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Eine Chance für die Liebe?!


Hat die Liebe im Leben nur einmal eine Chance? Oder kann ein Mann das Herz einer Frau heilen, das fast zerbrach?!

Jenny

„Jenny, jetzt komm doch bitte mit. Du kannst dich doch nicht für immer und ewig verkriechen. Das tut dir überhaupt nicht gut. Außerdem ist heute der erste Tag unserer Semesterferien. 2 Monate keine Uni. Freust du dich gar nicht?“ Seit einer geschlagenen halben Stunde bearbeiteten Anna, Klara und Melissa mich nun schon, damit ich mal wieder mit ihnen in unser Lieblingscafe ging. Die drei waren dieses mal besonders hartnäckig und gaben einfach nicht auf. Schon seit Wochen bettelten meine besten Freundinnen darum und mir gingen so langsam die Ausreden aus. Ich sagte sonst immer ich müsste noch so viel für die Uni machen, aber da wir nun Ferien hatten, fiel diese Ausrede leider ins Wasser. „Jen, du musst endlich damit abschließen und wieder anfangen zu leben. Es hilft nichts, wenn du nur zuhause rumhängst und grübelst“, ergriff nun wieder Klara das Wort. Nun fing sie damit wieder an. Sie wusste ganz genau, dass ich nicht darüber reden wollte. Es brachte einfach nichts. Reden half mir nicht und keiner konnte es verstehen. Ich konnte ja selbst nicht begreifen, was passiert war. Wie gern wollte ich alles vergessen. Wieder der Mensch sein, der ich noch vor einigen Monaten war. Glücklich und zufrieden mit seinem Leben. Würde es je wieder so werden? Kann ich eines Tages wieder in den Spiegel schauen und wieder in das glückliche Gesicht einer jungen Frau sehen? Im moment sah ich nämlich nur noch leere. Wie soll ich mit meiner Vergangenheit abschließen, wenn sie mich doch immer wieder einholt? „Also Jenny?“, erwartungsvoll sahen die drei mich an. Ich gab mich geschlagen. „Gut, aber keine Männer!“, war meine Bedingung. Anna schnappte gerade nach Luft und wollte direkt protestieren, aber nachdem sie sich von Klara und Melissa einen warnenden Blick einfing, hielt sie lieber den Mund. „Abgemacht. Dann mach dich mal fertig.“ Seufzend stand ich auf, schlüpfte in einen Rock und ein Top und schon machten wir uns auf den Weg in die Stadt. Nie hätte ich gedacht, dass meine Entscheidung, mit ihnen zu gehen, mich in ein solches Gefühlschaos stürzen würde.....

~Duncan~

Wie herrlich! 2 Monate nichts zu tun. Na ja, eigentlich war das nicht richtig. Wir hatten schon genug zu tun, aber wir 4 waren total ausgebrannt und brauchten dringend Urlaub. Nach dem U make me wanna – Dreh waren wir deshalb direkt nach Deutschland geflogen, wo Johnny ein Haus für uns 4 gemietet hatte. Hier konnten wir uns noch frei bewegen, ohne das wir Angst haben mussten, dass aus dem nächsten Busch ein Paparazzi sprang. In London ist das nicht mehr möglich. Andauernd lauern sie einem von uns auf und lichten uns in den ungünstigsten Momenten ab. Daran war sogar meine letzte Beziehung zerbrochen. Lilly hatte es einfach nicht mehr ertragen können, dass wir kein Privatleben hatten. Aber so war das nun mal als Popstar. Jeder will ein Teil von dir haben und dich für sich beanspruchen. Besonders die Groupies sind schlimm. Sie werfen sich dir an den Hals, obwohl sie genau wissen, dass du eine Freundin hast. Das war Grund Nummer 2 weshalb Lilly schluss gemacht hatte. Ich war ihr immer treu und habe sie nie betrogen. Auf solche Gedanken war ich nie gekommen. Noch gut konnte ich mich an die Wochen erinnern, in denen ich total down war und mich jeden Morgen gefragt hatte, wofür ich überhaupt noch aufstand. Nun war ich schon seit einiger Zeit wieder solo und als ich so auf dem Bett in meinem Zimmer lag, fragte ich mich schon zum hunderttausendstenmal, ob es so eine Frau auf der Welt überhaupt gab, die mit all dem klar kam? Garantiert nicht! Oder vielleicht doch?? War sie vielleicht schon ganz in meiner Nähe? In meinem Gedanken stört mich....natürlich Lee!! Der Junge hatte echt Talent, in den unpassendsten Augenblicken auf der Bildfläche zu erscheinen. „Hey Alter! Kommst du mit? Wir wollen die Stadt unsicher machen“, fragte er. „Hm....ja“, murmelte ich zurück. „Och Duncan! Was soll denn das? Du denkst doch schon wieder an deine Traumfrau. Wach endlich auf Duncan! So eine Frau gibt es nicht, die mit unserem Job klar kommt “, murrte er. „Musst du immer alles so schwarz malen?“. „Ich bin einfach nur realistisch. Machs doch so wie ich“, grinste er, „Ich könnte dir da n paar Nummern vermitteln“. Zum Beweis zog er sein Handy hervor und wedelte damit vor meiner Nase hin und her. Ich fand es echt wiederlich, was er tat, aber so war er nun mal. Lee ließ sich keine „Nummer“ entgehen. Mich wunderte, was er daran fand, jeden Abend ne andere abzuschleppen. Meine Art war das nicht und ich würde es auch niemals tun, da konnte sie mich mit noch so wildem Sex locken. „Nee, lass mal stecken“, winkte ich ab. „Dann eben nich.“, beleidigt klopfte er bei Ant an. Si saß schon fertig im Wohnzimmer. „Dann mal los...“

~Jenny~

Auf dem Weg in die Stadt dachte ich an früher. Viele Erinnerungen an früher hingen damit zusammen. Nein Jen. Denk nicht dran, konzentrier dich auf das Gespräch. Schließlich kamen wir endlich an, aber alles schien besetzt zu sein. Suchend sahen wir uns um und da pfiff uns doch tatsächlich jemand hinterher. Was für ne billige Anmache!! Gerade, als ich dem Typ so richtig meine Meinung geigen wollte, sprach Anna ihn auch schon an. Was sollte denn der Scheiß jetzt? Hatte ich mich da gerade verhört, oder hatte sie tatsächlich eingewilligt, dass wir uns mit an ihren Tisch setzten? Anna dirigierte mich in Richtung eines Stuhls und stellte uns vor. Dieser Typ saß dort zusammen mit seinen drei Kumpels. „Ich bin Lee und das sind meine Freunde: Antony, Simon und Duncan.“ Wenigstens die schienen Manieren zu haben, denn sie reichten uns die Hände, ganz im Gegensatz zu ihrem Freund Lee. Als ich Duncan s Hand ergriff, bereitet sich ein Kribbeln in mir aus und seine Augen zogen mich sofort in seinen Bann. Denk nicht mal dran!! Du hast dir geschworen, dich von Männern fern zu halten, denn sie brachten nichts als Leid und Kummer. Gezwungenermaßen musste ich da bleiben, denn ich hatte es ja versprochen. Obwohl die drei hatten ihr Versprechen ja auch nich gehalten. Kurze Zeit später kamen unsere Getränke: Milchkaffee. Ich liebte dieses Getränk über alles. Die Mädels unterhielten sich angeregt mit den Jungs. Ich hielt mich dabei im Hintergrund und dachte mal wieder nach. Das Reden fiel mir schwer, egal in welcher Hinsicht. Plötzlich klingelte mein Handy. Unbekannter Anrufer. Ich nahm das Gespräch an. „Hallo Darling!“ Nein, nicht schon wieder!!! Ich entfernte mich vom Tisch und fauchte in den Hörer: „Ich bin nicht mehr dein Darling! Also was willst du schon wieder?“ „Noch mal mit dir über alles reden. Ich vermisse sich so sehr und....“ „Hör auf damit Matt. Du wiederholst dich. Du leierst immer das selbe runter, wenn du mich anrufst. Ich kanns echt nicht mehr hören. Lass mich gefälligst in ruhe“, ich legte auf und ging zurück zu den anderen. Warum konnte sich nicht ein Loch im Boden auftun und mich einfach für immer und ewig verschlucken?

~Lee~

Nachdem wir durch die Stadt gezogen waren und so ganz neben bei jede Menge potenzielle Betthäschen gesehen hatten, beschlossen wir, uns nach draußen in ein Cafe zu setzen. Wir saßen noch gar nicht lange dort, als 4 atemberaubende Mädels an uns vorbei gingen. Ich konnte nicht anders und pfiff ihnen hinterher. Diese Anna, wie sie sich vorstellte, war genau meine Kragenweite und ging auch direkt auf meine Anmache ein. Die Mädels setzen sich zu uns an den Tisch und ich stellte ihnen erst mal Ant, Si und Duncan vor. Alle unterhielten sich wirklich hervorragend nur Duncan und diese Jenny waren still. Diese Szene musste man sich mal rein ziehen: Duncan gaffte sie an, als wäre sie die erste Frau, die er je gesehen hatte, aber diese Jenny bemerkte das gar nicht, denn sie kaute gedankenverloren an ihrer Unterlippe. Das konnte ja was werden. Na ja, sein Bier. Ich jedenfalls konzentrierte mich auf Anna bzw. auf ihren sehr großen....na ihr wisst schon was ich meine! Durch ihr enges Oberteil kam der nämlich deutlich zur Geltung. Die krallst du dir Lee!! Und das war eben nicht mein Kopf, der das eben gedacht hatte....

~Duncan~

Man Lee!! Was für ne bescheuerte Anmache!! Am liebsten hätte ich den Kopf geschüttelt, aber das verkniff ich mir dann doch. Eine von den vieren fiel mir gleich auf: Jenny!! Sie war eine absolute Traumfrau: lange braune Haare und ebenso braune Augen, soweit ich das erkennen konnte. Und eine Figur, die Männerherzen höher schlagen ließ. Vom ersten Augenblick an faszinierte sie mich. Sie hatte so zarte Hände!! Wow, ich war einfach hin und weg. Die Mädels setzten sich mit zu uns an den Tisch und kurze Zeit später kamen ihre Getränke. Ich konnte einfach nicht anders, als sie die ganze Zeit anzustarren. Zum Glück bemerkte sie das nicht, denn irgendetwas schien sie zu beschäftigen. Dann klingelte ihr Handy. Während sie das Gespräch annahm, ging sie von unserem Tisch weg. Ihrer Gestik nach zu urteilen, war sie ganz schön wütend. Als sie zurück kam, sah Jenny ganz schön unglücklich aus. „Alles ok....Jenny?“, fasste ich mir ein Herz und sprach sie an. Sie sah mich an und antwortete zögernd: „Ja.....sicher. Alles in Ordnung.“ Das nahm ich ihr zwar nicht ab, aber ich wollte auch nicht weiter nachhaken, denn ich hatte das Gefühl, dass sie nicht darüber reden wollte. Um sich abzulenken, verwickelte ich sie in ein Gespräch. Das klappte auch hervorragend. Mit der Zeit wurde sie immer lockerer und lächelte sogar. Ich schmolz nur so dahin. War das etwa meine Traumfrau?

~Jenny~

Wie süß von ihm, mich zu fragen, ob alles in Ordnung war. Süß? Hatte ich das gerade wirklich gedacht? Er zog mich in ein Gespräch und ich konnte mich immer mehr und mehr entspannen. Ja, sogar lächeln. Das hatte ich seit Monaten nicht mehr getan. Ich fühlte mich richtig wohl in seiner Nähe. Ah, da kam mein Lieblingslied: Sorry seems to be the hardest word! Wie gut, dass das Café nun auch draußen Boxen stehen hatte. „Jetzt weiß, ich warum ihr mir so bekannt vorkommt. Ich grübele schon die ganze Zeit, woher ich euch kenne“, platzte es plötzlich aus Melissa heraus, „Ihr seid Blue!“ „Die Kandidatin hat 100 Punkte“, grinste Antony. Nun musterte ich Duncan. Sie hatte recht. Da saß Duncan James neben mir. Aber was soll´s! Popstars waren auch nur Menschen. Ich kannte das Biz wahrscheinlich besser als jeder andere. Es verschluckte dich und spuckte dich dann gnadenlos wieder aus. Aber zurück zu den Jungs. Blue waren hier erst richtig durch ihre Zusammenarbeit mit Elton John bekannt geworden. Ihre Karriere hier in Deutschland fing also gerade erst richtig an. Komisch, dass ich sie nicht erkannt hatte. „Schlimm?“, fragte Duncan. „Nein, warum?“ „Nur so“, winkte er ab. Eine Zeitlang unterhielten wir uns noch und bevor wir gingen, wie sollte es auch anders sein, tauschten Anna und Lee noch Handynummern aus. „Na, Duncan gefällt dir wohl was?“, fing Anna auch schon gleich an, nachdem wir uns von den Jungs verabschiedet hatten. „Wir haben uns nett unterhalten. Das ist alles.“ „Du hast auf alle Fälle Eindruck auf ihn gemacht, sonst hätte er dich nicht so angestarrt“ Argh!! Sie ließ einfach nicht locker. „Können wir jetzt bitte das Thema wechseln?“, fragte ich genervt. Doch für Anna gab es nur noch das eine Thema: Lee, Lee, Lee! Ach ja und zwischendurch fing sie dann wieder mit Duncan und mir an. „Kann man sich nicht einfach mal mit einem Mann unterhalten, ohne das da gleich was rein interpretiert wird?“, fragte ich aufgebracht. Sie machte Anstalten, mit mir diskutierten zu wollen, aber ich stellte mich taub und war froh, als ich mich endlich von ihnen verabschieden konnte. Nachdenklich ging ich nach hause. Nein, ich dachte nicht wieder an Matt, sondern an Duncan. Da war wieder dieses Kribbeln, dass ich schon die ganze Zeit gespürt hatte, diesmal noch deutlicher. Nein, nicht schon wieder! Ich durfte das nicht zulassen. Das ganze war wie ein Deja-vu! Zuhause angekommen schmiss ich mich auf mein Bett. Mein Kopf pochte mittlerweile schon. Das viele nach grübeln tat ihm gar nicht gut. Irgendwann verfiel ich in einen unruhigen Schlaf.

~Duncan~

Wow, diese Frau gefiel mir mehr und mehr!! Gleichgültig nahm sie es hin, dass ich ein Star war und somit immer in der Öffentlichkeit stand. Gegen Abend verabschiedeten sich die Mädels dann von uns. „Dunc was sollte das denn?“ „Wovon redest du überhaupt?“, fragte ich verständnislos. „Davon, dass du sie zuerst nur angegafft hast, als wäre sie das erste weibliche Wesen, das du sehen würdest. Warum bist du nicht gleich rangegangen?“ Was bildete der sich eigentlich ein, so an mir rumzumeckern? „Ich bin eben nich du.“ „Ja zum Glück! Du hast ja noch nich ma ihre Nummer.“ „Du rufst Anna ja eh nur an, wenn du Lust hast es mit ihr zu treiben“, gab ich wütend zurück. „Ja und? Was ist so schlimm an Gelegenheits-Ficks? Würde dir auch mal gut tun, damit du nicht immer kalt duschen musst“, pisakte er weiter. Ich holte noch mal tief Luft, bevor ich Lee so richtig die Meinung sagen wollte, doch Ant ging dazwischen: „Lee hör auf damit. Du wirst unfair!“ „Is doch wahr“, brummelte er. Ich kochte vor Wut, stand auf und ging nach hause. Der hatte ja wohl nicht mehr alle Tassen im Schrank!! Lee war so ein Typ, der einen spielend leicht auf die Palme bringen konnte. Zuhause angekommen, verkroch ich mich erst mal in mein Zimmer. Lee konnte einem echt alles vermiesen. Jenny! Doch allein der Gedanke an sie, verbesserte meine Laune um einiges. Was für eine Frau!! Mit diesem Gedanken schlief ich dann auch bald darauf ein.

~Jenny~

Am nächsten Vormittag wurde ich unsanft durch mein Handy geweckt. „Wer stört?“, meldete ich mich verschlafen. „Ich bin s Anna. Hab grad mit Lee gesprochen. Die Jungs wollen sich mit uns vieren treffen. Also hop hop raus aus den Federn und rein in nen engen Rock und n Top. Du willst deinen Duncan doch nicht warten lassen.“ „Er ist nicht mein Duncan“, fauchte ich in den Hörer. „Na gut, dann lass uns halt nicht warten. Um 12 tanzt du bei mir an. Dann überlegen wir, was wir machen. Bis gleich“, und schon hatte sie aufgelegt. Wer hatte eigentlich gesagt, dass ich Lust hatte, mich mit ihnen zu treffen. Anna war manchmal echt oberflächlich. Sie nahm sich nichts zu Herzen, aber sie war auch diejenige, die sich am schnellsten immer wieder aufrappelte. Ihr ging es nie schlecht, weil sie sich über nichts und niemanden Gedanken machte. Was sollte ich jetzt also tun? Wieder zuhause rumhocken oder zu Anna gehen und dort wieder Duncan begegnen? Er hatte mich richtig durcheinander gebracht. Sein süßes Lächeln und die Art, wie er mich angesehen hatte, hatten es mir angetan. Aber das hatte ich schon einmal erlebt und ein zweites Mal konnte ich sehr gut darauf verzichten. Ich beschloss, zu Anna zugehen. Wenn ich genug Abstand von ihm hielt, würde schon nichts passieren, redete ich mir ein. Also los.....

~Duncan~

So gut geschlafen hatte ich schon lange nicht mehr. Zum ersten Mal seit Wochen war ich richtig entspannt. Jedoch platzte Lee da wieder, wie immer ohne Anzuklopfen, in mein Zimmer. „Aufstehen Schlafmütze! Wir gehen bald zu Anna und treffen uns da mit den Mädels.“ Ich schoss aus dem Bett hoch: „Kommt Jenny auch?“ „Keine Ahnung. Anna wollte sie anrufen.“, sagte er und grinste dabei wieder sein Grinsen. „Was?“, fragte ich schon wieder gereizt. „Nichts“, grinste er weiter und verließ meine Zimmer. Oh dieser Kerl......Das machte mich bald noch wütender, als wenn er seine Gedanken aussprach. Ich konnte nur hoffen, dass Jenny kam, ansonsten konnte ich ja auch wieder verschwinden. Also ab unter die Dusche und Anziehen. Dann machten wir uns auf den Weg zu Anna. Melissa und Klara waren schon da. Nur Jenny nicht. Enttäuschung stieg in mir hoch, ich hatte mich schon so gefreut, sie wieder zu sehen. Ich war gerade dabei, mir eine Ausrede zu überlegen, wie ich mich am besten verdrücken könnte, als es an der Tür klingelte. Schlagartig waren alle Ausreden aus meinem Kopf verschwunden, als ich sah, wer da in der Tür stand. „Hi“, grüßte Jenny und ließ sich neben Ant auf die Couch nieder. „Also Jungs! Was hattet ihr denn heut so vor“, fragte Anna und rückte an Lee ran. „Wir dachten, ihr könntet uns die Stadt zeigen. Wir kennen uns ja hier noch nicht aus.“, meinte Simon. „Gebongt! Ist uns ein Vergnügen“, sagte Melissa und strahlte Simon an. Also zogen wir los: Lee und Anna voran, danach Antony und Klara, Simon und Melissa und das Schlusslicht bildeten Jenny und ich. Den ganzen Tag zeigten uns die Mädels „ihre“ Stadt. Mit Jenny konnte man sich wirklich toll unterhalten. Sie hatte ihre eigene Meinung und plapperte mir nicht das vor, was ich hören wollte. Während unserem Gespräch warf ich ihr immer verstohlene Blicke zu. Sie war so hübsch, intelligent und witzig. Aber ich wurde das Gefühl nicht los, dass sie irgendetwas bedrückte......

~Jenny~

Ich hatte es nicht bereut, mich mit den anderen zu treffen. Während Anna und Lee mit den anderen vorgingen, blieben Duncan und ich zurück. So konnten wir uns ungestört unterhalten. Reden konnte man mit ihm gut. Er war nicht der typische Popstar mit diesem Ich-kann-jede-kriegen-Gehabe, von denen es in diesem Biz viele gab. Sondern einfach nur nett und sympatisch. Ganz anders.....als Matt. Er war mehr der Draufgänger, der keine Sekunde still sitzen konnte und bei ihm musste immer was los sein. Duncan dagegen schien mir eher der ruhige zu sein und....nein, dass darf doch nicht wahr sein!! Ich fange schon an, die zwei miteinander zu vergleichen. Verdammt, was passiert da bloß? Wie konnte ich mich in seiner Nähe so wohl fühlen, obwohl wir uns doch erst seit gestern kannten?!? So war es bei Matt auch gewesen. Hals über Kopf hatte ich mich damals in ihn verliebt und es ging ja auch ziemlich lange mit uns gut, bis er alles kaputt gemacht hatte. Ich sag ja, das reinste Deja-vu!!

~Lee~

Anna war wirklich eine Wucht!! Sie sah nicht nur gut aus, sondern tickte ganz genau so wie ich. Das weibliche Gegenstück zu mir eben. „Meinst du, aus Duncan und Jenny könnte was werden? Er findet sie nämlich mehr als nur nett.“, fragte ich Anna. „Nich, wenn Jen weiter darüber nachdenkt“, antwortete sie. „Über was nachdenkt?“, harkte ich nach, denn das hatte mich neugierig gemacht. „Nichts Lee. Gar nichts....“, erwiderte sie. Ich schmollte: „ Du vertraust mir wohl gar nicht was?“ „Das hat damit nichts zu tun, Lee. Diese Sache geht ganz allein Jen was an und wenn Duncan ihr so wichtig ist, wie ich hoffe, dann wird sie es ihm irgendwann sagen. Versuch das bitte zu akzeptieren.“ Ich seufzte, mir blieb wohl keine andere wahl.

~Anna~

Lee war aber auch wirklich neugierig. Genau wie ich eben. Aber ich durfte ihm das nicht sagen. Jen würde mich umbringen, wenn sie davon erfahren würde. Jenny war schon immer so gewesen, schon seit Kindertagen. Seitdem waren wir die besten Freundinnen, obwohl wir total unterschiedlich waren. Sie die Ernste und Nachdenkliche, die sich um alles Gedanken machte und anstatt zu reden, vieles in sich hinein fraß und sich zurückzog. Ich hingegen lebte schon immer sorglos in den Tag hinein und, seitdem ich die Männer entdeckt hatte, genoss ich auch in dieser Hinsicht mein Leben in vollen Zügen. Obwohl wir unterschiedliche Ansichten vom Leben hatten, hatte unsere Freundschaft gehalten. Mit Klara und Melissa bildeten wir eine eingeschworene Mädchenclique. Wir waren immer füreinander da, wenn es einer von uns schlecht ging. So auch für Jen, als es ihr die letzten paar Monate so schlecht ging. Keine hatte das verdient, vor allem nicht sie. Aber nun war nichts mehr daran zu ändern. Es war nun mal passiert und niemand konnte die Vergangenheit ungeschehen machen. Jenny würde nichts anderes übrig bleiben, als endliche ihre Vergangenheit hinter sich zu lassen. Wie sonst sollte sie jemals wieder glücklich werden....? Ja, Jen war meine beste Freundin und obwohl wir uns schon so lange kannten, war sie mir manchmal ein echtes Rätsel. „Erde an Anna!! Hallo? Jemand zu hause?“, das war Lee. „Hast...Hast du was gesagt?“ „Ich hab dich gefragt, ob du heut abend schon was vorhast. Wir könnten ja zu dir gehen. Bei mir hängen ja die Jungs rum“ „Klar, sicher“, erwiderte ich erfreut und verbannte die Gedanken an Jen aus meinem Kopf. Mir stand eine ziemlich heiße Nacht bevor.

~Lee~

Wow, die Frau sah nicht nur heiß aus, sondern sie war auch noch gut im Bett. Wie schon gesagt, wir waren voll auf einer Wellenlänge. Ich lag neben ihr in ihrem Bett und lauschte auf Anna´s regelmäßigen Atem. Sie war schon vor einer weile erschöpft eingeschlafen. Morgen werd ich mit ihr darüber reden, aber ich denke, sie sieht das ganz genau so wie ich. Was sprach schließlich dagegen, wenn wir unseren Spaß miteinander hatten und uns auch mit anderen amüsierten. Nur weil man Sex hatte musste man ja nicht gleich heiraten. Gut, dass ich da nicht so war, wie Duncan. Der hätte jahrelang Gewissensbisse deswegen. Warum musste es bei ihm nur immer die große Liebe sein? Die Welt in der wir lebten, war anders. Die Frauen wollten von uns benutzt werden. Sie benutzten uns ja schließlich auch. Ja, ok manchmal rannte auch eine heulend weg, weil sie sich mehr versprochen hatte, aber das verging auch wieder. Man lebte schließlich nur einmal und was sprach dagegen sich das Leben so angenehm wie möglich zu gestalten?

~Anna~

Der Sex mit Lee war echt klasse. Der beste seit langem. Doch heiraten wollte ich ihn deswegen nicht gleich und ich glaubte, dass er das genau so sehen würde. Am nächsten Morgen erwachte ich gegen 10 Uhr aus meinem Tiefschlaf. Lee lag der Länge nach neben mir und schlief noch wie ein Stein. Ich schälte mich vorsichtig aus meiner Bettdecke und ging erst mal in die Küche, um Kaffee zu machen. Nicht lange und da kam Lee auch schon hinterher. „Morgen“, gähnte er verschlafen. „Na? Gut geschlafen?“, fragte ich. „Hm...“, murmelte er, „Anna, wir müssen da noch über was reden.“ „Lee, für mich war das nicht mehr als Sex. Ich will dich nicht heiraten und auch keine Beziehung mit dir. Wir haben unseren Spaß miteinander und ich fände es schade, wenn wir das nicht mehr hätten.“ Der direkte Weg war doch immer der Beste. Man musste nicht lange um den heißen Brei herum reden, wenn man doch direkt auf den Punkt kommen konnte. „Genau das wollte ich auch sagen. Ich bin erleichtert, dass du genau so darüber denkst. Ich denke, dass wir noch viel „Spaß“ miteinander haben werden“, grinste ich sie verheißungsvoll an.

~Duncan~

Ich hatte das Gefühl, Jenny von Tag zu Tag näher zu kommen. Sie faszinierte mich mehr und mehr und ich konnte mir nicht mehr verleugnen, dass ich sie nicht liebte. Das genaue Gegenteil war der Fall. Wenn wir zusammen waren, war sie richtig fröhlich und vergaß über die Sache, was auch immer das war, nach zu denken. Nur manchmal, wenn sie sich unbeobachtet fühlte, schweiften ihre Gedanken wieder in die Ferne ab. Dann verschwand das Glitzern aus ihren wunderschönen Augen und ein trauriges Lächeln umspielte ihre sinnlichen Lippen. In diesen Momenten hätte ich sie am liebsten einfach nur in meinen Armen gehalten. Doch wollte sie das genau so sehr, wie ich? Eine Frage, doch keine Antwort....
Jeden Tag trafen wir uns mittlerweile mit den Mädels, ebenso heute. Gerade waren wir dabei, die Pläne für morgen zu besprechen. Anna hatte vorgeschlagen, morgen zu einem Vergnügungspark zu fahren und alle waren hellauf begeistert von der Idee. Puh, wann war ich eigentlich das letzte Mal in so einem Freizeitpark? Ich glaub, das war in der Anfangszeit von Blue. Na ja, egal. Auf alle Fälle freute ich mich darauf, was nicht zuletzt daran lag, dass Jen auch wieder mit von der Partie war. Das steigerte meine gute Laune nur noch mehr. Abends gings dann früh ins Bett, denn wir wollten frühzeitig los, damit wir genug Zeit hatten, den ganzen Park zu erkunden.

~Jenny~

Mehr und mehr genoss ich Duncan´s Nähe, aber mir eingestehen, dass ich ihn liebte? Nein, dass konnte ich nicht. Das wäre der Anfang vom Ende. Und doch fühlte ich mich zu ihm hingezogen. Mein Kopf blendete alles aus, wenn ich mit ihm zusammen war. Matt, meine Wut und Trauer. Das alles existierte dann nicht mehr. Was blieb, war die Angst, wieder verletzt zu werden. Je mehr ich versuchte, mich gegen meine Gefühle zu wehren, desto stärker wurden sie und desto größer wurde meine Angst. Ich wusste nicht mehr, was ich tun sollte. Wenn ich ihm sagen würde, dass ich ihn nicht mehr sehen wollte, würde er Fragen stellen. Ich konnte ihm doch nicht sagen, was passiert war. Es würde nichts daran ändern und außerdem konnte er mir eh nicht helfen. Er war nicht so wie Matt, aber eins hatten sie gemeinsam. Beide waren in einer Boyband und so vielen Versuchungen ausgesetzt. Matt hatte dem nicht standgehalten, obwohl er immer beteuert hatte, dass er mich lieben würde. Das tat er auch jetzt noch und diesen Satz aus seinem Mund zu hören, widerte mich geradezu an. Wie verlogen konnte ein Mensch eigentlich sein? Ich unterstelle Duncan nicht, dass er ein schlechter Mensch ist, aber ich bin nur so wahnsinnig verletzt. Ich befand mich in einer Zwickmühle und hatte keine Ahnung, wie ich da wieder raus kommen sollte....
Heute jedenfalls wollten wir erst mal in einen Freizeitpark fahren. Früh am morgen trafen wir und mit den Jungs am Bahnhof, denn wir mussten zunächst noch mit dem Zug fahren. Nachdem wir am Eingang des Parks angekommen waren, und noch eine halbe Stunden anstehen mussten, konnte es endlich los gehen. Die Jungs visierten gleich die erste Achterbahn an. Doch die war gar nichts zu dem, was noch kommen würde. Die schlimmste Achterbahn des ganzen Parks fuhr mit unglaublicher Geschwindigkeit Looping um Looping und das alles in nicht mal ganz 2 Minuten. Nachdem wir diese erste „gemütliche“ Fahrt geschafft hatten, ging es weiter zur Wasserbahn. Ganz langsam fuhr das Boot hinauf und blieb oben stehen. „Ah, halt mich bloß fest“, flüsterte ich Duncan, der hinter mir saß, panisch ins Ohr. „Du hast doch wohl nicht etwa Angst?“, fragte er lachend und schlang seine Arme um meinen Bauch. „Seh ich so ahhhhhh.....“, das Boot stürzte in die Tiefe. Alle bekamen eine kräftige Ladung Wasser ab und wir konnten uns gar nicht mehr einkriegen vor lachen. Das Wasser kühlte schön ab und senkte meinen Adrenalinpegel wieder. Weiter gings! Als nächstes war der freie Fall an der Reihe. Ein atemberaubendes, aber auch beängstigendes Gefühl, der Technik ausgeliefert zu sein. Mir wurde ganz schön mulmig zu Mute, als das Ding hochfuhr. Während wir uns oben noch einmal drehten, bat ich Duncan, mir seine Hand zu geben, die er mir auch sogleich reichte. Nachdem wir wieder zum still stand kamen, wurden die Sitze so verstellt, dass man zwangsläufig nach unten sehen musste. Sekunden vergingen....bis wir mit lautem Gekreische runter stürzten. Krampfhaft versuchte ich dabei, Duncan´s Hand nicht zu verlieren. Mir zitterten ganz schön die Knie, als ich wieder festen Boden unter den Füßen hatte. Lee ließ uns gar keine Pause, mal zu verschnaufen. Anna und er nahmen schnurstracks den Kurs zu der „2 Minuten Achterbahn“ auf. Schon verrückt, dass man seine Zeit damit verbrachte, 1 ½ Stunden in der Warteschlange einer Achterbahn zu stehen und das alles für einen 2 Minuten Kick! Endlich waren wir auch mal an der Reihe. Eingequetscht in den Sitzen warteten wir darauf, dass es los ging. Ich versuchte, so gut es ging, durchzuatmen. „Hand?“, kam es da fragend von nebenan. Ich musste lächeln und ergriff wieder seine Hand. Nach noch nicht mal 2 Minuten war schon alles wieder vorbei. Also auf zur nächsten Attraktion! Natürlich liefen auch in diesem Park jede Menge übergroße Plüschtiere herum, in denen Menschen steckten. Plötzlich drängelte sich ein ebendieses Plüschtier zwischen Duncan und mich, packte je einen Arm und zog uns mit sich. Vor einem Laden mit dem Schild „Erinnerungsfotos“ stoppte es, nickte und zog uns weiter in den Laden. Mit ein paar Gesten schien es dem Fotografen zu erklären, was er zu tun hatte. „So, dass junge Pärchen möchte Erinnerungsfotos an diesen schönen Tag“, sagte der Fotograf. „Moment mal“, begann ich, „wir sind....“ „Sie brauche mir nichts zu erklären. Ich weiß alles, was ich wissen muss“, unterbrach mich der Fotograf. Dem Plüschtier dauerte das alles zu lange und so drängte es uns vor den Hintergrund, während der Fotograf zu seiner Kamera ging und sie einstellte. „Fertig?“, fragte der Fotograf, doch da trat das Plüschtier schon wieder vor die Linse und schüttelte den Kopf. „Was denn nun noch?“, fragte ich gereizt, denn so langsam aber sicher ging mir dieses Plüschvieh auf die Nerven, so niedlich es auch war. Es trat auf uns zu, griff nach Duncan´s Händen und legte sie auf meinen nackten Bauch, da ich wegen der Hitze nur ein bauchfreies Top trug. Wohlige Schauer durchliefen meinen Körper, wie ich sie schon lange nicht mehr gespürt hatte. Das Plüschdings nickte zufrieden und trat zur Seite. „Ist das überhaupt okay für dich?“, fragte Duncan nach. „S...s...sicher“, konnte ich nur stottern. „Also dann, bitte lächeln“, wies uns der Fotograf an und drückte auf den Auslöser. Als ich zur Tür sah und Anna und Lee erblickte, wusste ich, wem ich das zu verdanken hatte. Minuten später hielten Duncan und ich je einen Abzug in der Hand. Von dem Foto lächelte mich, wie es schien, ein glückliches Paar an. Doch dieses Bild war nur eine Illusion, ein Traum, der nie in Erfüllung gehen würde, denn diese Liebe hatte keine Zukunft.

~Anna~

Ein Adrenalin- Kick jagte den nächsten und nun waren wir gerade auf der Suche nach einer neuen Herausforderung. Während ich Duncan und Jen beobachtete, schweifte mein Blick umher und blieb an einem Laden für Erinnerungsfotos und direkt danach an so einem komischen über dimensionalen Plüschtier hängen. Mir kam eine Idee, wie ich zwischen Jen und Duncan endlich Körperkontakt herstellen konnte. Nachdem Lee bescheid wusste, weihten wir auch das umherlaufende Plüschtier ein, dass sofort begeistert mitmachte. Mein Plan hatte geklappt. Seine Berührungen ließen sie nicht kalt. Im Gegenteil. Natürlich wusste Jen sofort, wer hinter der ganzen Sache steckte. Das breite Grinsen auf unseren Gesichtern war schließlich nicht zu übersehen. Ähm, vielleicht, hätte ich da doch grad nich so voreilig sein sollen. Denn ganz geklappt hatte es schließlich doch nicht, denn den Rest des Tages war sie ziemlich still und sagte nur selten einen Ton. Duncan warf ihr immer wieder besorgte Blicke zu. Es war echt nicht zu übersehen, dass er mehr als nur Freundschaft für sie empfand. Jen war mir ein echtes Rätsel, wie so oft. Da war ein gut aussehender Mann, der sie liebte und der ihr das geben konnte, was sie verdiente. Und was tat sie? Lässt ihre Gefühle einfach nicht zu! Ich verstand sie nicht! Was war bloß ihr verdammtes Problem???

~Duncan~

Es war genau so, als wenn ich auf die Bühne gehen würde. Dieses Kribbeln in der Magengegend und das Adrenalin, dass dann immer durch meine Venen schoss, war das selbe, wie jetzt gerade. Nur, dass ich nicht vor tausenden kreischender Fans stand, sondern in einem Boot, das nebenbei gesagt, gleich in die Tiefe stürzen würde, und hinter der Frau saß, nach der mein Herz so sehr verlangte. Jen war ziemlich ängstlich, und bat mich, sie festzuhalten. Diesen Wunsch erfüllte ich ihr nur zu gern und so schlang ich meine Arme um ihren Bauch. Was für ein Gefühl das war, kann ich gar nicht richtig beschreiben. Ich wusste nur, dass ich es nie mehr missen wollte. Sie registrierte gar nicht mehr, dass ich sie festhielt, denn das Boot rauschte runter. Sie war echt so süß, als sie mich auf dem freien Fall bat, ihre Hand zu halten. Das gleiche dann wieder auf der schlimmsten Achterbahn des Parks. Danach schauten wir uns nach neuen Herausforderungen um. Aus dem nichts erschien plötzlich ein übergroßes Plüschtier und zog Jen und mich mit sich in einen Laden für Erinnerungsfotos. Nachdem es uns so positioniert hatte, wie es uns haben wollte, machte der Fotograf das Foto und kurze Zeit später hielten wir je einen Abzug in der Hand. Auf dem Foto stand ich hinter ihr und meine Hände ruhten auf ihrem Bauch. So viel Körperkontakt hatten wir bis jetzt noch nie gehabt. In diesem Moment, als das Foto entstand, hatte mich wieder dieses Gefühl durch fahren, dass ich schon hatte, als wir in diesem Boot saßen. Jen hatte zwar gesagt, dass es für sie in Ordnung wäre, aber das konnte ich ihr nicht so richtig glauben. Denn auf einmal war sie wieder so abweisend. Warum war sie so still, wenn sie damit kein Problem hatte? „Alles okay?, fragte ich vorsichtig. „Sicher“, antwortete sie knapp. „Wirklich?“ „Ja, mach dir keine Sorgen“, erwiderte sie mit einem gekünstelten Lächeln. Ich seufzte und blickte sie immer wieder besorgt an. Wie gern würde ich jetzt ihre Gedanken lesen, um zu erfahren, was mit ihr los war!

~Jenny~

Den Rest des Tages überstand ich so einigermaßen. Ich spürte Duncan´s Blicke und versuchte, ihn zu beruhigen, als er sich erkundigte, ob alles in Ordnung sei. Natürlich nahm er mir das nicht ab, denn ich war alles andere als glaubwürdig. Wieder einmal versuchte ich krampfhaft Abstand zu halten und mich so normal wie möglich zu geben. Bis jener Nachmittag kam, den wir im Freibad verbrachten....
Es war bis jetzt einer der heißesten Tage des Sommers und die Hitze war nicht mehr auszuhalten. Nun standen wir vor dem Freibad und warteten darauf, dass die Jungs endlich an Land kamen. Nach einer geschlagenen halben Stunden Warterei, glaubten wir schon nicht mehr, dass die Jungs noch kommen würden und so gingen wir rein. Trotz des großen Andrangs fanden wir noch ein schönes Plätzchen für uns und die Jungs, wenn sie doch noch kommen würden. Ich kramte mein Buch aus der Tasche und begann, mich darin zu vertiefen. „Sorry Mädels! Tut uns echt leid, dass wir zu spät sind“, sagte da plötzlich jemand. Die vier waren doch noch gekommen. „Ihr seid aber ganz schön zu spät“, meinte Klara, „ne dreiviertel Stunde.“ „Lee is schuld“, petzte Ant sofort. „Hey, ich muss doch auf mein Image achten, schließlich ist die richtige Shorts extrem wichtig“, sagte Lee leicht angefressen. „Also, wenn du damit was bewirken wolltest, dann is das aber in die Hose gegangen“, bemerkte ich lapidar, denn die Jungs hatten nun begonnen, sich auszuziehen und alle Blicke waren auf Lee gerichtet, der uns nun seine Shorts präsentierte und sich nun wenigstens von uns Zuspruch erhoffte. „Na dankeschön“, meinte dieser beleidigt. Dann fiel mein Blick auf Duncan, der bisher noch nichts gesagt hatte, und gerade dabei war, sich seines T-Shirts zu entledigen. Mir stockte der Atem! Was für ein extrem gut gebauter Körper und gott sei dank kein Sixpack. Die meisten Männer mit Sixpack waren ziemlich eitel. Jüngstes und bestes Beispiel: Lee Ryan! Aber was hatte ich da grad bloß wieder gedacht? Ich musste mich erst mal wieder sammeln und versuchte, mich wieder auf mein Buch zu konzentrieren. „Na? Cremt ihr uns ein?“, flötete Lee und Anna stürzte sich fast buchstäblich auf die Sonnencreme. Melissa und Klara ließen sich auch nicht lange bitten und versorgten die Rücken von Si und Ant. Oh je, lass ihn nicht fragen, lass ihn nicht fragen, bit.....“ „Ähm....Jen?“, räusperte er sich, „könntest du vielleicht.....?“ „Klar“, ich nahm ihm die Creme aus der Hand. Jetzt hieß es stark bleiben, denn er lag jetzt vor mir auf dem Bauch! Was für ein Anblick, besonders sein knackiger Hin....... Fuck, das warn grad die Hormone, die da mit mir durchgegangen sind. Muss an der Hitze liegen. Ich konnte richtig spüren, wie er sich unter meinen Berührungen mehr und mehr entspannte. Schließlich gab´s nichts mehr einzucremen und meine Arbeit war beendet. „Danke“, seufzte Duncan zufrieden. Schnell schnappte ich mir wieder mein Buch und konzentrierte mich wieder darauf.

~Duncan~

Boah, was trieb der da oben nur? „Lee, beweg deinen Arsch hier runter. Wir sind eh schon zu spät“, schrie ich in Richtung Treppe. Seit 20 Minuten warteten wir nun schon auf Mr. Ryan. „Dunc, komm ma schnell hoch! Ich brauch deine Hilfe!“, schallte es von oben herab. Also spurtete ich nach oben, in dem Glauben, dass es etwas wichtiges sei. Dabei muss man erwähnen, dass Lee „Dringend“ anders definierte, als die übrige Menschheit. Was mal wieder mehr als deutlich wurde! Hätt ich mir ja denken können! Da stand er, mitten in seinem Zimmer, inmitten von mindestens zwei Dutzend Badehosen, in seinem Zimmer. „Dunc, welche soll ich denn anziehen?“, fragte er hilflos. „Sag mal, spinnst du eigentlich?“, fuhr ich ihn an, „ Uns wegen dem Scheiß so lange warten zu lassen?“ „Aha, Mr. James is sauer, weil er noch nicht bei seiner Angebeteten ist?!“, grinste er wieder sein Grinsen, mit dem er es immer schaffte, mich auf die Palme zu bringen. „Hat dir deine Mum nicht beigebracht, dass man zu bestimmten Themen besser seine vorlaute Klappe hält?“, fragte ich mit zusammengebissenen Zähnen. „Nö“ „Gut, dann solltest du dich auch nicht wundern, wenn du mal was aufs Maul kriegen solltest.“, ich schnappte mir irgendeine Shorts, „Hier zieh die an. Wenn du in 5 Minuten nicht unten bist, sind wir weg.“ „Äh Duncy? War das grad ne Drohung?“ Diesmal war ich an der Reihe mit dem „Nö“ sagen: „Das war ein guter Tipp von einem guten Freund, hm?!“ Damit verließ ich sein Zimmer und gesellte mich wieder zu den anderen zwei. „Was macht Lee denn da oben?“, wollten Ant und Si wissen. „Unser Kleiner konnte sich mal wieder nicht entscheiden, was er anziehen wollte.“ „Typisch“, nickte Si. „Was ist typisch?“, fragte Lee misstrauisch, als er von oben runter kam. „Ach....ähm nix“, lenkte Ant ab, „Lasst uns endlich gehen.“ Als wir am Freibad ankamen, waren wir ne dreiviertel Stunde zu spät und die Mädels standen nicht, wie verabredet, vor dem Eingang. Ganz bestimmt waren sie schon rein gegangen. Das gleiche taten wir nun auch und schauten uns suchend nach den Vieren um. Ah, da hinten lagen sie ja. Ich hatte Jen schon von weitem erkannt. Sie sah in dem Bikini, den sie trug, mehr als nur heiß aus. Oh, Duncan schön die Augen wieder einsetzen! Zum Glück waren sie nicht sauer, dass wie spät dran waren. Lee war eingeschnappt, dass die Vier bei seinem Anblick nich gleich ausgeflippt waren. Aber er hatte sich schnell wieder gefangen, als Anna ihm bereitwillig den Rücken eincremte. Klara und Melissa machten sich an Si und Ant zu schaffen. Ich nahm all meinen Mut zusammen und fragte auch Jen, ob sie mir behilflich sein könnte. Ich konnte einfach nichts anderes tun, als ihre Berührungen zu genießen und in einen Tagtraum zu verfallen....Jen und ich, wir waren endlich zusammen. Sie zog mich gerade zu sich aufs Bett....... knöpfte langsam mein Hemd auf......Der Tagtraum endete jäh mit ihren Berührungen und ich konnte nur noch ein „Danke“ seufzen. Oh je, ich hatte geseufzt! Was sie jetzt bloß von mir denkt? Wahrscheinlich das ich nur auf Sex aus war, was absolut nicht stimmte. Eine Zeit lang lagen wir einfach nur so da, bis Lee wieder munter wurde. Er war eben ein echtes Energiebündel, in jeder Hinsicht! Lee hatte uns gerade aufgescheucht und uns dazu getrieben, endlich ins Wasser zu gehen. Das schaffte er auch bei allen, bis auf Jen, die hartnäckig ihr Buch weiter las. Ganz schön willensstark, wenn man bedachte, dass Lee sie die ganze Zeit zu textete. „Lee, halt den Schnabel und lass mich in Ruhe mein Buch lesen“, giftete sie ihn gerade an. Aber Lee wäre nicht Lee, wenn er so schnell aufgeben würde. Er winkte Ant heran, der meist auch für jeden Quatsch zu haben war, und nahm ihr das Buch weg. Er packte sie an den Armen, Ant nahm ihre Beine und so trugen sie Jen zum Rand des Beckens. „Ant, Lee, wenn ihr das macht, dann könnt ihr euer blaues Wunder erleben“, verzweifelt versuchte sie sich gegen den starken Griff der Jungs zu wehren. „1....“, zählten die beiden lachend. „Jungs bitte, hört auf damit. Das ist jetzt echt nicht mehr komisch.“ „...2...“ „Duncan, hilf mir bitte!!“ Ok, dass hatte sich jetzt wirklich nicht mehr witzig angehört, das klang panisch. Wie sollte ich jetzt so schnell zu ihr hinkommen? Bis ich da war, hätten die beiden sie schon längst ins Wasser geworfen. „Lee, hör auf und lass die los. Du siehst doch das sie Angst hat“, griff da Klara ein. „Klara hat recht! Hört....“, doch da war es auch schon zu spät. „...3!“, die Jungs schmissen Jen ins Wasser. Jetzt nix wie hin! Als ich bei ihr angelangt war, war sie noch immer unter Wasser. Ich bekam ihre Hand zu fassen und zog sie hoch. Prustend tauchte sie auf und klammerte sich direkt an mich. Sie zitterte. „Jen, was ist denn los? Kannst...kannst du nicht schwimmen?“ „Doch.....doch ich kann schwimmen. Aber.... als kleines Mädchen wäre ich beinahe einmal ertrunken“, erzählte sie stockend, „Ich war gerade frisch in einem Schwimmkurs angemeldet und es war meine erste Stunde. Ich hielt mich am Beckenrand fest, aber ein Mädchen schubste mich weg. Die wenigen Minuten unter Wasser waren furchtbar. Ich bin einfach nicht mehr hochgekommen. Erst Jahre später konnte ich mich dazu überwinden, schwimmen zu lernen. Ich tu´s auch gerne, aber.....ich habe einfach Angst, wenn ich die Kontrolle verliere....verstehst du?“ Ich hatte das Gefühl, dass sie nicht nur das Schwimmen damit meinte, sondern noch auf etwas anderes anspielte. Statt ihr zu antworten, drückte ich sie einfach an mich. Aber viel zu schnell löste sie sich wieder von mir: „Es geht schon wieder, Dan.....ke“. Es war einer dieser Augenblicke, den man meist nur aus dem Kino kannte. Wenn die ganze Welt verschwamm und still zu stehen schien. Alles unwichtig wurde, bis auf den Menschen, den man liebte. Genau so ein Augenblick hielt uns nun gefangen. Ich sah einfach nur in ihre Augen und sie in meine. Ganz langsam näherten sich unsere Gesichter. Ich schmeckte ihre weichen, sinnlichen Lippen auf meinen und verfiel ihr noch mehr, als ich es ohne hin schon war. Plötzlich brach sie ab, ihre wunderschönen Augen sahen mich entsetzt an. Jen befreite sich aus meiner Umarmung, schwamm zum Beckenrand, trocknete sich hastig ab und schlüpfte in ihre Klamotten. Eilig packte sie ihre Sachen zusammen und verschwand. Und ich? Unfähig ihr nachzugehen, war ich immer noch mitten im Schwimmbecken und starrte ihr wie ein Auto nach. Sie hatte mich einfach wie einen Idioten stehen lassen......

~Jenny~

Lee war aber auch echt ne Nervensäge! Er quasselte mich gerade damit voll, doch mit ins Wasser zu kommen. Als er bei mir nicht weiter kam, holte er sich Ant zu hilfe und die beiden trugen mich an den Beckenrand. Oooookay, jetzt war wirklich Panik angesagt. Das Wasser! Mein 2. größtes Geheimnis, dass ich nicht gerade jedem auf die Nase binden wollte. Ich hasste es, die Kontrolle zu verlieren. Auch von Duncan und meinen Freundinnen ließen sich Lee und Ant nicht aufhalten und schmissen mich ins Wasser. Da ich so in Panik war, kam ich überhaupt nicht an die Oberfläche. Glücklicherweise bekam ich eine Hand zufassen, die mich hoch zog. So ein Zufall: es war Duncan! Ich zitterte und musste mich einfach an ihn klammern. In seinem Armen beruhigte ich mich langsam wieder. Er wollte natürlich wissen, was los war und ich war eigentlich froh, ihm wenigstens in dieser Hinsicht alles sagen zu können. Als ich geendet hatte, blickte ich in seine Augen....diese unglaublich blauen Augen, die Wärme und Liebe ausstrahlten. Ich konnte es nicht fassen, aber es war die Realität: Wir küssten uns. So zärtlich und doch voller Leidenschaft. Mein Gott, was tu ich bloß hier? Ich hatte mir doch geschworen, nie wieder einen Mann so nah an mich ran zu lassen. Erschrocken über mich selbst, machte ich mich von ihm los und flüchtete aus dem Bad. Ich musste einfach weg von dort, weg von ihm und weg von dieser Situation, die langsam drohte mich kaputt zu machen.....

~Duncan~

Wie bestellt und nicht angeholt war ich immer noch in diesem Schwimmbecken. „Tja Alter, jetzt solltest du wohl mal die Qualität deiner Kuss-Technik in Frage stellen“, das war Lee. Das reichte! Ich musste hier raus, bevor ich mich vergaß! Wie kurz zuvor Jen, verließ ich das Bad. „Hey Dunc, war doch nur Spaß!“, rief Lee mir noch hinterher. Ha ha, lang nicht mehr so gelacht, dachte ich betrübt. Ich wollte einfach nur noch nach hause und mich auf mein Bett schmeißen, was ich auch sogleich tat. Irgendwie war ich mir ganz sicher, dass ihre Flucht etwas mit dem zu tun hatte, was sie die ganze Zeit beschäftigte. Nur in welchem Zusammenhang war mir schleierhaft. Was bitte schön war so schlimm, dass sie nicht darüber reden konnte? In den nächsten Tagen war ich total down. Ein trübseliger Gedanke jagte den nächsten. In dieses Tief platzte Ant eines Nachmittags rein. „Dunc, kommst du mit? Wir wollen n bisschen in die Stadt.“ „Geht nur.“ „Wie lange willst du noch als Trauerkloß hier rumhängen?“ „So lange wie es mir passt“, gab ich patzig zurück. „Hast du eigentlich in den letzten Tagen schon mal in den Spiegel geschaut?“, er nervte ungemein. „Nein, warum?“ „Dann wüsstest du, wie scheiße du aussiehst.“ „Na super, und das sagt mir mein bester Freund!“ „Ja, allerdings“, erwiderte Ant, „wenn du sie wirklich lieben würdest, dann würdest du was unternehmen.“ „Aber Ant, dass tue ich doch.“ „Dann beweg deinen Arsch aus dem Bett und komm mit. In einer Stunde bist du fertig.“, befahl er und verschwand aus meinem Zimmer. Stöhnend rappelte ich mich auf und schlurfte ins Bad. Oh man, Ant hatte recht, musste ich mit Entsetzen feststellen. Ich liebte zwar meinen drei-Tage-Bart, aber das hier war echt zu viel des guten! Dieser Vollbart sah zum kotzen aus! Und mit der 2. Sache hatte er auch recht. Wenn ich Jen liebte, dann musste ich um sie kämpfen, denn es brachte nichts, hier rumzutrauern. Worüber eigentlich auch? Es hatte ja noch nicht mal angefangen. Ich duschte, rasierte und zog mich an. Genau eine Stunde später stand ich vor den Jungs im Wohnzimmer. Diesmal verkniff sich sogar Lee seine Kommentare und wir zogen los in die Stadt durch verschiedene Geschäfte. Lee verfiel förmlich in einen Kaufrausch, den man eigentlich nur von Frauen kannte. Oh Duncan, das solltest du besser nicht denken. Schließlich hat kein normaler Mensch über 200 Jeans im Schrank wie du, tadelte ich mich selbst im stillen. „Hey Dunc, guck mal wer da vorne sitzt“, stieß mich Si plötzlich an. Ich brauchte gar nicht lange zu suchen, da entdeckte ich auch schon, wen er meinte: Jen! Warum saß sie denn mit den anderen hier und nicht in ihrem Stammcafe? Ah, blöde Frage, wahrscheinlich wegen mir. War das eine glückliche Fügung, dass wir uns jetzt hier begegneten? Ich beschleunigte meine Schritte, denn ich musste sie einfach zur Rede stellen. Oh Fuck, sie hatte mich gesehen und wollte wieder verschwinden. Aber diesmal nicht meine Liebe! Noch einmal kommst du mir nicht so davon! Ich spürte, wie mich die Sehnsucht nach ihr auffraß, aber da war noch ein anderes Gefühl: Wut! Ich machte mir Sorgen um sie und sie rannte einfach wieder weg. Ich also hinter ihr her und konnte schon wenige Meter von den Mädels entfernt nach ihrem Arm greifen: „Jen, warte......“

~Jenny~

Nachdem ich aus dem Schwimmbad abgehauen war, ging ich auf direktem Weg nach hause. Ich hatte gerade die Tür hinter mir zu gemacht und stand in meinem Schlafzimmer, als Matt mal wieder anrief. „Was willst du denn noch von mit?“, schrie ich ins Telefon, „mein Leben ist doch schon kaputt! Scher dich endlich zum Teufel!“ Weinend legte ich auf und fiel auf mein Bett. Ich konnte einfach nicht mehr. Alles war noch schwieriger geworden, seitdem Duncan in mein Leben getreten war. Warum musste Liebe nur so weh tun?
Tage später schleppten mich meine Freundinnen mal wieder in die Stadt. Das die Jungs nicht dabei waren, mussten sie mir vorher hoch und heilig versprechen. Nun saßen wir in einem Cafe und bisher hatte ich alle Ansätze, die sich auf das Thema „Duncan“ bezogen, abgeblockt. Mittlerweile hatten sie aufgegeben. Sogar Anna, was schon an ein kleines Wunder grenzte. Doch plötzlich erspähte ich Duncan, der sich rasch unserem Tisch näherte, Scheiße, war das einzigste Wort, dass mir in diesem Moment einfiel. Und das nächste war: Flucht! Schleunigst stand ich auf und lief weg. Doch schon nach ein paar Metern griff jemand nach meinem Arm und hielt mich fest. „Jen, warte, ich will mit dir reden“, es war Duncan. Wer sonst?! „Ich kann nicht“, presste ich hervor. „Aber mich wie einen Idioten stehen lassen, dass kannst du ja!?“, fragte er aufgebracht. Duncan war wütende, Keine Frage! Und ich konnte ihm das nicht mal übel nehmen, denn er hatte einen guten Grund dafür. „Bitte....lass mich gehen“, Tränen rannen meine Wangen hinab, aber ich wollte nicht, dass er sie sah. „Nicht bevor wir miteinander geredet haben und jetzt sieh mich gefälligst endlich an“, fuhr er mich lautstark an. Ich zuckte zusammen, tat aber was er von mir wollte. Langsam drehte ich mich zu ihm um und sah in seine Augen. Das wütende Funkeln verschwand und da war wieder dieser warme und liebevolle Blick, den ich so liebte. Er wollte mir die Tränen weg wischen, aber ich wich vor seine Hand zurück. Duncan war sichtlich geschockt: „Ich will dir helfen.“ „Das kannst du nicht.....niemand kann das.“ Sein Griff lockerte sich. Traurig sah ich ihn noch ein letztes mal an, bevor ich verschwand. Das, so glaubte ich, war das Ende.....

~Duncan~

Wie glaubt ihr, fühlte man sich, wenn die Frau, die man liebte, vor einem zurück wich, als hätte man ihr gerade mit voller Wucht eine gebrettert? In einem Wort? Beschissen! Schon wieder war Jen weg und ich wusste immer noch nicht richtig, was los war. Sie lief vor ihren Gefühlen weg, so viel war klar, aber weshalb? Was muss ich tun, damit sie mich liebt? Wenn sie mir keine Antworten gibt, dann werde ich sie mir eben woanders holen. Schnurstracks lief ich auf die Mädels zu, die sich in der Zwischenzeit mit den Jungs unterhalten hatten. Als ich an den Tisch trat, war plötzlich alles mucksmäuschen still. „Eine von euch sagt mir jetzt sofort, was mit Jen los ist“, verlange ich. Ich bemerkte Anna´s fragenden Blick, den sie den beiden anderen zuwarf, worauf Melissa und Klara heftig den Kopf schüttelten. „Herr Gott noch mal! Hört auf damit und macht endlich den Mund auf“, so langsam war ich am Rande der Verzweiflung angelangt. „Duncan“, na endlich, wurde aber auch langsam Zeit, dass Melissa mir antwortete, „wir können dir nicht sagen, was mit Jenny los ist. Es ist ganz allein ihre Entscheidung, ob sie es dir sagt. Wir können und wollen uns da nicht einmischen.“ „Ich hab ja tolle Freunde!“, wütend drehte ich mich auf dem Absatz um und ging weg. Ich war gerade um eine Kurve gebogen, als Klara außer Atem hinter mir hergerannt kam und mich aufhielt: „Duncan, ich will dir helfen.“ „Dann sag mir die Wahrheit“, flehte ich. „Das kann nur Jen allein. Aber ich werde versuchen, mit ihr zu reden und sie dazu bringen, eurer Liebe eine Chance zu geben.“ „Du denkst, sie liebt mich auch so, wie ich sie liebe?“, harkte ich hoffnungsvoll nach. „Ich denke es nicht nur, ich bin überzeugt davon. Und ich bin auch davon überzeugt, dass du ihre einzigste Chance bist, wieder glücklich zu sein. Sie darf einfach nicht daran zerbrechen. Weißt du.....Jen ist wie eine Schwester für mich und es tut mir weh, sie so zu sehen. Ich kann dich also nur bitten, sie und eure Liebe nicht aufzugeben.“ „Das habe ich nicht vor, keine Angst“, erwiderte ich. „Gut, ich kann mir vorstellen, wie schwer dir das fallen wird, aber es wäre vielleicht besser, wenn du sie erst mal in ruhe lässt.“ Ich nickte. „Ich werde sehen, was ich machen kann“, verabschiedete sich Klara und warf mir noch einen aufmunternden Blick zu, bevor sie ging. Nein, nie im Leben würde ich Jen aufgeben, dafür liebte ich sie viel zu sehr....

~Jenny~

Ich befand mich in der Hölle. Anders konnte man diese Schmerzen nicht beschreiben. Es waren keine körperlichen, sondern seelische Schmerzen, die mich quälten. Es kam mir vor, als würden Messer auf mich einstechen und es wurden immer mehr und mehr. Jetzt war es wieder so schlimm, wie vor ein paar Monaten. Ich wollte einfach wieder nur in Ruhe gelassen werden, aber das schien keiner zu verstehen, denn Anna war gerade bei mir und es flogen richtig die Fetzen. Nachdem ich zum x-ten Male geflüchtet war, hatte ich mich tagelang bei keinem gemeldet. Ständig versuchte mich jemand anzurufen, doch ich ging einfach nicht dran. Die Kassette von meinem AB war inzwischen voll besprochen und mein Handy zeigte manchmal 50 Anrufe in Abwesenheit an. „Ich weiß echt nicht, was du noch mehr willst. Ich meine, Duncan ist wirklich sehr sexy und....“ „Dann nimm ihn dir doch, wenn du so scharf auf ihn bist“, schrie ich sie an, ging zur Tür und hielt sie offen. „Gut, wenn du meinst“, beleidigt verließ sie meine Wohnung und stieß prompt mit Klara zusammen. Verwirrt sah sie Anna nach und wandte sich dann mir zu. „Bevor du was sagst, Klara. Ich will nicht reden“, fertigte ich sie ab und knallte die Tür zu. Oh gott, was hatte ich da gerade bloß zu Anna gesagt? „Dann nimm ihn dir doch, wenn du so scharf auf ihn bist.“ Irgendwie hoffte ich, dass sie das nicht wörtlich nahm....

~Anna~

Es hatte ganz schön gekracht zwischen uns beiden. So schlimm, wie schon lange nicht mehr. Aber der letzte Satz konnte nicht ihr ernst sein. Nein, sie hatte gelogen. Jen liebte ihn und das wusste sie ganz genau. In mir reifte einer meiner berühmt berüchtigten Pläne. Was wäre, wenn sie Duncan mit einer anderen sehen würde? Würde sie dann endlich aufwachen und erkennen, dass er nicht bis in alle Ewigkeit auf sie warten würde, auch wenn er sie noch so sehr liebt? Würde sie dann einen Schritt auf Duncan zu gehen, anstatt ihn immer nur weg zu stoßen? Hm, einen Versuch war es jedenfalls wert. Ah, erst jetzt bemerkte ich die Kopfschmerzen, die in meinem Kopf wie Presslufthammer dröhnten. Ja, das zeigte mal wieder, dass ich es nicht gewöhnt war, nach zu denken. Ich verstand nich, wie Jen das aushielt.....

~Duncan~

Seit Tagen hatte ich nun schon diesen Umschlag auf meinem Nachtschrank liegen, aber Klara hatte mir ja nahe gelegt, Jen in Ruhe zu lassen. Ah, scheiß drauf. Schlimmer als jetzt konnte es eh nicht mehr werden. Schnell flitzte ich in einen Blumenladen, kaufte eine rote Rose und machte mich auf den Weg zu Jen. Den Brief mit der Rose legt ich vor ihre Tür, klingelte und versteckte mich dann schnell, damit sie mich nicht sah. Aus meinem Versteck heraus, konnte ich beobachten, wie sie die Rose und den Brief an sich nahm und öffnete. Es brach mir das Herz, zu sehen zu müssen, wie Tränen, Rinnsalen gleich, ihre Wangen hinunter flossen und sie verzweifelt am Türrahmen runterrutschte. Jen kannte nun meine Gefühle. Es lag jetzt ganz allein an ihr, den nächsten Schritt zu tun....

~Jenny~

Schon wieder hatte es geklingelt, aber ich hatte keine Kraft mehr. Alles viel mir so schwer, selbst das atmen. Trotzdem quälte ich mich aus dem Bett und öffnete die Tür. Vor mir lag ein Brief mit einer roten Rose. Schon wissend, von wem der Brief war, öffnete ich ihn: Jen, es tut mir so unendlich leid, dass ich dich so bedrängt habe. Vielleicht kannst du mir irgendwann verzeihen?! Ich werde auf dich warten, egal, wie lange es auch dauern wird....In Liebe! Duncan“ Ich dachte, ich hätte keine Tränen mehr, aber das war falsch. Es waren noch mehr als genug da. Meine Kräfte ließen nach und ich sackte auf dem Boden zusammen. Ich saß weinend, in der geöffneten Tür, am Boden. Oh gott, wenn mich hier jemand sah. Schnell die Tür wieder zu. Ich wollte nichts erklären müssen....

~2 Tage später~

~Klara~

Anna hatte uns alle überredet, mit in den Club zu kommen. Sogar Duncan war dabei, aber er starrte nur deprimiert vor sich hin. Es muss endlich was passieren, dachte ich nur. „Melissa!“, schrie ich gegen die Musik an, „Ich gehe jetzt zu Jen. Ich bin bald wieder mit ihr zurück.“ „Klara, lass sie in Ruhe! Das bringt doch nichts.“ „Das werden wir ja sehen.“, antwortet ich, sagte Anna noch bescheid, wo ich hinging und verschwand dann aus dem Club. Eine dreiviertel Stunde später klingelte ich an Jen´s Tür. Verheult öffnete sie mir die Tür: „Was willst du?“ „Jen, so geht das nicht weiter“, ich schloss die Tür hinter mir, „du liebst ihn doch.“ „Das ist nicht wahr.“, erwiderte sie aufgebracht. „Dann will ich jetzt aus deinem Mund hören, dass du ihn nicht liebst.“ Stille....dann: „Ich liebe ihn nicht“, sagte sie tonlos und sah mich dabei nicht an. „Sieh mir in die Augen und sag das noch mal“, forderte ich sie auf. „Was willst du noch von mir hören? Reicht dir das nicht? Musst du mich noch mehr quälen?“, weinend brach sie zusammen. „Shhh Süße ist ja gut. Ich bin ja bei dir“, tröstete ich sie. „Ich liebe ihn so sehr, Klara“, stammelte sie, „Ich liebe ihn doch.“ „Duncan ist nicht Matt. Ich weiß, dass du Angst hast, aber das wird sich nicht noch mal wiederholen.“ „Was soll ich denn jetzt machen?“, hilflos sah sie mich an. „Duncan sitzt gerade mit im Club und ich hoffe, dass er sich nich aus lauter Frust voll laufen lässt. Du musst mit mir kommen und ihm sagen, was du fühlst und warum du ihn die ganze Zeit zurück gestoßen hast. Na komm schon“, ermunterte ich sie. Sie nickte und begann sich umzuziehen und zu schminken. Eine gute halbe Stunde später waren wir endlich auf dem Weg zum Club. „Was, wenn er nicht mehr mit mir reden will?“, fragte Jen leise, „ich mein, ich habe ihn so oft zurück gestoßen und....“ „Jetzt sei nicht albern, Jen! Duncan liebt dich! Also hör auf damit!“ Äußerlich versuchte ich ruhig zu bleiben, doch innerlich jubelte ich vor Freude. Doch leider hielt dieses Hochgefühl nicht lange an, denn als wir im Club waren und Duncan tanzend mit Anna erspähten, küssten sich die beiden plötzlich. Jen erstarrte wie zur Salzsäure. „Ich wusste es“, waren ihre letzten Worte, bevor sie aus dem Club stürmte.

~Duncan~

2 Tage waren nun vergangen und es hatte sich noch nichts getan. Von Klara wusste ich, dass sie sich heftig mit Anna gezofft hatte. Und Anna war es auch gewesen, der ich es zu verdanken hatte, dass ich nun in diesem Club saß und angeödet vor mich hinstarrte. Klara war schon vor einiger Zeit irgendwohin verschwunden, nachdem sie irgendwas zu Anna und Melissa gesagt hatte und die anderen schwirrten alle irgendwo hier rum. Plötzlich stand Anna neben mir und zog mich auf die Tanzfläche. „Anna, ich hab jetzt gar keine Lust zu.....“ „Ach komm schon! Sei kein Spielverderber“, lachte sie, legte meine Hände auf ihre Hüften und schmiegte sich an mich, denn es wurde gerade ein langsames Lied gespielt. Ich tat ihr den Gefallen, obwohl ich mich mehr als unwohl fühlte. Plötzlich sah sie mich an und küsste mich einfach. Küssen war das falsche Wort, denn sie tastete mit ihrer Zunge eher meine Mandeln ab. Im ersten Moment war ich viel zu verblüfft, um reagieren zu können, denn das hätte ich garantiert nicht erwartet. Dann stieß ich sie weg. „Was soll das, Anna? Spinnst du? Ich bin nicht Lee!“, fuhr ich sie wütend an. „Das weiß ich auch“, gab sie schnippische zurück, „ich will dir nur helfen, damit du endlich mit Jen zusammen kommst.“ „Das glaubst du ja wohl selber nicht, was du da......“, doch da unterbrach mich Klara. „Habt ihr eigentlich noch alle Tassen im Schrank? Jen hat alles gesehen!“ „Fuck!“ „Allerdings! Was habt ihr euch bloß dabei gedacht?“, fragte sie sauer. „Na ja“, meldete sich Anna kleinlaut zu Wort, „Ich dachte, wenn sie Duncan mit einer anderen sehen würde, würde sie vielleicht begreifen, dass er nicht ewig auf sie warten würde und endlich anfangen zu kämpfen. Nur deshalb habe ich Duncan geküsst. Es ging doch von mir aus.“ Genug rumgelabert. „Ich lauf ihr jetzt nach und erklär ihr alles“, und schon drängelte ich mich aus dem Club. Ich rannte zur Bahnhaltestelle, doch grad, als ich ankam, fuhr die Straßenbahn, mit ihr drin, ab. Mist, aber es kam zum Glück gleich die nächste hinterher. Ich verfluchte Anna und ihre blöden Einfälle. Jetzt konnte ich nur noch hoffen, dass es nicht endgültig zu spät war.......

~Jenny~

Ununterbrochen starrte ich das Foto von uns an und las seinen Brief, der meine Situation auch nicht gerade verbessert hatte. Duncan war viel zu lieb. Ich hatte es gar nicht verdient, dass mich dieser Mann überhaupt beachtete. Ich fragte mich, was passieren würde, wenn ich einfach alles zu lassen würde. Doch war ich überhaupt schon wieder für eine feste Beziehung bereit? Für ihn bereit? Konnte ich das Risiko überhaupt wieder eingehen, möglicherweise wieder verletzt zu werden? Mich ihm zu öffnen? Es tat so furchtbar weh, nicht zu wissen, was richtig, und was falsch war. Herz oder Verstand? Was würde siegen?
Spät abends klingelte es an meiner Tür, wie so oft in letzter Zeit. Klara! Warum musste sie mich so quälen? Mit ihrer Hartnäckigkeit hatte sie es tatsächlich geschafft, diesen einen Satz aus mir raus zu kriegen, der mir so unglaublich schwer viel: Ich liebe Duncan. Sie überzeugte mich davon, dass es nun an der Zeit war, ihm alles zu sagen. Ich machte mich also fertig, aber auf dem Weg zum Club kamen mir die ersten Zweifel , ob er überhaupt noch mit mir reden wollte. Klara war echt die Beste! Sie beruhigte mich und redete mir gut zu. Ohne sie wäre ich wahrscheinlich immer noch zuhause heulend rum gehockt. Endlich waren wir im Club und meine Nervosität wuchs von Sekunde zu Sekunde. Suchend sah ich mich um und entdeckte Duncan ausgerechnet mit Anna engumschlungen auf der Tanzfläche. Aber das war ja noch nicht alles! Denn dann küssten sich die beiden auch noch!! Anna hatte also wirklich erst genommen, was ich gesagt hatte. Eigentlich war ich ja auch selber schuld, denn ich hätte das niemals sagen dürfen. Es war mir einfach so heraus gerutscht. Aber von Duncan hätte ich das nicht erwartet. Er war also doch wie Matt. Und ich dachte, er wäre etwas besonderes. Sein Brief war eine einzige Lüge gewesen. Wie konnte ich nur auf ihn reinfallen? Mein Hals schnürte sich zu. Ich hatte das Gefühl zu ersticken. Frische Luft dachte ich nur und stürmte aus dem Club. So schnell mich meine Füße trugen, rannte ich zur Straßenbahnhaltestelle und, wenigstens etwas Glück hatte ich, sah von weitem schon die Bahn kommen. Ich stieg ein und die Bahn fuhr gerade los, als ich sah, wie Duncan angerannt kam. Tränen stiegen mir in die Augen. Warum heule ich auch noch wegen so einem Mistkerl? Ein paar Haltestellen, dann konnte ich wieder aussteigen, und mich auf den Weg nach hause machen, um mich wieder in mein Schneckenhaus zurück zu ziehen. Langsam trottete ich dahin und fragte mich, was mein Leben eigentlich noch wert war, warum ich mich ausgerechnet wieder in einen Mann aus diesem Biz verlieben musste? Ich vernahm Schritte hinter mir und drehte mich um. Duncan kam auf mich zu. „Was willst du noch von mir?“, schrie ich ihn an, „geh weg und lass mich allein.“ „Du willst doch gar nicht allein sein.“, sprach er beruhigend auf mich ein. „Woher willst du wissen, was ich will?“, keifte ich, drehte mich um und lief weiter. „Jen, ich liebe dich doch.“ Wie angewurzelt blieb ich stehen: „Wie kannst du es wagen, diesen Satz überhaupt in den Mund zu nehmen? Geh doch zurück zu Anna. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ihr schon fertig wart!“ „Jen, ich liebe dich....und du liebst mich....“ „Hör endlich auf damit!“ Warum tat er das? Während er Schritt für Schritt langsam näher kam, war ich unfähig mich zu rühren. „Du hast es gefühlt......vom ersten Moment an.....genau wie ich“, redete er weiter mit sanfter Stimme auf mich ein. „Lass das!“ Nun stand er direkt vor mir und schlang seine Arme um mich. Verzweifelt versuchte ich mich dagegen zu wehren, aber er war so stark.....und ich so schwach.....zu schwach um zu kämpfen. „Lass mich gehen, Duncan.....Lass mich doch bitte einfach gehen“, wimmerte ich, immer noch in seinen Armen liegend. „Nein Jen“, sagte er bestimmt, „Nie wieder!“ Endlos lange standen wir einfach nur so da, bis Duncan die Stille durchbrach: „Was du da vorhin gesehen hast, ging nicht von mir aus. Das war Anna´s Plan, von dem ich absolut keine Ahnung hatte. Sie wollte damit bezwecken, dass du eifersüchtig wirst und.....nun ja....endlich was unternimmst.“ Mit großen verheulten Augen sah ich ihn an: „Ich bring sie um.“ „Ich glaube, dass erledigt Klara schon gerade für dich“, lächelte er. Nun meldete sich mein tierisch schlechtes Gewissen. „Duncan, es tut mir so leid....ich....“ „Shhht, schon gut. Ich an deiner Stelle hätte auch falsche Schlüsse gezogen.“ „Nein, es ist nicht nur das“, fing ich an“, ich hab dir immer wieder weh getan, indem ich dich zurück gestoßen habe. Und ich finde, ich bin dir eine Erklärung schuldig.“ „Ich möchte dir so gern helfen und wissen, was dich bedrückt, aber auch nur, wenn du das wirklich willst.“ „Ich will dir nicht noch mehr weh tun“, flüsterte ich. „Es geht hier nicht um mich, sondern darum, was für dich das beste ist.“ „Nein Duncan, es geht um uns und deshalb werde ich dir nun alles erzählen.“ Ich holte noch einmal tief Luft und legte dann los....

~Duncan~

Endlich würde ich erfahren was passiert war und sie allein würde es mir erzählen. „Mit 16 lernte ich Matt kennen. Wir verliebten uns hals über kopf ineinander. Liebe auf den ersten Blick sozusagen. Schmetterlinge im Bauch, die Sehnsucht nacheinander.....alles war genau, wie bei.....“ „uns?“, ergänzte ich hoffnungsvoll und mein Herz machte einen kleinen Hüpfer. Sie nickte, dass hieß, sie hatte mich auch vermisst. Sie fuhr fort: „Obwohl er viel mit der Band unterwegs war, lief alles bestens. Jeden Tag liebte ich ihn mehr und diese Gerüchte, die im Unlauf waren, waren mir scheiß egal. Letztes Jahr.....wir hatten schon länger geplant, dass ich zu ihm in die USA ziehe, erfuhr ich, dass ich von ihm schwanger war. Wir beide haben uns riesig auf das Baby gefreut. Ich wohnte erst ein paar Wochen dort, als ich plötzlich eines Abends starke Bauchschmerzen bekam. Mein Baby.....war tot“, erzählte Jen stockend, „Ich verfiel in tiefe Depressionen, war mir ganz sicher, irgendwas falsch gemacht, mein Baby umgebracht zu haben. Doch Matt holte mich da raus und bald konnte ich schon wieder in die Zukunft sehen und Hoffnung schöpfen. Er machte mir einen Heiratsantrag, den ich überglücklich annahm. Weißt du, er ist nicht so der häusliche Typ. Sein Leben sind Partys und ich bin oft genug mit ihm mit gegangen, obwohl mich die Allüren mancher Stars so richtig angekotzt haben. Es sind zum Glück nicht alle in diesem Biz so“, sie lächelte mich an, „aber es gibt viele, die abgehoben sind. Es geht nur noch ums Image und um die Frage `Wer ist Single?´, und nicht mehr um die Musik, die eigentlich im Vordergrund stehen sollte. Aber zurück zu Matt. Kurze Zeit nach dem Antrag wollte er schon heiraten. Ich verstand nicht so wirklich, warum auf einmal alles so schnell gehen musste, aber ich willigte trotzdem ein. Wir bereiteten alles vor. Nur die Jungs aus der Band sollten dabei sein. Für unsere Familien und Freunde wollte wir später ein großes Fest ausrichten. Wenige Tage vor der Hochzeit, waren er und die Jungs noch im Studio, um ihr neues Album aufzunehmen. Ich war allein zuhause, als es plötzlich klingelte. Ich öffnete, aber es war niemand zu sehen. Vor der Tür lag nur ein großer, brauner Umschlag. Neugierig öffnete ich ihn und.....ich .......ich konnte nicht glauben, was ich das in den Händen hielt! Fotos von Matt, wie er sich auf irgendeiner Toilette mit nem Groupie vergnügte. Dabei war ein Zettel: `Ich denke, Sie sollten wissen, dass ihr zukünftiger Ehemann Sie erst vor wenigen Monaten betrogen hat.´ Ich war.....einfach geschockt. Er hatte nicht nur mich betrogen und belogen, sondern auch unser Baby. Ich weiß bis heute nicht, wer mir diese Fotos geschickt hat, wahrscheinlich ein mitleidiger Paparazzi. Wer auch immer.....ich bin dem jenigen furchtbar dankbar dafür, denn von allein hätte Matt mir nichts erzählt. Jedenfalls habe ich ihn gar nicht erst zur rede gestellt, denn die Fotos waren mir Beweis genug. Ich buchte den nächsten Flug nach Deutschland, packte meine Sachen, schrieb einen Zettel `Es ist aus!!!´, legte diesen zu den Fotos und knallte den Verlobungsring daneben auf den Tisch. Seitdem ruft er immer an und versucht mir zu erklären, dass er mich doch liebt und mich zurück will. Das Groupie sei doch bloß ein dummer Ausrutscher gewesen. Zurück in Deutschland war ich froh, dass meine Eltern meine Wohnung in unserem Haus noch nicht vermietet hatten. Ich zog mich zurück, wollte mit niemandem reden, keinen sehen und vor allen dingen.....nichts mehr fühlen. Ich hatte mir geschworen, keinen Mann mehr an mich ran zu lassen....aber...aber dann kamst du und ich....ich hab verzweifelt versucht mich gegen die aufkeimenden Gefühle für dich zu wehren. Duncan.....ich liebe dich, aber...ich weiß einfach nicht, ob ich für eine feste Beziehung schon wieder bereit bin.“ Stille. Während sie die ganze Zeit geredet hatte, hörte ich einfach nur zu und wir gingen langsam in Richtung ihrer Wohnung. Davor kamen wir zum stehen. Mein Gott, was hatte ihr dieser verfluchte Mistkerl bloß angetan!! Wie konnte er dieser wunderbaren Frau nur so weh tun??!! „Und jetzt?“, fragte ich ängstlich, „Ich meine....wie...wie solls jetzt weiter gehen?“ „Keine Ahnung! Ich weiß nur, dass ich diese Entscheidung nicht übers knie brechen kann. Ich brauche Zeit, um mir klar darüber zu werden, was ich wirklich will, denn ich will uns beiden nicht weh tun. Kannst du das verstehen?“ Ich nickte. Wenn ich sie wirklich wollte, musste ich ihr die Zeit geben, die sie brauchte: „Ruf mich einfach an, wenn du soweit bist.“ „Danke.“ „Wofür?“ „Dafür, dass du so geduldig bist und mich nicht aufgegeben hast.“ „Das hätte ich nie gekonnt.....nie im Leben“, antwortete ich und sah ihr tief in die Augen. Jen lächelte mich an und wir standen eine ganze Weile einfach nur so voreinander. „Gute Nacht“, sagte sie dann plötzlich und küsste mich auf die Wange. „Träum was schönes“, erwiderte ich und sah ihr nach, wie sie die Treppen zu ihrer Wohnung hochstieg und darin verschwand......

~Jenny~

Nun war es raus! Duncan wusste über alles bescheid und er war sehr verständnisvoll. Jeder andere hätte mir keine Zeit gegeben, aber er tat es. Ein Gefühl unglaublicher Erleichterung überkam mich. Ich hätte nie für mögliche gehalten, dass es mir danach besser gehen würde. Es war schon ziemlich spät und wir standen schon eine ganze Weile vor dem Haus meiner Eltern. Ich verabschiedete mich mit einem Kuss auf seine Wange und ging in meine Wohnung. Eine schreckliche Müdigkeit erfasste mich. Die Anstrengungen der letzten Monate, die Fehlgeburt, Matt, sein Seitensprung, Duncan und dieses Gefühlschaos, waren einfach zu viel gewesen. Ich schaffte es gerade noch, mich umzuziehen, bevor ich dann auch gleich tot müde ins Bett fiel.

~Duncan~

Egal, wie lange es dauernd würde, ich würde warten. Dieses Gefühl hatte ich noch nie bei einer Frau. Dieses Gefühl, sie nicht los lassen zu dürfen, das sie einfach in mein Leben gehörte. Jen war die Richtige für mich, also durfte ich jetzt keinen Fehler machen und sie zu irgendetwas drängen. Ein paar Tage waren seit dem Gespräch mit Jen vergangen und sie hatte mich noch nicht angerufen. Die nächsten Tage verbrachte ich zuhause oder war unterwegs, lief einfach so in der Gegend rum, um den Kopf frei zu kriegen. Genau so wollte ich es heute auch wieder machen. Es war nachmittags und ich wollte gerade das Haus verlassen, als Si mich aufhielt: „ Wo willst du schon wieder hin, Dunc?“ „Raus“ „Das tust du schon die ganzen letzten Tage! Warum verbringst du keine Zeit mehr mit uns?“, wollte er wissen. „Weil ihr über eine Sache reden wollt, die nicht mehr in meiner Hand liegt.“, gab ich zurück. „Und wenn ich dir verspreche, dass keiner von uns davon anfangen wird?“ Ich seufzte und ließ den Kopf hängen. „Duncan....willst du nicht vielleicht doch mit mir reden?“, fragte er besorgt. „Si, ich muss andauernd daran denken, was sein wird, wenn sie sich gegen mich, gegen unsere Liebe entscheidet. Ich weiß nicht, was ich dann tun soll!“ „Liebt sie dich?“, fragte er und ich nickte, „dann wird sie sich für dich entscheiden.“ „Ja....aber....sie ist so voller Angst und wenn das ihre Liebe zu mir überwiegt.....dann ist alles vorbei.“ „Komm schon Kumpel. Denk nicht mal daran, denn so wird es nicht kommen. Vielleicht heitert dich das ein bisschen auf, wenn du mit uns in die Stadt kommst. Wie wollen was trinken gehen.“ Ich willige ein. Könnte ja sein, dass Simon recht hatte. Natürlich trafen wir in der Stadt im Cafe, wie sollte es auch anders sein, auf die Mädels. Allerdings waren sie ohne Jen da. Lee steuerte direkt auf ihren Tisch zu. Ich setzte mich einfach und würdigte Anna keine Blickes, denn ich war immer noch tierisch sauer, dass sie mich einfach so geküsst hatte. Klara sah mich immer wieder fragen an, aber sie traute sich wohl nicht, mich darauf anzusprechen, ob und wie das Gespräch mit Jen gelaufen war. Anscheinend hatte sie noch nicht mit ihr gesprochen. Eigentlich wollte ich mich ja von Jen etwas ablenken, aber nun, da ich hier mit ihren Freundinnen zusammen saß, dachte ich schon wieder an sie. „Sagt mal, ist das da hinten nicht Jen? Und wer ist der Typ der da bei ihr ist?“, fragte Lee. Ha ha, toller Witz, Lee! Jen und n andere Typ! Das ist das Blödeste, dass ich seit langem gehört hab, dachte ich nur, ohne mich umzudrehen. „Huhuuuu Jen!!“, grölte Lee und winkte sie zu uns. Hat der se eigentlich noch alle? Nun drehte ich mich auch um....und musste ganz schön geschockt schlucken! Denn Lee hatte Recht gehabt, da stand Jen mit irgend so nem Typen. Sie sah zu uns rüber, besprach etwas mit ihm und die beiden kamen auf uns zu.....

~Jenny~

In den nächsten Tagen dachte ich über das Für und Wider meiner Gefühle zu Duncan nach. Ein riesiges Chaos aus Angst, Liebe, Verzweiflung und Sehnsucht hatte sich angehäuft, dass ich erst mal auseinander sortieren musste. Eine schwierige Angelegenheit, die mich eine Menge Kraft und Nerven kostete....
Nach langer Zeit erwies uns mal wieder mein Cousin Ben die Ehre. Er kam nicht oft hier her und wenn, dann hatte er seine nervige Freundin Nina im Schlepptau, die ich ja mal so gar nicht leiden konnte. Nina tat immer so, als seien wir die besten Freundinnen, aber ich konnte ihre Art und wie sie meinen Cousin ausnutzte, einfach nicht ausstehen. Ben zu liebe hielt ich jedoch meinen Mund und lächelte immer lieb und nett. Dieses mal jedoch hatte er uns mit ihrer Anwesenheit verschont, worüber ich sehr froh war. Nun hatte mich Ben so lange zugetextet, bis er mich soweit hatte, mit ihm in die Stadt zu gehen. Als wir nun so daher liefen, grölte plötzlich jemand meinen Namen. Ich sah mich um, und entdeckte Lee, der mir zuwinkte. "Ben, er hat mich gesehen. Ich muss wenigstens ´Hallo´ sagen." "Wer ist das denn?", wollte er wissen. "Ein Freund.", antwortete ich und wir änderten die Richtung. Jetzt erst bemerkte ich, dass auch Duncan dabei war. Er hatte sich umgedreht, und wenn ich seinen Blick richtig interpretierte, schwankte dieser zwischen Ungläubigkeit und Eifersucht. „Na, Jen? Was machst du denn hier?“, erkundigte sich Ant. „Ach, wir wollen n bisschen shoppen“, antwortete ich. Ich sah wieder Dunc´s Blick und beschloss, ihn zu erlösen. Wer weiß, was er dachte?! „Ähm, Ben, das sind Lee, Antony, Simon und Duncan. Jungs, das ist mein Cousin Ben.“, lächelte ich uns sah Duncan an, dessen Gesichtszüge augenblicklich wieder entspannt wirkten. „Wollt ihr euch nicht setzen?“, bot Anna an. Als ich ihr nicht antwortete, tat Ben es für mich: „Danke, aber wir wollen ja noch weiter.“ Anna! Ich könnte sie auf den Mond schießen, weil sie Duncan geküsst hatte und das ließ ich sie jetzt auch spüren, indem ich sie einfach nicht beachtete. „Können wir, Jen?“, drängelte Ben. Ich nickte. „OK, dann wollen wir mal. Macht euch noch n schönen Nachmittag“, verabschiedete ich mich und Ben zog mich schon wieder in die Richtung in die wir eigentlich wollten. „Jen?“, Dunc war aufgestanden und kam nun hinter uns her. „Ähm...Ben?“ „Ja, ich geh dann schon mal vor“, erwiderte dieser und ließ Dunc und mich allein. „Hey....wie...wie geht’s dir?“, fragte er unsicher. „Na ja, muss ja. Und dir?“ Er zuckte unschlüssig mit den Schulter. Dann trat eine Stille ein, in der wir uns einfach nur ansahen. Ich versank in seinen blauen Augen, die mich alles vergessen ließen. In diesem Moment sehnte ich mich einfach nur danach, in seinen Armen zu liegen und seine Lippen auf meinen zu spüren. Ich wollte ihn küssen, jetzt und hier. Jede Faser meines Körpers verlangte nach ihm. Kurz entschlossen trat ich einen Schritt auf ihn zu, zog ihn ganz nah an mich und begann, ihn vorsichtig zu küssen. Ich spürte seine Unsicherheit, dennoch erwiderte er den Kuss leidenschaftlich. Mir war es egal, dass uns in diesem Moment mindestens 40 Leute, einschließlich unserer Freunde und meinem Cousin, auf offener Straße beim rum knutschen zu sahen, denn ich konnte einfach nicht genug von ihm kriegen. „Jenny!“, hörtet ich da schon wieder Ben´s drängelnde Stimmen. „Du musst gehen“, keuchte Duncan überrascht auf. „Ich weiß“, antwortete ich außer Atem, „ich ruf dich an. Ich versprechs.“ Flüchtig berührten sich unsere Lippen noch ein letztes Mal, bevor ich mich umdrehte und zu Ben hinüber lief. Alles kam mir vor, wie in einem Traum und meine Lippen prickelten immer noch vor Verlangen. „Na, was war das denn grade?“ „Was meinst du?“, gab ich mich unwissend. „Tu doch nicht so, Jen! Du weißt ganz genau, was ich meine. Was läuft da zwischen dir und Duncan?“ Ich kam also nicht drum herum, Ben alles zu erzählen, denn er würde eh nicht locker lassen, bis er alles wusste. „Ich hab einfach Angst und ich weiß einfach nicht, ob ich für eine feste Beziehung schon wieder bereit bin. Außerdem will ich ihm und mir nicht weh tun, deshalb habe ich ihn um etwas Abstand und Bedenkzeit gebeten“, endete ich schließlich. „Jen, kann ich dich was fragen?“ „Sicher, frag“ „Warum hast du Duncan gerade geküsst?“ „Ich....ich weiß auch nicht, was da über mich gekommen ist. Ich habe in seine wunderschönen blauen Augen gesehen und konnte einfach nicht mehr klar denken.“ „Du weißt schon, dass du ihm mit diesem Kuss nur noch mehr Hoffnungen gemacht hast?! Wenn du dich nämlich gegen ihn entscheiden solltest, dann wird es für Duncan nur noch schwerer sein und es wird ihm noch mehr weh tun.“ Verdammt, ich hatte einfach nicht nachgedacht! Natürlich hatte Ben, mit dem was er gesagt hatte, vollkommen recht. Ich fühlte mich Duncan gegenüber unglaublich schuldig, dass ich ihm das alles an tat. Wie gern würde ich diese Schuld auf jemand anderen schieben, wie zum Beispiel auf Ben, der mich ja erst hierher geschleppt hatte. Aber das konnte ich nicht tun, denn ich war dafür verantwortlich. Es war mein Fehler gewesen, ganz allein mein Fehler.....

~Duncan~

Mir blieb bald das Herz stehen, als Jen und dieser Typ vor unserem Tisch zum stehen kamen. Ein ganzer Steinbruch fiel mir vom Herzen, als sie ihn schließlich als ihren Cousin vorstellte. Ich hab schon sonst was gedacht..... Jedenfalls lehnte sie, besser gesagt Ben, Anna´s Angebot ab, sich zu uns zu setzen, denn Jen war viel zu sehr damit beschäftigt, Anna die kalte Schulter zu zeigen. Auf jeden Fall verabschiedeten sich die beiden wieder und ich hatte gar keine Gelegenheit, mit ihr zu reden, weil die anderen dabei waren. Also entschloss ich mich, ihr zu folgen. Ben ließ uns allein, aber von uns wusste so recht, was er sagen sollte. Plötzlich zog sie mich eng an sich, so dass ich ihren Körper ganz nah an meinem spüren konnte, und küsste mich. Das hätte ich nicht erwartet und es verwirrte mich. Einerseits wollte ich nichts mehr, als sie endlich küssen zu dürfen, andererseits hatte ich Angst, dadurch alles kaputt zu machen. Zuerst war sie noch sehr vorsichtig, doch dann riss sie mich mit ihrer Leidenschaft mit sich. Es kam mir so endlos vor und erst Ben´s Stimme schaffte es, dass wir voneinander abließen. Dann war Jen wieder weg. Schweren Herzens ging ich zu den anderen zurück. Wie gern hätte ich sie jetzt in meiner Nähe gehabt. „Naaaaaaa Duncyyyyyy?“, stichelte Lee auch schon gleich wieder drauf los. Er zog die Wörter absichtlich so lang, nur um mich zu ärgern. „Seid ihr jetzt zusammen?“, fragte Lee auch schon gleich weiter, „Ich mein, so wie ihr rumgemacht habt!“ „Wir haben nicht rumgemacht“, antwortete ich säuerlich. „Ja, ja“, grinste er nur. Ach, sollte er doch glauben, was er wollte. Is ja nicht mein Problem! Andere Sachen waren jetzt wichtiger. In Gedanken erlebte ich immer wieder diesen atemberaubenden Kuss, Jen´s Nähe, ihre Leidenschaft....Diese Frau brachte mich einfach um den Verstand. Ich hätte sie noch ewig küssen können und ich wollte sie so sehr,,,, Warum konnte nicht einmal im Leben etwas einfach sein?

~Jenny~

Grübelnd saß ich 2 Tage später nachmittags auf meinem Bett. Aber irgendwie brachte mich das einfach nicht weiter. Liebe? Ja oder nein? Und um welchen Preis? Auf diese Fragen suchte ich immer noch eine Antwort. Aber gab es die überhaupt? Es musste dringend irgendetwas passieren, denn es war einfach nicht fair, Duncan so lange hin zu halten. Aber was verdammt noch mal sollte ich tun? Mein Blick fiel wieder auf unser Foto. Ich sah das glückliche Paar vor mir, dass wir sein könnten..... und plötzlich war die Entscheidung da!! Ich griff zu meinem Handy und wählte Dunc´s Nummer. Es kam mir vor, als ob es endlos klingeln würde, bevor er endlich abnahm: „Hallo?“ „Hey Dunc! Ich bin´s, Jen. Hast du heut abend Zeit? Könntest du vorbei kommen?“, fiel ich direkt mit der Tür ins Haus. „Sicher“, erwiderte er erfreut, „wann denn?“ „Hm, so gegen 8 Uhr. Ist das okay für dich?“ „Klar, ich werde pünktlich sein.“ „Schön, bis nachher“, verabschiedete ich mich. Ich sah auf die Uhr: 3 Uhr nachmittags. Es blieb mir also noch genug Zeit....

~Duncan~

Jen ging mir nun erst recht nicht aus dem Kopf und die Jungs schmissen sich schon immer weg vor lachen, wenn ich meinte, dass es mal wieder geklingelt hatte und ich aufgeregt zu meinem Handy hastete. Heute hatten wir 4 uns mal einen schönen TV – Tag gemacht, dass hieß, den ganzen Tag vor der Glotze rumgammeln. Schon wieder hörte ich es klingeln, aber ich dachte, dass es eh nur wieder Einbildung sei und so ignorierte ich es einfach. „Ähm Dunc, dieses mal klingelt dein Handy wirklich“, gluckste Ant Sekunden später. Ich schnappte mir so schnell es ging mein Telefon und nahm ab. Es war Jen, die mich heute abend sehen wollte. Begeistert sagte ich zu, fragte mich aber gleichzeitig, was mich erwarten würde. Würde es so verlaufen, wie ich es mir wünschte? „Jetzt sag schon“, drängte Si, „Wer war das?“ Ich drehte mich um und musste grinsen, denn ich blickte in 3 Gesichter, die mich mit Spannung ansahen. „Es war Jen.“ Ant, Si uns Lee kamen stürmisch auf mich zu und klopften mir auf die Schulter. Ant musterte mich: „Dunc, du siehst ja furchtbar aus“ „oh, vielen Dank“, erwiderte ich säuerlich. „Sieh zu, dass du ins Bad kommst, dich duschst und anziehst.“, sagte er nur und schubste mich zur Treppe. „Die Klamotten hat er doch eh nicht lange an“, warf Lee mit einem dreckigen Grinsen ein. „Nun mal langsam Jungs. Erstens: Es ist erst kurz nach 3 und um 8 soll ich erst bei ihr sein. Zweitens: Solltest du endlich mal begreifen, Lee, dass nicht alle Frauen so sind, wie Anna. Und drittens kann alles mögliche passieren.“ Während meine Freunde in eine heiße Diskussion über mein Liebesleben vertieft waren, setzten wir uns wieder ins Wohnzimmer und in mir machte sich Angst breit, vor dem was in ein paar Stunden geschehen würde. Da die Jungs immer noch diskutierten, beschloss ich, sie nicht weiter zu stören und ging hoch in mein Zimmer. Endlos lange durchstöberte ich meinen Schrank auf der Suche nach den geeigneten Klamotten. Als ich endlich das richtige gefunden hatte, begab ich mich unter die Dusche. Ich hatte gehofft, das Wasser würde alles von mir abwaschen, aber meine Angst, Nervosität und Unsicherheit blieb erhalten. Schließlich rasierte ich mich noch und zog mich an. Unten im Wohnzimmer erwartete mich schon ein Empfangskomitee, dass mir noch einmal aufmunternd zu nickte, bevor ich das Haus verließ und mich auf den Weg zu Jen machte....

~Jenny~

Ja, ich war mir ganz sicher! Ich wollte ihn! Bei ihm sein, seine Nähe spüren. Es würde nicht einfach werden, aber mit seiner Liebe würde ich es schaffen, wieder zu mir selbst zu finden und lernen, ihm zu vertrauen. Und heute würde es beginnen.....vorausgesetzt, er wollte es immer noch so sehr!?
Ich hatte mir überlegt, ein romantisches Abendessen vorzubereiten mit Dessert, Kerzenlicht, und allem drum und dran. Duncan hatte schon zugesagt und ich musste jetzt nur noch einkaufen gehen, kochen, duschen, umziehen....ups.... hatte ich gerade „nur noch“ gesagt?! Na gut, dann schnell an die Arbeit, denn es sollte heute abend alles perfekt sein! Innerhalb von 2 Stunden hatte ich es geschafft, einzukaufen und die Tüten nach Hause zu schaffen. Das war ja noch einfach gewesen, aber kochen, duschen, die richtigen Klamotten raus suchen und dann auch noch umziehen? Wie sollte ich das bloß schaffen? Ich sah auf die Uhr: noch 3 Stunden bis Duncan kam. Es musste also schnell eine Lösung her! Na klar! Mum!! Sie war eine ausgezeichnete Köchin und würde mir diesen Wunsch garantiert nicht abschlagen. Also ging ich nach unten und fand sie im Wohnzimmer. „Mum, könntest du mir einen Gefallen tun? Würdest du mir ein Abendessen kochen? Die Zutaten dazu habe ich schon eingekauft“, begann ich ohne Umschweife. „Aber sicher. Du erwartest jemanden?“, fragen blickte sie mich an. „Ja, Duncan kommt in 3 Stunden und ich muss mich auch noch fertig machen.“ Ich musste wohl unglaublich glücklich ausgesehen haben, denn sie sagte: „Es ist schön, dich wieder so verliebt zu sehen, Schatz.“ „Über das Stadium bin ich schon lange hinaus, Mum“, lächelte ich, „Ich liebe ihn.“ „Dann muss er etwas ganz besonderes sein, wenn er es schafft, dich so strahlen zu lassen.“ „Das ist er, Mum....glaub mir....das ist er“, gab ich verträumt von mir, bevor ich wieder nach oben in meine Wohnung verschwand. Jetzt konnte ich mich ganz auf die Klamottenauswahl konzentrieren, ohne mich stressen zu müssen. Ich kramte sämtliche Klamotten aus meinem Schrank und schon nach kurzer Zeit, sah es so aus, als ob in meinem Schlafzimmer eine Bombe eingeschlagen hätte. Überall, kreuz und quer, lagen oder hangen Klamotten. Nach langem hin und her fiel meine Wahl schließlich auf einen einfachen schwarzen Rock und ein Top. Ich stopfte die Sachen wieder zurück in den Schrank und ging ins Bad, duschen, schminkte mich ein wenig und zog mich an. „Das wurde aber auch Zeit. Sieh mal auf die Uhr“, begrüßte mich meine Mum, als ich in die Küche kam. Ich erschrak: 19:55 Uhr! Unglaublich wie lange ich gebraucht hatte, um mich fertig zu machen. „Mum, er kommt gleich!“ „Genau, und deshalb werde ich jetzt auch gehen. Es ist alles fertig.“ „Danke Mum, du bist ein Schatz.“ Meine Mum war gegangen und ich lief aufgeregt durch die Wohnung hin und her und verteilte überall Kerzen, die ich auch sogleich anzündete. Dann klingelte es auch schon. Puh, das war er! Ich ging zur Tür, setzte mein strahlendstes Lächeln auf und öffnete ihm. „Hey“, ich drückte ihm einen Kuss auf die Wange, „Ich hoffe, du hast Hunger mitgebracht?!“

~Duncan~

Also, die Begrüßung war schon mal nicht schlecht gewesen. Jen zog mich in ihre Wohnung und ich staunte nicht schlecht, als ich den gedeckten Tisch und die vielen leuchtenden Kerzen sah, die überall verteilt waren. Und dazu duftete es einfach köstlich und es schmeckte auch so. Aber das Wichtigste war natürlich Jen selbst. Sie sah einfach zum Anbeißen aus, so natürlich und nicht aufgedonnert. Während des Essens redeten wir über dies und das, aber auf das eigentliche Thema kamen wir nicht zu sprechen. „Jen, das war einfach lecker. Ich wusste gar nicht, dass du so gut kochen kannst.“ „Oh, ich auch nicht“, gluckste sie. „Was meinst du damit?“, verständnislos sah ich sie an. „Ach, nicht so wichtig, Dunc“, wehrte sie grinsend ab, „Hast du noch Platz für das Dessert?“ Ich nickte und sie antwortete: „Okay, dann geh doch schon mal vor ins Wohnzimmer und machs dir bequem. Ich komme sofort nach. Ich ging ins Wohnzimmer und setzte mich. Sekundenspäter kam auch Jen hinter her mit dem Dessert.........Erdbeeren und Sahne! Wer kann da schon wiederstehen?! Also ich nicht, und schon gar nicht, wenn ich von meiner Traumfrau damit gefüttert werde, denn das tat Jen nämlich gerade. Wie sie mich dabei ansah, ihr Blick.......einfach zum dahin schmelzen. „Duncan, ich......muss dir noch was sagen.“ Aha, jetzt wurde es spannend.......alles oder nichts!? „Ich hab viel nachgedacht in der letzten Zeit, wahrscheinlich mehr, als gut war“, begann sie wieder, „aber so wirklich hat mich das nicht weiter gebracht. Ich war so dumm, vor meinen Gefühlen für dich davon zu laufen. Ich hätte von Anfang an auf mein Herz hören sollen, dass dich schon vom ersten Moment an wollte. Duncan, ich liebe dich und ich will mit die zusammen sein.........vorausgesetzt, du willst es auch immer noch?“ „Wie kannst du so was nur fragen?“, flüsterte ich. Eine Träne rann ihre Wange hinunter: „Weil ich weiß, wie unfair es von mir war, dich so lange hinzu halten und...“ „Pssst“, ich legte meinen Finger auf ihre Lippen und strich darüber: „Du brauchtest eben Zeit und ich hab das verstanden. Ich hab dir doch gesagt, dass ich dich nie gehen lassen werde.“ Langsam kamen wir uns näher und als sich unsere Lippen berühren, war es einfach nur eine Erlösung. Küssend sanken wir auf die Couch, sie über mir. „Weißt du eigentlich, wie wohl ich mich in deiner Nähe fühle? Du gibst mir das Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit“, fragte sie mich und legte ihren Kopf auf meine Brust. „Das kann ich nur zurück geben“, erwiderte ich lächelnd, „Wir werden uns viel Zeit lassen und nichts überstürzen, denn ich will nicht, dass du dich irgendwie unwohl fühlst.“ Ein zustimmendes „Ja“ war die Antwort. Lange lagen wir schweigend so da. Worte waren einfach nicht mehr nötig. Endlich waren wir zusammen, dass war das einzigste, was zählte. Ich wünschte mir, die Zeit anhalten zu können......gefangen zu bleiben in diesem Augenblick, aber leider war das nicht möglich. Mein Blick fiel auf die Uhr: kurz nach Mitternacht! „Jen, ich muss gehen.“ „Was? Wie spät ist es überhaupt?“, wollte sie schläfrig wissen. „Kurz nach Mitternacht.“ „Warum willst du gehen?“ „Jen, ich sollte heute nacht nicht hier sein......noch nicht. Wir wollten es doch langsam angehen lassen. Schon vergessen?“ „Ich lass dich aber nicht weg“, murmelte sie und kuschelte sich noch enger an mich. „Aber Jen, ich...........Jen?“ Keine Antwort. „Jen?“, flüsterte ich noch einmal. Wieder keine Antwort. Ich musste lächeln. Sie war eingeschlafen und ich brachte es einfach nicht übers Herz, sie jetzt zu wecken. So beschloss ich, bei ihr zu bleiben. Und während die Kerzen zur neige brannten, schließlich erloschen, schlummerte ich ein.

~Jenny~

Endlich waren wir zusammen! Ich kann´s noch gar nicht fassen. Nun liege ich hier mit ihm auf der Couch und bin einfach nur wahnsinnig glücklich, bei ihm sein zu dürfen. Nun war es mir möglich, ihn zu berühren und zu küssen, ohne dabei Schmerzen zu empfinden. Und das tat so verdammt gut! Ich hatte mich richtig an ihn geschmiegt und kostete jede Sekunde voll aus. So eine Nähe hatte mir gefehlt! Irgendwann um Mitternacht wollte er plötzlich gehen. Wir hatten zwar abgemacht. Dass wir uns Zeit lassen würden, aber so ein bisschen Kuscheln war ja wohl nicht verboten!? Ich konnte ihn einfach nicht gehen lassen. Nicht heute Nacht, noch sonst wann. Ich brauchte ihn doch so sehr. Dazu war ich auch noch ziemlich müde und ich konnte mich einfach nicht dazu überwinden, jetzt allein in mein kaltes, leeres Bett zu gehen. Ich schlief ein und träumte so viele wunderbare Sachen, dass ich die Hälfte schon wieder vergessen hatte, als ich aufwachte. Mein erster Blick fiel auf die Uhr. Es war 8 Uhr morgens. Einen kurzen Moment lang fragte ich mich, warum ich nicht in meinem Bett lag, doch dann sah und spürte ich Dunc in meiner Nähe und alles war wieder da. Glücklich lächelte ich, es war die richtige Entscheidung gewesen. Nun schlug er auch die Augen auf: „Guten Morgen, Süße! Hast du was schönes geträumt?“ „Sicher, von dir.“ Er grinste. „Zum Aufstehen ist es noch viiiiiiiiiel zu früh! Was hältst du also davon, wenn wir noch n bisschen ins Bett gehen?“, lockte ich ihn, wartete Dunc´s Antwort aber gar nicht erst ab, sondern stand auf, griff nach seiner Hand und zog ihn ins Schlafzimmer, wo ich mich auch gleich von meinem Rock und Top befreite und ins Bett schlüpfte. „Dunc, was machst du da? Willst du da Wurzeln schlagen?“, fragte ich ihn, denn er stand immer noch im Türrahmen. „Ähm, a....also.....ich ...ich ...w...weiß nicht“, stotterte Duncan. „Jetzt komm schon ins Bett. Oder hast du Angst, dass ich beiße?“, neckte ich ihn. Er sagte nichts und sah mich nur an. „Was ist los mit dir?“, fragte ich besorgt, „du wolltest letzte Nacht auch schon gehen.“ „Ich will dich nur zu nichts drängen. Das ist alles.“ „Das tust du nicht. Ich sage dir schon, wenn mir irgendwas zu schnell geht. Okay?“ Er nickte wieder lächelnd, zog mich an sich und wir küssten uns. Oh, wie ich es liebte, seine Lippen zu spüren. Nach einem langen Kuss lösten wir uns wieder voneinander, Dunc entledigte sich nun endlich seiner Klamotten und schlüpfte zu mir ins Bett. Wieder schlief ich ,angekuschelt an ihn, ein. Wenn es doch ab jetzt nur jeden Tag so sein könnte........

~Duncan~

Ich hatte so gut geschlafen, wie schon lange nicht mehr und zudem durfte ich heute schon zum zweiten mal mit meiner Süßen aufwachen. Diese regte sich nämlich gerade auch wieder. „Uh, ich hab´s ja überlebt“, gähnte sie. „Was meinst du?“ „Na, mit dir in einem Bett zu schlafen“, grinste Jen. Ich schmollte: „Du weißt ganz genau, was ich gemeint habe.“ „Stimmt, ich weiß es“, lächelte sie und küsste mich wieder. „Hast du schon eine Idee, was wir heute machen könnten?“, wollte sie wissen, als sie mich wieder Luft holen ließ. „Hm, was hältst du davon, wenn ich jetzt erst mal nach hause gehe.....“ „Also, das gefällt mir überhaupt nich“, unterbrach Jen mich. „Ich war ja auch noch nicht fertig. Also, ich gehe jetzt nach hause, mich duschen und umziehen, und heute nachmittag treffen wir uns dann mit den anderen im Cafe. Ich denke, es wird Zeit, dass wir Anna erlösen, denn wir waren beide ziemlich abweisend zu ihr.“ „Ich und anweisend? Ich weiß gar nicht, wo von du redest“, tat sie unschuldig. „Nein, meine Liebe! Du kannst mir nichts vormachen“, lachte ich. „Du willst also tatsächlich, dass ich es sage, ja?“ „Ich bitte darum.“ „Also schön! Ich war so eifersüchtig, ich hätte ihr die Augen auskratzen können! Bist du nun zufrieden?“ „Voll und ganz....obwohl....eine Kleinigkeit fehlt noch, bevor ich gehe....“Ich zog sie wieder an mich und küsste sie noch ein letztes mal, bevor ich wieder meine Sachen anzog und nach hause ging. Dort angekommen, schloss ich leise die Tür auf. Es war zwar schon Mittag, kurz nach 2 Uhr, aber man konnte ja nie wissen, was die Jungs so angestellt hatten. Wenn Lee sich nämlich besoffen hatte und am Morgen bzw, Mittag danach mit seinen Kopfschmerzen kämpfte, reagierte er extrem empfindlich auf Lautstärke. Uh je, und das Donnerwetter, was er dann immer von sich gab, was seine Kopfschmerzen eigentlich nur verschlimmerte, wollte ich mir jetzt nicht antun. Zuerst ging ich auf leisen Sohlen in die Küche. Kein Mucks war zu hören. Ob die wohl alle ausgeflogen waren? Auf dem Küchentisch fand ich einen Zettel mit Lee´s unmöglicher Handschrift vor: „ Hey Dunc! Da du letzte Nacht nicht nach hause gekommen bist, gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder hat sie dich abblitzen lassen und du hast dich aus Frust irgendwo voll laufen lassen(nebenbei erwähnt, hättest du mir dann ruhig bescheid sagen können) oder du warst letzte Nacht ziemlich „aktiv“(Du hattest es echt nötig, Alter!!!) Und du weißt ja, was das heißt!? Ich will jede klitzekleine Kleinigkeit wissen oder noch besser, du leihst mir Jen mal aus! Dann kann ich mich selbst von ihren Qualitäten überzeugen! Kannst es dir ja überlegen. Auf jeden Fall bewegst du deinen Hintern heute nachmittag ins Cafe! Bis dann! Lee“
Kopfschüttelnd ging ich nach oben. Lee würde sich niemals ändern. Die Frau, die die Fähigkeit besaß, diesen Mann zu zähmen, musste erst noch geboren werden..... Zunächst schlüpfte ich aus meinen Klamotten und ging unter die Dusche. Ich genoss die warmen Schauer, die meinen Rücken hinunter liefen. Nach einer Weile jedoch drehte ich das Wasser ab und trat aus der Dusche. Ich suchte mir Sachen raus und machte mich bald darauf auch schon wieder auf zum Cafe.

~Jenny~

Duncan war nach hause gegangen, aber wir wollten uns bald mit den anderen im Cafe treffen. Am besten rufe ich Melissa an und frag sie, ob sie den anderen zwei bescheid sagen kann. Ich griff zum Telefon und wählte ihre Nummer. „Hi Melissa! Hier is Jen! „Schön, dass du dich meldest“, begrüßte sie mich, „wie siehts aus?“ Natürlich wusste ich sofort, worauf sie hinaus wollte. „Bestens. Sag mal, du hast doch bestimmt heute noch nichts vor“, lenkte ich ab, „dann könnte wir uns heut nachmittag ja treffen, wie immer“, fügte ich noch hinzu. „Ja, klar, ich freu mich.“ „Tust du mir dann noch einen Gefallen und fragst Klara und Anna auch noch?“ „Sicher, mach ich.“ „Ok, bis gleich“, ich legte auf. Na ja, ich konnte ja nicht ewig auf Anna wütend sein. Eigentlich hatte sie es nur gut gemeint und außerdem waren wir die besten Freundinnen.....schon seit Ewigkeiten. Und es gab wichtigere Dinge.....zum Beispiel Duncan! Wo kamen bloß diese starken Gefühle her? So lange kannte ich ihn doch eigentlich noch gar nicht. Ich hätte nie gedacht, jemals wieder in der Lage zu sein, so lieben zu können! Mein Gott, was hatte dieser Mann bloß mit mir angestellt?! Was immer es auch war, hoffentlich hielt es an......für immer.... Doch dann kam mir ein andere Gedanke. Duncan musste bald weg.....fort aus Deutschland und zurück nach hause....nach London. Ich seufzte. Wieder eine Fernbeziehung! Aber ich liebte ihn und er liebte mich. Das war das Wichtigste. Wenn wir beide hart darum kämpfen würden, dann hatten wir eine Chance, auch als Fernbeziehung zu bestehen. Daran glaubte ich ganz fest! So Jen, genug den Kopf zerbrochen. Wird langsam Zeit, dass du sich fertig machst, spornte ich mich selbst an, was bei dem Gedanke an meinen Liebsten nicht besonders schwer fiel. Ich stand auf und summte die Melodie von „The Time of my life“ aus Dirty Dancing vor mich hin, während ich mich fertig machte. Kurz darauf verließ ich meine Wohnung und als ich bei unserem Stammcafe ankam, sah ich auch schon alle versammelt an einem Tisch sitzen, bis auf Dunc. Na ja, er würde bestimmt baaa „Ahhhhhh“, quietschte ich auf, denn jemand hatte mich an der Hüfte gepackt. Erschrocken drehte ich mich um. „Dunc, weißt du eigentlich, wie sehr......“ Weiter kam ich gar nicht, denn er verwickelte mich in einen leidenschaftlichen Kuss. „Ich hab dich vermisst“, lächelte er außer Atem. „Jetzt schon? Was soll das erst geben, wenn du wieder zu....“, wieder ließ er mich nicht ausreden. Doch diesmal küsste er mich nicht, sondern legte seinen Finger auf meine Lippen, so wie er es gestern abend getan hatte. „Nicht Jen.....“, presste er hervor und sah mich dabei ernst an, „bitte bitte nicht jetzt. Lass uns die Zeit genießen, die ich noch hier sein kann.....“ Und das taten wir dann auch. Wir erzählten unseren Freunden von uns, die alle erleichtert auf atmeten und sich für uns freuten. Die Zeit, von der Dunc gesprochen hatte, ging so schnell rum, und der Abschied rückte mit großen Schritten immer näher. Bis der Tag dann da war. Mein Süßer versprach, mich mit SMS´en und Anrufen zu bombardieren, so das ich gar keine Gelegenheit zum atmen hätte. Das ersetzte mir zwar nicht seine Nähe, aber so wusste ich wenigstens immer, was er gerade tat. Noch ein langer inniger Kuss und er musste gehen....

~Duncan~

Der Abschied und die Trennung waren ganz schön hart. Wir telefonierten zwar mindestens zweimal am Tag und schickten uns unzählige SMS, aber das war nichts gegen das, als wenn sie bei mir war. So oft es nur ging besuchten wir uns, aber das reichte nicht......das reichte noch lange nicht....... Wir waren nun herrliche 9 Monate zusammen und von Tag zu Tag wuchs meine Liebe zu ihr immer mehr.
Mit Blue war ich voll im Stress. Erst heute Morgen waren wir von einer Promotiontour wieder gekommen und hatten nur 2 Woche Urlaub. 2 Wochen, die ganz allein meiner Süßen und mir gehörten. Nichts und niemand würde mir dazwischen funken. Jen würde heute Mittag ankommen und ich freute mich schon darauf, sie am Flughafen endlich wieder in meine Arme schließen zu können. Aber erst mal brauchte ich eine Mütze voll Schlaf, denn die Promo – Tour war ganz schön anstrengend gewesen. Außerdem war es noch früher Morgen und bis Jen´s Flieger landete, waren noch ein paar Stunden Zeit. Ich stellte meinen Wecker, aber Tom und Kevin, meine beiden Mitbewohner und Kumpels, mit denen ich zusammen in einer WG wohnte, wussten auch bescheid, denn ich hatte gestern noch mit Kevin telefoniert und er hatte mir versprochen, mich zu wecken, falls ich meine Wecker nicht hören würde. Während ich in mein Bett schlüpfte, dachte ich an heute abend. Ich war schon ziemlich gespannt darauf, was Jen sagen würde, denn ich wollte sie unbedingt in diese Sache mit einbeziehen und ihre Meinung hören. Schließlich schlief ich ein, denn ich musste in ein paar Stunden schon wieder fit sein.........
........ „Nein, das kann unmöglich dein Ernst sein“, grummelte ich in mein Kissen, während der Wecker weiter nervtötend schellte!! Ich gähnte und streckte mich. Tatsache, das Ding hatte echt recht: Ich musste aufstehen!! Hmmmm, 5 Minuten hab ich noch, dachte ich stellte den Wecker ab und zog mir die Bettdecke über den Kopf. Was tut man nicht alles für die Liebe?! Meine Liebe war Jen! Schon allein bei dem Gedanken an sie, geriet ich schon wieder ins träumen. Mein Pech war nur, dass ich gar nicht mehr mitkriegte, wann die 5 Minuten zu ende waren, denn ich schlummerte schon wieder tief und fest.........

~Jenny~

Semesterferien! Wie lange hatte ich darauf bloß gewartet?! Und das Beste war, dass ich heute nach London zu Duncan fliegen würde und dort die nächsten 14 Tage verbringen konnte. Die letzten 9 Monate waren die schönsten, die ich seit langem erlebt hatte und mir ging es wieder gut. Nein, mehr als gut! Es fühlte mich super! Zwar rief Matt immer noch an, was mir manchmal ganz schön auf die Nerven ging, aber es zog mich nicht mehr runter, wie vor einer Weile. Ich hatte mich endgültig von ihm gelöst und mein Herz gehörte nur einem: Duncan! Ich vermisste ihn unendlich, wenn er nicht bei mir war und irgendwo in der Weltgeschichte unterwegs war. Aber das war nun mal sein Job. Die Musik war ein Teil von ihm, und ich akzeptierte das. Es lief alles besten zwischen uns. Nur eine Sache war......na ja......wir hatten ja abgemacht, uns Zeit zu lassen und mehr, als sehr intensives Kuscheln war bisher zwischen uns noch nicht gewesen. In dieser Hinsicht war Duncan extrem schüchtern und unsicher. Er wusste nie so wirklich, wie weit er gehen konnte. Eigentlich war das ja richtig süß von ihm, dass er so zurückhaltend war, aber so langsam reichte das. Ich wollte ihn endlich richtig spüren, ihm noch näher sein, mit ihm schlafen, denn das war das, was zwischen uns noch fehlte. Und ich wusste genau, dass es passieren würde.....sehr bald sogar..... Es war genau das, was ich wollte, wonach ich mich sehnte, nur erst mal musste dieses Flugzeug landen, indem ich jetzt schon, wie es mir vor kam, eine Ewigkeit saß. In wenigen Sekunden war es soweit: Wir landeten. In meinem Bauch flatterten mindestens 100 Schmetterlinge und ich konnte es kaum erwarten, hier raus zu kommen, Na also, wurde auch langsam Zeit, dass die Passagiere aussteigen konnte. Ich hielt Ausschau nach meinem Koffer, auf den ich gar nicht so lange zu warten brauchte. Hm, ich ging die Checkliste noch mal durch: Also, ich war in London, hatte schon eine Weile meinen Koffer, aber irgendwas fehlte noch! Besser gesagt: Irgendwer! Duncan hatte versprochen, mich von hier abzuholen, aber bis jetzt hatte er sich noch nicht blicken lassen. Nach ner dreiviertel Stunde schleppte ich sauer meinen Koffer zu einem Taxi, denn Dunc war immer noch nicht aufgetaucht. Wie konnte er das bloß vergessen? Er hatte gesagt, er freut sich auf mich! Na ja, dass das ja nicht gerade überragend gewesen zu sein schien, hatte ich ja bereits mitgekriegt. Oh, war ich wütend! Der konnte sich auf was gefasst machen! Vor der WG hielt das Taxi, ich bezahlte den Fahrer und klingelte. Es dauerte ganz schön lange, bis sich mal jemand dazu bequemte, mir die Tür aufzudrücken. Ich hievte meinen Koffer dir zwei Etagen nach oben zur WG hoch, wo ein ziemlich verschlafener Kevin in der geöffneten Tür stand. „Jen? Was machst du denn hier?“, gähnte er, „Wollte Dunc dich nicht heute Mittag abholen?“ „Das dachte ich eigentlich auch. Und zu deiner Information: Wir haben schon längst Mittag!“, knurrte ich schlecht gelaunt. „Oh Jen, fauch ihn nicht gleich an. Er klang gestern am Telefon ziemlich fertig, als er mich anrief, um mir zu sagen......“, er stockte, „Oh scheiße.....er bat mich, ihn zu wecken, falls er seinen Wecker nicht hören sollte. Das ist meine Schuld! Ich war gestern feiern und hab einfach nicht mehr dran gedacht.“ Ich konnte jetzt nicht wirklich sagen, dass mich das sonderlich versöhnte. Aber na ja..... Ich machte mich auf zu seinem Zimmer, öffnete die Tür.......


......und sah Duncan der Länge nach in seinem Bett liegen. Ich trat näher ans Bett und, Kevin hatte recht gehabt, er sah wirklich sehr erschöpft aus. Ich spürte, wie meine Wut bei seinem Anblick dahin schmolz. Ach, ich war einfach viel zu weich! Er schaffte es doch immer wieder, mich um den Finger zu wickeln, selbst dann noch, wenn er schlief und mich nicht mit seinen strahlenden Augen ansah. Ich krabbelte zu ihm ins Bett und strich mit meiner Hand über seine Brust. Dunc lächelte zwar, aber wach war er nicht. Ich küsste seinen Bauch und arbeitete mich langsam....sehr langsam vor.....zu seiner Brust und schließlich zu seinem Hals. "Oh Scheiße", stöhnte er plötzlich auf, "ich hab´s verpennt." Ich musste grinsen. Dornröschen war aufgewacht!! "Im wahrsten Sinne des Wortes, Schatz!", richtete ich mich auf. „Es tut mir so leid, süße. Ich hab den Wecker ausgeschaltet und bin dann noch mal eingeschlafen. Kannst du mir noch mal verzeihen?“ Ich sah zur Seite. Natürlich hatte ich ihm schon längst verziehen, aber so ein bisschen zappeln lassen war manchmal gar nicht schlecht. Er berührte mein Kinn und drehe meinen Kopf wieder in seine Richtung, sodass ich genau in seine Augen schauen musste. „Wenn es dir wirklich leid tut.....Dann beweis´ es“, grinste ich ihn jetzt frech an.

~Duncan~

Ich träumte, wie immer, von Jen. Diese Träume waren sehr intensiv. Ich konnte richtig fühlen, wie sie mich berührte, meinen ganzen Körper mit Küssen übersäte. In meinen Träumen konnte ich das ausleben, was in der Wirklichkeit noch nicht real war. Ja, es stimmte. Ich hatte Angst, zu weit zu gehen. Dabei wünschte ich mir nichts sehnlicher, als endlich mit ihr zu schlafen. Na ja, auf alle Fälle war dieser Traum wirklich sehr real! Mir war im Moment nicht ganz klar, ob ich schlief oder wach war. Wenn ich tatsächlich wach war, dann konnte das nur Jen sein, die mich gerade liebkoste, aber......aber das konnte ja eigentlich nicht sein, denn ich wollte ja zum Flughafen und......oh fuck....ich war doch tatsächlich wieder eingepennt. Das müsste eigentlich bedeuten, das ich ne Menge Ärger am Hals hatte. Aber irgendwie, keine Ahnung wieso und weshalb, sah es nicht danach aus. Es tat mir so leid und ich bat sie um Verzeihung. Hoffentlich war sie nicht ernsthaft sauer!? Ich drehte ihren Kopf zu mir und auf einmal grinste sie mich frech an: „Wenn es dir wirklich so leid tut, dann beweis es.“ Ich wusste was sie wollte. Willig ließ sie es zu, dass meine Lippen an ihrem Hals entlang fuhren. Sie schob meine Hände unter ihr Top und ich zog es ihr vorsichtig über den Kopf. Sanft drückte ich sie auf das Bett. Immer noch war ich mit ihrem Hals beschäftigt. Sanft knabberte ich an ihrem Ohrläppchen. „Das kitzelt, Dunc“, kicherte sie und beförderte mich mit einem Ruck auf den Rücken. Oh ho, meine Süße war heute aber ganz schön wild. Ich genoss es, wie sie meinen Oberkörper verwöhnte. Plötzlich stoppte sie: „Sag mal, hörst du das auch?“ Jetzt nahm ich das dumpfe Klingeln auch war. „Das ist mein Handy“, murmelte ich, „Ignorier es einfach.“ Seufzend ließ sie ihren Kopf auf meine Brust nieder. Dieses blöde Handy wollte einfach nicht aufhören. „Ich geh da jetzt ran“, sie machte sich von mir los und wühlte in dem Kleiderberg, der in der Ecke lag, nach meinem Handy. „Duncan James´ AB hier! Bitte sprechen sie nach dem Piepton wenn sie unbedingt stören müssen.“ Hoffentlich hatte dieser jemand am Telefon n guten Grund, dass er uns jetzt störte!!

~Jenny~

Menno, es war grade so schön und ausgerechnet jetzt hatte das blöde Handy klingeln müssen. Ich kramte es aus dem Wäscheberg hervor und ging dran: „Duncan James´ AB hier! Bitte sprechen sie nach dem Piepton wenn sie unbedingt stören müssen“, sprach ich sauer ins Handy. „Ha ha ha, sehr witzig, Jen. Ich habe euch doch wohl nicht gerade bei einer ganz bestimmten Sache gestört?!“, gluckste sie Stimme, die ich nur all zu gut kannte: Johnny Buckland! „Wir haben.......geredet“, wich ich aus. „Ja, ja schon verstanden. Es ist gar nicht schlecht, dass ich dich am Hörer ab“, sprach er schnell weiter, „denn ich konnte dieses Fotoshooting und Interview von der „tv hits“ nicht ablehnen und nun müsstest du Dunc überreden dort hin zu kommen. Das wird ihm nämlich überhaupt nicht passen, aber wenn du vielleicht....... er kann dir ja eh nichts abschlagen. Nur dieses Shooting noch, dann lass ich euch auch in Ruhe. Ganz großes Ehrenwort!“, fügte er noch hinzu. „Also gut“, willigte ich widerwillig ein, „Wann?“ In 2 Stunden, also um 16 Uhr muss er da sein. Sag Dunc einfach „tv hits“, dann weiß er schon, wo er hinkommen muss. Jen, du bist ein Schatz!“, verabschiedete er sich. „Raus aus den Federn, Schatz. Die Arbeit ruft!“, missmutig drehte ich mich um. „Wie? Die Arbeit ruft?“, fragte er verwirrt nach. „Du hast in 2 Stunden bei der „tv hits“ ein Fotoshooting + Interview mit den Jungs und zu deiner zweiten Frage, dass war eben Johnny.“ „Das kann er sich mal gleich abschminken! Ich geh da nicht hin!“, jetzt hatte er sich gerade eben wie ein kleiner trotziger Junge angehört, den man ins Bett schicken wollte. „Ich hab aber schon zugesagt“, gab ich kleinlaut zurück. Entgeistert sah Dunc mich an: „Du hast was?“ „Johnny hat mir versprochen, uns dann in Ruhe zu lassen, wenn du´s machst.“ Ich musste mich echt zusammen reißen, um nicht zu lachen, denn es sah echt zu knuffig aus, wie er da schmollend auf dem Bett hockte. „Erstens mal habe ich dir versprochen, dass diese 2 Wochen nur uns gehören und zweitens hab ich gar keinen Bock darauf“, grummelte er weiter. „Komm schon Schatz! Gib dir n Ruck! Was hältst du davon, wenn ich mitkomme?“, lockte ich ihn mit einem Kuss. „Na schön“, gab er nach, „Aber nur, wenn du jetzt mit mir unter die Dusche kommst.“, forderte er grinsend. „Na na na! Wir wollen´s mal nicht übertreiben, Freundchen. Und jetzt ab unter die Dusche!“ Er streckte sich noch einmal und verschwand dann aus dem Zimmer.

~Duncan~

So n Mist! Das brachte alles durcheinander! Ich hätte mich lieber selber um heute abend gekümmert, aber wegen dem Shooting musste ich nun meine Mum darum bitten. Bevor ich duschen ging, schnappte ich mir das Telefon und rief sie an. „Fiona Inglis hier.“ „Hey Mum, ich bin´s, Dunc!“ „Hallo Schatz! Wie geht’s dir?“ „Na ja, ich hab gleich n Shooting.....“ „Shooting? Aber ich du hast doch Urlaub?!“, unterbrach sie mich. „Dachte ich auch....aber egal jetzt. Ich brauche unbedingt deine Hilfe. Könntest du dich um heute abend kümmern, alles vorbereiten und mir dann den Schlüssel anschließend zum Studio von „tv hits“ bringen?“ „Aber sicher mach ich das. Du kannst dich auf mich verlassen.“ „Danke Mum! Bis nachher“, ich legte auf und konnte nun beruhigt duschen gehen, da ich mir um heute abend keine Gedanken mehr machen brauchte......

~Jenny~

„Aber Hallo, Jen! Du siehst ja von mal zu mal besser aus“, das war Lee, der mir auch noch hinterher pfiff, als wir das Studio betreten hatten, „wie wärs mal mit uns beiden?“ „Pff, was soll ich denn mit einem verwöhnten Bengel, der seine Hormone nicht im Griff hat?“, erwiderte ich keck. Er grinste: „Ich liebe Frauen, die nicht auf den Mund gefallen sind. Also Dunc, sei mal ein Kumpel und leih sie mir doch mal aus.“ „Fass sie an und du kannst deinen nächsten Geburtstag vergessen“, knurrte dieser. „Oh Duncy, jetzt hab dich doch nicht so.“ Duncan´s Gesichtsausdruck wechselte von mies gelaunt zu sehr wütend. Er wollte gerade was sagen, als Johnny dazwischen ging: „So Jungs, genug der Nettigkeiten. An die Arbeit, um so schneller seid ihr auch fertig.“ So machten sich die Vier auf zum umziehen, um nach einer guten halben Stunde, mit anderen Klamotten und jeder Menge Schminke, wieder zu erscheinen. 5 Klamottenwechsel wollte der Fotograf haben und nach jedem Wechsel verfinsterte sich Dunc`s Miene immer mehr. Aber nicht nur er, sondern auch Ant und Si sahen alles andere, als begeistert aus. Bloß Lee grinste wie ein Honigkuchenpferd. Wer weiß, was der schon wieder für schmutzige Gedanken hatte, mit denen er sich bei Laune hielt. Die Hälfte der Zeit verbrachte der Fotograf damit Ant, Si und Dunc anzufeuern, doch endlich mal zu lächeln. Nach gut 2 ½ Stunden waren endlich alle Bilder geschossen und es folgte das Interview. Es war doch immer das Selbe: ´Wie sieht euer Privatleben aus? Habt ihr ne Freundin?.........´ bla bla bla bla! Schrecklich, aber das ist die Presse eben! Plötzlich tippte mir jemand auf die Schulter. Ich drehte mich um und sah Fiona, Dunc´s Mum, direkt vor mir stehen. Mit ihr verstand ich mich ausgezeichnet. Vor einer Weile hatte Duncan uns einander vorgestellt und ich hatte erst etwas Angst, auf sie zutreffen, weil Dunc und sie sich sehr nahe standen, was ja auch kein Wunder war, denn Fiona war von Dunc´s Vater verlassen worden, als sie schwanger geworden war und so hatte sie wirklich ihr Bestes getan, um ihren Sohn allein groß zu ziehen. Ich war schrecklich nervös gewesen, aber sie war total lieb zu mir und meinte, ich sei die Frau für Duncan und sie hätte ihn noch nie so glücklich erlebt. „Hallo Jen! Schön dich zu sehen“, umarmte sie mich. „Schön, dich zu sehen“, lächelte ich. „Na, wie ich sehe, ist Duncan beschäftigt. Ich gebe dir einfach den Schlüssel. Ich muss dann auch wieder los“, verabschiedete sie sich auch schon wieder. „Fiona, warte mal bitte“, hielt ich sie zurück, „hast du nicht Zeit? Wir könnten doch bei Duncan was kochen.“ „Das ist wirklich sehr lieb von dir, aber Duncan hat schon andere Pläne für euch und ich muss auch wieder los“, sie drückte mich noch mal und verschwand aus dem Studio. Verdutzt stand ich da. Pläne? Was für andere Pläne?

~Duncan~

Ich betete, dass dieses Interview bald vorbei war, denn es war absolut tot langweilig. Die anderen sahen das genau so, bloß Lee war bester Laune und verbreite unerträglich gute Laune. Okay, endlich wars vorbei und es kam wieder der angenehmere Teil des Tages bzw. des Abends, denn es war erstaunlicherweise schon halb acht. Ich ging zu meiner Süßen, die die ganze Zeit geduldig gewartet hatte. „Den hat deine Mum vorhin gebracht“, sie wedelte mit dem Schlüssel vor meiner Nase rum, „Was sind das eigentlich für `andere Pläne´ von denen deine Mum gesprochen hat?“ Ich griff nach dem Schlüssel, aber sie zog ihn grinsend weg und verschränkte die Arme hinter ihrem Rücken: „Äh äh, kommt ja gar nicht in Frage. Erst will ich ne Antwort.“ Lächelnd zog ich sie an mich und küsste sie. Während dessen wanderte meine Hände nach hinten zu ihrem Rücken und ich stibitzte ihr den Schlüssel. „Menno, du weißt ganz genau, dass das meine Schwachstelle ist. Ich bin dir verfallen, und das nutzt du immer wieder liebend gerne aus“, zog sie einen Schmollenmund. „Du kriegst deine Antwort! Und zwar jetzt gleich!“

~Jenny~

„Das ist aber nicht der Weg zur WG“, bemerkte ich, während Duncan den Wagen durch die Straßen von London lenkte. „Wir fahren ja auch nicht zur WG, sondern....“ „Sondern?“, harkte ich neugierig nach. „Hierher“, antwortete er und parkte das Auto. Wir stiegen aus und standen vor einem wunderschönen Haus. „Was machen wir hier?“, wollte ich verzückt wissen. „Rein gehen“, er nahm meine Hand , steuerte zielstrebig auf die Tür zu und schloss diese auf. Wir betraten das Innere und die Fassade hielt, was sie versprach. Als erstes betraten wir ein riesiges, helles Wohnzimmer, komplett möbliert. „Wow, das ist ja unglaublich hier“, geriet ich ins schwärmen. „Du hast ja noch gar nicht alles gesehen“, lächelte Duncan, „Sieh dich doch hier unten noch etwas um und komm dann hoch.“ Sprachlos nickte ich nur. Ich sah mir unten noch die Küche, das Esszimmer, Badezimmer und Büro an, jedes einzelne Zimmer so groß wie das Wohnzimmer. Dann ging ich die Treppe nach oben. Dort fand ich ein weiteres Badezimmer und 3 Gästezimmer vor. Blieb nur noch eine Tür übrig, hinter der sich logischerweise das Schlafzimmer verbergen musste. Ich öffnete die Tür und trat ein in ein, ein mit Kerzen erleuchtetes, Schlafzimmer. Mitten in dem Zimmer stand Duncan mit 2 Gläsern Sekt, Neben ihm auf dem Boden lag eine Decke auf der sich viele verschiedene Leckereien befanden. „Na, gefällt es dir?“, wollte er neugierig wissen, während er mir ein Glas in die Hand drückte. „Es ist ein Traum! Hast du es etwa gekauft?“ „Nein“, grinste er, „Aber bald.“ Wir ließen uns auf der Decke nieder und genossen die Köstlichkeiten. Mir kam eine Idee, wie ich meinen Süßen mal aus der Reserve locken konnte. Ich angelte mir einen Eiswürfel aus dem Sektkühler und ließ ihn rein zu fällig Dunc´s Rücken hinunter rutschen. „Ahhhh das ist doch kalt! Na warte, das kriegst du zurück“, startete er seine Kitzel – Attacke. Er wusste natürlich genau, wo er ansetzen musste und bald tat mir schon der Bauch vor lachen weh, so dass ich nicht mehr konnte. „Ich tu alles, was du willst“, quiekte ich, „nur bitte hör auf, mich zu kitzeln.“ „Also gut, dann werde ich noch mal Gnade vor Recht ergehen lassen.“ Lange sahen wir uns in die Augen und ich wusste, es war genau der richtige Zeitpunkt. Langsam knöpfte ich sein Hemd auf, zog es ihm aus und ließ meine Hände über seinen Oberkörper und tiefer gleiten. „Jen......was.......was machst du da?“, keuchte er auf. Ich grinste ihn an: „Fühlst du das nicht?“ Ich küsste ihn und spürte wieder sein Zögern. „Schatz, ich bitte dich. Jetzt keine Zurückhaltung mehr!“ Verlegen sah Duncan zur Seite. „Hey, sieh mich an und beantworte mir nur eine Frage: Liebst du mich?“ Erschrocken sah Dunc mich an: „Wie kannst du so was nur fragen?! Natürlich liebe ich dich! Mehr als alles andere auf der Welt!“ „Dann lass es mich endlich fühlen........“

~Duncan~

Wie sehr hatte ich mich danach gesehnt, dass sie es auch wollte. Es war schwer gewesen, mich so lange zurück zu halten, aber ich wollte ein eindeutiges Zeichen, dass sie mit mir schlafen wollte. Nun hatte sie es gesagt und ich wollte nicht länger zögern. Mein Verlangen nach ihr war jetzt einfach zu groß. Sanft bedeckte ich ihre weiche Haut mit Küssen, während wir uns weiter auszogen. Ihre Hände wanderten über meinen ganzen Körper was mich schier in den Wahnsinn trieb. Unsere Körper rieben sich aneinander, was mir kleine Schweißperlen auf die Stirn trieb. Vorsichtig drang ich in sie ein und es war das wunderschönste Gefühl, dass ich je erlebt hatte, als ich mich in ihr bewegte. Jen hatte ihre Augen genussvoll geschlossen und stöhnte laut, als wir gemeinsam zum Höhepunkt kamen. Glücklich kuschelten wir uns danach aneinander und sie bettete, wie sie es immer tat, ihren Kopf auf meine Brust. Ich strich mit den Fingerspitzen ihren Rücken auf und ab und hing meinen Gedanken nach. „Sag mal, was ist denn hinter dieser Tür da?“, fragte sie auf einmal. Ich hatte mich schon gewundert, dass Jen diese noch nicht entdeckt hatte. Na ja, sie war ja auch zu sehr mit mir beschäftigt...... Grinsend sagte ich: „Ein riesiger begehbarer Kleiderschrank.“ „Hätte ich mir ja eigentlich auch denken können. Den hast du nämlich dringend nötig“, lachte sie. „Was soll das denn heißen?“ „Das es nicht normal ist, 200 Jeans im Schrank zu haben“, gluckste Jen. „Du hast aber auch nicht gerade wenig Klamotten im Schrank!“, protestierte ich. „Aber keine 200 Jeans!“ „Na gut, du hast gewonnen“, wohl oder übel musste ich mich geschlagen geben. „Warum hast du dieses Haus eigentlich nicht schon längst gekauft?“ „Ich wollte erst hören, was du dazu sagst. Du sollst dich schließlich auch hier wohl fühlen, denn ich hoffe, dass du zu mir ziehen wirst.....irgendwann“, fügte ich noch schnell hinzu. „Ich.....weiß gar nicht, was ich sagen soll“, begann Jen. „Du brauchst auch nichts zu sagen, denn ich will jetzt keine Antwort von dir. Ich möchte nur, dass du weißt, dass ich dazu bereit bin.....egal wann......“

~Jenny~

Ich war so unglaublich froh, dass wir miteinander geschlafen hatten, denn es war das Schönste, was ich je erlebt hatte. Und er hatte mich sogar wissen lassen, dass er gerne mit mir zusammen ziehen würde. Aber er wollte keine Antwort von mir, worüber ich sehr erleichtert war. So musste ich ihm nicht mit `nein´ antworten. Sicher wollte ich irgendwann mit ihm zusammen ziehen, aber erst mal wollte ich noch eine Weile in Deutschland leben......

~Ein paar Monate später~

Seit ein paar Wochen quengelte Dunc nun schon, dass ich doch mal zu einem Auftritt von Blue kommen sollte. Bis jetzt war ich immer geschickt ausgewichen und ich merkte jedes mal, wie enttäuscht er war. Es gab auch einen Grund, warum ich zögerte, dort hinzugehen, und dieser Grund war Matt! Er war mit seiner Band auch meistens da und außerdem hatte er es immer noch nicht aufgegeben, mich andauernd anzurufen. Ich wollte einfach nicht auf ihn treffen und war froh, dass sich Duncan und Matt noch nicht begegnet waren, was jederzeit hätte passieren können. Aber jedes Mal, wenn ich Duncan wieder vertröstete, sah ich die Enttäuschung in seinen Augen. Ich überlegte hin und her. Irgendwann musste ich Matt wiedersehen, schließlich konnte das mit der Anruferei nicht ewig so weiter gehen. Duncan gefiel das nämlich ganz und gar nicht und mir war gar nicht wohl bei dem Gedanken, dass die Zwei sich begegnen könnten. Deshalb hatte ich mich entschlossen, heute zu dem Konzert zu fahren, das gar nicht weit von mir hier in Deutschland stattfinden würde, wo nicht nur Duncan und Matt mit ihren Bands auftraten, sondern u.a. auch Westlife und Atomic Kitten. Duncan würde Augen machen, denn er wusste nicht das ich kam. Johnny war so lieb gewesen und hatte mir einen Backstage – Pass geschickt, so dass ich nun ohne Probleme an den Security Leuten vorbei kam. Jetzt stellte sich nur noch eine Frage......Wo war die Garderobe von Blue? Gang um Gang ließ ich hinter mir und traf dabei auf einige mir bekannte Gesichter, Kian und Shane von Westlife und Natasha von Atomic Kitten. Die Jungs von Westlife und die Mädels von Atomic Kitten kannte ich schon ziemlich lange von der Zeit, wo ich noch mit Matt zusammen war, und wir verstanden uns ziemlich gut. Diese beiden Bands gehörten zu denen, den der Erfolg nicht zu Kopf gestiegen war und mit denen man sich noch normal unterhalten konnte. Ich sprach einige Zeit mit den dreien und erst mein Handy unterbrach unser Gespräch. Ich ging ran: „Jen, wo bist du?“, legte Johnny hastig los. „Ich suche die Garderobe der Jungs. Warum? Was ist denn los? Ich kann dich ja kaum verstehen. Es ist so laut.“ Im Hintergrund waren laute und wütende Stimmen zu hören. „Duncan und Matt schlagen sich hier gerade die Köpfe ein, das ist los! Wir kriegen die beiden kaum auseinander! Bei welcher Garderobe bist du jetzt?“ Eilig sah ich mich um. „Bei der von Busted.“ „Gut, geh diesen Gang bis zum ende weiter und dann links. Du kannst uns gar nicht verfehlen. Und Jen....beeil dich!“, Johnny legte auf. Scheiße, ganz genau das hatte ich befürchtet......

~Duncan~

Seit Wochen lag ich Jen schon in den Ohren, dass sie doch mal zu einem Auftritt von uns kommen sollte. Aber sie lenkte immer raffiniert vom Thema ab. Ich verstand das nicht. Was war dabei dort hin zu kommen? Ich weiß nicht, ob ich da richtig liege, aber ich denke, sie kommt wegen ihrem Ex nicht, der auch meistens dann mit seiner Band anwesend war. Vielleicht hatte sie Angst, dass alte Gefühle wieder hoch kommen und sie es doch bereute, es nicht noch mal mit ihm versucht zu haben?! Aber sie liebte mich doch......was also sollte ich davon halten? Der Typ rief immer noch andauernd bei ihr an und ließ sie einfach nicht in Frieden. Wann zur Hölle würde das endlich aufhören?! Bis jetzt hatte ich diesen Matt noch nicht getroffen und ich glaube, das würde auch nicht gut enden. Er will Jen um jeden Preis zurück, denn sonst hätte er sie schon längst aufgegeben! Aber er kennt mich nicht........ Ich liebte diese Frau und würde sie um nichts auf der Welt aufgeben!! Auf jeden Fall hatte ich Jen dieses mal nicht gefragt, ob sie her kommen würde. Ich wusste eh, dass sie wieder ablenken würde und außerdem wollte ich nach dem Auftritt direkt zu ihr fahren. Bis dahin dauerte es noch eine halbe Ewigkeit und ich vertrieb mir die Zeit, indem ich mit finsterer Miene neben Lee durch die Flure schlurfte. „Boah Dunc, kannst du auch ma n anderes Gesicht machen?, fragte er genervt, „du siehst Jen doch nachher.“ Ich wollte gerade zu einer patzigen Antwort ansetzen, als jemand anderes für mich antwortete: „Da wär ich mir nicht so sicher!“ Wie angewurzelt blieb ich stehen, blickte mich wütend um und da stand doch tatsächlich Jen´s Ex – Verlobter hinter mir. „Ach ja?!? Was soll das denn heißen? Warum ist sie denn an meiner Seite und statt an deiner?!“, erwiderte ich schnippisch. „Sie weiß eben nicht, was sie tut. Jen und ich sind für einander bestimmt.“ „Wach endlich auf“, ich redete mich immer mehr in Rage, „Weißt du eigentlich, wie schlecht es ihr ging? Du hättest sie fast zu Grunde gerichtet!! Ich liebe Jen und ich werde nicht zulassen, dass du ihr jemals wieder so weh tust! Lass sie endlich in Ruhe, sonst....“ „Was sonst?“, grinsend sah er mich an. „Dunc, lass dich nicht so provozieren“, rief Lee noch (seit wann war er hier eigentlich der Vernünftige?!), aber was zu viel war, war einfach zu viel!! Sofort war eine wilde Prügelei im Gange und ich musste ganz schön was einstecken. Er aber auch. So was lass ich mir doch von dem nicht gefallen! Ich hatte gar nicht gemerkt, wie Lee verschwunden war. Auf jeden Fall kam er jetzt mit Si, Ant, Johnny und den 4 Bandkollegen von Matt zurück. 2 von seinen Freunden hielten Matt fest, während Si und Lee mich zurück hielten. „Wenn du nicht wärst, wären Jen und ich schon längst wieder zusammen.“, schrie er. Der hatte se ja wohl nicht mehr alle!?! Wir drängten wieder aufeinander zu, doch Ant und die anderen zwei stellten sich zwischen uns. Johnny tat das nun auch, nachdem er sein Handy weg gesteckt hatte. „Das hat doch keinen Zweck“, sagte er und sah mich dabei scharf an. Pah, warum sagte er das mir und nicht dem da?! „Lasst Duncan und Matt los.“ Moment mal.....was tat Jen denn hier??

~Jenny~

Ich rannte eiligst den Weg nach, den Johnny mir beschrieben hatte. Und tatsächlich traf ich auf Duncan und Matt, die sich feindselig anfunkelten und von den anderen auseinander gehalten wurden. „Lasst Duncan und Matt los“, forderte ich die anderen auf. „Weißt du was du hier tust, Jen?“, wollte Johnny entgeistert wissen, worauf ich nickte. Sie ließen die beiden Streithähne los und räumten das Feld zwischen ihnen. Sofort schlüpfte ich dazwischen, denn Matt wollte schon wieder auf Duncan losgehen. „Es reicht jetzt“, sagte ich zu Matt gewandt, „Denkst du nicht, dass das hier n bisschen albern is?!“ Er antwortete nichts darauf, sondern sah mich nur trotzig an. „Duncan, alles ok?“, besorgt drehte ich mich zu ihm um und strich über seine Wange. Er nickte und es war ja auch nicht anders zu erwarten, als dass Matt wieder seinen Kommentar dazu geben musste: „Ja klar, der hat mir welche rein und du fragst ihn auch noch, ob alles in Ordnung ist.“ Ich konnte einfach nicht glauben, dass ich diesen Mann einmal geliebt haben soll! Wie sehr hatte er sich doch verändert! Wir müssen uns ganz dringend unterhalten, mein Lieber“, sagte ich und versuchte, meine Stimme so kalt wie möglich klingen zu lassen. „Endlich wirst du vernünftig, Darling“, lächelte er und am liebsten hätte ich ihm für das „Darling“ eine geknallt, aber ich hielt mich gerade noch zurück. Dunc´s Blick verriet mir, dass ihm mein Vorhaben ganz und gar nicht gefiel. Ich zog ihn von den anderen weg. „Hey, ich dachte, wir wollten reden“, nörgelte mein Ex. „Du wartest gefälligst, bis du an der Reihe bist!“, gab ich patzig zurück, bevor ich meine Aufmerksamkeit Duncan schenkte. „Jen.....bitte....muss das sein?“, seinen Blick konnte ich jetzt nicht genau definieren. Es war irgendwas zwischen Angst und Wut. „Es geht nicht anders, Schatz“, jetzt konnte ich es genau erkennen: es war Angst, die aus seinen Blicken sprach, „Wovor hast du Angst?“ „Ich will........dich nicht verlieren“, antwortete er stockend, „Ich habe Angst, dass er dich wieder um den Finger wickelt.......Immerhin warst du kurz davor, ihn zu heiraten.“ „Weißt du eigentlich, wie süß du bist?!“, lächelte ich ihn an, „Du brauchst dir überhaupt keine Sorgen zu machen. Aber ja, ich muss mit ihm reden! Wie sollen wir uns jemals eine gemeinsame Zukunft aufbauen, wenn meine Vergangenheit immer dazwischen funkt?!“ „Gemeinsame Zukunft?!“, fragte er verblüfft nach. „Sicher! Was hast du denn gedacht?“, ich konnte mir ein Grinsen nicht verkneifen, „Darüber reden wir später. Jetzt musst du mir erst einmal vertrauen und mir versprechen, dass du dich auf deinen Auftritt konzentrierst.“ „Ich versprech´s“, unserer Lippen berühren sich zu einem sanften Kuss, der viel zu schnell endete. „Ich liebe dich! Vergiss das niemals“, flüsterte ich, bevor ich Matt resolut in die nahe gelegene Garderobe seiner Band schob....

~Duncan~

Jen hatte mich beruhigt, so gut es ging, aber etwas angespannt war ich trotzdem noch. Besonders glücklich war ich darüber, dass sie von einer gemeinsamen Zukunft gesprochen hatte. Ich hätte nicht gedacht, dass sie das überhaupt noch wollte......heiraten und Kinder kriegen. Oder wollte sie einfach nur so irgendwann mit mir zusammen leben? Unter „gemeinsame Zukunft“ konnte man sich so einiges vorstellen. Mir blieb also nichts anderes übrig, als abzuwarten...... „Dunc?!“, tippte mich Johnny an, „ihr müsst in die Maske.“ Ach herrje, auch das noch!

~Jenny~

In der Garderobe angekommen, schwiegen wir uns erst mal eine Zeit lang an. Ich musste zunächst mal tief durch atmen und mich beruhigen. „Was hast du eigentlich vor?“, fragte ich leise, „Warum verdammt gönnst du mir nicht, dass ich endlich wieder glücklich bin?!“ „Ich will dich zurück. Wir gehören doch zusammen. Wir hatten so viel Pläne und Träume.....“ „.....die du alle zunichte gemacht hast“, ergänzte ich. „Es war ein Ausrutsche....ein dummer Fehler“, verzweifelt sah er mich an und trat näher. „Das meinst du doch nicht ernst oder? Ein dummer Fehler? Weißt du, was ich wegen dieses dummen Fehlers alles durch gemacht hab? Mein Gott, bin ich froh, dass ich das Baby verloren hab“, brachte ich hervor. „Was? Sag mal, spinnst du?“, fuhr er mich an. „Du brauchst dich gar nicht so aufzuführen. Die war unser Kind doch sowieso egal. Du hast nicht nur mich betrogen und belogen, sondern auch das Kleine! Was wäre denn das überhaupt für ein Leben für das Kleine gewesen? Ich hätte ihm nicht die Liebe geben können, die es gebraucht hätte und außerdem wäre es dauernd zwischen uns hin und her gerissen. Hättest du das unserem Kind antun können? Also ich nicht!“ „Ich habe unser Baby genau so sehr geliebt, wie du! Außerdem wäre es soweit ja gar nicht gekommen. Ob mit oder ohne Baby, wir wären wieder zusammen gekommen. Ganz allein dieser Blue- Bubi ist Schuld, dass wir den letzen Schritt nicht machen können, um wieder zusammen zu sein.“ „Vorsicht, Freundchen“, drohte ich ihm, „Du vergreifst dich im Ton! Du hast kein Recht dazu, Duncan zu beleidigen. Allein wegen seiner Liebe lebe ich endlich wieder. Ich kann wieder lachen und in die Zukunft sehen. Weißt du, was ich beinahe getan hätte? Ich hätte beinahe auf das alles verzichtet.“ Eindringlich sah er mich an: „Aber was ist mit uns?! Wir sind doch für einander bestimmt! Ich habe dich immer geliebt und das ist heute auch noch so! Wir können es schaffen, wenn wir uns nur.....“ Es wurde langsam zuviel und so unterbrach ich ihn: „Hör endlich auf zu träumen und wach auf! Diese Liebe, von der du sprichst, die existiert schon lange nicht mehr! Ich werde Duncan niemals aufgeben......und.....wenn du mich so sehr liebst, wie du sagst, dann lass mich gehen! Lass endlich los! Es ist das Beste......für uns beide, aber vor allem für dich. Wie willst du weiter leben, wenn du dich an etwas klammerst, dass.....schon lange gestorben ist?!“ „Wie soll ich dich vergessen, Jen? Wie?“ „Das sollst du ja nicht. Ich werde die Zeit mit dir auch nie vergessen, aber du musst dein Leben weiter leben und nach vorn sehen, so wie ich. Und irgendwann wirst du auch wieder eine neue Liebe finden. Ich hatte gehofft, dass wir irgendwann wieder normal miteinander umgehen und vielleicht Freunde werden könnten!? Es liegt ganz allein in deinen Händen, wie es jetzt weiter geht....“, ich verließ die Garderobe und ließ einen sehr nachdenklichen Matt zurück. Ich hatte das Gefühl, dass ich zu ihm durchgedrungen war und er meine Gefühle verstanden hatte. Ich war mir sicher, ihn zur Vernunft gebracht zu haben. Er würde die richtige Entscheidung treffen. Ein Blick auf die Uhr verriet mir, dass Blue gleich ihren Auftritt hatten. Mir blieb gerade noch so viel Zeit, um zu ihnen zu hasten. Stürmisch fiel ich meinem Süßen um den Hals, der mich sichtlich erleichtert in seine Arme schloss. Er drückte mich ein klein wenig von sich weg und sah mich fragend an. Ich lächelte, aber bevor ich etwas sagen konnte, hatte Ant Duncan am Arm gefasst und zur Bühne gezogen.

~Duncan~

Die ganze Zeit, während Jen weg war, fragte ich mich, ob ihr Ex uns nun endlich in Ruhe lassen würde. Obwohl ich es versprochen hatte, konnte ich mich überhaupt nicht auf meinen Auftritt konzentrieren. Fuck! Das konnte ja wohl nicht wahr sein! Schon tausendmal gesungen und mir fällt der verdammte Songtext nicht ein! Und das grad jetzt: 2 Minuten bevor wir auf die Bühne mussten! Doch da kam Jen und ich war froh, sie wieder in meiner Nähe zu haben. Leider konnte ich sie nicht mehr fragen, wie das Gespräch verlaufen war, denn Ant zog mich von ihr weg in Richtung Bühne. Mit Jen war auch der Text wieder gekommen und der Auftritt wurde zum Glück kein Reinfall. Danach erwartete uns schon Jen und wir verzogen uns alle in unsere Garderobe. „Los, erzähl schon“, drängelte Lee ungeduldig, „Wie ist es gelaufen?“ „Tja ja, so ist unser Lee eben! Mal wieder gar nicht neugierig“, bemerkte Ant spitz. „Pff! Da ist man mal an seinen Mitmenschen interessiert und dann ist es wieder nicht richtig“, grummelte dieser. „Darf ich euch mal kurz stören und endlich erzählen? Danach dürft ihr euch auch sofort weiter triezen.“, warf Jen dazwischen, „Also, ich denke, dass er es nun endlich verstanden hat und uns in Ruhe lassen wird.“ „Du denkst es?“, platzte Lee raus und sprach damit das aus, was ich gerade dachte. „Ja“, nickte sie, „er war sehr nachdenklich, als ich ihn zurück ließ und so gut kenne ich ihn, dass ich weiß, er wird die richtige Entscheidung treffen.“ „Ich hoffe nur, du hast recht“, murmelte ich. „He, höre ich da etwa Zweifel?“, sie schmiegte sich an mich. „Nein....nein, nein! Du weißt doch, ich vertraue dir!“, ich hob ihr Kinn an und spürte ihre weichen Lippen auf meinen, „Was hältst du davon, wenn wir die Aftershow – Party sausen lassen und zu dir fahren?“ „Das ist eine sehr gute Idee“, grinste Jen, „Wiedersehen, Jungs! Viel Spaß noch!“ Schon waren wir aus der Garderobe verschwunden. Lee riss noch mal die Tür auf uns schrie hinter uns her: „Euch auch und.......lasst das Bett stehen!“ „Schon komisch, wie dieser Kerl immer von sich auf andere schließt“, schüttelte sich Jen vor lachen. „Ich weiß ja auch nicht, was der immer denkt“, nun musste ich auch lachen. „Vielleicht kann er auch einfach nur hellsehen?!“, zwinkerte sie mir verführerisch zu. Händchenhaltend verließen wir das Gebäude und schlenderten über den Parkplatz zu Jen´s Auto. Na ja, eigentlich gehörte es ihrer Mum, aber Jen konnte es benutzen, wann immer sie wollte. „Jen, Duncan.....wartet bitte!“ Schon wieder der! Ich schwöre, wenn der ihr zu nahe kommt, dann kann ich für nichts garantieren! Matt lief auf uns zu und kam schwer atmend vor uns zum stehen. Automatisch legte ich meinen Arm um sie und zog sie näher an mich. „Jen......unser Gespräch hat mich sehr nachdenklich gestimmt. Ich weiß nun endlich, wie schwer es für dich und wie naiv ich war, zu denken, es könnte alles wieder so werden, wie es einmal war. Nie hätte ich gedacht, dass du so glücklich sein kannst......ohne mich. Aber du hast es geschafft. Du hast dir ein neues Leben aufgebaut, mit einem Mann an deiner Seite, der dich augenscheinlich über alles liebt. Ich habe mir eingebildet, du würdest mich brauchen, nicht ohne mich existieren können, aber das ist nicht wahr......und deshalb werde ich aus deinem Leben verschwinden und dich nie mehr belästigen.“ Während er sprach, hatte er Jen die ganze Zeit tief in die Augen gesehen und sie hatte ihren Blick nicht abgewandt. Nun wandte er sich an mich: „Duncan, es tut mir leid wegen vorhin. Es war ganz allein meine Schuld, denn ich habe dich provoziert. Ich an deiner Stelle hätte genau so reagiert. Ich habe eingesehen, dass Jen zu dir gehört. Pass gut auf sie auf, denn so eine tolle Frau wirst du nie wieder in deinem Leben finden.......und mach nicht den selben Fehler wie ich. Du würdest es schrecklich bereuen!“, sein Blick wanderte noch mal zu Jen, bevor er sich umdrehte und ging. Erleichtert umarmte ich meine Süße. Nun stand uns wirklich nichts mehr im Weg......

~Jenny~

Gut, dass Matt endlich eingesehen hatte, dass es für uns keine Zukunft mehr gab. Aber für Duncan und mich gab es die. Und das Gespräch dazu würde jetzt nicht mehr lange auf sich warten lassen. Konnte ich auch verstehen, dass er wissen wollte, woran er war. Während der Fahrt zu mir sprach keiner einen Ton. Aber das würde sich gleich ändern, denn wir waren grade bei mir zuhause angekommen. Wir gingen nach oben in meine Wohnung und ließen uns aufs Bett fallen. Ich begann seinen Hals zu küssen und knöpfte dabei sein Hemd auf. „Also“, grinste Dunc, „Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich sagen, dass du mich verführen willst.“ „Willst du dich denn von mir verführen lassen?“, fragte ich nun zurück und fuhr weiter fort, seinen Oberkörper mit Küssen zu bedecken. „Als ob ich dir widerstehen könnte?!“, leidenschaftlich küsste er mich und strich unter meinem Top entlang. Duncan wusste genau, was ich jetzt wollte.........

........Dieser Mann wusste einfach, was er tun musste, damit ich Wachs in seinen Händen war. Bei ihm konnte ich mich so richtig fallen lassen. Wir passten einfach zusammen, in jeder Hinsicht. Ich liebte es, ihm so nahe zu sein, in Dunc´s Armen zu liegen, seinem Herz zu lauschen und seine nackte Haut an meiner zu spüren. Mittlerweile kannte ich Duncan wie meine Westentasche. Ich merkte einfach, wenn er was auf dem Herzen hatte, er sich aber nicht traute, es auszusprechen. „Na los, spuck´s schon aus“, forderte ich ihn auf, hob den Kopf und sah ihn aufmerksam an. „Du hast was von einer gemeinsamen Zukunft gesagt“, druckste er rum, „Glaub mir, ich kann verstehen, wenn du nicht mehr heiraten und keine Kinder mehr willst, nach all dem, was passiert ist“, fügte er noch hinzu. „Ich kann mir nichts schöneres vorstellen, als ein Baby mit dir und deine Frau zu werden........nur eben jetzt noch nicht. Wir sind noch jung und haben noch so viel Zeit. Außerdem denke ich, dass das jetzt nicht der richtige Zeitpunkt für ein Baby wäre. Ich mein, du bist mit Blue soviel unterwegs und die Uni stresst mich auch.“ „Ich würde Blue jederzeit aufgeben.“ „Das will ich aber nich. Die Musik und Blue sind ein Teil von dir, genau wie ich ein Teil von dir bin. Lass uns einfach warten, bis es ruhiger geworden ist. Okay?“. Er nickte nur, was mich ziemlich verunsicherte. „Du bist enttäuscht, stimmt´s?“ „Nein, du hast ja recht“, beruhigte er mich, „es wäre unserem Baby gegenüber nicht fair. Die Zeit wird schon noch kommen......“


~Gut 3 Jahre später~


~Duncan~

4 Jahre waren Jen und ich nun ein Paar und ich hatte noch keinen Tag davon bereut. Na ja, vielleicht die Zeit, in der ich nicht bei ihr sein konnte. Aber wenn wir voneinander getrennt waren, telefonierten wir mindestens zweimal am Tag miteinander. Trotzdem war es hart und schwer auszuhalten. Umso mehr freute ich mich, dass sie in wenigen Wochen nach der Silberhochzeit ihrer Eltern zu mir nach London ziehen würde. Das war aber noch nicht alles. Seit einiger Zeit spielte ich mit dem Gedanken, wie es wäre zu heiraten. Und nicht nur das. Ich hatte kurzen Prozess gemacht, Verlobungsringe gekauft, war kurz davor gewesen sie zu fragen.......aber dann verließ mich der Mut und ich hatte gekniffen. Ich hätte mir am liebsten selbst in den Hintern getreten, wenn ich dran gekommen wäre. Damals hatte ich gesagt, die Zeit würde kommen......nur wann war sie für Jen da? Trotz der viele Zweifel hatte ich beschlossen, auf dem Konzert, dass wir am Samstag ganz in der Nähe von Jen´s Heimatstadt geben würden, ihr einen Antrag zu machen. Den passenden Song hatte ich auch schon dafür ausgewählt: Best in me! Dieser Song beschrieb genau meine Gefühle für sie und ich hoffte inständig, dass alles klappen würde. Eine klitzekleine Änderung hatten wir vorgenommen. Das Ende sang nun ich und nicht Lee, denn schließlich war Jen ja auch meine Freundin. Donnerstag waren wir schon angekommen, was ich allein Lee´s und meiner Quengelei zu verdanken hatte. Lee wollte sich unbedingt ausführlich mit Anna beschäftigen und ich wollte meine Zeit mit Jen verbringen. Das war bis jetzt die längste Zeit, die wir uns nicht gesehen hatte: 4 Wochen! Wir hatten also einiges nachzuholen und außerdem hatte ihre Mum am Freitag Geburtstag. In der Nacht von Donnerstag auf Freitag fingen wir gleich mit dem "Nachholen" an und kamen dementsprechend nicht viel zum schlafen. Jen schaffte es sehr gut, mich von Samstag abzulenken, aber als sie so schlafend in meinen Armen lag, schlichen sich die Zweifel wieder in mein Gehirn. Ich wollte nichts falsch machen, aber wie lange sollte wir denn noch warten?! Morgens um 9 Uhr wachte ich auf und fühlte mich wie gerädert, weil ich fast kein Auge zugemacht hatte, nicht nur wegen der atemberaubenden Nacht mit Jen, sondern auch wegen der Gedanken, die ich mir wegen Samstag machte. "Warum bist du so früh schon wach?", gähnte meine Süße plötzlich und streckte sich. "Keine Ahnung. Ich konnte einfach nicht richtig schlafen", antwortete ich. "Schatz, du kannst normal immer schlafen. Also, über was denkst du nach?" Sie kannte mich einfach zu gut. "Nichts wichtiges", wich ich aus. "Sagst du es mir, wenn es wichtig wird?" "Aber sicher", ich küsste ihre Stirn. "Uns was machen wir jetzt? Zum Aufstehen ist es noch viel zu früh", ihre Augen blitzen mich fordernd an. "Hm.....wir könnte ja da weiter machen, wo wir letzte Nacht aufgehört haben." "Bist du sicher, dass du das noch schaffst?", kicherte sie. "He, was soll das denn heißen?", entrüstete ich mich, "Ich bin schließlich immer noch im besten Alter mit meinen 28 Jahren." "Eigentlich meinte ich damit, dass du so wenig geschlafen hast, aber
da wir gerade dabei sind......Du gehst immerhin ganz stark auf die 30 zu, muss ich fest stellen." "Und ich muss fest stellen, dass du ganz schön frech bist. Ich kann dir ja beweisen, wie fit ich bin." "Liebend gern", grinste sie und wie vertieften uns in eine Knutschrei, die immer wilder wurde und auszuziehen gab es ja nichts mehr. Bis plötzlich die Tür aufgerissen wurde......

~Jenny~

Endlich hatte ich Duncan mal wieder ganz für mich allein. Das war auch dringend nötig, denn in letzter Zeit kotzte mich irgendwie alles total an. Schon bei der kleinsten Kleinigkeit ging ich in die Luft wie eine Rakete und nicht nur das stimmte mit mir nicht. Seit einer Weile war mir manchmal so übel, dass ich mich meines Essens wieder entledigen musste und außerdem hatte ich des öfteren mit kleinen Schwindelattacken zu kämpfen. Duncan wusste von all dem natürlich rein gar nichts. Wir hatten uns jetzt so lange nicht gesehen und das hätte uns nur das ganze Wochenende verdorben. Seit mein Süßer da war, ging es mir ohnehin besser und deshalb sah ich auch keinen Grund, ihn zu beunruhigen. Wahrscheinlich waren das eh nur Anzeichen von Liebesentzug gewesen. Da wir das ja letzte Nacht ausführlich behoben hatten und gerade schon wieder dabei waren, hatten sich meine Probleme wohl erledigt. Plötzlich wurde die Tür aufgerissen: „So......und das ist das Schlafzimmer.“ Ich konnte förmlich fühlen, wie sich mein Puls beschleunigte. Das konnte ja wohl nicht wahr sein! Da versammelte sich gerade meine Oma, die Mum von meinem Dad, mit einem Teil ihrer Sippschaft, die alle weiter weg wohnten und sich eh nur ein-, zweimal im Jahr blicken ließen, um mein Bett. „Was macht ihr hier?“, fragte sie unverblümt. Oh bitte!! Als ob die Situation nicht eindeutig genug wäre!!! Das war ja wohl einfach unglaublich! Und noch unglaublicher war, das die Frau von dem Cousin meines Dad´s ganz ungeniert auf Duncan´s nackten Oberkörper starrte und dir Decke mit ihren Blicken immer weiter runter zu ziehen schien. Das trieb mich nur noch mehr auf die Palme. Ich zog die Decke noch weiter hoch und patzte zurück: „Gegenfrage: Was macht IHR hier?“ „Ich wollte ihnen bloß mal deine Wohnung zeigen. Immer, wenn sie hier waren, kam was dazwischen.“, erwiderte sie und musterte uns kritisch. „Immer“, wie sich das anhörte! Als ob die jede Woche kommen würden. Ich wusste schon, warum ich die Verwandtschaft meiner Mum lieber mochte. Aber das war ein anderes Thema! „Wie seid ihr überhaupt hier rein gekommen?“ „Mit dem Schlüssel, der unter deiner Fußmatte liegt. Das wurde ja immer besser! Der Schlüssel war nur für den Notfall gedacht und das wusste sie auch. „Wenn ich dann mal um meinen Schlüssel bitten dürfte...“, fordernd hielt ich die Hand offen, „Vielen lieben Dank“, erwiderte ich wütend, als ich ihn endlich hatte, „und jetzt alle RAUS HIER! Ach ja, und vergesst nicht, die Haustür von draußen zu zumachen.“ „Aber Jenny“, protestierte meine Oma, „du kannst uns doch nicht raus schmeißen.“ Sprach ich eigentlich chinesisch oder war ich eigentlich nur undeutlich zu verstehen gewesen?! Fuck, würde ich jetzt nicht nackt im Bett liegen, könnte ich ihnen selber die Tür zeigen!! „Und ob ich das kann“, hätte nicht gedacht, dass sich meine Wut noch steigern lassen würde, „Und jetzt raus hier, bevor ich endgültig die Beherrschung verliere!!!“ Ziemlich pikiert sah sie mich an und trieb hoch erhobenen Hauptes gütiger weise die Meute aus meinem Schlafzimmer. Als ich die Haustür knallen hörte, war ich mir sicher, dass sie endgültig verschwunden waren, stieg aus dem Bett und zog mir meine Unterwäsche über. Wütend lief ich im Zimmer auf und ab und grummelte mir irgendwas über diese „Verwandtschaft“ zusammen. Und was tat mein Liebster? Der lag im Bett und kringelte sich vor lauter Lachen. „Ich weiß echt nich, was daran so witzig is!“, giftete ich ihn an. „`Tschuldige Schatz“, brachte er hervor, während er sich den Bauch hielt, „Oh je, mein Bauch“, gluckste er noch. „Selbst schuld.“ „Ach komm schon süße“, er stand auf, zog sich seine Boxershorts über und trat hinter mich, „Sie haben uns bei Sex erwischt. Na und? Das ist doch kein Weltuntergang. Außerdem konnte man gar nichts sehen.“ „Glaubst du! Hast du nicht mitgekriegt, wie die eine auf deine Brust geglotzt hat?“ „Weißt du eigentlich, wie sexy du bist, wenn du eifersüchtig und wütend zu gleich bist?!“ Ruckartig drehte ich mich zu ihm um: „DUNCAN!!!“ „Schon gut, schon gut, schon gut“, grinste er und hob abwehrend die Hände, „Ich will ja schließlich nicht auch noch die Tür von draußen zu machen müssen.“ Er beugte sich zu meinem Hals und hauchte an meiner Haut entlang, was mich seufzen ließ. Sanft drückte er mich wieder aufs Bett und verwöhnte weiter meinen Körper. Nach einiger Zeit musste ich ihn leider schweren Herzens stoppen, denn es half alles nichts. Wir mussten runter in die Höhle des Löwen. Meine liebe Großmutter hatte sich garantiert schon ausgiebig bei meinen Eltern über mich beschwert und ich wollte nicht, dass meine Mum heute alles an ihrem Geburtstag ab bekam. Ich ging also duschen und meine Laune hellte sich nach Dunc´s Liebkosungen und dem warmen Wasser hier wieder etwas auf. Wer hätte geahnt, dass da schon das nächste Unglück nahte?!

~Duncan~

So hatte ich Jen ja echt noch nie erlebt. Als ich an ihrer Stelle hätte nicht die Courage gehabt, so mit meiner Grandma zu reden. Irgendwas war hier verdammt faul, denn normalerweise war sie nicht so drauf. Ich nahm mir ganz fest vor, sie bei nächster Gelegenheit zu fragen, was mit ihr los war. Jetzt war sie aber gerade erst mal mit duschen beschäftigt, was ihre Laune hoffentlich wieder an hob. Plötzlich klingelte es an der Tür. Und wer stand davor? Ben und Nina! „Schön euch zu sehen“, begrüßte ich die beiden und ließ sie rein kommen, „Jen hat mir gar nicht erzählt, dass ihr beide kommt.“ „Is ja auch ne Überraschung. Da ihre Mum Geburtstag hat, dachten wir, wir kommen mal vorbei“, plapperte Nina gleich munter drauf los, „Ach Duncan.....du hast doch sicher nichts dagegen, wenn ich dich mal für ne Nacht ausquartiere, oder!? Ben und du, ihr könnt euch hier im Wohnzimmer n schönen Männerabend machen und ich kann mit Jen mal ausgiebig quatschen.“ War das jetzt eigentlich ne Frage oder ne Aussage gewesen?? Irgendwie war das ja schon ganz schön dreist, hier rein zu kommen und direkt alles auf den Kopf zu stellen und ich bezweifelte ganz stark, dass Jen sonderlich davon begeistert sein würde. Da kam sie auch schon, nur mit einem Badetuch bekleidet aus dem Bad. „Ben“, rief sie erfreut, aber das dämpfte sich auch gleich wieder, „.....und Nina.“ Wir dachte wir kommen als Geburtstags – Überraschung für deine Mum vorbei....“, begann Ben, wurde aber sogleich von seiner Freundin unterbrochen. „.....und wie übernachten sogar hier“, verkündete sie freudestrahlend, „Dunc hat schon `ja´ gesagt, dass er mit Ben im Wohnzimmer nächtigt, dann können wir uns n richtig schönen Mädels Abend machen.“ Frechheit! Ich hatte überhaupt keinen Piep, geschweige denn `ja´ gesagt! Völlig überrumpelt stand sie da, fing sich aber schnell wieder. „Das geht nicht“, erwiderte Jen schlicht. „Was geht nicht?“, wollte Nina überrascht wissen. „Das ihr hier schlaft.“ „Aber warum? Is doch schon alles organisiert.“ „Von wegen! Dunc hat nie und nimmer ja gesagt und außerdem hab ich hier auch noch n Wörtchen mitzureden!“ „Jetzt zick hier nicht so rum, Jen!“, gab Nina ihr patzig als Antwort. „Jetzt pass mal schön auf, meine Liebe“, man konnte ganz deutlich den bedrohlichen Unterton in ihrer Stimme vernehmen, „Ich kann meinen Freund nicht jeden Tag sehen, so wie du deinen. Das letzte Mal hab ich Duncan vor 4 Wochen gesehen und jetzt kann er auch nur bis Sonntag bleiben. Ich hab ihn schrecklich vermisst und mich furchtbar auf dieses Wochenende mit ihm gefreut. Jetzt kommst du hier an und machst dich hier breit. Und du sagst, ich soll nicht hier rum zicken?? Glaubst du allen ernstes, ich lasse mir das gefallen? Wenn du die Güte besessen und vorher vielleicht mal hier angerufen hättest, dann hätte ich dir sofort gesagt, dass ihr hier nicht schlafen könnt. Und komm mir jetzt nicht mit der Überraschung.......meine Mum hat Geburtstag und nicht ich!“ „Es tut mir leid, Jen“, mischte sich nun Ben ein, „ich habe Nina gesagt, sie soll dich vorher anrufen, aber sie hielt das nicht für nötig. Is doch kein Problem, wir fahren eben wieder nach hause heute abend.“ Was soll das, Ben? Stellst du dich nun auf ihre Seite?“ „Ja, weil sie recht hat“, erwiderte dieser nur. Trotzig wanderte ihr Blick von Ben zu mir und blieb zuletzt an Jen kleben. Sie drehte sich auf dem Absatz um und rief noch im Rausgehen: „Als ob sie nich irgendwann anders mit ihrem Typ rum poppen kann!?“ RUMMS, schon das zweite mal an diesem Tag, dass die Tür zugeknallt wurde bzw. gleich das dritte mal, denn Jen war schon auf dem Weg zur Tür und schnappt sich ihren Schlüssel. „Schatz, warte bitte....“, rief ich sie zurück. „Versuch mich ja nicht, davon abzuhalten, Duncan! So leicht kommt mir dieses Mädel nicht davon!!!“ „Ich wollte dir ja eigentlich auch nur sagen.....“, `RUMMS´ das war Nummero 3, „.....das du nur ein Badetuch trägst......“

~Jenny~

Was war bloß heute los? Fingen hier alle an, rum zu spinnen? Erst meine Oma, jetzt Nina. So langsam war echt genug! Ich schnappte mir meinen Schlüssel und stürmte aus der Wohnung und in die meiner Eltern rein. Hätt ich mir ja gleich denken können, dass sich die liebe Nina zu meiner Oma in die Küche gesellte. Kurz bevor ich jedoch die Tür zuknallte, den Schlüssel in eine Ecke warf und los legte, verschwand diese jedoch aus der Küche: „Nur zu deiner Information: Ob und wann ich mit meinem Freund schlafe, geht dich n feuchten Dreck an, verstanden!? Ich habe wegen Ben lange genug den Mund gehalten, aber heut hast du den Bogen echt überspannt!!! Ich verstehe echt nicht, warum Ben sich so von dir ausnutzen lässt?! Ich an seiner Stelle hätte dir schon lange den Laufpass gegeben. Aber das kommt auch noch. Und nur damit du´s weißt, wir waren nie Freundinnen und wir werden es auch niemals sein.“ „Ben liebt mich und wehe, wenn du dich in unsere Beziehung einmischst....“, funkelte sie mich kampflustig an. Ui, sollte mich das jetzt etwa beeindrucken? „Warum drohst du mir eigentlich, wenn du dir seiner Liebe so sicher bist?“, fragte ich mit zuckersüßer Stimme. Das trieb sie so zur Weißglut, dass sie sich gerade auf mich stürzen wollte. Im letzten Moment kamen schließlich Duncan und Ben rein und gingen dazwischen. „Ihr beide hört jetzt sofort auf damit! Das ist doch kindisch“, sagte Duncan. Er hatte ja im Prinzip recht, aber trotzdem war ich so unglaublich wütend auf Nina, dass ich gar nicht mehr klar denken konnte. Ich bückte mich nach meinen Schlüsseln, um sie aufzuheben, wobei mir erst jetzt auffiel, dass ich nur ein Badetuch trug. Oh Gott, wie peinlich! Und damit war ich grade draußen gewesen. Na klasse, jetzt sah mich der widerliche Typ von gegenüber bestimmt noch schmieriger an, als er es ohnehin schon tat, wenn er mich so gesehen hatte! Ruckartig richtete ich mich wieder auf und da war es wieder! Dieser Schwindel, der mir schon die ganze Zeit zu schaffen machte. Halt suchend hielt ich mich an der Küchenarbeitsplatte fest und Duncan hatte auch schon seine Hände an meiner Hüfte. „Wir müssen uns dringend unterhalten, Nina“, vernahm ich nun Ben, der seine Freundin auch sogleich aus der Küche zog. „Genau, wie wir“, das war Duncan, der mich prüfend musterte. „Ich wüsste nicht, worüber“, erwiderte ich bockig und ging zur Tür. Doch bevor ich auch nur in die Nähe der Klinke gelangen konnte, stand Duncan schon davor. „Das weißt du ganz genau!“ „Lass mich hier raus.“ „Nein, das werde ich nicht. So, wie heute hast du dich noch nie aufgeführt!“, bei jedem Wort wurde seine Stimme lauter, „ich erkenne dich ja gar nicht wieder. Was zum Teufel ist dein verdammtes Problem und warum redest du nicht mit mir darüber?“ „Weißt du, was mein Problem ist?“, giftete ich ihn an, „das ich nicht aus dieser Küche rauskomme, um mir was anzuziehen. Falls es dir noch nicht aufgefallen sein sollte, ich hüpfe hier nur in einem Badetuch durch die Gegend! Und noch was, ich hab jetzt überhaupt keinen Bock, mit dir hier darüber zu diskutieren, wie ich mich verhalte“, damit schob ich ihn zur Seite und ging wieder nach oben in meine Wohnung, wo ich auf dem Weg dahin draußen an Ben und Nina vorbei kam, die heftig miteinander stritten. Ich wühlte mir Klamotten aus dem Schrank und so langsam verrauchte meine Wut und ich feststellen musste, dass ich riesigen Bockmist gebaut hatte. Ich war immer noch auf Nina wütend gewesen und Duncan hatte dann alles abbekommen. Fuck! Er machte sich Sorgen und ich war so eklig zu ihm! Was war bloß los mit mir? Ich war ja schrecklich! Duncan ist so lieb zu mir, dass hatte er einfach nicht verdient und deshalb werde ich mich jetzt bei ihm entschuldigen. Er war bestimmt furchtbar wütend. Also fertig anziehen und dann wieder nach unten. Draußen auf der Treppe fand ich Nina heulend vor. Komm schon, Jen, spring über deinen Schatten! „Ähm....“, räusperte ich mich, „Nina.......es tut mir leid wegen vorhin. Ich weiß, dass ich ziemlich heftig reagiert hab.....es ist nur....ich hatte in letzter Zeit viel Stress wegen der Uni und ich hatte mich so auf Duncan gefreut....aber jetzt läuft irgendwie alles schief. Weißt du, ich hab Ben sehr lieb und ich finde manche Sachen, die dich und ihn betreffen nicht in Ordnung. Ich will einfach nicht, dass ihm weh getan wird....aber Ben liebt dich und ich werde versuchen, das zu akzeptieren.“ „Mir tut´s auch leid“, schniefte sie, „ich hab eingesehen, dass es nicht ok war, einfach bei dir rein zu platzen und alles auf den Kopf zu stellen und du hast recht.... ich habe Fehler in unserer Beziehung gemacht, die ich sehr bereue und glaub mir, ich versuche mich zu ändern.“ „Sagen wir einfach, wir sind quitt, ok?!“, lächelte ich. Was war das denn? Sollte wir etwa doch noch eine Art von Freundschaft aufbauen nach all der Zeit? „Ben und ich, wir haben uns fürchterlich gestritten“, schluchzte sie nun wieder. „Da geht’s dir leider nicht besser, als mir. Duncan ist garantiert auch furchtbar sauer auf mich.“ „Warum?“ „Na ja, ich hab ihn vorhin in der Küche ziemlich blöde angemacht, als ihr schon draußen wart“, gestand ich, „aber wir kriegen das schon wieder hin. Ich wird mir erst Ben vornehmen und mich dann bei Duncan entschuldigen“, meinte ich zuversichtlich, stand auf und betrat die Wohnung meiner Eltern. Vorsichtig lugte ich um die Ecke ins Wohnzimmer, wo Duncan und Ben sich unterhielten. Jetzt hieß es, das zu retten, was von diesem verkorksten Wochenende noch zu retten war. „Ähm....sorry, dass ich euch störe, aber Ben.......Nina und mir tut es wirklich sehr leid......es ist irgendwie alles außer Kontrolle geraten. Sie sitzt draußen, weint und ist total verzweifelt. Kannst....kannst du nicht noch mal mit ihr reden.......bitte?!“ „Warum setzt ausgerechnet du dich für sie ein? Du konntest Nina doch noch nie leiden, Jen!“, wollte Ben misstrauisch wissen. Ich zuckte die Schultern. „Vielleicht, weil ich weiß, was es für ein schreckliches Gefühl ist, wenn jemand, den du liebst, sauer auf dich ist“, erwiderte ich mit einem Blick auf Duncan. Dieser jedoch schnappte sich eine Zeitung vom Tisch und hielt sie sich direkt vors Gesicht. Ben verschwand schließlich zu Nina und ich setzte mich auf die Couch zu Dunc. Er machte keine Anstalten, die Zeitung weg zu legen, die er zudem noch verkehrt herum hielt. Meine Hand wanderte zu seinem Oberschenkel, aber das schien ihn nicht im geringsten zu stören. „Ach komm schon, Schatz“, bettelte ich, „ gib mir wenigstens eine Chance, mich zu entschuldigen.“ Als Antwort kam nur ein Murren hinter der Zeitung hervor. „Du kannst das so doch eh nicht lesen, denn du hältst die Zeitung falsch rum.“ Murrend warf er die Zeitung auf den Tisch, lehnte sich zurück und sah, mit vor der Brust verschränkten Armen, stur gerade aus. „Schatz, es......ich.....ich kann das so nicht. Sieh mich bitte an.“ Widerwillig drehte er den Kopf in meine Richtung. Er war nicht nur wütend, sondern auch enttäuscht. „Es tut mir so unendlich leid, dass ich vorhin so blöd zu dir war. Meine Wut galt Nina und du hast sie abgekriegt. Kannst du mir noch mal verzeihen?“ „Nur, wenn du mir sagst, was mit dir los ist.“ „Glaub mir, ich würd´s dir sagen, wenn ich es wüsste. Die letzte Zeit war einfach schrecklich. Ich habe Klausur über Klausur geschrieben und bin dabei gar nicht zur Ruhe gekommen. Außerdem haben wir uns so lange nicht gesehen. Es war die Hölle, ich hab dich so vermisst. Um so mehr tut´s mir leid wegen vorhin. Ich weiß, ich hab dich überhaupt nicht ver.......“ Er unterbrach mich durch einen sanft nicht enden wollenden Kuss. „Noch böse?“, fragte ich, als er meine Lippen wieder frei gab. Duncan schüttelte leicht den Kopf: „Du weißt doch, dass ich dir nicht lange böse sein kann, denn dafür liebe ich dich viel zu sehr.“ Glücklich kuschelte ich mich in seine Arme. Dieser Mann war einfach zu schön, um wahr zu sein.....und genau deshalb liebte ich auch so sehr!

~Duncan~

Ich war wahnsinnig sauer auf Jen gewesen. Sie hatte keinen Grund gehabt, ihre Wut an mir auszulassen und so mit mir umzuspringen. Aber wie sie jetzt nun so neben mir saß, sich so süß entschuldigt hatte und mich bittend ansah, konnte ich einfach nicht anders, als ihr zu verzeihen. Ich hasste es, wenn wir uns stritten. Glücklicherweise kam das extrem selten vor. „Was war das vorhin?“, fragte ich sie, als sie, an mich geschmiegt, in meinen Armen lag. „Was meinst du?“, unsicher löste sie sich von mir. „Ich meine deinen Schwindelanfall!“, musterte ich sie und ich konnte förmlich riechen, dass da mehr hinter steckte. „Jen!“ „Na....na....na ja....also.....das war nicht der erste Schwindelanfall“, rückte sie nun endlich mit der Sprache raus. Ich war echt schockiert! Warum hatte sie mir keinen Ton davon gesagt? „Was? Und das sagst du mir erst jetzt?“ „Ach, Schatz, das ist nicht so schlimm“, winkte sie ab. „Nicht so schlimm? Das ist doch nicht normal! Wie lange hast du das schon?“ „Ich weiß nicht genau.....vielleicht ein paar Wochen...“, gab Jen kleinlaut zu. „Ein paar Wochen?!“, fragte ich entsetzt nach, „Warst du schon beim Arzt?“ Sie schüttelte den Kopf: „Wegen so ner Kleinigkeit renn´ ich doch nicht direkt zum Arzt!“ „Das ist keine Kleinigkeit mehr für mich! Warum hast du mir nichts davon erzählt?“ „Weil du schon genug Stress hast und ich dich nicht auch noch mit meinen Problemen belasten wollte.“ „Deine Probleme sind auch meine Probleme und ich will wissen, wenn es dir nicht gut geht. Ich bitte dich, geh zum Arzt......mir zuliebe.“ „Also gut, wenn es noch einmal vorkommen sollte, dann gehe ich zum Arzt.“ „Versprich es mir“, bat ich. „Jen, kannst du mir mal bitte in der Küche helfen?!“, rief da ihre Mum. „Ich komme sofort!“, rief sie zurück und wandte sich dann wieder mir zu, „Versprochen.“ Sie schenkte mir noch einen Kuss und ging in die Küche. Meine Sorgen wuchsen. Hoffentlich war sie nicht ernsthaft krank......

~Jenny~

Meine Mum schloss die Tür hinter mir, als ich die Küche betreten hatte. „Setz dich, Jen“, sie deutete auf einen Stuhl, „ich möchte mit dir sprechen.“ „Mum, wegen vorhin.....“, begann ich. „Nein, darüber wollte ich nicht mit dir reden“, zögernd brach sie ab, „Schatz, kann es sein, dass du schwanger bist?“ Erst mal musste ich ein Lachen unterdrücken und fragte grinsend zurück: „Mum, wie soll das denn funktionieren? Wir haben immer mit nem Kondom verhütet.“ „Nur damit?“ „Ja, du weißt doch, dass ich die Pille nicht vertrage.“ „Also kann es doch sein“, sie ließ einfach nicht locker, „als ich mit dir schwanger war, hatte ich genau die selben Schwangerschaftsbeschwerden: Schwindel, Übelkeit, Launisch....“ „Dann müsste es ja mal gerissen sein“, gab ich zurück. „Habt ihr darauf geachtet? Und wann hast du zum letzten mal deine Tage gehabt?“ Jetzt mache sie mich doch so langsam unsicher: „Nein......und Keine Ahnung.“ „Dann solltest du dich vielleicht doch mit dem Gedanken anfreunden, ein Baby zu erwarten“, lächelte sie. „Bevor wir hier die Pferde scheu machen, werde ich das erst noch mal nachrechnen“, erwiderte ich nachdenklich, „Bitte Mum....kein Wort zu Duncan. Es könnte so vieles sein, z.B.: ...eine Hormonstörung oder so was und ich will nicht, dass er enttäuscht ist, wenn ich nicht schwanger sein sollte.“ Ich schnappte mir die erste gefüllte Schüssel und brachte sie ins Esszimmer, wo sich alle schon um den Tisch versammelt hatten und hungrig auf das Mittagessen warteten. Bevor ich wieder aus dem Esszimmer ging, um die nächste Schüssel zu holen, bekam ich noch mit, wie Nina und Ben sich küssten. Bei den beiden war also auch wieder alles in Butter, wie es schien. Endlich war der Tisch gedeckt und alle ließen es sich schmecken. Ich aß zwar auch, merkte aber schon bald, dass sich mein Essen wieder von mir verabschieden würde.“ Jennymäuschen, du bist ja so blass“, klang mein Dad besorgt, „Geht´s dir nicht gut?“ Das war wohl das Stichwort. Ich sprang auf, rannte ins Bad und übergab mich. Anschließend wusch ich mir das Gesicht und schwankte zurück zu den anderen. Am Türrahmen ders Esszimmers hielt ich mich krampfhaft fest, denn mir war schon wieder so total schwindelig. Das einzige was ich dann noch wusste war, dass ich direkt in Dunc´s Arme fiel, bevor alles um mich herum schwarz wurde........

~Duncan~

Gerade so konnte ich Jen noch auffangen. Ich wusste doch, dass sie was ernsthaftes hatte. Vorsichtig trug ich sie ins Wohnzimmer und legte sie auf die Couch. „Hier, halt ihr das mal unter die Nase. Davon wird sie garantiert wieder munter“, Jen´s Mum reichte mir eine Vanillestange. Einen Versuch war es wert. Ich wedelte damit unter ihrer Nase rum und es funktionierte tatsächlich. „Iiiiiiiiiiiiiiiihhhhh! Dunc, willst du mich umbringen? Das stinkt ja widerlich!“, erbost schlug sie mir die Vanillestange aus der Hand. „Is doch nur Vanille“, meinte ich achselzuckend und gleich darauf wieder ernst, „ihr habt doch eine Bekannte, die Ärztin ist und ne eigene Praxis hat. Ruf sie an, am besten jetzt sofort, damit sie dich morgen Vormittag durch checken kann.“ „Aber Duncan.....“ „Nein, Jen“, unterbrach ich sie, „Keine Diskussion........du hast es versprochen!“, eindringlich sah ich sie an, „oder soll ich es tun?“ „Nein, schon gut“, lenkte sie ein, „ich rufe sie an, aber ihr geht alle schön wieder Mittagessen.“ Resolut erhob sie sich und schob uns alle samt zur Tür raus. „Nein, ich bleibe bei dir“, protestierte ich. „Von wegen, ab mit dir.“ Sie wollte mich doch tatsächlich los werden. „Aber......“ „Ich weiß, ich liebe dich auch“, nun schob sie mich endgültig raus und schloss die Wohnzimmertür.

~Jenny~

Bääähhh! Gab es eigentlich noch was schlimmeres, als Vanille-Geruch? Meiner Meinung nach nicht. Und genau mit diesem Zeug holten sie mich wieder aus meiner Ohnmacht zurück. Jetzt gab es natürlich kein Entkommen mehr. Um den Arzt kam ich nun nicht mehr rum, schließlich hatte ich es versprochen. Ich hatte noch Glück gehabt, dass Duncan mich nicht direkt zum Arzt geschleift hatte, sondern nur darauf bestand, mich morgen von Jacky, einer ehemaligen Schulfreundin meiner Mum und sehr guten Bekannten von uns, durch checken zu lassen. Nur eins hatte mein Süßer nicht bedacht und zwar, dass Jacky nämlich Gynäkologin war. Hatte er das echt vergessen oder ahnte er was? Nee, konnte nicht sein, denn dann hätte er das schon angesprochen. Ich wählte also Jacky´s Nummer und schilderte ihr alles. „Das ist doch kein Problem, Jen. Wir treffen uns morgen Mittag um eins vor meiner Praxis. Ist dir das recht?“ „Aber sicher, Jacky. Du hast was gut bei mir! Dann bis morgen“, ich legte auf. Ich verzog mich wieder auf die Couch und streichelte gedankenverloren über meinen Bauch. Wuch´s da etwa tatsächlich Dunc´s Baby in mir heran?

~Duncan~

Das Essen war beendet und es zog mich wieder zu Jen zurück. Leise öffnete ich die Tür, konnte ja sein, dass Jen schlief, aber dem war nicht so. In Gedanken versunken lag sie auf der Couch, die Hände auf ihrem Bauch ruhend. Wie sie da lag, sah sie so wunderschön aus. Bei Gott, lass es bitte
keine ernsthafte Krankheit sein! Ich weiß nicht, was ich tun würde, wenn mir meine Süße genommen werden würde. Ich ging langsam auf sie zu, aber sie schreckte erst auf, als ich mich neben sie kniete. „Hey Schatz, jetzt hast du mich aber erschreckt“, begrüßte sie mich. „Hast du schon angerufen?“, kam ich ohne umschweife auf den Punkt. „Ja, morgen Mittag um eins soll ich da sein.“ „Jen, ..........du wirst doch hingehen, oder?“, wollte ich besorgt wissen. „bitte, schieb es nicht länger auf.“ „Na hör mal, morgen ist Samstag und Jacky macht extra ihre Praxis für mich auf. Da werde ich doch nicht kneifen. Ich komme dann mit Klara, Anna und Melissa nach. Wir werden vor Konzertbeginn da sein. Um 19 Uhr geht’s doch los! War doch richtig, oder?“ Ich schluckte schwer und nickte. „Was ist denn?“, besorgt blickte sie mich an. „Es ist nur.....ich.....ich hab Angst, Jen.......Angst, dich zu verlieren......“ „Glaub mir, es ist nichts schlimmes.......das würde ich doch spüren. Du wirst mich nicht verlieren....“

~Jenny~

Und in Gedanken fügte ich noch hinzu: Und vielleicht gewinnst du sogar noch jemanden dazu?! Der Gedanke, wieder schwanger zu sein, gefiel mir immer mehr und beschäftigte mich so sehr, dass ich gar nicht merkte, wie die Zeit verging. Ehe ich mich versah, war es schon spät am Abend und wir lagen in Bett. Duncan schlummerte auch bald ein. War ja auch ein harter Tag für ihn gewesen, schließlich war es anstrengend, sich die ganze Zeit um mich Sorgen zu machen. Und morgen würde es wieder anstrengend werden, denn morgen war das Konzert und davor hatten die Jungs noch Termine. Als er eingeschlafen war, machte ich mich vorsichtig von ihm los, schnappte mir meinen Terminkalender vom Nachttisch und ging ins Wohnzimmer. Ich betätigte den Lichtschalter und schlug eilig die Seiten um. Das Ergebnis meiner Rechnung bestätigte den Verdacht meiner Mum: schwanger im 2. Monat! Ich tatsächlich so im Stress gewesen, dass ich gar nicht bemerkt hatte, das ich schon längst überfällig war. Jetzt brauchte ich morgen nur noch Jacky´s Bestätigung und dann konnte ich es Duncan endlich sagen. Ich wusste ganz genau, wie sehr er sich ein Baby wünschte. Er dachte wohl, er würde es gut genug verstecken, aber ich bekam es natürlich mit, wie er vorrüberfahrenden Kinderwagen sentimentale Blicke zuwarf. Duncan würde ein guter Daddy werden, dessen war ich mir ganz sicher. In dieser Nacht drehte sich in meinen Träumen alles nur um unsere kleine Familie. Erst morgens gegen 10 Uhr erwachte ich aus meinen Träumen. Nur leider lag mein Traummann nicht mehr neben mir, nur ein Zettel, auf dem stand: „Guten Morgen meine Schöne! Ich hoffe, du hast süß geträumt! Von mir?! Ich musste dir unbedingt heute morgen noch was sagen, hab´s aber nicht über´s Herz gebracht, dich zu wecken, weil du so zauberhaft ausgesehen hast, als du schliefst. Deshalb habe ich diesen Zettel geschrieben, um dich zu bitten, mich anzurufen, wenn du weißt was los ist. Du weißt ja, dass ich sonst keine Ruhe hab! Ich vermiss´ dich! In Liebe Duncan!“ Ich blieb noch ein Weilchen im Bett liegen, bis es Zeit zum duschen war und ich zur Praxis musste. Wenige Minuten stand ich wartend davor, bis auch schon Jacky kam. Gut 20 Minuten später verkündete mir Jacky das Ergebnis.......

~Duncan~

Heute früh war ich gegangen, ohne Jen zu wecken. Ich hielt es für besser, sie schlafen zu lassen und ihr einen Zettel zu schreiben. Ich bat sie darum, mich anzurufen, wenn sie genaueres wusste. Hoffentlich dachte sie dann auch daran. Wir hatten heute ein Interview nach dem anderen hinter uns gebracht und die Zeit schien zu so dahin zu schleichen. Nervös blickte ich immer wieder auf die Uhr. Jetzt war es 14 Uhr. Jen müsste schon längst bei ihrem Termin fertig sein, sich schon längst hätte melden müssen, und wir hatten eine kleine Verschnaufspause. „Sag mal, Dunc“, tippte mich Lee an, „hast du dir schon überlegt, was du Jen nachher ergreifendes sagen willst, damit sie `ja´ sagt?“ „Was?“, fragte ich verwirrt, „da habe ich ja überhaupt nicht mehr dran gedacht. Am besten ich lasse das aus fallen......ja, ich werde Johnny sagen, das „Best in me“ gestrichen ist.“ „Was? Aber warum denn?“, fragte er erstaunt. „Weil ich dazu jetzt keinen Kopf habe“, erwiderte ich gereizt. „Du kneifst also schon wieder! Du nimmst aber auch jede Gelegenheit mit Ich verstehe dich einfach nicht......Jen und du......ihr seid wie geschaffen für die Liebe.......für einander und ihr seid immerhin schon 4 Jahre zusammen. Du liebst sie, sie liebt dich! Wo ist also bitteschön das Problem?“, und das alles sprudelte aus Lee Ryan hervor. „Okay, wer oder was bist du und was hast du mit Lee gemacht?“, ulkte ich scherzhaft, denn wer hätte gedacht, dass ausgerechnet unser Kleiner grade mir mal so richtig den Kopf waschen würde. „Hör auf damit, Duncan. Meinst du nicht, dass ich auch mal ernsthaft sein kann?!“ „Wenn du ernsthaft bist“, erwiderte ich, „dann hast du immer ein schwerwiegendes Problem. Also los, spuck´s aus!“ „Dafür hast du jetzt eh keinen Kopf!“, gab er pampig zurück. „Na gut, wie du willst. Aber meine Entscheidung steht fest......ich werde noch warten“, damit ließ ich Lee allein, um Johnny von der kleinen Programmänderung zu unterrichten.

~Lee~

Hier stellte sich gerade die Frage: Duncan James  Mann oder Maus? Wohl eher Maus, denn erzog schon wieder den Schwanz ein, dieser Feigling! Was wollte er eigentlich noch? Die beiden liebten sich wirklich über alles und passten perfekt zueinander. Manchmal würde ich gern Dunc sein, jedenfalls nur in der Hinsicht, was die Treue betrifft. Seine bedingungslose Liebe zu Jen führte ihn nicht in Versuchung zu einem Seitensprung, geschweige denn dachte er daran! Für ihn gab es nur Jen.....nur sie ganz allein...... Seit einiger Zeit waren da bei mir Gefühle für Anna, aber ich versuchte diese zu verdrängen. Ich war der festen Überzeugung, dass das mit Anna und mir eh keinen Zweck hätte, denn sowohl sie als auch ich waren One-night-stands nicht abgeneigt. Obwohl das bei uns schon keine One´s mehr waren, schließlich schliefen wir seit 4 Jahren, immer wenn wir uns sahen, miteinander. Nein, besser, wir ließen das von Anfang an bleiben, beschloss ich, außerdem hatten wir von Anfang an ausgemacht, dass es allein um Sex ging........und trotzdem ließen mich diese scheiß Gefühle einfach nicht mehr los. Aber das alles hatte ich Duncan ja nicht auf die Nase binden müssen. Der Gute hatte ja eh schon den Kopf mit anderen Dingen voll. Er war gerade wieder von Johnny zurück gekommen, denn er hatte ihm gesagt, dass das „Special“ heute abend ausfallen würde. Aber nicht mit mir! Heimlich schlich ich mich zu Johnny: „Best in me heut abend bleibt doch drin.“ „Hat Duncan es sich wieder anders überlegt?“, wollte Johnny wissen. „Ja“, erwiderte ich achselzuckend. „Wie kannst du nur lügen, ohne rot zu werden, Lee?“. „Weiß nich, hab´s mir selbst beigebracht“, meinte ich grinsend. „Duncan wird dich lynchen, vier teilen....und es werden ihm noch n paar angenehme Todesarten einfallen.“ „Nicht, wenn Jen `ja´ sagt und das wird sie. Also, machst du mit?“ „Ja, aber wenn er´s rauskriegt, schieb ich alles auf dich.“ Ich nickte, denn das war ich ja schon gewöhnt. Nun weihte ich auch noch Ant und Si ein......jetzt blieb nur noch eins: an die Verlobungsringe zu kommen, die er eigentlich immer bei sich trug. Nur bei dem heutigen Auftritt würde er sie jetzt nicht dabei haben, denn für ihn war die Sache vorerst erledigt. Insgeheim freute ich mich ja schon auf sein dämliches Gesicht. Der würde ganz schön Bauklötzchen staunen.......

~Jenny~

„Herzlichen Glückwunsch, Jen! Du bist tatsächlich im 2. Monat schwanger!“, verkündete Jacky. Schwanger! Es war zwar nicht so wirklich geplant, aber ich bin glücklich das es so ist. Freudig verabschiedete ich mich von Jacky und verließ ihre Praxis. Ich kramte mein Handy hervor, aber es war aus. Anscheinend hatte sich der Akku verabschiedet! Na klasse! Gut, musste sich der werdende Daddy eben bis nachher gedulden. Eigentlich gar nicht so schlecht, mir kam nämlich gerade eine Idee, wie ich ihn überraschen konnte. Unglaublich, wie viele verschiedene Babygeschäfte es mit jeder Menge Auswahl gab! Rasseln, Schnuller, Strampler, Söckchen, Hemdchen in allen Farben und noch viele andere Sachen, die ein Baby so benötigte. Ich konnte mich gar nicht davon los reißen, bis mir jedoch jemand auf die Schulter tippte: „Was machst du denn hier?“ „Das gleiche könnte ich euch auch fragen!“, grinste ich Anna, Klara und Melissa an. „Wir sind hier rein gekommen, weil wir dich gesehen haben. Wollten eigentlich noch n Kaffee trinken, bevor wir dich abholen. Aber gut, dass du hier bist, dann können wir gleich von hier aus fahren“, meinte Melissa. „Abholen?“, erstaunt blickte ich auf meine Uhr und erschrak: 16 Uhr 30! Vor lauter Babysachen hatte ich gar nicht auf die Zeit geachtet. „Was willst du eigentlich damit?“, Klara deutete auf den Strampler in meiner Hand. „Oh, der ist für Duncan“, lächelte ich verträumt. „Also, ich weiß ja nicht, aber meinst du nich, dass der Duncan ne Nummer zu klein is?“, grinste Anna schief, aber irgendwie wirkte es auf mich gequält. „Ach nee, du Scherzkeks! Aber unserem Baby wird er ganz sicher passen, wenn es in 7 Monaten auf die Welt kommt.“ „Ahhhh, wir werden Tanten“, kreischte Melissa und alle drei fielen mir um den Hals. Als sie sich wieder von mir gelöst hatten, gingen wir zur Kasse, denn ich hatte den passenden Strampler gefunden. An der Kasse entdeckte ich noch eine total süße Karte. In der Mitte war sie weiß und besaß einen Rahmen aus lauter krabbelnden Babys. „Sie möchten sicher noch etwas darauf schreiben, bevor wir sie zu dem Strampler stecken“, lächelte mich de Kassiererin freundlich an und reichte mir einen Stift. Dankbar nickte ich, nahm den Stift und schrieb: „Herzlichen Glückwunsch............DADDY!!“ Die Dame hinter der Kasse nahm die Karte wieder entgegen, steckte sie zwischen den Strampler und verschloss den Karton, dessen Außenseite jede Menge Rasseln und Schnuller zierte, mit einer Schleife. Wir verließen den Laden und gingen einen Kaffee trinken, bzw. gönnte ich mir einen O-Saft, denn in den nächsten 7 Monaten konnte ich meinem Körper und dem Baby keinen Koffein zumuten. Eine gute dreiviertel Stunde später machten wir uns auf den Weg zum Konzert der Jungs. Angeregt unterhielt ich mich auf der Rückbank mit Klara, bis Melissa dazwischen irgendwas von Stau stöhnte. Na super......auch das noch....jetzt würde wir vielleicht noch zu spät kommen........

~Duncan~

Die Sorge um Jen ließ mich bald durch drehen! Ihr Termin war schon Stunden vorbei und gemeldet hatte sie sich immer noch nicht. Verflucht, was war da nur los?! Am liebsten wäre ich sofort zu ihr gefahren, aber ich konnte ja hier nicht weg. Wenn das Konzert gleich auch so läuft, wie der Soundcheck heute nachmittag......dann Gute Nacht!! Ich hab mir ne ganz schön Doppel-Standpauke von Johnny und unserem Choreografen anhören müssen. Ich hatte echt alles versaut, was man nur versauen konnte.......Schritte.....Töne......alles wirkte, wie bei einem Anfänger! Eigentlich noch viel Schlimmer, denn selbst die konnten besser tanzen, als ich im moment! Nun standen wir unmittelbar vor Konzertbeginn. Jen war immer noch nicht da, weder hatte sie angerufen und meine Nerven flatterten! Schon komisch, wie sehr sie mein Gefühlsleben beeinflussen kann, obwohl sie überhaupt nicht in meiner Nähe ist! „Dunc, reiß dich zusammen“, redete mir Johnny ins Gewissen, „es geht ihr gut und du hast jetzt deinen Job zu machen!“ Schwer schluckend nickte ich. Er drehte sich um und schrie in Richtung Garderobe: „Lee, beweg deinen Arsch sofort hier her! Es geht gleich los!“ Grummelnd kam dieser aus der Umkleide. Er schien sich noch etwas in die Tasche gesteckt zu haben. Schon schubste uns Johnny in Richtung Bühne. Ich versuchte, meine Angst auszublenden, aber das klappte nicht so wirklich. Hier vergaß ich einen Schritt, da war ein Ton schief. So ging das 4 Songs lang, bis zum ersten Kostümwechsel. Am liebsten wäre ich im Boden versunken, aber ich musste ja wieder raus auf die Bühne. Beim nächsten Song ging`s wieder los. Mein Gott, die Presse wird sich morgen wieder das Maul über uns zerreißen! Hoffnungsvoll blickte ich zur Seite und, dort im Schatten versteckt, stand sie plötzlich: meine Süße! Und wie sie mich anstrahlte......so glücklich sah sie aus! Schlagartig saß wieder jeder Schritt.....jeder Ton.......vielleicht war das Konzert doch noch zu retten?! Das Lied endete und Lee begann zu sprechen: „Der nächste Song ist für ein ganz besondere Frau.....“, he he, moment mal! Hatte ich hier was verpasst? Wenn ja, dann hatte ich mit Lee aber nachher n Hühnchen zu rupfen!, „......in Duncan´s Leben......“ Wenn er jetzt „Best in me“ sagt, wird er diese Bühne nicht lebend verlassen! „Es ist Best in me“, endete Lee. Das war ja wohl nicht wahr! Dieser Blödmann hatte hinter meinem Rücken alles wieder rückgängig gemacht. Wenn er mich jetzt angucken würde, würde er auf der Stelle tot umfallen. Doch er vermied es geschickt, dass unsere Blicke sich trafen. Wie konnte Lee mich nur in so eine Situation bringen? Ich war doch überhaupt nicht vorbereitet und würde mich mit Sicherheit vor allen zum Deppen machen! Ohne erbarmen erklangen die ersten Töne von „Best in me“. Jetzt war mein Einsatz gefragt und mir blieb nichts anders übrig, als mich in mein Schicksal zu fügen. Also legte ich los:

From the moment I met you I just knew you´d be mine
You touched my hand and I knew that this was gonna be our time

I don’ t ever wanna lose this feeling
I don´t wanna spend a moment apart

`Cos you bring out the best in me like no-one else can do
That´s why I´m by your side
That´s why I love you

Everyday that I´m here with you I know that it feels right
And I´ve just got to be near you everyday and every night

And you know that we belong together
It just had to be you and me

`Cos you bring out the best in me like no-one else can do
That´s why I´m by your side
That´s why I love you

And you know that we belong together
It just had to be you and me

`Cos you bring out the best in me like no-one else can do
That´s why I´m by your side

`Cos you bring out the best in me like no one else can do
That´s why I´m by your side
That´s why I love you

`Cos you bring out the best in me like no-one else can do
That´s why I´m by your side
That´s why I love you


Während „Best in me“ holten Ant und Lee Jen von der Seite auf de Bühne. Ich wäre dazu auch unfähig gewesen, denn irgendwie war es, als wären meine Füße fest gewachsen. Das Lied war nun vorbei und sie stand vor mir, mit glitzernden Tränen in den Augen. Ich vergaß die Fans, die Jungs und konzentrierte mich nur auf meine Liebste: „Jen.....wir hatten es am Anfang wirklich nicht einfach, aber es hat sich gelohnt, zu kämpfen! Du hast mich von Anfang an verzaubert und ich liebe dich immer noch, wie am ersten Tag! Nein.....noch viel mehr! Ich bin dir verfallen mit Leib uns Seele und mein Herz wird für immer nur dir ganz allein gehören. Du bist mein Leben und du weißt, ich würde für dich alles aufgeben......meine Karriere.....Blue......London, nur um bei dir sein zu können!“, ich ging vor ihr auf die Knie“, Du bist du Frau, nach der ich mich mein Leben lang gesehnt habe! Ich will und werde dich nie wieder los lassen! Und deshalb.....frage ich dich jetzt: Willst du mich heiraten?“

~Jenny~

19 Uhr kam und ging und natürlich verpassten wir wegen dem blöden Stau den Anfang des Konzerts. Erst beim 5. Lied waren wir da und Duncan war gerade drauf und dran, dass gesamte Konzert zu versemmeln. Und alles nur, weil er sich Sorgen machte. Shit, ich konnte ja jetz schlecht rüber schreien, um ihn auf mich aufmerksam zu machen. Also musste ich abwarten, bis er endlich mal zur Seite sah. Gedacht.....getan...er hatte mich gesehen und tanzte und sang nun wieder wie ein junger Gott. Aber dann....damit hätte ich nun wirklich nicht gerechnet! Best in me und dann machte mir Duncan eine wunderschöne Liebeserklärung, die mit der alles entscheidenden Frage endete: „Willst du mich heiraten?“ Er kniete vor mir und sah mich erwartungsvoll an. Und wieder wurde mir bewusst, wie sehr ich diesen Mann liebte, ihn brauchte und das es niemals einen anderen für mich gab oder geben würde. Was er da alles gesagt hatte, hatte mich so gerührt, dass ich keinen Ton raus brachte, deshalb nickte ich lächelnd. Er stand auf und umarmte mich stürmisch: „Ich liebe dich so sehr.“ „Ich liebe dich auch und.......ich hab auch noch eine Überraschung für dich“, verheißungsvoll klimperte ich mit den Wimpern. Die Neugier stand ihm förmlich ins Gesicht geschrieben. „Hast du nicht was vergessen, Dunc?“, Lee hielt ihm ein Samtkästchen unter die Nase. Dunc nahm es an, öffnete es und zum Vorschein kamen wunderschöne Verlobungsringe. Der kleinere davon war mit Diamanten besetzt. Jetzt war es offiziell! Bald würde ich Mrs. James sein!

~Lee~

Yeah! Strike! Ich hab´s geschafft. Jen hatte `ja´ gesagt und unser Duncy würde nun bald unter der Haube sein. Ich muss zugeben, dass ich schon etwas schiss vor Jen´s Antwort hatte, denn bei einer falschen Antwort hätte mich Duncan zu Kleinholz verarbeitet. Würde ich auch vielleicht eines Tages mal so glücklich sein, wie Duncan? Mit einer Frau, wie Jen, die mich um meiner Selbstwillen liebte?

~Duncan~

Ich musste einfach der glücklichste Mann auf der Welt sein! Es konnte gar nicht anders sein! Der Rest des Konzerts verlief wie geschmiert. „So Jungs, geht erst mal duschen und dann stoßen wir an. Es gibt ja n Grund zu feiern“, empfing uns Johnny, als wir von der Bühne kamen. Wir vier machten uns in Richtung Duschen auf. „Hey Lee, warte mal“, rief ich, damit er auf mich wartete, „Danke Kumpel! Ohne dich hätte ich wieder gekniffen!“ „Jederzeit wieder“, klopfte er mir auf die Schulter. Wir beeilten uns alle mit duschen und anziehen und standen ca. 40 Minuten später wieder in unserer Garderobe. Johnny hatte Sekt besorgt, aber komischerweise lehnte Jen ab und wollte lieber O-Saft. „Bevor wir jetzt alle anstoßen, will ich uns auch noch einen Grund dazu geben“, lächelte Jen und überreichte mir ein Päckchen. „Ich hab doch gar nicht Geburtstag“, grinste ich neugierig. „Mach es auf.......Du wirst schon sehen....“, meinte sie geheimnisvoll. Hastig öffnete ich es und zum Vorschein kam ein süßer kleiner Strampelanzug. Was war das jetzt für ein Hinweis? War sie bereit für ein Baby oder gar schon schwanger?! Doch halt, da war noch eine Karte versteckt....... „Herzlichen Glückwunsch........Daddy!!“ Vor Freude hätte ich die ganze Welt umarmen können! Überglücklich schloss ich meine zukünftige Frau und die Mutter meines Kindes in die Arme: „Du hättest mich mir nichts schöneres schenken können! In welchem Monat bist du?“ „Im Zweiten“, strahlte sie mich an. „Was? Du auch?“, fragte Antony dazwischen. „Ja“, antwortete meine Süße, „aber warum auch?“ „Lucy und ich......wir haben uns ebenfalls vor wenigen Tagen verlobt und sie ist ebenfalls im zweiten Monat schwanger. Es hatte sich noch keine Gelegenheit ergeben, es euch zu sagen“, berichtete Ant. „Das ist ja super“, freute sich Jen und umarmte Ant. Seit Lucy und Ant zusammen waren, waren Lucy und Jen die besten Freundinnen, „Dann bin ich wenigstens nicht allein, wenn mein Verlobter durch die Weltgeschichte gondelt.“ „Hey, du weißt, das ich das alles ernst gemeint habe. Nur ein Ton von dir und.......“ „Psssst“, sie legte mir den Finger auf die Lippen, „das war kein Vorwurf. Du wirst schön mit den Jungs mitfahren. Wer weiß, ob ich dich die ganze Schwangerschaft über aushalten würde?!“ „He, so schlimm werd ich schon nicht werden“, schmollte ich. „Wenn du das sagst....“, lachte sie und küsste mich.

~Jenny~

Duncan musste bald wieder gehen und es fiel ihm mehr als schwer. Am liebsten wäre er da geblieben, aber das ging ja nun mal nicht. Glücklicherweise verging die Zeit bis zur Silberhochzeit meiner Eltern ziemlich schnell. Die Uni hatte ich erfolgreich abgeschlossen und nun hatte ich Zeit, in aller Ruhe meine Koffer zu packen. Morgen war also nun die Feier und meine Mum hatte beschlossen, mit Unterstützung ihrer Schwester, das ganze Essen allein vorzubereiten. Mir hatten sie es untersagt, mit zu helfen und mich hatten sie nach draußen zum spazieren geschickt. Seit ich schwanger war, behandelten mich alle wie ein rohes Ei, das man in Watte packen musste. Ich konnte aber doch nicht immer die ganze Zeit nur rum sitzen und nichts tun, denn dann.....dann musste ich zwangsläufig an meine erste Fehlgeburt denken. Ich wollte dieses Baby so sehr und ich hatte große Angst, es zu verlieren. Alle machten mich total kirre mit dem Ausruhen, selbst Duncan, der soweit weg war. Manchmal rief er 4-5 mal am Tag an (sein Rekord lag bei 10 Anrufen!!), um sich zu vergewissern, das es mir gut geht und ob mit unserem Schatz alles in Ordnung war. Auf der einen Seite fand ich es ja total süß von ihm, auf der anderen Seite würde er mich damit bald in den Wahnsinn treiben. Eigentlich wollte ich ja Sonntag allein nach London fliegen, aber Duncan duldete keine Widerrede. Er hatte es sich in den Kopf gesetzt, mich abzuholen und gemeinsam mit mir nach hause zu fliegen. Deshalb wollte er heute im Laufe des Tages schon ankommen. Jetzt war es schon früher abend und ich befand mich, wie gesagt, auf einem Spaziergang. So langsam verging mir aber die Lust daran und ich machte mich auf den Rückweg. Ich schlenderte den Weg zu unserem Haus entlang und von weitem sah ich schon jemanden Winken: Duncan! Vor mir kam er zum stehen, ging vor mir auf die Knie, küsste meinen Bauch und begrüßte erst mal unser Baby in meinem Bauch. Haaaallloooo?! Ich bin auch noch da, dachte ich bei mir. „Ähm.....“, räusperte ich mich, „ich störe euch ja nur ungern, aber Mami will auch begrüß werden.“ „Oh, tut mir leid, Schatz“, richtete er sich auf. „Ich glaub, du hast mich gar nicht vermisst“, zog ich einen Schmollmund. „Aber sicher hab ich dich vermisst und das werd ich dir jetzt auch beweisen“, er zog mich an sich und küsste mich leidenschaftlich. „Überzeugt?“ „Überzeugt!“, gab ich grinsend zu. „Sag mal, was hältst du davon, wenn wir mal gucken fahren, wie weit meine Mum und meine Tante schon sind?!“ „Ich weiß nicht.....“, skeptisch musterte er mich, „solltest du dich nicht besser aus....“ „Nein Duncan! Ich kann diesen Satz echt nicht mehr hören! Es geht mir gut und damit basta“, verschränkte ich die Arme vor der Brust. „Also schön, aber du wirst keinen Finger rühren!“ Wieder so ne Aussage, die keine Widerrede duldete! Aber wenigstens hatte ich ihn soweit, das wir dort hinfahren. Meine Mum hatte, gar nicht weit von uns, einen Raum gemietet, denn bei uns zuhause wäre es zu eng geworden. „Hey, schön das du da bist“, meine Mum und meine Tante begrüßten Duncan. Ja, ja, mein Verlobter! Duncan James, der Traum aller Schwiegermütter! „Wenn ich gewusst hätte, dass Duncan schon da ist und das ihr hier her kommt, dann hättet ihr mir noch was mitbringen können“, sagte Mum. „Warum hast du mir nicht bescheid gesagt?“, beschwerte ich mich, „ich hätte dir das doch vorbei gebracht!“ „Schatz, das ist zu schwer für dich. Es ist eine Kiste mit Konserven“, meinte meine Mum. „Ich komme mit. Dann können wir die Kiste holen“, bot Dunc seiner zukünftigen Schwiegermutter an. Sie nickte. „Und du machst keinen Blödsinn“, wandte er sich an mich, während er schon auf halbem Weg draußen war. „Du kennst mich doch“, grinste ich ihn an. „Deshalb ja“, meinte er, wobei er sich duckte, um dem nassen Spüllappen zu entgehen, den ich nach seiner Antwort nach ihm geworfen hatte. „Ich liebe dich auch“, und schon waren die beiden weg. Während meine Tante weiter arbeitete, saß ich artig daneben und langweilte mich, was mir aber auch bald schon zu viel wurde. Also beschloss ich, schon mal die Tische und den Raum zu dekorieren. Beim rumkramen in den verschiedenen Tüten entdeckte ich so allerlei Sachen, u.a auch Luftschlangen. Ich fing als erstes mit den Tischen an, stellte Teller, Tassen usw. darauf und verteilte künstliche Blütenblätter. Danach schnappte ich mir die Luftschlangen und verteilte sie überall, aber über die Lampe konnte ich sie beim besten Willen nicht hängen. Sie waren einfach zu hoch, so dass ich mir eine Leiter holen musste. Ui, ich hätte nicht gedacht, dass Duncan so drauf ist und direkt so n Theater macht!!

~Duncan~

Ich bin so froh, wenn Jen endlich bei mir in London wohnt. So kann ich besser auf sie aufpassen und wenn ich mal nicht da bin, kann meine Mum ein Auge auf sie werfen. Vor Sorge um sie und unser Baby konnte ich manchmal nachts sogar nicht schlafen. Deshalb hatte ich auch darauf bestanden, sie abzuholen. Aus diesem Grund und auch, weil ich ihr Gesicht sehen wollte, wenn sie zuhause meine Überraschung sah. „Geht´s Duncan?“, fragte mich ihre Mum, als ich die Kiste mit Konserven aus dem Auto wuchtete. „Ja, alles okay“, meinte ich und wir betraten das Gebäude. Ich glaubte meinen Augen nicht zu trauen! Es konnte doch echt nicht wahr sein, was ich da sah! Mitten im Raum stand meine schwangere Verlobte auf einer Leiter und hantierte mit Luftschlangen rum. „Kannst du mir mal bitte verraten, was du da machst?“, fragte ich säuerlich, während ich die Kiste abstellte. „Luftschlangen aufhängen, aber das siehst du doch, Schatz“, zuckte Jen mit den Schultern. „Komm mir jetzt nicht mit Schatz an!“ „Was ist dir denn über die Leber gelaufen?“ „DU!“, erwiderte ich kurz. „Ich?“, sie lachte, „was habe ich denn jetzt schon wieder angestellt?“ „Das fragst du auch noch?“, jetzt war ich wirklich empört, „Komm sofort darunter!“, befahl ich mit scharfer Stimme. „Nicht in diesem Ton, mein Lieber! Was ist bloß in dich gefahren?“ „Was in mich gefahren ist?“, ich wurde immer lauter, „ich komme nichts ahnend wieder und muss zusehen, wie meine schwangere Verlobte auf der Leiter rum turnt!“ „Ich turne nicht rum!“, erwiderte sie wütend. „Ach nein?! Als was würdest du das dann bezeichnen? Schwangerschaftsgymnastik?“ „Es reicht! Das hör ich mir nicht länger an“, endlich kam sie von der Leiter runter. „Das wirst du aber müssen“, ich packte sie am Arm. „Weißt du, was ich glaube?! Das du mich am liebsten ans Bett ketten würdest für die nächsten Monate“, zickte sie. „Das ist gar keine schlechte Idee“, erwiderte ich aufgebracht, „dann wäre ich wenigstens sicher, dass du keinen Unfug anstellst.“ „Das könnte dir so passen! Ich kann nichts dafür, dass du so überängstlich bist!“ Bumm, das hatte gesessen! „Pah, was soll ich denn machen? Anscheinend kann ich dich ja keine 5 Minuten alleine lassen!“ „Deine Bevormunderei nervt mich total! Ich bin schwanger und nicht krank!“ „Gut, dann weiß ich ja wenigstens, woran ich bin“, erwiderte ich verletzt und knallte beim rausgehen die Tür hinter mir zu.....

~Jenny~

Wütend stapfte ich in die Küche: „Was denkt der sich eigentlich?“ „Er macht sich einfach nur Sorgen“, begann meine Mum. „Duncan übertreibt maßlos“, ereiferte ich mich, „Und warum hast du mich eigentlich allein gelassen und nicht unterstützt?“ „Erst mal ist er dein Verlobter und zweitens mal finde ich, dass er vollkommen recht hat.“ „Wie bitte?“ „Versetz dich doch mal in seine Lage, Schatz“, meinte Mum, „es ist schließlich sein erstes Kind.“ „Ja, aber meins doch auch!“ „Das stimmt, aber das Baby ist in deinem Bauch. Du hast die Kontrolle über alles, während er im Prinzip nichts machen kann.“ „Aber das ist nicht richtig, dass er nichts machen kann! Ich brauche ihn doch! Wie soll ich das ohne ihn alles durch stehen?!“ „Und das zeigst du ihm, indem du ihn anzickst?! Denk mal darüber nach!“ Nachdenklich verließ ich wieder die Küche. Mütter hatten doch öfter recht, als man dachte und manchmal sollte man doch auf die hören. Oh man, ich bin so ein Miststück! Jetzt ist er einfach abgehauen und ich weiß noch nicht mal wohin. Als ich aus der Tür trat und mich suchend umsah, entdeckte ich um die Ecke jemanden mit verschränkten Armen vor der Brust auf dem Boden sitzen. Dieser Jemand war Duncan, der ziemlich grimmig vor sich hin stierte. „Hey“, unsicher ließ ich mich neben ihm auf dem Boden nieder. Seine Antwort war nur ein Schweigen. Ich hatte ihn noch nie so wütend gesehen. Und das will schon was heißen, denn immerhin waren wir schon ein paar Jahre zusammen. „Es tut mir leid wegen vorhin“, setzte ich an, „ich denke, ich kann dich jetzt besser verstehen. Denn du hast genau so viel Angst.....wie ich!“ „Du und Angst?“, erstaunt sah Dunc mich an und vergaß dabei ganz, dass er eigentlich noch sauer auf mich war. „Ja, auch wenn du es vielleicht nicht glauben kannst, aber ich habe große Angst und wenn ich einfach nur die ganze Zeit rum sitze, wird es immer schlimmer! Ich möchte dir so gern ein gesundes Baby schenken, aber ich hab Angst, dass es nicht dazu kommen wird. Du kannst dir nicht vorstellen, wie schrecklich meine erste Fehlgeburt war. Mit dem Baby ist auch ein Teil von mir gestorben......Ich will so was nie wieder erleben“, schluchzte ich, „erst du hast mir diesen Teil wieder gegeben. Du hast mir über alles hinweg geholfen: die Fehlgeburt....Matt und du hast mir das wieder geschenkt, was ich glaubte, verloren zu haben: mein Lachen, mein Leben und....die Fähigkeit, wieder lieben zu können.“ „Komm her“, er zog mich in seine Arme, „Ich möchte dir so gern helfen, dir irgendwas abnehmen.....aber das kann ich nicht.....und deshalb fühle ich mich so hilflos......nur aus diesem Grund habe ich so reagiert. Wenn dir oder unserem Kind irgendwas passiert......das wäre mein Ende! Ich kann und will nicht ohne dich leben!“ „Du liegst falsch. Du kannst mir helfen, indem du mir Mut machst und bei der Geburt bei mir bist und meine Hand hältst. Es tut mir so unendlich leid. Seid ich schwanger bin, bin ich ein unsensibles, selbstsüchtiges, zickiges Miststück!“ „Das ist doch gar nicht wahr“, endlich lächelte er wieder.....wie sehr ich das doch liebte, „Du bist die warmherzigste, sensibelste und einfühlsamste Frau, die mir je begegnet ist und......du bist genau richtig für mich.“ Sanft küsste er mich und ich erwiderte leidenschaftlich. „Du hast zickig und Miststück vergessen“, grinste ich zwischen 2 Küssen, aber er ging gar nicht darauf ein. „Können wir nachhause?“, wollte er wissen. „Ja, auf geht’s! Ich merke grad, dass ich ziemlich müde bin“, zur Bestätigung gähnte ich. „Du willst dich wohl bessern, was?“, grinste er. Als Antwort gab ich ihm einen Kuss. Bald darauf lagen wir in meinem Bett und ich kuschelte mich schläfrig an ihn. So lange ich noch keinen hinderlichen, dicken Babybauch hatte, musste ich das noch ausnutzen und genießen. Schon Minuten später versank ich im Land der Träume......

~Duncan~

Nein, meine Süße war kein Miststück. Denn wenn ich sie jetzt so ansah, wie sie neben mir lag, dann sah ich nur einen wunderschönen Engel. Allein das Baby bestimmte ihre Laune, aber irgendwie würden wir das schon schaffen. Außerdem war sie ja auch nicht ewig schwanger. So leid es mir auch tat, aber so langsam musste ich sie wecken. Um 16 Uhr kamen schließlich die ganzen Gäste ihrer Eltern, die ja heute Silberhochzeit hatten und da sollte ihre Tochter doch anwesend sein. Sanft bedeckte ich ihren Hals mit Küssen und knabberte an ihrem Ohrläppchen. „Warum weckst du mich? Normal Menschen schlafen um diese Zeit noch“, maulte sie und zog sich die Decke über den Kopf. „Ach, auch noch um 2 Uhr mittags? Das wusste ich ja gar nicht.“ „WAS? Schon so spät!?“, sie schoss hoch wie eine Rakete. „He he, warte mal“, stoppte ich sie, „für einen Kuss bleibt schon noch Zeit.“ Lächelnd beugte sie sich zu mir und erfüllte mir meinen Wunsch. „So, jetzt geh ich aber duschen, bevor ich dir überhaupt nicht mehr widerstehen kann.“ Sie löste sich von mir und verschwand im Bad, um schon bald darauf, in ein Handtuch gewickelt, wieder im Zimmer zu stehen. „Sag mal, ist das alles, was du noch im Schrank hast?“, skeptisch fiel mein Blick an Jen vorbei in das Innere des Kleiderschrankes. „Richtig erkannt. Den Rest hab ich schon in die 6 Koffer gequetscht.“ „6 Koffer?!!? Du meinst doch wohl etwa nicht diese riesigen Koffer deiner Eltern?!“, fragte ich entsetzt. „Sicher meine ich die! Ich kann ja wohl schlecht nackt rumlaufen.“ „Warum denn nicht?! Wenn nur ich in den Genuss kommen würde, dich so zu sehen, dann wäre mir das recht“, grinste ich verschmitzt. „Das könnte dir so passen! Apropos nackt rumlaufen! Fürs erste werde ich in meine Klamotten noch rein passen, aber mit nem Babybauch wird’s ziemlich eng in den Sachen......und du weißt ja, was das heißt?!“ „Shopping!“, antwortet ich zerknirscht und verzog das Gesicht. „Ganz genau und so schlimm bin ich ja wohl auch nicht, Schatz“, lachte sie. Hoffentlich werde ich jetzt nicht falsch verstanden?! Ich liebe shopping über alles, aber Jen hatte da so ne Macke. Ich liebte diese Frau wirklich über alles, aber damit raubte sie mir manchmal echt den letzten Nerv. Nur mal eine Beispiel: Wir sind in einem Laden und sie hat ein total süßes Oberteil gefunden. Ich sage dann: „Schatz, nimm es doch. Es sieht super an dir aus!“ Sie: „Ach nee, lass uns noch mal in den nächsten Laden gehen. Vielleicht finde ich noch was besseres!“ Die selbe Antwort hab ich aber in den anderen 10/15 Läden davor auch schon gekriegt. Ich versteh echt nicht, wie sie an ihre unzähligen Klamotten gekommen ist. Wenn ich irgendwo eine Jeans sehe, die mir gefällt, dann mache ich kurzen Prozess und kaufe sie mir einfach. Nicht umsonst ist meine Sammlung schon auf über 300 Stück angestiegen! „Könntest du nicht vielleicht mir Lucy....“, versuchte ich mich aus der Affäre zu ziehen. „Oh nein, Freundchen! So haben wir nicht gewettet! Du kommst schön mit. Außerdem bist du daran ja auch „Schuld““, sie deutete auf ihren Bauch. „Schon gut, ich geb mich ja geschlagen“, fügte ich mich in mein Schicksal. „So ist´s brav“, grinsend tätschelte sie mir die Schulter. „Äh äh, wenn du glaubst, das mir das reicht, dann hast du dich getäuscht“, schüttelte ich den Kopf, „dafür verdien ich mir jetzt aber schon mal einen langen Kuss.“ Willig ließ Jen sich wieder von mir ins Bett ziehen und versank mit mir in einem nicht endend wollenden Kuss.

~Jenny~

Ich konnte Duncan einfach nicht widerstehen und so lagen wir nun schon wieder kuschelnd im Bett. „Jetzt muss ich aber wirklich aufstehen und du musst noch duschen“, löste ich mich von ihm, „Na los, ab mit dir!“ Widerwillig begab er sich unter die Dusche, während ich in der Zeit in eine schulterfreies, knielanges, enges Kleid schlüpfte. „Wow, du siehst.....heiß aus“, mit offenem Mund starrte er mich an. „Also, mir ist auch nicht gerade kalt, wenn ich dich so ansehe“, ich musterte seine nackte Brust und das Handtuch um seine Hüften. Ich ließ mich auf´s Bett fallen und hatte wirklich eine sehr gute Aussicht auf Dunc´s Rückseite, während er Klamotten aus seiner Tasche kramte. Als er das Handtuch fallen ließ, konnte ich es mir nicht verkneifen, einen Pfiff von mir zu geben. „Das macht dir so richtig Spaß, was?“, grinste er über die Schulter. „Welcher Frau würde es nicht Spaß machen, dich beim Anziehen zu beobachten?!“ „Oh Jen, an was denkst du da gerade?“, fragte er und zog sich eine Boxershorts über. „Das wir viel nachzuholen haben, wenn das Baby auf der Welt ist.“ „Ganz deiner Meinung“, er zog sich eine Jeans und ein weißes Hemd über, verschwand im Badezimmer und kam gleich darauf mit hoch gegelten Haaren wieder. „So, wir können“, verkündete er. Wurde auch langsam Zeit, denn als wir ankamen, waren schon einige Gäste da und das Übel nahm seinen Lauf. War mein Bauch etwa öffentliches Eigentum geworden oder warum tatschte jeder meinen Bauch an, anstatt mir die Hand zu geben oder mich zu umarmen?! Ben war natürlich auch da, allerdings ohne Nina, die arbeiten musste. Zusammen standen wir bei unseren Mütter, die nach der durchgemachten Nacht, eigentlich noch recht frisch aussahen. Mittlerweile war ich schon ziemlich angenervt, dass mich jeder begrapschte, selbst Ben, der seine Hand nun schon wieder verdächtigt meinem Bauch näherte. „Der nächste, der es wagt, mich anzutatschen, den kille ich“, sagte ich schnell, worauf Ben eiligst seine Hand in Sicherheit brachte. Daraufhin schlangen sich zwei starke Arme um mich, dessen Hände auf meinem Bauch inne hielten. Ben und ich sahen uns an und mussten total los lachen. „Okay, er ist ne Ausnahme“, gluckste ich, denn diese Hände gehörten natürlich Duncan. „Hab ich was verpasst?“, fragte dieser irritiert. „Nein Schatz, überhaupt nichts“, antwortete ich kichernd, was Ben wieder in schallendes Gelächter ausbrechen ließ. Gut 10 Minuten später waren soweit alle Gäste eingetroffen, Ben und ich hatten uns wieder beruhigt und alle setzten sich an die Tische, auf denen unzählige Torten und Obstkuchen standen. Erst jetzt nahm ich diese war und beim bloßen Anblick wurde mir schon schlecht, geschweige denn konnte ich davon jetzt was essen. „Ähm, ich glaube, ich lass´ den Kuchen ausfallen und geh etwas Luft schnappen“, wandte ich mich entschlossen an meinen Liebsten. „Soll ich.....“, begann er, worauf ich die Arme vor der Brust verschränkte und eine Augenbraue hochzog, „.....Kuchen essen.... Ja, das ist eine sehr gute Idee.“ „Hast dich grad noch mal so gerettet“, grinste ich, „iss ein Stück für mich mit, wenn unser kleiner Schatz mich schon nicht lässt“, küsste ich ihn und ging nach draußen. Ein Stückchen weiter entdeckte ich Anna. Schon die ganze Zeit hatte ich gemerkt, dass mit ihr irgendwas nicht stimmte. Schon damals in dem Babygeschäft war sie mir so komisch vorgekommen. Eigentlich hatte ich gehofft, dass sie von allein zu mir kommen würde, aber anscheinend war das ja nicht der Fall. „Anna! Anna, warte auf mich!“

~Anna~

Ich ging gerade spazieren, das machte ich in letzter Zeit oft, denn nur so konnte ich meinen Kopf mal richtig frei bekommen. Ich bin so durcheinander und weiß nicht, was ich tun soll. Ich habe mich in den Mann verliebt, mit dem ich ausgemacht hatte, nur Sex zu haben und jetzt bin ich auch noch schwanger von ihm! Ich weiß einfach nicht, wie ich damit umgehen soll. „Anna! Anna, warte auf mich!“, riss mich eine vertraute Stimme aus meinen Gedanken. Als ich mich umdrehte, sah ich Jen auf mich zu hasten. „Jen, du sollst doch nicht so rennen“, ermahnte ich sie. „Ja ja, schon gut, Mami“, grinste sie mich frech an, „fang bloß nich so an, wie Duncan. Mit dem hab ich das auch schon durch gekaut.“ „Was denn?“ „Anderes Thema“, lenkte Jen ab, „sprechen wir lieber über dich!“ Oh oh, ich hab´s doch geahnt! „Über mich?“, tat ich unschuldig. „Ja, ich sehe schon seit einer Weile, dass mit dir irgendwas nicht stimmt......und ich bin enttäuscht, dass du nicht mit mir darüber redest. Das konnten wir doch immer, auch wenn wir in manchen Dingen unterschiedlicher Ansicht waren.“ „Jen, das ist alles nicht so einfach. Wenn ich es dir sage, dann redest du mit Duncan darüber und der erzählt es womöglich noch....“, ich stoppte, denn beinahe hätte ich mich verraten. „Lee?!“, sah sie mich fragend an. „Woher weißt du das?“ „Das war jetzt nicht mehr schwer zu erraten. Hast du wirklich geglaubt, du könntest Sex und Liebe voneinander trennen? Denn ich liege doch richtig, oder? Du liebst ihn?!“ „Ja, ich liebe ihn. Das ist mir schon länger klar.“ „Und?“ „Ich bin schwanger, Jen“, sagte ich leise. „Was?“, fragte sie ungläubig, „von wem?“ „Lee ist der Vater. Es ist kurz vor deiner Verlobung passiert, weißt du noch, als die Jungs früher her kamen.“ „Bist du sicher, dass Lee....“ „Vollkommen! Es kommt kein andere infrage. Ich habe seit Monaten mit keinem andern geschlafen.“ Freudig umarmte sie mich: „Aber das ist doch toll. Du kriegst ein Baby und du liebst Lee.“ „Worüber soll ich mich denn bitteschön freuen? Ich werde das Kind alleine großziehen müssen. Lee denkt doch, ich will ihm das nur anhängen.“ „Das wird er nicht! Dafür kennt ihr euch schon viel zu lange und viel zu gut. Du musst es ihm unbedingt sagen.....es ist schließlich auch sein Kind.“ „Du hast leicht reden, Jen. Du bist die perfekte Frau, du hast den perfekten Mann und ihr werdet das perfekte Kind bekommen.“ „So perfekt, wie du glaubst, sind wir gar nicht. Wenn du gehört hättest, wie wir uns gestern abend gestritten haben! Das Baby lässt mich total zickig werden.“ „Und wie lange hat es gedauert, bis ihr euch wieder versöhnt habt? 5 oder 10 Minuten?“, schuldbewusst sah sie auf den Boden, „siehst du!? Denkst du, Lee würde sich ändern, nur wegen dem Baby?“ „Denkst du es denn? Es geht hier nicht nur um euer Baby, Anna, sondern auch um dich. Was erwartest du für dich von ihm?“ „Jen, du kennst mich und du weißt, dass ich noch nie was von festen Beziehungen gehalten habe geschweige denn eine hatte. Für mich gab es immer nur den Spaß, aber jetzt..... Mal angenommen, Lee hätte Gefühle für mich und ich würde mich auf ihn einlassen, dann.... Durch das Baby bin ich nur noch verletzlicher für ihn geworden. Ich hab Angst, dass er mir nicht treu sein kann......wenn er nicht auf seine Freiheit verzichten will.....wenn er mich nicht mehr sehen will“, schluchzte ich und Jen nahm mich tröstend in den Arm. „Ich könnte doch mal mit ihm reden“, schlug sie vor. „Nein Jen, dass will ich auf keinen Fall. Ich will nicht, dass er nur zu mir kommt, weil du ihm die Hölle heiß machst. Ich will es ihm alleine sagen!“ „Wie.....und wann?“ „Irgendwie und ich hab keine Ahnung. Du musst es mir versprechen, Jen! Kein Wort zu niemandem, vor allem nicht zu Duncan und Lee.“ „Also gut, ich versprech´s“, sagte sie endlich, was mich aufatmen ließ, „du kommst doch morgen zum Flughafen?“ „Sicher! Und du gehst jetzt am besten wieder rein. Dunc wundert sich bestimmt schon, wo du bleibst.“ „Okay, pass auf euch auf....und Anna....tu es bald....es könnte irgendwann zu spät sein....“, mit diesen Worten ließ sie mich nachdenklich zurück.....

~Jenny~

Wow, also das waren echt hammer Neuigkeiten! Ich hoffe nur, sie kommt alleine damit klar!? Sicher, sie hatte Melissa und Klara, aber wie sollen sie ihr beistehen, wenn Anna den beiden nichts erzählt?! Und ausgerechnet jetzt muss ich nach London. Ich kann Duncan doch jetzt nicht sagen, dass ich noch hier bleiben möchte. Er würde wissen wollen, warum und das war ja auch verständlich. Außerdem haben wir uns beide schon so darauf gefreut. Mir blieb wohl nichts anders übrig, als die Telefonrechnung in die Höhe zu jagen. Bevor ich wieder rein ging, atmete ich noch einmal tief durch und ging dann zu den anderen. Das Kaffeetrinken war schon beendet. Ich hatte gar nicht bemerkt, wie lang ich mit Anna geredet hatte. „Alles in Ordnung, Schatz? Du siehst so besorgt aus“, klar, dass das wieder von Duncan kommen musste. „Alles okay! Was soll denn sein?“, lächelte ich gezwungen. Oh, wie ich es hasste, ihn anzulügen. Wie sprachen sonst über alles. Misstrauisch musterte er mich, aber er sagte nichts mehr. Der Rest des Tages verlief ohne weitere Neuigkeiten. Am nächsten Tag war es dann soweit. Meine Eltern brachten uns zum Flughafen. Ich werde Deutschland vermissen, aber meine Zukunft lag nun mal nicht mehr hier, sondern in London bei meinem zukünftigen Ehemann und unserem ungeborenen Kind. Außerdem war es auch kein Abschied für immer, denn Deutschland war ja nicht aus der Welt. Am Flughafen verabschiedeten wir uns von meinen Eltern, die Duncan ermahnten, gut auf mich aufzupassen, und von Melissa, Klara und Anna, die ich als letztes umarmte. „Vergiss nicht, was du mir versprochen hast“, flüsterte sie mir ins Ohr. Ich nickte eilig, denn unser Flug wurde gerade zum letzten Mal aufgerufen. Krampfhaft versuchte ich stark zu bleiben, denn ich hatte mir vorgenommen, nicht zu heulen. Wir betraten Hand in Hand das Flugzeug, das bald darauf abhob. Ich starrte aus dem Fenster, während stumme Tränen meine Wangen hinunterliefen. „Jen?!“ „Hmmmm?“ „Sieh mich an.“ Schuldbewusst drehte ich meinen Kopf zu ihm und senkte den Blick. Er hob mein Kinn an: „Hey Süße, wenn du es nicht aushältst, dann.....“ „Nein, nein, das ist nur der erste Abschiedsschmerz. Das vergeht auch wieder“, beruhigte ich ihn. „Ich liebe dich“, antwortete Duncan und küsste meine Tränen weg. Ich schmiegte meinen Kopf an seine Schulter: „Ich liebe dich auch.“ Irgendwie war ich auf einmal total müde geworden. Ich schlief ein und wachte erst wieder auf, als Duncan mich weckte: „Aufwachen, mein Engel! Wir sind schon im Landeanflug.“

~Duncan~

Endlich wieder daheim! Ziemlich schnell kamen wir an unsere Koffer. Ätzend schob ich den schweren Gepäckwagen vor mir her, während Jen Ausschau nach Lee hielt, der uns abholen wollte. Hoffentlich hatte er keine Macken in mein Auto gemacht. „Da ist er ja“, winkte Jen aufgeregt. „Hey, ihr zwei! Willkommen zu hause“, er küsste Jen auf die Wange, „Was schleppt ihr denn da alles mit? Backsteine?“ „Tja, ich weiß ja auch nicht, wofür Jen das ganze Zeug braucht“, grinste ich. „Schaaatz, klimperte sie mit den Wimpern, „hast du Lust, gleich in der ersten Nacht auf der Couch zu nächtigen?!“ „Das ist doch nicht dein Ernst, oder Süße?“ „Ja, ja, jetzt kommst du mit Süße.
„Ach ja. Man könnte meinen, ihr seid schon 10 Jahre verheiratet“, lachte Lee. „Pass nur auf, Kleiner! Irgendwann wirst du auch die Frau fürs Leben finden. Vielleicht ist sie schon näher, als du denkst.....“ Lee gab keinen Kommentar mehr dazu ab und Jen sah mich nur komisch an. Wie war das denn jetzt zu interpretieren? „Ach Dunc, denkst du eigentlich sehr an deinem Auto?“, fragte Lee beiläufig. „Was? Warum? Was hast du mit meinem Auto angestellt?“, wenn da auch nur eine Macke drin ist, dann..... Hoffentlich finde ich draußen keinen Schrotthaufen vor?! Auf dem Parkplatz eilte ich zunächst zu meinem Wagen und überprüfte alles auf Kratzer. Lee stand daneben und schmiss sich bald weg vor lachen und auch Jen konnte sich ein Lachen nicht verkneifen. „Dunc, du hättest jetzt mal dein Gesicht sehen sollen. Das sah zum schießen aus. Ich versteh gar nicht, dass du so an der alten Karre hängst.“ „Alte Karre? Ich glaub, du spinnst wohl! Der Wagen is grad ma n paar Monate alt!“ „Sag ich doch: Alte Karre! Richtig klasse ist nur mein neuer Ferrari“, man konnte richtig den stolzen Unterton hören, als er das sagte. „Du hast ihn dir also echt gekauft?“ „Klar, man gönnt sich ja sonst nichts“, grinste er. „Dann wird mit deinem Ferrari glücklich und rück meine Autoschlüssel raus.“ Wir packten die Koffer ins Auto und fuhren nach hause. Ich war schon gespannt, was sie zu meiner Überraschung sagte......

~Jenny~

„Willkommen zuhause“, riefen Dunc´s Mum Fiona, Simon, Ant und Lucy im Chor, als wir endlich zuhause angekommen waren. Von allen wurde ich herzlich begrüßt, während Duncan und Lee die Koffer rein schleppten. „Na toll, wir machen hier die ganze Arbeit und werden noch nicht mal richtig begrüßt“, maulte Lee. „Och, du Armer“, nun drückte ihn Fiona und Lee schien zufriedener. „Was riecht denn hier so gut?“, fragte ich neugierig und sog den lecker duftenden Geruch ein. „Wir haben ein Willkommensessen für euch gekocht.“ „Riecht lecker“, lobte ich sie. „Das Essen dauert doch sicher noch 5 Minuten. Ich hab nämlich noch eine klitzekleine Überraschung für dich“, wandte Dunc sich nun an mich. „Überraschung?“ „Komm mit“, er griff nach meiner Hand und zog mich nach oben. Er öffnete die Tür zu einem der Gästezimmer...... nur dieses Zimmer war kein Gästezimmer mehr, sondern ein Babyzimmer. Es sah alles wunderschön aus....nur, wie soll ich sagen.... ein gewisser Jemand glaubte wohl ganz fest daran, dass er eine Tochter bekam. „Gefällt es dir nicht?“, fragte er irritiert, weil ich mich noch nicht dazu geäußert hatte. „Doch, ich finde es zauberhaft.....aber, warum ist alles so rosa? Was machen wir, wenn es ein Junge wird?“ „Ausgeschlossen“, Dunc setzte sich in den Schaukelstuhl und zog mich auf seinen Schoß. „Wie? Ausgeschlossen? Kannst du neuerdings hell sehen?“ „Nein, das sagt mir mein väterlicher Instinkt, dass wir ein Mädchen bekommen“, grinste er. „Spinner“, lachte ich. „Vielleicht kriegen wir ja auch Zwillinge oder Drillinge“, strahlte er plötzlich, „ja, die Vorstellung gefällt mir.“ „Sagt dir das auch dein väterlicher Instinkt?“ „Nein, das wünsche ich mir einfach.“ „Ob du dir das auch noch wünschst, wenn ich dich nachts aus dem Bett schmeiße, um die Windeln zu wechseln?“ „Ich würde alles für euch zwei...“, seine Hand wanderte zu meinem Bauch, „....drei oder vier tun.“ „Na, na, wir wollen´s mal nicht gleich übertreiben. Mit einem Baby werden wir erst mal genug zu tun haben.....“ „.....und die Produktion ist ja auch nicht ohne“, grinste er breit. „Männer!“, stöhnte ich gespielt genervt und rollte mit den Augen. Lachend kitzelte er mich. „Duncan! Jen! Das Essen ist fertig!“, rief Fiona uns nach unten. Das, was er gerade gesagt hatte, dass er alles für das Baby und mich tun würde, ging mir einfach nicht mehr aus dem Kopf......und es erinnerte mich an Anna und Lee. Würde er das vielleicht auch bald zu ihr sagen? Durch Anna´s Situation realisiere ich erst so langsam, was ich doch für ein Glück hatte, einen so zärtlichen und liebevollen Mann an meiner Seite zu haben und das wollte ich ihm jetzt auch zeigen..... Wir wollte gerade das Zimmer verlassen, als ich ihn stoppte: „Duncan?!“ „Ja?“, drehte er sich lächelnd zu mir um. Ohne zu antworten kam ich ihn näher und küsste ihn voller Leidenschaft.....

~Duncan~

„Wow, womit hab ich das denn verdient?“, fragte ich, als sie sich von mir löste. „Einfach nur so...weißt du, mir wird gerade so richtig bewusst, wie glücklich ich mich schätzen kann, dich an meiner Seite zu haben. Andere Frauen haben nicht so ein Glück und ich denke manchmal, dass ich das alles überhaupt nicht verdiene.“ „Was redest du denn da für einen Quatsch? Natürlich verdienst du es“, widersprach ich, „mehr als jede andere! So was will ich nie wieder hören!“ Jen nickte und ich zog sie wieder an mich, um sie zu küssen. Warum sagt sie so was? Sie verdient das nicht? Sie verdient noch viel mehr! Wahrscheinlich sind das nur die Hormone! „Dunc! Jen!“, brüllte Lee durch´s Haus, „hört endlich auf mit der Knutscherei auf und kommt essen! Ich hab Hunger!“ „Woher weiß er das denn nun schon wieder? Welcher Instinkt ist das deiner Meinung nach?“ Lachend zuckte ich mit den Schultern, ergriff ihre Hand und wir begaben uns nach unten zum Tisch. „Wurd auch langsam Zeit“, begrüßte uns Lee. „Nu mach mal halblang! Du siehst nicht so aus, als wärst du grad am verhungern“, gab ich zurück. Während des Essens kamen wir auf ein sehr interessantes Thema zu sprechen. „Was macht ihr beiden denn in den nächsten Tagen?“, wandte sich Lucy an mich. „Arbeiten“, seufzte ich, „was sonst?! Obwohl ich viel lieber hier wäre!“ „Wie, du weißt das noch gar nicht, Dunc?!“, Antony sah mich erstaunt an. „Was weiß ich nich?“ „LEE!!“ „Ups, ich wusste doch, das mir was entfallen ist.“ „Kein Wunder, wenn man sich jeden Abend die Birne weg säuft“, bemerkte Simon spitz. „Jetzt mach ma n Punkt, das geht dich gar nix an! Das is ja wohl immer noch meine Sache, wie viel ich trinke.“ „Haaaallloooo??! Würde mich vielleicht mal jemand aufklären?“ „Johnny hat angerufen, dass die Termine für die nächsten Tage alle geplatzt sind....folglich haben wir frei.“ Das waren ja mehr als gute Neuigkeiten. Nach dem Essen wollte sich Lee direkt aus dem Staub machen. „Wo willst du denn hin?“, fragte ich ihn. „Will mich noch in Ruhe fertig machen und dann geht’s ab in nen Club.“ „Soll ich dir auch verraten, was er da macht, Dunc?“, fragte Si, „sich zu saufen und am nächsten Morgen nicht wissen, in welchem Bett er aufwacht. „Jetzt mach mal nicht einen auf Unschuldslamm! Als ob du noch nie n One night stand gehabt hättest!“, wehrte sich Lee. „Ich habe keine Probleme damit, dass zu zugeben, aber was du machst, ist echt nicht mehr normal. Du warst ja früher schon schlimm, was Frauen und Alk angeht, aber in letzter Zeit übertriffst du dich echt immer wieder selbst!“ Das ganze wäre sicher zu einem riesen Streit ausgebrochen, wenn ich nicht abgelenkt hätte: „Du lässt dein Auto doch aber stehen, oder?“ „Ja, Daddy“, erwiderte er mit kindischer Stimme, „Jen, da siehst du mal, was für einen Waschlappen du aus Dunc gemacht hast. N Softie war er ja früher schon!“ „Lass den Scheiß, ich mach mir echt Sorgen um dich.“ „Siehst du, was ich meine?!“, zwinkerte er Jen zu, drehte sich um und ging. Wann wird er endlich erwachsen? Noch in diesem Jahrhundert? Man soll die Hoffnung ja nie aufgeben. Er bräuchte unbedingt ne Frau, die ihm mal zeigt, dass nicht nur alles Spaß im Leben ist. Hoffentlich baut er in den nächsten Tagen keinen Mist?!

~Lee~

Ich hasse diese Bevormunderei, deshalb bin ich auch gegangen. Sie würden meine Gefühle eh nicht verstehen. Alles drei sind nämlich total im Baby-Fieber. Bei Duncan und Antony geht es nur noch um Windeln, Rasseln, Erziehung....usw. Und Simon? Da der das alles schon bei seiner Tochter mitgemacht hatte, gibt er natürlich fleißig Tipps. Mich nimmt niemand mehr so richtig wahr. Also versuche ich, mit all dem allein klar zu kommen und tue das, was ich am besten kann, wenn ich Probleme hab: mich mit Frauen und Alk ablenken. Ja, Simon hatte recht, in letzter Zeit trank ich extrem viel, aber nur dann konnte ich den Schmerz vergessen, den Anna mir unabsichtlich zufügte. Und die Frauen? Tja, das ergab sich halt immer so. Wenn ich besoffen war, dachte ich eben nicht mehr nach. Dafür kam dann am nächsten Morgen das böse Erwachen, wenn ich neben einer fremden Frau in einem fremden Bett lag. Dann plagte mich die schrecklichsten Gewissensbisse, obwohl ich doch eigentlich gar nicht mit Anna zusammen war.....
Heute war nun unser vorletzter freier Tag und ich befand mich wieder mal in irgendeinem Club. Ich hatte schon massig intus und es war schon bald Mitternacht, als mein Handy klingelte. Hoffentlich keiner, der mir ne Moralpredigt halten wollte, dachte ich genervt, als ich den Anruf annahm. „Hallo Süßer! Ich hoffe, du erinnerst dich noch an mich?! Hättest du nicht Lust, bei mir vorbeizuschauen?“, drang eine verführerische Frauenstimme an mein Ohr, „Ich warte schon ganz ungeduldig auf dich.“ Und schon hatte Kim aufgelegt. Ja, Kim, mein One Night Stand von vor zwei Nächten. Ich machte mich torkelnd auf den Weg nach draußen, aber ich war mir sicher, noch Auto fahren zu können. Ich weiß, ich hatte es Dunc versprochen, aber es wird schon nichts passieren....und was er nicht weiß, macht ihn nicht heiß! Außerdem hatte ich keine Lust, zu Kim´s Wohnung zu laufen. Ich fuhr mein Auto vom Parkplatz, aber ich hatte mich gründlich getäuscht, was das fahren anging. Die Geschwindigkeit meines Wagens konnte ich gar nicht richtig kontrollieren. Oh Fuck! Verflucht, DAS hatte mir gerade noch gefehlt........

~Jenny~

Duncan und ich genossen die freien Tage in vollen Zügen. Lange ausschlafen, Frühstück im Bett und ganz, ganz viel kuscheln stand auf dem Programm. Den vorletzten Tag gingen wir auch ganz in Ruhe an. Morgens schliefen wir wieder mal aus, Kuschelten ausgiebig, bevor wir frühstückten, uns fertig machten und den restlichen Tag durch London spazierten. Klar statteten wir auch Harrods einen Besuch ab. Wie sollte man auch an diesem riesigen Kaufhaus vorbei kommen?! Als wir Harrods wieder verließen, lächelte ich die ganze Zeit vor mich hin. Obwohl wir noch nicht verheiratet waren, sprachen mich schon alle mit „Mrs. James“ an. „Du lächelst so süß!“ „Es gibt auch n bestimmten Grund dafür. Hast du bemerkt, dass mich alle schon mit „Mrs. James“ angeredet haben?!“ „Sicher habe ich das“, lächelte er nun, „denkst du, du kannst dich daran gewöhnen?“ „Das hab ich schon! Ich kann es gar nicht abwarten, endlich deine Frau zu sein.“ „Das bist du schon....in meinem Herzen bist du es schon lange.“ „Woher fallen dir bloß immer diese lieben Dinge ein, die du zu mir sagst?“, fragte ich gerührt. „Keine Ahnung....vielleicht sollte ich ein Buch schreiben?!“, scherzte er, „nein, jetzt mal ganz im ernst....ich brauche dich dafür nur anzusehen. Ach ja, manchmal ist er wirklich zu lieb für diese Welt. Nach diesem stundenlangen Ausflug zog es uns abends wieder nach hause ins Bett. War ich vorher noch extrem müde gewesen, so lag ich nun schon eine ganze Weile wach in Duncan´s Armen, während dieser selig schlief. Das war etwas, worin ihn keiner schlagen konnte. Duncan kann wirklich immer und überall schlafen. Zum Glück schnarchte er nicht, dachte ich bei mir, aber es war interessant, was er so alles im Schlaf erzählte. Er murmelte etwas von Baby und Tasche frühzeitig vor der Geburt packen. Oh je, ich glaube nach dieser Schwangerschaft braucht der Arme erst mal eine 6-wöchige Kur. Ich lauschte seinem gleichmäßigen Atem und schlummerte langsam aber sicher ein......bis ich mitten in der Nacht hoch schreckte. Das Telefon klingelte!! Also quälte ich mich aus dem Bett, wütend über diesen Idioten, der mich gerade aus meinen Träumen gerissen hatte. Ich lief nach unten, nahm das Gespräch an und glaubte, meinen Ohren nicht zu trauen! „Ja, sicher kommen wir“, erwiderte ich eilig. Das war ja wohl einfach nicht zu fassen....Lee, dieser Idiot.... Ich ging wieder nach oben und versuchte, Duncan wach zu kriegen, aber keine Chance....er schlief wie ein Murmeltier. Alles rütteln half nichts....dann eben anders.... „Duncan, das Baby kommt!“ „WAS? Aber das ist doch noch viel zu früh!“, sprang er prompt aus dem Bett. Ich weiß, das war jetzt nicht gerade lieb von mir, aber anders war er anscheinend nich wach zu bekommen. „Es stimmt ja auch nicht, aber anders hab ich dich nicht wach bekommen.“ „Erschreck mich ja nie wieder so“, schwer atmend ließ er sich auf die Bettkante sinken. „Du kannst gleich wieder aufstehen und dich anziehen. Wir müssen zur Polizei.“ „Zur Polizei?“, fragte er ungläubig und rieb sich die Augen. „Tja, Lee wurde erwischt, wie er sturzbesoffen und viel zu schnell durch London gerauscht ist. Jetzt sitzt er in der Ausnüchterungszelle im Knast!“

~Duncan~

Lee im Knast! Unfassbar, aber wahr! Dieser Blödmann.....ich hatte ihm doch gesagt, dass er das verdammte Auto stehen lassen sollte. Schleunigst zogen wir uns an und setzten uns ins Auto. Jen kochte vor Wut. Zugegebenermaßen ich auch, aber ich konnte meine Wut noch verbergen, aber bei Jen war ich mir da nicht so sicher. Die Hölle konnten wir ihm auch morgen noch heiß machen. Jetzt würde das eh nix bringen. Auf dem Polizeirevier schilderte uns einer der Polizisten, wie Lee ihnen durch seine Raserei aufgefallen war, sie ihn mitgenommen hatten und wenn er nicht die ganze Zeit „Duncan hatte Recht“ gemurmelt hätte, hätte die Polizei niemanden benachrichtigt und er hätte die Nacht im Knast verbringen müssen. Nun führte uns der Polizist an verschiedenen Zellen vorbei zu Lee. Der Polizist öffnete die Zelle und rüttelte Lee an der Schulter: „Mr. Ryan, Aufstehen!“ Dieser jedoch schnarchte ruhig auf seiner Liege weiter. Man, seine Alk Fahne war echt gigantisch. Ungeduldig trat Jen von einem Fuß auf den anderen. Das dauerte ihr alles viel zu lange. Aber jetzt ging sie einfach schnurstracks auf ihn zu, holte aus und, aua, das muss weh tun, feuerte ihm rechts und links eine: „Lee beweg deinen Arsch hoch! Glaubst du etwa, wir tragen dich hier raus?“, keifte sie. „Ui, die hübsche Lady hat ganz schön Haare auf den Zähnen“, pfiff einer von Lee´s Mithäftlingen durch die Zähne. „Ja, und außerdem ist die hübsche Lady schwanger und extrem reizbar“, oh je, wenn Blicke töten könnten.... Lee blickte nun schläfrig um sich. Das er nicht bei sich war, konnte selbst ein Blinder erkennen. Wir packten ihn und stützten ihn bis zum Auto. Der Polizist kam hinter uns her und drückte Jen den Schlüssel zu Lee´s Auto in die Hand: „Verwahren Sie den besser. Damit Mr. Ryan in den nächsten Monaten nicht in Versuchung gerät, denn seinen Führerschein ist er los.“ Lee schnappte Jen den Schlüssel aus der Hand. „Das ist meiner“, lallte er. „Rück den Schlüssel raus, Lee! Oder ich verfrachte dich selbstpersönlich wieder in diese Zelle zurück!“, giftete sie ihn an und schnappte sich den Schlüssel wieder. Zunächst fuhren wir bei Lee vorbei und Jen parkte dort seinen Wagen. Danach fuhren wir zu uns nach hause und verfrachteten Lee auf die Couch. Den Rest der Nacht sollte er bei uns schlafen, damit er nicht noch mehr Blödsinn anstellte. Und nun endlich konnten wir uns wieder ins Bett fallen lassen. Noch ein paar Stunden Schlaf bitte, dachte ich seufzend und schlief wieder ein.....



~Jenny~

Während ich mich rumwälzte, war Duncan schon längst wieder am Schlafen. Typisch! Meine Gedanken kreisten um Lee. Dieser Kerl würde es noch schaffen, sich endgültig ins Gefängnis zu bringen und dann konnten wir ihn nicht mehr rausholen. Es muss was passieren! Anna muss ihm alles sagen, damit er zur Vernunft kommt. Deshalb beschloss ich, am nächsten Morgen direkt Anna anzurufen. "Er war im Knast?!", fragte sie entsetzt. "Ja, und seinen Führerschein ist er auch los. Anna, du musst es im sagen." "Bitte, Jen! Ich.....ich brauche noch etwas Zeit." "Die hast du aber nicht. Wie lange willst du es denn noch aufschieben. Dadurch änderst du nichts an der ganzen Situation." "Kannst du nicht ein Auge auf ihn werfen?" "Und dann? Denkst du etwa, er lässt sich von mir was sagen?" Na klasse, jetzt kam auch noch die Bettel-Nummer. Widerwillig gab ich nach und beendete das Telefonat. Danach weckte ich Lee, der noch immer seinen Rausch ausschlief. Wenn der sich einbildete bis nachmittags schlafen zu können, dann hatte er sich gründlich geschnitten. Weil ich wenigstens etwas nett zu ihm sein wollte, holte ich aus der Küche Aspirin und ein Glas Wasser, dass ich dann aber nicht gerade sanft auf dem Tisch abstellte. Schmerzhaft verzog er das Gesicht und fasste sich an den Kopf. Richtig so, obwohl das noch nicht genug Strafe war für den Mist, den er gebaut hatte. Schließlich zog ich noch die Vorhänge auf, so dass das Wohnzimmer von Sonne durchflutet wurde. Mit zusammengekniffenen Augen blickte er sich um und zog sich sogleich die Decke über den Kopf. „Was hast du vor, Jen? Willst du mich umbringen?“, kam es dumpf darunter hervor. „Ich mach mir noch nicht die Finger an dir schmutzig“, zog ich mit aller Kraft die Decke weg, „schluck die Aspirin, damit ich dich zur Schnecke machen kann“, befahl ich. Er nahm die Aspirin ein: „Aber anmotzen lasse ich mich nicht von dir.“ „Das wirst du aber müssen....vergiss nicht, wer dich aus dem Knast geholt hat!“ „Ich hab dich nich darum gebeten“, murrte Lee. „Schön, dann weiß ich ja fürs nächste mal bescheid.“ „Meine Güte, Jen. Jetzt reite doch nicht darauf herum. Ich weiß gar nicht, warum du dich so aufregst?!“ Pah, der hatte vielleicht Nerven! „Ich werde hier nachts von der Polizei aus dem Bett geklingelt, um dich aus dem Knast zu holen und du besitzt auch noch die Frechheit mich zu fragen, warum ich mich so aufrege?! Es hätte sonst was passieren können! Du hast nicht nur dich, sondern auch andere gefährdet. Is das eigentlich irgendwie in deinen Schädel zu kriegen?“ „Du hörst dich an, wie ne Oberlehrerin.“ „Dann nenn mich halt so, aber ich habe wenigstens, ganz im Gegensatz zu dir, gelernt Verantwortung zu übernehmen.“ „Ja, für deine kleine perfekte Familie!“ Jetzt fängt der auch noch damit an. Also, wenn Anna und Lee nicht zusammenpassen, dann weiß ich auch nicht weiter! „Das könntest du auch haben, wenn du nur mal etwas mehr an.....“ „Habt ihr eigentlich eine Ahnung, wie viel Uhr es ist?“, maulte Duncan verschlafen und kam die Treppe runter, „nur zur Info: es ist kurz nach zehn!“ Was ein Glück, dass Duncan wach geworden war. Ohne es zu wissen, hatte er mich davor bewahrt, mich zu verplappern. „Sag das deiner Verlobten und nicht mir. Die macht doch hier den Terz!“ „Weißt du was? Beim nächsten Mal werde ich ihnen sogar noch Geld geben, damit sie dich auch ganz sicher dabehalten. Vielleicht würde das Knastleben dich ja zur Vernunft bringen!“ „Ach, leck mich doch, Jen! Gib mir lieber meine Autoschlüssel“, forderte Lee. „Das kannst du vergessen. Die kriegst du erst wieder, wenn du deinen Führerschein wieder hast, den du nämlich, nur so ganz nebenbei, los bist!“ „Na toll, alles und jeder hat sich ja wohl gegen mich verschworen“, war sein grimmiger Kommentar, bevor er Tür knallend das Haus verließ. Es wird Zeit, dachte ich....aller höchste Eisenbahn....

~Lee~

Was glaubt die eigentlich, wer sie ist? Hätten sie mich bloß da behalten, wäre mir Jen am frühen Morgen erspart geblieben. Sie hat doch gar keine Ahnung, denn sie hat ja alles, was sie wollte. Aber ich....ich werde nie wissen, wie es ist, mit Anna zusammen zu sein.....

~Duncan~

Wenige Tage nach Lee´s Stippvisite im Knast kam ich von der Arbeit nach hause, die mir im Moment so gar keinen Spaß machte. Lee lief mit einer 7-Tage-Regenwetter-Miene rum und ließ an alles und jedem seine schlechte Laune aus. Zudem, wurde uns heute mitgeteilt, dass wir übermorgen für 2 Wochen nach Asien mussten. „Och nein, warum denn so lange? Wie soll ich das denn bloß ohne dich aushalten? Du sitzt noch hier und ich vermisse dich schon.“ „Da es mir ganz genau so geht, kommst du eben mit.“ „Geht denn das so einfach?“ „Sicher, Lucy kommt doch auch mit und außerdem will Johnny nicht, dass ich sonst die ganze Zeit so depri bin. Einer mit schlechter Laune reicht ihm.“ „Lee?“ „Ja, ich hab probiert, mit ihm zu reden, aber er lässt keinen an sich ran.“ Ich weiß nicht, was ich noch machen soll. Ich kann ihm doch nicht helfen, wenn er nicht mit mir redet.....

~Jenny~

Ich war richtig froh, Duncan begleiten zu können. Jetzt schon alleine hier zu bleiben wäre mir irgendwie komisch vorgekommen. Am übernächsten Vormittag wartete bereits der Privat Jet auf uns. Wir befanden uns schon alle im Flugzeug uns warteten einzig und allein auf eine Person: Lee Ryan! Johnny kochte inzwischen vor Wut und auch der Pilot hatte so langsam aber sicher die Schnauze voll. Schließlich befahl dieser, Lee´s Gepäck raus zu werfen, da er nicht mehr auf Lee warten wollte, der seine Zeit irgendwo im Flughafengebäude vertrödelte. Doch da war er plötzlich von weitem zu sehen. Ganz gemächlich schlenderte er über den Platz. Der Pilot schickte eine Stewardess, um Mr. Ryan zu bitten, sich doch etwas mehr zu beeilen. Aber Lee dachte gar nicht daran, sich zu beeilen. Nach mehrmaligen Aufforderungen durch die Stewardess, wurde es ihm anscheinend zu viel. Sie anschreiend ließ er seine schlechte Laune an ihr aus. „Ich hab genug von Lee´s Eskapaden“, brummte Johnny und wollte sich ihn vorknöpfen. Doch ich hielt ihn am Arm fest: „Nein Johnny, warte! Lass mich gehen, bitte.“ Er überlegte kurz, willigte dann aber ein. „Ich bin davon aber nicht begeistert“, mischte sich Duncan ein. „Deshalb frag ich dich ja auch erst gar nicht, Schatz“, drückte ich ihm einen Kuss auf die Wange. „Lee, lass sie in Ruhe! Die arme Frau hat dir nichts getan“, rief ich schon von weitem. „Warum überrascht mich das jetzt nicht, dass du dich einmischst, Jen?!“ „Halt die Klappe und steig endlich in dieses verdammte Flugzeug!“ „Von dir lass ich mir gar nichts sagen“, gab er pampig zurück. „Herr Gott noch mal, rede endlich mit mir! Was ist dein verdammtes Problem?“ „Das geht dich nichts an, Jen! Halt dich aus meinem Leben raus!“ „Das geht mich sehr wohl was an! Falls du´s vergessen haben solltest, wir sind seit Jahren befreundet und außerdem ist Anna meine beste Freundin, die dich liebt und noch dazu ein Baby von dir erwartet. Aber anstatt es ihr einfacher zu machen, damit sie dir vertrauen und dir von eurem Baby erzählen kann, denkst du nur an dich! Du säufst dich zu und hüpfst von einem Bett ins nächste.“ Ich war so in rage, dass ich mich einfach verplapperte. Scheiße, dass würde Anna mir doch niemals verzeihen. „Baby?!“, ganz ruhig und ernsthaft sah er mich an, „bin ich wirklich der Vater von Anna´s Baby?“ „Ja“, nickte ich, „es kommt kein anderer in Frage.“ Wie würde er jetzt reagieren?

~Lee~

Ich werde Daddy! „Ich werde DADDY!“, schrie ich es laut heraus und wirbelte Jen vor Freude um mich herum. „Lee, lass mich runter. Mir wird schwindelig davon.“ Sofort setzte ich sie ab: „´Tschuldigung.“ Warum sah sie mich denn jetzt so komisch an? „Du...du freust dich ja wirklich“, sagte sie erstaunt. „Ja, natürlich! Ich liebe Anna!“, jetzt fiel sie mir um den Hals, „und deswegen muss ich jetzt auch sofort zu ihr.“ „Nein, das geht nicht!“ „Was warum nicht?“ „Weil du....wir jetzt erst mal nach Asien müssen.“ „Du hast recht. Ich muss das wohl erst hinter mich bringen. Die anderen sind bestimmt schon mega sauer.“ „Worauf du wetten kannst“, nickte Jen. Schnell liefen t
wir zum Flugzeug. „Worauf wartet ihr? Glotzt nicht so blöd und steigt lieber ein“, rief ich den andere zu, die vor dem Flugzeug standen und dumm aus der Wäsche guckten, „hopp hopp, wir wollen los.....haben schon genug Zeit verplempert!“ Wie die guckten! Sie hatten ja nur den Satz „Ich werde Daddy!“ von Jen´s und meinem Gespräch mitgekriegt und natürlich konnten sie das nicht einordnen. Ziemlich verdutzt folgten sie uns ins Flugzeug und vergaßen ganz mich wegen meines Zuspätkommens in die Mangel zu nehmen. „Kann mir vielleicht mal einer von euch beiden erklären, was hier Sache ist?“, musterte Duncan Jen und mich abwechselnd. „Anna und ich....wir lieben uns und wir kriegen ein Baby.....Jen hat es mir gerade erzählt“, antwortete ich strahlend. „Jen, ist das wahr, was unser kleiner Spinner da sagt?“ Sie nickte: „Und Anna wird mich dafür hassen. Ich hab ihr Vertrauen missbraucht.“ Jen erzählte von Anna´s Angst, dass ich ihr nicht treu sein könnte und das sie dachte, ich könnte mich nicht ändern. Es würde nicht einfach sein, ihr Vertrauen zu erlangen. Ich hab ziemlich viel Mist gebaut in letzter Zeit.....meine Affären.....der Alk....das kleine Knasterlebnis....aber ich werde kämpfen und hart an mir arbeiten, denn ich will und liebe Anna und ich möchte ein guter Daddy für unser Baby sein. Außerdem erzählte Jen noch von ihrem Versprechen, still schweigen zu bewahren. „Aber du verstehst doch sicher, dass ich sofort mit Anna reden muss, wenn wir gelandet sind?!“ „Ja, natürlich und sie wird eins und eins zusammen zählen.“ „So schlimm wird es schon nicht werden. Ich bin da guter Hoffnungen“, ich war mir sicher, meine gute Laune konnte heute nichts mehr trüben. „Verlass dich nicht zu sehr darauf. Es kann anders kommen, als du es dir denkst und wünschst“, warnte Jen. Doch ich ließ mich davon nicht beirren. Nachdem wir in Asien gelandet waren und unsere Hotelzimmer bezogen hatten, wählte ich Anna´s Nummer. „Hey Anna! Ich bin´s Lee! Wir müssen reden“, legte ich auch sogleich los. „Ja, und worüber?“, mehr als deutlich vernahm ich das Misstrauen in ihrer Stimme. „Über uns und....unser Baby.“ „Ich hab doch geahnt, dass Jen ihre Klappe nicht halten kann“, sagte sie aufgebracht. „Es ist ihr bloß raus gerutscht, weil sie so wütend auf mich war. Ich bin froh, dass es so gekommen ist und ich will nicht, dass du ihr Vorwürfen machst.“ „Ich wollte es dir selbst sagen.“ „Und wann? In ein paar Tagen? Ein paar Wochen? Monate? Anna, ich liebe dich. Ich liebe unser Baby und ich will für euch da sein.“ „Hör auf damit“, schluchzte sie, „Ich glaube dir nicht. Jen hat dich mit irgendwas unter Druck gesetzt. Warum sonst solltest du von einer Minute auf die andere mit Liebesschwüren ankommen?!“ „Anna, ich weiß, ich hab viele Fehler gemacht, aber....“ „Nein, ich will nichts mehr hören! Lass mich einfach in Ruhe und ruf mich nicht wieder an“, damit legte sie auf. Ich kann verstehen, dass sie große Angst hat, aber sie kann doch mit mir reden, aber stattdessen blockt sie einfach ab. Wenn sie glaubt, mich so einfach los zu werden, dann denkt sie falsch......

~Jenny~

Lee wusste nun bescheid, aber das er sich so darüber freuen würde, hätte ich nicht gedacht. Hoffentlich gibt sie ihm jetzt auch eine Chance?! Ich muss zugeben, ich hab Angst vor dem Gespräch mit ihr. Diesmal wird unsere Freundschaft auf eine harten Probe gestellt. Würden wir das schaffen? Dieser Gedanke beschäftigte mich, während ich auf dem Bett in unserem Hotelzimmer lag und an die Decke starrte. Duncan war schon vor einer Weile zu Johnny gegangen, um etwas mit ihm zu besprechen. Erst das Klingeln meines Handys riss mich wieder aus meinen Gedanken. „Vielen Dank, Jen! Toll gemacht“, klang Anna´s Stimme wütend aus dem Hörer. „Anna, lass mich doch erst mal erklären“, aber sie wollte davon nichts wissen. „Was gibt’s da noch zu erklären? Du hast Lee alles gesagt, damit dein Versprechen gebrochen und so ganz nebenbei mein Vertrauen missbraucht. Ist dir die Liste lang genug?“ „Es tut mir so leid!“ „Ach, hör doch auf, Jen. Gar nichts tut dir leid. Lüg mich doch nichts so an......ah so...und noch was....unsere Freundschaft kannst du knicken!“, sie legte auf. Wie in Zeitlupe sank mein Arm nach unten und das Handy fiel zu Boden. Ich hatte gerade meine beste Freundin verloren......

~Duncan~

Als ich von Johnny zurück kam, um den Terminplan zu koordinieren, damit wir auch noch etwas freie Zeit für uns hatten und nicht immer nur arbeiten mussten, ging ich direkt wieder in unser Zimmer. „Hey Schatz, da bin.....Jen, was ist denn passiert?“, weinend lag sie auf dem Bett. „Was ist denn passiert?“, wiederholte ich meine Frage und nahm sie in den Arm, was sie nur noch mehr weinen ließ. „Pssst, ist ja alles okay“, versuchte ich sie zu beruhigen. „Gar nichts ist okay“, schluchzte sie, „ich hab grad meine beste Freundin verloren.“ „Anna hat das sicherlich nicht so gemeint.“ „Oh doch, dass hat sie! Ich zitiere: „.....ach ja....und noch was....unsere Freundschaft kannst du knicken!“ Nach was hört sich das für dich an?“ „Jen, sie war wütend, aber sie beruhigt sich auch wieder.“ „Nein, dass wird sie nicht. Daran glaubst du doch selber nicht!“, weinte sie weiter. Ich hatte wirklich alle Mühe, sie zu beruhigen. In der darauf folgenden Zeit, die wir in Asien verbrachten, war Jen durch nichts aufzuheitern. Sie war so abwesend und starrte deprimiert vor sich hin. Genau so wie Lee. War er am Anfang noch so optimistisch gewesen, so ist er jetzt nur noch ein deprimiertes Häufchen Elend. Er hatte viel Scheiße gebaut, aber das hatte er nun wirklich nicht verdient. Die Verfassung der beiden übertrug sich auch auf uns andere und die Stimmung war auf dem Nullpunkt angelangt. Endlich war der Tag gekommen, an dem wir wieder nach hause flogen. Auf dem Flughafen nahm mich Johnny kurz vor unserem Abflug, zur Seite: „Duncan, ich pack das nicht mehr lange, wenn ihr alle weiter so drauf seid! Es muss was passieren!“ Ja, er hatte recht! Es muss was passieren....und ich werd das wohl selbst in die Hand nehmen müssen......

~Anna~

War es nichts das, was ich mir die ganze Zeit gewünscht hab? Das er sagt, er liebt mich? Aber jetzt, wo ich´s gehört hab, könnte ich nur noch heulen, denn ich glaube ihm nicht. Noch dazu habe ich meine beste Freundin, Jen, verloren, von der ich dachte, sie würde zu mir stehen. Es läuft einfach alles schief in meinem Leben. Wie soll ich das alles schaffen? Damit fertig werden und dem Baby meine ganze Liebe geben? Ich hab mich noch nie so schwach gefühlt, wie jetzt in diesem Moment...
Tage später erhielt ich einen Umschlag und ich wusste gleich von dem der war, denn diese Handschrift war mir bestens bekannt. Zum Vorschein kamen ein Flugticket, wohlgemerkt ohne Rückflug, nach London, ein Backstage - Ausweis und ein Zettel: „Ich erwarte dich auf unserem Londoner Konzert in drei Tagen! Duncan“ Bin ich hier im falschen Film oder was? Was soll dieser Befehl? Und dann noch von Duncan? Ich glaub, dass kann nur er mir beantworten. Ich wählte seine Handynummer: „Was soll das?“ „War der Zettel so missverständlich?“, fragte Duncan ungerührt. Er war noch nicht mal überrascht, dass ich am Telefon war. Wahrscheinlich hatte er mit so was schon gerechnet. „Nein, aber ich lasse mich doch nicht so einfach von dir nach London zitieren.“ „Es war ja auch eine Bitte.“ „Die sieht ja wohl anders aus. Oder hab ich das „Bitte“ irgendwo überlesen??“ „Kannst du nicht einfach aufhören zu diskutieren und her kommen?!“, fragte er gereizt. „Nein, kann ich nicht. Ich wüsste gar nicht, was ich dort sollte.“ „Was du dort sollst? Lee leidet wie ein Hund, ganz zu schweigen von Jen, deiner besten Freundin!“ „Ex-besten Freundin“, verbesserte ich ihn. „Her Gott, Anna, werd endlich vernünftig!“ „Das bin ich! Warum tust du das? Eigentlich hatte ich eher gedacht, Jen würde noch mal versuchen, sich einzumischen. Also, warum?“ „Weil ich verdammt noch mal nicht zusehen werde, wie Jen unser Baby verliert und Lee an seiner Liebe zu dir kaputt geht“, fuhr er mich an, atmete durch und versuchte dann, so ruhig wie möglich weiter zu sprechen: „Es liegt jetzt ganz allein an dir, wie es weiter geht......wie viel dir Lee und Jen bedeuten.... Triff die richtige Entscheidung.....sonst wirst du es irgendwann bereuen....“, damit legte er auf. Die richtige Entscheidung..... Duncan hatte gut reden.......was war denn überhaupt die richtige Entscheidung??

~Jenny~

Ich weiß nicht, was ich machen soll. Ein wichtiger Teil meines Lebens hat sich einfach so verabschiedet. Ich wünschte, ich würde nicht so emotional reagieren, denn dann hätte ich klar denken können und hätte meine Klappe gehalten. Ich bin einfach nur noch traurig und möchte mich irgendwo verkriechen, aber Duncan lässt das nicht zu. Er versucht mit allen Mitteln, mich aufzuheitern. Ich weiß, er macht sich Sorgen um mich und unser Baby, aber ich kann meine Gefühle doch nicht so einfach abstellen. Ach, was jammer ich hier überhaupt rum...Lee geht es noch viel schlimmer als mir. Er schläft kaum, isst fast gar nicht und mittlerweile sieht er aus, wie ein Zombie. Er hat total dicht gemacht und will mit niemandem über Anna reden. Er wird an dem Schmerz zerbrechen, den er in sich hinein frisst und ich bezweifle, dass er das heutige Konzert nervlich und körperlich durch stehen wird.....das erste Konzert in London, seit wir wieder aus Asien zurück sind. Duncan hatte keine Widerrede gelten lassen. Alles bitten und betteln hatte nichts geholfen....ich musste mit. Tja, und nun stand ich hier, in einigen Metern Entfernung von den Jungs, gut versteckt an der Bühnenseite und hoffe, dass Lee nicht irgendwann zusammenbricht . Gott, warum kann nicht einfach ein Wunder passieren und alles ist wieder gut?!

~Duncan~

Man, ich hab mir alles so schön ausgedacht! Alles mit Antony, Simon, Johnny und unseren Musikern abgesprochen, dass, wenn ich Anna sehe, auf mein Zeichen „How´s a man supposed to change?“ gespielt wird. Und was macht Anna? Sie versaut mir alles! Die Hälfte des Konzerts ist schon rum und sie kommt einfach nicht! Wie kann sie das alles so kalt lassen? Das geht einfach nicht in meinen Schädel rein! Lee hat sich total verändert. Ich hab unser Nesthäkchen noch nie so deprimiert gesehen. Er ist wortwörtlich am Ende. Seine Arbeit macht er noch.......fragt sich nur noch, wie lange?! Das Lied näherte sich dem Ende und ich riskierte wieder mal einen hoffnungsvollen Blick zur Seite. Auf der einen stand Jen und auf der anderen.......Anna! Endlich! Ich warf den Musikern einen Blick zu, um ihnen zu deuten, dass es gleich, nach diesem Lied so weit sein würde. „So, da unser spezieller Gast nun endlich da ist“, begann ich, nicht ohne einen vorwurfsvollen Unterton in der Stimme, weil sie mich so lange hat warten lassen, und Lee sah mich fragend an, „kann es ja los gehen.“ Erst jetzt erblickte er Anna und starrte sie an, als wäre sie ein Geist. Da ich mir schon gleich gedacht hatte, dass Lee keinen Ton raus kriegen würde, wollte ich das Reden übernehmen. Alles musste man selber machen, damit es auch klappte. „Anna, sieh ihn dir genau an! Er liebt dich aus ganzem Herzen und tiefster Seele. Denkst du immer noch, Lee könnte dir weh tun? Dann sag ihm, wie er sich ändern soll, aber stoß ihn nicht mehr zurück“, auf mein Zeichen setzte die Musik ein, „Sei ehrlich zu dir selbst, Anna!“ Als Lee anfing zu singen, legte er sein ganzes Gefühl in diesen Song:

Yo, check it out
First verse, drop it

Lord knows I´m gonna make it
To brighter days I´m on my way
I dreamed before and saw the way that I was misbehaving
Now I´m standing face to face

To my reflection I can´t see it
My vision´s blinded by the pain
`Cause that´s how I feel

My mirror´s broken
I´ve been cursed with seven years of bad luck
Will the sorrow ever change

So now my soul´s in dept
I must regret
I die and live another lonely day
Tell me how a man´s supposed to change

So now my soul´s in dept
I must regret
I die and live another lonely day
Tell me how a man´s supposed to change

My fear is growing old unhappy
Without my loved ones next to me
Ink on my skin has nearly faded
Incarcerated for my sins

To my reflection I can´t see it
My vision´s blinded by the pain
That´s right, by the pain

My mirror´s broken
I´ve been cursed with seven years of bad luck
Will the sorrow ever change

So now my soul´s in dept
I must regret
I die and live another lonely day
Tell me how a man´s supposed to change

So now my soul´s in dept
I must regret
I die and live another lonely day
Tell me how a man´s supposed to change

Blue sing

How am I supposed to change?

So now my soul´s in dept
I must regret
I die and live another lonely day
Tell me how a man´s supposed to change

So now my soul´s in dept
I must regret
I die and live another lonely day
Tell me how a man´s supposed to change

Tell me how a man´s supposed to change
Tell me how a man´s supposed to change
Tell me how a man´s supposed to change

So now my soul´s in dept
I must regret
I die and live another lonely day
Tell me how a man´s supposed to change

Während des Songs zog ich Ann auf die Bühne. Lee streckte seine Hand nach ihr aus. Langsam ließ sie meine los und ergriff zitternd seine. Ein gutes Zeichen? Der Song war zu ende und......es passierte rein gar nichts! Das kann ja wohl nicht wahr sein! Da stehen die beiden, halten Händchen und sehen sich an. Verdammt Lee, tu doch was! Küssen musst du sie schon allein, dass kann ich nicht auch noch für dich machen, dachte ich verzweifelt. Aber wahrscheinlich hast er zuviel Angst vor dem nächsten Schritt. Wenn das hier nicht klappt, dann schwör ich, kauf ich mir n Ei und verfall in dumpfes Brüten. Dann endlich tat sich was! A...Aber was macht sie denn da? Anna ließ seine Hand los und umarmte ihn stattdessen. „Ich liebe dich“, sagte sie leise zu Lee, dass Ant, Si und ich es gerade noch hörten. Lee atmete hörbar erleichtert aus und drückte Anna fest an sich. Und ich? Mir fielen mindestens eine Million Steine vom Herzen, dass mir das dumpfe Brüten erspart wurde. „Ihr müsst weiter machen und ich muss das mit Jen klären“, sie küsste Lee und ging dann zu Jen. Die beiden fielen sich auf der Stelle weinend in die Arme. Hach ja, Friede, Freude, Eierkuchen......bis zur nächsten Krise.......

~Anna~

Ja, ich hatte die richtige Entscheidung getroffen. Das spürte ich, als ich in Lee´s Armen lag und nun, als ich Jen umarmte. „Es tut mir so unendlich leid, Anna“, schluchzte sie. „Das braucht es gar nicht“, beruhigte ich sie, „hättest du nicht geplappert, hätte Dunc das alles nicht eingefädelt und ich wäre jetzt nicht hier.“ „Du bist mir also nicht mehr böse?“, schniefte Jen. „Du bist doch meine beste Freundin“, jetzt weinte sie noch mehr. „Ich dachte, ich hätte dich für immer verloren!“ „Aber wir haben uns doch schon öfters so gezofft.“ „Nicht so, wie dieses Mal“, schniefte sie erneut. „Es ist ja jetzt vorbei“, tröstete ich sie. Wir verfolgte das Konzert bis zum Ende. Ich hatte ja wenig davon mit gekriegt, aber man konnte deutlich den vorher - nachher Unterschied sehen. Lee war wieder ganz bei der Sache und legte sich mächtig ins Zeug. Dennoch war er froh, als er endgültig die Bühne verlassen konnte und mich wieder in seine Arme schloss, während Jen unserem Held des Tages um den Hals fiel.

~Jenny~

„Duncan, du bist ein Schatz“, fiel ich ihm in die Arme, als er von der Bühne kam. „Ist alles wieder in Ordnung zwischen euch beiden?“, fragte er lächelnd, worauf ich nickte. „Hey Kumpel“, wandte sich Lee nun an Duncan, „manchmal wüsste ich nicht, was ich ohne dich machen würde.“ „Nur manchmal?“, grinste Duncan, worauf wir alle lachen mussten, „aber mit dir hab ich noch n Hühnchen zu rupfen, Anna! Ich stand kurz vorm Kollabieren, weil du so spät gekommen bist. Wo hast du gesteckt?“ „Sorry, mein Taxi steckte im Stau fest. Woher warst du dir eigentlich so sicher, dass ich überhaupt kommen würde?“ „Ich wusste einfach, du würdest die richtige Entscheidung treffen“, die beiden umarmten sich. „Aber ohne dich hätte ich das nicht geschafft, Duncan! Danke für den Arschtritt, denn den hatte ich bitter nötig!“ „Schon gut, hab ich doch gern gemacht!“ „Also Duncan, ich finde, du kannst dir heute ruhig mal selber auf die Schulter klopfen“, meinte Simon. „Nee, lass mal. Eigenlob stinkt!”, winkte dieser lachend ab. „Außerdem hab ich da ne viel bessere Idee“, meldete ich mich zu Wort und küsste meinen Liebsten leidenschaftlich. „Hui, ich glaub, dass hat Dunc viel besser gefallen“, grinste Lee. „Also nee, unser Kleiner! Kaum hat er, was er will, ist er auch schon wieder rotzfrech“, witzelte Duncan. „Selbst Schuld“, zwinkerte Lee und zog Anna an sich.
Anna hatte sich entschlossen in London zu bleiben, denn in Deutschland hielt sie nun nichts mehr. Ich war froh und erleichtert, sie mit Lee so glücklich zu sehen und nun hätte man denken können, alles sei in bester Ordnung......und das war es ja auch.....bis zu jenem Nachmittag einige Wochen später......
Lucy, Anna und ich saßen in einem Cafe und vertrieben uns die Zeit, denn unsere Männer hatten mal wieder alle möglichen Termine. Lucy und Anna hatten sich miteinander angefreundet und verstanden sich richtig gut. „Ich hab festgestellt, dass Lee viel zu viel mit Duncan zusammen ist“, sagte sie genervt und machte Lee nach, „ „Schatz, willst du dich nicht hinsetzen?!“....oder der ist auch noch gut... „Ich mach das schon für dich, Darling!“ Ich könnte regelmäßig Schreikrämpfe kriegen, weil er mich behandelt, als wenn ich krank wäre.“ „Dann weißt du ja jetzt, wie es mir geht“, grinste ich, bemüht, Anna zuzuhören, denn Lucy beschäftigte mich schon die ganze Zeit. Sie war auffallend still und starrte betrübt in ihre Tasse. „Ist Antony auch so schlimm, Lucy?“, wollte Anna wissen, doch diese reagierte gar nicht. „Lucy?“, stupste ich sie an. „Sorry, aber mir ist gerade eingefallen, dass ich ganz dringend weg muss“, schreckte sie auf und verabschiedete sich hastig. Anna und ich sahen uns erstaunt an, sie nickte mir ernst zu und ich lief Lucy hinterher. „Was ist los mit dir?“, fragte ich sie direkt, als ich sie eingeholt hatte. „Es ist alles in Ordnung“, wollte sie mir weiß machen. Also wenn das jetzt nicht verdammt nach ner Lüge stank, dann weiß ich ja auch nicht. „Ist zwischen dir und Antony alles in Ordnung?“, harkte ich vorsichtig nach. „Sicher.“ „Und warum bist du dann eben abgehauen, als Anna dich auf ihn angesprochen hat?“ „Jen, es ist wirklich alles in Ordnung“, wenn das wirklich so war, warum sieht sie mir dann nicht in die Augen, sondern weicht mir aus?, „mach dir keine Sorgen!“, sie umarmte mich und verschwand dann. Irgendwas stimmt hier ganz gewaltig nicht, dachte ich, während ich ihr hinter her sah.....das fühle ich doch......

~Duncan~

Eigentlich hatte ich erwartet, meine Verlobte zuhause anzutreffen und nach einem langen Arbeitstag etwas Zuwendung von ihr zu bekommen, aber.......Fehlanzeige! Müde zog ich mich auf dem Weg nach oben ins Schlafzimmer aus und ließ die Klamotten achtlos hinter mir auf den Boden fallen. Warten konnte ich auch im Bett auf Jen, vorrausgesetzt ich schlief vorher nicht ein. Sie ließ sich heute ja ganz schön Zeit. Ich will mich ja wirklich nicht beschweren, denn ich bin froh, dass sie sich beschäftigt, aber ich hätte mich schon gefreut, wenn sie zuhause gewesen wäre, als ich nach hause kam. Ich will sie zu seinem Hausmütterchen machen, dass nur hinterm Herd steht, dafür ist sie auch nicht der Typ und ich will sie so auch nicht, aber ich dachte eigentlich, dass ihr genauso viel daran liegt, dass wir so viel Zeit wie möglich miteinander verbringen. Nach einer Ewigkeit kam sie dann endlich durch die Tür unseres Schlafzimmers mit meinen Klamotten auf dem Arm. „Oh mein armer Schatz! So erschöpft?“ „Ja, wo warst du so lange?“, wollte ich mit einem vorwurfsvollen Ton in der Stimme wissen. „Ich war mit Anna und Lucy unterwegs. Das hab ich dir doch aber auch gesagt“, erstaunt sah sie mich an. „Ich hab mir Sorgen gemacht.“ „Tut mir leid, nächstes Mal rufe ich an, wenn es länger dauert.“ Jen kam zu mir ins Bett und der Kuss, den sie mir gab, versöhnte mich wieder. „Warum lass ich mich nur immer wieder von dir um den Finger wickeln?“ „Ganz einfach: Du liebst mich eben“, lächelte sie, küsste mich erneut und bettete dann ihren Kopf auf meine Brust. Eine Weile schwieg sie und ich war schon am eindösen, als sie plötzlich fragte, wie es Antony ginge. „Es geht ihm gut, genau wie den anderen.“ „Hast du mit ihm in letzter Zeit über Lucy gesprochen?“ „Nein, hab ich nicht. Jen, worauf willst du hinaus?“ Sie richtete sich auf: „Ich hab das Gefühl, da stimmt was nicht zwischen den beiden.“ „Das bildest du dir sicher nur ein.“ „Ach ja? Und warum ist Lucy dann hektisch geflüchtet, als Anna sie auf Antony angesprochen hat, obwohl sie den Nachmittag mit uns verbringen wollte? Und warum hat sie mich angelogen, als ich sie fragte, ob alles in Ordnung sei? Duncan, sie wollte mir weiß machen, alles sei in Ordnung, obwohl ich ihr an der Nasenspitze angesehen hab, dass es nicht so ist!“ „Ach, was weiß ich. Vielleicht war ihr nur schlecht oder so was. Du bist auch oft komisch drauf, seid du schwanger bist.“ „Und du nimmst mich nicht ernst“, erwiderte sie wütend. „Doch das tue ich. Ich bestreite ja auch gar nicht, dass sie möglicherweise einen Streit mit Antony hatte. Das kann ja möglich sein und wenn es so ist, Jen, dann will ich, dass du dein süßes Näschen da raus hältst!“ „Du willst?“, fragte sie mit hochgezogener Augenbraue, was mich gleich merken ließ, dass ich mich im Ton vergriffen hatte. „Schatz, ich möchte jetzt wirklich nicht mit dir streiten. Komm bitte jetzt wieder ins Bett, ja?!“, bettelte ich. „Oh, ein „Bitte“, rümpfte sie die Nase, zog sich um und kam wieder ins Bett. Aber anders, als erwartet, denn sie drehte sich gleich wieder von mir weg. Soviel also zu etwas Zuwendung....... Also rückte ich näher an sie ran und legte den Arm um sie: „Ich hab das doch grad nich so gemeint, Engelchen. Ich finde nur, du hattest in letzter Zeit genug Aufregung und solltest dich lieber auf dich und unser Baby konzentrieren.“ „Das kann ich nicht! Nicht so lange ich weiß, dass es Lucy irgendwie schlecht geht. Du wirst sehen, Duncan, irgendwas ist da im Anmarsch!“ Fuck, warum müssen (schwangere) Frauen nur immer recht haben.......?

~Jenny~

In den nächsten Tagen vermieden wir das Thema „Lucy und Antony“ und die Stimmung zwischen uns war merkwürdig angespannt. Anna meinte, ich solle Lucy erst mal für eine Weile in Ruhe lassen und ich befolgte ihren Rat, obwohl es mir sehr schwer fiel. Einige Tage später am späten Abend, wir lagen im Bett und Duncan schlief schon längst, klingelte es an der Tür. Davor stand eine verheulte Lucy, die mit ihren Nerven völlig am Ende war und mir direkt in die Arme fiel. Ich geleitete sie ins Wohnzimmer, drückte sie sanft auf die Couch und ganz allmählich beruhigte sie sich. Duncan kam in der Zwischenzeit runter und machte uns einen Tee. Schluchzend begann sie zu erzählen: „Es geht schon länger so, dass Antony und ich uns streiten. Ich dachte zuerst, dass wäre normal, schließlich habt ihr euch auch oft in der Wolle seid du schwanger bist. Aber es wurde immer schlimmer und heute.......er hat Schluss gemacht. Er sagte, es hätte keinen Zweck mehr mit uns und das die Trennung für uns das Allerbeste wäre.“ „Und euer Baby?“ „Darum will er sich natürlich kümmern“, erwiderte sie bitter, „Es tut mir leid, Jen, dass ich dich auch noch mit meinen Problemen belästige. Du hattest so viel Aufregung in letzter Zeit und ich will nicht, dass dir oder deinem Baby was passiert. Ich weiß doch, wie sehr ihr euch dieses Baby wünscht.“ Warum glaubt hier eigentlich jeder, mich in Watte packen zu müssen?!? „Hey, red nich so n Quatsch. Von wegen „belästigen“! Ich wäre dir böse gewesen, wenn du nicht zu uns gekommen wärst.“ „Jen hat recht“, sprang Duncan nun ein. Ich sah ihn an und er wich schuldbewusst meinem Blick aus. „Du bleibst heute Nacht erst mal hier und schläfst dich aus. Morgen sehen wir dann weiter“, fuhr er fort. Ich nickte und brachte Lucy in eins der Gästezimmer, gab ihr Schlafzeug von mir und wünschte ihr noch eine gute Nacht. Hoffentlich konnte sie noch etwas schlafen. Dann ging ich wieder zurück in unser Schlafzimmer, wo Duncan, mit hinter dem Kopf verschränkten Armen, auf dem Bett lag. „Warum hast du grad so schuldbewusst geguckt? Du verheimlichst mir doch was?!, setzte ich ihm die Pistole auf die Brust.

~Duncan~

Mist, jetzt musste ich mit der Sprache raus rücken: „Weißt du, als du mir vor ein paar Tagen gesagt hast, dass Lucy so komisch wäre, da.....Antony war die ganze Zeit auch so komisch.“ „Soll das heißen, du wusstest das alles?“, fragte sie aufgebracht. „Nein, absolut nicht. Ich habe Antony gefragt, was mit ihm los ist, sogar mehrmals, aber er wollte weder mit mir noch mit Simon oder Lee reden.“ „Ich.....ich kann das alles gar nicht fassen. Die beiden schienen doch ideal für einander.“ „Ich weiß, Schatz. Das dachte ich doch auch“, zog ich sie zu mir aufs Bett und schloss sie in die Arme, „Keine Angst, uns wird das nicht passieren.“ „Ich weiß nicht, wenn ich daran denke, wie oft wir uns in letzter Zeit gestritten haben.....“, erwiderte sie ängstlich. „Pssst, denk nicht mal dran! Ich bin sicher, da steckt mehr dahinter.“ Ja, ich bin mir sicher, ihre Streits können nicht alles sein.......
Am nächsten Morgen traf ich die Jungs bei einem Foto-Shooting wieder. In einer ruhigen Minute nahm ich Antony beiseite: „Lucy ist bei uns.“ „Du weißt also alles?“ „Ja, und ich verstehe es nicht. Nur weil man sich ein paar Mal gestritten hat, macht man doch nicht gleich Schluss.“ Er wich mir aus. „Da ist noch mehr, richtig?“ „Ja, es.....es ist einfach nicht mehr so wie früher, verstehst du?!“ „Sicher, es ist doch klar, dass sich eine Beziehung mit der Zeit verändert. Man lernt sich immer besser kennen, das Band zwischen einander wird fester und.....“ „Das mag vielleicht bei Jen und dir der Fall sein, aber es ist nicht überall so“, unterbrach er mich. „Ich dachte, du liebst sie!?“ „Das hab ich ja auch und als ich ihr den Antrag gemacht hab, war ich mir auch sicher, dass wir füreinander bestimmt sind. Aber dann wurde ich mir immer unsicherer, ob das mit der ganzen Hochzeitsgeschichte so richtig ist.“ „Na klar, mein Lieber! Jetzt weiß ich auch was mit dir los ist: Du kriegst kalte Füße“, lachte ich. Doch das blieb mir im Halse stecken, als er ernst sagte: „Duncan, ich hab mich in eine andere verliebt.“ „Nicht dein Ernst?!“, fragte ich geschockt nach und er nickte nur. „Das steckt also dahinter. Antony, weißt du, was du da alles weg schmeißt? Lucy liebt dich und euer Kind......es braucht dich.“ „Ich weiß und ich werde mich auch um mein Kind kümmern, aber ich ertrag diese ganze Lüge- und Streiterei nicht mehr. „Bist du sicher, dass du das richtige getan hast? Es kann sein, dass es kein Zurück mehr gibt“, und vorwurfsvoll ergänzte ich: „Und außerdem hättest du ihr wenigstens den wahren Grund für eure Trennung sagen können.“ „Ich will keinen Vortrag über Feigheit, Duncan. Ich weiß, dass ich feige bin, dass brauchst du mir nicht vorzuhalten. Aber sag, Duncan, was würdest du an meiner Stelle tun?“ Ich zuckte ich mit den Schultern. Der Gedanke, Jen nicht mehr lieben zu können erschien mir zu absurd und ich kann mir nicht mal vorstellen, mich in eine andere zu verlieben. „Das ist jetzt auch nicht mehr wichtig, denn du hast dich entschieden und du musst nun damit leben.....ganz gleich, was kommen wird..... Wow, das hatte mich jetzt echt vom Hocker gehauen. Antony hätte ich so was niemals zugetraut und ich nicht, wie ich das Jen sagen soll. Ich will sie nicht anlügen, aber ich will auch nicht, dass sie sich aufregt, denn das wird sie, wenn sie davon erfährt. Mist, ich sitze voll in der Zwickmühle.....Sagen: Ja oder Nein????

~Jenny~

In den nächsten 2 Wochen galt meine Aufmerksamkeit ganz Lucy. Es ging ihr ziemlich mies, aber es gelang mir, sie etwas aufzuheitern. In der Zwischenzeit war Lucy zu ihren Eltern gezogen und ich besuchte sie täglich dort. Duncan musste ich leider wegen ihr vernachlässigen und deswegen machte sich bei mir auch ein schlechtes Gewissen breit. Mehrmals hatte ich ihn gefragt, ob es ihm etwas ausmachen würde und jedes Mal versicherte er mir, dass es vollkommen okay für ihn sei und ich mich ruhig um sie kümmern sollte. Das tat ich auch, aber heute hatte ich beschlossen, den Abend zuhause zu verbringen und meinen Liebsten etwas zu verwöhnen. Ah, das war die Tür. Endlich ist er zuhause....

~Duncan~

Ich hab nich gewusst, ich es Jen sagen sollte......Ja, verflucht, ich hab geschwiegen, aber doch nur zu ihrem Wohl und dem des Kindes! Ich darf gar nicht daran denken, was es für ein Donnerwetter gibt, wenn sie alles raus findet. Leider ließ sich dieser Gedanke nun nicht mehr beiseite schieben nach Antonys Bitte. Er wollte, dass Jen und ich seine neue Freundin, irgend so n Model, kennen lernen. Es läge ihm sehr viel daran, meinte er. Ich seufzte und er verstand das als ein „Ja“. Nun konnte ich ja wohl schlecht noch „Nein“ sagen. Gleich werden sie hier reich schneien: Antony, seine Freundin und vielleicht auch noch Anna und Lee. Antony wollte sie auch fragen, ob sie kommen. Shit, ich darf gar nicht dran denken....Aber was soll ich machen? Ich sitze zwischen zwei Stühlen: Auf der einen Seite Jen, meine zukünftige Frau, schwanger mit unserem Baby und auf der anderen Seite Antony, seit vielen Jahren einer meiner besten Freunde! Grübelnd schloss ich die Tür auf und im Wohnzimmer erwartete mich schon Jen. „Hallo Schatz! Ich hab dich vermisst“, schnurrte sie mir ins Ohr. „Ich dich auch, Darling.“ Zielstrebig drängte sie mich zur Couch und knöpfte dabei mein Hemd auf, um es mir auch sogleich auszuziehen. „Was wird das denn, wenn´s fertig ist?“, fragte ich, obwohl ich die Antwort eigentlich schon kannte. „Ich dachte, ich könnte dich mit einer kleinen Massage und etwas mehr entschädigen, weil ich dich doch in letzter Zeit so arg vernachlässigt hab und du so viel Verständnis hattest“, lächelte sie. Sie massierte mich, was unglaublich gut tat und ich verfluchte mich selbst, dass ich sie angelogen hatte und jetzt noch nicht mal sagen konnte, dass Antony bald mit seiner neuen Flamme hier antanzen würde. Sanft küsste sie meinen Nacken. „Na komm schon, dreh dich um“, und ich tat, wie mir befohlen. Sie wanderte mit ihren Liebkosungen von meiner Brust immer weiter runter bis zu meinem Bauch und mein tierisch schlechtes Gewissen wurde mit jedem Kuss größer und größer. Warum musste Jen ausgerechnet heute ihren liebesbedürftigen Tag haben? Es klingelte an der Tür. „Nanu, wer kann das denn jetzt sein?“, fragte sie verwundert und ging zur Tür. Wo sind Stift und Papier? Ich will vorher noch mein Testament machen......

~Anna~

„Warum fahren wir zu Duncan und Jen, Lee?“, fragte ich, während ich den Wagen durch London´s Straßen lenkte. Ich wollte schon immer so einen tollen Flitzer fahren. Lee hat mich schief angeguckt, als ich eingestiegen bin und er meinte, ob wir nich lieber öffentliche Verkehrsmittel benutzen wollten. Als ich dann sagte: „Ok, wenn du meinst, wir sehen uns dann bei Dunc und Jen“, da ist er lieber schnell eingestiegen. Anscheinend wollte er mich nicht allein mit seinem „Baby“ fahren lassen. Er kam ja im Moment nicht in den Genuss des Fahrens, sein Führerschein liegt schön verschlossen bei der Polizei. Andauernd sah er auf die Tacho Anzeige und er dachte anscheinend auch noch, dass ich das nicht bemerken würde. „Weil uns Antony darum gebeten hat?!“ „Aus welchem Grund?“ „Keine Ahnung“, flunkerte er mich an. „Du verheimlichst mir doch was! Also raus damit oder ich muss dich hier leider absetzen.“ „Das ist Erpressung!“ Ich grinste vor mich hin, während ich mich auf den Verkehr konzentrierte. Er rückt schon damit raus, wenn er sein geliebtes Auto nich mit mir allein lassen will. Bingo, er legte los! Männer und Autos! „Antony will uns dort seine neue Freundin vorstellen.“ „Er will WAS??“ „Du hast mich schon richtig verstanden. Er hat ne Neue.“ „Ich glaub´s ja nicht....das Jen da einfach so eingewilligt hat....“, wunderte ich mich. Lee räusperte sich vernehmlich. „Jetzt kannst du den Rest auch noch ausspucken“, forderte ich. „Na ja....ähm....ich bin mir nicht sicher, ob Jen überhaupt davon weiß. Vielleicht hat Duncan nicht den Mumm gehabt, ihr alles zu sagen.“ „Das wird Mord- und Totschlag geben“, ahnte ich voraus. „Ich glaub, es war ein Fehler zuzusagen. Lass uns umdrehen und uns das Gemetzel ersparen, Darling“, bettelte er. „Das geht nicht. Erstens sind wir jetzt da, zweitens hat uns Antony schon gesehen und drittens muss irgendwer Jen davon abhalten Duncan zu killen.“ Ich parkte das Auto und wir stiegen aus. Freudestrahlend kam Antony auf uns zu: „Hey ihr zwei, das ist Sandy. Sandy, das sind Lee und Anna.“ Es folgte nicht das formelle Händeschütteln, stattdessen fiel sie uns gleich um den Hals. Ich musste mich bemühen nicht das Gesicht zu verziehen. Ganz eindeutig hatte ich hier n Model vor mir, deren Rock schon gar nicht mehr kürzer ging. Gott Anna, seit wann bist du denn so spießig? Wahrscheinlich sprach da schon die Mami aus mir. Händchenhaltend gingen Antony und Sandy vor uns her und klingelten. Natürlich öffnete ausgerechnet Jen die Tür. Sie erfasste die Situation natürlich sofort und ihr gezwungenes Lächeln sagte alles....

~Jenny~

Ich öffnete die Tür und wer stand davor? Antony händchenhaltend mit irgend so ner Tussi. Es war nicht schwer zu erkennen, dass zwischen den beiden was läuft. „Ach Jen, es ist so schön dich kennen zu lernen“, fiel sie mir um den Hals. Hat diese Frau schon mal was davon gehört, dass man sich zunächst vorstellt, wenn man jemand neues trifft? „Antony hat mir so von euch vorgeschwärmt. Für ihn seid ihr das perfekte Paar.“ „Ach wirklich? Sind wir das?“, setzte ich ein gespieltes Lächeln auf. Sie nickte eifrig und ging dann an mir vorbei. Antony drückte mich kurz: „Schön, dass du Sandy magst“ und ging dann seiner Flamme hinterher. Hab ich hier was verpasst? Wer hat gesagt, dass ich sie mag? „Dein Gesichtsausdruck spricht wirklich Bände, Jen“, umarmte mich Anna. „Wusstest ihr davon?“ „Erst seit heute“, antwortete Lee hastig, „ganz ehrlich, Jen! Ich lüge nicht!“ „Schon gut, ich glaube dir ja.“ Als wir ins Wohnzimmer kamen, saß Duncan aufrecht auf dem Sofa und sah mich unsicher an. Ich reichte ihm sein Hemd und raunte ihm ins Ohr: „Darüber reden wir noch, Freundchen!“ Mit aller Macht versuchte diese Sandy, wie sie hieß, mich in ein Gespräch zu verwickeln. Jetzt war sie grad beim Thema „Babys“. „Das wird bestimmt ein ganz zauberhaftes Baby“, säuselte sie und tätschelte meinen Bauch, „Guciguciguuu.“ Hey, wer hat ihr das eigentlich erlaubt? Was denkt sich die Frau eigentlich? Mich hier anzutatschen und auch noch in so ner komischen Sprache mit meinem Baby zu reden. Sie fand immer mehr Sachen, über die sie mit mir reden wollte, bis sie plötzlich auf Lucy zu sprechen kam: „Ach Jen, ich bin so froh, dass du mich akzeptierst. Wir werden bestimmt beste Freundinnen.“ Beste Freundinnen? So weit kommt das noch! „Lucy war ja bestimmt ganz nett, aber sie hat nicht zu Antony gepasst. Er hat schon das richtige getan, als er sie verlassen hat.“ Ich glaub ich hab mich verhört! Anscheinend geht das ja schon länger zwischen Antony und dieser eingebildeten Gans. Aber besser ich harke noch mal nach: „Wie lange seid ihr denn schon zusammen?“ „Ein paar Wochen schon. Antony hatte erst noch Rücksicht auf Lucy genommen wegen dem Baby.“ Oh, wie unglaublich ritterlich von ihm, dachte ich grimmig. „Ich bin so froh, dass es jetzt alle wissen können“, plapperte sie munter weiter, „Duncan war ja der Erste, der.....“ „Duncan“, unterbracht ich ihr Geschwafel. „Ja, ganz recht“, strahlte sie und als ob nichts wäre beugte sie sich wieder zu meinem Bauch, „Guciguciguuuu.“ Jetzt reichts! Ich muss hier raus! Hier wird mir die Luft zu dick. Als ich wutentbrannt aufstand, klingelte das Telefon und ich nahm das Gespräch entgegen: „Hallo Jen.....ähm....ich bin´s Lucy.“ „Schön, dass du anrufst.“ „Ja, ich wollte dich fragen, allerdings nur, wenn Duncan nichts dagegen hat, ob du zu mir kommen könntest? Wenn es aber nicht geht, bin ich dir auch nicht böse!“ „Warum sollte es denn nicht gehen? Ich wollte mich eh grad auf den Weg zu dir machen.“ „Wirklich? Ich will aber nicht, dass du Ärger mit Duncan kriegst.“ „Ich mit ihm? Er mit mir“, erwiderte ich angefressen. „Alles okay bei euch?“ „Erzähl ich dir gleich, ja? Ich muss jetzt erst mal hier raus. Bis gleich“, ich legte auf. „Wo willst du hin?“, Duncan stand hinter mir. „Weg“, gab ich patzig zur Antwort und lief nach oben, um mir meine Jacke zu holen. „Jen, jetzt warte doch. Lass uns reden!“, rief er mir hinterher, aber ich knallte nur die Schlafzimmertür zu, die auch sogleich wieder aufging. „Ja klar, lass uns reden. Am besten darüber, dass du mich angelogen hast und über dein schlechtes Gewissen: „Kümmere dich ruhig um sie, Schatz! Sie braucht dich!““, erwiderte ich ironisch. „Ja, ich hab gelogen, aber nur um dich und unser Baby zu schützen.“ „Ach, SO nennt man das neuerdings!“ „Jetzt komm schon, Jen! Mach´s mir nicht so schwer.“ „Soll ich etwa Luftsprünge machen, dass du mich angelogen hast? Du wusstest ganz genau, dass ich mich aufregen würde.....so oder so..... Ich kann einfach nicht glauben, dass du sie zu uns eingeladen hast, ohne das vorher mit mir zu besprechen und dann bist du noch nicht mal Manns genug, mir alles zu sagen, bevor die hier auftauchen“, schrie ich ihn an. „Herr Gott noch mal“, wurde er laut, „Antony ist mein bester Freund und es war ihm sehr wichtig, dass wir sie kennen lernen...“ „Und ich bin deine Frau“, schrie ich ihn weiter an. „Noch nicht.“ „Da hast du allerdings recht“, ich schnappte mir meine Jacke, „NOCH NICHT!“ Zielstrebig ging ich auf die Tür zu, aber er packte mich am Arm. „Was soll das heißen? Du erwartest doch nicht etwa allen ernstes, dass ich mich zwischen dir und ihm entscheide......das kann einfach nicht dein Ernst sein“, flüsterte er fassungslos. Ich drehte mich von ihm weg und lief die Treppe hinunter. „Das ist nicht fair, Jen“, schrie er mir hinter her. Jetzt streiten wir uns auch noch vor den anderen, aber das ist mir jetzt auch egal. „Aber was du gemacht hast, ist fair, ja? Du schmeißt mich einfach so ins kalte Wasser und erwartest von mir, dass ich meinen Mund halte oder was? Nicht mit mir, mein Lieber!“ „Beruhige dich erst mal und dann reden wir vernünftig miteinander.“ „Ich will mich aber nicht beruhigen und es gibt auch nichts mehr zu reden.....es wurde alles gesagt“, ich atmete durch, „du weißt, was ich von dir erwarte, Duncan. Wenn ich zurück komme, will ich, dass du das erledigt hast.....ansonsten....“, ich war froh, dieses Satz nicht aussprechen zu müssen, denn das Telefon klingelte erneut. „Hallo?“ „Hallo Jen, ich bin´s Fiona.“ „Oh Fiona, du bist´s.“ „Alles in Ordnung bei euch? Du klingst so komisch?!“, wollte sie besorgt wissen. „Ich glaub, dass kann dir dein Sohn am besten erklären“, drückte ich ihm das Telefon in die Hand. „Einen Moment, Mum“, sagte er in den Hörer, „Jen, jetzt warte, bleib doch bitte da!“ Doch ich wollte nicht da bleiben. Tür knallend verließ ich unser Haus.....

~Duncan~

RUMMS! Die war zu! "Duncan, was ist da bei euch los? Was hast du angestellt?", ertönte es aus dem Hörer. "Ich hab mist gebaut." "Wie? Du hast mist gebaut?" Ich erklär´s dir ein andermal, Mum. Sei mir nicht böse bitte! Ich ruf dich an, wenn sich alles wieder eingerenkt hat", damit legte ich auf. "Anna....", wandte ich mich verzweifelt an sie. "Ja, ich geh ihr nach." "Bitte sorg dafür, dass ihr nichts passiert." "Du kannst dich auf mich verlassen", und schon war sie verschwunden. "Vielleicht sollte ich ihr auch hinterher gehen. schließlich haben wir uns sehr gut verstanden", meinte Sandy und wollte schon aufstehen. "Das würde ich an deiner Stelle nicht tun", stoppte Lee sie. "Warum nicht?" "Weil du nicht lebend wieder kommen würdest", antwortete Lee ungerührt. "Er macht Witze, oder?", wollte Sandy von mir wissen, worauf ich mit dem Kopf schüttelte. "Seh ich so aus, als ob ich Witze machen würde?", erwiderte Lee tot ernst. "Weshalb hast du dich mit Jen gestritten, Dunc?", musterte mich Antony. "Nicht so wichtig", ließ ich mich seufzend auf die Couch sinken und stützte den Kopf auf die Hände. "Das glaub ich dir nicht. dann wäre Jen nicht so wütend hier rausgestürzt. Es hat mit mir zu tun, oder?" "ich hab Jen angelogen, damit sie sich nicht aufregt. Ich hab ihr nichts von dir und Sandy erzählt und auch nicht, dass ihr heute kommt." "Es tut mir leid, dass du wegen mir stress mit ihr hast. Das wollte ich wirklich nicht und ich hoffe, dass zwischen euch alles wieder einrenkt." "Das hoffe ich auch.....Antony...", druckste ich rum. "Schon gut, Dunc! wir gehen besser", sagte er verständnisvoll und klopfte mir auf die Schulter. "Du hast echt ärger am hals, was?!", meinte Lee, als Antony und Sandy weg waren. "Mehr als das, Lee. ich hab Jen noch nie so wütend erlebt. Denkst du, sie schmeißt alles weg?" "Ach quatsch, doch nicht wegen dem streit. Dafür ist sie viel zu klug. Sie weiß, was sie an dir hat." "Sie hat mich vor die Wahl gestellt. entweder Antony oder sie." "Du hast selbst gesagt, dass du sie noch nie so wütend erlebt hast. Jeder sagt Dinge, wenn er wütend, enttäuscht oder verletzt ist, die er anschließend bereut. So wird es Jen auch gehen. Lass Anna nur machen. Du wirst sehen, morgen ist wieder alles in Butter." "Oh man, ich muss ganz schön verzweifelt sein, wenn ich mir bei dir rat hohle.", witzelte ich trotz der ernsten Situation. "Na toll, da versucht man, dich aufzuheitern und was kriegt man zurück? Solche Nettigkeiten", schmollte er. "Jetzt mal im ernst, Lee. Ich bin wirklich positiv überrascht von dir. Anna und das Baby haben dich wirklich verändert." "Tja, einmal muss ich ja erwachsen werden und außerdem trage ich jetzt Verantwortung." "Ich hätte nicht gedacht, dass jemals aus deinem Mund zu hören." "Ich fühle mich geschmeichelt", grinste er. Es tat gut, mit Lee zu reden und außerdem verkürzte es die Wartezeit auf Jen. Hoffentlich hat Anna sie noch erwischt.....

~Jenny~

Eilig lief ich durch Londons Straßen auf dem Weg zu Lucy. Mit jeden Schritt traten mir immer mehr Tränen in die Augen.....Tränen der Wut....auf mich selbst. Warum hab ich ihn so angeschrieen? Es ist mal wieder alles mit mir durch gegangen. Ja, er hat gelogen, aber das ist noch lange kein Grund, ihn vor so eine unfaire Wahl zu stellen. Ich mache alles kaputt mit meinen Launen. Ich wischte mir über die Augen, um besser sehen zu können. An der nächsten Bushaltestelle ließ ich mich auf eine Sitz nieder. Ich will Duncan doch nicht verlieren.....

~Anna~

Obwohl ich Jen direkt gefolgt war, was sie jetzt schon außer Sichtweite. Man, die Frau hat n Schritt drauf.... Dabei war sie einen Monat weiter als ich und ich geriet ja schon schnell außer Puste. In der Nähe von Lucy´s Elternhaus sah Jen zusammengesunken an einer Bushaltestelle. „Hey Süße“, nahm ich sie in den Arm. Heftig schluchzend wollte sie mir von ihrem Streit mit Duncan berichten, aber sie brach immer wieder in Tränen aus. „Komm, wir gehen jetzt erst mal zu Lucy“, zog ich sie hoch und wir gingen die letzten Meter bis zu ihrer Tür. „Hey, was.....was ist denn los?“, empfing uns Lucy. „Lange Geschichte“, sagte ich eilig und wir verfrachteten Jen erst mal auf die Couch. Nachdem sie sich beruhigt hatte, war sie in der Lage, uns alles von ihrem Streit mit Duncan zu erzählen. „Oh Jen, ich will nicht, dass du dich wegen mir mit Duncan streitest.“ „Es ging auch mehr darum, dass er mich angelogen hat“, schniefte sie, „aber was ich gemacht hab, ist noch viel schlimmer. Ich hab ihn vor die Wahl gestellt: Antony oder ich! Das war mehr als unfair und ich könnte es ihm auch nicht verdenken, wenn er.....wenn er....“ Erneut begann sie zu weinen. „Oh Süße, nichts was du sagst oder tust wird Duncan´s Liebe zu dir erschüttern. Ihr werdet euch aussprechen, ihr werdet heiraten und außerdem werdet ihr das süßeste Baby bekommen, das die Welt je gesehen hat“, versuchte ich sie aufzumuntern. „Anna hat vollkommen recht. Geh nach hause und versöhn dich mit ihm“, redete nun auch Lucy auf sie ein. „Ja, ihr habt recht.....ich muss zu ihm......sofort.....“

~Jenny~

Anna und ich schwiegen uns auf dem Weg nach hause an. Meine Gedanken kreisten darum, ob er mir verzeihen oder ob er mich zurück stoßen würde. Anna sagte das so einfach, aber ob er das auch so einfach konnte, war eine andere Frage..... Vorsichtig öffnete ich die Haustür. Lee und Duncan saßen immer noch im Wohnzimmer....aber allein. Also hatte er Antony und Sandy gebeten zu gehen. Duncan stand sofort auf als er mich sah, blieb jedoch wie angewurzelt stehen. „Lee?“, sagte Anna. Dieser verstand, klopfte Duncan kurz auf die Schulter und verließ dann zusammen mit Anna das Haus. Wortlos standen wir uns in wenigen Metern Entfernung gegenüber und blickten uns an. Keiner traute sich so richtig, den ersten Schritt zu machen. Schließlich entschloss ich mich, zum CD-Player zu gehen. Die CD, die ich letztens noch gehört hatte, war noch drin und ich suchte ein ganz bestimmtes Lied. Als ich es gefunden hatte, ging ich langsam auf Duncan zu. Würde ich eine Zurückweisung verkraften können? Ich schlang meine Arme um seinen Hals, schmiegte mich an ihn und er zog mich ganz dicht an sich, während leise die Musik erklang:

„Cradle“

I will rock you like a baby lover
Cradled in my arms
I will keep you safe from danger
Shelter you from harm
There will never be another lover
Treat you like I do
We can drift into forever on a love that’s made for two

Don’t you ever say this love´ s not special
Don’t you ever think it´s not essential, baby

I was only thinking of you
Hoping you were thinking of me
Two hearts beating just like
One against the world, baby
I am always dreaming of you
Hoping you are dreaming of you
I could never live one day without your love

I will kiss you like an angel, baby
Cradled in my wings
I will take you up to heaven
Show you precious things
If you promise that you love me
If you promise that you care
I will be here for you always
And forever this I swear

Don’t you ever say this love´s not special
Don’t you ever think it´s not essential, baby

I was only thinking of you
Hoping you were thinking of me
Two hearts beating just like
One against the world, baby
I am always dreaming of you
Hoping you are dreaming of me
I could never live one day without your love

Now you say you wanna love
But you don´t think you believe it
Just open up your heart
And you know you will receive it…..oh baby

Baby
Don’t you ever say this love´s not special
No
Don’t you ever think it´s not essential, baby

I was only thinking of you
Hoping you were thinking of me
Two hearts beating just like
One against the world, baby
I am always dreaming of you
Hoping you are dreaming of me
I could never live one day without your love

I was only
I was only
I was only
Thinking of you

I was only
I was only
I was only
Thinking of you

I was only
I was only
I was only
Thinking of you

I was only
I was only
I was only
Thinking oh baby

~Duncan~

Langsam wiegten wir uns im Takt der Musik hin und her. Sie hatte den Kopf an meine Schulter gelegt und weinte leise vor sich hin. „Ich dachte schon, du kommst nicht mehr zurück“, murmelte ich leise. „Wirklich?“, erstaunt hob sie den Kopf und ich konnte ihr tränenüberströmtes Gesicht sehen, „Und ich dachte, meine Koffer stehen gepackt vor der Tür.“ „Oh nein, dass würde ich niemals tun. Ich liebe dich und ich kann nicht ohne dich leben. Außerdem hatte ich das alles verdient und.....“ „Nein, dass hast du nicht. Ich hab total überreagiert und Dinge gesagt, die ich nicht sagen wollte.“ „Ja, ich doch auch. Dieses „noch nicht“.....“ „DAS tut mir auch sehr leid“, sah sie schuldbewusst zu Boden. Ich hob ihr Kinn an: „Mir doch auch.....und ich will, dass wir das ändern. Werde meine Frau sobald wie möglich. Ich weiß, wir haben noch über keinen Termin gesprochen, aber mir ist da einer eingefallen......Heilig Abend! Du könntest mir kein größeres Geschenk machen.“ Überglücklich willigte Jen ein und umarmte mich: „Ich liebe dich.“ „Ich liebe dich auch“, seufzte ich zufrieden und schloss sie noch fester in meine Arme. Endlich war sie wieder bei mir!

~Jenny~

Ich bin so froh, dass alles wieder zwischen uns in Ordnung ist. Seine Idee, an Weihnachten zu heiraten ist einfach fantastisch und es wird unglaublich romantisch werden. Unsere Familie und alle unsere Freunde werden da sein, wenn wir uns am Weihnachtsabend das Ja-Wort geben. Was kann es schöneres geben?!
Die Zeit verging und ich hatte alle Hände voll zu tun mit den Hochzeitsvorbereitungen, während mein Verlobter irgendwo mit Blue in der Weltgeschichte rumgondelte. Aber ich war ja nicht allein. Fiona, Anna und Lucy halfen mir, wo sie nur konnten. Lucy und Antony hatten sich übrigens ausgesprochen, nachdem Antony mit dieser oberflächlichen Model-Tussi schluss gemacht hat. Die beiden waren sich wieder näher gekommen und ich denke, es ist nur eine Frage der Zeit, bis die beiden es noch einmal miteinander versuchen....
Je näher der 24. Dezember, der Tag der Hochzeit, rückte, desto aufgeregter wurde ich. Für diesen besonderen Tag hatte ich mir ein wunderschönes, weißes Kleid ausgesucht, das wegen meinem Babybauch noch etwas umgeändert worden war. Als ich es danach noch mal anprobierte, hatte Anna geseufzt: „Ach, du siehst so wunderschön und super süß aus in dem Kleid mit dem Babybauch......aber ich heirate trotzdem erst, wenn ich wieder schlank bin.“ „Na“, hatte ich gegrinst, „spricht da etwa schon die zukünftige Mrs. Ryan aus dir?“ „Keine Ahnung, aber ich hoffe, das es bald soweit sein wird....“
Am 23. Dezember kamen meine Familie und Freunde aus Deutschland angereist. Gegen Abend schmissen wir unsere Männer raus, nur meine Mum, meine Oma, Fiona, Lucy, Melissa, Anna und Klara, die wichtigsten Frauen in meinem Leben eben, blieben bei mir. Lee freute sich schon wie ein Schneekönig auf den Männerabend, während Duncan alles andere als begeistert war. „Ich find diesen Brauch doof“, schmollte er, wie ein Kleinkind. „Ist doch nur für diese eine Nacht“, tröstete ich ihn mit einem Kuss. Er kam näher und flüsterte mir ins Ohr: „Was hältst du davon, wenn ich mich nachher rein schleiche, wenn alle schlafen und morgen in aller frühe wieder raus schleiche?“ „Das brauchst du gar nicht erst probieren, weil du eh nirgends pennen kannst. Dein Bett ist nämlich besetzt!“, mischte sich Anna ein. „Unverschämtheit! Von wem?“, fragte er entrüstet. „Von mir“, grinste Anna ihn herausfordern an, „so und jetzt raus mit euch. Du tust ja grad so, als würdest du Jen nie wieder sehen.“ Sie drängte Duncan zur Tür. „Schatz, ich ruf dich nachher noch mal an“, rief er. „Ja, ja, mal gucken, ob wir abnehmen“, quatschte Anna dazwischen, „pass lieber auf deinen Trauzeugen auf. Irgendwas hat er nämlich wieder ausgeheckt und er soll nicht so viel saufen, damit er morgen noch grade stehen kann.“ „Als ob ich nen Aufpasser bräuchte“, murrte Lee gespielt beleidigt. Anna lachte und setzte die beiden endgültig vor die Tür. „Jetzt kann der Frauenabend endlich los gehen“, klatsche Anna in die Hände.

~Duncan~

Als ich aus meinem eigenen Haus raus geschmissen worden war, hatte ich keine andere Wahl und musste mit zu Lee. Dieser plapperte im Auto gleich ohne Punkt und Komma los: „Ich hab jede Menge Bier kalt gestellt und eine Überraschung hab ich auch noch für dich. Du wirst sehen, es wird dir gefallen und.....kannst du nicht mal aufs Gas drücken? Du fährst ja wie ne Schnecke!“ „Dann fahr doch selber“, erwiderte ich gereizt. „Ha ha ha, lang nicht mehr so gelacht! Irgendwas passt dir hier doch nicht!“ „Mich wurmt einfach, dass ich nachher nicht zu Jen nach hause kann.“ „Das ist alles?!“, er fing an zu lachen. „Wie? Das ist alles? Also mir reicht das schon. Wir waren jetzt in letzter Zeit so viel unterwegs und ich hab Jen kaum gesehen. Vermisst du Anna etwa nicht?“ „Na klar vermisse ich Anna! Dunc, du bist wirklich der geborene Ehemann.“ „Erst, seitdem ich Jen kenne“, lächelte ich vor mich hin. Bei Lee angekommen, drückte dieser jedem erst mal ein Bier in die Hand: „Auf Duncan, der erste, der von den 4 gutaussehenden Blue – Jungs unter der Haube landet.“ Wir stießen an und pflanzten uns dann ins Wohnzimmer. Lee hatte nicht untertrieben mit dem Bier. Er leerte eins nach dem anderen, während ich noch an meiner ersten Flasche nippte. Außerdem stellte er die Musik immer lauter, was Simon und Antony gar nicht zu stören schien. Der hetzt uns hier noch die Polizei auf den Hals! Jen flippt aus, wenn sie mich wegen Ruhestörung aus dem Knast holen muss.......obwohl....ich schieb einfach alles auf Lee! Is ja immer hin sein Haus! Als hätt ich s gerochen, klingelte es auch schon an der Tür. Lee öffnete und kam wieder.....mit einer Polizistin! „Da sitzt der Übeltäter“, er deutete auf mich. Der Alk ist ihm wohl ganz gehörig zu Kopf gestiegen! Er hat doch die Musik aufgedreht! Diese Polizistin kam grinsend auf mich zu, die Musik veränderte sich und erst da raffte ich, was hier vor sich ging: Lee hatte als Überraschung für mich eine Stripperin engagiert! Die natürlich auch direkt ihren Job machte und sich vor uns, vor allem vor mir, auszog. War ja auch alles gut und schön......so lange sie nur von mir Abstand hielt. Sie tat das auch, bis auf das eine mal, aber sie merkte sofort, dass mir das unangenehm war. „Eigentlich schade, dass du schon vergeben bist“, grinste die Stripperin, „du bist nämlich genau mein Typ!“ „Oh, ich bin ganz zufrieden damit!“ Lee brachte sie zur Tür und kam lachend zurück: „Ich wusste ja gar nicht, dass du so verklemmt bist. Du hättest ja n Herzinfarkt gekriegt, wenn wir mit dir in ne Strippbar gegangen wären. Das war nämlich mein erster Gedanke!“ „Ja, ja, lach du nur! Du wirst das auch noch durch machen, Kleiner!“ Ich bin furchtbar nervös wegen morgen und ich will nicht, dass noch was dazwischen kommt.“ Es wurde ziemlich spät und Lee schaffte es doch noch, mir ein zweites und drittes Bier anzudrehen. Als wir dann endlich nach Mitternacht ins Bett gingen und Lee schon selig neben mir ratzte, rief ich Jen an, in der Hoffnung, dass sie noch nicht schlief. „Hey Schatz, ich hab mich schon gefragt, wann du anrufst“, meldete sie sich leise. „Tut mir leid, aber Lee hat nicht eher geschlafen und jetzt, wo er es tut, wünschte ich, es wäre nicht so! Er schnarcht so furchtbar!“, jammerte ich. „Och, du Armer! Denk immer an heute Nacht. Dann liegst du wieder neben mir“, säuselte Jen in den Hörer. „Ja, zum Glück.“ „Was habt ihr denn noch so schönes angestellt?“, wollte Jen neugierig wissen. „Lee hatte.....na ja.....ähm....“, druckste ich herum. „Was hat Lee jetzt schon wieder angestellt?“, fragte sie misstrauisch. „Er hat ne Stripperin engagiert“, sagte ich schnell. „Er hat WAS?“ „Sei froh, dass er mich nicht in ne Strippbar geschleppt hat. Das war nämlich sein erster Gedanke. Und was habt ihr so gemacht?“, lenkte ich ab. „Hmm....wir haben zusammen gesessen, gequatscht.......und wir hatten keinen Stripper da“, antwortete sie spitz, „....obwohl......eigentlich schade! Der hat echt gefehlt“, fügte sie glucksend hinzu. „Wie gemein“, schniefte ich gespielt eingeschnappt in den Hörer. „Nein, eigentlich ist das nicht wahr. Du bist der Einzigste, der mir fehlt und ich bin schon tierisch aufgeregt, wegen heute Abend.“ „Und ich erst!“, sagte ich versöhnlich. „Und ich möchte jetzt endlich schlafen“, kam es laut und deutlich aus dem Hörer. Das war eindeutig Anna. „Schatz, ich muss schluss machen, sonst hat sie nachher nur schlechte Laune. Ich liebe dich!“ „Ich liebe dich auch“, dann legte ich auf. „Wurd auch langsam Zeit“, kam es grummelnd von der Seite. „Man, ich dachte, du pennst schon!“ „Wie denn bei dem gesäusel?“, murrte Lee und zog sich die Decke über den Kopf. Es dauerte lange, bis ich eingeschlafen war, aber als ich endlich schlief, konnte mich nichts mehr aufwecken. Irgendwann erwachte ich dann wieder mit leichten Kopfschmerzen. Mein erster Blick galt der Uhr. Fuck, die Hochzeit! So schnell, wie jetzt war ich noch nie aus dem Bett gesprungen. Unten saßen in aller Seelenruhe Simon, Lee und Antony zusammen. „Was sitzt ihr hier noch rum? Ich komm zu spät zu meiner eigenen Hochzeit!“, lief ich aufgeregt hin und her. „Jetzt mach dich ma locker, Dunc!“, meinte Lee genervt und fasste sich gequält an den Kopf, „wir haben grad ma 2 Uhr mittags und die Hochzeit findet erst um 6 Uhr statt.“ „Ihr hättet mich schon längst wecken müssen“, meckerte ich und lief weiter hin und her. „Klar, damit du uns noch länger bekloppt machen kannst. Nein, danke! Wir hätten dich schon gleich noch geweckt......und jetzt setz dich endlich auf deine vier Buchstaben“, befahlt Lee, „du machst mich total kirre!“ Ich tat wie mir geheißen. Man, ich kanns nicht glauben! In vier stunden werde ich heiraten.......

~Jenny~

Komischerweise war ich am nächsten morgen total ruhig. Keine Spur von Nervosität. Da die Hochzeit erst gegen Abend statt finden sollte, konnten wir alle ausschlafen. Das Mittagessen ließen wir ausfallen und frühstückten stattdessen in aller ruhe. „Bist du gar nicht aufgeregt? Schließlich heiratest du heute deinen Traummann!“, sagte Klara irritiert, „ich an deiner Stelle würde nich so ruhig hier sitzen können. „Ich versichere dir, dass kommt schon noch“, lachte ich. Schließlich mussten wir uns dann alle fertig machen. Anna, die meine Trauzeugin war, und Klara halfen mir mit den Kleid und Melissa steckte meine Haare hoch. Als ich fertig war, gingen wir vier nach unten. Dunc´s und meine Mum hatten Tränen in den Augen und sie waren sich einig, dass ich die schönste Braut sei, die die Welt je gesehen hatte. Dann ging´s auf zur Kirche und jetzt wurde ich doch langsam unruhig. Aber wieso eigentlich? Ich brauch mir doch keine Sorgen zu machen. Wir lieben uns und wollen den Rest unseres Lebens miteinander verbringen. Also ruhig Blut....

~Duncan~

„Scheiße, ich krieg diese verfluchte Fliege einfach nicht gebunden!“, meckerte ich vor mich hin. „Du bist ja das reinste Nervenbündel, Junge!“, lachte Simon. „Quatsch nich so blöd rum! Bind mir lieber die Fliege“, murrte ich. „Warum machst du dich so verrückt?“, fragte Si, während er mir die Fliege band und mich dabei bald abschnürte, „mehr als doch noch „nein“ sagen, kann Jen nicht.“ „Super, das baut mich jetzt unheimlich auf“, würgte ich ironisch hervor. „Mensch Duncan, du glaubst ja wohl nicht, dass sie jetzt noch „nein“ sagt. Erstens liebt sie dich über alles und zweitens wäre sie, wenn sie einen Rückzieher machen würde, ganz schön blöd. Entspann dich! Es wird schon alles glatt laufen.“ „Ja, du hast recht. Es gibt keinen Grund, Panik zu schieben.“ „Na also, da ist der Duncan wieder, den ich kenne. Und jetzt komm! Wir müssen los!“, klopfte er mir auf die Schulter. Und trotzdem.....kann ich erst wieder aufatmen, wenn Jen den Ehering an ihrem Finder trägt.....

~Jenny~

Puh, jetzt war es gleich soweit. Alle Gäste waren schon in der Kirche versammelt und warteten nur noch auf mich. „Dad, mir ist schlecht!“ Mein Dad hatte mir den größten Wunsch erfüllt, denn er würde mich gleich den langen Weg zum Altar führen. „Das ist die Freude, mein Kind, die Freude“, lächelte er beruhigend. Na ja, er musste es ja wissen, schließlich hatte er es schon hinter sich. Die Orgel erklang und das war unser Stichwort. Langsam schritt ich am Arm meines Dad´s durch den Mittelgang nach vorne auf Duncan zu. Als ich näher kam, sah ich die Tränen der Rührung in seinen Augen. Dann stand ich endlich neben ihm und mein Dad ging zu seinem Platz. Verliebt lächelte wir uns an und während der Predigt des Pfarrers liefen die Bilder unserer Vergangenheit wie ein Film vor meinem inneren Auge ab. 4 ½ Jahre, die besten meines bisherigen Lebens, voller Liebe, Glück, Zufrieden- und Geborgenheit. Aber wir hatten es auch weiß gott nicht einfach. Zuerst Matt, dann die vielen Trennungen wegen dem Termindruck durch Blue, aber das hat unserer Liebe keinen Abbruch getan. Ganz im Gegenteil. Das alles hat uns stärker gemacht und uns noch mehr zusammen geschweißt......und es hat ein Baby entstehen lassen, dass die Krönung unserer Liebe ist. „.....und nun, Jenny und Duncan, stecken Sie sich bitte als Zeichen Ihrer Liebe die Eheringe an“, sagte der Pfarrer. Die Ringe hatte nun mal der Trauzeuge.....tja und Lee´s Gesichtsausdruck nach zu schließen, schien er zu überlegen, wo er die Ringe hin gesteckt hatte. Das fiel ihm jetzt aber früh ein! Duncan sah ihn schon voller Panik an, aber dann zog Lee doch noch verlegen grinsend die Ringe hervor. Duncan´s Hand zitterte leicht, als er mir den Ring über den Finger streifte. „Dann frage ich zuerst Sie, Jenny. Wollen Sie den hier anwesenden Duncan James lieben und ehren? Glück und Leid mit ihm teilen und ihm immer treu zur Seite stehen, bis das der Tod Euch scheidet?“ „Ja, ich will“, lächelte ich. „Nun frage ich Sie, Duncan. Wollen Sie die hier anwesende Jenny Lichte lieben und ehren? Glück und Leid mit ihr teilen und ihr immer treu zur Seite stehen, bis das der Tod Euch scheidet?“ „Ja, ich will.“ „Duncan und Jenny, da Sie nun vor Gott, ihrer Familie und all ihren Freunden Ihre Liebe bezeugt haben, erkläre ich Sie nun zu Mann und Frau. Sie dürfen die Braut jetzt....“, doch da hatte Duncan mich schon an sich gezogen und küsste mich. „.....küssen!“, beendete der Pfarrer lachend den Satz. Danach beglückwünschte uns der Pfarrer und wir konnte die Kirche verlassen. Endlich bin ich offiziell Mrs. James!

~Duncan~

Jetzt kann ich endlich aufatmen! Ich muss einfach der glücklichste Mann auf der Welt sein! Nach der Zeremonie ging´s zur Party. Jen und ich widmeten uns zunächst unseren Gästen, die uns mit Glückwünschen überhäuften. Anschließend wollte ich dann endlich mit Jen tanzen, aber diese tuschelte in einer Ecke mit Lee. „Und du nimmst mir wirklich nicht übel, wenn ich die Situation ausnutze?“, hörte ich Lee fragen, worauf Jen den Kopf schüttelte. „Nein, ich freu mich doch und ich werde sehen, was sich machen lässt.“ „Worüber tuschelt ihr beide denn?“ Lee und Jen schreckten auf. „Bist du wahnsinnig, uns so zu erschrecken?!“, Lee sah sich um. „Ach, hat da wer n schlechtes Gewissen?“, wollte ich spitz wissen. „Warum sollte ich? Weil ich mich hier mit DEINER Frau unterhalte?“, grinste Lee frech und ging von dannen. „Worüber habt ihr euch unterhalten?“ „Du bist ganz schön neugierig, mein Lieber“, stupste mich Jen an, „du erfährst das schon früh genug.“ „Dann will ich wenigstens mit dir....verzeihung mit euch“, korrigierte ich mich und strich über ihren Bauch, „tanzen.“ „Geduld Süßer“, vertröstet sie mich, „erst werf ich den Brautstrauß.“ „Ähm kommt das nicht eigentlich erst später?“ „Wir haben grad etwas umdisponiert.“ „Wer WIR?“ „Achte darauf, wer gleich die Blumen fängt, dann wirst du verstehen.....“, tat sie geheimnisvoll und rief alle heiratswilligen Frauen zusammen, darunter natürlich auch Anna, Melissa und Klara. Irgendwas war hier doch im Busch, dass konnte ich genau an Jen´s Gesicht ablesen. Nun drehte sie sich um und der Strauß flog in hohem Bogen direkt in Anna´s Arme. Triumphierend blickte meine Frau mich an und so langsam dämmerte mir, was hier vor sich ging......

~Lee~

Jen hatte ganze Arbeit geleistet. Es war Absicht gewesen, dass Anna den Strauß fangen sollte. Jetzt war ich dran. „Darf ich bitte mal alle um eure Aufmerksamkeit bitten“, klirrte ich einen Löffel gegen mein Sektglas und alles wurde mucksmäuschen still, „Ich denke, ich spreche für alle, wenn ich sage, dass Jen und Duncan von Anfang an für einander bestimmt waren. Ihr beide habt es wirklich nicht einfach gehabt, aber ihr habt gekämpft und eurer Liebe eine Chance gegeben. Duncan, du hättest keine verständnisvollere Frau als Jen finden können, denn sie liebt und akzeptiert dich, so wie du bist, mit deiner Musik, mit Blue. Jen, du hast dir mit unsrem Duncy wirklich einen tollen Kerl geangelt. Glaub mir, er hat immer von einer Frau wie dir geträumt. Ihr seid meine besten Freunde und ich hab euch sehr viel zu verdanken. Ohne euch beide hätte ich niemals Anna kennen gelernt.....meine große Liebe und zukünftige Frau.....vorrausgesetzt, du willst einen Trottel wie mich überhaupt heiraten, Schatz?!“ Ich hoffe, ich kriege jetzt ein „Ja“ als Antwort.....

~Jenny~

Sie wird auf alle Fälle „Ja“ sagen. Warum sollte Anna auch nicht? Diese war ganz von den Socken. Das hatte sie jetzt nicht erwartet. Zunächst konnte sie gar nichts sagen und ich drückte angespannt Duncan´s Hand. Dann endlich kam das erlösende „Ja“ und Anna fiel Lee in die Arme. „Ich hoffe, du bist mir nicht böse, Duncan, dass ich die Situation ausgenutzt habe“, sagte Lee überglücklich und Duncan schüttelte den Kopf. „Danke Kumpel! Und jetzt stoßen wir auf Jen und Duncan an. Möge eure Liebe noch stärker werden und die Zeit überdauern.“ Alle erhoben die Gläser und prosteten sich zu. Besser kann es doch gar nicht mehr werden......
Wenige Zeit später bekam Lucy dann ihr Baby und Antony stand ihr hilfreich zur Seite. Das erste Blue - Baby war nun da und das bedeutete Urlaub für die Jungs. Wenige Tage nach der Geburt der kleinen Emily hatten Blue noch ein Konzert, dass sie nicht absagen konnten. Anna, Fiona und ich nutzten diese Zeit, um Lucy im Krankenhaus zu besuchen. Emily war echt zu süß und jetzt kann ich es erst recht nicht abwarten, bis mein Baby kommt. Ich hab schon den ganzen Tag über so ein komisches Gefühl. Das Baby trat ganz schön heftig und danach müsste es ein kleiner Fußballspieler werden, obwohl Duncan immer noch der festen Überzeugung ist, dass es ein Mädchen wird. Immer wieder hatte er auf seinen väterlichen Instinkt beharrt und er ließ sich auch von keinem davon abbringen. „Jen, ist alles in Ordnung mit dir?“, fragte Fiona besorgt. Ich hatte mich jetzt schon ein Weilchen nicht mehr an dem Gespräch beteiligt, denn es ging mir wirklich nicht gut. „Ich weiß nicht...“, presste ich hervor, „es tut so weh!“ Fiona holte die Ärztin, die folgende Diagnose stellte: „Mrs. James, Ihr Baby hat keine Lust mehr, noch länger zu warten.“ „Soll das heißen, es kommt?“ „Ja, es kann nicht mehr lange dauern.“ Wie aufs Stichwort platzte die Fruchtblase. „Das kannst du uns jetzt nicht antun“, redete ich auf das Baby ein, „dein Daddy singt am anderen Ende von London! Das was du vor hast, geht jetzt nicht!“ „Kommen Sie, Mrs James! Wir bringen Sie in den Kreißsaal“, die Ärztin bedeutete mir mich in den Rollstuhl zu setzen, den die Krankenschwester grad gebracht hatte. „Fiona, du musst Johnny anrufen. Er soll dieses verfluchte Konzert abbrechen“, rief ich, bevor ich in den Kreißsaal gebracht wurde. Das darf doch alles nicht wahr sein! Ich werde dieses Baby nicht eher kriegen, bis Duncan da ist und wenn ich es selbst wieder zurück stopfen muss.....

~Duncan~

Heut war das letzte Konzert vor der endgültigen Baby Pause und ich bin froh darüber, denn ich will auf keinen Fall die Geburt meiner kleinen Tochter verpassen und bevor noch irgendwer was sagt, es wird ein Mädchen! Ich weiß es einfach! Das Konzert jedenfalls lief super. Ich glaub, wir waren noch nie so gut in Form, wie heute. Vielleicht liegt das ja daran, dass wir alle absolut zufrieden mit unserem Leben sind. Doch auf einmal kam Johnny auf die Bühne, in der Hand ein Mikro. Alle waren so von den Socken, dass alles mucks mäuschen still wurde. Die Musiker hörten auf zu spielen und einer nach dem anderen hörte auf zu singen. Man hätte eine Stecknadel fallen hören können. „Es tut mir leid, Leute, dass wir das Konzert jetzt hier abbrechen müssen, aber ich habe gerade eben erfahren, dass sich das nächste Blue – Baby angekündigt hat.“ Johnny machte eine Pause und Lee und ich starrten uns mit aufgerissenen Augen geschockt an. Jen oder Anna! Jen wäre als nächste dran. Anna hatte zwar noch einen Monat Zeit, aber man konnte ja nie wissen! „Nach Antony wird jetzt nun auch Duncan bald Daddy sein...“, das war alles was ich wissen musste und ich rannte von der Bühne, gefolgt von Lee, Antony, Simon und schließlich auch Johnny. Dieser fuhr dann auch. War wahrscheinlich auch besser so, denn ich war viel zu nervös. „Geht das nicht auch schneller?“, drängelte ich zum wiederholten Male. „Dunc, ich kann verstehen, dass du aufgeregt bist, aber du solltest mich nicht reizen!“, erwiderte Johnny so freundlich wie möglich, während er sich auf den Verkehr konzentrierte. Was für ein Verkehr eigentlich? Wir standen fast still! Im Klartext: Wir standen mitten in einem dicken, fetten Stau! Verflucht, meine Frau liegt in den Wehen und ich hänge hier fest! Ich hab Jen versprochen, dabei zu sein und nun das.....Es hilft alles nichts. Ich muss im Krankenhaus anrufen uns Mum bescheid sagen, dass ich es wohl nicht schaffen werde. „Guten Tag! Duncan James hier. Könnten Sie mich bitte mit Fiona Inglis verbinden? Sie müsste bei meiner Frau, Jenny James im Kreißsaal sein......“

~Jenny~

Während ich im Kreißsaal in den Wehen lag, schwor ich mir, Duncan das nächste Kind kriegen zu lassen. Warum dürfen eigentlich immer nur Frauen in den Genuss des Kinder kriegens kommen? Ich brauch mich wohl nicht zu fragen, wer sich das ausgedacht hat! Das war definitiv ein Mann! Plötzlich wurde Fiona raus gerufen, weil sie ein Telefonat entgegen nehmen musste, und ich sah Anna panisch an, die meine Hand hielt. „Keine Angst, Jen! Das ist bestimmt nur Duncan, der anruft, dass er bald da ist.“ Mein Gott, hoffentlich hat sie recht! Bitte, bitte, lass sie recht haben! Ziemlich betrübt kam Fiona wieder in den Kreißsaal zurück: „Du musst jetzt stark sein, Liebes! Duncan wird es nicht schaffen.“ „WAS? Wo verflucht noch mal steckt er? Er soll gefälligst sehen, dass er seinen Arsch hier hin bewegt!“, tobte ich. „Er und die Jungs stecken im Stau fest.“ „Na super“, schrie ich auf, denn da war schon die nächste Wehe, „ganz große Klasse! Wenn wir schon mal n Kind kriegen.....“ „Dann müssen wir das jetzt ohne Ihren Mann durch ziehen“, sagte die Ärztin. „WAS? Nein, das geht auf keinen Fall! Wir stoppen das jetzt und warten, bis er da ist“, schrie ich unter Schmerzen. Ich wird den Teufel tun und das Baby nicht ohne ihn kriegen! „Wir können aber nicht so lange warten, Mrs. James! Das Baby will raus!“ „Das ist mir egal! Schieben Sie nen Stöpsel rein! Ich will warten, bis mein Mann da ist!“ „Jen, dein Sarkasmus ist jetzt wirklich nicht angebracht“, sagte Anna ernst. „Es war ja auch nicht sarkastisch gemeint! Das war mein voller Ernst!“ „Mrs. Inglis, Ihr Sohn hat doch sicher von seinem Handy angerufen?! Nehme Sie das Telefon da an der Wand und rufen Sie ihn an. Er muss seine Frau beruhigen“, wandte sich die Ärztin an Fiona. Diese wählte die Nummer, sprach kurz mit Duncan und reichte dann den Hörer an mich weiter. „Was zum teufel machst du in diesem verdammten Stau?“, meckerte ich gleich los. „Es tut mir so unendlich leid, Schatz! Wir kommen hier wirklich nicht weg“, hörte ich ihn traurig sagen. „Ich schaff das nicht ohne dich“, weinte ich in den Hörer. „Doch das tust du! Du bist eine starke Frau, Jen! Ich bin hier am Telefon bei dir und Anna und meine Mum sind auch noch da“, redete er mir zu. „Sie müssen jetzt pressen, Mrs. James“, wies die Ärztin an. „Hast du gehört, Schatz! Du musst pressen!“ Ich bin ja nicht schwer hörig, dachte ich bei mir und presste. „Da, ich kann schon den Kopf sehen“, sagte die Ärztin. „Lee, lass mich los“, hörte ich Duncan fauchen, „und hör auf, dir den Bauch zu halten und das Gesicht so schmerzhaft zu verziehen! Wer kriegt hier das Kind? Du oder Jen?“ „Das sagt ja hier grad der richtige. Wer presst sich denn die ganze Zeit die Hand vor den Bauch?“, hörte ich Lee sticheln. „Ich darf das, ich bin der Vater und muss schließlich mitleiden“, verteidigte sich Duncan. „Hallooooooo? Können wir uns jetzt vielleicht wieder mir zuwenden?“, fragte ich ärgerlich und presste wieder. Das war ja Schwerstarbeit! Das Baby zu machen, war viel einfacher und wesentlich angenehmer gewesen. Duncan redete weiter beruhigend auf mich ein und nach ein paar mal pressen, war es draußen und schrie aus Leibeskräften. Als er die Schreie unseres Kindes hörte, vernahm ich ein Schluchzen aus dem Hörer. Fiona, als frischgebackene Großmutter, schnitt die Nabelschnur durch, dann legte mir die Ärztin das Baby auf die Brust, Freudentränen liefen mir über die Wange: „Duncan, es ist ein Mädchen.....“

~Duncan~

EIN MÄDCHEN! Ich hab´s doch gewusst! „Schatz, ich bin so stolz auf euch beide“, schluchzte ich in den Hörer. „Sie ist so wunderschön, Duncan.“ „Dann kommt sie ja ganz nach ihrer Mum.“ „Gute Nachrichten, Leute“, verkündete Johnny, „es geht weiter.“ „Ich bin bald bei euch, Darling! Lauft mir ja nicht weg“, verabschiedete ich mich. Langsam aber stetig ging es vorwärts und der Stau löste sich auf. „Habt ihr eigentlich schon einen Namen für die Kleine?“, fragte Antony plötzlich. „Ich überleg schon die ganze Zeit hin und her. Glaubt ihr, der Name „Caitlyn“ wird Jen gefallen?“ „Caitlyn James? Klingt gut!“, sagte Simon. Lee legte den Arm um meine Schulter und grinste: „Tja, Dunc, vielleicht sind wir ja sogar in der Zukunft verwandt!“ Misstrauisch musterte ich ihn von der Seite; „Was willst du damit sagen, Ryan?“ „Na ja, DEINE Tochter und MEIN Sohn........“, klimperte er vielsagend mit den Augen. „Nur über meine Leiche! Du glaubst ja wohl nicht, dass ich mein Engelchen mit deinem Sohn ausgehen lasse.“ „Warum nicht?“ „Man müsste mich erschießen, wenn ich das zulassen würde. Wenn dein Sohn genau so wird, wie du warst......dann Gute Nacht!“ „Jetzt mach mal halblang, Freundchen! So schlimm, wie du jetzt tust, war ich ja wohl auch nicht!“ „Lee, du warst ein notgeiler Schürzenjäger und.....“ „Jungs“, ging Johnny nun dazwischen, „Caitlyn hat noch nicht mal ihre erste Windel voll gemacht und ihr wisst ja noch nicht mal, ob Anna einen Jungen oder ein Mädchen erwartet. Würdet ihr jetzt also bitte aufhören, euch zu käbbeln?! Ihr beide könnt sonst auch gern laufen!“ Es brachte nichts, diese „Diskussion“ noch weiter fortzuführen. Trotzdem werde ich keinen Kerl an mein Engelchen lassen! Nein, nie im Leben! Endlich im Krankenhaus angekommen, erkundigte ich mich sofort nach Jen. Sie war schon auf ein Zimmer verlegt worden und man nannte mir ihre Zimmernummer. Vorsichtig öffnete ich die Tür. Mum und Anna standen sofort auf, umarmten mich und gönnten uns dann etwas Privatsphäre. „Hey Schatz“, ich küsste Jen und betrachtete dann unsere wunderhübsche Tochter. „Haben wir doch gut hingekriegt“, lächelte Jen und wiegte unsere Kleine sanft in ihren Armen hin und her. Ich nickte gerührt. „Magst du sie nehmen?“, Jen rückte zur Seite und machte mir platz im Bett, „Ach ja, und das Hemd muss auch noch weg.“ „Meins?“ „Sicher! Oder siehst du hier noch wen?“ „Aber ich kann doch nicht......wenn eine Schwester rein kommt.....“, wollte ich widersprechen. „Sicher kannst du! Baby´s lieben das! Sie brauchen die körperliche Nähe ihrer Eltern um sich sicher zu fühlen.“ Also zog ich mein Hemd aus und Jen legte mir unsere Kleine vorsichtig auf die Brust. Einfach ein unbeschreibliches Gefühl! „Ist dir jetzt schon ein Name für sie eingefallen?“, legte Jen den Kopf an meine Schulter. „Was hältst du von „Caitlyn“?“ „Gefällt mir sehr gut“, lächelte Jen, „schön, dass du endlich da bist, Caitlyn!“

~Jenny~

Es war wirklich ein Bild für die Götter, Duncan mit seiner schlafenden Tochter im Arm zu beobachten. Kurze Zeit später steckte Lee den Kopf zur Tür herein und fragte, ob sie rein kommen dürfte. Natürlich durften sie und versammelten sich alle um das Bett. Lee musterte Caitlyn prüfend von oben bis unten und sein Fazit: „Gute Arbeit, Jen! Sie ist wirklich wunderschön!“ „He, und was ist mit mir?“, protestierte Dunc, „ich war schließlich auch an ihr beteiligt.“ „Ich weiß und man gut, dass sie nach ihrer reizenden Mum kommt“, schleimte Lee. „Oh, vielen Dank, Lee.“ „Ich weiß, was du vor hast, Ryan! Und ich geb dir n guten Rat: Vergiss – es – am – besten – ganz – schnell!“ „Jen, jetzt sag doch auch mal was dazu“, wurde ich von Lee aufgefordert. „Worum geht’s denn mal wieder?“ Duncan erzählte und schloss seine Erklärung mit dem Satz: „Unser Engelchen wird mit keinem Typen ausgehen und damit Basta!“ ab. „Das wirst du nicht verhindern können. Irgendwann wirst auch du sie los lassen müssen“, ich strich ihm tröstend über die Wange. „Aber erst, wenn ich bereit dazu bin.“ „Und wann wird das sein?“ „Wenn sie mindestens 30 ist.“ Wir alle konnten uns ein Grinsen über Dunc´s übertriebene Besorgnis um unsere Tochter nicht verkneifen. Irgendwann, dass wusste auch Duncan, würde unsere kleine Caitlyn eine starke, selbstbewusste, junge Frau sein, aber bis dahin musste noch viel Zeit vergehen.
Tage später konnten wir dann endlich das Krankenhaus verlassen und unsere Dreisamkeit genießen. Besonders süß fand ich es von Dunc, dass er nachts immer mit aufstand, wenn Caitlyn gestillt werden wollte. Ich kuschelte mich dann bei ihm an, während Caitlyn zufrieden ihren Hunger an meiner Brust stillte. Besonders eins hatte unsere Kleine schnell raus, nämlich wie sie ihren Daddy dazu bringen konnte, dass er sie mit zu uns ins Bett holte und sie dann selig auf seiner Brust schlafen konnte. Das hatte ich jetzt schon ein paar Tage bzw. Nächte lang beobachtet und stellte fest, dass sie immer besser darin wurde. Ich hab Duncan noch nie so schnell aus dem Bett stürzen sehen. Immer nachdem ich sie gestillt hatte und sie mit einer neuen Windel in ihrem Bettchen lag, fing sie an zu weinen. Sobald Duncan bei ihr war, war sie friedlich. Ging er aber wieder weg, wiederholte sich das Spielchen. Na ja, und dann hatte sie ihn soweit, dass er sie mitbrachte. Genau das gleich passierte in dieser Nacht auch wieder, nur diesmal hielt ich ihn vorher auf: „Hier geblieben!“ „Aber Caitlyn.....“ „....geht’s gut! Sie hat keinen Hunger und ne frische Windel hat sie auch.“ „Sie weint doch aber so.“ „Ja, und weißt du auch warum?“ Er schüttelte den Kopf. „Weil sie will, dass du sie holst und sie wieder bei dir schlafen kann und ich weiß auch ganz genau, von wem sie das hat.“ „Ach ja? Und von wem?“, sah er mich skeptisch an. „Blöde Frage! Von dir natürlich! Ich hab mich bei deiner Mum informiert. Du hast es genau so gemacht.“ „Ich kann mich an nix erinnern“, grinste er. Minuten später hatte sich Caitlyn wieder beruhigt. „Du hattest recht“, seufzte Duncan. „Oh, Schatz, du wirst auch bald zwischen Hunger/Windeln wechseln Weinen und einfachem trotzigen Gequengel unterscheiden.“ „Woher weißt du das nur alles?“ „Mutterinstinkt“, grinste ich und fügte noch hinzu, „Ach ja, und die Infos deiner Mutter waren auch sehr hilfreich.“ „Was hat sie dir alles über mich erzählt?“ „Oh vieles“, zwinkerte ich vielsagend. „Na los! Sag schon!“ „Kommt ja gar nicht in die Tüte.“ „Du willst es ja nicht anders, Jen“, fing er an mich zu kitzeln. „Duncan“, prustete ich kichernd, „hör auf. Sonst wird Caitlyn wieder wach.“ Sofort hörte er auf. Caitlyn ging ihm wirklich über alles, aber stattdessen küsste er mich nun. „Wir müssen unsere Hochzeitsnacht unbedingt nachholen“, bemerkte er zwischen zwei Küssen. „Bald Schatz......sehr bald!“

~Duncan~

Das „Sehr bald“ zog sich noch eine ganze seeehr lange Zeit hin. Jen musste sich noch von der Geburt erholen und Caitlyn hielt uns auch ganz schön auf Trab. Dabei blieb kaum Zeit auch nur ansatzweise an etwas Romantik zu denken.....
Für Anna war der Zeitpunkt der Geburt dann auch bald gekommen und sie gebar einen Sohn: Eric. „Eric und Caitlyn Ryan! Na Duncy? Wie findest du das?“, grinste Lee, als wir Anna im Krankenhaus besuchten. „Wie ich das finde? Ich kann dir gleich mal in deinen.....“ „Duncan!“, warnte Jen. „Ja, ja, Duncylein! Hör lieber auf deine Frau!“, schadenfroh grinste er mich an. „Lee, lass das sticheln“, das war Anna. Nun war ich es, der sich ein schadenfrohes Grinsen nicht verkneifen konnte. Aber eins musste man unserem Nesthäkchen lassen, er war wirklich ein toller Daddy. Lee hatte in den vergangenen Monaten eine Wendung von 180 Grad vollzogen.....zum positiven versteht sich, auch wenn er diese kleinen Sticheleien nich so wirklich lassen konnte. Aber das wird Anna ihm schon noch austreiben.
4 Wochen nach Eric´s Geburt war die Blue – Babypause endgültig vorbei. In dieser Zeit hatte sich mein.....mein Erzeuger gemeldet. Schon komisch mit ihm zu reden. Er hat aus der Presse erfahren, dass er „Großvater“ geworden ist und ich hege den Verdacht, dass er bald fragt, ob er Caitlyn sehen darf. Obwohl Jen und meine Mum da anderer Meinung sind, denke ich, dass ich ihn nicht zu weit in unser aller Leben lassen sollte.....
Meine Arbeit lenkte mich von diesem Problem ein wenig ab. Die Presse wollte natürlich sofort Fotos von unseren Kindern, aber das würden weder Antony, Lee noch ich zulassen. Es ist eine Sache, wenn sie uns hinter her jagen, aber sie sollen unsere Frauen und Kinder in Ruhe lassen und das haben wir ihnen auch unmissverständlich klar gemacht. Ein Foto von ihnen und die haben ne dicke fette Klage von uns am Hals. Schließlich sollen unsere Kinder so normal wie möglich aufwachsen.
Gerade heute war wieder so ein mega anstrengender Tag gewesen. Manchmal frage ich mich echt, was den Pressefutzis so alles einfällt. Die denken wirklich, sie können sich alles erlauben. Erschöpft schloss ich die Tür auf und musste erst mal lauschen.....Kein Babygeschrei zu hören.....Dafür kam Jen aber jetzt die Treppe hinunter......in wirklich sexy Unterwäsche!! „Hey Schatz“, begrüßte sie mich und schmiegte sogleich ihren atemberaubenden Körper an mich, „du siehst fertig aus.“ „Mein Akku lädt sich grad wieder auf.....“ „Sehr schön“, hauchte sie mir ins Ohr und knöpfte dabei langsam mein Hemd auf. Sie liebkoste meinen Hals und streifte es mir dabei sehr langsam über die Schultern. „Was ist mit Caitlyn?“, fragte ich schwer atmend. „Sie ist bei deiner Mum.....die ganze lange Nacht.....“ Oh man, wir sind ungestört.....kein Babygeschrei......nur wir zwei..... Eilig zog sie mich nach oben ins Schlafzimmer, machte sich hektisch an meiner Jeans zu schaffen und schubste mich aufs Bett. „Warum so eilig, Babe? Wir haben noch die ganze Nacht vor uns....“ „Ich weiß und ich will jede Sekunde nutzen.....“ Zum Glück gabs an Jen nicht mehr viel auszuziehen, denn sie machte mich so dermaßen heiß, dass ich es einfach nicht mehr abwarten konnte. Unsere Unterwäsche flog in irgendeine Ecke und ich drang in sie ein. Ich hab Jen noch nie so.....so dermaßen intensiv gespürt und ich glaub, ihr ging´s genau so......jedenfalls wenn ich ihr lautes Stöhnen richtig interpretierte. Und je länger ich es raus zog, um so lauter wurde sie. Schließlich erreichten wir gemeinsam unseren Höhepunkt und sie kuschelte sich danach direkt in meine Arme. „Du hast nichts verlernt, Schatz“, flüsterte sie. „Du aber auch nicht, Darling.....“

~Jenny~

Es war eine lange, anstrengende, schlaflose Nacht gewesen. Erst in den frühen Morgenstunden fanden wir schlaf und erwachten auch erst wieder weit nach der Mittagszeit. Um Caitlyn brauchte ich mir keine Sorgen zu machen. Fiona war mit Leib und Seele Grandma und passte liebend gern auf ihre Enkelin auf. Na ja, nur die Sache mit Dunc´s Dad....Ich finde, jedes Kind hat das Recht darauf, seinen Großvater kennen zu lernen. Ich selbst hatte das Glück, mit einem liebevollen Großvater aufzuwachsen und finde, dass darf auch Caitlyn nicht verwehrt werden. Fiona war der selben Meinung wie ich, zumal Simon auch großes Interesse an seiner Enkelin zeigte. Aber Duncan war da anderer Ansicht. Es kostete mich viel Mühe ihn zu überreden, Simon doch zu Blue´s nächstem Konzert in einem Monat einzuladen. Ich hoffe, dass sich Duncan und Simon dadurch näher kommen, auch um Caitlyn´s Willen. Es hätte alles so gut laufen können, hätte Simon nicht einen riesen großen Fehler gemacht, der schwarz auf weiß eines Morgens 14 Tage vor dem Konzert in der Sun stand:

“Duncan James: Verlogener Ehebetrüger?!”

Hintergeht Blue´s Duncan James seine Frau? Völliger Quatsch würden jetzt einige sagen, aber es entspricht tatsächlich der Wahrheit! Duncan, den man eigentlich nur als liebevollen Ehemann und Vater kennt, treibt es hinter dem Rücken seiner Frau mit Groupies. Nach unserem Wissenstand soll das aber noch nicht alles sein! Lesen Sie deshalb morgen das große exklusiv Interview mit dem Mann, dem sich Duncan anvertraut hat, seinem Vater Simon Roscoe!

Vor Schreck verschluckte ich mich an meinem Kaffee. „Warum liest du die überhaupt noch?“, fragte Duncan und blickte mich über den Rand seiner Zeitung an. „Ich.....ähm....du hast recht.....steht eh nur Schrott drin....“, wich ich aus. Ich kann einfach nicht glauben, was ich da lese. Duncan würde mich nie betrügen, das war eh alles erstunken und erlogen, aber „exklusiv Interview mit Simon Roscoe“????? Ich kann einfach nicht glauben, dass er seinen Sohn mit so einer ekelhaften Lügengeschichte an die Presse verkauft haben soll. „Was steht da drin?“ „N...n..nichts. Wie kommst du darauf?“ „Du bist eine schlechte Lügnerin, Jen und jetzt her mit der Zeitung.“ Ich hatte keine Wahl und reichte sie ihm. Mit jedem Wort, das er las, wurde er immer bleicher. „Dieses miese, verlogene Schwein“, zischte er und ging schnurstracks zum Telefon: „Duncan James hier!
Ich will auf der Stelle den Chefredakteur sprechen!!“ Stille, aber das war nur die Ruhe vor dem Sturm. „Das ist mir ganz egal, in welcher verfluchten Besprechung er sich befindet! Er soll seinen Arsch ans Telefon bewegen. Sagen Sie ihm, entweder das oder ich komme vorbei!! Und dann sollte er lieber jetzt schon mal die Beine in die Hand nehmen!!!“

~Duncan~

Ungeduldig wartete ich darauf, dass sich dieses Arsch von einem Chefredakteur endlich zum Telefon bequemte. „Was kann ich denn für Sie tun, Mr. James?“, meldete sich Mr. Johnson. „Fragen Sie doch nicht so blöd! Sie wissen ganz genau, worum es geht. Das ist ein massiver Eingriff in mein Privatleben, der noch nicht mals wahr ist. Aber das ist ja mal wieder typisch für die Sun. Da kommt mein sogenannter „Vater“ daher, lügt Ihnen die Hucke voll und Sie bringen den Mist auch noch groß raus.“ „Sie sagen also, dass stimmt nicht, was Ihr Vater uns erzählt hat?!“ „Natürlich stimmt das nicht“, erwiderte ich aufgebracht. „Wie wäre es mit einem Interview, einer Stellungnahme Ihrerseits?!“, schlug Mr. Johnson vor. „Ja sicher, dass könnte Ihnen so passen. Damit Sie mir die Worte im Mund umdrehen können! Nein Danke! Den Teufel werde ich tun.“ „Was schlagen Sie stattdessen vor?“ „Sie bringen statt dem Interview eine Gegendarstellung in der morgigen Ausgabe.“ „Aber Mr. James...“ „Kein Aber“, knurrte ich, „wenn ich in der morgigen Ausgabe das Interview lese und keine Gegendarstellung, dann versichere ich Ihnen, haben Sie morgen Nachmittag eine dicke Klage auf Ihrem Schreibtisch liegen! Ach und noch was.....Lassen Sie meine Familie und mich in Ruhe, ansonsten werde ich Mittel und Wege finden, Ihnen das zu untersagen. Einen schönen Tag noch!“ Schwer atmend ließ ich mich aufs Sofa fallen. „Es tut mir so leid, Schatz! Jetzt wünschte ich, ich hätte dich nie dazu überredet, ihn zu dem Konzert einzuladen“, Jen´s Nähe beruhigte mich wieder ein wenig. „Es ist nicht deine Schuld. Ich hab ja selber gehofft, dass er sich geändert hat. Aber er hat ja eindrucksvoll bewiesen, dass dem nicht so ist“, erwiderte ich bitter, „wenn er auf dem Konzert auftaucht, kann ich für nichts garantieren......“

~Jenny~

Der Chefredakteur der Sun wusste anscheinend, was gut für ihn war. Das Interview wurde nicht veröffentlicht und an dessen Stelle wurde die Gegendarstellung gedruckt. Jetzt kann ich nur noch hoffen, dass Simon nicht auf dem Konzert auftaucht. Dafür stand er jedoch eine Woche später nach dem Artikel bei uns auf der Matte. Duncan hatte mit Blue Termine und ich war gerade am aufräumen, als es klingelte. Als ich die Tür öffnete und sah, wer davor stand, schlug ich sie gleich wieder zu. Aber Simon war hartnäckig und klingelte erneut. Genervt öffnete ich wieder die Tür: „Was wollen Sie?“ „Mit Ihnen reden, Jen. Ich habe einen schrecklichen Fehler gemacht! Darf ich rein kommen?“ Ich trat zur Seite und ließ ihn passieren. „Das fällt Ihnen aber reichlich spät ein“, funkelte ich ihn an. „Ich weiß und ich bereue die Sache auch schrecklich, aber ich wusste mir nicht anders zu helfen. Ich brauchte doch das Geld.“ „Pah, das wird ja immer besser! Was wollen Sie jetzt eigentlich von mir?“ „Sie sind seine Frau. Sie könnten mit meinem Sohn reden und....“ „Das ist nicht Ihr Ernst?“, doch er nickte nur. „Sie verkaufen Ihren Sohn für Geld an die Presse und kommen dann bei mir angekrochen, damit ich mit Duncan rede? Vergessen Sie´s! Ich bin einmal für Sie in die Bresche gesprungen. Das passiert mir kein zweites mal!“ „Und Caitlyn? Darf ich sie wenigstens sehen?“, flehte er, aber ich blieb hart. „Nein, sie hätten vorher an Ihre Enkelin denken müssen. Jetzt ist es zu spät, Simon und das müssen Sie akzeptieren.“ Wortlos und mit hängenden Schultern verließ er das Haus.....

~Duncan~

„Er war WAS?“ Dieser Mistkerl! Warum kann er uns nicht einfach in Ruhe lassen? Ich hab ihn die ganzen Jahre über nicht gebraucht und jetzt brauch ich ihn erst recht nicht. Wie kann er es wagen, über Jen an mich ran kommen zu wollen?! Ich raff das einfach nicht. Wie kann ein....ein „Vater“ nur so sein??????
Das Konzert rückte immer näher und ich betete, dass mein Erzeuger nicht dort auftauchte. Jen, Anna und Lucy waren mit den Kindern auch da und hielten sich im Backstage Bereich auf. Die Anwesenheit meiner Frau und meiner Tochter nahm mir die Nervosität. „Keine Angst, Schatz“, flüsterte mir Jen kurz vor dem Auftritt ins Ohr, „es wird alles gut gehen!“ Ich wusste genau, dass sie damit nicht nur den Auftritt meinte. Dieser verlief nämlich reibungslos. Ich verdrängte meine Probleme und ging ganz in unserer Musik auf. Danach fühlte ich mich richtig gut, direkt euphorisch stürzte ich auf Jen zu, die an der Bühnenseite stand. „Wo ist Caitlyn?“ „Deine Mum ist gekommen und passt auf sie auf in eurer Garderobe. Du siehst entspannter aus, Schatz“, bemerkte sie. „Ja, ich fühle mich auch besser.“ Jetzt fehlt nur noch unser Engelchen. Wir gingen in die Garderobe und dort traf mich bald der Schlag: Simon mit Caitlyn auf dem Arm. „Mum, was soll das?“ „Duncan, er....er ist schließlich dein Vater und er bereut, was er getan hat.“ „Ich will mit ihm aber nichts mehr zu tun haben.“ „Denk an Caitlyn“, warf dieser Mistkerl ein. „Glaub mir, dass tue ich. Ich will meiner Tochter eines Tages nicht erklären müssen, wo du abgeblieben ist, wenn du keine Lust mehr hast, den treusorgenden Großvater zu spielen. Du bist für mich gestorben......schon vor langer Zeit und für Caitlyn ebenfalls“, mit diesen Worten nahm ich ihm mein Engelchen aus dem Arm und verließ die Garderobe.....

~Jenny~

Fiona wollte Duncan direkt hinterher, aber ich hielt sie zurück. „Simon, lieben Sie Ihren Sohn wenigstens ein klein wenig?“, fragte ich ernst. „Ja, Jen. Das tue ich, mehr als Sie sich vielleicht vorstellen können“, erwiderte dieser. „Dann lassen Sie uns in Ruhe. Akzeptieren Sie das, vielleicht bekommen Sie eines Tages eine neue Chance.“ Dann verließ ich ebenfalls die Garderobe, um nach Duncan zu suchen. Ich suchte zunächst den ganzen Backstage Bereich ab, aber entdeckte ihn nirgends. Dann ging ich nach vorne zur Bühne, da saß er am Rand mit Caitlyn auf dem Arm und redete leise mit ihr. Ich setzte mich zu den beiden und einige Momente lang sagte keiner ein Wort. „Es tut mir so leid, Jen“, unterbrach er die Stille. „Gar nichts muss dir Leid tun.“ „Oh doch! Ohne mich würdest du ein normales ruhiges Leben in deiner Heimat führen....Mit einem Mann, der stets an deiner Seite ist. Ohne mich hättest du die Presse nicht am Hals, hättest keinen Druck und....“ „Pssst! Wie kannst du nur so was sagen? Ohne dich hätte ich nie eine Liebe wie unsere erfahren. Ohne dich und deine Liebe wäre ich damals verloren gewesen und ohne unsere Liebe würde es dieses süße kleine Mädchen in deinen Armen nicht geben.“ „Ich hab solche Angst, dich zu verlieren, nur weil ich es nicht schaffe, weil ich zu egoistisch bin, meine Karriere aufzugeben. Meinen Vater habe ich schon vor sehr langer Zeit verloren, wenn du jetzt auch noch....“ „Hör mir jetzt einfach nur zum, ok?!“, leise fing ich an, ein Lied zu singen:

„You can´t lose me“

You can´t lose me

You can lose your faith in love and
You can lose the will to trust
You see You can´t lose me

You can lose control let lose your senses
Lose you strand lose your defences
You see you see you see
You can´t lose me

You can´t lose me cuz I´m not leavin´
You can´t lose me cuz I won´t go
I´m gonna be then like a shadow
You won´t ever be alone

I´ll be the sun it shines up on you
All around you everywhere
I´ll be there

You can lose your way
Lose your positions
Lose your mind and lose direction
You see you see you see
You can´t lose me

You can´t lose me cuz I´m not leavin´
You can´t lose me cuz I won´t go
I´m gonna be then like a shadow
You won´t ever be alone

I´ll be the sun it shines up on you
All around you everywhere
I´ll be there

You can lose your way
Lose your positions
Lose your mind and lose direction
You see you see you see
You can´t lose me

You can lose your faith
You can lose your way
But I´m gonna be there
This will never change
Oh no no no no no no
You can´t lose me

You can lose your faith
You can lose your way
But I´m gonna be there
This will never change oh yeah
You can´t lose me, lose me

You can lose your faith
You can lose your way
I´m gonna be there
I don’t never change

„Sind deine Zweifel damit zerstreut?! Ich liebe dich und du wirst weder mich noch Caitlyn jemals verlieren. Du weißt, was wir uns vor Gott und allen anderen geschworen haben?!“ Ich sah eine Träne seine Wange hinunter kullern. Zärtlich küsste mich Duncan. „Bis das der Tod uns scheidet......“



~ENDE~




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