 6. Stunde, kurz vor schulschluss sein. Hoffentlich verging die Zeit schnell!!

~Lee~
Heut würde ich Katie also wiedersehen. Ob ich dann immer noch das Bauchkribbeln hab, wenn sie in meiner Nähe ist? Katie wusste nicht bescheid, dass wir kamen, aber ihre Mum und die hatte uns alle 4 zum essen eingeladen. Ich freute mich auf Katie und war aufgeregt. Was war verdammt noch mal mit mir los??

~Katie~
Heut musste ich die Französisch-Arbeit nachschreiben, die ich letzte Woche durch meine Krankheit verpasst hatte und das auch noch in der 5. Stunde. Wie ätzend! Ich hatte aber keine andere Wahl, also machte ich mich auf den Weg zu meiner Franze Lehrerin. Da kam jemand hinter mir her: mein Klassenlehrer. „Katie, wenn du die Arbeit geschrieben hast, dann komm doch bitte hoch in die Aula. Ich gehe mit der Klasse gleich dorthin. Wir müssen etwas umräumen, für die Überraschung, die euch gleich erwartet und weil die zukünftigen 5er morgen zu dem Info-Tag kommen“. „Überraschung?“, fragte ich neugierig nach. „Ja, lass dich einfach überraschen. Es wird dir und einigen andern bestimmt gefallen“, sprachs, drehte sich um und ließ mich einfach stehen. Na ja gut. Ich würd ja eh bald erfahren, was diese Überraschung war. Also setzte ich meinen Weg zu meiner Arbeit fort. Eine Schulstunde später war ich erleichtert, es hinter mir zu haben. Ich ging auf direktem Weg zur Aula. Ich war neugierig. Ich wusste nicht wieso und weshalb, aber plötzlich beschleunigte ich meine schritte. Da war auch schon die Tür zur Aula. Ich trat ein und was bzw. wen ich sah, das verschlug mir glatt die Sprache: da stand doch tatsächlich mein Brüderchen in mitten einer Horde weiblicher Bewunderer, die ihn anschmachteten. Ich räusperte mich vernehmlich und er sah zur Tür. Duncan bahnte sich sofort einen Weg durch die Schar seiner Verehrerinnen, die ich als meine Klassenkameradinnen identifizieren konnte. Unter ihnen waren auch Tash (ich wusste ja, dass sie auf ihn stand. Cara stand, wie sollte es auch anders sein, bei Lee) und meine zwei liebsten Feindinnen Simone und Stella, die ich ja so gar nicht leiden konnte(was auf gegenseitigkeit beruhte). Was ehrlich gesagt, noch ziemlich höflich ausgedrückt ist. Ich ließ meine Tasche fallen und rannt auf ihn zu. Ja, ich flog förmlich in seine Arme. Duncan wirbelte mich durch die Luft und hielt mich ganz fest. „Ich hab dich vermisst, Prinzessin“, sagte er. Prinzessin. Das war sein Spitzname für mich. Er meinte, das passe am besten zu mir. Das erinnerte mich an meinen Großvater. Er nannte mich auch so. Ich war noch ziemlich klein, als er an Krebs starb. Dann ließ Duncan mich los und ich strahle ihn an. Wir gingen zu den anderen. Oh je, oh je, da sah ich zwei Gesichter, die Antworten wollten, zwei, die mich am liebsten sofort umbringen wollten, weil ich ihnen „ihren“ Duncy weggenommen hatte und einige, die einfach nur ziemlich verdutzt aussahen. Ich begrüßte erst mal die anderen Jungs mit Umarmung und Küsschen, wobei ich Tash und Cara einen „Ich erklär´s euch später“-Blick zu warf. Sie verstanden und nickten. Gottseidank, sie würden jetzt keine weiteren Fragen stellen, obwohl ich ihnen das nicht verübeln könnte. Duncan und ich wollten uns grad in eine ruhige Ecke verkrümeln, als mich mein Lehrer bat, ihm seine Mappe aus unserem Klassenzimmer zu holen. Er drückte mir seinen Schlüssel in die Hand und somit gab es kein Ausweichen mehr. Ich warf Duncan einen genervten Blick zu und verschwand. Sie würden ihn ausquetschen, darüber, woher und wieso wir uns kannten etc. Hoffentlich sagte er nichts. Ich wollte Cara und Tash selbst alles sagen. Also Beeilung! Ich merkte gar nicht, wie Lee mir folgte.

~Duncan~
Ich konnte es kaum glauben, als ich sah, wer da in der Tür stand. Ich war so froh, Katie endlich wieder zu sehen. Viele fragende Gesichter blickten uns an, als ich mich umdrehte. Ja, jetzt erkannte ich auch ihre Freundinnen. Katie hatte mir mal ein Foto von ihnen gezeigt. Vorher waren sie mir gar nicht aufgefallen. Sie würde einiges erklären müssen. Doch dann musste sie auch noch so ne blöde Mappe von ihrem Lehrer holen. Sie konnte mich doch nich einfach allein lassen, mit einer Schar neugieriger Teenies, die nur darauf lauerten, zu erfahren, was hier grad passiert war. Es half alles nichts, sie konnte sich dem nicht wiedersetzen. Und weg war sie. Hoffentlich beeilte sie sich!! Da kamen sie auch schon und ein ganzer Schauer an Fragen prasselte auf mich nieder. KATIE!!!SCHNELL!!!BEEIL DICH!!!

~Lee~
Es war genau so, wie ich es mir gedacht hatte. Ihre Umarmung und das Küsschen warfen mich ganz schön aus der Bahn und in meinem Bauch breitete sich dieses wohlige Kribbeln aus. Während Dunc mit Katies neugierigen Klassenkameradinnen zu kämpfen hatte, beschloss ich, ihr nachzugehen. Ja, ich wollte sie fragen, ob sie mit mir ausgeht. Sie verschwand in einem Klassenzimmer und ließ die Tür offen stehen. Ich lehnte mich am Türrahmen an. Als sie sich umdrehte, lächelte sie. Ihr Lächeln!! Einfach unglaublich!! „Die nehmen Duncan wohl gerade ziemlich auseinander, was?“, meinte sie lächelnd und kam auf mich zu. „Ziemlich“, erwiderte ich und machte Platz, damit sie die Tür abschließen konnte. Gemeinsam gingen wir die Stufen hoch. Ich starrte sie die ganze Zeit an. Sie sah so unglaublich toll aus. „Lee, was willst du?“, fragend sah sie mich an. „Ein Date mit dir“, erwiderte ich grinsend. Sie stand nun eine Stufe höher als ich. „Und wie soll ich das bitteschön anstellen? Ich glaube nicht, dass Duncan davon begeistert wäre“. Wieder sah sie mich mit ihren wunderschönen Augen fragend an. „Hier kommst es ganz darauf an, was du willst“, sagte ich leise. Sie sah an mir vorbei und dann wieder mich an. „Lee“, hauchte sie verführerisch und kam immer näher in kussweite, wobei sie ihre Hände auf meine Brust legte, „weißt du, was ich will?“ „Nein, Baby, sags mir“, forderte ich sie auf. Ihre Hände die eben noch meine Brust berührt hatten, wanderte nach hinten in meinen Nacken. Unsere Lippen trennten nur noch wenige Zentimeter. „Ich will die Zeit mit meinem Bruder verbringen“, knallte sie mir doch da ins Gesicht, drehte sich um und ging in Richtung Aula. Ich stand da, als hätte mich ein Blitz getroffen. Das hatte wirklich noch keine mit mir gemacht. Ich konnte es einfach nicht fassen. Erst machte sie mich heiß und ließ mich dann einfach stehen. Zum ersten mal verstand ich die Frauen, die dachten, dass mehr werden könnte, wenn ich mit ihnen geschlafen hatte. Sie waren dann meistens genau so verletzt wie ich jetzt. Hatte ich gerade eben gesagt, „Wie ich jetzt“? Ja, ich musste es mir endlich eingestehen. Schließlich war sie mir in den letzten Monaten nicht mehr aus dem Kopf gegangen. Ich war verliebt. Verliebt in Duncs kleine Schwester Katie. Nach diesem Eingeständnis musste ich nun aber wohl oder übel zurück zu den anderen. Gleich war ja noch unsere kleine Performance. Die Jungs wunderten sich sicherlich schon, wo ich bleibe.

~Katie~
Ich hatte überhaupt nicht gemerkt, dass Lee mir gefolgt war. Erst als er in der Tür stand, nahm ich ihn war. Ich schloss die Tür wieder ab und wir gingen gemeinsam nach oben. Aber irgendwas wollte er, dass spürte ich genau. Schließlich starrte er mich nicht umsonst die ganze Zeit an. Also fragte ich ihn auf dem Kopf zu, was er wollte. Er grinste mich nur frech an und meinte, er wolle ein Date. Er verwirrte mich und das nicht nur, weil wir uns direkt gegenüberstanden und uns tief in die Augen sahen. Katie, reiß dich zusammen. Du kennst Lee doch, sagte ich zu mir selbst. Er spielt nur mit dir. Also beschloss ich, auf sein Spiel einzugehen. Wir kamen uns immer näher und näher. Kurz bevor er mich küssen wollte, sagte ich ihm, was ich wirklich wollte, nämlich die Zeit mit meinem Bruder verbringen. Ich drehte mich um und ließ ihn einfach stehen. Er sah schon ziemlich verdutzt aus, dass muss ich ja zugeben. Egal, er kommt schon drüber hinweg. Er würde sich mit ner anderen trösten. Im Weiber aufreißen war er ziemlich gut. Das musste man ihm schon lassen. Nur, würde ich darüber hinweg kommen. Seine Nähe hatte mich mehr durcheinander gebracht, als ich zugeben wollte. In den letzten Monaten hatte ich schon an ihn gedacht, dass konnte ich nicht leugnen. Duncan würde das garantiert nicht gefallen. Ich ging also wieder zurück in die Aula, um Duncan zu erlösen. Zuerst jedoch gab ich meinem Lehrer seine Mappe. „Ok, ok, lasst ihn in ruhe! Ihr bekommt eh nichts aus ihm heraus!“, rief ich in die Runde. Ich zog Duncan von ihnen weg und wir verzogen uns endlich in ne ruhige Ecke, um zu reden. Das taten wir immer. Stundelang konnten wir einfach nur so dasitzen und reden. Dabei bemerkte ich, dass Lee kurz nach mir die Aula betrat. Irgendwie sah er so aus, als ob er immer noch nicht glauben konnte, was gerad passiert war.

~Duncan~
Hoffentlich kommt Katie bald wieder! Ihre aufdringlichen Klassenkameradinnen rückten mir immer mehr auf die Pelle. Ah, da kam sie ja. Endlich. Meine Rettung. Sie erlöste mich von ihnen und wir verzogen uns, um zu reden. Da kam Lee ja auch schon wieder. Wo war er gewesen? Ach wahrscheinlich nur auf dem Klo. Aber er sah komisch aus. War irgendwas passiert? Wir redeten immer miteinander. Er würde schon kommen, wenn was war. Also widmete ich meine ganze Aufmerksamkeit Katie. Doch dann mussten wir anfangen mit unsere kleinen Kostprobe und der anschließenden Autogrammstunde. Alles lief glatt. Wär ja auch ganz schön peinlich gewesen, wenn das schief gegangen wär. Die Autogrammstunde war vorbei. Lee hatte sich anscheinend wieder gefangen. Er flirtete grad mal wieder heftig mit 2 von Katies Klassenkameradinnen. Und sie sah gar nicht glücklich darüber aus. „Hey Prinzessin, alles ok?“, sprach ich sie an. „Sie war mit ihren Gedanken ganz woanders. „Katharina! Huhu!“, ich wedelte mit meiner Hand vor ihrem Gesicht hin und her.

~Katie~
Das war also die Retourkutsche für gerade. Er flirtete gerade mit Stelle und Simone. Wie konnte er nur. Er wusste ganz genau, wer die beiden waren. Ich hatte Duncan erst vor kurzem Fotos gezeigt, als Lee und die andern Jungs auch dabei war. Er wusste ganz genau, wie sehr ich die beiden hasste. Aber was ich nicht fassen konnte war, dass ich doch tatsächlich eifersüchtig war. Weiter kam ich mit meinen Gedanken nicht. Irgendwer wedelte da gerade vor meinem Gesicht rum. Ich erwachte aus meiner Trance. „Oh, Duncan! Hast du was gesagt?“ „Allerdings“, erwiderte er etwas säuerlich, „Ist alles ok? Du guckst so wütend“. „Erkennst du die beiden Zicken, die da grad bei Lee stehen?“ „Du meinst die beiden, mit denen er schon die ganze Zeit flirtet?“, hakte er nach. „Ja, die beiden.“, ich hatte mühe, mich zu beherrschen. „Sind das nicht die beiden, die du so gut leiden kannst? Wie hießen die noch mal? Irgendwas mit „S“ war es doch, oder?“ „Simone und Stella.“, erwiderte ich, so ruhig, wie möglich. „Ach übrigens, wir haben jetzt frei. Ich freu mich schon auf das Essen von deiner Mum“, meinte Dunc gut gelaunt. „Ich auch“, krakelten da Sy und Ant im Chor. „Wie jetzt. Da komm ich jetzt aber nich so ganz mit“, erwiderte ich verwirrt, denn ich war immer noch zu sehr mit Lee beschäftigt. „Ach, das weißt du ja noch gar nich. Deine Mum hat uns allle zum essen eingeladen.“, sagte Antony und rieb sich den Bauch. „Klasse, ich freu mich“, erwiderte ich. „Johnny fährt uns alle. Das Auto is ja groß genug für 7 Personen.“, hörte ich da Duncan sagen. „Wohl eher für 6“, meinte Sy grinsend, „Lee wird sich wohl nich so schnell von seinen neuen Eroberungen trennen können. Wir wollten gerade die Aula verlassen, als mir eine Idee kam. Ja, so konnte ich Stella und Simone eine reinwürgen und gleichzeitig Lee eins auswischen. Wenn er dieses Spielchen wollte, konnte er es haben. Das war zwar eigentlich nicht meine Art, aber es wurmte mich so dermaßen, dass ich einfach nicht anders konnte. „Ich glaub, ich weiß, wie wir Lee von Stella und Simone wegkriegen“, sagte ich grinsend in die Runde. „Wie denn?“, fragte Cara und alle sahen mich neugierig an. „Ihr werdet schon sehen. Halt mal meine Tasche, bitte“, sagte ich zu Duncan gewandt. Ich grinste immer noch. Ich freute mich richtig auf die die fassungslosen Gesichter der beiden. „Oh nein, dass wirst du schön bleiben lassen“, unterbrach Duncan mich da schon wieder in meinen Gedanken. „Nein“ „Doch“ „Nein“ „Doch“ „Komm schon sei ein Schatz und nimm endlich meine Tasche“, drückte sie ihm in die Hand und ohne ein weiteres Wort ging ich auf Stella, Simone und Lee zu.

~Lee~
In der Zwischenzeit hatte ich mich wieder gefangen. Ich flirtete mit 2 Mädchen aus Katies Klasse. Die zwei sahen heiß aus, aber sie waren nichts gegen Katie. Ich wollte sie eifersüchtig machen. Das hatte ich auch, ihren Blicken nach zu urteilen, geschafft. Aber sie hatte sich ziemlich gut im Griff. Also trieb ich das Spiel weiter. Ich blieb da, obwohl wir alle bei Katie zum essen eingeladen waren. Würde sie mich holen kommen? Ja, da kam sie auch schon. Wie aufs Stichwort. Sie kam näher. Und was sie dann sagte, konnte ich einfach nicht fassen. „Schatz, hast du vergessen, dass wir noch was ganz bestimmtes vorhaben?“, fragte sie mich mit einem verführerischen Augenaufschlag und griff nach meiner Hand. Ich war total von den Socken. „Äh...äh..“, brachte ich nur hervor. Ich verstand ganz und gar nicht, was sie meinte. Dann wurde sie deutlicher und das nicht zu knapp. Vor Duncan, den anderen Jungs und ihren Mitschülerinnen begann sie einfach, mich zu küssen. Es traf mich wie ein Stromschlag. Heiße und kalte Schauer liefen meinen Rücken hinunter. Ich erwiderte ihren Kuss, sehr sogar. Sie war es, die dieses unglaubliche Gefühl beendete. Sie war genau so verwirrt, wie ich. Das konnte ich in ihren Augen lesen. Dann zog sie mich hinter sich her. Weg von den beiden Mädchen und hin zu den anderen. Duncan´s Blicke sprachen Bände. Er sah ganz und gar nicht begeistert aus, mehr noch. Es sah so aus, als würde er vor Wut kochen. Wäre ich an seiner Stelle wahrscheinlich auch nicht gewesen. Er liebte Katie über alles und wollte sie einfach nur beschützen. Aber diesmal hatte ich ja nichts getan. Sie hatte mich schließlich mit dem Kuss völlig überrumpelt. Ganz bestimmt würde Duncan mich noch darauf ansprechen, dass war mir klar. Aber das war mir egal. Ich konnte einfach nicht anders, als zu grinsen, denn dieser Kuss war einfach der
Wahnsinn gewesen.

~Katie~
Irgendwie war ich über mich selbst erstaunt. Hätte nich gedacht, dass ich das bringen würde. Lee hatte die Situation natürlich voll ausgenutzt. War ja klar. Die Gesichter von Stelle und Simone werde ich so schnell nicht vergessen. Ich musste einfach an den Kuss denken. Einfach unglaublich... Ob es ihm genauso ging? Er grinste jedenfalls wie ein Honigkuchenpferd. Ganz im Gegensatz zu Duncan. Dem passte das gar nicht in den Kram. Er hatte schließlich gesehen, dass Lee die Situation ausgenutzt hatte. Jedenfalls sagte er nichts mehr bis wir bei mir zu hause angekommen waren. Ich schielte ihn immer wieder aus den Augenwinkeln an, doch es war kein Wort aus ihm raus zu kriegen. Dort stellte ich meinen Freundinnen erst mal die Jungs vor und lieferte ihnen die Antworten, die sie wollten. Wir saßen bald eine Ewigkeit zusammen und die ganze Lage entspannte sich zusehends. Puh!

~Duncan~
Manchmal war sie wirklich stur. Da konnte selbst ich nichts ausrichten, obwohl ich wirklich viel Einfluss auf sie hab. Als ich ihr Grinsen sah, wusste ich sofort, was sie vorhatte. Und das passte mir gar nicht!! Sogleich setzte sie ihren Plan natürlich in die Tat um und was tat Lee? Er war voll in seinem Element und nutzte die Situation schamlos aus. Ich war auf 180 und meine Wut steigerte sich noch, als ich sein breites Grinsen sah. Ich sagte kein Wort mehr. Natürlich bemerkte ich ihre Blicke, aber ich musste mich wirklich am Riemen reißen, um Lee nicht sofort ein paar aus maul zu hauen. Bei ihr zu hause angekommen, stellte sie uns endlich ihre Freundinnen vor und wir saßen noch eine ganze Weile zusammen. Ich beruhigte mich so langsam etwas und beschloss, später mit Lee zu reden.

~Lee~
Es war schon spät geworden und die Jungs und ich verabschiedeten uns von den Mädels. In meinem Hotelzimmer angekommen, warf ich mich zuerst aufs Bett und dachte an, na wen wohl, natürlich an Katie. Da platzte Duncan auf einmal in mein Zimmer. „Was sollte das heute Mittag?“, blaffte er mich direkt an. „Was meinst du?“, gab ich mich umwissend. „Du weißt ganz genau, was ich meine. Stell dich nich so blöd an. Das macht mich nur noch wütender“, wütete er. „Hey. Hör auf mich so blöde an zu machen. Sie hat mich schließlich geküsst (das ich sie vorher um ein Date gebeten hatte, verschwieg ich ihm natürlich). Das weißt du genau so gut wie ich“, jetzt wurde ich auch so langsam wütend. „Ja, dass weiß ich. Aber du hast die Situation total ausgenutzt und das ist auch eine Tatsache.“ „Ja, ab..“, Duncan ließ mich erst gar nicht zu Wort kommen. „Ich will kein Wort mehr hören, Lee. Sie is kein Groupie, dass du einfach so benutzen kannst. Katie ist meine Schwester und ich werde nicht zulassen, dass du ihr weh tust. Lass die Finger von ihr. Hast du mich verstanden?“ Er wartete meine Antwort erst gar nicht ab, sondern verschwand mit einem lauten Türenknall aus meinem Zimmer. Mein gott. So sauer hatte ich Duncan wirklich noch nie erlebt. Was sollte ich tun? Es ihm sagen? Er würde mir nicht glauben, wenn ich ihm sagen würde, dass ich Katie liebe. Da kam mir ein Gedanke. Was hielt sie eigentlich von dem Kuss? Ich musste es unbedingt wissen. Wie gut, dass ich ihre Handynummer hatte. Ich wählte...

~Katie~
Die Jungs, Cara und Tash waren schon ne weile weg. Duncan sah auch nicht mehr so sauer aus, wie noch vor ein paar Stunden. Aber er würde garantiert noch über die Sache reden wollen. Ich ging hoch auf mein Zimmer, hörte Musik und dachte nach. Der Kuss war echt der Hammer gewesen. Ich dachte also schon wieder an Lee. Der Kuss war toll gewesen, aber es war eine einmalige Sache. Nie könnte ich mich auf ihn einlassen. Wir waren viel zu verschieden. Da klingelte mein Handy. Das Display zeigte Lee´s Nummer an. „Hi Lee! Was gibt’s?“, meldete ich mich. „Wir müssen reden, Katie“ „Worüber denn?“, hakte ich nach. „Über den Kuss. Duncan war grad hier und hat mich richtig zur Schnecke gemacht. Ich muss auch immer daran denken. Ich fand ihn toll und...“. Weiter kam er nich, denn ich unterbrach ihn. „Lee, der Kuss war wirklich schön, aber..“, ich überlegte, wie ich ihm das am besten sagen könnte. Ich hatte zwar Gefühle für Lee, aber nie würde ich das gute Verhältnis zu meinem Bruder aufs Spiel setzen, für eine Sache, die eh keine Zukunft hatte. „...wir wissen doch beide, dass da nichts weiter ist. Vergessen wir das einfach. Wenn wir das nicht tun, wird alles viel zu kompliziert. Lass uns einfach nur Freunde sein. Das ist das Beste für uns alle.“ „Ja, wenn du meinst“, nuschelte er in den Hörer. „Und Duncan?“, meinte er weiter. „Wir müssen mit ihm reden. Am besten gleich morgen früh. Wir werden ihm sagen, dass da nichts ist und das wir einfach nur Freunde sind. Duncan muss es wissen, dass beeinträchtige sonst nicht nur eure Arbeit, sondern auch eure Freundschaft. Ich komme morgen vorbei, so gegen 12, ok?“ „Sicher. Gute Nacht“, sagte er und legte auf. Lee war enttäuscht, aber es war besser so. Ich dachte, dass würde eh nicht lange anhalten. Ich konnte nur hoffen, dass sich unser Verhältnis mit der Zeit wieder normalisierte.

~Lee~
Ich konnte es nich fassen. Wie konnte sie das nur sagen? Einfach Freunde sein? Wie sollte das gehen? In dieser nacht schlief ich sehr unruhig. Meine Gedanken waren immer bei ihr. Vielleicht ging ihr das einfach alles zu schnell und sie brauchte nur etwas Zeit, um über alles nach zu denken. Katie kam gegen 12 und wir gingen sofort zu Duncan, um mit ihm zu reden. Wie man sich vorstellen kann, war er nicht begeistert, uns zusammen zu sehen. Nach unserem Gespräch war alles wieder in Butter, wie man so schön sagte. Duncan war froh, dass zu hören und wir vertrugen uns wieder. So vergingen die Monate und ich, ja ich klammerte mich an eine Wunschvorstellung. Ich versuchte mich von meinem Liebeskummer anzulenken. Natürlich mit Frauen. Doch jedes Mal, wenn ich eine abschleppte, sah ich ihr Gesicht vor mir. Immer vor meinem Hotelzimmer machte ich einen Rückzieher. Ich, der größte Aufreißer aller Zeiten. Von so mancher bekam ich ein Schlappschwanz oder Feigling um die Ohren gehauen. Andere wiederum liefen sofort heulend weg oder klatschten mir eine. Aber das war nicht annährend der Schmerz, den ich spürte, wenn ich an Katie dachte. Irgendwann gab ich es auf, andere Frauen aufzugabeln, ging nicht mehr weg und schrieb Songs. Den Jungs fiel natürlich auch auf, dass ich mich verändert hatte. Damit sie eine Antwort hatte, sagte ich, dass ich gerade eine totale Depri-Phase hatte. Was ja auch nicht gelogen war. Nur verschwieg ich ihnen weshalb.

~Katie~
Die Zeit verging wie im Flug. Mit Lee hatte ich seitdem nicht mehr gesprochen, noch hatten wir uns gesehen, wenn ich Duncan besuchte oder er nach Deutschland kam. Heute war der letzte Tag vor den Sommerferien. Herrliche 6 Wochen keine Schule. Einige aus der Klasse hatten beschlossen, das zu feiern und nach der Schule in der Stadt etwas essen zu gehen. Wie immer, vor jeden Ferien, musste unsere Klasse aufgeräumt werden. Tja, und das machte leider keiner gern. Während der größte Teil sich verkrümelte, wurden Cara, Tash, ich und noch einige andere, die es nicht rechtzeitig geschafft hatten, die Flucht zu ergreifen, dazu verdonnert, die Klasse aufzuräumen. Da hatten wir jetzt auch gerade Lust drauf. Während unser Lehrer unsere Arbeit überwachte und darauf achtete, dass wir auch alles ordentlich machten, klopfte es an der Tür. Ich drehte mich erst gar nicht um, weil ich so schnell wie möglich fertig werden wollte. Plötzlich tippte mich Cara von hinten an der Schulter an. „Was is denn jetzt schon wieder, Cara?“, erwiderte ich genervt. „Wenn wir nich die ganzen Ferien hie....“, weiter kam ich nich, denn als ich mich umdrehte um Cara anzusehen, blieb mir die Spucke weg. Da drei Meter hinter Cara stand doch tatsächlich mein, mich angrinsender, Bruder. „Auf dein Gesicht hab ich mich schon die ganze zeit gefreut“, sagte er und schloss mich in seine Arme. „Was machst du eigentlich hier? Du hast doch so viel zu tun? Sind die anderen auch hier?“, sprudelte es aus mir hervor. „Jetzt mal langsam, Katie“, erwiderte er lachend, „also, erstens: ich bin hier, um dich abzuholen, zweitens: ja, ich hab viel zu tun, aber so viel nu auch wieder nich, dass ich dich nich selbst abholen kann und um deine letzte Frage auch noch zu beantworten, ich bin allein da, wir treffen die anderen in London.“ „Wie? Du bist gekommen, um mich abzuholen. Ich komm da irgendwie nich so wirklich mit.“, sagte ich verwirrt. „Na ja, ich dachte, da du jetzt Sommerferien hast, hättest du vielleicht Lust mich zu begleiten. Vorrausgesetzt du hältst mich und die Jungs 6 Wochen aus.“ „Machst du Witze. Natürlich hab ich lust, aber ich muss zuerst meine Eltern fragen und dann brauch ich ja auch noch Klamotten“ „Brauchst du alles nicht mehr zu machen“, erwiderte er. „So, fragte ich erstaunt. „Hab ich alles schon für dich erledigt. Deine Koffer sind gepackt und deine Mum sitzt im Auto vor der Schule. Wir müssen nämlich sofort los. Unser Zug geht bald. Alles was du tun musst, ist Ja zu sagen.“, sagte er grinsend. „Okay, worauf warten wir dann noch?“, sagte ich und fiel ihm schon wieder um den Hals. Dann kam der Abschied von meinen Freundinnen. Natürlich waren die beiden enttäuscht. Wir hatten so viel für die Zeit geplant, aber sie würden auch ohne mich viel Spaß haben. Da war ich mir ganz sicher. Wir verabschiedeten uns und gingen zum Auto, wo meine Mum schon ungeduldig wartete. Am Bahnhof verabschiedeten wir uns auch von ihr und los ging´s. Im Zug erzählte mir Duncan, wo wir überall hinreisen würden. Man, war ich aufgeregt. Als wir dann schließlich endlich im Flieger nach London saßen kam mir dann ein ganz anderer Gedanke. Ich würde dort ja auch Lee wieder sehen und die nächsten Wochen zwangsläufig mit ihm verbringen. Hoffentlich ging das nur alles gut. Erschöpft schlief ich ein und wurde erst wieder wach als Duncan mich weckte, um mir zu sagen, dass wir die Sicherheitsgurte anlegen mussten, weil wir gleich landen würden. Als ich aus dem Flieger ausstieg, atmete ich erst einmal tief durch. Die Ferien versprachen aufregend zu werden....

~Duncan~
Da hatte ich mein Schwesterchen wirklich ganz schön überrascht. Ich hatte den Gedanken, dass mich während der 6 Wochen begleitet, schon seit einiger Zeit im Kopf, und nun hatte ich diesen in die Tat umgesetzt. Ich wollte einfach mehr zeit mit ihr verbringen und sie um mich haben. Schließlich war ich ja auch nur ein Mensch und hatte manchmal doch noch Heimweh, obwohl ich diesen Job jetzt schon seit einiger Zeit mache. Aber meine Mutter konnte ich schließlich auch nicht dauernd mitschleppen. Sie hatte auch ihren Job und konnte ja auch nicht nur Urlaub machen. Jedenfalls, in London angekommen, fuhren wir als erstes zu mir. Auspacken brauchten wir gar nicht, denn am nächsten Tag ging es direkt weiter nach Singapur. Am nächsten Tag ging es dann wieder zum Flughafen, kurze Begrüßung und schon wieder rein in den Flieger. Tja ja, das Leben als Popstar ist nicht so einfach, wie sich das manche vorstellen.

~Lee~
Morgen seh ich sie endlich wieder. Ich weiß schon gar nicht mehr, wie sie aussieht. Nein, dass stimmte nicht. Ich wusste natürlich noch, wie sie aussah. Nämlich einfach wunderschön. Und das beste war, dass wir ganze 6 Wochen miteinander verbringen würden. Ich freute mich so dermaßen auf sie, dass ich das gar nicht beschreiben konnte. Aber ich hatte auch Angst. Wie würde sie reagieren, wenn sie mich sah. Ich nahm mir ganz fest vor, sie auf keinen Fall zu bedrängen. Am nächsten Tag am Flughafen hatten wir gar keine Zeit, uns richtig zu begrüßen. Eine Mini Umarmung und das wars, denn wir mussten sofort in den Flieger einsteigen. Schon jetzt fragte ich mich, wie die 6 Wochen wohl ausgehen würden?!?

~Katie~
Die Wochen vergingen viel zu schnell. Duncan hatte wirklich nicht übertrieben, als er mir von seinem Job erzählt hatte. Stress pur, kann ich nur sagen. Hier ein Interview, dort ein Auftritt, da noch ein Fotoshooting, zwischen durch noch Promotion für das Album und die Single und die Jungs kamen kaum dazu mal richtig Luft zu holen. So ging das den ganzen Tag. Immer und immer wieder das gleiche. Immer wieder die gleichen Fragen(die ich mittlerweile alle auswendig kannte und beantworten konnte) von den verschiedensten neugierigsten Reportern. Manchmal fragte ich mich wirklich, wie Duncan und die Jungs das aushielten. Gut, dass sie zwischendurch auch mal frei hatten. Dann zogen Duncan und ich durch die Städte und er zeigte mir alle Sehenswürdigkeiten. Er war ein guter Reiseführer, denn schließlich war er schon überall gewesen. In der Zwischenzeit hatte ich auch ein paar mal Lee´s Schwester Gemma getroffen. Wir verstanden uns wirklich gut und vertrieben uns manchmal die Zeit mit shoppen, wenn unsere Brüder arbeiten mussten. Lee und ich gingen soweit ganz normal miteinander um. Worüber ich sehr froh war. 14 Tage blieben noch, dann waren die Ferien zu ende und ich musste wieder nach hause. Aber in 2 Wochen konnte ne ganze Menge passieren...

~Duncan~
Katie lernte meinen Alltag kennen. Ich hatte ihr zwar immer erzählt, wie stressig mein Job is, aber nun sah sie es mit eigenen Augen. Noch 14 Tage blieben uns, bis sie wieder nach hause musste. Und ausgerechnet heute, musste ich diese verdammt scharfe Frau in der Hotel – Bar kennen lernen. Dort saß ich nämlich gerade. Und gerade als sie mich fragte, ob wir nicht heute abend ausgehen wollten und ich gerade dabei war, ihr schweren herzens zu sagen, dass ich leider keine Zeit hatte, da tauchte Lee aus dem Nichts aus und machte doch tatsächlich ein Date für mich mit ihr klar. Sie war zu frieden, ging hoch in ihr Zimmer, um sich fertig zu machen und sagte mir noch im vorbeigehen, auf welchem Zimmer ich sie abholen könne. „Lee, was soll das? Du weißt ganz genau, dass ich Katie versprochen hab, die Zeit nur mit ihr zu verbringen.“, sagte ich gereizt. „Jetzt komm ma wieder runter. Ich hab doch genau gesehen, was du für Stielaugen hattest.“, erwiderte der grinsend. „Ich kann Katie nich einfach so allein lassen. Zumindestens muss ich sie erst mal fragen, ob sie was dagegen hat.“ „Ich werd ihr Gesellschaft leisten. Wir können ja n paar DVD´s gucken und Ant und Sy frag ich auch noch, ob sie nicht lust haben, mit zu gucken.“, sagte er. Wir gingen also hoch in mein Zimmer. Katie chattete gerade mit ihren Freundinnen. Ich unterbrach sie und fragte, ob sie etwas dagegen hätte, den Abend mit Ant, Sy und Lee zu verbringen. Sie hatte nichts dagegen und so machte ich mich für mein Date fertig. Als ich fertig war, verabschiedete ich mich von Katie und ging zu meinem Date.

~Katie~
Ich chattete gerade mit meinen Freundinnen, als Duncan und Lee zur Tür herein kamen. Kleinlaut rückte mein Brüderchen mit der Sprache heraus, dass Lee ein Date für ihn klar gemacht hatte, obwohl er nicht wollte. Er hatte mir nämlich versprochen, sich die ganze Zeit ausschließlich um mich zu kümmern. Ich hatte natürlich nichts dagegen. Der DVD – Abend hörte sich nämlich gut an und so verschwand Duncy aufatmend im Bad, um sich schick zu machen. Ich chattete noch weiter, bis Duncan fertig gestylt aus dem Bad kam, sich von mir verabschiedete und sich auf dem Weg zu seinem Date machte. Lee war schon mal zu Ant und Sy gegangen, um sie zu fragen, ob sie nen bestimmten Filmwunsch hätten. Als Duncan weg war, beendete ich den Chat mit meinen Freundinnen und ging rüber zu Lee. Ich war etwas irritiert, als ich Lee allein in seinem Zimmer vorfand. Na ja, die anderen würden schon gleich noch kommen. Trotzdem wollte ich es genau wissen: „Wo sind denn Antony und Simon?“ „Simon is ausgegangen und Antony is zu müde. Der is fast schon eingepennt, als ich ihn gefragt hab. Du wirst dich also mit mir begnügen müssen“, meinte er grinsend. Na toll! Wir redeten zwar normal miteinander, aber wir waren auch nie allein. Immer war einer dabei. Ich musste also einen ganzen Abend mit Lee verbringen und so beschloss ich, dass beste draus zu machen. „Was hast du den für Filme im Angebot?“, fragte ich. „Hmmm, also ich hab alle Teile von Halloween da. Aber das is ja eh nix für dich. Viel Blut und so.“ Das war ja wohl ne bodenlose Frechheit. „Was soll n das heißen? Meinst du, bloß weil ich n Mädchen bin, hab ich Angst und guck so was nich?“ Ich hatte einen der Teile schon ma gesehen und ich hatte tierische Angst. Aber das brauchte ich Mr. Ryan ja nicht auf die Nase zu binden. „Von mir aus können wir die gucken. Ich hab keine Angst.“, sagte er frech grinsend. „Abwarten! Mal sehen wer von uns als erster die Hosen voll hat“, sagte ich großspurig. Er legte die Disk ein und kletterte zu mir aufs Bett. Dann startete er den Film.....

~Lee~
Duncan wollte doch tatsächlich dieses Date mit dieser Schönheit absagen. Da musste ich doch was tun. Ich machte das Date für ihn aus und konnte ihn dann sogar überreden, dort auch hinzugehen. Katie hatte auch nichts dagegen einzuwenden. Wir wollten einen gemütlichen DVD Abend verbringen, während Duncylein sich amüsierte. Also ging ich zu Sy, um ihn zu fragen, auf was für nen Film er denn Bock hätte. Doch Sy war nich da. Auf seinem Nachtschrank lag ein Zettel, dass er ausgegangen sei. Na ja, macht ja nix. Nicht das ich böse wäre! Weiter zu Antony. Wenn der auch nicht da wäre, hatte ich Katie einen Abend ganz für mich allein. Doch leider er war da. Wäre ja auch zu schön um wahr zu sein. Doch halt, was sagte er da? Er wäre total müde und hätte keinen Bock darauf. Das stimmte, er schlief wirklich bald im stehen ein. Na so was! Heut war wohl anscheinend mein Glückstag. Als Katie in mein Zimmer kam, war sie schon sehr irritiert, aber sie blieb trotzdem da. Wir wollten uns über einen Film einig werden und ich zog sie mit Halloween auf, dass der ja viel zu blutig für sie sei. Man, ich kann gar nich beschreiben, wie empört sie war. Sie wollte unbedingt diese Filme sehen. Also gut, dass konnte sie haben. Während des Filmes rückte sich immer näher an mich heran. Vorher hatten wir nämlich in deutlichem Abstand zueinander auf meinem Bett gelegen. Doch sie schien das gar nicht zu bemerken. Ich jedenfalls schon, denn je näher sie kam, umso nervöser wurde ich. Plötzlich lag sie ganz dicht neben mir. Sie schien ebenfalls nicht zu bemerken, dass ich sie ansah. An einer besonders ekligen Stelle drehte sie schnell ihren Kopf mit geschlossenen Augen in meine Richtung. Als sie sie wieder öffnete, sah sie direkt in
meine Augen. Wir Magneten wurden unsere Lippen voneinander angezogen und wir kamen uns immer näher....

~Katie~
Ich hatte den Mund wirklich zu voll genommen. Aber ich wollte nicht abbrechen. Diese Genugtuung wollte ich ihm nicht geben. Also biss ich die Zähne zusammen. Iiiiiiiihhhhhh, da kam mal wieder eine ganz besonders tolle Stelle und ich konnte nicht anders, als schleunigst meine Augen zu zumachen und den Kopf in eine andere Richtung zu drehen, in Lee´s Richtung. Ich öffnete meine Augen und sah direkt in seine. Ich hatte gar nicht bemerkt, dass ich so nah an ihn heran gerückt war. Seine Augen war so schön, dass ich mich darin verlor. Wir kamen uns näher und noch näher.....
~Lee~
...bis wir uns schließlich küssten. Ein Blitz durch fuhr mich, ganz genauso wie beim letzten mal. Ich lag jetzt auf ihr und wir küssten uns immer noch. Mein Shirt war ganz schnell ausgezogen und ich genoß es, wie sie mich berührte. Meine Hand suchte den Weg unter ihr Top, doch dann .....
~Katie~
Wir küssten wir uns. Ja, ich hatte ihn vermisst und jetzt erwiderte ich seine Küsse. Seine Berührungen taten so gut. Doch da meldete sich meine Vernunft wieder. ‚Katie, hör auf damit! Er will dich nur flach legen und dann sagt er „ciao, war nett mit dir“ und das wars dann. ‚Schließlich brach ich ab. „Was hast du?“, seine Stimme klang besorgt. „Ich, ähm, ich muss wieder rüber. Duncan kommt bestimmt bald und ich bin auch ziemlich müde. Außerdem ist der Film ja eh gleich zu ende.“ Ich musste so schnell wie möglich hier raus, bevor er noch anfing, Fragen zu stellen. „Schlaf gut“, sagte ich noch und verschwand aus seinem Zimmer. In Duncan´s und meinem Zimmer angekommen, machte ich mich zuerst ma bettfertig. Was sollte ich auch anderes machen? Duncan war noch nich da und ich musste immer wieder daran denken, dass ich gerade fast mit Lee... Zum Glück bin ich noch rechtzeitig zu mir gekommen. Es war als hätte er einen Schalter betätigt, der meinen Verstand ausgeschaltet hatte. Eigentlich dachte ich, dass Problem hätte sich erledigt, aber dem war nicht so. ich ging also ins Bett und beschloss noch etwas zu lesen. Doch ich konnte mich gar nicht auf mein Buch konzentrieren, denn die ganze Zeit dachte ich nur an Lee und was gewesen wäre, wenn.... Lee und ich, dass konnte einfach nicht gut gehen. Wir waren viel zu verschieden. Außerdem meinte er es sowieso nicht ernst. Also legte ich mein Buch weg und versuchte, zu schlafen, was sich als ausgesprochen schwierig herausstellte. Dieser verdammte Horrorfilm!! Also lag ich wach. Gegen halb eins hörte ich, wie Duncan leise die Tür öffnete. Er huschte ins Zimmer ohne das Licht anzumachen. Schließlich nahm er an ,dass ich schon schlief. „Du kannst das Licht ruhig anmachen. Ich bin wach.“ „Man, Schwesterchen!! Du hast mich vielleicht erschreckt.“, sagte er überrascht. „Kannst du nicht schlafen?“, hakte er dann auch sogleich besorgt nach. Typisch Duncan. Ständig machte er sich Sorgen. Im Bezug auf mich, war das schon bald sein zweiter Vorname.„Ja, wir haben n Horrorfilm geguckt“ „So, welchen denn?“ „Halloween Teil1“, erwiderte ich. „Iiiihhhh“, kam es da von ihm zurück. „Denkst du, du kannst noch schlafen?“ „Ja, ich werd´s versuchen. Ich bin ja nicht mehr allein. Aber bevor du schlafen gehst, solltest du dich noch abschminken.“, diese spitze bemerkung konnte ich mir einfach nicht verkneifen. Dafür erntete ich einen verwirrten Blick. Ich deutete auf seinen Mund, worauf er grinsend ins Bad ging. „Hast wohl ne ziemlich heftige Knutscherei hinter dir, was?“, wollte ich wissen. „Du bist ganz schön neugierig“, kam es aus dem Bad. „Jetzt komm schon. Erzähl.“, drängte ich ihn. „Morgen ok? Ich bin total müde“, sprachs, ließ sich ins Bett fallen und war direkt eingepennt. Na gut, dann also morgen.... Irgendwann schlief ich dann auch ein. Zwar sehr unruhig, aber ich schlief zu mindestens.

~Lee~
Ich Idiot! Ich verdammter Idiot hätte wissen müssen, dass ihr das zu schnell geht. Aber ich konnte mich einfach nicht beherrschen. Aber nun weiß ich ganz sicher, dass sie was für mich empfindet. Sonst hätte sie meine Küsse nicht so erwidert. Wir wollten zwar versuchen Freunde zu sein, aber das würde auf dauer nicht klappen. Dafür liebte ich sie viel zu sehr. Ich werde morgen mit ihr reden, beschloss ich, schlief ein und träumte die ganze nacht von ihr.

~Katie~
Am nächsten morgen erzählte mir Duncan von seinem Date („Sie war der Wahnsinn!“) und wir gingen runter zum Frühstück. Da saßen auch schon die Jungs und winkten uns zu. Ich versuchte Lee so gut wie möglich auszuweichen. Ich spürte seine Blicke, die versuchten, mich zu analysieren, aber ich sah ihn nicht an. Das gleich tat ich dann auch in der restlichen Zeit. Irgendwie schaffte ich es immer wieder, dass wir nie allein waren und ich hielt mich soviel wie möglich in Duncan´s Nähe auf. Der Tag des Abschieds rückte unaufhaltsam näher und ich war einerseits auch froh darüber, denn dann musste ich Lee und seine bohrenden Blicke nicht mehr ertragen. Andererseits hatte ich mich so an Duncan gewöhnt, dass es mir total schwer, wieder in meinen Alltag zurückzukehren. So nun war es also soweit. Mein letzter Abend in England. Den verbrachten wir in Dunc´s Haus in London, wo ich mittlerweile schon mein eigenes Zimmer hatte. Wir saßen auf Dunc´s Balkon und genossen die Stille. Er wohnte zwar mitten in London, aber in diesem Viertel der Stadt war es sehr ruhig. „An morgen darf ich überhaupt nich denken. Ich mag überhaupt gar nicht von hier weg. Das is jetzt schon mein 2. Zuhause.“, sagte ich traurig. „Ich bin froh, dass du das sagst“, lächelte er, „ich wollte dich nämlich noch was fragen“ „So? Was denn?“, fragend sah ich ihn an. „Na ja, du hast mir doch erzählt, dass du, wenn du dein Abi in der Tasche hast, gerne Tiermedizin studieren würdest. Hier in London gibt es sehr viele gute Unis. Einige der besten auf der ganzen Welt. Ich würde mich freuen, wenn du dir das mal durch den Kopf gehen lässt, ob du nicht vielleicht hier studieren möchtest. Dann könntest du zu mir ziehen. Dein eigens Zimmer hast du ja schon und ich wäre dann auch nicht mehr so allein. „Meinst du das ernst?“, fragte ich und strahlte ihn an. „Natürlich“ „Ganz bestimmt werde ich darüber nachdenken. Ich liebe London und hier zu studieren, wäre echt ein Traum“, sagte ich freudestrahlend. „Ich bin froh, dass du so denkst. Jetzt wird´s aber langsam zeit, schlafen zu gehen. Dein Flieger geht schon gegen Mittag“, sagte er. Wir gingen also schlafen und fuhren dann auch schon frühzeitig los, damit wir uns nicht so abhetzen mussten. Am Flughafen folgte dann ein tränenreicher Abschied. „Hey, in 14 Tagen sehen wir uns doch schon wieder. An dem Montag haben wir morgens in Brighton ein Fotoshooting und n paar Interviews. Aber nachmittags hab ich frei und wir können uns die Stadt ansehen. Dann frag ich auch mal euern Lehrer, ob er Cara, Tash und dir erlaubt, an dem Mittwoch mit zu unserem Konzert zu kommen. Ihr könntet dann bei mir übernachten und Donnerstag morgen fahre ich euch dann wieder frühzeitig zurück.“, versuchte er mich zu trösten. Das hatte ich ganz vergessen. Die Klassenfahrt! Daran hatte ich schon gar nicht mehr gedacht. Schließlich musste ich in den Flieger steigen. So wie es aussah würde ich wohl nicht viel Abstand von Lee gewinnen können....

~Lee~
Ich kann es einfach nicht fassen, dass sie mich die ganze Zeit ignoriert und mir aus dem Weg geht. Ich habe schließlich auch Gefühle, obwohl man das von mir eigentlich nicht erwartet. So ging das die ganze Zeit. Nie waren wir alleine, ständig war irgendwer dabei. Bald würde sie nach hause fahren. Aber so wie ich Duncan mir erzählt hatte, würde sie eine Woche zur Schule gehen und dann wieder mit ihrer Klasse hierher kommen. Vielleicht bot sich dann eine Gelegenheit, um mit ihr zu reden?!?

~Katie~
Zuhause angekommen, wurde ich von allen super lieb begrüßt. Natürlich quetschten mich meine Freundinnen sofort aus. Besonders Cara. Und wo rüber? Natürlich über Lee. Das war nich gerade eins meiner Lieblingsthemen. Wie sollte ich ihn vergessen, wenn Cara dauernd von ihm vorschwärmte?! Die Schule ging wieder los und alle waren im Reisefieber. Jeder diskutierte und plante, was er oder sie mitnehmen wollte. Für meinen Geschmack ging die Woche viel zu schnell vorbei. Die Zeit raste nur so und der Zeitpunkt, an dem ich Lee wiedersehen würde, rückte immer näher. Schließlich war es soweit. Wir fuhren mit dem Bus. Alle waren total aufgedreht und fanden keinen Schlaf, ich auch nicht. Aber das lag eher daran, dass meine Gedanken mal wieder bei Lee waren. In Calais betraten wir die Fähre. Als erstes gingen wir ganz nach oben aufs Deck. Es war ziemlich kalt, aber das störte mich nich. Als ich so dort oben stand, merkte ich erst, wie sehr ich mich doch wieder auf England und Duncan freute. Ich beschloss, mir diese Klassenfahrt nicht von einem gewissen Mr. Ryan vermiesen zu lassen. In Dover gingen wir wieder von Bord, ab in den Bus rein und schon ging es weiter. Morgens kamen wir total müde an unserem Ziel an. Als erstes wurden die Apartments verteilt und wir gingen in unsere Wohnungen. Dort sollten wir uns zunächst einrichten und dann gegen 15 Uhr wollten wir uns wieder unten in einem abgesonderten Gemeinschaftsraum treffen. Dort bekamen wir dann gesagt, was in den nächsten Tagen so alles anstand: Rundfahrt durch die Stadt, Besuch in Stonehench und einen ganzen Tag in London. Donnerstag morgen würden wir uns dann um 10 Uhr am Bus treffen, die Koffer einladen und der Bus würde uns dann runter in die Stadt fahren, wo wir dann noch machen können, was wir wollten. Doch heute für den Rest des Tages hatten wir erst mal Freizeit und konnten einkaufen gehen. Wir machten uns also auf den Weg und draußen sah ich ein Auto, dass mir bekannt vorkam. Duncan stieg aus und wir begrüßten uns. Dann ging er zu unserem Lehrer, um ihm die Erlaubnis für das Konzert inklusive Übernachtung abzuringen. Kurz darauf kam er mit triumphierenden Grinsen wieder. Er hatte es doch tatsächlich geschafft, die Erlaubnis aus unserem Lehrer raus zu leiern. „Aber eure Zimmer müssen piko bello aufgeräumt sein und eure Koffer müsst ihr Mittwoch dann schon mit nach London nehmen. Hab ich noch was vergessen? Ach ja, ich soll gut auf euch aufpassen, eure Zimmerschlüssel müsst ihr dann Mittwoch schon abgeben und wir sollen Donnerstag morgen vor zehn hier sein, weil eure Koffer ja noch im Bus verstaut werden müssen. So, ich glaub das wars“, endete er. Den Rest des Tages verbrachten wir vier in der Stadt und abends fuhr uns Duncan wieder zurück, bevor er selbst nach London zurück fuhr.

~Lee~
Duncan hatte es doch tatsächlich geschafft, ihren Lehrer zu überreden, dass die drei mit zu dem Konzert und bei Duncan übernachten durften. Duncan konnte ziemlich überzeugend sein. Mittwoch würde ich sie also wiedersehen. Hoffentlich gab es eine Möglichkeit, mit ihr zu reden!?! Irgendwie musste da doch was zu arrangieren sein....

~Katie~
Der Mittwoch kam viel zu schnell. Wir packten unsere Koffer und ab damit in den Bus. Während der Fahrt smste ich Duncan, wo er uns mit unseren Koffern aufgabeln könnte. Als wir dort ankamen stand er auch schon dort. Simone und Stella zickten natürlich wieder rum, wie unfair das doch war, bla bla bla. Das übliche halt. Die Koffer stellte Duncan nur kurz im Flur ab, denn er hatte noch Soundcheck. Ich wollte Cara und Tash „mein“ London zeigen und wir wollten dann später zu dem Konzert gehen. Ich wusste wo es war und die Backstagepässe hatte Duncan uns auch schon gegeben. Also schmiss er uns am Big Ben raus und fuhr weiter zu den Jungs. Wir zogen durch die Stadt und wieder überkam mich dieses wohlige Gefühl, dass ich hatte, wenn ich hier war. London war zu meiner zweiten Heimat geworden. Als es zeit wurde, machten wir uns auf den Weg zum Konzert. Draußen war schon eine ganz schön lange Schlange und alle guckten uns neidisch an, weil wir schon rein durften. Als erstes gingen wir hinter die Bühne. Ich musste Duncy schließlich noch viel Glück für die Show wünschen. Ach da, waren sie ja. Alle vier. Wir begrüßten uns, wobei ich darauf achtete, soviel Abstand wie möglich zu Lee zu halten. Schließlich ging es los. Die Menschenmenge war total am toben und die Jungs waren einfach fantastisch. Und Lee was tat der? Suchte andauernd Blickkontakt mit mir. Besonders bei If you come back. Ich konnte mich diesen Blicken kaum entziehen. Verzweifelt versuchte ich mich dagegen zu wehren. Aber ich konnte ihn einfach nicht aus den Augen lassen. Nach der Show duschten die Jungs zunächst. Duncan war als erster fertig und dann ging es ab nach hause. „Ach übrigens, die Jungs kommen gleich auch noch. Wir wollen die gelungene Show feiern. Wir dachten wir könnten was kochen. Ihr habt doch bestimmt Hunger, wo ihr doch den ganzen Tag durch die Stadt gestiefelt seid. Die Jungs holen nur noch n Kasten Bier und dann pennen sie bei uns. Ant und Sy wollten nich darauf verzichten. Na ja und Lee is seinen Lappen ja los.“, erklärte Duncan. „Wessen Idee war denn das?“, wollte ich wissen. „Es war die von Lee. Wieso?“ „Ach, nur so, reine Neugierde“, gab ich gleichgültig von mir. Schlagartig war mir der Appetit vergangen. Das hatte er ja ma wieder geschickt eingefädelt. Er wollte mit mir reden, schließlich war ich ihm nach unserem Kuss die ganze Zeit ausgewichen. Jetzt bloß nicht aufregen. Wir waren ja nicht allein. Ich beschloss, ihn einfach nich zu beachten. Zuhause angekommen, regelten wir erstma die Schlafverteilung. Ich sollte bei Duncan schlafen, während Cara und Tash mein Zimmer bekamen. Zwei der drei Jungs mussten sich eins teilen und einer würde allein schlafen müssen. Kurz nach uns kamen auch Sy, Ant und Lee an. Duncan hatte in der zwischenzeit schon die Nudeln aufgesetzt und zauberte gerade seine wahnsinnig leckere Soße. Wir aßen schließlich und ich setzte das in die Tat um, was ich mir vorgenommen hatte, nämlich Lee zu ignorieren. Das klappte auch ganz gut und er sah ziemlich angefressen aus. Wir setzten uns in den Garten und plötzlich verzogen sich Cara und Lee in eine Ecke, wo sie heftig miteinander flirteten. Ich war nicht sauer, ich kochte buchstäblich vor Wut!! Bevor ich mich noch zu einem Gefühlsausbruch hinreißen ließ, wünschte ich allen eine gute nacht und ging rauf in Duncan´s Zimmer. Ich wusste ganz genau, dass ich mit dieser Wut im Bauch eh nicht schlafen konnte, aber es war besser, als unten rumzusitzen und zusehen zu müssen, wie meine beste Freundin da grad mit dem Typen rum machte, den ich doch über alles lieb.... Nein, ganz schnell weg mit dem Gedanken! Irgendwie war ich wohl doch eingeschlafen und schreckte gegen 2 Uhr aus meinem unruhigen Schlaf auf. Duncan schlief tief und fest und ich beschloss, runter in die Küche zu gehen. Ich kannte mich mittlerweile blind in diesem Haus aus, so dass ich kein Licht brauchte. Doch als ich in der Küche stand, wünschte ich mir, dass ich das Licht doch besser angemacht hätte, denn ich vernahm Schritte....

~Lee~
Sie schaffte es wirklich immer wieder, mich auf die Palme zu bringen! Die ganze Zeit von ihr ignoriert zu werden, war echt hart. Also beschloss ich, sie eifersüchtig zu machen. Als ich zu ihr rüberlinste, konnte ich genau sehen ,dass sie auf 180 war. Wutentbrannt ging sie die Treppe hoch. Wieder ein Beweis mehr, dass sie mehr für mich empfand, als sie zugeben wollte. Gegen eins gingen wir dann auch alle ins bett. Ich hatte das einzelzimmer bekommen. Das war mir auch ganz recht. So konnte ich ungestört nachdenken und musste mir nicht Ant´s oder Sy´s Geschnarche anhören. Katie lag nur wenige Zimmer entfernt ebenfalls im Bett. Oder doch nicht? Da waren grad Schritte zu hören. Ich gehe mal nachsehen. Kein Licht an. Na ja, sie war mittlerweile schon so oft hier gewesen, dass sie vermutlich kein Licht mehr brauchte. Ich ging runter in die Küche. Dort musste ich dann aber doch das Licht anmachen, denn ich wollte schließlich nicht gegen etwas treten und damit das ganze Haus aufwecken. Also Licht an. Und wer stand da? Katie! Ich hatte ihr einen.....

~Katie~
„....riesigen Schrecken eingejagt!!“, motzte ich ihn erst mal an. Wie kam er überhaupt dazu, sich so an mich ran zu schleichen. Na toll, jetzt standen wir voreinander, ich in Hot Pants und einem kurzen Top, er nur in Boxershorts. Das trug bestimmt nicht sehr dazu bei, auf Abstand zu gehen. „Wir müssen reden“, sagte er nur und ließ mich nicht aus den Augen. „Ich wüsste nicht, was wir noch zu bereden hätten“, erwiderte ich kalt und rauschte an ihm vorbei ins Wohnzimmer. „Du weißt ganz genau, worüber ich mit dir reden will. Die ganze Zeit gehst du mir und deinen Gefühlen aus den Weg. Wir wissen doch beiden ganz genau, dass du mich liebst“, sagte er wütend und wurde dabei immer lauter. „Du willst Duncan doch nur alles recht machen und nimmst dafür alles in kauf. Selbst, dass daran unsere Liebe kaputt geht. Jetzt wurde ich so langsam aber sicher sauer und merkte dabei gar nicht, wie laut ich wurde. „Was bildest du dir eigentlich ein? Was glaubst du eigentlich, wer du bist?“ Keine Antwort. Ich redete mich immer mehr in Rage. „Ich wird´s dir sagen. Du denkst, du bist Mr Groupieficker höchst persönlich. Du legst eine nach der anderen flach und kommst bei mir mit Liebeserklärungen. Denkst du, dass nehme ich dir ab? Ich bin nicht blöd. Ich weiß ganz genau, dass du nur mit mir spielst. Ich habs solangsam die Nase voll davon , dass meine Gedanken nur von dir bestimmt werden. Lass mich endlich in ruhe“, pfefferte ich ihm noch entgegen und wollte nach oben stürmen, doch er war schneller, packte mich, zog mich an sich und küsste mich schon wieder. Er drängte mich zum Sofa und wir sanken darauf nieder. Wie schaffte er das nur immer wieder. Er stellt einfach den Schalter für meine Vernunft auf off. Wie an jenem abend glitt er mit seiner hand unter mein Top, doch diesmal ließ ich ihn gewähren und gab mich ihm ganz hin. Wir wurden immer leidenschaftlicher und wir hätten diesesmal garantiert miteinander geschlafen, hätte uns da nicht jemand gestört....

~Antony~
Was warn das nur fürn Lärm da unten? Den Stimmen nach zu urteilen, waren das Lee und Katie, die da gerade miteinander stritten. Irgendeiner musste ihnen ma sagen, wie viel Uhr es ist und derjenige war wohl ich. Also quälte ich mich aus dem Bett. Im Flur war ich noch nicht ganz um die Ecke gebogen, als ich auch schon wie erstarrt stehen blieb. Da lagen doch tatsächlich Katie und Lee, die grade noch heftigst miteinander gestritten hatte, auf dem Sofa und Lee war gerade dabei, ihr das Top auszuziehen. „Also, wenn ihr nicht wollt, dass Duncan von eurer Liebelei erfährt, dann solltet ihr euch schleunigst auf eure Zimmer verziehen. Denn wenn der von eurem geschrei wach geworden is und gleich runter kommt, dann möchte ich lieber nicht in eurer Haut stecken“, sagte ich grinsend.

~Lee~
Man, vielen Dank Antony. Das hatte er ja gründlich versaut. Schnell machte sie sich von mir los, warf Antony noch ein „Es gibt keine Liebelei“ an den Kopf und weg war sie. „Klasse Antony. Vielen Dank“ „Sei froh, dass ich es war, der euch gestört hat und nicht Duncan. Denn der hätte dich auseinander genommen. Er is bei dem Kuss ja schon ausgeflippt. Wie lange geht das eigentlich schon so zwischen euch?“ Ant war wie immer überhaupt nicht neugierig. „Kein Kommentar“, sagte ich nur und ging hoch in mein Bett. Mir war einfach nix besseres auf die Schnelle eingefallen, als sie zu küssen, sonst wäre sie weggerannt. Es verletzte mich, dass sie mir nicht glaubte. Gab es für sie und mich überhaupt noch einen Weg?

~Katie~
Nachdem Antony uns gestört hatte, war ich schlagartig wieder in die Wirklichkeit zurück gekehrt. Fluchtartig verließ ich das Wohnzimmer und ging wieder ins Bett. Vorsichtig öffnetet ich die Tür zu Duncan´s Zimmer. Er schlief wie ein Stein. Puh, noch ma Glück gehabt. Ich fragte mich die ganze Zeit, wie Lee das machte, das er mich so in seinen Bann zog, dass ich mich nicht mehr wehren konnte. Hatte er das irgendeinen Trick? So schlecht hatte ich noch nie geschlafen. Um 6 war ich schon wieder wach, ging Duschen, zog mich an und schlich runter in die Küche. Kurz nach mir kam noch jemand runter. Ich betete zu Gott, dass es nicht Lee war. Aber es war nur Antony. „Willst du reden?“, fragte er. „Er hat mir vorgeworfen, dass ich Duncan nur alles recht machen will.“, begann ich auch sofort. „Hat er denn recht?“ „Nein...na ja, ich weiß nich. Irgendwie ja schon. Aber er versteht meine Situation nicht. Ich liebe Lee, glaub mir, dessen bin ich mir bewusst. Aber Duncan ist so unglaublich wichtig für mich geworden und wir verstehen uns so gut. Ich kann das gute Verhältnis zu Duncan doch nicht aufs Spiel setzen, wo ich doch genau weiß, dass Lee es nicht ernst meint“, antwortete ich, „Dabei tue ich das eigentlich schon. Ich lüge ihn schon die ganze Zeit an und er denkt, dass da nichts ist zwischen Lee und mir.“ „Also, erst mal. Bist du sicher, dass Lee es nicht erst meint? Mir ist nämlich aufgefallen, dass er sich verändert hat und jetzt weiß ich ja auch warum. Er war nämlich ganz schön deprimiert. Und was Duncan betrifft: Du hast ihn doch nicht angelogen. Du hast ihm nur n paar Kleinigkeiten nicht gesagt“ „Das ist das selbe, wenn du mich fragst. Außerdem sind das schon keine Kleinigkeiten mehr. Immerhin hätten Lee und ich beinahe miteinander...na ja, du weißt schon. Ich hab Angst, nur ein Groupie für ihn zu sein ,dass er benutzt und danach wegwirft.“, sagte ich. Er konnte darauf nichts mehr erwidern, denn von oben waren Schritte zu hören. Duncan kam runter und blinzelte verschlafen in die Runde. So langsam mussten Cara und Tash auch aufstehen. Schließlich mussten sie sich noch fertig machen, wir wollten noch frühstücken und dann mussten wir ja auch noch n bisschen fahren. Gut, dass das Haus so viele Badezimmer hatte!! Endlich saßen wir alle beim Frühstück inklusive Simon, der sich mittlerweile auch aus den Federn gequält hatte. Doch Cara blieb stehen: „Sollten wir Lee nicht auch wecken?“ Sie war ganz versessen darauf. Schließlich hatten die beiden ja gestern auch geflirtet wie die Wilden und jetzt wollte sie ihn unbedingt noch mal sehen. Ich hingegen konnte gut darauf verzichten. „Ach nö, auf Lee´s schlechte Laune hab ich heut morgen echt kein Bock.“, antwortete ich. „Ja, aber...“, versuchte sie anzusetzen. „Katie hat recht. Lee is n totaler Morgenmufffel. Wenn der nich richtig ausgeschlafen is, dann ist hat er den ganzen Tag schlechte Laune und is zu nix zu gebrauchen.“, unterstützte mich Antony. Ich warf ihm einen dankbaren Blick zu. Widerwillig setzte sie sich. Das passte ihr überhaupt nicht. Nach dem Frühstück mussten wir jedenfalls direkt los und so verabschiedeten wir uns von Antony und Sy, die noch mithalfen, die Koffer ins Auto zu hieven. Pünktlich kamen wir bei unseren Klassenkameraden an, luden die Koffer um und fuhren in die Stadt. Duncan hatte frei und wir konnten auch machen, was wir wollten. Und so erkundeten wir den Rest der Stadt und shoppten noch einmal ausgiebig, bevor wir um 18 Uhr wieder am Bus sein sollten. Wir verabschiedeten uns von Duncan und stiegen ein. Ich musste England schon wieder verlassen und diesmal würde ich es nicht so schnell wiedersehen.

~Lee~
„Verdammt, warum habt ihr mich nicht geweckt?“, schnauze ich Ant und Sy an. Als ich aufwachte war es schon ein Uhr mittags und Katie war natürlich schon weg. „Cara wollte ja, aber Ant und Katie meinten....“, weiter lies ich Simon gar nicht ausreden. „So, so, warum hast du ihr geholfen?“, wendete ich mich drohend an Antony. „Weil sie mir leid tat. Du verstehst ihr Problem überhaupt nicht.“ „Also, ich seh hier kein Problem. Außer dem, dass sie immer nur das tut, was Duncan will“, keifte ich. „Du bist echt ein Idiot. Hat dir das schon mal jemand gesagt? Sie hat Angst, genauso abgestempelt zu werden, wie die anderen mit denen du´s schon getrieben hast, nämlich als Groupie.“, sagte Ant wütend. „Aber wie soll ich ihr das denn klar machen“, meine Gefühle verschwammen von Wut zu Verzweiflung, „Sie vertraut mir doch nicht“.

~Katie~
Ich hatte recht mit meiner Vermutung, dass ich England nicht so schnell wiedersehen würde. Duncan kam so oft her, wie er konnte. Aber immer allein, wofür ich sehr dankbar war. Lee rief regelmäßig an, aber ich drückte ihn immer weg, wenn ich seine Nummer sah. Auch so versuchte ich, so wenig wie möglich über die ganze Sache nachzudenken. Das Jahr war mal wieder rum. In diesem Jahr würde ich 16 werden. Tash und ich wollten unsere Geburtstag groß feiern. Sie hatte zwar eher Geburtstag, als ich, aber wir wollten unbedingt zusammen feiern. Das war alles schon geplant. Das Frühjahr kam und mit ihm auch die Osterferien. Endlich durfte ich wieder nach London. Und nicht nur das. Gemma hatte mich auf ihre Hochzeit eingeladen. Nach so vielen Monaten würde ich Lee dort das erste Mal wiedersehen...

~Lee~
Morgen ist es soweit! Meine Schwester heiratet. Und nicht nur das: Sie hatte sogar Katie eingeladen, die in London war, um Duncan zu besuchen. Dann muss sie mit mir reden. Ob sie will oder nicht! Aber was wird sie tun? Mich abweisen? Ich habe Angst davor. Ich hatte noch nie solche Gefühle für einen Menschen. Was wenn sie mich nicht mehr sehen wollte? Was soll ich dann tun? Einfach...... aufgeben?

~Katie~
Heute war die Hochzeit. Die Trauung sollte gegen Mittag außerhalb von London so richtig romantisch auf einem Schloss sein. Das Schloss war zwar nicht so altmodisch, wie man es Märchen kennt. Es war sehr modern mit Fahrstuhl und allem drum und dran eingerichtet und bietete sehr viel Komfort. Aber trotzdem sollte es eine richtige Traumhochzeit werden! So viel Duncan mir erzählt hatte, hatte Lee Gemma und ihrem Verlobten die Hochzeit spendiert. Ganz schön spendabel! Mir war ganz mulmig, wenn ich daran dachte, dass ich ihn heute wiedersehen würde. Ich betete zu Gott, dass er nicht über uns reden wollte. Anya, Duncan und ich machten uns rechtzeitig auf den Weg, damit wir auch ja nicht zu spät kamen. Anya. Das war Duncan´s Freundin mit der er vor ein paar Jahren schon mal zusammen war. Nun hatten sie sich wiedergetroffen und nun ja wie soll ich´s am besten sagen: Alte Liebe rostet nicht! Die beiden waren schon ein süßes Paar, aber immer, wenn ich die beiden rumknutschen sah, dann musste ich immer wieder an Lee denken. Wir verstanden uns wirklich gut und ich hatte ihr auch von Lee erzählt. Sie verstand mich und ich war froh, dass ich mich ihr anvertraut hatte.

~Lee~
Der Countdown läuft also. Nein, natürlich nicht nur der der Hochzeit. Ich sollte meine Schwester zum Altar führen, darum hatte sie mich gebeten, aber deshalb war ich nicht so aufgeregt. Ich hoffte nur, dass sie endlich mit mir reden würde. Noch 1 Stunde.....

~Katie~
Endlich waren wir angekommen. Ich kann mich nur noch mal wiederholen: Gut, dass das Haus so viele Badezimmer hatte. Duncan war ja noch später fertig, als Anya und ich. Kaum zu glauben, oder? Mein Herz klopfte ganz schön, als wir rein gingen, denn ich wusste, dass er dort irgendwo sein würde. Nur noch ne halbe Stunde bis zur Trauung und von Lee keine Spur. War ja auch klar. Duncan hatte ja erzählt, dass er seine Schwester zum Altar führen würde. Die Gäste nahmen schon alle ihre Plätze ein. Gleich würde es los gehen...

~Lee~
Gemma war ganz schön aufgeregt, schließlich würde sie ja auch gleich ihre große Liebe ehelichen. Dann ging es los. Wir hörten den Hochzeitsmarsch und langsam schritten wir den langen Gang entlang. Die Gäste starrten uns alle an. Kein Wunder! Gemma sah wunderschön aus!! Unauffällig versuchte ich mich umzusehen. Und da erspähte ich Katie auch schon. Sie war da, aber jetzt musste ich ihr noch ausweichen, denn schon allein ihre Anwesenheit machte mich ganz kribbelig und ich hatte Angst, über meine eigenen Füße zu stolpern. Aber nachher auf der Party....Konzentrier dich, Lee!! Die Trauung war wunderschön. Mein Schwesterchen war nun endlich unter der Haube und super glücklich. Alle Gäste begaben sich nun in den Saal wo die Party stattfand. Das Brautpaar wurde beglückwünscht und die Hochzeitstorte wurde angeschnitten. Ich konnte nun endlich, meine Krawatte los werden und mein Hemd etwas aufknöpfen, denn ich hasste es, so eingeengt zu sein. „Och Lee! Was soll das denn? Du sahst so toll aus!“, ertönte die Stimme meiner Schwester da hinter mir. „Du weißt doch, dass ich das nicht mag. Ich hab den Anzug nur dir zuliebe angezogen“, gab ich zurück. „Heut abend werd ich meinen Brautstrauß werfen. Vielleicht fängt ihn deine Süße ja.“, meinte sie neckisch zu mir und schon war sie wieder verschwunden. Ja, meine Süße! Wo war sie eigentlich? Ach da hinten stand sie ja und sie sah so wunderschön aus. Aber leider war sie nicht allein. Sie unterhielt sich mit Anya und meine Schwester kam auch gerade dazu. Ich muss sie unbedingt allein erwischen. Das hieß also, dass ich sie keine Sekunde aus den Augen lassen würde....

~Katie~
Seufz! Die Trauung war so romantisch und Lee sah so......Nein, nein, und nochmals nein! Ich muss ihn endlich vergessen! Aber wie? Immer mehr und mehr wird mir bewusst, wie sehr ich ihn doch eigentlich liebte. Ich muss dagegen ankämpfen. Ich darf das nicht zulassen! Meine Gefühle fuhren Achterbahn! Nach der Trauung vertrieb ich mir die Zeit mit Anya. Ich fühlte Lee´s Blicke, die versuchten, meine Aufmerksamkeit zu erregen, aber ich ging nicht darauf ein. Gegen Abend kam Gemma dann auf die Idee endlich mal ihren Brautstrauß zu werfen. Duncan, Anya und ich standen am Fenster.„Na komm schon Katie. Das wird bestimmt lustig.“, meinte Anya und wollte mich mit sich ziehen. „Ach nö. Du wirst hier die nächste Braut sein“, sagte ich und grinste Duncan von der Seite an, der nur errötete. Sie ging zu den anderen Frauen, die schon sehnsüchtig darauf warteten, endlich die Blumen zu ergattern. Gemma drehte sich mit dem Rücken zu ihnen und warf die Blumen über ihre Schulter. Was war das? Die kamen direkt in meine Richtung!! Um nicht von ihnen erschlagen zu werden, fing ich sie auf. Ich sah auf die Blumen in meinen Händen und dann, als ich den Kopf hob, direkt in Lee´s Augen. Und da kam mir nur ein Gedanke: Nix wie raus hier! „Duncan, kommst du mal bitte?“, dass war Antony. Konnte er Gedanken lesen? „Wehe, du nimmst den Brauch zu ernst, Prinzessin“, sagte Dunc noch lachend, bevor er verschwand. Jetzt konnte ich endlich verschwinden. Ich machte mich so unauffällig wie möglich auf den Weg Richtung Fahrstuhl. Natürlich musste man immer dann auf ihn warten, wenn man keine Zeit hatte. Ah, da kam er ja auch schon und ich stieg schnell ein. Oh no, da kam auch schon Lee. Der hat mir jetzt gerade noch gefehlt! Hoffentlich gingen die Türen noch rechtzeitig zu. Würde er es noch schaffen?

~Lee~
Gemma hatte den Strauß mit Absicht in ihre Richtung geworfen und ich war ihr sehr dankbar dafür. Da ging Katie auch schon Richtung Fahrstuhl. Ich musste mich ziemlich beeilen und konnte gerade noch so hinein schlüpfen. „Ich muss mit dir reden“ „Es gibt nichts, worüber wir reden müssten“, meinte sie nur kühl. Diesmal würde sie nicht weglaufen. Ich hielt den Fahrstuhl an. „Sag mal, spinnst du Lee? Was soll der Mist?“, fauchte sie mich auch direkt an. „Ich wüsste da schon n paar Gesprächsthemen. Zum Beispiel warum du mir ausweichst. Ich meine, wir hätten bald miteinander geschlafen. Und du tust einfach so, als wäre nichts gewesen.“, erwiderte ich wütende. Sie antwortete nicht darauf, sondern drängelte sich an mir vorbei zu den Knöpfen und aktievierte den Knopf zum weiter fahren. Es rumste und der Fahrstuhl blieb wieder stehen. „Na, klasse. Jetzt sitzen wir auch noch hier fest“, sie war sauer, dass war nicht zu überhören. „Schön, dann haben wir ja jetzt Zeit, uns in Ruhe zu unterhalten!“, sagte ich froh......

~Katie~
Na, super! Jetzt sitz ich auch noch mit Lee in diesem bescheuerten Fahrstuhl fest!! Das war echt das Letzte was ich wollte. „Schön, du willst reden? Also gut, dann lass mich endlich in ruhe. Ich will nichts von dir“, erwiderte ich pampig. „Du lügst. Du weißt ganz genau, dass das nicht stimmt.“, sagte er selbstsicher. „Du behauptest also, dass du mich liebst, ja? Und das soll ich dir wirklich glauben? Für wie naiv hältst du mich eigentlich? Du treibst es doch mit allem, was nur annährend nach Frau aussieht.“, gab ich von mir. „Verdammt Katie, ich liebe dich und ich hatte keine andere seitdem ich dich kenne“, sagte er verzweifelt. Doch ich setzte noch eins oben drauf: „Ja, ja, klar doch! Wahrscheinlich ist es ein ganz besonderer Kick, die Schwester seines besten Freundes flach zu legen, was?“ Das hatte gesessen! So verletzend kannte ich mich gar nicht. Schockiert sah er mich an. Eine Träne rann seine Wange hinab. Er weinte und wendete sich von mir ab, lehnte seinen Kopf an die Fahrstuhlwand. Und mir wurde zum ersten Mal bewusst, wie sehr ich ihn jedes Mal verletzt hatte, als ich ihn abgewiesen hatte und das er es wirklich erst gemeint hatte. Jetzt liefen auch bei mir die Tränen. „Lee, ich .....ich liebe dich“, flüsterte ich. Er wischte sich seine Tränen ab, drehte sich um und sah mich ungläubig an. „Sag....das....noch mal“ „Ich liebe dich.“ Wir fielen uns einfach in die Arme. Und das war so schön. Nur wir beide zählten und sonst niemand. Darauf folgte ein langer zärtlicher Kuss! Endlich waren wir zusammen. Zwar noch inoffiziell, aber das würde sich auch bald ändern, denn ich hatte nicht vor, Duncan noch länger anzulügen. Je länger wir warteten, umso wütender würde er werden. „Warte mal, ich hab da noch n paar klitzekleine Bedingungen“, unterbrach ich mittlerweile den 4 oder 5 Kuss. „Ja, was denn?“ fragte er und schaut mich verliebt an. „Erstens: Keine anderen Weiber mehr“ „Akzeptiert“ „Zweitens: Weniger Alkohol“ „Ok, auch akzeptiert“ „Und drittens: Na ja, ich weiß wir hätten beinahe schon miteinander......geschlafen, aber ....ich fühle mich dazu noch nicht bereit. Kannst du das verstehen?“, fragte ich vorsichtig. „Sicher“, erwiderte er lächelnd, „Wir haben alle Zeit der Welt, Süße“. Und schon warne wir wieder in einem Kuss versunken. Der Fahrstuhl steckte immer noch fest. Mittlerweile saßen wir auf dem Boden und genossen einfach nur die Nähe des anderen. „Duncan wird uns den Hals umdrehen“, unterbrach ich die Stille. „Irrtum, Schatz“, sagte er und grinse dabei, „Deinen süßen Hals wird er in Ruhr lassen. Aber für mich wird er sich garantiert jede menge angenehme Todesarten einfallen lassen.“ Nun musste ich auch grinsen: „Ich werde dich retten, denn ich sage es ihm nämlich und zwar allein.“ „Aber das musst du nicht allein machen. Wir sind doch jetzt...“, weiter kam er nicht, denn ich legte ihm meinen Finger auf die Lippen. „Doch, ich muss es allein machen. Sonst steht das nur zwischen ihm und mir. Ich werde mit Anya reden, ob sie Duncan nicht dazu bringen kann, mit ihr shoppen zu gehen. Du weißt ja, je mehr er geshoppt hat, desto bessere Laune hat er auch. Und wenn die beiden dann wieder zurück sind, dann werd ichs Duncan sagen.“, erklärte ich.

~Lee~
Ich konnte es einfach nicht fassen! Wir waren endlich ein Paar! Was für ein Gefühl, sie endlich in den Armen halten zu können. Einfach unbeschreiblich! Ich war zwar dagegen, dass sie es Duncan allein sagt, immerhin bin ich genau so „Schuld“ wie sie, aber irgendwie verstand ich sie auch. Wir saßen mittlerweile schon eine geschlagene Stunde in diesem Aufzug fest, aber das machte mir ganz und gar nichts aus. Wir küssten uns gerade, als wir Stimmen hörten. Ganz klar, dass waren Anya, Simon, Antony und Duncan, die nach uns riefen. Sie wollte gerade etwas rufen, als ich sie wieder küsste und flüsterte: „Lass sie doch einfach weiter suchen“. „Und was sollen wir ihnen sagen, wenn sie fragen, warum wir nicht gerufen haben? Duncan darf auf keinen Fall so von uns erfahren.“, erwiderte Katie. Sie hatte recht. Widerwillig gab ich nach. „Hey Leute! Wir sind stecken mit dem Fahrstuhl fest!“, riefen wir. „Wir holen euch da raus. Rührt euch nicht vom Fleck“, rief Antony von oben. „Ha ha, der war echt witzig Ant. Wir kringeln uns vor lachen“, gab ich genervt nach oben zurück. Eine viertel Stunde später hatte man uns aus dem Aufzug befreit und wir gingen wieder zur Party. Den ganzen Abend über warfen wir uns heimlich verliebte Blicke zu. Alle feierten ausgelassen, aber gegen 2 lichteten sich so langsam die Reihen. Auch Katie, Dunc und Anya waren schon auf dem Weg nach hause. Ich vermisste sie so. Hoffentlich konnten wir uns morgen irgendwie treffen.

~Katie~
Das war n ganz schön langer Tag, aber als ich gegen 3 Uhr ins Bett fiel, da war ich eigentlich noch gar nicht müde. In meinem Bauch wimmelte es nur so von Schmetterlingen. Noch nie war ich so verliebt und hätte es am liebsten die ganze Welt wissen lassen, aber das ging noch nicht. Wie gut, dass ich Anya dazu gebracht hatte, morgen mit Duncan shoppen zu gehen, dachte ich noch, bevor ich endlich einschlief. Gegen Mittag wachte ich wieder auf. Die Sonne schien in mein Zimmer und es war ein herrlicher Tag. Das Donnerwetter kam ja nachher erst noch. Während ich duschen ging und mich anzog, überlegte ich, wie ich am besten anfangen könnte. Langsam rantasten oder es ihm ganz direkt ins Gesicht sagen? Ich entschied mich für das erste: die ne-Freundin-von-mir-hat-n-Problem-Version. Also ging ich runter und fand einen Zettel auf dem Küchentisch: „Guten Morgen, Prinzessin! Wir sind shoppen. Wollten dich nicht wecken, weil du so tief und fest geschlafen hast. Gegen Mittag sind wir wieder da! Küschen! Duncan“ Wie aufs Stichwort wurde da auch schon die Tür aufgeschlossen. Mit unzähligen Tüten beladen, kamen Anya und Duncan in die Küche. Kurze Begrüßung und Anya verschwand direkt nach oben. „Du, Duncan? Können wir reden ?“ „Sicher doch. Schieß los“, sagte er und wir setzten uns an den Küchentisch. Noch mal tief durch atmen....

~Duncan~
Anya wollte heute morgen unbedingt shoppen gehen. Na ja, ich konnte meiner Süßen nichts abschlagen und so quälte ich mich, nach meinem Geschmack, viel zu früh aus den Federn. Katie ließen wir schlafen. Beladen mit nicht gerade wenigen Tüten kamen wir dann wieder zu hause an. Nachdem wir meine Schwester in der Küche getroffen hatte, ging Anya direkt nach oben. Irgendwie komisch. Es hätte auch noch bis nachher Zeit gehabt, die Klamotten nach oben zu befördern. Katie wollte über irgendwas mit mir reden. Also setzten wir uns an den Küchentisch und ich musterte sie aufmerksam. „Also....“, begann sie zögerlich, „ich hab da ne Freundin und die hat sich in den besten Freund ihres Bruders verliebt und ist jetzt auch mit ihm zusammen. Also, ihr Freund warn ganz schöner Aufreißer und das weiß der Bruder meiner Freundin auch. Er weiß noch nichts davon, dass die beiden zusammen sind und sie hat Angst es ihm zu sagen, weil sie genau weiß, wie er reagieren wird. Er hat sich nämlich schon einmal tierisch darüber aufgeregt, als er gesehen hat, wie die beiden sich geküsste haben. Meine Freundin konnte sich nicht länger gegen ihre Gefühle wehren und sie will ihren Bruder nicht weiter anlügen, denn sie liebt ihn wirklich über alles“, endete sie. Da musste ich grinsen. „Man könnte fast meinen, es ginge um Lee und dich. Weißt du noch, wie ich mich damals darüber aufgeregt hab, als ihr euch geküsste habt?“ Warum war sie so ernst und sah mich so ängstlich an? Das konnte doch wohl nicht sein, oder? Nein, nie würde sie... „Sag, dass das nicht wahr ist“, flüsterte ich tonlos. „Doch. Ich liebe ihn.“, antwortete sie nur. Wut stieg in mir hoch. Dieser elende Mistkerl hatte sich doch tatsächlich hinter meinem Rücken an meine kleine Schwester rangemacht. Das wird er noch bereuen. Da kam Anya die Treppe runter. „Anya, du wirst nicht glauben, was Lee mal wieder gemacht hat“, wandte ich mich direkt an sie. Diese warf Katie nur einen unsicheren Blick zu. „Moment mal, was war das da gerade eben? Sag mir nicht, dass du bescheid wusstest?“ Schweigen. „Sie und Antony sind die Einzigen, die..“, aber weiter ließ ich Katie erst gar nicht ausreden. „Antony? Pah! Ich erfahr also als letzter davon.“ Man war ich wütend. Ich schnappt mir meine Jacke und ohne ein weiteres Wort wollte ich das Haus verlassen. Doch Katie war schneller. Sie stand schon vor der Tür und versperrte mir den Weg. „Wo willst du hin?“, fragte sie. „Zu Lee. Ich wird ihm n paar einhauen. Vielleicht fühl ich mich danach besser“, gab ich wütend zurück. „Oh nein, das wirst du nich. Du wirst das hier mit mir ausdiskutieren“, sagte sie resolut und schob mich ins Wohnzimmer zurück.

~Katie~
Mist jetzt kam Anya die Treppe runter. Duncan hatte natürlich den unsichern Blick bemerkt, den sie mir zugeworfen hatte. Natürlich zählte er eins und eins zusammen. So n Mist! Ich wollte sie da nicht mit rein ziehen und auf gar keinen Fall wollte ich ,dass sie die beiden meinetwegen zofften. Anya verschwaand sofort wieder nach oben. Duncan wollte wutentbrannt das Haus verlassen, aber ich konnte ihn grade noch aufhalten und wieder ins Wohnzimmer schieben. „Ich weiß, dass du enttäuscht von mir bist. Und das kann ich auch verstehen. Für mich war das auch alles kein Zuckerschlecken. Ich hab versucht, meine Gefühle zu ignorieren und Lee zu vergessen, aber das habe ich nicht geschafft. Er hat sich verändert. Das hast du doch auch gemerkt, immerhin bist du fast tagtäglich mit ihm unterwegs.“, versuchte ich ihm zu erklären. Sein Blick war so hart. „Ich brauche ihn und ich brauche dich.“ Seine Miene veränderte sich. Sein Blick wurde weich. „Ich ....will dich doch nur beschützen“, sagte er und ich ließ mich von ihm umarmen. „Ich muss meine eigenen Erfahrungen machen. Ich kann mich nicht immer hinter dir verstecken.“ „Ja, ja, die lieben Kleinen! Sie werden so schnell erwachsen“, sagte er grinsend. „Spinner“, erwiderte ich und musste nun ebenfalls grinsen. „Versprichst du mir was“, fragte er plötzlich. „Ja, was denn?“ „Wenn er dir irgendwann mal weh tun sollte, darf ich ihm dann eine rein hauen?“ „Ok“, sagte ich lachen und war froh, dass alles wieder in Ordnung war. Ich hätte nicht gedacht, dass ich ihn so schnell beruhigen könnte. Kurze Zeit später klingelte es an der Tür und ich hatte da so eine Ahnung, wer es sein könnte....

~Lee~
Ich halt das nicht mehr aus. Warum meldete Katie sich nicht? Wahrscheinlich hatte sie es ihm noch gar nicht gesagt, denn sonst wäre Duncan schon längst hier angerauscht. Dann fahr ich jetzt mal hin. Ich muss wissen, was da los ist. Also machte ich mich auf den Weg. Vor Duncan´s Tür angekommen, holte ich noch einmal tief Luft. Meine Finger bewegten sich gerade in Richtung Klingel, als die Tür mit einem Ruck geöffnet wurde. „Komm doch rein, Lee“, sagte Dunc gespielt freundlich. Oh, Oh....

~Duncan~
Es klingelte an der Tür. „Das is bestimmt Lee“, meinte Katie. „Das der sich noch hierher traut!“ „Duncan!“, vernahm ich da Katie´s warnende Stimme. „Schon gut, schon gut! Aber ne kleine Lektion will ich ihm schon noch erteilen. Was is, spielst du mit?“, fragte ich sie. „Ok, aber treibs nicht zu weit, ja“, bat sie mich. Ich öffnete also die Tür und da stand wirklich Lee vor meiner Tür. Ich ließ mir nichts anmerken und bat ihn rein, aber er schaut mich schon so ängstlich an. Die Lektion konnte beginnen....

~Katie~
Es war tatsächlich Lee. Er kam hinter Duncan her ins Wohnzimmer und ich musste seinen Blicken ausweichen, weil ich sonst wahrscheinlich los gelacht hätte. Er wusste ja nicht, was Duncan vorhatte. „Gehst du bitte auf dein Zimmer. Ich will allein mit Lee reden“, sagte Dunc zu mir gewandt und zwinkerte mir zu, was Lee, der hinter Duncan stand, nicht sehen konnte. Ich ging nach oben, aber nur um die Ecke, denn ich war tierisch neugierig, was Duncan genau mit ihm anstellen wollte. Da kam Anya aus dem Schlafzimmer und ich bedeutete ihr, leise zu sein. Gespannt verfolgten wir das Gespräch zwischen den beiden.

~Lee~
Als Katie nach oben verschwunden war, ging Duncan langsam um mich rum. „So, so ,so“, sagte er dabei, „mich wundert es wirklich, dass du dich noch hierher traust!“ „Duncan, ich weiß, dass du sauer bist, aber....“, fing ich an, aber er ließ mich überhaupt nicht ausreden. „Nein Lee. Ich bin nicht sauer! Ich koche vor Wut!“, bei jedem Wort erhob er mehr und mehr seine Stimme, „Schließlich hast du dich hinter meinem Rücken an meine Schwester ran gemacht“. Jetzt kam er bedrohlich auf mich zu. Ich kannte Duncan jetzt schon sehr lange, aber ich hatte noch nie bemerkt, wie angsteinflößend er sein konnte. Und ich muss zugeben, dass ich ganz schön schiss hatte. Langsam wich ich vor ihm zurück. Eigentlich hatte ich ja sonst immer ne große Klappe, aber in diesem Fall war es besser, sie zu halten, um Duncan nicht noch mehr aufzuregen. Ich stand jetzt mit dem Rücke zur Wand und er kam immer näher. „Nur damit du´s weißt Lee. Ich werde das nur Katie zu liebe akzeptieren“, sprachs und drehte sich von mir weg. Auf einmal hörte man von oben Gelächter und Duncan grinste auch? Hatte ich hier irgendwas nicht mitgekriegt?

~Katie~
Anya und ich konnten uns einfach nicht mehr zurück halten und prusteten los. Die Jungs hörten das natürlich. Wir gingen die Treppe und runter und immer noch lachend sagte ich zu Lee: „Du hättest mal dein Gesicht sehen sollen. Das war wirklich zu komisch.“ „Soll das heißen, ihr habt mich die ganze Zeit verarscht?“, fragte Lee säuerlich. „Es stimmt ich war sauer“, antwortete da Duncan, „aber ich werde versuchen, eure Beziehung zu akzeptieren. Außerdem hat Katie mir noch was versprochen.“ „Was denn?“ fragte Lee und sah mich neugierig an. „Na ja, eigentlich wollte ich vorhin direkt zu dir, um dir eine rein zu hauen, aber das darf ich nun erst, wenn du ihr weh tust.“, endete Duncan. Empört sah mich Lee an. „Hey Schatz, jetzt guck doch nicht so. Du brauchst dir da gar keine Sorgen zu machen, dass wird doch eh nicht passieren“. Er nickte lächeln und küsste mich.

Die Zeit verging mal wieder viel zu schnell. Duncan und Lee verstanden sich von Tag zu Tag wieder besser, worüber ich sehr glücklich war. Nur eins störte mich, dass sie sich in allem, was mich betraf, immer einig waren. Sie gaben einander immer recht und ich musste so manches mal einen Schreikrampf unter drücken. Zwischen Lee und mir lief alles super und meine dritte klitzekleine Bedingungen hatten wir mittlerweile auch schon aufgehoben. Mittlerweile war ich 17 und der Abi – Countdown hatte begonnen. Noch ein Jahr, dann hatte ich mein Abi in der Tasche und würde nach England ziehen. Wie sehr ich mich doch darauf freute. Ich war so glücklich wie noch nie in meinem Leben. Doch dann erfuhr ich etwas, dass mir den Boden unter den Füßen wegzog.....

~Katie´s Mom~
“Ja, natürlich ich werde sofort alles organisieren und es ihr sagen.“, sagte ich noch in den Hörer, bevor ich auflegte. Oh mein Gott, dass würde Katie nie verkraften, wenn er....nein, daran durfte ich gar nicht denken. Ich durfte keine Zeit verlieren.....

~Katie~
Man, was war ich gestern sauer gewesen. Lee meldete sich nicht. Er ging einfach nicht an sein Handy. Das selbe Spielchen bei Duncan, Antony und Simon. Na gut, dann könnt ihr mich halt mal... Aber jetzt war schon ein Tag vergangen und keiner von ihnen hatte sich gemeldet. Das sah Lee und Duncan ganz und gar nicht ähnlich. Mit beiden telefonierte ich mindestens zwei mal am Tag. Ich machte mir so langsam echt Sorgen! „Katie jetzt hör endlich auf, dir Sorgen zu machen. Sie hatten bestimmt gestern viel zu tun und sind dann abends auf Sauf-Tour gegangen.“, hörte ich Tash sagen. „Dann werden sie aber was zu hören kriegen. Da kannst du Gift drauf nehmen“, antwortete ich. Mittlerweile war schon die 2. große Pause und ich hatte allen vieren schon n paar mal auf die Mailbox gequatscht. „Sag ma,“, unterbrach uns Cara, „ist das nicht da hinten deine Mum?“ Tatsächlich, dass war sie und sie kam direkt auf uns zu. Doch da stimmte irgendwas nicht, dass sah ich sofort an ihrem Gesichtsausdruck. Sie ließ mich gar nicht erst anfangen zu reden, sondern legte direkt los: „Katie, hör mir einfach nur zu, denn wir haben nicht viel Zeit. Die Jungs hatten einen Autounfall.“ Was ist mit ihnen? Geht es ihnen gut?“, Panik stieg in mir hoch. Sie fuhr fort: „Lee und Simon haben nur Prellungen und Schürfwunden und Antony hat sich den Arm gebrochen. Duncan....“ „Was ist mit ihm? Jetzt sag schon!!” „Duncan hat es am schlimmsten von allen erwischt. Sie mussten ihm beide Nieren entfernen. Es haben sich schon alle testen lassen, aber keiner kommt als Spender in Frage“, endete sie. Tränen rannen über meine Wangen, nur langsam realisierte ich, was sie da gerade gesagt hatte. Tash wollte mich in den Arm nehmen, aber ich wollte das nicht. Ich konnte diese Nähe jetzt einfach nicht ertragen. Der nächste Gedanke, der mich überkam war „Ich muss nach London“ und diesen sprach ich auch sogleich aus. Zum Glück hatte meine Mum schon alles organisiert. Sofort machten wir uns auf den Weg. Cara und Tash wollten unserem Lehrer die Situation schildern. Die Zugfahrt verging so elend langsam. Es kam mir vor, als wären Jahre vergangen, als ich endlich im Flieger nach London saß. Am liebsten hätte ich meinen Kopf einfach ausgeschaltet. Was war, wenn ich zu spät kam? Wenn er schon...? Eins stand für mich fest: Ich würde nicht allein hier bleiben....

~Fiona~
Gut, dass Katie so schnell kommen kann. Sie ist unsere letzte Hoffnung!! Ja, nach Ewigkeiten, so kam es mir vor, war der Flieger endlich gelandet. Kurze Zeit später sah ich sie auch schon auf mich zukommen und wir machten uns sofort auf den Weg ins Krankenhaus. Ich machte mir solche Sorgen um Duncan. Aber er war stark. Er musste einfach durchhalten!! Nie würde ich es ertragen können, mein einzigstes Kind zu verlieren!!

~Katie~
Endlich war ich in London. Unter normalen Umständen hätte ich mich tierisch gefreut, aber so... Nix wie raus aus dem Flieger, meine Koffer holen und schnell Fiona suchen, die mich nämlich abholen wollte. Da stand sie ja auch und wie blass sie aussah. Kein Wunder! Ihr einzigster Sohn lag im Krankenhaus und brauchte dringend eine Niere und sie konnte ihm nicht helfen, obwohl sie seine Mutter war. Das musste ganz schön hart für sie sein. Aber was würde ich tun, wenn ich nicht als Spenderin in frage kam? Diesen Gedanken schob ich ganz schnell wieder beiseite. So schnell wie irgend möglich fuhren wir sofort ins Krankenhaus. Da kam Lee mir auch schon entgegen und schluchzend fiel ich ihm in die Arme. Ich war so froh, dass er halbwegs ok war. Aber er sah ziemlich mitgenommen aus. Simon und Antony auch. Alle hatten die Nacht im Krankenhaus verbracht. Da kam auch schon ein Arzt auf uns zu der mich ansprach: „ Sind sie die Schwester von Mr. James?“ „Ja, wie geht es ihm? Kann ich zu ihm?“, wollte ich wissen. „Ich muss sie bitten, sich erst testen zu lassen, danach können sie zu ihm“, erwiderte dieser. „Ja, natürlich“, sagte ich und ging mit dem Arzt mit. Er führte mich in einen Untersuchungsraum, wo schon eine Schwester auf mich wartete. „Wann werden sie die Ergebnisse haben?“, fragte ich sie, während sie mir Blut abnahm. „In 2 bis 3 Stunden“, antwortete sie. Mein Gott, dass war ja eine Ewigkeit!!! „So, sie können jetzt zu ihrem Bruder.“ Schnellstens verließ ich den Raum und ging zügig zu Duncan´s Krankenzimmer. Ich atmete noch einmal tief durch und öffnete vorsichtig die Tür. Was ich sah, ließ mir wieder die Tränen in die Augen treten. Er war an so viele Apparate angeschlossen und wurde beatmet. Duncan war so blass und Anya saß einfach neben ihm, hielt seine Hand und sprach mit ihm. Man merkt erst, wie sehr man jemanden braucht, wenn man drauf und dran ist, ihn zu verlieren. Das hatte ich schon sehr früh gelernt. Ich kannte diese Gefühl der Leere und der Einsamkeit. Mein Großvater war gestorben, als ich grad mal vier Jahre alt war. Alle dachten damals, dass ich noch zu klein gewesen wäre, um das alles mit zukriegen, aber dem war nicht so. Er hatte Krebs. Er is gestorben und hatte mich einfach allein gelassen. Langsam ging ich auf ihn zu und setzte mich an die andere Seite seines Bettes. Erst jetzt bemerkte sie mich. „Hast du dich schon...“, fragte sie und sah mich mit verweinten Augen an. „Ja, gerade eben. Das Ergebnis haben wir in 2- 3 Stunden.“, antwortet ich. „Wenn Duncan stirbt, dann...“, begann sie. „Hör auf, so was darfst du nich mal denken. Er wird leben!!!“, wir durften ihn einfach nicht aufgeben. Anya und ich saßen einfach nur da, weinten lautlos vor uns hin. 3 elend lange Stunden. Dann kam der Arzt endlich gefolgt von Fiona. Was würde er sagen?

~Duncan~
Was warn denn das für Stimmen? Irgendwie konnte ich das nicht so richtig einordnen. Warum war ich ohnmächtig und doch so weit weg? Und wer waren verdammt noch mal diese Stimmen? „Haben sie die Ergebnisse?“, fragte da jemand mit zittriger Stimme. Das war Katie? Warum war sie hier? „Ja, wir haben die Ergebnis und glücklicherweise sind sie als Spenderin geeignet. Sie haben exakt die gleiche Blutgruppe und können ihrem Bruder eine Niere spenden. Wir können sofort anfangen. Ich lasse den OP gerade vorbereiten.“ Was sagte der da? Sie sollte mir eine Niere spenden? Das konnte ich nicht zulassen. Sie war noch so jung. Komm schon, Duncan!! Reiß dich gefälligst zusammen und wach endlich auf!!!!

~Katie~
Ich war so was von erleichtert, dass konnte sich wirklich keiner vorstellen!! Ich kam als Spenderin in frage und Duncan würde wieder gesund werden. Dann plötzlich ein leises Stöhnen. Er kam zu sich. Der Arzt entfernte das Beatmungsgerät. „Nein“, nuschelte er leise, aber es war deutlich zu verstehen. „Was meinst du damit?“ „Ich....will...nicht....das...du...das...tust.“, gab er schwach zurück. „Mr. James, seien sie vernünftig. Sie haben eine wirklich sehr seltene Blutgruppe und ihre Schwester ist wahrscheinlich die einzigste, die ihnen helfen kann“, redete der Arzt auf ihn ein. „Ich will es nicht“, wiederholte er. „Aber warum nicht?“, fragte ich weinend der Verzweiflung nahe. „Wenn bei der OP etwas schief geht oder du mal einen Unfall haben solltest und du hast nur eine Niere.....das könnte ich mir nie verzeihen“, antwortete er. „Aber du weiß ganz genau, was passieren wird, oder etwas nicht“, am liebsten hätte ich laut geschrien. Wie konnte man nur so verdammt stur sein??? „Ja, ich werde sterben“, ich war überrascht, mit welcher ruhe er diesen Satz aussprach. „Du kannst mich doch nicht einfach so alleine lassen“, ich konnte einfach glauben, was da gerade passierte. Sanft wischte er mit seiner Hand meine Tränen weg und ich hielt sie fest. „Du bist nich allein. Du hast Lee, deine Eltern, Tash, Cara....“ „Du verstehst mich nich“, presste ich unter Tränen hervor, „Ich werde nicht ohne dich hier bleiben. Du bist der erste Mensch nach meinem Großvater, der mich versteht und immer...immer für mich da ist. Ich will nich wieder das gleich durch machen, wie damals. Ich will nie wieder so zurück gelassen werden und diesen Schmerz durch machen müssen. Das verkrafte ich nicht noch ein zweites mal. Wenn du nicht mehr da bist, macht mein Leben keinen Sinn mehr.“ Sekundenlang sahen wir uns einfach nur in die Augen. Bitte lass dir doch helfen, dachte ich. Er weinte, dass hatte ich bei ihm noch nie. „Ich hab dich lieb, Prinzessin“ und ich verstand, was er damit sagen wollte. „Wir sind soweit“, sagte ich an den Arzt gewandt. Ich drückte noch ein letztes Mal seine Hand, bevor der Arzt mich aus dem Raum geleitete. „Passen sie gut auf sie auf, doc“, rief Duncan uns hinterher. „Machen sie sich keine Sorgen! Es wird alles gut verlaufen“, sagte der Arzt und schloss die Tür. Sogleich stürmten Ant, Sy und Lee herbei. „Was ist? Bist du geeignet?“, bestürmten sie mich direkt mit ihren Fragen. „Ja, es geht direkt los“, und man konnte förmlich die Steine hören, die ihnen vom Herz gefallen waren, „Lee, kommst mit?“, wandte ich mich direkt an ihn. „Aber natürlich, Süße!“, antwortete er und der Arzt führte uns zu einem Zimmer, wo ich mich in meinen Krankenhausdress schmeißen sollte. Danach krabbelte ich direkt ins Bett und Lee war die ganze Zeit bei mir. Ich hatte keine Angst vor der OP. Jedenfalls nicht um mich. Kurze Zeit später kam der Arzt mit Unterlagen wieder, die ich unterschreiben sollte. Hastig unterschrieb ich alles notwendige. Der Arzt rief die Schwestern, die die Narkosespritze setzen und mich in den OP bringen sollten. Lee ging die ganze Zeit neben mir her und hielt meine Hand. Vor dem OP sagte die Schwester dann: „Sie müssen leider hier warten, Mr. Ryan“. „Ich liebe dich, Süße“, rief er mir noch hinter her bevor die Tür zu fiel. Ich wurde immer müder. Die grünen Kacheln im OP nahm ich nur noch verschwommen war, dann war ich eingeschlafen....

~Lee~
Hoffentlich geht alles gut! Sie müssen es einfach schaffen! Das war alles, woran ich denken konnte. Der Gedanke daran, dass bei der OP etwas schief gehen könnte, macht mich ganz krank. Katie und ich waren doch gerade erst mal etwas über ein herrlich schönes Jahr zusammen. Und Duncan war wie ein Bruder für mich. Noch nie in meinem Leben hatte ich so viel Angst. Oh, gott! Wie lange dauerte das denn? Seit einer Ewigkeit warteten wir jetzt schon hier. Gab es vielleicht Komplikationen? Wir alle waren mit unseren Nerven total am Ende. Dann endlich tat sich was... Endlich, da kam der Arzt, der sich direkt an Fiona wandte. Bitte, bitte lass alles gut gegangen sein!!! „Ihr Sohn hat die Operation sehr gut überstanden. Wenn sein Körper das Organ in den nächsten Stunden nicht abstößt, dann hat er das gröbste hinter sich“, sagte der Arzt direkt zu Fiona. „Und Katie?“, fragte ich hastig dazwischen. „Ihre Freundin ist wirklich eine sehr außergewöhnliche junge Frau mit einem starken Willen. Auch sie hat den Eingriff gut überstanden und wird keine Probleme haben, mit einer Niere zu leben. Beide werden gleich wieder auf ihr Zimmer gebracht. Wir dachten, dass es besser wäre, beide auf ein Zimmer zu legen.“, sagte er an mich gewandt. Ich atmete hörbar aus. Alles würde gut werden. „Kann...kann ich sie sehen?“, fragte ich auch sogleich. „Heute nicht mehr. Gehen sie jetzt alle erst mal nach hause und ruhen sich aus. Falls irgendetwas sein sollte, werden wir sie selbstverständlich benachrichtigen.“ Wir mussten uns dem wohl fügen, denn wir konnten eh nichts tun und Katie und Duncan würden noch eine ganze Weile schlafen. Und so fuhren wir alle nach hause. Als ich endlich in meinem Bett lag, merkte ich erst wie müde ich war und ich konnte mich nicht mehr gegen die Aufkeimende Müdigkeit wehren. Gleich morgen würde ich wieder zum Krankenhaus fahren. Das war mein letzter Gedanke, bevor ich in einen tiefen und festen Schlaf fiel.

~Katie~
Ich hatte jegliches Zeitgefühl verloren. Keine Ahnung wie spät es war oder wie lange ich geschlafen hatte. Seit ner ganzen Zeit war ich jetzt schon wach, aber ich kniff verbissen die Augen zusammen und presste die Lippen aufeinander. Was würde passieren, wenn ich sie öffnen würde? Ja, dann würde sie kommen. Die Realität vor der ich mich so sehr fürchtete. Die Antwort darauf, wie mein Leben weiter gehen würde. Eine ganze Weile lag ich schon so da, als sich plötzlich leise die Zimmertür öffnete. Wahrscheinlich nur eine Schwester, dachte ich, denn niemand sagte zunächst nichts. „Hey Schatz! Du bist ja schon wach“, vernahm ich da eine vertraute Stimme. „Lee?“, fragte ich, die Augen geschlossen haltend. „Ja, ich bins. Warum machst du deine Augen denn nicht auf?“, fragte er zurück. „Ich hab Angst“, antwortete ich. „Brauchst du aber nicht zu haben. Guck mal, wer da rechts neben dir liegt, Süße!“ Langsam öffnete ich meine Augen und sah in seine Augen. Er nickte mir aufmunternd zu. Ich drehte meinen Kopf nach rechts. „Duncan! Er lebt!“, war das einzigste was ich sagen konnte und mir traten wieder die Tränen in die Augen. „Ja, was hast du denn gedacht“, Duncan war gerade in diesem Moment aufgewacht und hatte meine Stimme gehört. „Ich hatte solche Angst“ „Ich weiß. Ich auch. Ich hab dich lieb, Prinzessin.“, sagte er. Ich war so glücklich das er das sagte, denn ich hätte nicht gedacht, noch einmal seine Stimme zu hören. Alles würde wieder gut werden, daran konnte ich jetzt wieder glauben.

~Lee~
Gleich als ich aufwachte, machte ich mich auf dem schnellsten Weg ins Krankenhaus. Es war mittlerweile schon elf Uhr und ich ärgerte mich tierisch, denn so lange wollte ich eigentlich gar nicht schlafen. Als ich das Krankenzimmer betrat, sah ich sofort, dass sie schon wach war, denn niemand kniff so fest die Augen oder presste die Lippen zusammen im Schlaf. So gleich sprach ich sie an. Als sie dann auch sah, dass nichts schief gegangen war, konnte man förmlich den Stein hören, der ihr vom Herzen gefallen war. Mittlerweile waren nun auch Anya und Fiona eingetroffen. Beide waren sehr erleichtert zu sehen, dass es Duncan und Katie den Umständen entsprechend gut ging. Doch noch.....

~Katie~
....Ganze 4 Wochen mussten wir beide im Krankenhaus verbringen. Der Arzt hatte uns beiden nahe gelegt, nach dem Krankenhausaufenthalt in eine Reha-Klinik zu gehen, damit wir uns noch richtig erholen könnten. Ich lehnte ab, denn ich wollte so schnell wie möglich den versäumten Abi-Stoff aufholen. Natürlich wäre ich gerne noch in England geblieben, aber wenn ich noch länger dageblieben wäre, hätte ich den versäumten Stoff überhaupt nicht mehr nachholen können und mein Umzug nach London hätte sich um eine weiteres Jahr verschoben. Das wollte ich auf keinen Fall und so musste ich schweren Herzens Abschied nehmen. Duncan hatte zunächst auch den Reha-Aufenthalt abgelehnt, aber nach dem wir ihn alle Tag für Tag zugetextet hatten, entschloss er sich, doch zur Rehe zu fahren (O-Ton Duncan: „Das mach ich nur, damit ihr mich nicht weiter nervt!“). Er wollte aber erst dorthin, wenn er sicher war, dass ich gut zuhause angekommen war. Schon einen Tag nach unserer Entlassung ging mein Flieger zurück nach Deutschland. Da standen wir nun im Flughafen und mein Flieger wurde gerade zum ersten mal aufgerufen. Wir mussten uns so langsam verabschieden. Ich verabschiedete mich zunächst von Antony und Simon. Fiona und Anya konnten vor lauter Schluchzer gar nichts sagen, aber ich verstand sie. Dann nahm mich Lee in seine Arme und wieder mal wurde mir bewusst wie sehr ich ihn doch eigentlich liebte. Nach einem langen Kuss lösten wir uns voneinander. Es blieb jetzt nur noch einer übrig, von dem ich mich nun verabschieden musste...

~Duncan~
Wir standen alle am Flughafen. Katie musste wieder nach hause. Sie war gerade dabei, sich von allen zu verabschieden. Wie sollte ich ihr bloß sagen, wie dankbar und wie wichtig sie mir war? Ich glaube, dafür gibt es schon gar keine Worte mehr. Ohne zu zögern hatte sie mir eine ihrer Nieren gespendet. Es hätte auch alles schief gehen können. Ich merkte, dass mich jemand anstarrte. Ich war so in meinen Gedanken versunken, dass ich gar nicht gemerkt hatte, dass ich jetzt an der Reihe war. „Katie, ich....“, wollte ich anfangen, doch sie unterbrach mich: „Sag nichts, ok? Halt mich einfach nur fest.“ Mittlerweile war ihr Flug nun schon zum dritten mal aufgerufen worden und die musste nun endgültig gehen. Katie sah mich besorgt an: „Bitte tu was die Ärzte dir sagen, ja? Versprich mir das bitte“ „Versprochen“, sagte ich lächelnd, „und du siehst zu, dass du dein Abi packst.“ Sie nickte nur. „Du musst gehen. Pass auf dich auf, Prinzessin“ „Du auch“, sagte sie, umarmte mich noch einmal kurz und verschwand in Richtung Flieger. Nun war sie weg und für mich hieß es auch morgen: Auf zur Reha!!

~Katie~
Nun saß ich wieder im Flieger nach hause. Bald würde London mein Zuhause sein. Im Grunde genommen war es das ja jetzt schon. Jetzt musste ich mich aber ranhalten, damit ich mein Abi auch ganz sicher packte. Das hieß büffeln, büffeln, büffeln! Und was soll ich sagen, es hatte sich gelohnt. Ich bestand mein Abi mit Bestnote und einen Studienplatz in London hatte ich auch. Duncan war inzwischen auch wieder ganz gesund. Er musste zwar täglich Medikamente nehmen und das sein Leben lang, aber ich finde, dass war ein kleiner Preis, den er zahlen musste. Es hätte auch anders ausgehen können.... Nun war die Zeit gekommen. Endlich würde ich nach London ziehen. Lee wollte, dass ich zu ihm ziehe, aber dafür war ich einfach nicht bereit. Noch nicht.... Unsere Abi-fete war gleichzeitig auch eine Abschlussfeier für mich. Ich konnte allen Aufwiedersehen sagen, denn so schnell würde ich nicht mehr nach Deutschland kommen. Das Studium würde mich ganz schön in Anspruch nehmen. Der Tag des Abschieds rückte immer näher. Ich fand es so süß von Lee und Duncan, dass sie extra mit dem Auto von London her kommen wollten, denn so konnte ich eine ganze Menge mehr mitnehmen, als mit dem Flieger. Tja und nun standen wir draußen, kurz vor der Abfahrt. Das Auto war wirklich voll gestopft bis zum geht nicht mehr. Viele Tränen flossen, bis wir endlich fahren konnten. Es war doch nicht so einfach, wie ich es mir vorgestellt hatte, aber es war ja kein Abschied für immer und London war ja auch nicht aus der Welt. Trotzdem war ich in einer traurigen Stimmung. Aber das verging wieder, als wir in London eintrafen. Mich überkam dieses Gefühl von Freiheit und Geborgenheit. Vieles hatte sich in den letzten Jahren in meinem Leben verändert, wobei natürlich das positive überwiegte. Ich kann gar keine Wort dafür finden, wie unsagbar glücklich ich mich fühlte, eine Familie zu haben, die immer hinter mir stand, einen Freund zu haben, der mich über alles liebte und meinen Bruder gefunden zu haben, der neben Lee, die wichtigste Person in meinem Leben war. Für mich begann nun ein neuer Lebensabschnitt, dass spürte ich ganz deutlich. Die Zeit meines Lebens war noch lange nicht vorbei! Im Gegenteil! Sie hatte gerade erst angefangen.......


~2 Jahre später~
Seit 2 Jahren lebte ich nun schon in London und nicht einen Tag davon bereute ich. Mein Studium lief super und in den nächsten Semesterferien wollte ich zu Lee ziehen. Duncan war zwar traurig, aber er verstand das. Es war Mai und ich war ausgelastet mit arbeit, aber das machte mir riesigen Spaß. Das hieß allerdings auch, dass ich wenig Zeit für Lee hatte. Anya war mittlerweile ausgezogen, nachdem Duncan und sie sich getrennt hatten. Beide hatten sich immer häufiger gestritten, wegen der Presse, die nicht nur Duncan, sondern auch Anya immer wieder Affären anhängte. Liebe war zwischen beiden zwar noch da, aber das Vertrauen fehlte. Nach der Uni machte ich mich gleich ans Lernen. Ich wollte fertig sein, wenn die Jungs nachher von ihrer Promo-Tour hier ankamen. Ich hatte zwar heute noch nicht mit Lee gesprochen, aber ich ging davon aus, dass er mit hier her kommen würde. Wie sehr ich mich da getäuscht hatte!! Gegen 20 Uhr hörte ich von unten Geräuschen. Endlich waren sie da! Ich klappte hastig meine Bücher zu und eilte nach unten, wo ich auch ziemlich schnell wieder zum stehen kam. Da stand nur Duncan mit seinen Koffern. „Na, heut keine Begrüßung, Prinzessin?“, fragte er fröhlich. „Aber sicher doch“, sagte ich und wir umarmten uns. „Wo hast du denn Lee gelassen?“ „Der wollte direkt nach hause. War total fertig und wollte direkt in die Federn.“, antwortete Duncan und hievte seine Koffer nach oben in sein Zimmer. Na toll, ich hatte mich schon so auf ihn gefreut. Wir hatten uns jetzt schon eine Ewigkeit nicht mehr gesehen und er hatte nix besseres zu tun, als pennen zu gehen. Ich verstand ja, dass das sehr an den Kräften zerrte, aber in diesem Moment war ich einfach nur wütend. Oft genug waren wir ausgegangen, obwohl ich von der Uni und der Lernerei total geschafft war. Sauer stapfte ich zum Telefon und wählte seine Handy Nummer. Aber da ging nur die Mailbox ran. Super, wenn der Herr meint, das ich noch mal anrufen, dann hat er sich aber geschnitten. Soll er sich doch melden.....

~Duncan~
Home, sweet Home!! Ja, zuhause war es doch am immer am schönsten. Die Promo-Tour hatte zwar Spaß gemacht, aber war auch ganz schön anstrengend gewesen. Nun freute ich mich erst mal, wieder zu hause zu sein. Es ist schön, nach hause zu kommen und es wartet dort jemand auf dich. Seit einiger Zeit war mit Anya schluss und ich war zwangsweise wieder Single. Wie liebten uns zwar noch, aber da wir kein Vertrauen zueinander hatten, funktionierte es mit uns einfach nicht mehr. So hatten wir beschlossen, dass es besser wäre, wenn wir uns trennen würden. Meine ganze Energie steckte ich nun in meine Arbeit und die Jungs und Katie versuchten immer, mich so gut es ging abzulenken. Nun war ich endlich wieder daheim und freute mich auf Katie. Kurz nachdem ich das Haus betreten hatte, hörte ich sie auch schon runter kommen. Ziemlich irritiert stand sie nun vor mir und sah mich an, bevor sie mich umarmte. „Wo hast du denn Lee gelassen?“, fragte sie auch sogleich. Ja, ja, die beiden waren unzertrennlich geworden. Lee liebte sie wirklich über alles und würde ihr nie wehtun. Bald würden sie sogar zusammen ziehen. „Der wollte direkt nach hause. War total fertig und wollte direkt in die Federn.“, antwortete ich knapp und machte mich daran, meine Koffer nach oben zu schaffen. Oh, oh, da war aber jemand ganz schön wütend auf Lee! Und das würde sich garantiert gleich noch steigern, denn sie ging zum Telefon, um seine Nummer zu wählen. Was sie nicht wusste, war, dass Lee vorhin extra sein Handy ausgeschaltet hatte. Er wollte heute nicht mit hierher kommen, obwohl er sie sehr vermisst hatte. Aber er hatte morgen in aller Frühe noch einige Sachen zu erledigen und er wollte sich nicht bei ihr verplappern. Auch mich hatte er um still schweigen gebeten. Ihm war das wirklich furchtbar wichtig und ich dachte an unser Gespräch zurück, dass wir erst vor einer Woche geführt hatte. Ich wollte ihm die Sache echt nicht versauen, nur deshalb hatte ich mich grad mit einer kleinen Notlüge aus der Affäre gezogen. Katie war jetzt zwar wütend, aber das würde sich spätestens morgen wieder ändern.....

~Lee~
Wie sehr ich meine Süße doch vermisste, konnte sich echt keiner vorstellen. Aber der Abstand von ihr gab mir nun auch die Möglichkeit, unsere Beziehung objektiv zu beurteilen. Ich hatte mich wirklich sehr verändert. Ich war wild und für alle der „Bad Boy“ von Blue gewesen, der rein gar nichts anbrennen ließ und jede ins Bett kriegte. Und was hatte sie aus mir gemacht? Ein Schoßhündchen!! Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal so anhänglich und sensibel seine würde. Aber ich war froh über diese Veränderung. Sie ist mein Halt und ich bin so tierisch glücklich, dass ich sie habe. Niemals werde ich sie los lassen und ich bin mir ganz sicher, dass wir füreinander bestimmt sind, den Rest unseres Lebens miteinander zu verbringen. In mir reifte ein Plan und von Tag zu Tag wurde ich mir immer sicherer. Aber zuerst wollte ich noch mit Duncan darüber reden. Eines Abends klopfte ich an seine Zimmertür. „Herein“, kam es von drinnen. Ich trat ein und fand Duncan vor seinem Laptop sitzen vor. „Hast du kurz Zeit? Ich würd gern was mit dir besprechen.“, fragte ich. „Klar“, er klappte seinen Laptop zu, „dann schieß mal los.“ Als ich ihm alles erzählt hatte, fragte ich ihn was er davon hält. „Ich würd mich natürlich für euch freuen. Du weißt, dass ich damals am liebsten sonst was mit dir gemacht hätte, aber ich habe gesehen, dass du dich verändert hast und du tust ihr gut. Das ist die Hauptsache. Ich will nur, dass sie glücklich ist.“ Puh, war ich erleichtert, als Duncan, dass sagte. Ich bat ihn, ihr nichts zu verraten und ging wieder zurück in mein Zimmer. Gott sei dank verging die Zeit recht schnell, weil wir, wie immer irre viel zu tun hatten. Wir hetzten von einem Auftritt zum nächsten Interview und so weiter. Endlich war der Tag gekommen, an dem wir wieder zurück fliegen sollten. Obwohl ich meine Süße so sehr vermisst hatte, wollte ich nicht mit zu Duncan fahren, denn am nächsten Morgen wollte ich alles vorbereiten und außerdem hatte ich Angst, mich zu verplappern. Ich schaltet also mit Absicht mein Handy aus und bat Duncan noch einmal, nichts zu verraten. Ich war ja jetzt schon total aufgeregt, was sollte das bloß morgen erst geben? Würde ich da überhaupt einen Ton raus bekommen? Morgen abend würde sich zeigen, ob sie, wie ich, der Ansicht war, dass wir eine gemeinsame Zukunft hatten.....

~Katie~
Sauer und ziemlich frustriert ging ich hoch in mein Zimmer und warf mich auf mein Bett. Was war, wenn er eine andere hatte, wenn er mich betrogen hatte? Und er deshalb nicht mit hierher gekommen war und sein Handy abgestellt hatte. Dieser Gedanke ließ mich los. Plötzlich wurde schwungvoll die Zimmertür geöffnet und riss mich aus meinen Gedanken. „Abendessen ist fertig“, sagte Duncan. Ich stand auf und folgte ihm runter in die Küche. Irgendwie hatte ich überhaupt keinen Hunger und Duncan merkte das, denn ich stocherte nur gedankenverloren in meinen Spaghettis herum, was mir gar nicht ähnlich sah, denn eigentlich war das mein Lieblingsessen. „Keinen Hunger?“, fragte er und musterte mich dabei aufmerksam. „Er hat ne andere, oder?“, fragte ich ihn direkt ins Gesicht, „bitte, sei ehrlich zu mir.“ „So n Blödsinn!! Du machst dir wirklich zu viele Gedanken. Lee hat pausenlos von dir gesprochen und an dich gedacht. Er war einfach nur hundemüde und wär bald umgefallen. Das ist alles. Außerdem würde ich sonst nicht mehr hier sitzen.“, antwortet er. „Wieso?“, fragte ich verdutzt nach. „Weil sie mich garantiert schon eingebuchtet hätten“, meinte er grinsend, „aber die Klatschblätter hätten da garantiert ihren Spaß dran.“ Jetzt musste ich grinsen, denn ich erinnerte mich wieder an das Versprechen. Schlagartig kam mein Appetit wieder und ich merkte, dass ich ganz schön hungrig war. Nachdem wir gegessen hatten, wollte Duncan den Tisch abräumen. „Lass nur, ich mach das schon. Geh du mal schön ins Bett. Sonst fällst du mir nachher noch vor Müdigkeit um.“, wies ich ihn an. „Danke, Prinzessin. Schlaf schön“, erwiderte er müde, gab mir einen Schmatzer auf die Wange und verschwand mit einem gähnen aus der Küche. Ich räumte die Teller und das Besteck noch schnell in die Geschirrspülmaschine und ging dann auch nach oben, um mich bettfertig zu machen. Als ich dann endlich in meinem Bett lag, kam ich zu dem Schluss, dass ich überreagiert hatte und ich war froh, ihn nicht erreicht zu haben, denn ich hätte ihn mit absoluter Sicherheit ganz schön zur Schnecke gemacht. Er liebt mich. Warum zweifelte ich daran? Außerdem würde ich bald zu ihm ziehen und wir beide freuten uns schon so darauf. Bevor ich einschlief, nahm ich mir noch vor, ihn morgen nachmittag zu besuchen.

~Lee~
Am nächsten Morgen war ich schon früh aus den Federn. Es gab schließlich noch viel zu organisieren. Aber erst mal musste ich duschen und brauchte nen starken Kaffee. Fragt mich bitte nich, wie ich das alles geschafft habe!! Auf jeden Fall waren Antony, Simon, Duncan und Gemma mir eine große Hilfe. Ant, Duncan und Si kümmerten sich um das romantische Abendessen mit hunderten von Kerzen mitten im Hyde Park. Dieser Abend sollte etwas ganz besonderes werden. Für uns beide. Gemma half mir bei dem Kleid, dass sie heute abend tragen sollte. Sie zog sie an und ich begutachtete es. „Lee, jetzt entscheid dich doch endlich mal! Das ist bestimmt schon das zwanzigste Kleid, dass ich anhabe.“, stöhnte sie. Was würdest du denn nehmen?“ „Das dunkelblaue von vorhin“, antwortete mein Schwesterchen. Ich beschloss also, mich auf ihren weiblichen Instinkt zu verlassen, und das Blaue zu nehmen. Danach gings direkt in das teuerste Juweliergeschäft, dass ich kannte. Was für ne Auswahl! Auch hier beriet mich Gemma, denn Katie und sie hatten den gleichen Geschmack, was Schmuck betraf. Das war auch erledigt und nun musste ich nur noch die Limousine organisieren. Für mich sollte das kein Problem sein. Schnell ging ich zu mir nach hause, tätigte den Anruf, um die Limousine zu bestellen. Der Fahrer wollte um 16 Uhr bei mir sein, um das Kleid abzuholen und es ihr anschließend zu bringen. Nun war es kurz nach zwei und ich konnte erst mal verschnaufen. Ach ja, mein Anzug! Das hätte ich ja beinahe vergessen!! Oh man, wie ich Anzüge hasse. Aber was tut man nicht alles für die Liebe?!?! Nur noch ein paar Stunden, dann würde ich ihr die alles entscheidende Frage stellen......

~Katie~
Als ich morgens wach wurde, merkte ich, dass mir etwas fehlte: Lee! Wie sehr hatte ich mich doch daran gewöhnt, neben ihm aufzuwachen. Heut war Freitag. Nur noch heut die Uni überstehen und das ganze Wochenende gehörte uns. Aber erst mal musste ich die Uni überstehen. Notgedrungen stand ich auf und schleppte mich ins Bad unter die Dusche. Danach fühlte ich mich schon sehr viel besser. Ich mache mich fertig, packte meine Unterlagen zusammen und schlich die Treppe runter. Duncan schlief ja schließlich noch. Die Stunden wollten und wollten einfach nicht vergehen. Ich hörte gar nicht richtig hin. Endlich war die Uni vorbei, der Haken war nur, dass ich noch ein bisschen was lernen musste, denn bald standen die nächsten Klausuren an und ich musste anfangen, den ganzen Stoff zu wiederholen. Ich beschloss also, zuerst nach hause zu gehen, um zu lernen und mich dann nachmittags auf den Weg zu meinem Schatz zu machen. Zu hause angekommen fand ich einen Zettel auf dem Küchentisch: „Hi Prinzessin! Ich musste was erledigen. Weiß nich, wann ich wieder zurück bin. Mach dir keine Sorgen! Hab dich lieb. Duncan“. Komisch, sonst sagte er doch immer, was er vorhatte. Na ja, er wird’s mir schon erzählen. Ich begab mich in mein Zimmer und fing direkt an, zu lernen. Jetzt war es schon halb fünf und ich war immer noch nicht mit dem Stoff durch. Klausur hin oder her, ich konnte mich einfach nicht mehr konzentrieren. Schließlich klappte ich die Bücher zu, ging runter und wollte Duncan gerade einen Zettel schreiben, dass ich bei Lee sei, als es an der Tür klingelte. Ich öffnete und vor mir stand ein Herr mittleren Alters. „Katharina König?“, fragte er. „Ja“, antwortete ich verdutzt. Mit den Worten: „ Ich werde sie heute abend um neun Uhr abholen.“, drückte er mir ein Kleid in die Hand und ging doch tatsächlich zu einer Limousine, die da direkt vor dem Haus stand und fuhr weg. Überrumpelt stand ich immer noch in der Tür. Was war das denn jetzt? Er würde mich um neun abholen? Dann starrte ich auf das wunderschöne Kleid in meiner Hand und entdeckte einen Brief. Ich schloss die Tür und legte das Kleid über den Wohnzimmer Tisch und ließ mich auf die Couch plumpsen. Hastig öffnete ich den Brief, doch da stand nur: „Ich erwarte dich!“ Moment mal, die Handschrift kam mir irgendwie bekannt vor. Das war doch die von Lee!! Was hatte er bloß vor??

~Duncan~
Oh je, ausschlafen war wohl heute mal wieder nicht angesagt. Lee hatte uns eingespannt, ihm bei seiner Überraschung für Katie zu helfen. Ant, Si und ich sollten uns um das Essen kümmern und natürlich um die Kerzen. Um neun Uhr musste ich schon wieder aufstehen, denn um 10 wollte ich mich mit Ant und Si vor dem teuersten Restaurant Londons treffen. Punkt 10 Uhr traf ich dann auch dort ein. Wir gingen hinein und wandten uns direkt an einen der Kellner, der uns mit hochgezogenen Brauen ansah. Klar, Piekfeiner Schuppen = piekfeine Klamotten. Und wir sahen alles andere als piekfein aus. Jeans und T- Shirts konnte man wohl kaum als Abendgarderobe bezeichnen. Die Jungs und ich trugen dem Ober unser Anliegen vor. Doch dieser rümpfte nur die Nase und verschwand mit den Worten: „Ich muss das erst mit meiner Vorgesetzten besprechen“. Kurze Zeit später kam er wieder. Im Schlepptau hatte er eine äußerst reizende junge Frau. Das konnte doch wohl unmöglich seine Chefin sein. „Guten Tag, meine Herren! Ich bin die Besitzerin dieses Restaurants. Was kann ich für sie tun?“ Man oh man! Die war echt heiß! Zum wiederholten Male, erklärten wir, was wir vorhatten. „Nun ja, dass gehört eigentlich nicht zu unserem Service, Mr. James.“, meinte sie. Ich setzte meinen Dackelblick auf. Vielleicht half der ja auch bei ihr. Tatsächlich, sie lächelte. „Aber nun gut“, sagte sie, „Ich werde mal eine Ausnahme machen. Aber meine Leute werden die Sachen nicht wieder aus dem Hyde Park abholen. Herbringen müssen sie sie schon selbst.“ „Das ist kein Problem“, erwiderte ich hastig, „vielen Dank.“ Damit sie mich im Notfall erreichen konnte, gab ich ihr noch meine Handynummer. Wir verließen das Restaurant, aber meine Gedanken wanderten zurück zu dieser unglaublichen Frau. Ich war gerade dabei, mich auf bestem Wege Hals über Kopf in sie zu verlieben.

~Antony~
Ich glaube, Lee wäre ausgeflippt, wenn wir das mit dem Essen nicht hingekriegt hätten. Duncan´s Charme war wirklich unglaublich. Mit seinem berühmt berüchtigten Dackelblick hatte er die Besitzerin einfach um seinen Finger gewickelt. Jetzt mussten nur noch die Kerzen her. „Dunc, da vorne müssen wir doch rechts rum, oder?“, fragte ich, doch er reagierte überhaupt nicht. „Duncan?“ Wieder keine Antwort. Ich betrachtete ihn genauer und sah an seinem verzückten Blick, dass er überhaupt nicht anwesend war. Gerade rechtzeitig konnte ich Duncan noch aus der Reichweite einer, immer näher kommenden, Straßenlaterne ziehen. Verwirrt blickte er mich an. Si und ich konnten uns nicht mehr halten vor lachen. Ob die hübsche Restaurantbesitzerin sich auch noch von ihm um den Finger wickeln lassen würde, wenn er ein rampuniertes Gesicht hätte? Diese Vorstellung war wirklich zu komisch. Ja, das war dann wohl der nächste Verliebte in der Band. Lee war ja schon schlimm genug. Katie hier, Katie da.... Aber wir freuten uns für die beiden. Katie und Lee hatten es wirklich verdient, glücklich zu sein. Jetzt durfte heute abend nur nichts schief gehen.....

~Lee~
Um 16 Uhr stand dann der Chauffeur vor meiner Tür. Ich gab ihm die weiteren Instruktionen und das Kleid und er verschwand wieder. Eigentlich war alles soweit. Die Zeit musste nur noch vergehen und ich nur noch duschen und in meinen Anzug schlüpfen. Mit Duncan hatte ich auch schon gesprochen. Das Essen und die Kerzen waren organisiert. Perfekt! Was sollte also noch schief gehen??

~Katie~
In dem Brief stand, dass er mich erwartete und noch dazu hatte er mir dieses wunderschöne Kleid geschickt. Mein tierisch schlechtes Gewissen meldete sich gerade wieder. Wie konnte ich das nur von ihm denken? Das er mich betrügen würde? Warum sein Handy ausgeschaltet war, konnte ich mir nun auch zusammenreimen. Er hätte sich garantiert verplappert. Mist! Erst zwanzig vor fünf!! Wie sollte ich das bloß überstehen? An der Versuchen, mich abzulenken, scheiterte ich kläglich. Schließlich war es sieben Uhr und ich beschloss, mir noch ein ausgiebiges Bad zu gönnen, bevor ich in das Kleid schlüpfte. Dabei konnte ich mich noch so richtig entspannen. Anschließend richtete ich mich her: Kleid, Haare und etwas Make-up. Ich war gerade fertig geworden, als es an der Tür klingelte. Ich öffnete und dort stand wieder der Chauffeur. Was anderes konnte er gar nicht sein, bei der Limousine!!! „Guten Abend! Sie sehen bezaubernd aus“, sagte er. „Danke schön“, erwiderte ich lächelnd. Er geleitete mich zur Limousine, doch bevor er mich einsteigen ließ, verband er mir die Augen. Unterwegs löcherte ich den Fahrer mit Fragen, aber aus ihm war kein Wort heraus zu kriegen. Nach einer Weile hielt er an, stieg aus und half mir ebenfalls beim aussteigen. Durch meine verbundenen Augen hatte ich überhaupt keine Orientierung und musste mich wohl oder übel auf den Fahrer verlassen, der mich führt. Plötzlich blieb er stehen und ich konnte hören, dass er sich von mir entfernte. Da stand ich nun mit verbundenen Augen, völlig ahnungslos, was als nächstes passieren würde. Keine 5 Minuten später näherten sich wieder Schritte. Jemand schlang sanft seine Arme um mich und ich spürte einen Atem auf meiner Haut. Das konnte nur einer sein.......

~Lee~
Endlich war es soweit!! Ich steckte in meinem Anzug und machte mich auf zum Hyde Park. Dort angekommen, sah ich auch schon Duncan, Si und Ant die gerade dabei waren, sämtliche Kerzen anzuzünden. „Boah Lee, dafür schuldest du uns aber was“, schnaufte Antony, als er mich kommen sah und hielt sich dabei den Rücken. Ich ging gar nicht darauf ein. „Alles fertig?“ erkundigte ich mich nervös. „Wie du siehst“, erwiderte Simon, deutete auf den gedeckten Tisch und zündete die letzte Kerze an. Nervös knetete ich meine Hände. „Hey Alter, jetzt komm mal wieder runter! Sie wird dir um den Hals fallen, dir sagen, dass sie dich liebt und ja sagen“, versuchte mich Antony zu beruhigen. „Am besten wir gehen erst ma n Stück von hier weg und sprechen leiser. Sie soll uns ja schließlich nicht hören“, mischte sich Duncan ein. Wir entfernten uns einige Meter und das nicht zu früh, denn in einiger Entfernung konnte ich Katie schon sehen. „Also, dann viel Glück und vermassle es nicht. Wir bleiben in der Nähe“, sagte Duncan. „Wie? Ihr bleibt in der Nähe?“, fragte ich irritiert nach. „Na, du hast bestimmt nachher was besseres vor, als hier aufzuräumen, oder?“ „Und außerdem will Duncan sich an die hübsche Restaurantbesitzerin ranmachen“, grinste Antony und sah Duncan mit einem neckischen Blick von der Seite an. Dieser errötete nur und sagte nichts dazu. „Na dann....Viel Glück, Dunc!, sagte ich und klopfte ihm auf die Schulter, bevor ich in Richtung meiner Süßen verschwand, um sie endlich von ihrer Augenbinde zu erlösen. Ich schlich mich von hinten an sie ran,schlang meine Arme um ihren Körper und küsste ihren Hals. „Hey Schatz, wann erlöst du mich endlich? Willst du, dass ich vor Neugier sterbe?“ „Nein, erwiderte ich lachend, „das kann ich nicht verantworten.“ Ich löste die Augenbinde. „Wow“, war ihr Kommentar, als sie ihre Augen öffnete. „Gefällt es dir?“, fragte ich sie lächelnd. „Da fragst du noch?“, sie drehte sich zu mir um und küsste mich. Ich wusste, dass diese Frau die Richtige für mich war. Nur, sah sie das genauso???

~Katie~
Als Lee endlich die Augenbinde löste, konnte ich nicht glauben, was ich da sah: ein romantisches Abendessen in mitten von hunderten Kerzen. Wow!! Ich war echt überwältigt! Dafür hatte sich mein Süßer aber jetzt erst mal einen Kuss verdient. Anschließend führte er mich, ganz Gentlemen-like, zu Tisch. Das Essen schmeckte köstlich. Danach stand Lee plötzlich auf, nahm mich an der Hand und zog mich vom Tisch weg. Er nahm meine andere Hand und sah mich ernst an. Was kam denn jetzt? Eine Liebeserklärung?

~Lee~
Jetzt stand ich vor ihr und sah sie ernst an. Noch nie in meinem Leben hat mir jemand so viel bedeutet, wie sie. „Katharina, wir kennen uns jetzt schon so lange und besonders am Anfang hatten wir es wirklich nicht einfach.“ „Lee, ich....“ „Nein“, unterbrach ich sie, „Hör mir bitte erst zu. Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal so lieben könnte. Wer weiß, was ohne dich aus mir geworden wäre. Du warst und bist immer für mich da. Deine Liebe und deine Nähe helfen mir, nicht den Boden unter den Füßen zu verlieren. Manchmal frage ich mich, was ich ohne dich machen würde. Keine weiß besser als du, dass ich nicht perfekt bin. Aber ich hab mich durch dich zum positiven verändert. Diese Veränderung hast ganz allein du bewirkt und der Gedanke daran, dass ich eines Morgens auf wachen könnte und du bist nicht da.... verfolgt und quält mich. Ich mag gar nicht daran denken, dass ich dich verlieren könnte. Ich liebe dich über alles und will dich nicht verlieren und deshalb will ich dich fragen“, ich holte noch einmal tief Luft, bevor ich die alles entscheidende Frage stellte: „Willst du meine Frau werden?“ Gespannt sah ich sie an. Schweigen....Warum sagte sie denn nichts? Eine Träne lief ihre Wange hinunter. So langsam aber sicher bekam ich Panik! Ich liebte sie über alles, aber würde ich es verkraften, wenn sie `nein´ sagen würde? Könnte ich ihr das verzeihen? Das schwirrte mir, während der Minuten des Schweigens durch den Kopf. Dann endlich durchbrach sie die Stille: „Lee, bitte steh auf....“

~Duncan~
Nachdem Antony das mit dieser schönen Restaurantbesitzerin ausgeplaudert hatte, klopfte mir Lee auf die Schulter und verschwand in Richtung meiner Schwester. Da wir uns ja hier aufhalten wollten, dachte ich das wir ein bisschen im Hyde Park rumlaufen könnten, um Lee und Katie etwas Privatsphäre zu gönnen. Aber da hatte ich wohl falsch gedacht. Denn als ich mich zu Ant und Si umdrehte, standen die beiden doch tatsächlich hinter einem Baum und beobachteten die Szene. „Ant? Si? Könnt ihr euch mal los reißen?“, sprach ich die beiden an. „Och Duncan! Jetzt haben wir uns den ganzen Tag so abgerackert. Nun möchte ich auch wissen, ob sie ja sagt.“, bettelten die beiden mit Hundeaugen. Ich seufzte. Ich wusste wann ich verloren hatte und so beobachtete auch ich neugierig, was sich da vor unseren Augen abspielte. Die beiden bemerkten uns gar nicht und das war auch gut so. Auch das Essen scheinte ihnen zu schmecken. Dann stand Lee plötzlich auf und zog Katie vom Tisch weg. Von unserer Position aus hatten wir nicht nur einen guten Ausblick, sondern konnten auch alles hören, was die beiden sagten. Unglaublich, welche Worte Lee fand. Sie hatte ihn wirklich komplett umgekrempelt. Hätte mir jemand vor ein paar Jahren gesagt, dass Lee mal meine Schwester heiraten würde, ich hätte ihn für verrückt erklärt. Aber erst mal musste sie schließlich noch ja sagen. Lee hatte gerade, die wahrscheinlich wichtigste, Frage seines Lebens gestellt, aber....sie antwortete nicht. Warum? Katie liebte ihn doch über alles. Ließ sie Lee einfach nur zappeln oder.....war sie sich etwa nicht sicher, ob sie Lee wirklich heiraten sollte? Dann... „Lee, bitte steh auf...“ Oh, oh, wenn das mal gut ging....

~Katie~
Ich war wirklich so dermaßen gerührt, dass ich keinen Ton hervor brachte und eine Träne lief meine Wange hinab. Wow! Mit einem Antrag hätte ich nun wirklich nicht gerechnet. Ich meine, wir waren doch noch so jung und ich hätte nicht gedacht, dass er schon wieder eine Veränderung will, immerhin würden wir bald zusammen ziehen. Aber es schien ihm ernst zu sein, dass verrieten mir seine Augen. Ich muss zugeben, dass ich auch schon mal daran gedacht hatte, wie es wäre, wenn wir heiraten würden, aber ich hatte den Gedanken schnell wieder verworfen. Wir hatten noch so viel Zeit und Job und Uni nahmen uns voll in Anspruch. Es blieb kaum mal Gelegenheit, einfach mal durch zu atmen. Aber wir lieben uns, mehr als jemals zuvor und schließlich musste es darauf hinaus laufen, denn sonst hätten wir gar nicht zusammen kommen dürfen. Und so stand meine Antwort fest... „Lee, bitte steh auf...“

~Lee~
Gleich würde sie mir eröffnen, dass sie mich nicht heiraten wollte. Wie ich es geschafft hatte aufzustehen, weiß ich gar nicht mehr, denn meine Knie hatten unglaublich gezittert. Mir blieb die Luft weg. Was würde passieren? „Lee....ich liebe dich. Ich hoffe das weißt du?!.......Und jetzt zu deiner Frage: Ja, ich will deine Frau werden.“, sie fiel mir um den Hals und schlagartig verflogen alle meine Sorgen und meine Ängste. Ich erwiderte einfach nur ihre Umarmung. Wir lösten uns von einander und küssten uns endlich bzw. wollten wir das eigentlich, denn da hörten wir auf einmal Jubelrufe. So viel zu „Wir bleiben in der Nähe“!! Die Jungs hatten uns die ganze Zeit belauscht. Irritiert sah Katie mich an. „Na kommt schon endlich raus“, rief ich den Jungs zu. Mit zerknirschten Gesichtsausdrücken kamen sie hinter einem Baum hervor. „Sorry Lee, wir wollten wirklich...“, begann Si, doch ich würgte ihn mit einem „Schon ok“ ab. Die Jungs gesellten sich zu uns. Duncan nahm zuerst mal Katie in den Arm. „Ähm Lee...? Hast du nicht eine klitzekleine Kleinigkeit vergessen?“ Verständnislos sah ich ihn an. Was meinte er bloß?

~Duncan~
Puh, ich war mir in den paar Sekunden, in denen sie gezögert hatte, wirklich nicht sicher gewesen, was sie sagen würde. Als sie dann endlich ja gesagt hatte, entwischten uns ein paar Jubelrufe. „Pssst, sie hören uns noch“, mahnte ich. Doch schon zu spät. „Na kommt schon endlich raus“, ertönte es da. Wir traten hinter dem Baum hervor. Simon wollte sich entschuldigen, aber Lee unterbrach ihn direkt. Er war viel zu glücklich, um auf uns sauer zu sein. Ich nahm erst mal meine Schwesterchen in die Arme und dabei viel mir etwas auf. Lee war manchmal echt ein Schussel! Er hatte doch tatsächlich den Ring vergessen. Ich versuchte, ihn darauf aufmerksam zu machen, aber er verstand nur Bahnhof und sah mich verständnislos an. Ich nahm ihre Hand und hielt sie ihm hin. Lee schlug sich mit der Hand an die Stirn. Endlich war der Groschen gefallen! Er holte den Ring raus und steckte ihr ihn an. „So und nun verschwindet und vergnügt euch“, wies Ant die beiden augenzwinkernd an. „Ja, das wäre geschafft. Nun müssen wir nur noch Duncy zu seinem Glück verhelfen“, neckte mich Simon. „Si....Ant...“, knurrte ich. Die beiden hielten sich die Bäuche vor lachen. Wahrscheinlich dachten sie mal wieder an die blöde Straßenlaterne. Die Dinger standen einem doch eh immer im Weg. „Was meinen die beiden denn?“, fragte Katie und sah mich neugierig an. „Erzähl ich dir n andermal Prinzessin. Und jetzt macht euch noch einen schönen Abend.“, verabschiedete ich Lee und Katie. Während die beiden verschwanden, erholten sich Ant und Si so langsam wieder von ihrem Lachanfall. Wir luden die Sachen ins Auto und fuhren zum Restaurant. Schon kam die unglaublich attraktive Restaurantbesitzerin mit 2 ihrer Angestellten heraus. Dabei fiel mir auf, dass ich ihren Namen noch gar nicht kannte. Das musste sich doch irgendwie herausfinden lassen. Ich ließ Ant und Si mit den 2 Angestellten das Auto ausladen, während ich mich mit ihr unterhielt. „War alles zu ihrer Zufriedenheit“, fragte sie lächelnd. „Es war hervorragend“, war alles, was ich sagen konnte, denn ihr Lächeln hatte mich total verzaubert. „Das freut mich“, antwortete sie. Stumm blieben wir beieinander stehen. „Na Duncy? Hast sie schon nach nem Date gefragt?“, schallte es da von Ant zu uns rüber. Oh, mein Gott!! Wie peinlich! Am liebsten wäre ich im Boden versunken. Verlegen sah sie mich an: „Du wolltest mich also nach einem Date fragen?“ Sie war zum Du übergegangen. „Na ja, ja eigentlich schon. Aber zuerst wollte ich dich nach deinem Namen fragen.“, antwortete ich. „Ich heiße Linda. Und ja. Ich würde gern mit dir ausgehen.“ Jetzt konnte ich nur noch grinsen. Bevor die Jungs und ich wieder abdüsten, gab sie mir noch ihre Telefonnummer mit den Worten: „Ruf mich einfach an“. Dabei lächelte sie wieder so süß. Nun musste ich Ant wirklich dankbar sein, denn allein hätte ich das wahrscheinlich nicht auf die Reihe gekriegt. Nach diesem langen Tag fiel ich kurze Zeit später in mein Bett und träumte von Linda.

~Antony~
Wenn Duncan uns schon das Auto allein ausladen lässt, könnte er wenigstens langsam mal in die Pötte kommen und sie endlich nach einem Date fragen. Aber so, wie die Beiden da standen und sich an schwiegen, würde das in 100 Jahren nichts geben. Und so beschloss ich, zu handeln. Das war zwar peinlich für ihn und er würde mich umbringen, wenn es nicht klappte, aber warum auch nicht? Ich meine Duncan könnte wirklich jede haben. Sein Charme und seine Art, mit Menschen umzugehen, verzauberten jede Frau. Jedenfalls hatte ich Erfolg. Nun kannte er ihren Namen und hatte ihre Nummer. Duncan sagte während der Fahrt nichts mehr, sondern grinste nur vor sich hin. Als er mich zuhause abgesetzt hatte, sah ich ihm hinterher, wie er weg fuhr. Ich konnte nichts anderes tun, als mir dabei selbst auf die Schulter zu klopfen. Gut gemacht, Ant!!!

~Lee~
Ich Schussel hatte doch tatsächlich den Ring vergessen! Unglaublich oder? Aber das holte ich ganz schnell nach. Dann wollte uns Ant ganz schnell los werden, wahrscheinlich wollten er uns Si jetzt Duncan bei seinem „Projekt“ helfen, dachte ich gerade, als Si auch schon „Nun müssen wir nur noch Duncy zu seinem Glück verhelfen“ hinzufügte. Dieser war über den Spruch gar nicht glücklich und knurrte nur warnend die Namen der Beiden. Natürlich ließen wir uns Ant´s Aufforderung nicht zweimal sagen und verabschiedeten uns von den Dreien. „Sag mal, was meinte Si eigentlich damit?“, fragte mich meine Süße, als wir auf dem Weg zum Auto waren. „Dein Brüderchen hat sich verguckt in die Besitzerin des Restaurants, dass das Essen geliefert hat.“, antwortete ich ihr. „Hat er schon ihre Nummer?“ „Nein, ich glaube nicht, aber das wird sich bestimmt noch ändern.“ In der Zwischenzeit waren wir beim Auto angekommen und waren schon auf dem Weg zu mir nach hause. Nein, ich meinte natürlich: zu uns nach hause. Dort angekommen machten wir uns auf dem schnellsten Weg ins Schlafzimmer. Diese Nacht gehörte nur uns ganz allein.......

~Duncan~
Man, was hatte ich schön geträumt und jetzt waren meine Gedanken schon wieder bei ihr? Ich lag in meinem Bett und dachte nach. Ob ich sie heute schon anrufen sollte? Oh, erst 10 Uhr vormittags. Dann warte ich lieber noch ein bisschen. Vielleicht schläft sie noch. Immerhin liege ich ja auch noch im Bett? Da klingelte mein Handy. Ich warf einen Blick auf das Display: Katie. „Hi Prinzessin! Gut geschlafen?“ „Guten Morgen. Aber klar doch. Wer würde neben Lee nicht gut schlafen?“ „Ich würde bestimmt nicht mit dir tauschen wollen. Da könnte ich mir was besseres vorstellen.“ „Scherzkeks! Ich kann mir auch schon denken was“, kam es von ihr aus dem Hörer. „Von was sprichst du?“, hakte ich neugierig nach. „Was ich dich fragen wollte“, lenkte sie ab, „Kommst du nachher zu uns zum Essen? So gegen eins? Ant und Si kommen auch.“ „Aber sicher. Bis dann“, verabschiedete ich mich und legte auf. Ich streckte mich und musste gähnen.....bis eins war ja noch ein bisschen Zeit.....

~Katie~
Eng an Lee gekuschelt, wachte ich am nächsten Morgen auf. Meine Hand strich über seinen Oberkörper hinunter zu seinem Buch, wo sie verharrte. „Na Schatz? Süß geträumt?“ „Ja, nach der Nacht“, grinste ich und sah in seine Augen. Seine Antwort war ein leidenschaftlicher Kuss. „Mir kommt da gerade ne Idee. Was hältst du davon ,wenn wir die Jungs heut Mittag zu uns zum essen einladen?“ „Gute Idee“, meinte Lee, „als Dankeschön, dass ich sie gestern so eingespannt hab.“ „Ok, dann ruf ich die Jungs gleich mal an“, freute ich mich schon und griff zu meinem Handy. Alle drei sagten auch sofort zu. „Hm, dann müssen wir jetzt aber so langsam aufstehen“ „Warum?“, fragte Lee und gähnte, „es ist doch erst viertel nach zehn“. „Na ja“, begann ich und schälte mich aus der Decke und versuchte, aufzustehen, „immerhin müssen wir noch duschen, anziehen, einkaufen und.....“, weiter kam ich nicht, denn Lee zog mich wieder zurück ins Bett und bedeckte mich mit küssen. Dem konnte ich nicht widerstehen: „Na ja vielleicht haben wir ja doch noch eine bisschen Zeit.....“

~Duncan~
Um kurz vor eins traf ich Si und Ant vor Lee´s und Katie´s Tür. „Na Duncy? Konntest du überhaupt schlafen? Oder hast du die ganze Nacht von Linda geträumt?“, grinste mich Ant an. Ich hasste es, wenn er mich „Duncy“ nannte. Das machte er nur, wenn er mich ärgern wollte. Ich ging gar nicht darauf ein: „Ich hab bestens geschlafen. Danke.“ Si betätigte die Schelle, aber nichts rührte sich. „Lass mich mal“, sagte Ant, drängelte sich an Simon vorbei und klingelte Sturm. Wenige Sekunden vergingen, bevor uns ein ziemlich verschlafener Lee die Tür öffnete. „Heiße Nacht gehabt, was?“, neckte ihn Ant. „Kommt rein“, antwortete er und fuhr sich verlegen durch die verstrubbelten Haare. Da kam auch schon Katie, ebenfalls verschlafen, aus dem Schlafzimmer. „Das is alles seine Schuld“, sie deutete auf Lee, „er hat mich nicht aufstehen lassen“. Lee grinste nun: „Na komm schon Schatz! Da gehören doch immer zwei zu und dir hats doch auch gefallen. Oder etwa nich?“ „Ah, Lee erspar uns bitte die Einzelheiten“, bat ihn Si. „Dann lasst uns Pizza bestellen. Is mir eh lieber. Wir wissen ja alle, dass eine ganz bestimmte Person in diesem Raum nicht kochen kann“, meinte ich mit einem vielsagenden Blick auf Lee. „Ja, ja schon gut.“, murrte dieser nun, „wie stehts eigentlich mit deinem Projekt?“ „Bestens“, gab ich zurück. „Sie heißt Linda und er hat ihre Nummer. Aber natürlich musste ich ihm erst helfen. Sonst wär das ja in hundert Jahren nix geworden“, plapperte Ant sofort drauf los. „Ant...“, begann ich, doch dieser ließ sich nicht beirren und plauderte, auf Lee s Nachfrage, munter alles aus. „Hast du sie schon angerufen?“, wollte Katie wissen. „Noch nicht“, seufzte ich, „Ich bin mir nicht sicher, ob ich heute schon anrufen soll.“ „Klar“, dass war wieder Ant, „je früher, desto besser. Oder soll ich das wieder für dich übernehmen?“ „Kommt ja überhaupt nicht in die Tüte! Damit du mich noch mehr blamiertst, was? Nee nee, dann mach ich das lieber selbst?“ „Na worauf wartest du dann noch? Ruf an!“, gespannt sahen mich die vier an. Mir blieb wohl keine andere Wahl. Also wählte ich ihre Nummer. Linda nahm auch prompt ab und ich lud sie zum Essen und ins Kino ein. „Was doch gar nich so schwer“, meinte Ant augenzwinkernd. Nachdem die Pizzen dann bestellt waren, endlich geliefert wurden und wir aßen, drehte sich alles wieder um Katie, Lee und ihre Hochzeit. „Habt ihr schon über einen Termin nach gedacht?“, fragte Si. „So bald wie möglich. Sonst entwischt sie mir nachher doch noch.....“, antwortete Lee.

~1 Jahr später~

~Lee~
„So bald wie möglich“ war leichter gesagt als getan. Wir hatten irre viel zu tun und so mussten wir uns noch ein ganzes Jahr gedulden, bis es endlich soweit war und wir ja sagen würden. Und in diesem einen Jahr war wieder mal viel passiert. Katie war zu mir gezogen und Duncan war eine ganze Zeit mit Linda ausgegangen, bis sie dann schließlich ein Paar wurden. Die beiden waren super glücklich miteinander. Nun war es soweit! Der große Tag war gekommen! Ich war so was von aufgeregt. Schließlich heiratete man ja nicht jeden Tag. Duncan stand mir bei, denn er war mein Trauzeuge. So gut es ging, versuchte er, mich zu beruhigen, was ihm aber nicht so wirklich gelang. In einer schönen Kirche außerhalb Londons fand die Zeremonie statt. Nie werde ich den Augenblick vergessen, in dem sie in ihrem wunderschönen weißen Kleid auf mich zu schritt und mich zum glücklichsten Mann auf der ganzen Welt machte. Ich liebe sie einfach über alles und werde sie niemals wieder los lassen!!!

~Duncan~
Heute endlich würden Katie und Lee heiraten. Wer hätte das gedacht? Lee und heiraten? Und das auch noch meine Schwester!! Sie hatten auch lange genug darauf gewartet, denn immer war etwas dazwischen gekommen. Lee war tierisch aufgeregt. Meine Versuche, ihn abzulenken, scheiterten kläglich. Na ja, ich konnte es ihm nicht verübeln. Ich dachte an meiner Linda. Sie war Katie s Trauzeugin und gerade bei ihr. Schon lange spürte ich, dass Linda die Richtige für mich war, mit der ich mein Leben verbringen wollte. Bei der Trauung warf ich ihr einen verliebten Blick zu, den sie erwiderte. Ob sie das selbe dachte, wie ich?

~Katie~
Endlich durfte ich mich Mrs. Ryan nennen. Nachdem so viel los war, hatten wir es endlich geschafft, zu heiraten. Lee hatte viel mit Blue zu tun gehabt und Duncan und Linda hatten zueinander gefunden. Es war schön meinen Bruder so glücklich zu sehen. Linda tat ihm einfach gut. Alles war so, wie ich es mir immer gewünscht hatte. Die Menschen, die ich liebte waren glücklich und alles war einfach nur perfekt. Meine Gedanken schweiften in die Zukunft. Wie würde mein Leben in 10 Jahren aussehen? Was würde noch alles passieren? Würde es für immer so bleiben? Darauf hatte ich keine Antworten, noch nicht. Aber ich würde alles dafür tun, um das Glück so lange wie möglich festzuhalten.....

~10 Jahre später~

Ich bin nun 31 Jahre alt und Lee und ich führen eine glückliche und harmonische Ehe. Wir haben mittlerweile 2 Kinder. Das dritte ist gerade unterwegs. Duncan und Linda haben in der Zwischenzeit auch geheiratet. Sie ist ebenfalls schwanger, aber erst mit ihrem zweiten Kind. Nie hätte ich mir erträumen lassen, dass mein Leben einmal so schön sein würde. Ich danke gott jeden Tag für meinen liebevollen Ehemann und unsere bezaubernden Kinder. Ich habe alles, was ich mir je gewünscht habe und kann nur hoffen, dass es auch so bleiben wird. So viele Jahre lagen noch vor uns und allein die Zeit würde zeigen, was die Zukunft noch für uns bereit hielt......


-ENDE-





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