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Where you want me


Duncan James und Claire Stevens - Zwei Menschen, die wie füreinander geschaffen zu sein scheinen, doch ob ihre Liebe überhaupt eine Chance bekommt?

~Claire~

Ich bin Claire Stevens und heute an diesem wunderschönen Tag ist mein 17. Geburtstag. Eine Party hatte ich erst fürs Wochenende geplant, denn heute wollten meine Eltern mit mir Essen gehen. Meine Mum und mein Dad arbeiteten hart für unsere Familie. Sie versuchten, mir jeden Wunsch zu erfüllen. Ich liebte sie beide über alles und war froh, wieder etwas Zeit mit ihnen verbringen zu können. Sie waren, neben meiner besten Freundin Sam und meinem Freund Jason, meine Welt und ich fragte mich manchmal, was ich ohne sie machen würde. Als ich noch ganz klein gewesen war, waren meine Eltern, Judy und Tim, mit mir nach London gezogen. Diese Stadt......das geschäftige Treiben in den Straßen der Stadt.....die Menschen verschiedener Kulturen.....all das war mir sehr ans Herz gewachsen. Niemals konnte ich mir vorstellen, eines Tages irgendwo anders auf der Welt zu leben. Gegen Abend spazierten wir durch London´s Straßen. Mit dem Auto kam man bei diesem Verkehr schlecht voran. Aber das war auch gar nicht schlimm, denn so konnten wir den tollen Abend und die letzten Sonnenstrahlen genießen. Vor dem Restaurant angekommen, fiel meinem Dad ein, dass er vorher noch zur Bank musste, um Geld zu holen. Das tat er auch sogleich und er ließ uns ziemlich lange warten. 10 Minuten waren nun schon vergangen und er war immer noch nicht zurück. Wo war Dad bloß abgeblieben? Mum und ich beschlossen, nach zu sehen, was dort in der Bank los war. Es war ja nicht weit bis dahin, nur um die nächste Ecke. Nichts ahnend betraten wir die Bank und gerieten mitten in einen Überfall. „Schön ruhig bleiben und rüber zu den anderen gehen!“, schrie uns einer der maskierten Männer zu, während er mit dem Lauf seiner Pistole auf uns zielte. Ich zitterte wie Espenlaub, meine Knie waren weich wie Pudding. Trotzdem schob mich meine Mum rüber zu den anderen Geiseln, wo u.a. auch mein Dad mit in der Ecke saß. „Her mit der Kohle“, knurrte der eine den Angestellten der Bank an, der andere hielt uns Geiseln in Schach. Panik überkam mich. Solche Angst hatte ich noch nie in meinem ganzen Leben gespürt. Ich wollte nur noch eins: weg von hier.....raus aus dieser Bank.....dieser schrecklichen Situation entkommen. Ich rappelte mich auf und wollte zur Tür hinaus stürzen. „Claire, nein warte!“, schrie Dad und kam hinter mir her. Ein Schuss ertönte. Geschockt drehte ich mich um. Mit weit aufgerissenen Augen starrte mich mein Dad an. Die Kugel hatte ihn mitten ins Herz getroffen. Blut quoll unbarmherzig aus seiner Wunde. Dann brach er zusammen. „Tim!“, schluchzte meine Mum und stand nun ebenfalls auf. Ein weitere Schuss.....der auch meine Mum direkt ins Herz traf. Sie wankte auf Dad zu und brach neben ihm zusammen. Ich stand einfach nur da und beobachtete das Szenario. Langsam realisierte ich, was hier gerade geschehen war. Mum.....Dad......ich ließ mich neben ihnen auf den Boden fallen und überprüfte ihren Puls. Doch.....da war keiner! Nichts war mehr da.....kein Leben regte sich mehr in ihnen! Meine Eltern waren tot.....ausgelöscht durch zwei winzige tödliche Kugeln. Von weitem waren Polizeisirenen zu hören, die sich rasch näherten. „Shit, die Bullen! Vergiss das Geld und lass uns abhauen!" Da verdrückten sich gerade die feigen Schweine, die meine Eltern auf dem Gewissen hatten. Ungläubig saß ich auf dem Boden und starrte meine Eltern an, deren Blut sich immer weiter auf dem Boden ausbreitete. Polizisten stürmten in die Bank. Eine Polizistin zog mich hoch und weg von meinen Eltern. Obwohl ich nicht von ihnen weg wollte, schaffte ich es nicht, mich dagegen zu wehren........
............Alles war allein meine Schuld! Ich allein trug die Schuld an ihrem Tod. Wenn ich nicht so in Panik geraten wäre, würden meine Eltern heute noch leben und wir wären eine glückliche Familie. Nun gab es keine Familie
mehr......so vieles gab es nicht mehr! Sie hatten mich in ein Heim gesteckt, denn Verwandte hatte ich ja keine zu denen ich konnte. Ich musste mein schönes Zuhause verlassen, meine beste Freundin, meinen Freund, nur um in diesem blöden Heim zu leben, was sich ausgerechnet noch auf der anderen Seite der Themse befand. So wurde es natürlich schwierig für Sam und Jason mich zu besuchen. Nacht für Nacht weinte ich mich in den Schlaf und zog mich immer mehr und mehr zurück. Weder ließ ich jemanden aus dem Heim an mich heran, noch Jason und Sam. Ich kam mir so verloren und einsam vor. Niemand konnte meinen Schmerz verstehen, noch nicht mal, Jason, den ich sehr liebte oder Sam, mit der ich schon seit Kindertage befreundet war, und das sagte ich ihnen in meiner Wut auch. Es war mir egal gewesen, ob ich sie damit verletzte. Seitdem waren sie nicht mehr da gewesen, noch hatten sie angerufen. Obwohl mich viele aus dem Heim vom Gegenteil wollten, hasste ich es, dort zu sein. Sprüche wie: „Das Leben geht weiter!“, „Sieh in die Zukunft!“ und „Wie alle sind jetzt deine Familie!“ bekam ich fast täglich zu hören. Ich hatte keine Familie mehr.....meine Familie war tot! Und in was sollte ich sehen? In die Zukunft?! Wie denn? Meine Zukunft lag begraben auf einem Friedhof! Ich hielt es nicht mehr aus im Heim. Unzählige Wochen, die mir vorkamen wie Jahre, war ich nun schon hier und ich hielt dem allen nicht mehr stand......die mitleidigen Blicke......die Aufmunterungsversuche......das alles kotzte mich an. Und so beschloss ich, von dort abzuhauen. Mitten in der Nacht schnappte ich mir meine Sachen und schlich mich raus. Es klappte wunderbar. Das Taschengeld vom Heim, dass ich die ganze Zeit gespart hatte, reichte zwar einige Tage, aber dann war es aufgebraucht. Nachts schlief ich in verschiedene Parks. Was blieb mir auch anderes übrig?! Ich hatte kein Geld mehr und nachts quälte mich schrecklicher Hunger. Ich hatte keine Wahl mehr, auch wenn es mir noch so sehr widerstrebte, aber irgendwie musste ich überleben. Klauen war das Einzigste, was mir noch übrig blieb. Ich suchte mir einen großen Supermarkt aus, denn dort, so hoffte ich, würde ich nichts so schnell erwischt werden. Mein Herz klopfte wie wild, als ich davor stand. Jeder Schritt fiel mir schwerer und schwerer. Wo würde das ganze nur mit mir enden? Ich sah mich schon in einer dreckigen Gefängniszelle dahin vegetieren. Nervös ging ich durch die Regalreihen. Ich war mir ganz sicher, dass es mir regelrecht ins Gesicht geschrieben stand, dass ich klauen wollte. Unterwegs kam ich an dem Brotregal vorbei. Wie lecker Brot doch aussah! Das war mir vorher gar nicht aufgefallen! Wahrscheinlich kam das von dem schrecklichen Hunger, den ich hatte. Ich nahm eines an mich, zog meine Jacke aus und wickelte es darin ein, wobei ich mich möglichst unauffällig umsah. Ich trug meine Jacke im Arm und machte mich auf den Weg nach draußen. Doch da hielt mich jemand am Arm fest und dieser Griff war verdammt stark. „Na, was haben wir denn hier?“, höhnte der Typ und dreht mich mit einem Ruck zu sich um, so das meine Jacke mit dem Brot aus meinem Arm kugelte, „Eine kleine Diebin!“ „Lassen Sie mich los! Sie tun mir weh!“, versuchte ich mich zu wehren. „Von wegen! Du kommst jetzt schön mit ins Büro des Geschäftsführers und dann werden wir die Polizei rufen.“ Oh Gott, nicht die Polizei! Die würden mich doch sofort wieder ins Heim zurück stecken! Der Typ zerrte mich schon in Richtung des Büros, als mir unerwartet jemand zur Hilfe eilte....

~Duncan~

Lee, Simon, Ant und ich wollten uns heute mal einen gemütlichen Fußballabend bei Lee zuhause machen. Wir hatten zum ersten mal wieder richtig frei, nachdem letztes Jahr unsere erstes Album „All Rise“ sehr erfolgreich raus kam und das wollten wir ausnutzen. Da alle schon bei Lee waren und die drei zu faul waren, sich noch mal von der Couch zu erheben, war ich dazu verdonnert worden, Bier und Chips zu holen, bevor ich mich auch zu ihnen gesellte. Na klasse, wenn mich hier im Supermarkt jetzt jemand erkannte, dann konnte es stunden dauern, bis ich hier raus kam. Es war nicht immer das Gelbe vom Ei, in einer berühmten Boyband Sänger zu sein. Das hatten wir vier schon deutlich zu spüren bekommen. Besonders litt unser Privatleben darunter. Wer war mit grade 23 Jahren schon solo, so wie ich?! Aber schlecht machen will ich jetzt auch nicht alles. Es gibt auch gute Seiten, z. b.: ermöglichte es mir, viele verschiedene Länder zu besuchen und das zu machen, was ein Teil von mir war: Musik! Schon als Teenie liebte ich die Musik und später, als ich älter war, versuchte ich mein Glück bei verschiedene Castings. Dabei lernte ich Antony kennen. Wir beide waren ziemlich frustriert, dass wir immer nur Absagen bekamen. So beschlossen wir, eine eigene Band zu gründen. Zu uns stieß dann noch Lee, der seinen Mitbewohner Simon mitbrachte. Zusammen gründeten wir die Band „Blue“ und sind damit seit „All Rise“ sehr erfolgreich. Im Herbst dieses Jahres würde schon unser zweites Album raus kommen. Aber nun zurück zum Thema „Supermarkt“. Ich war gerade am überlegen, ob 6 Tüten Chips wohl für die verfressene Meute ausreichen würden, als ich auf ein Mädchen und einen Typ aufmerksam wurde. Dieser Typ, augenscheinlich der Haus-Detektiv, hatte die Kleine beim Wickel und zog sie mit sich. Verzweifelt versuchte sie sich zu wehren, aber der Griff um ihren Arm war wohl zu fest. Auch wenn sie vielleicht geklaut hatte, sie tat mir leid und mein Beschützerinstinkt meldete sich schon wieder. Aber wie sollte ich ihr jetzt helfen? Als meine Freundin konnte ich sie nicht ausgeben. Dafür war die Kleine einfach zu jung. Schwester ging auch nicht, denn es war bekannt, dass meine Geschwister in Deutschland lebten und sie konnten nicht hier sein, weil sie in die Schule mussten. Außerdem war meine Schwester Tara noch jünger, als dieses Mädchen hier. Ja, Cousine! Das würde vielleicht gehen?! Ich hatte zwar gar keine Tante und schon gar keine Cousine, aber vielleicht war der Typ durch mein Auftreten zu perplex. Einen Versuch war es auf jeden Fall wert. Schnurstracks ging ich hinter den beiden her. „Gibt es ein Problem? Cousinchen?“, eindringlich sah ich sie an. Hoffentlich würde sie begreifen und mitspielen. Das war die einzigste Chance, ihre Haut zu retten. „DAS ist Ihre Cousine, Mr. James?“ „Ja“, bestätigte ich, „gibt es nun ein Problem?“ „Nein, Mr. James. Es war nur ein Missverständnis“, er gab der Kleinen eine Jacke und ein Brot zurück, „Ich wünsche Ihnen noch einen angenehmen Einkauf“, antwortete der Detektiv mit schleimiger Stimme. Oh je, wie ich solche Arschkriecher hasste! Ich nahm ihr das Brot ab und schmiss es zu den Chips und dem Bier. Stumm folgte sie mir zur Kasse und ich bezahlte. Wir verließen den Laden und erst draußen kriegte sie ihren Mund wieder auf. „Danke schön“, flüsterte sie. „Warum hast du das getan?“, wollte ich wissen. „Das ist nicht wichtig“, sie sah zur Seite. „Für mich schon. Ich will wissen, warum ich dir aus der Patsche geholfen habe.“ „Das geht dich nichts an“, jetzt wurde sie langsam zickig. „Ach nein?!“, erwiderte ich wütend, „wenn das so ist, dann kann ich dich ja persönlich wieder in den Laden zu dem Typ bringen und ihm mal meine kleine Lüge beichten. Was hältst du davon?“ „Nein, bitte nicht! Das kannst du nicht machen“, ängstlich sah sie mich an. „Warum nicht?“ „Sie.......sie rufen die Polizei und die stecken mich wieder ins Heim zurück!“. „Ins Heim?“, fragte ich erschrocken. „Ich will nicht mehr dahin zurück“, schluchzte sie. Als ich sie in meine Arme zog und ganz fest hielt, ließ sie ihren Tränen freien Lauf. „Weißt du was, du kommst jetzt erst mal mit zu mir. Dann sehen wir weiter“, ich öffnete ihr die Beifahrertür. Sie zögerte erst, stieg dann aber doch ein. Ich verfrachtete den Einkauf in den Kofferraum und stieg dann ebenfalls ein. Ich steuerte meinen Mercedes vom Parkplatz und stellte meine erste Frage: „Wie heißt du eigentlich?“ „Claire......Claire Stevens“, antwortete sie leise. „Wie alt bist du?“ „Ich bin vor 2 Monaten 17 geworden.“ Manoman, so jung und schon so viele Probleme! „Also Claire, ich muss noch eben das Bier und die Chips bei Freunden abliefern, dann fahren wir zu mir nach hause.“ Sie nickte nur. Kurz darauf hielt ich vor Lee´s Haus, es war nur ein paar Straßen von meinem entfernt. Ich parkte den Wagen: „Claire?“ „Hmm?“, kam es von ihr. „Versprichst du mir, dass du gleich noch da bist, wenn ich wieder komme?!“ „Ja, keine Bange! Ich hau´ nich ab!“ Also klemmt ich mir das Bier und die Chips unter den Arm und schaffte es irgendwie noch zu klingeln. „Hey Dunc! Endlich! Wir dachten schon, du hättest dich aus dem Staub gemacht“, witzelte Lee und ließ mich rein. Aber anstatt mir mal was abzunehmen, schlurfte er direkt wieder ins Wohnzimmer und pflanzte sich zu Simon und Antony auf die Couch. „Danke Lee! Schön, dass du mir was abgenommen hast“, erwiderte ich ironisch. „Oh ja....keine Ursache, Dunc“, abwesend starrte er schon wieder auf die Glotze. Ich stellte das Bier und die Chips auf den Tisch. „Ich wollte euch eigentlich nur das Zeug vorbeibringen, denn ich muss wieder weg. Mir ist was dazwischen gekommen.“ Aha, nun hatte ich ihre uneingeschränkte Aufmerksamkeit. „Ey Dunc, was soll der
Scheiß?? Wir wollten doch Fußball gucken“, motzte Lee. „Das könnt ihr auch ohne mich.“ Skeptisch musterte mich Simon: „Was hast du angestellt?“ „Bitte? Ich und was angestellt? Ich bin ja hier wohl nicht derjenige, der andauernd für Schlagzeilen sorgt“, warf ich Lee einen schiefen Blick zu. „Ja, ja, hackt ruhig alle auf mir rum“, erwiderte dieser genervt, „ich bin das ja von euch gewöhnt.“ „Och, unser armes Nesthäkchen“, stieß Ant ihn neckend an. „Ha! Jetzt weiß ich´s“, rief Si triumphierend, „du hast im Supermarkt ein weibliches Wesen aufgerissen.“ Mist, wie kam er da jetzt drauf? Ja, aufgerissen hatte ich ein weibliches Wesen, nur nicht so, wie er dachte. Jetzt musste ich sehen, dass ich hier raus kam, denn Si wusste ganz genau, dass er ins Schwarze getroffen hatte. „Ich muss jetzt los“, wich ich aus und drehte mich auf dem Absatz um. Es wäre nicht klug, ihnen jetzt schon von Claire zu erzählen. Ich kannte sie ja kaum und außerdem.....was sollte ich auch sagen? Das ich eine kleine Diebin vor dem Knast gerettet hatte? Aber nein, es war falsch, sie so zu bezeichnen. Ich glaube kaum, dass sie das freiwillig getan hat. Es muss einen Grund gegeben haben, denn sie scheint mir eher das nette Mädel von neben an, als eine Kleinkriminelle zu sein. Hastig verließ ich Lee´s Haus und stieg wieder ins Auto. Erleichtert atmete ich auf, als ich Claire immer noch auf dem Beifahrersitz sitzen sah. Ich ließ das Auto an und fuhr los. „Wie heißt DU eigentlich?“, fragte sie plötzlich. „Duncan“, lächelte ich, froh, dass sie sich für etwas interessierte, „Duncan......“ „James“, beendete Claire. Ich nickte, während ich mich weiter auf den Verkehr konzentrierte. „Warum hat der Typ eigentlich vorhin so vor die gekuscht?“, wollte sie neugierig wissen. „Tja, das ist der berühmte Promibonus“, lachte ich, „kaum ist dein Gesicht in der Öffentlichkeit zu sehen, denkt jeder, er ist mit dir bestens befreundet. Das hat Vorteile, aber auch Nachteile.“ Ich merkte, wie sie mich von der Seite studierte: „Ich hab dich aber noch nirgends gesehen.“ „Hast du schon mal was von „Blue“ gehört?“ Sie dachte nach und murmelte dann: „Flüchtig.“ Hm.....vielleicht kannte sie ja Lee?! Obwohl wir noch nicht so lange im Geschäft waren, hatte Lee sich schon mit seinen Statements etabliert und sorgte regelmäßig für Lacher und Empörung.
„Kennst du Lee Ryan?“ „Ja klar, wer kennt den nicht? Daher ist mir Blue auch ein Begriff. Das ist doch dieser
eingebildete Idiot, der sich für den bestaussehendsten Sänger aus der Band hält. Ich mein, ich hab die anderen drei ja noch nicht gesehen, aber sie sehen bestimmt tausendmal besser aus, als dieser Lee. Ich hoffe, das ich ihm mal nicht vielleicht über den Weg laufe, denn ich kann ihn inklusive seiner Sprüche nicht ab.“ Ups, na das konnte ja was geben. Das musste ich mir noch notieren: Leinen und Maulkörbe besorgen, bevor ich die beiden aufeinander los ließ. „Darf ich mich jetzt geschmeichelt fühlen?“, grinste ich. „Wie? Warum?“, kam es verständnislos von ihr zurück. „Ns, du hast doch gesagt, dass die andere drei bestimmt tausendmal besser aussehen“, half ich ihr auf die Sprünge, „Oder bist du jetzt enttäuscht von mir?“ „Moment mal! Jetzt noch mal ganz langsam zum mitschreiben! Soll das heißen, du bist mit diesem Idiot in einer Band?“ „Die Kandidatin hat 100 Punkte“, bestätigte ich. „Oh, sorry!“ „Wofür?“ „Das ich ihn Idiot genannt habe.“ Verschwörerisch blinzelte ich ihr kurz zu: „Unter uns gesagt, das ist er auch manchmal. Aber wenn man weiß, wie man ihn zu nehmen hat, dann kommt man gut mit ihm klar. Und ob du´s glaubst oder nicht.....manchmal kann er auch vernünftig sein. Aber das kommt nur höchst selten vor.“ „Sag mal, weiß er, dass du hinter seinem Rücken über ihn lästerst?“, sah sie mich forschend an. „Ich und Lästern?!“, gespielt empört sah ich sie kurz an, worauf sie lauthals lachen musste, „Lee sieht das nicht so eng und du musst es ihm ja auch nicht auf die Nase binden und......außerdem hat es dich doch aufgeheitert, oder etwa nicht?!“ „Stimmt“, lächelte sie. „So, da sind wir. Das ist meine bescheidene Hütte“, ich parkte vor meinem Haus.

~Claire~
He, he, bescheidene Hütte war gut! „Das grenzt ja mehr an einen Palast“, staunte ich. „Ja, du hast recht“, wiegelte er ab, „es ist ziemlich groß, zu groß für mich allein. Deshalb bin ich jetzt auch um so mehr erfreut, endlich eine Mitbewohnerin zu haben. Allein zu wohnen ist nämlich ziemlich öde“, legte er den Arm um mich und führte mich zur Tür. Wow, entweder war er unglaublich dumm oder unglaublich vertrauenswürdig?! Wer tat das schon? Eine Fremde ins Haus zu holen, die man noch dazu vor der Polizei gerettet hatte. Ich weiß auch nicht, was mich da geritten hatte, ihm einfach so blind zu vertrauen. Ich mein, ich kannte ihn ja gar nicht, als ich zu ihm ins Auto gestiegen bin. Und was hatte mir Mum doch schon immer von Klein auf eingebleut?! Richtig, nicht zu Fremden in den Wagen steigen. Komisch, an was ich mich alles wieder erinnere. Immerhin lauerten an jeder Ecke heutzutage Vergewaltiger und Mörder. Aber Mum war nicht mehr da....sie würde nie wieder da sein.... „Hereinspaziert“, riss mich Duncan aus meinen Gedanken. „Wow!“, entfuhr es mir. „Kann ich daraus schließen, dass es dir gefällt?“, fragte er. Eifrig nickte ich. „Klasse! Dann suchst du dir jetzt erst mal ein Zimmer aus und dann zeig ich dir das Badezimmer. Eine heiße Dusche wird dir gut tun.“ „Aussuchen?“ „Klar, was meinst du wohl, warum das Haus sonst so groß ist? Es sind noch jede Menge Zimmer frei“, grinste er. Duncan führte mich die Treppe hoch, zeigte mir sein Zimmer und ich beschloss, das Zimmer neben ihm zu beziehen. Dann zeigte er mir das Bad und als er es verlassen hatte, schloss ich die Tür ab. Ich schälte mich aus meinen Klamotten und Sekunden später rann heißes Wasser meinen Körper hinunter. Das tat so unbeschreiblich gut! Es war das erste mal seit Wochen, dass ich mich wieder so wohl fühlte. Ich vernahm ein Klopfen und gleich darauf Duncan´s Stimme: „Claire, ich wollte dir nur sagen, dass ich dir ein paar Sachen in dein Zimmer gelegt hab. Sie müssten dir eigentlich passen.“ „Danke schön“, rief ich, „ich probiere sie sofort an.“ Wer hatte diesen Mann bloß zu mir geschickt? Der liebe Gott höchstpersönlich?! Ein paar Minuten genoss ich noch das Wasser auf meiner Haut, bevor ich die Dusche abstellte. Ich angelte mir ein Handtuch, um mich abzutrocknen und noch eins für meine Haare. Ich wickelte mir das Handtuch um den Körper und huschte in mein neues Zimmer. Auf dem Bett lagen nicht nur ein paar Klamotten, sondern ein ganzer Wäscheberg. Von der Unterwäsche bis hin zum Rock, Top und Nachtzeug....und alles war nigel nagel neu! Die Preisschilder waren sogar noch dran! Ich zog ein Nachthemd und Unterwäsche hervor und zog es über. Alles passte, wie angegossen. Hm....am besten sehe ich jetzt mal nach, was Duncan so macht. Leise ging ich die Treppe runter und betrat die Küche, eine sehr große Küche wohl gemerkt. Eifrig sah ich Duncan in einem Kochtopf rumrühren. „Jetzt sag nicht, dass du auch noch kochen kannst?!“, sprach ich ihn an. „Klar, kann ich doch kochen“, lächelte er mich an, „du magst doch Spaghetti mit Tomatensoße?!“ „Machst du Witze?! Das ist mein Lieblingsessen!“ „Ui, dann hab ich ja voll ins Schwarze getroffen.“ „Sag mal, die Klamotten, die du mir da hin gelegt hast.....Trägst du so was auch privat? Oder warum hast du so was?“, grinste ich ihn keck an. „Oh nein“, gespielt entsetzt schlug er die Hand vor die Stirn, „jetzt hast du mein dunkelstes Geheimnis aufgedeckt.“ Wir konnten uns beide nicht mehr halten und lachten total los. „Nee, jetzt mal im Ernst“, gluckste Duncan, der sichtlich mühe hatte, sich wieder einzukriegen, „die Sachen sind von meiner Ex-Freundin. Sie hatte sie sich noch gekauft, bevor sie mit mir schluss gemacht hat. Ich wusste doch, dass sie irgendwann noch mal zu was gut sein würden. Ihr Pech, wenn sie sie vergisst und nicht abholt.“ „Auch kein Glück in der Liebe, hm?!“, erwiderte ich nachdenklich. „Nein....nicht so wirklich.“ „Dann geht’s dir wie mir, Ich habe meinen Freund erst vor ein paar Wochen vergrault.“ Stille und ich hoffte, dass er mich jetzt nicht nach dem Warum fragen würde. „Oh, ich glaube, die Spaghetti sind gleich fertig“, meinte er dann und wie zur Bestätigung klingelte die Küchenuhr. Er goss die Spaghetti ab und stellte sie zusammen mit der Soße auf den Tisch: „Lass es dir schmecken.“ Vorsichtig probierte ich, man konnte ja nie wissen, und war restlos begeistert. „Wo hast du gelernt, so gut zu kochen? Das schmeckt köstlich!“, schwärmte ich. „Man lernt viel, wenn man nur von seiner Mum aufgezogen wird.“ „Und dein Dad?“, harkte ich vorsichtig nach. „Der hat sich noch nie für mich interessiert. Er hat meine Mum verlassen, als er erfuhr, dass sie mit mir schwanger war.“ „Hast du ihn denn nie vermisst?“ „Nein, er war mir egal. Weißt du, er hat nie eine Rolle in meinem Leben gespielt. Ich hatte immer meine Großeltern und meine Mum. Sie haben mir gereicht.“ Stille trat ein. Ich musste wieder an meinen Dad denken..... Ich hatte das Glück gehabt, mit einem liebevollen Vater aufzuwachsen.... „Claire, alles okay? Wenn dich irgendwas bedrückt, kannst du immer zu mir kommen.“ Duncan war offen und ehrlich zu mir......sollte ich mich ihm nun auch anvertrauen? Ich weiß, er hat das Recht dazu, die Wahrheit zu erfahren, nach all dem, was er für mich getan hat, aber ich kann einfach nicht.....noch nicht. „Bist du mir böse, wenn ich dir noch nicht sage, was.....“ „Hey, pssst, schon gut“, beruhigte er mich, „lass dir Zeit. Du wirst merken, wenn du soweit bist.“ „Danke.....für alles!“ „Das mach ich doch gern“, aufmunternd sah er mich an, „du gehst jetzt erst mal ins Wohnzimmer, machst es dir bequem und ich räum das hier eben weg.“ „Aber ich kann dir doch helfen“, protestierte ich. „Nein, nein, ab ins Wohnzimmer und keine Widerrede mehr“, und schon hatte er mich aus der Küche geschoben. Im Wohnzimmer nahm ich auf dem weichen Sofa Platz Müdigkeit machte sich breit bei mir. Ich sehnte mich so sehr nach Schlaf. Ich bettete meinen Kopf auf ein Kissen und war augenblicklich eingeschlafen.

~Duncan~

Ach, wie lieb von Claire, dass sie mir helfen wollte, aber das konnte ich nicht verantworten. Nach der Dusche fühlte sie sich zwar besser, aber trotzdem sah ich ihr an, wie erschöpft sie doch eigentlich war. Also schickte ich sie ins Wohnzimmer, während ich das Geschirr in die Spülmaschiene räumte. Als ich dann ins Wohnzimmer kam, sah ich sie zusammengerollt auf der Couch liegen. Bei näherem Betrachten entdeckte ich, dass sie schlief. Ich trug sie nach oben in ihr Zimmer, deckte sie zu und verließ den Raum. Danach beschloss ich, auch ins Bett zu gehen. Meine Gedanken wanderten zu Claire. Was war bloß passiert, dass sie im Heim gelandet war? Und warum hatte sie sich so für meinen Erzeuger interessiert? Bis spät in die Nacht suchte ich nach Antworten, aber ich fand keine. Würde Claire sie mir bald geben? Nur zu gern wollte ich alles wissen, aber ich habe Angst, das, wenn ich sie dränge, sie ganz dicht macht. Ziemlich fertig schlief ich ein und wachte am nächsten Morgen gegen halb zehn auf. Ich machte mich fertig, um Brötchen zu holen. Als ich zurück kam, war im Haus noch kein Ton zu hören, was hieß, dass Claire wohl noch schlief. Ich fing an, alles vorzubereiten und kurze Zeit später hörte ich Schritte auf der Treppe. Gleich darauf steckte Claire auch schon den Kopf zur Tür herein. „Guten Morgen, sweety! Hast du was schönes geträumt?“

~Claire~

Ich war schon länger wach, hielt aber die Augen geschlossen. Ich wollte diesen wunderschönen Traum noch eine Weile festhalten. Er war so wunderschön gewesen und doch so absurd. Ausgerechnet ich lief einem Boygroup - Sänger in die Arme, der mich vor dem Heim rettete und mir auch noch ein neues Zuhause gab. Du hast viel zu viele Soaps gesehen, tadelte ich mich. Nun endlich wagte ich es, die Augen zu öffnen. Ich befand mich in einem großen Bett, in einem riesigen Zimmer. Da auf dem Stuhl lag der Kleiderberg, den Duncan.....moment mal....Duncan?! Es war also doch kein Traum gewesen. Alles war real! Ich beschloss, aufzustehen, um nachzusehen, ob Duncan schon wach war. Vorsichtig tapste ich die Treppe hinunter und fand in der Küche einen reich gedeckten Tisch vor. „Guten Morgen, Sweety! Hast du was schönes geträumt?“, strahlte Duncan. Sweety! So haben mich meine Eltern immer genannt. „Guten Morgen“, versuchte ich zu lächeln, „ich dachte, alles wäre nur ein Traum gewesen.........Du....gestern....alles eben....“ „Warum sollte alles denn nur ein Traum gewesen sein?“ „Weil...“, versuchte ich zu erklären, „....ich weiß auch nicht so recht....“ „Was hältst du davon, wenn wir so lange frühstücken, bis du´s weißt?!“, grinste er. Ich nickte und machte mich hungrig über ein Brötchen her. „So, also ich weiß ja nicht, wie es dir geht, aber ich bin voll“, er strich sich mit der Hand über den Bauch, „dann würde ich mal sagen, du ziehst dich an und wir gehen los.“ „Wo gehen wir denn hin?“, wollte ich neugierig wissen. „Shoppen natürlich! Du brauchst doch noch mehr Klamotten.“ „Duncan, warum tust du das alles?“, jetzt war ich aber mal gespannt. „Einer muss ja dein Leben wieder in den Griff kriegen. Ich hab auch keine Ahnung....wahrscheinlich war ich einfach zur richtigen Zeit am richtigen Ort.“ „Jeder andere hätte.....“ „Ich bin aber nicht jeder andere....und jetzt geh dich anziehen. Ich bin gerade so richtig in Shopping-Laune.“ Ich tat, was er sagte und stand eine halbe Stunde später wieder unten. Den ganzen Tag durchstöberten wir Läden und abends trug jeder von uns mindestens 10 Tüten mit Kleidern, Hosen, Tops, Unterwäsche, Schuhe......und Duncan hatte immer munter die Kreditkarte gezückt. Mehr als einmal hatte ich versucht, ihn zu stoppen, aber er zog mich in noch mehr Läden und brachte noch mehr Klamotten an, die mir, seiner Meinung nach, gut stünden. Wieder zuhause angekommen, ließ Duncan sich stöhnend aufs Sofa fallen. „Du stöhnst?!“, lachte ich, „eigentlich wäre das mein Part gewesen. Deine Shopping-Ausdauer ist ja echt unglaublich!“ „Glaub mir, dass musste ich mir mühsam antrainieren. Wenn man mit Lee mithalten will, hat man das verdammt nötig.“ „Duncan, kann ich dich mal was fragen?“. „Schieß los“, aufmerksam sah er mich an. „Glaubst du, dass es Abschiede für immer gibt?“ „Im Bezug auf den Tod? Nein, das glaube ich. Irgendwann werden wir die Menschen, die wir lieben, wiedersehen.“ „Was macht dich da so sicher?“, harkte ich nach. „An diesen Gedanken habe ich mich geklammert, als meine Großeltern starben. Ohne diesen Gedanken wäre ich durch gedreht und ich glaube noch immer ganz fest daran.“ „Tut mir leid, dass mit deinen Großeltern.“ „Ich denke noch sehr oft an sie, aber ich lebe auch mein Leben weiter. Sie hätten nicht gewollt, dass ich die Vergangenheit nicht los lasse.“ Kann ich das auch? Mein Leben weiter leben? Aber dieser Tag in der Bank lässt mich einfach nicht mehr los! „Claire? Bist du in Ordnung?“ „Ja, ich bin nur müde, nichts weiter. Sei mir nicht böse, aber ich gehe lieber ins Bett. Schlaf gut“, drückte ich ihm noch einen Kuss auf die Wange und verschwand nach oben in mein Zimmer.

~Duncan~

Nachdenklich sah ich ihr hinterher. Irgendwas verbarg sie vor mir. Jetzt vermute ich das noch mehr nach unserem Gespräch eben. In den folgenden zwei Tagen kümmerte ich mich rührend um Claire. Wir lachten viel, aber immer wieder sah ich sie traurig vor sich hin starren. Leider musste ich dann auch schon wieder arbeiten. Am liebsten hätte ich mich weiter um Claire gekümmert, aber das war nun mal mein Job. Glücklicherweise blieben wir vorerst in England, so dass ich abends immer wieder nach hause konnte. 3 Wochen vergingen, aber Claire schwieg immer noch und die Jungs löcherten mich mit Fragen über meine geheimnisvolle Supermarkt-Eroberung. „Dunc, wann rückst du endlich damit raus?“, Lee bearbeitete mich nun schon wieder seit einer geschlagenen halben Stunde. „Okay, okay, du hast gewonnen“, gab ich mich endlich geschlagen. „Simon! Antony!“, brüllte er, „ich habe ihn endlich soweit!“ Die beiden stürmten augenblicklich zur Tür herein. „Also schön, ihr hattet recht. Ich habe jemanden aufgegabelt, aber nicht so, wie ihr denkt.“ „Ja, nee, das glauben wir dir jetzt auch“, meinte Lee ironisch. „An diesem Abend wurde ein 17-jähriges Mädel beim Klauen erwischt. Ich hab sie vor der Polizei bewahrt und seitdem wohnt sie bei mir.“ „Du hast echt nicht mehr alle Tassen im Schrank“, Lee zeigte mir einen Vogel. „Sie tat mir eben leid.“ „Warum hat....ähm....wie heißt sie überhaupt?“, mischte sich nun Simon ein. „Claire“ „Warum hat Claire denn überhaupt geklaut?“ „Warum wohl, Si?“, riss Lee nun wieder seine Klappe auf, „weil sie eine kleine Diebin ist.“ „Sie ist keine Diebin, klar?! Hör auf, so über sie zu reden. Du kennst sie doch gar nicht!“, erwiderte ich gereizt. „Aber du, ja? Wie naiv bist du eigentlich, Duncan? Die räumt dir das ganze Haus aus, wenn du nicht da bist.“ „Bist jetzt ist noch alles an seinem Platz, aber warum lernst du sie nicht erst mal kennen, bevor du so über Claire urteilst?!“, schlug ich vor. Ich hatte wirklich mühe, mich nicht von ihm provozieren zu lassen. „Ich weiß nicht......bist du sicher, dass ich danach meine Brieftasche noch habe?“ „Lee, jetzt reicht´s aber!“, fuhr Simon ihn scharf an. „Wie wär´s wenn wir morgen zu dir kommen, Duncan? Dann lernen wir alle Claire kennen. Wir könnten uns einen schönen Abend mit Pizza essen und so machen“, meinte nun Antony. Puh, bin ich froh, wenigstens die beiden auf meiner Seite zu wissen. Zustimmend nickte ich. „Und Lee ist doch sicher auch damit einverstanden! Oder Lee?!“, harkte Antony nach, doch dieser murrte nur etwas unverständliches vor sich hin. „Schön, dass wir das als ein `Ja´ auffassen können“, erwiderte Simon und klatschte in die Hände, „also Jungs, die Arbeit ruft wieder.“ Jetzt musste ich nut noch Claire beibringen, dass sie morgen ihren Lieblingsfeind Nummer 1 persönlich treffen würde.....

~Claire~

Gelangweilt zappte ich durch das TV-Programm, als Duncan zur Tür hereinschneite. „Du bist ja schon da?!“, wunderte ich mich., denn sonst kam er immer später. „Ja, hat heut nich so lange gedauert“, drückte er mir einen Kuss auf die Wange und ließ sich neben mir aufs Sofa fallen. Minutenlang saß er neben mir, ohne einen Piep von sich zu geben. Über irgendwas grübelte er nach.... „Spuck´s schon aus! Was ist los?“, dieses Schweigen hielt ich einfach nicht aus. „Du hast recht. Ich muss in der Tat mit dir über was sprechen“, begann er, „jetzt sieh mich nicht so ängstlich an. Es ist nichts schlimmes.“ Erleichtert atmete ich aus....Ich dachte schon sonst was.... „Die Jungs werden uns morgen abend besuchen....das heißt natürlich, Lee kommt auch mit.“ „Hast du nicht grad gesagt, es wär nichts schlimmes?!“ „Ach komm schon, Claire. Es wird bestimmt nicht so schlimm, wie du denkst und,,,,,wer weiß, vielleicht versteht ihr euch ja besser, als du annimmst?! Hmmmm..... Duncan hatte viel für mich getan und außerdem schien ihm viel daran zu liegen, dass ich seine Freunde kennen lerne. „Also gut“, willigte ich ein, „dir zu Liebe reiß ich mich zusammen, aber wenn er mir blöd kommt....“ „.....dann hast du meine persönliche Erlaubnis, ihm in den Arsch zu treten“, grinste er. Na, wenn das so ist....

~Lee~

Der nächste Tag war natürlich viel zu schnell rum gegangen und nun saß ich hier mit diesen beiden Verrätern im Auto auf dem Weg zu Duncan und dieser....dieser Dieb...äh Claire. „Ich weiß gar nicht, warum ich dahin mit muss.“, schmollte ich auf der Rückbank. „Weil Duncan dein bester Freund ist und ihm nun mal sehr viel an Claire liegt“, gab Simon von vor zurück, außerdem sah ich, wie Antony zustimmend nickte. Verräter! Die beiden hielten natürlich zu Duncan. Ich kann ihn nicht verstehen, wie er ihr so blind sein Vertrauen schenken kann. Er kennt sie nicht und wer weiß, wo sie her kommt. Nun parkte Simon den Wagen, die beiden stiegen aus, aber ich blieb sitzen. Antony öffnete meine Tür, was hieß, dass ich auszusteigen hatte. Murrend kletterte ich aus dem Auto und Simon raunte mir noch ein „Reiß dich zusammen, Lee“ zu, bevor er klingelte und Duncan uns begrüßte: „Hey, da seid ihr ja endlich. Wir kommen schon um vor Hunger.“ Wir betraten sein Haus und stießen auch schon im Wohnzimmer auf Claire. Gut, ich muss zugeben, dass sie nicht schlecht aussieht, aber das ändert rein gar nichts an der Tatsache, wer sie war: eine kleine Diebin!

~Duncan~

Na endlich klingelte es....wurde auch langsam Zeit! Ich war ziemlich nervös, wegen dem, was heute noch geschehen würde. Claire hatte versprochen, lieb zu Lee zu sein....aber Lee? Der hatte rein gar nichts versprochen und sowie er geredet hatte.... Vielleicht ging ja auch alles gut und ich machte mich ganz umsonst verrückt. Ich öffnete den Jungs die Tür und wir gingen ins Wohnzimmer. „Simon, Antony, Lee, das ist Claire. Claire, das sind meine drei besten Freunde Simon, Antony und Lee“, stellte ich die vier einander vor. Simon und Antony küssten Claire auf die Wange, während Lee und sie sich gerade mal nur widerwillig die Hand reichten. Man konnte deutlich die Ablehnung zwischen den beiden spüren. Die Spannung war förmlich mit Händen greifbar. „Äh ja, dann lasst uns doch mal die Pizza essen, bevor sie noch kalt wird....wäre ja schade drum“, meinte ich. „Antony musterte mich kritisch grinsend: „Also Dunc, ich an deiner Stelle würde aufpassen.....es sei denn, du willst dir körpereigene Rettungsringe antrainieren.“ „Frechheit! Ich bin doch nicht dick!“, murrte ich, „außerdem hätte ich so n blöden Spruch eher von Lee erwartet.“ „Tja, anscheinend hab ich mir schon viel von ihm abgeguckt“, grinste Ant und wir machten und nun endlich über die Pizza her. Eine ganze Weile plauderte Claire nun schon mit Antony und Simon. Die drei schienen sich blendend zu verstehen. Gut, dass die beiden keine Vorurteil ihr gegenüber hatten. Lee hingegen sagte nicht einmal piep. Er hielt sich aus dem Gespräch raus, was bei ihm schon an ein Weltwunder grenzte, denn normalerweise gab er seinen Senf immer und überall hinzu. Schon die ganze Zeit warf er ihr misstrauische Blicke zu, die Claire ebenso misstrauisch erwiderte. Na klasse, das kann ja heiter werden, wenn die beiden mal aneinander geraten. Hätte ich das bloß nicht zu laut gedacht.....

~Lee~

Als ob ich nichts besseres zu tun hätte, als den ganzen Abend hier zu verbringen in Gesellschaft einer Diebin. Si und Ant waren anscheinend genau so blind, wie Duncan. Bin ich hier eigentlich nur von naiven, leichtgläubigen Menschen umgeben?! Wut stieg in mir hoch! Wie konnten die bloß auf ihr Getue rein fallen? Allein schon diese Blicke, die sie mir zuwarf, sprachen Bände. Sie konnte mich genau so wenig ab, wie ich sie. Die ganze Zeit hatte ich bisher geschwiegen, aber lange würde ich mich nicht mehr zurück halten können, sonst würde ich noch platzen. „Warum hast du eigentlich geklaut?“, unterbrach ich das Gespräch, alle Augen richteten sich auf mich. „Was?“, Claire sah mich geschockt an. „Lee!“, zischte Duncan. „Hey, man wird ja wohl noch Fragen dürfen, warum man hier seine Brieftasche festhalten muss“, erwiderte ich pampig, „wo hast du das gelernt? Bei deinen Eltern?“ „Ich lag von Anfang an richtig! Du bist so ein mieses Schwein“, typisch Weib, gleich wieder los heulen. „Ui, soll mich das jetzt etwa beeindrucken?“, höhnte ich. Mit voller Wucht klatschte sie mir eine und rannte heulend nach oben. Die Ohrfeige würde das kleine Biest mir noch büßen.....

~Claire~

Dieses Schwein! Wie konnte er nur so von meinen Eltern reden? Er ist genau so, wie er sich in der Öffentlichkeit gibt.....ein mieses Arschloch eben!! Am liebsten hätte ich sonst was mit ihm gemacht, aber stattdessen hatte ich ihm nur eine Ohrfeige verpasst, war heulend nach oben in mein Zimmer gerannt und mich aufs Bett geworfen. Ich weiß, ich sollte ihm diese Genugtuung nicht geben, aber ich bin nur so wahnsinnig verletzbar im Moment, dass ich einfach nicht gegen die Tränen angekommen bin. Es klopfte, aber ich reagierte nicht. Trotzdem kam Duncan rein und nahm mich in den Arm: „Pssst, ist ja alles okay!“ „Gar nichts ist okay“, schluchzte ich, „ich bin an allem Schuld!“ „Wenn hier einer Schuld ist, dann Lee.“ „Das meine ich nicht...meine Eltern....ich bin schuld!“ „Jetzt beruhigst du dich erst mal und dann erzählst du mir in ruhe, von was du redest“, wischte er mir die Tränen weg. Nun brach alles aus mir raus: der Bankraub, meine Eltern, das Heim.....und irgendwie erleichterte es mich, ihm davon zu erzählen. „Aber Kleines, du bist doch nicht schuld daran“, versuchte er mich zu überzeugen. „Aber wenn ich nicht in Panik geraten wäre....“ „....hätte er vermutlich trotzdem geschossen. Du bist nicht schuld, hörst du! Und deine Eltern würden auch nicht wollen, dass du so denkst!“ „Ich fühl mich so allein.“ „Das bist du nicht. Du hast mich und ich werde dich nie allein lassen.“ Ich hoffe, dass es stimmt, was er da sagt. Ich fühle mich hier bei ihm so sicher und geborgen. „Ich bin gleich wieder bei dir, ok? Ich muss nur noch wem den Hals umdrehen und anschließend erklären, dass es Notwehr war“, erklärte er. „Duncan warte.....“ „Nein, schon gut. Ich kläre das schon mit Lee“, sagte er noch, bevor er mein Zimmer verließ. Grübelnd saß ich auf meinem Bett. Auf der einen Seite fand ich, dass Lee nichts anderes verdient hatte, aber auf der anderen Seite wollte ich auch nicht, dass Duncan sich meinetwegen mit ihm zerstritt. Die beiden waren, aus einem mir unerklärlichen Grund, die besten Freunde und außerdem noch zusammen in einer Band. Ich seufzte. Diesmal würde ich ihn noch vor Duncan retten, aber irgendwann kriegt er das noch wieder....von mir....

~Lee~

„Du hast wirklich das Feingefühl eines Rindviehs“, fauchte Simon mich an. „Ey, jetzt mach mal halblang. Man wird ja wohl noch mal was fragen dürfen“, setzte ich mich zur Wehr. „Wenn man dich einmal bittet, dich zusammen zu reißen....“, fing nun auch Antony an. „Ihr habt mich darum gebeten? Das ich nicht lache! `Reiß dich zusammen, Lee`“, äffte ich Simon nach, „nennst du das eine Bitte?“ „Okay, schön! Du hast recht“, gab Simon nach, „wir haben dir einfach gesagt, was du zu tun hast, aber das gibt die noch lange nicht das recht, dich so zu verhalten!“ „Ich hab die Schnauze voll. Ich geh nach hause!“, drehte ich mich um, doch Simon packte mich an der Schulter. „Du wirst schön hier bleiben, Freundchen und dich Duncan stellen.“ „Bist du wahnsinnig? Der bringt mich doch um, so vernarrt, wie er in die Kleine ist.“ „Das hättest du dir vorher überlegen müssen. Wie heißt es doch so schön? Erst denken, dann reden!“ „Ach, lass mich doch mit deinen klugen Sprüchen in Frieden, Si“, erwiderte ich miesgelaunt. Plötzlich hörten wir Schritte und Duncan kam mit finsterer Miene die Treppe runter. Ui, dass sah echt nich danach aus, als ob mit ihm jetzt gut Kirschen essen wäre.....


~Duncan~

Oh je, meine arme Kleine! Sie tut mir so leid. Sie hat schon soviel durchgemacht. Ihre Eltern sind tot und sie gibt sich auch noch die Schuld daran. Und was macht Lee, dieser Vollidiot? Der hackt auch noch auf Claire rum. Bis jetzt hab ich mir schon viel von ihm gefallen lassen, aber wenn er Claire weh tut mit seinen Sprüchen, dann versteh ich keinen Spaß mehr. Wütend stapfte ich wieder nach unten, packte Lee am Kragen und drückte ihn mit aller Kraft gegen die Wand: "Wenn du sie auch nur noch einmal schief anguckst...." "Was ist dann?" ".....kannst du dein eigenes Grab schaufeln!", knurrte ich. "Duncy....Freund....Kumpel, das meinst du doch nicht ernst", versuchte er ein Grinsen. "Oh doch, das ist mein voller Ernst!" "Warum stellst du dich gegen deinen besten Freund und hältst zu dieser Rumtreiberin?" "Lee, ich warne dich! Treib es nicht zu weit! Wenn du mein bester Freund bist....warum verhältst du dich dann so?" "Dunc, wach doch endlich auf! Die nutzt dich doch nur aus. So sind Diebe nun mal." Das reicht! Dafür fängt er sich jetzt n paar. "Duncan, nein....lass das", das war Claire. "Claire, ich hab dir doch gesagt, ich klär das mit ihm. Geh wieder in dein Zimmer." "Lee, du wolltest doch wissen, warum ich geklaut habe, oder? Ich werds dir sagen", entschlossen kam sie die Treppe runter. "Kleines, du musst das nicht tun!" "Doch, ich will aber", blickte sie mir fest in die Augen, dann wandte sie sich wieder Lee zu, "Weißt du, wie es ist, allein zu sein? Niemanden mehr zu haben? Natürlich weißt du das nicht... Du hast deine Familie und diese drei wunderbaren Freunde, die du weiß gott nicht verdient hast. Du kannst dir nicht vorstellen, wie es ist, mit ansehen zu müssen, wie deine Eltern durch zwei kleine Kugeln mitten ins Herz getötet werden und du dir wünschst, du wärst an ihrer Stelle....denn du weißt du genau, du bist schuld an ihrem Tod! So ging und geht es mir immer noch. Meine Eltern starben bei einem Banküberfall vor wenigen Monaten und wäre ich nicht in Panik geraten, würden sie noch leben. Ich kam in ein Heim, weil ich keine anderen Verwandten habe. Dort habe ich es aber nicht lange ausgehalten und bin abgehauen. Ich hab versucht, mich so durch zu schlagen, aber bald hatte ich kein Geld mehr und mir blieb keine andere Möglichkeit mehr, als zu klauen. Glaub mir, ich danke Gott jeden Tag dafür, dass er Duncan zu mir geschickt hat und ich sehe das nicht als selbst verständlich an, was er für mich tut. Ohne Duncan hätte ich mich vermutlich schon längst aufgegeben....", die ganze Zeit hatte sie sich noch zusammen gerissen, aber bei diesem letzten Satz kullerte eine Träne ihre Wangen hinunter. "Ich bin ja bei dir", zog ich sie in meine Arme und nun flossen ihre Tränen wieder richtig. "Bist du nun zufrieden, Lee?" beschämt sah er zu Boden, "ich glaube, es ist besser, du gehst jetzt!", sagte ich kalt. Ohne ein weiteres Wort verließ er mein Haus. Simon und Antony gaben mir ein Zeichen, dass sie auch gingen. Eine Zeit lang hielt ich Claire noch so in meinen Armen, dann trug ich sie hoch in ihr Bett, wo sie erschöpft einschlief.

~Lee~

Oh Gott, dass konnte ich doch nicht ahnen! Woher hätte ich wissen sollen, dass ihre Eltern ermordet wurden? Es tut mir jetzt alles leid, was ich gesagt hab und ich wünschte, Duncan hätte mir wirklich n paar aufs Maul gegeben, denn ich hab´s mehr als verdient. „Glückwunsch, Lee! Du hast mal wieder den Vogel abgeschossen“, nahm mich Simon direkt in die Mangel, als wir Dunc´s Haus verlassen hatten. Grimmig sah mich Antony an: „Ich hoffe, du bist stolz auf dich! Die arme Claire!“ „Jetzt hört doch mal auf. Ich fühl mich schon beschissen genug, auch ohne eure Kommentare“, jammerte ich. „Ha, du fühlst dich beschissen? Was glaubst du erst, wie Claire sich fühlt? Es ist schon schwer genug sie, mit dem Tod ihrer Eltern klar zu kommen und dann kommt auch noch zu allem Übel so ein Hornochse wie du daher“, wusch mir Simon den Kopf. „Ein Glück, dass Duncan sie gefunden hat und sich um sie kümmert“, bemerkte Antony. „Ja, Duncy, der gute Samariter“, murrte ich leise. Manchmal ging es mir echt auf den Keks zu hören, wie perfekt Duncan doch war. Als ob er nie Fehler machen würden.....aber bei ihm wird ja darüber hinweg gesehen, während bei mir alles auf die Goldwaage gelegt wird....nicht nur von der Presse. „Steig jetzt in dieses verdammte Auto ein, Lee“, befahl Simon, der meinen leisen Kommentar mitgekriegt hatte, „und wenn ich auch nur noch ein Wort von dir hören sollte, dann werde ich das nachholen, wovon Duncan abgehalten wurde. Haben wir uns verstanden?!“ Oh, wie ich es verdammt noch mal hasse, wie ein Kleinkind behandelt zu werden. „Haben wir uns verstanden?!“, äffte ich Simon in Gedanken nach, dass sagt man doch nur zu 5-jährigen! Aber besser, ich mucke jetzt nicht mehr auf. Hab schon genug stress am Hals. Bei mir zuhause schmissen sie mich raus und fuhren direkt weiter. Noch nicht mal verabschiedet hatte sie sich von mir. Nachdenklich ging ich rein, zog mich aus und ging sofort ins Bett. Krampfhaft versuchte ich mich in Claire´s Lage zu versetzen, aber es klappte nicht. Sie hatte recht, ich konnte es nicht wissen. Noch nie in meinem Leben hab ich mich für mein Verhalten geschämt, aber jetzt tat ich es. Ich beschloss, über meinen Schatten zu springen und mich gleich morgen bei ihr zu entschuldigen. Ja, dass mache ich und wenn es das letzte ist, was ich tue...

~Claire~

Am nächsten Morgen wachte ich auf und musste erst mal überlegen, wie ich ins Bett gekommen war. Alles war etwas verschwommen, aber so langsam kam alles wieder. Duncan musste mich ins Bett gebracht haben nach.....der Sache mit Lee. Wut stieg wieder in mir hoch auf diesen verfluchten Mistkerl. Wie konnte er nur? Bevor ich mich weiter in meine Wut hinein steigern konnte, stand ich lieber auf. Im Wohnzimmer fand ich Duncan vor, der an einem Kaffee schlürfte. „Guten Morgen“, er zuckte zusammen, „sorry, ich wollte dich nicht vergessen.“ „Schon gut, ich hatte nur noch nicht mit dir gerechnet. Magst du dich zu mir setzen?“, deutete er auf den Platz neben sich. Ich machte es mir neben ihm auf dem Sofa gemütlich. „Wegen gestern....“, setzte er an, „es tut mir leid, was Lee gesagt hat.“ „Du musst dich nicht für ihn entschuldigen, denn du kannst nichts dafür, dass er so ein Holzkopf ist.“ Wir schwiegen uns an, dann sprach er weiter: „Ich weiß, wie du dich fühlst. Ich....ich wollte auch nur noch im ersten Moment sterben, als ich von dem Tod meiner Großeltern erfuhr. Sie waren, neben meiner Mum, alles für mich. Aber ich habe mich besinnt, mein Leben, auch wenn es schwer war und weh tat, wieder in den Griff gekriegt und weiter gelebt. Auch du wirst es schaffen....und ich werde dir dabei helfen.“ „Wie soll das gehen, Duncan?“, Tränen traten mir wieder in die Augen, „ich bin so unglaublich wütend auf die Kerle, die sie mir genommen haben. Wie soll ich das bloß schaffen?“ Wieder nahm er mich in die Arme: „Du trauerst......und dann blickst du nach vorn.“ Ich heulte, was das Zeug hielt und kriegte mich erst wieder ein, als er mir immer wieder beruhigend über den Rücken strich. Duncan´s Nähe hatte eine entspannende Wirkung auf mich. Die Ruhe wurde durch das laute Schellen der Türklingel durchbrochen. „Ich geh schon“, schniefte ich und wischte mir über die Augen. Als ich die Tür öffnete, glaubte ich meine Augen nicht zu trauen. Da stand doch tatsächlich Lee vor mir. „Willst du zu Duncan?“, fragte ich kalt. „Nein, ich...“ Gut, dachte ich mir, kann ich ihm also beruhigt die Tür vor der Nase zu knallen. Daraufhin klopfte es. Genervt öffnete ich wieder die Tür: „Was zum Teufel willst du?“ „Mich bei dir entschuldigen.“ „Ja, klar....“, ich wollte die Tür wieder zu machen, aber diesmal war er schneller und stellte einen Fuß dazwischen: „Gib mir doch wenigstens eine Chance.“ „Jetzt sperr mal schön die Lauscher auf, denn ich wiederhole mich ungern. Ich habe dich gestern vor Duncan gerettet, weil ihr schon lange Freunde seid, aber noch einmal werde ich es nicht tun. Also lass mich gefälligst in Ruhe“, fauchte ich ihn an und schubste Lee zurück. Schnell schloss ich die Tür und durch den Spion konnte ich sehen, wie er ging. „Wer war das?“, wollte Duncan wissen, als ich ins Wohnzimmer zurück kam. „Lee.“ „Ich versteh nicht, dass der sich noch hierher traut....dem werde ich gleich was erzählen.“ „Gleich? Musst du schon wieder arbeiten?“, fragte ich traurig. „Ja, leider. Ich hab da heut eigentlich auch keinen Bock drauf....aber was soll ich machen?!“, er hob mein Kinn an, so dass ich ihm genau in die Augen sehen musste, „hey, schenkst du mir noch eines von deinen hübschen Lächeln, bevor ich los muss?“ Ich konnte gar nichts anders, denn seine strahlend blauen Augen ließen mich automatisch lächeln. „Na also“, lächelte er zufrieden, gab mir einen Kuss auf die Stirn und erhob sich vom Sofa, „bis heute Abend.“ Also, wie kann ich mich jetzt ablenken, bis er wieder kommt?

~Duncan~

Wirklich unfassbar, dass sich Lee noch traute, an meiner Tür zu klopfen, dachte ich, als ich das Haus verließ. Anscheinend hatte er noch nicht genug. Na ja, gleich werde ich ihn ja treffen, denn heute fielen wieder mehrer Interviews und einige Fotoshootings an. Ich fuhr zu unserem ersten Termin und es geschahen ja doch noch Zeichen und Wunder, denn Lee war auch schon da. Sonst war er doch immer zu spät. „Guten Morgen, Dunc! Wie geht’s Claire?“, begrüßte mich Antony. „Den Umständen entsprechend. Sie hat sich wieder einigermaßen beruhigt.“ „Und du? Hast du dich auch wieder einigermaßen beruhigt?“, runzelte Simon die Stirn. „Sagen wir mal so....wenn mich eine ganz bestimmte Person nicht blöd von der Seite anlabert, hab ich mich ganz gut im Griff.“ „Okay ja, ich hab´s ja verstanden. Ich hab scheiße gebaut, aber ich gehöre auch zu dieser Band und ihr könnt mich nicht wie Luft behandeln....Duncan, würdest du mich vielleicht mal ansehen, anstatt krampfhaft zu versuchen, mich zu ignorieren?! Es tut mir leid, was gestern abend passiert ist und ich war vorhin bei dir, um mich bei Claire zu entschuldigen, aber sie wollte davon nichts hören.“ „Warum sollte sie auch? Um sich nach deiner nächsten Gemeinheit wieder eine leere Entschuldigung anzuhören?“ „Also gut, Duncan! Was muss ich tun, damit DU mir verzeihst? Sag mir deine Bedingungen.“ Ganz dicht trat ich an ihn ran: „Halt dich von ihr fern......oder du lernst mich richtig kennen!“ Ich denke, dass war deutlich genug, denn er nickte ängstlich. Hätte nicht gedacht, dass unser freches Großmaul mal Angst vor mir haben würde. „Schön, dass du es jetzt verstanden hast und nun lasst uns unsere Job machen.“

~Lee~

Wow! Also das war eindeutig! Ich hab Duncan noch nie so erlebt....er war so....ich glaub, ich werd in Zukunft etwas mehr Respekt vor ihm zeigen. Er hat mir unmissverständlich klar gemacht, dass ich mich von ihr fern halten soll. Am besten befolge ich seine Anweisungen, sonst macht mich Duncan tatsächlich noch n Kopf kürzer und ich muss gestehen, dass ich sehr an meinem gutaussehenden Kopf hänge. Aber entschuldigen will ich mich trotzdem. Dafür muss ich ja nicht unbedingt in ihrer Nähe sein. Es ist zwar nicht, so als, als wenn ich das persönlich mit ihr klären würde, aber wofür wurde das Telefon sonst erfunden? Genau für solche Fälle, wie mich. Und wenn das nicht klappt, dann fallen mir sicher noch andere Dinge ein. Hab ja genug Zeit, während ich mich heute in den Interviews langweile....

~Claire~

Ablenken war leichter gesagt, als getan. In der Glotze lief nichts gescheites und auch der Versuch, mich auf eine Zeitschrift zu konzentrieren, scheiterte kläglich. Ich überlegte und beschloss, lang und ausgiebig duschen zu gehen. Man, tat das gut! Als ich das Wasser wieder abstellte, hörte ich es unten klingeln. Wer kann das jetzt sein, dachte ich und schlang ein Handtuch um meinen Körper. So bekleidet ging ich nach unten und öffnete die Tür. Davor stand eine fremde Frau. „Hallo, ich bin Fiona Inglis. Duncans Mum”, stellte sie sich lächelnd vor. Na toll, so hatte ich mir das Zusammentreffen mit seiner Mutter nicht vorgestellt. Ein halbnacktes Mädel im Haus ihres Sohnes.....Was denkt sie jetzt bloß von mir? „Bitte, kommen sie doch rein“, stotterte ich und ließ sie eintreten: „Duncan ist aber nicht da.“ „Ich weiß, er hat mich vorhin angerufen.“ „Oh“, machte ich nur. „Claire, möchtest du dich nicht anziehen, während ich uns einen Kaffee mache?“ Ich nickte, ging nach oben und zog mir Klamotten über. Sie kannte meinen Namen, was bedeutete, dass Duncan ihr von mir erzählt hatte. Nur, wie viel? „Mrs. Inglis....“ „Fiona“, unterbrach sie mich gleich lächeln, „ich denke, es ist einfacher für uns beide, wenn wir direkt zum „Du” übergehen. Meinst du nicht auch?!“ Schüchtern nickte ich: „Fiona, was hat dir Duncan von mir erzählt?“ „Er hatte nicht viel Zeit, deswegen hat er alles grob zusammen gefasst. Er meinte auch, dass du es mir vielleicht lieber selber erzählen möchtest. Vorausgesetzt, du bist dazu bereit?!“ Ich spürte bei ihr genau die liebe- und verständnisvolle Art, die auch Duncan besaß und deswegen zögerte ich auch nicht, ihr mein Herz auszuschütten und ihr zu berichten, was Duncan noch heute morgen zu mir gesagt hatte. „Und damit hat er vollkommen recht. Das gleich habe ich zu Duncan damals nach dem Tod seiner Großeltern gesagt. Zu Trauern ist ein langer und schwieriger Weg, der mit vielen Schmerzen und Tränen verbunden ist. Aber damit verarbeitest du alles und es wird dir helfen, dein Leben wieder in den Griff zu kriegen. Weine, wenn dir danach ist und verschließe dich nicht, vor allem nicht vor Duncan.“ „Das werde ich ganz sicher nicht tun. Er ist der einzigste, den ich noch hab.“ „Und ich bin auch noch da. Du kannst immer zu mir kommen.“ „Danke schön“, sagte ich gerührt, „ich weiß gar nicht, wie ich das alles wieder gut machen soll.“ „Du scheinst Duncan sehr gut zu tun und das reicht mir vollkommen aus.“ Das Klingeln des Telefons unterbrach unser Gespräch. „Hallo?“, meldete ich mich. „Hey Claire, ich bin´s Lee.“ „Was willst du?“, fragte ich genervt. „Mich immer noch bei dir entschuldigen.“ „Hab ich dir nicht gesagt, du sollst mich in Ruhe lassen?!“ „Nicht, bevor du meine Entschuldigung angenommen hast, meine Süße.“ Ey, was bildet sich der Kerl eigentlich ein? „Erstens bin ich nicht deine Süße! Und Zweitens kannst du da lange drauf warten!“, ich legte auf. „Wer war denn das?“, wollte Fiona wissen. „Lee“, murmelte ich. „Deinem Gesichtsausdruck nach zu urteilen, seid ihr nich gerade die besten Freunde?!“ „Freunde?“, lachte ich, „früher oder später werden wir uns wohl gegenseitig skalpiert haben. Ich konnte ihn noch nie ab.....und jetzt noch viel weniger.“ Ich erzählte Fiona, was zwischen Lee und mir vorgefallen war. „Hmmmm....stimmt schon, Lee ist nicht gerade einfach, aber auch in ihm steckt irgendwo ein guter Kern und dieser will sich anscheinend jetzt bei dir entschuldigen“, meinte Fiona. „Dieser Kern muss dann aber wirklich furchtbar winzig sein.“ „Rede nicht so, Claire. Du weißt nicht, was noch alles passiert. Vielleicht wird aus euch beiden ja noch was?!“, zwinkerte Fiona mir zu. „Aus dem und mir? Ich würde ihn nicht mal mit ner Kneifzange anfassen, selbst, wenn er der Einzigste Typ auf Erden wäre“, blieb ich stur. „Was sich liebt, das neckt sich!“ „Nie im Leben!“ Später beschlossen wir dann, noch in die Stadt zu gehen, wo wir bis zum Abend blieben. Jetzt muss ich erst mal gucken, ob Duncan schon zuhause ist. „Na, junge Dame? Wo kommen wir denn so spät noch her?“, angestrengt versuchte er streng zu gucken, aber so wirklich funktionierte das nicht. „Spinner“, lachte ich und umarmte ihn, „Danke schön! Das war echt ne tolle Idee von dir.“ „Es hat dir also geholfen?“ „Das hat es. Deine Mum ist wirklich spitze.....“, wir ließen uns auf der Couch nieder, „und jetzt weiß ich auch, woher du diese liebevolle Art hast.“ Er grinste: „Findest du das? Ich glaub, Lee würde dir was anderes erzählen, zu dem war ich heute nämlich gar nicht liebevoll. Ich denke, er wird dich jetzt in Ruhe lassen.“ „Oh Duncan, ich glaube, da denkst du.....“, schon wieder diese scheiß Türklingel, „ich geh schon“, seufzte ich wieder mal und ging zur Tür.

~Duncan~

Wusste ich es doch, dass es eine genial Idee ist. So was kommt dabei raus, wenn man sich in Interviews langweilt. Ich war mir gleich ziemlich sicher, dass sich die beiden gut verstehen würden. Ich will nicht, dass sie denkt, mit ihren Problemen allein zu sein, denn das ist sie nicht. Ich möchte, dass sie zu mir oder meiner Mum kommt, um zu reden, nur scheinen unsere Gespräche dazu verdammt zu sein, andauernd gestört zu werden. „Pizza?“, fragte ich erstaunt, als Claire wieder ins Wohnzimmer kam, „ich hab doch gar nichts bestellt.“ „Tja, ich weiß auch nicht. Der Pizzabote hat mir den Karton und den Brief in die Hand gedrückt.“ „Zeig mal den Brief“, sie gab ihn mir und ich las laut vor, „Hey Süße! Sieh diese Friedenstaube bitte als Entschuldigung an. Ruf mich doch an! Lee“ „Ich flipp echt aus, wenn er noch einmal „Süße“ sagt oder schreibt“, stapfte sie durchs Wohnzimmer. „Noch einmal?“ „Ja, er hat heute morgen angerufen, als deine Mum da war.“ „Deshalb ist er auch auf einmal verschwunden.“ Ich klappte den Karton auf und fand eine Pizza-Taube darin vor. Dieser Pizzabäcker musste echt ein wahrer Meister sein und ich möchte nicht wissen, was Lee für dieses Kunststück geblecht hat. „Jetzt setz dich doch endlich hin und iss“, sie ging immer noch wütend im Wohnzimmer auf und ab, während ich schon an einem Stück Pizza kaute. „Du glaubst ja wohl nicht, dass ich das da anrühre?!“ „Jetzt komm schon! Zum Wegschmeißen ist es auch zu Schade.“ Widerwillig setzte sie sich und probierte ein kleines Stück: „Na ja, wenigstens hat er uns das Kochen erspart.“ Lee scheint es wirklich ernst zu meinen, aber ich kann Claire auch sehr gut verstehen. Sie konnte Lee vorher schon nicht ausstehen und nachdem, was er sich geleistet hatte, war er bei ihr ganz unten durch. Ach, irgendwann wird er schon aufgeben. So was hält bei ihm ja nie lange an.....

~Claire~

Dieser Kerl gibt einfach nicht auf. Muss ich ihn noch mehr anschnauzen, um ihn endlich los zu werden? Was fällt ihm nach dieser Pizza-Nummer noch ein? Ich muss ja zugeben, sie hat sehr gut geschmeckt, aber deshalb ruf ich ihn noch lange nicht an. Ich lass mich doch nich mit ner Pizza bestechen!! Am nächsten Morgen beschloss ich im Hyde park joggen zu gehen, da ich schon so früh wach war. Duncan zu wecken schlug gründlich fehl. Er murrte nur: „Aber doch nicht um diese Uhrzeit!!“ und zog sich die Decke über den Kopf. Also ging ich eben allein mich auspowern und ließ die Schlafmütze eine Schlafmütze sein. Es war ein wirklich schönes Morgen heute und ich war nicht die Einzigste, die heute im Hyde Park ihre Runden drehen wollte. Es tat richtig gut zu laufen. Ich weiß schon gar nicht mehr, wie lang ich das schon nicht mehr gemacht habe. Plötzlich rief eine mir bestens bekannte Stimme meinen Namen und dieser wunderbare Morgen verwandelte sich in einen Albtraum. Ich blieb stehen und Lee kam in vollem Jogging Outfit hinter mir her gerannt. „Du hast wirklich ein Talent, einem alles zu versauen“, motzte ich ihn direkt an. „Ich wünsche dir auch einen guten Morgen“, erwiderte er ironisch. „Gut würde ich das nicht nennen. Also, was willst du? Ich hab schließlich nicht den ganzen Tag Zeit.“ „Hast du meine Nachricht gestern nicht erhalten?“ „Doch, das hab ich und die Pizza auch. Aber meinst du, ich springe dir jetzt gleich in die Arme? Ich lass mich doch nicht mit ner Pizza bestechen. Außerdem muss ich sagen, dass ich schon bessere gegessen hab“, oh ja, diesen letzten Satz musste ich ihm jetzt noch reindrücken. „Ich meine es wirklich ernst. Kannst du mir nich einmal verzeihen?“ „Ey bitte, verschon mich doch einfach mit deinem leeren Geschwätz“, zickte ich und ging weiter. Er packte mich am Arm und drehte mich grob zu sich um: „Bist du bei Duncan auch so n Miststück?“ „Spinnst du? Lass mich los oder ich schrei den ganzen Hyde Park zusammen und außerdem tust du mir weh.“ „Hey junger Mann! Lassen Sie das Mädchen los“, sagte die alte Frau, die plötzlich hinter Lee stand, und ihm nun einen Schlag mit ihrem Gehstock verpasste. Anscheinend war sie bei ihrem morgentlichen Spaziergang auf uns aufmerksam geworden. „Aua!!“, schrie er gequält auf, als der Stock der alten Dame ihn ein zweites Mal erwischte, worauf er mich dann endlich los ließ. „Danke schön“, lächelte ich die alte Dame nett an und beschloss, Lee hier und jetzt in die Pfanne zu hauen, „Ich wusste nicht mehr, was ich machen sollte, Madam. Gut, dass Sie gekommen sind. Dieser Kerl belästigt mich schon eine ganze Weile.“ „Du hinterhältiges Biest“, zischte Lee, worauf er sich noch einen Hieb mit dem Stock einfing. „Sie unverschämter Lümmel Sie! Wie können Sie nur so mit der jungen Dame reden? Schämen sollte Sie sich“, rief die alte Dame erbost und dann wieder nett an mich gewandt: „Schon gut, mein liebes Kind! Ich werde diesen Wüstling beschäftigen, während Sie verschwinden“, zwinkerte sie mir freundlich zu. „Vielen Dank! Sie sind ein Engel!“, strahlte ich, nickte ihr noch mal freundlich zu und ging, aber nicht, ohne Lee noch einen gehässigen Blick zuzuwerfen. „Bleib stehen, du verdammtes Miststück“, schrie er mir hinterher, worauf sogleich ein „Aua!“ folgte. Lee hatte sich wohl wieder eine gefangen. Noch von weitem hörte ich die lautstarke Predigt der alten Dame, die sie Lee über Belästigung hielt und, als ich mich noch ein letztes Mal umdrehte, sah ich, wie sie mit hoch erhobenen Stock vor ihm stand. Und meiner Meinung nach hatte er das auch verdient. Vielleicht sollte ich mir auch so n Teil anschaffen?! Ich musste mich wirklich beherrschen, nicht laut los zu lachen. Dieser Morgen ging doch anders aus, als erwartet und ich muss sagen, er war voll zu meiner Zufriedenheit.....

~Duncan~

Nachdem Claire mich äußerst unsanft geweckt hatte, versuchte ich wieder einzuschlafen, aber es gelang mir natürlich nicht. Also stand ich auf, um mir erst mal einen Kaffee zu machen. Konnte ja nicht den ganzen Tag im Halbschlaf verbringen. Mit einer vollen Tasse schlurfte ich ins Wohnzimmer und pflanzte mich auf die Couch. Nach einer Weile schneite Claire mit einem zufriedenen Grinsen zur Tür herein: „Na Schlafmütze? Sind wir endlich aus unserem komatösen Tiefschlaf erwacht?“ „Ganz schön frech am frühen Morgen“, grinste ich und sie gab mir ein Küsschen auf die Wange, „woher die gute Laune?“ Sie fing an zu erzählen und mit jeden Satz von ihr, fiel meine Kinnlade immer weiter nach unten, bis ich mich schließlich nicht mehr halten konnte und mich auf der Couch vor lachen kringelte. Oh Gott, ich kann sein Gefluche bis hier hin hören, dachte ich, was mich noch viel mehr lachen ließ. Ein Wunder, dass er noch nicht vor der Tür stand.... „Oh man, jetzt ärgere ich mich doch, dass ich nicht aus den Federn gekommen bin“, gluckste ich, während ich mich bemühte, meinen Lachanfall in den Griff zu kriegen. „Tja, Pech gehabt würde ich sagen. Demnächst schwingst du deinen Hintern wohl besser aus dem Bett, um mit mir joggen zu gehen“, sie musterte mich kritisch, „es sein denn, du hast doch vor, dir Rettungsringe anzutrainieren.“ „Oh, das verlangt nach Rache“, stürzte ich mich auf sie. „Ahhhh, Duncan hör auf“, quietschte sie, „ich nehm alles zurück, aber hör auf mich zu kitzeln.“ „Na gut, lass ich noch mal Gnade vor Recht ergehen“, ließ ich von ihr ab. „Mach dich schon mal auf was gefasst, Duncan“, atmete Claire durch, „Lee wird mega stinkig sein.“ „Und das nicht zu knapp“, ergänzte ich, „so was hat wirklich noch keiner mit ihm gemacht.“ „Dann wurd´s ja mal höchste Zeit“, sagte sie zufrieden. Wenn er ihr das mal nicht heimzahlt?! Wenn wir uns nachher sehen, wird er sich erst mal bei mir Luft machen......

~Lee~

„Na, hat dir das kleine hinterhältige Miststück alles brühwarm erzählt?“, fuhr ich Duncan an. Musste sie wohl, warum sollte er sich sonst wohl hier den Arsch ablachen?! Er ist rein gekommen, hat mich gesehen und konnte sich gar nicht mehr einkriegen. Natürlich wurden auch Simon und Antony darauf aufmerksam und Duncan ließ es sich nicht nehmen, ihnen alles haarklein zu erzählen. „Tut mir leid, Lee“, gluckste Duncan, „aber das hätte ich wirklich zu gern gesehen.“ „Ja, ja, halt bloß deine Klappe“, ich zeigte ihnen meine blauen Flecke, obwohl Blutergüsse wohl das passendere Wort wäre, „ich weiß nicht, was schlimmer ist: Das hier oder die halbstündige Predigt von dem alten Drachen.“ So lange hatte ich diese nämlich über mich ergehen lassen müssen, bis das alte Weib mich endlich hat gehen lassen. „Tz tz tz, also wirklich, du unverschämter Lümmel“, Antony brach schon wieder in schallendes Gelächter aus. „Mach euch ruhig über mich lustig“, erwiderte ich brummig. Ich war wirklich unglaublich wütend auf sie. Claire hat es mir richtig heimgezahlt und ich finde, wir sind mehr als quit. Trotz allem werde ich noch einen Versuch starten, aber wenn sie meine Entschuldigung dann nicht annimmt, dann kann sie mich mal gerne haben.....

~Claire~

Na, wie ich sehe, hast du´s überlebt“, grinste ich, als Duncan nach hause kam. „Aber gerade so“, ließ er sich neben mir aufs Sofa plumpsen, „Lee war auf 180! Die alte Dame hat ihn ne halbe Stunde lang fest gehalten.“ „Geschah ihm ganz recht“, lachte ich. „Claire, du solltest aufpassen“, sagte Duncan ernst, „so was vergisst Lee nicht so schnell und ich denke, dass er dir das heimzahlen wird.“ „Oh, ich bitte dich, Duncan, glaubst du, ich hab Angst vor ihm?“ „Ich sag ja nur, dass....“, wieder mal die Klingel. „Ich glaub ich bin im falschen Film“, seufzte ich und ließ meinen Kopf an seine Schulter sinken. „Dieses Mal gehe ich aber“, lachte er und kam wieder mit einem riesigen Blumenstrauß und einer Schachtel Pralinen. „Oh nein, nicht schon wieder!“ „Ich fürchte doch“, drückte er mir die Blumen in die Hand und las den Brief vor: „Hey Schnecke! Du hast es mir heute richtig heimgezahlt und ich finde, wir sind quit. Dann kannst du mir ja jetzt eigentlich verzeihen?! Ruf mich an! Lee“ Angenervt lief ich im Wohnzimmer auf und ab: „Was zum Teufel hab ich verbrochen, dass ich diesen Kerl nicht los werde?“ „Keine Ahnung“, nuschelte Duncan. Seelenruhig saß er da auf dem Sofa und schob sich genießerisch eine Praline in den Mund. „Wie kannst du DIE jetzt bloß essen?“ „Claire, das sind die besten und teuersten Pralinen Londons. Solche werden nur bei Harrods hergestellt. Probier doch mal“, hielt er mir eine entgegen. „Nein, danke“, betrachtete ich angeekelt die Praline, „die kommen von Lee. Das reicht mir schon!“ „Was willst du jetzt machen?“, wollte er wissen, während er weiter von den Pralinen naschte. „Na, was wohl? Ich schmeiß ihm das Zeug jetzt sofort vor die Füße! Also Duncan, rück den Süßkram raus!“, ich griff nach der Schachtel, aber er brachte sie blitzschnell außer Reichweite. „Och komm schon ,Claire! Lass sie mir doch.....sind doch eh nicht mehr viele“, bettelte er mit einem Dackelblick, dem man einfach nicht widerstehen kann. „Also schön“, gab ich nach, denn es stimmte, er hatte fast alle weg gefuttert, „begnüg ich mich eben mit den Blumen. Ich bin bald wieder da.“ Mit dem Strauß in der Hand machte ich mich auf den Weg zu Lee, der nur wenige Straßen von uns entfernt wohnte. Ich klingelte wie eine Bekloppte, bis sich der Herr mal zur Tür bequemte. „Ja, ja, ich kann ja nicht fliegen“, ertönte es von drinnen, dann riss Lee mit einem Ruck die Tür auf, „Ach du bist´s, Claire! Schön dich zu sehen. Magst du nicht rein kommen?“ „Nein danke und spar dir das Süßholzraspeln“, ich schmiss ihm mit voller Wucht die Blumen vor die Füße. „Was soll das?“ „Kannst du dir das nicht denken?! Ich hab keinen Bock auf deine Geschenke, ich hab keinen Bock auf deine blöden Entschuldigungsversuche und vor allem hab ich keinen Bock auf DICH!“, schnauzte ich ihn an. „Was hast du eigentlich für Probleme mit mir?“, fragte er wütend. „Dann will ich mal Klartext reden: Ich kann dich nicht ausstehen, Ryan! Schon bevor ich dich kannte und jetzt erst recht nicht“, knurrte ich. „Schön, dass beruht nämlich auf Gegenseitigkeit! Ich kann dich jetzt nämlich auch nicht mehr ab. Und weißt du auch wieso? Weil du ein hinterhältiges Miststück bist und eine Zicke noch dazu!“ „Ich glaube, das erwähntest du schon mal“, erwiderte ich ungerührt, was ihn auf die Palme zu trieben schien. „Das bedeutet Krieg, meine Liebe! Ich hoffe, das ist dir klar?! Bedenke, mit wem du dich hier anlegst!“ „Willst du mir hier jetzt drohen oder was? Meinst du etwa, ich hab Angst vor dir?“, lachte ich laut, drehte mich um und ging einfach. „Lauf nachher ja nicht heulend zu Duncan und beschwer dich bei ihm.“ „Ich brauche Duncan nicht, um mit dir fertig zu werden“, rief ich zurück. Nein, das schaff ich schon ganz allein....

~Duncan~

„Es herrscht Krieg!“, verkündete Claire, als sie von Lee zurück kam. Sie erzählte, was passiert war und endete mit dem Satz: „Das wird ganz schön blutig!“ Na super, da haben sich ja zwei gesucht und gefunden. „Wie lange soll das jetzt so gehen?“ „Bis er aufgibt“, antwortete sie schulterzuckend. „Das wirst du nicht schaffen. Bei solchen Dingen gibt Lee nicht so schnell nach.“ „Dann wird es ewig dauern, denn ich habe nicht vor, nachzugeben.“ „Könnt ihr nicht einfach das Kriegsbeil begraben?“, seufzte ich. „Kommt ja gar nicht in frage! Wo bleibt da der Spaß?“, grinste sie und verkündete, dass sie jetzt zu Bett gehen würde. Schließlich müsste sie für die nächste Runde ja ausgeruht sein. Das sind aber auch zwei sture Dickköpfe! Wo wird das bloß enden? Entweder gibt einer von ihnen freiwillig auf oder es gibt Tote. Wobei ich eher denke, dass das letztere eintreffen wird......

~Lee~

Was erlaubt sich dieses kleine Luder eigentlich, mich heraus zu fordern? Sie will Krieg? Den kann sie haben! Zum Schluss, wenn ich mit ihr fertig bin, wird sie heulend zu Duncan laufen. Ohhh, wie wütend mich dieses Mädel macht! Die wird noch ihr blaues Wunder erleben, dass versprech ich ihr......

~Claire~

Der Krieg zwischen Lee und mir kam nun erst richtig in Fahrt, als Duncan beschloss, mich überall hin mitzuschleppen......Interviews.....Auftritte.....Foto-Shootings....Gott, was für n Stress! Ich weiß gar nicht, wie er das aushält?! Duncan jedenfalls war der Meinung, dass ich viel zu viel allein war und deswegen hatte er auch darauf bestanden, dass ich ihn von nun ab begleite. Lee und ich triezten uns wo wir nur konnten.....sehr zum Unwillen der anderen, die Lee dafür immer über den Mund fuhren, wenn er gemein zu mir war. Wenige Monate später kam der Tag, an dem die Proben für die Tour der Jungs begangen. Die Tänzer und Tänzerinnen der Jungs waren wirklich unglaublich nett. So und so waren alle total lieb und freundlich zu mir und ich verstand mich mit allen glänzend. Lee passte das natürlich ganz und gar nicht in den Kram. Er versuchte überall, mich mies zu machen, aber unter den warnenden Blicken Johnny ´s verstummte er. Dieser schien hier irgendwie der Einzigste zu sein, der die Jungs im Griff hatte, die rum herhüpften, wie ein Sack Flöhe. Aufmerksam verfolgte ich die Proben und wenn ich so sehe, wie sich Laura, Lee´s Tanzpartnerin, von ihm anpacken ließ, drehte sich mir der Magen um! Sicher, es gehörte zur Choreographie, aber trotzdem..... „Laura, ich versteh nicht, wie du das aushältst, dich von diesem....diesem Idioten antatschen zu lassen?“ „Du hörst dich schon genau so an, wie mein Freund“, lachte Laura, „mir macht mein Job Spaß und wenn mir Lee zu sehr auf die Pelle rückt, dann hab ich Mittel und Wege, um ihn mir vom Hals zu schaffen. Ihr seid euch wohl nicht besonders grün, was?“ „Das ist noch milde ausgedrückt. Wir hassen uns wie die Pest!“ „Oh“, machte sie, „ähm....hast du vielleicht Lust, ein paar Schritte zu lernen, wo wir gerade Pause haben?“ „Sicher, sehr gern, solange mich ein gewissen Mr. Ryan nicht betatscht.“ „Keine Angst, wenn er das wagt, fängt er sich n Arschtritt ein.“ Ich hätte nie gedacht, dass Tanzen nach Choreographie so viel Spaß machen würde. „Hey Claire, du bist ein echtes Naturtalent“, lobte Paul Roberts, der Choreograph. „Wie lange hast du uns schon zugesehen?“, erschrak ich. „Lange genug, um zu sehen, dass du eine natürlich Begabung fürs Tanzen hast.“ „Uhh, darauf kannst du dir aber jetzt was einbilden. Paul ist ziemlich streng, wenn es um´s Tanzen und Choreographie geht. Frag mal Duncan, der hat da schon seine Erfahrungen gemacht“, zwinkerte sie mir zu. „Was für Erfahrungen?“ „ „Paul, ich pack das nicht“, machte sie Duncan im weinerlichen Ton nach und darauf folgte die nachgeäffte Antwort von Paul, „Duncan James, wirst du dich wohl nicht so anstellen! Futter weniger Pizza, dann kannst du dich auch besser bewegen.“ Du glaubst nich, wie eingeschnappt Duncan war, weil er ist ja nich dick, nä?!“, kicherte sie. „Das hab ich gehört, Laura“, rief Duncan von weitem. „Dankeschön Laura, wirklich sehr nett von dir. Halt sie uns lieber warm. Vielleicht brauchen wir sie noch mal“, zwinkerte er mir zu, „so Leute“, rief er dann laut, „wir machen weiter.“ „Na, haben wir uns wieder eingeschleimt?“, flüsterte mir jemand gehässig ins Ohr. „Ach, halt doch dein Klappe, Ryan! Was kann ich dafür, dass ich nich so n Ekel bin, wie du?! „Du bist dafür ein Miststück.“ „Lass dir mal was neues einfallen“, antwortete ich gelassen. „Lee, beweg deinen Arsch hierher“, zitierte ihn Paul zu sich. Er knurrte etwas unverständliches und ging dann zu Laura, die er mit seinen Blicken förmlich auszuziehen schien. Oh Gott, nein, ich darf mich gar nicht in ihre Lage versetzen. Dabei läuft es mir ja eiskalt den Rücken runter.....

~Duncan~

KATASTROPHEN-ALARM! Und das ausgerechnet so kurz vor der anstehenden Tour! „WIE konnte DAS passieren?“, wütete Paul und deutete dabei auf Laura´s Bauch. Er war kurz vorm Durchdrehen, weil Laura ihm gerade eröffnet hatte, dass sie schwanger sei. „Also Paul, ich wird dir das jetzt mal erklären“, grinste sie, „wenn ein Mann und eine Frau.....“ „Laura, treib´s nicht zu weit“, unterbrach er sie warnend. „Ich fürchte dafür ist es schon zu spät“, für diese Bemerkung fing ich mir einen Schlag von Laura ein. „Hast du schon mal was von Verhütung gehört?“ „Und hast du schon mal was davon gehört, dass das auch mal versagen kann, Paul?“, konterte sie. Wo sollen wir jetzt bloß Ersatz für Laura herholen? Und das so schnell? Als könne Paul Gedanken lesen, sprach er meine Überlegungen auch sogleich aus. Laura, die wie immer auf alles eine Antwort hatte, wusste auch hier Rat: „Ich wüsste da eine sehr begabte junge Dame.“ „So? Und wie heißt dieses Wunderkind?“ „Claire! Paul, du hast selbst gesagt, sie ist ein Naturtalent. Und mit etwas Hilfe kann sie alles aufholen, was die anderen schon können.“ „Das ist keine schlechte Idee, Laura“, lobte Paul. „Siehst du, sag ich doch.“ „Darauf wird Claire sich nur niemals einlassen“, mischte ich mich ein. „Warum sollte sie nicht?“, fragte Paul verwirrt. „Oh scheiße, da hab ich ja gar nicht dran gedacht“, Laura schlug sich mit der Hand vor die Stirn, „Lee!“ „Bingo!“ „Laura, Duncan, ihr zwei werdet mit Claire reden. Ich werde mir Lee vornehmen”, wies er uns an. „Claire, wir müssen mit dir reden“, tippte Laura Claire an. Wir? Wohl eher sie, denn sie warf mir einen „Duncan, -halt ja die Klappe“ – Blick zu. „Hab ich was verbrochen?“ „Nein, ganz im Gegenteil“, antwortete Laura und setzte ihr überzeugendstes Lächeln auf, „wir brauchen deine Hilfe.“ „Oh und bei was?“ „Na ja, also ich bin schwanger und jetzt brauch ich dringend jemanden, der mich hier ersetzt bzw. weiß ich eigentlich schon, wer für mich einspringen soll.“ „An wen hast du denn gedacht?“ „An dich!“ „An mich? Laura, dass kann nicht dein Ernst sein, Wie soll das funktionieren?“ „Du kannst alles aufholen und wir alle werden dir dabei helfen. Bitte Claire, ich bin verzweifelt. Paul reißt mir den Kopf ab, wenn du´s nicht machst!“ Claire überlegte einen Moment, dann nickte sie. „Oh du bist ein Engel! Das werd ich dir nie vergessen“, fiel Laura ihr freudestrahlend um den Hals. „Schon gut, wenn du mich jetzt erdrückst, hast du auch nichts mehr davon“, lachte sie, „mit wem müsste ich denn tanzen?“ Ui, anscheinend war sie so überrumpelt, dass sie nicht daran dachte, wer Laura´s bzw. jetzt ihr Tanzpartner war. „Komm, wir zeigen ihn dir“, harkte sich Laura bei ihr unter und zog sie mit sich auf die Bühne. Von der einen Seite kamen wir mit Claire, von der anderen Seite Paul mit Lee. „So Lee, das ist deine neue Tanzpartnerin“, verkündete Paul. „Was? DIE?“ „Mit DEM?“, kam es entsetzt von Claire, „Laura, ist dir diese winzige Kleinigkeit entfallen?“ „Sorry, ich dachte, du wüsstest das“, grinste sie unsicher. „Können wir nicht irgendwie tauschen?“ „Nein, das geht leider nicht, Claire. Du musst dich mit Lee rum schlagen.“ Man konnte richtig sehen, wie sie mit sich kämpfte. „Also gut, ich mach´s“, sagte sie dann, „aber ich tu´s nur Duncan zu liebe.“ „Ach nee, was anderes hätte ich jetzt auch nicht erwartet“, gab Lee patzig von sich, „was ich davon halte, interessiert mal wieder kein Schwein. Und deshalb mach ich hier jetzt auch hier die Biege!“ „Oh nein, du bleibst schön hier“, packte ihn Paul an der Schulter, „du kannst froh sein, sich das mit dir antut. Ohne sie wären wir nämlich ganz schön aufgeschmissen.“ „Ich? Froh?“ „Allerdings! Oder wäre es dir lieber, wenn wir alles absagen müssten? Das würde ganz schön teuer werden für euch.....auch für dich, mein Lieber! Also reißt du dich am besten zusammen und gehst das ganze professionell an, wenn du keinen Freiflug gewinnen willst“, drohte Paul. „Was heißt das? Das ich ein braver Junge sein und meine Klappe halten soll?!“ „Schlaues Kerlchen!“ Claire und Lee waren mit der neuen Situation ganz und gar nicht zufrieden. Endlich eine Sache, in der sie einer Meinung waren. Vielleicht doch der Beginn einer wunderbaren Freundschaft, aber hoffentlich nicht mehr.....

~Lee~

Na super, jetzt hab ich dieses Miststück die ganze Tour über am Hals, weil ich mit ihr tanzen muss. Schon schlimm genug, dass Duncan sie schon überall mit hin schleppen muss. Und ich wird hier natürlich nicht gefragt, sondern krieg Anweisung, meinen Mund zu halten. Aber nicht mit mir, Leute.......

~Claire~

Worauf hab ich mich hier bloß eingelassen? Wenn Duncan nicht wäre, hätte ich das nie gemacht! Die Schritte nachholen, die die anderen schon konnten, war kein Problem für mich gewesen, aber das Lee mich anfasste schon. Aber ich muss da jetzt durch, denn ich hab zugesagt. Nur Lee, dieser.....dieser Idiot....andauernd vermasselte er die Schritte und schob alles auf mich, wofür ich ihm jedes mal an den Hals springen könnte. Ich ließ mir das natürlich nicht gefallen und natürlich wurde es dadurch noch stressiger. Heute Abend, nachdem wir zu hause waren, hatte wir beschlossen, etwas zu kochen. Natürlich waren nicht alle Zutaten zuhause und so beschloss ich, diese noch schnell zu holen. Dem armen Duncan konnte ich das nicht mehr zumuten, denn der lag wie erschlagen auf der Couch. Auf dem Weg zur Kasse kam ich am Zeitungsregal vorbei und entdeckte die heutige Ausgabe der Sun mit einem Artikel, der alles andere als wahr war:

“Das Liebeskarussell bei Blue dreht sich”

Die Blue – Sonnyboys Duncan James und Lee Ryan buhlen derzeit um die selbe Frau. Claire Stevens ist die neue Tänzerin der Band und wird gleich von zwei der blauen Jungs umworben. Duncan, pikanterweise 6 Jahre älter als Claire, wohnt mit ihr, aus uns noch unbekannten Gründen, zusammen in seinem Haus. Auch mit Lee verbringt die attraktive junge Dame seht viel Zeit, denn sie ist seine Tanzpartnerin bei der kommenden Tour. Für wen wird sich die hübsche Claire entscheiden? Eins ist schon mal klar: Duncan und Lee werden mit allen Mitteln um Claire kämpfen und das Liebeskarussell bei Blue wird sich weiter drehen......”

Himmel, was für n Schwachsinn! So was absurdes hab ich ja in meinen ganzen Leben noch nicht gehört. Lee und um mich buhlen? Wenn die wüssten! Ich nahm die Zeitung mit. Vielleicht wollte Duncan ja auch mal darüber lachen. Kopfschüttelnd ging ich zur Kasse, um mich dann auf den Weg nach hause zu machen......

~Duncan~

Ich weiß nicht, woher Claire all die Energie nimmt: das Tanzen, sich den liebenlangen Tag mit Lee rum schlagen und jetzt ist sie auch noch los geflitzt, um einzukaufen. Ich jedenfalls war ihr sehr dankbar dafür, denn ich konnte mich keinen Millimeter mehr rühren. Der beste Beweis dafür war, dass ich hier der Länge nach auf der Couch lag. Ich glaube, wir vergessen das mit dem kochen, dachte ich schläfrig. 5 Minuten nach dem Claire gegangen war, klingelte es an der Tür. Wer kann das sein? Claire? Vielleicht hat sie was vergessen?! Ich öffnete die Tür und davor stand eine, mir unbekannte Frau mittleren Alters. „Was kann ich für Sie tun?“, erkundigte ich mich höflich. „Guten Abend, Mr. James. Ich bin Mrs. Brown, Claire Stevens Heimleiterin. Ich muss mit Ihnen reden.“ Ich bat sie herein und wir setzten uns ins Wohnzimmer. „Mr. James, ich denke, Sie wissen, dass Claire ausgerissen ist und ich nehme auch an, dass Sie von ihrer Vergangenheit wissen.“ „Ja, ich weiß über alles bescheid.“ „Ist Ihnen klar, dass wir uns Sorgen um Claire gemacht haben? Sie war eines Morgens einfach verschwunden und SIE hätten melden müssen, dass sie bei Ihnen ist! Wir haben alle Hebel in Bewegung gesetzt, um sie zu finden, aber es war nichts zu machen. Ich könnte Ihnen eine menge Ärger machen.....“ „Dessen bin ich mir bewusst. Aber Sie müssen mich auch verstehen. Claire ist mir sehr ans Herz gewachsen und sie wäre eingegangen, wenn ich sie wieder zurück geschickt hätte.“ „Das mag sein, Mr. James und ich bin mir sicher, Sie haben sich gut um Claire gekümmert, denn sonst wäre sie nicht bei Ihnen geblieben. Und mit Sicherheit hätte ich Claire nie gefunden, wäre nicht heute dieser sehr beunruhigende Artikel in der Sun gewesen.“ Sie hielt mir die heutige Ausgabe mit dem Artikel „Das Liebeskarussell bei Blue dreht sich“ unter die Nase. Ich las es mir durch und unter anderen Umständen hätte ich darüber gelacht, aber nicht jetzt, denn ich hatte schon so eine Ahnung, worauf Mrs. Brown hinaus wollte. „Sie glauben doch wohl nicht den Quatsch, den dieses Schundblatt schreibt?“, fragte ich erbost, „das ist völlig an den Haaren herbei gezogen.“ „Ich weiß nicht, was ich glauben soll, Mr. James. Einerseits scheinen Sie mir ganz vernünftig und Claire vertraut Ihnen anscheinend......andererseits ist an solchen Gerüchten auch immer ein Fünkchen Wahrheit.“ „Ich würde Claire´s Vertrauen niemals ausnutzen! Was wollen Sie mir hier unterstellen? Das ich mich nur um sie kümmere, damit ich sie ins Bett kriege? Wenn Sie das wirklich glauben, dann.....“ „Mr. James, Sie müssen auch verstehen“, unterbrach sie mich, „dass ich mir schon so meine Gedanken mache, wenn Claire schon Monate mit einem älteren Mann zusammen lebt, der noch dazu Sänger in einer Boyband ist.“ „Ach ja, verstehe! Nach dem Motto „Kennste einen, kennste alle!“ stellen Sie mich hier als sexbesessen und verantwortungslos dar. Reden wir hier doch nicht länger um den heißen Brei herum! Was wollen Sie?“ Jetzt kam die Antwort vor der ich mich schon die ganze Zeit fürchtete. „Ich werde Claire mitnehmen.“ Ich lachte trocken: „Claire wird niemals mit ihnen mitgehen.“ „Oh, sie wird es müssen“, lächelte Mrs. Brown. „Was wollen Sie tun? Sie fesseln und knebeln?“ „Nein, dass wird nicht nötig sein. Ich sagte schon, ich könnte Ihnen eine Menge Ärger machen.....“ „Das ist es also! Sie wollen Claire erpressen!“ „Ich will nur das Beste für Claire und ich erwarte von Ihnen, dass Sie sich zurückhalten, wenn ICH mit Claire rede, Mr. James!“ Was glaubt die eigentlich, wer sie ist?! Sie kann mir doch nicht einfach meine Claire weg nehmen! Moment mal....meine Claire? Bevor ich Zeit hatte, darüber nach zu denken, hörte ich auch schon de Haustür auf und zu gehen. „Duncan, du wirst nie erraten, was ich gerade ent.....“, rief Claire schon vom Flur aus, stoppte dann aber, als sie im Wohnzimmer Mrs. Brown sitzen sah, „Was will DIE denn hier?“ Die Einkaufstüten entglitten ihren Händen. „Claire, ich hab mir große Sorgen um dich gemacht. Wie konntest du nur einfach so verschwinden?“, fragte die Heimleiterin vorwurfsvoll, „Wir sind doch eine Familie!“ Bei dem Wort „Familie“ rastete Claire förmlich aus. „Meine Familie ist tot, falls Sie das noch nicht mitgekriegt haben. Ich habe nur noch Duncan“, schrie sie. „Ja, und es war nett, dass er sich um dich gekümmert hat, aber jetzt kommst du wieder mit nach hause“, sagte Mrs. Brown bestimmt. „Ich bin zuhause und ich gehe nirgends hin! Basta!“ „Claire, mach keinen Aufstand“, wurde sie laut, „ich könnte Mr. James eine Menge Ärger machen und das willst du ihm doch ersparen, oder?! Also geh und hol deine Sachen!“ Ausdruckslos starrte Claire sie einfach nur an, dann ging sie zum Regal und schmiss die Glasschale hinunter, die dort stand und augenblicklich in Unmengen von Scherben zerbrach. Oh, Gott, was macht sie denn da? Sie bückte sich und hob die Größte auf. „Claire, leg die Scherbe weg......sofort!“, befahl Mrs. Brown mit zittriger Stimme. Das hätte sie ihr wohl nicht zugetraut. „Entweder bleibe ich hier....“, sagte Claire mit tonloser Stimme, ......oder ich gehe zu meinen Eltern! Glauben Sie mir, ich habe keine Angst vor dem Tod.....nicht mehr....“ „Jetzt tun Sie doch endlich was“, kreischte die Heimleiterin panisch, denn Claire hatte die Scherbe an ihre Haut gedrückt. Also begann ich, auf sie einzureden und ging langsam auf sie zu. „Du willst das doch gar nicht. Du kannst dein Leben nicht so einfach weg schmeißen. Überleg doch mal, was du alles verpasst und Lee wird nie das kriegen, was er verdient. Willst du dir das alles wirklich entgehen lassen und.....denk an mich......willst du mich hier einfach allein lassen? Ich hab dir versprochen, dass ich immer für dich da sein werde und daran halte ich mich auch“, ich stand jetzt direkt vor ihr und streckte die Hand nach der Scherbe aus, „Komm schon, gib sie mir...“ Mit Tränen in den Augen sah sie mich an und ich nahm ihr vorsichtig die Scherbe aus der Hand. Bitterlich fing sie an zu weinen, als sie endlich wieder in meine Armen hielt: „Bitte, lass nicht zu, dass sie mich von dir weg holt! Bitte, bitte, lass es nicht zu.....“ „Schon gut, sweety! Wir werden eine Lösung finden“, beruhigte ich sie und dann wandte ich mich an Mrs. Brown, „wollen Sie wirklich Schuld daran sein, wenn sich Claire etwas antut? Sie ist bei mir bestens aufgehoben und ich werde die volle Verantwortung für Claire bis zu ihrer Volljährigkeit übernehmen.“ „Nach eben wird mir wohl nichts anderes übrig bleiben, als Claire bei Ihnen zu lassen“, gab Mrs. Brown widerwillig nach, „aber bevor ich gehe, muss ich noch mal mit Ihnen reden, Mr. James.“ „Ich bin gleich wieder bei dir, Claire“, ich nickte Mrs. Brown zu, ging zur Tür und öffnete diese demonstrativ. Ich hatte keine Lust, diese Frau noch länger in meinem Haus zu dulden. Kurz bevor sie das Haus verließ, sagte sie noch: „Sie haben gewonnen! Claire wird bei Ihnen bleiben. Aber“, fuhr sie in warnendem Ton fort, „sollten sich diese Gerüchte verdichten oder mir zu Ohren kommen sollte, dass da zwischen Claire und Ihnen mehr läuft, dann werde ich wieder kommen! Ich werde Sie im Auge behalten, Mr. James!“ Und weg war sie...

~Claire~

Jetzt war mir gar nicht mehr zum lachen gewesen. Schniefend saß ich nun auf der Couch und beruhigte mich langsam wieder. Nein, ich habe nicht geblufft. Ich hätte es getan. Es war die volle Wahrheit gewesen. Mein Leben ist nichts mehr wert ohne Duncan und mein Zuhause. „So, da bin ich wieder“, Duncan kam wieder zurück und setzte sich neben mich auf die Couch. „Ist die Alte weg?“ „Ja, wir sind sie los, aber sie wird uns im Auge behalten“, antwortete er und strich mir über den Arm, „du zitterst ja, süße! Du gehst jetzt erst mal ins Bett und schläfst dich schön aus.“ Er brachte mich nach oben in mein Zimmer, wünschte mir eine Gute Nacht und ließ mich dann allein. Ich befreite mich von meinen Klamotten und schlüpfte in ein Nachthemd. Nachdenklich lag ich im Bett und starrte an die Decke. Und schon wieder hatte er mich gerettet. Wird das jetzt immer so sein? Wird er immer da sein, wenn ich ihn brauche? Überall und zu jeder Zeit? Ich hab Angst vor dem allein sein.....Angst, dass er eines Tages vielleicht nicht mehr da sein wird. Mehr und mehr wird mir bewusst, dass ich nicht mehr ohne ihn leben kann und das auch gar nicht will. Irgendwas drängte mich dazu, jetzt zu ihm zu gehen. Leise schlich ich aus meinem Zimmer über den Flur und öffnete vorsichtig die Tür. Da ich nicht erkennen konnte, ob er schon schlief, machte ich mich leise auf zum Rückzug. „Komm ruhig rein, ich bin noch wach.“

~Duncan~

Anscheinend wollte sie nicht allein sein. Warum sollte sie sonst in mein Zimmer kommen? Ich setzte mich auf: „ Na komm schon her.“ Sie kam zu mir ins Bett gekrabbelt und hielt dann inne. „Kannst du nicht schlafen?“, fragte ich. „Nicht so wirklich.....Duncan, ich wüsste nicht, was.....“ „Pssst, hey schon gut.“ „Nein, nein, das ist es nicht. Du hast schon so viel für mich getan.....“ „Und du schlägst dich meinetwegen mit Lee rum. Ohne dich wärn wir echt aufgeschmissen.“ „Das ist nur ein Tropfen auf dem heißen Stein.“ „Claire, ich mag dich wirklich sehr gern und ich werde nicht zulassen, dass dir je etwas geschieht.“ „Ich weiß gar nicht, wie ich das je wieder gut machen soll.“ „Das brauchst du nicht. Du weißt, dass ich das gerne tue. Und jetzt Ende der Diskussion, denn du siehst müde aus. Magst du hier schlafen?“ Erleichtert nickte sie und legte sich neben mich. Als ich das nächste mal zur Seite blickte, schlief Claire tief und fest. Ich musterte sie von Kopf bis Fuß. Sie sah so wunderschön aus, wie sie so da lag und schließ wie ein Engel. Meine Blicke wanderten an ihrem Körper hinauf und hinunter. Dabei fiel mir auf, wie kurz dieses Nachthemd doch war, dass sie trug.....wirklich verdammt kurz!!! Plötzlich drehte sie sich im Schlaf zu mir, rückte ganz nah an mich. Sie zog ihr Knie ganz langsam an meinem Bein hoch, wodurch ihr Nachthemd noch weiter hoch rutschte. Heiße und kalte Schauer durchliefen meinen Körper, als sie ihre Hand auf meinem Brust legte und diese hinunter glitt zu meinem Bauch bis hin zum Bund meiner Boxershorts. Gott, am liebsten hätte ich sie jetzt einfach wieder wach geküsst und..... Himmel, Duncan.....du bist vollkommen übergeschnappt, dachte ich. Wie kommst du bloß auf solche Gedanken? Das ist doch total verrückt! Muss am Schlafmangel liegen! Ja, dass wird es sein! Mühsam gelang es mir, einzuschlafen, aber der Gedanke, Claire so nahe bei mir zu spüren, ließ mich nicht los....

~Claire~

Am nächsten Morgen wachte ich eng an Duncan gekuschelt wieder auf. Mein Kopf ruhte auf seiner Brust und ich fühlte mich wirklich gut dabei. Und das löste Gefühle in mir auf, die mich etwas verwirrten. Ich hob den Kopf an und betrachtete ihn. Seine Haare waren vom Schlafen total verstrubbelt und ein leichtes Lächeln lag auf seinen Lippen. Vorsichtig strich ich mit meinem Finger seine Lippen nach. Ein Mund, wie zum küssen gemacht...... Während ich ihn so betrachtete, ging mir ein Lied durch den Kopf:

„Eternal Flame“

Call my name
Call my name
Call my name

Close your eyes
Give me your hand darlin´
Do you feel my heart beating?
Do you understand?
Do you feel the same or am I only dreaming?
Is this burnin an eternal flame?

I believe it´s meant to be darlin´
I watch you when you are sleeping
You belong with me
Do you feel the same or am I only dreaming?
Is this burnin an eternal flame?

Say my name
Sun shines through the rain
Of a live so lonely
And come and ease the pain
I don´t wanna lose this feeling

Ooh
Call my name
Call my name
Call my name

Say my name
Sun shines through the rain
Of a live so lonely
And come and ease the pain
I don´t wanna lose this feeling

Ooh woo ohh

Close your eyes
Give me your hand darlin´
Do you feel my heart beating?
Do you understand?
Do you feel the same or am I only dreaming?
Oh is this burnin an eternal flame?

Close your eyes
Give me your hand darlin´
Do you feel my heart beating?
Do you understand?
Do you feel the same or am I only dreaming?
Oh is this burnin an eternal flame?

Close your eyes
Give me your hand darlin´
Do you feel my heart beating?
Do you understand?
Do you feel the same or am I only dreaming?
Oh is this burnin an eternal flame?

Ist das wirklich nur Dankbarkeit, was ich für Duncan empfinde? Oder ist daraus schon längst mehr geworden ohne das es mir bewusst war? Was geschieht hier mit mir....mit uns? Plötzlich öffnete er die Augen. „Du bist ja schon wach“, gähnte Duncan. „Ja, schon eine ganze Weile. Du machst dich übrigens sehr gut als Kopfkissen.“ „Oh danke“, grinste er, „aber leider kannst du das jetzt nicht mehr ausnutzen, denn wir müssen so langsam aufstehen.“ Schade, ich hätte so gern noch hier mit ihm im Bett gelegen, aber das konnte ich ihm ja schlecht sagen. Wohl oder übel musste ich aufstehen....

~Duncan~

Was quatscht du hier eigentlich für ne scheiße, Duncan? Das ist doch Wahnsinn! Aber es hat ihr genau so gut gefallen, wie mir und es war wirklich ein Jammer, dass die Arbeit jetzt schon ruft. Lee, der wieder mal das Gesicht verzog, als er Claire sah, brockte sich und Claire zusätzliches Tanztraining ein, während wir anderen Pause hatten. Die Arme tat mir so leid, dass sie das mitmachen musste, denn Lee war derjenige gewesen, der die Schritte versaut hatte. Während sich die beiden Nase an Nase gegenüber standen und sich anschrieen, war Paul am verzweifeln. Mit Mühe und Not brachte er die beiden zum Schweigen und sie widmeten sich wieder dem Tanztraining. Man, begrapsche ich meine Tanzpartnerin Cindy auch so? Das ist ja...widerlich! „Erde an Dunc“ Kommst du heute noch mal wieder oder erst morgen?“, wedelte Simon mit der Hand vor meiner Gesicht rum.

~Simon~

Man, der war ja mal wieder weit weg mit seinen Gedanken. „Oh sorry, hast du was gesagt?“, fragte er verwirrt. „Allerdings“, erwiderte ich säuerlich, „es ist mal wieder unglaublich, wie du toll du mir zuhörst.“ „Ich war grad woanders“, erwiderte er immer noch abwesend und starrte weiter zu Claire und Lee hinüber, wie er es schon die ganze Zeit tat. „Das hab ich gemerkt! Dunc, was ist los?“ Irgendwas ist da doch! Er ist immer so komisch, wenn ihn irgendwas bedrückt. „Nichts! Was soll sein?“ „Oho Dunc, das ist eine dicke, fette Lüge.....und das weiß er auch! „Wie lange kennen wir uns jetzt schon? Müsstest du nicht eigentlich wissen, dass du mir nichts vormachen kannst?! Also schieß los! Was bedrückt dich?“, forderte ich ihn auf. Er rang mit sich, fing dann aber doch an, zu erzählen. „Sag mal, ist dir eigentlich schon mal aufgefallen, wie kurz Claire´s Sachen sind?“, fragte er zögernd. „Aber holla, als sie hier vorhin in dem Mini Rock reinspaziert ist.....mein lieber Schwan“, grinste ich, wofür mir Duncan einen überaus bösen Blick zuwarf. Ui, ich glaub, dass war wohl die falsche Antwort. „Ist dir das etwa noch nicht aufgefallen?“, musterte ich ihn, worauf er mir auswich. Aha, anscheinend hat unser Träumer zu viel geträumt und ist nun aufgewacht. Nur....wodurch? Er erzählte mir von gestern abend und ich konnte zunächst nicht glauben, was er da sagte. Claire muss ganz schön verzweifelt gewesen sein, dass sie auch nur daran gedacht hatte. Aber dann bereitete sich ein fettes Grinsen auf meinem Gesicht aus, als Duncan von der Nacht mit Claire redete: „Ich sag dir Simon, solche Nachthemdchen müssten verboten werden.“ „Sie hat dich ganz schön heiß gemacht, was?“, grinste ich. „Vielen Dank, Simon! Ich fühl mich auch so schon pervers genug, dass ich auch nur daran denke“, erwiderte Dunc angefressen. „Ihr seid euch emotional so nah gekommen, da ist es doch klar, dass du ihr auch körperlich nah sein willst.“ „Aber das ist doch nicht normal!“ „Also ich finde schon, dass das normal ist. So ist das eben, wenn man verliebt ist“, stupste ich ihn an. „Wer ist hier verliebt? Ich hab nichts davon gesagt, außerdem ist sie 6 Jahre jünger als ich und ich hab die Verantwortung für sie übernommen.“ „Was die Alte nich weiß, macht sie nich heiß“, zwinkerte ich ihm zu, „und so ne heimliche Liebelei ist doch am Anfang auch was nettes.“ „Hätte ich dir bloß nichts erzählt.“ „Warum wehrst du dich so dagegen?“, harkte ich nach. „Hab ich dir das nicht grade schon gesagt? Ich bin einfach nicht der richtige für Claire“, er ließ die Schultern hängen. „Ha, jetzt hast du dich verraten!“, triumphierte ich, „Du hast Gefühle für Claire und die sind tiefer, als du zugeben willst!“ „Du spinnst ja“, zeigte er mir einen Vogel, „das ist doch gar nicht wahr. Uns verbindet nur eine Freundschaft! Mehr nicht und damit hat sich´s!“ „Wenn du dich so aufregst, hat es dich ganz schön erwischt!“ „Simon, extra für dich noch mal zum mitschreiben: ICH – BIN – NICHT – VERLIEBT!!!!“, knurrte er. „Duncan ist verliebt! Duncan ist verliebt! Duncan ist verliebt“, flötete ich immer wieder. „Was bezweckst du damit? Willst du mich hier provozieren oder was?“, es machte Duncan rasend, dass ich nicht damit aufhörte. „Jetzt halt endlich deine Klappe! Sie hört dich sonst noch“, befahl er und sah sich ängstlich um. „Was wäre so schlimm daran?“, fragte ich, doch bevor er mir antworten konnte, wurden wir durch lautes Geschrei unterbrochen: Claire und Lee!

~Duncan~

Kann er nicht endlich seine Schnabel halten? Mensch, sie könnte ihn doch hören..... Glücklicherweise wurden wir dann von Claire und Lee unterbrochen. Lee hatte anscheinend schon wieder die Schritte vermasselt. „Mir reicht´s! Ich hab keinen Bock mehr und mach jetzt Pause“, schimpfte Claire und marschierte runter von der Bühne in unsere Richtung, „Leck mich doch, Ryan!“ „Wann und Wo?“, rief er ihr grinsend hinterher. Diese 3 Wörter trieben sie förmlich zur Weißglut. Wütend stapfte sie zu uns: „Wofür braucht ihr den Kerl überhaupt? Jeder Trottel könnte den da ersetzen“, sie deutete auf Lee, der sich grinsend über die Lippen leckte, als Claire ihn ansah. Diese rollte mit den Augen und kam näher, um mich zu umarmen. Simon grinste nur und spitzte die Lippen. Doch auch meine wütenden Blicke konnte ihn nicht davon abhalten, die nächste Frage zu stellen: „Das ist ja eine richtige Hass-Liebe zwischen euch, was?“ Sie löste sich von mir: „Hass ja! Liebe auf keinen Fall!“ „Na, na, sag das nicht! Was sich liebt, das neckt sich“, meinte Si immer noch grinsend. Was soll das denn jetzt schon wieder? Soll ich etwa eifersüchtig werden? „Jetzt fängst du schon genau so an, wie Dunc´s Mum. Eher gehe ich ins Kloster!“ Erleichtert atmete ich aus. Schön Simon, du hast erreicht, was du erreichten wolltest. Es hat funktioniert! Hoffentlich ist er jetzt stolz auf sich! „Weißt du was, ich gebe dir meine persönliche Erlaubnis, dass du Lee killen darfst, Nur ruf mich, wenn es soweit ist“, zwinkerte ich ihr zu. Sie lachte und umarmte mich wieder. „Claire, wir machen weiter....“, rief Paul da schon wieder, „.....und ihr anderen könnt euch auch wieder hier einfinden.“ Claire ging vor und Simon flüsterte mir ins Ohr: „Man konnte förmlich den Steinbrocken hören, der dir vom Herzen gefallen ist.“ Na super, jetzt wird er mich garantiert jeden Tag damit nerven! Als ob ein Sklaventreiber und ein Grapscher nicht schon reicht, nein jetzt hab ich auch noch ne Nervensäge am Hals.....

~Claire~

Dieser Typ treibt mich noch in den Wahnsinn! Wie soll ich das bloß die ganze Tour über aushalten? Es sind ja nicht nur Lee´s Nörgeleien, sondern auch die Angst zu versagen. Was, wenn ich so aufgeregt bin, dass ich die Choreographie vergesse? Tja, und zu guter letzt wären da noch die verwirrenden Gefühle für Duncan. Ich weiß einfach nicht, wie ich damit umgehen soll.....
Das erste Konzert fand in der Wembley Arena statt und das gleich zwei Tage hintereinander, weil der Andrang so groß war. Es rückte unaufhaltsam näher und mein Nervenflattern wurde immer größer. Nun war der Tag da und ich war mit meinen Nerven am ende. Kurz vor dem Konzert kam Duncan zu mir. „Hey, komm mal her“, sagte er und nahm mich in den Arm. „Ich will dich nicht enttäuschen“, erwiderte ich leise und vergrub mein Gesicht an seinem Hals. Wie gut er doch roch.... „Das kannst du gar nicht! Ich weiß, du gibst dein bestes.“ „Du setzte viel zu viel Vertrauen in mich.“ „Das tue ich ganz und gar nicht! Schließ einfach die Augen und entspann dich.“ Das Entspannen war gar nicht so schwer, denn seine Nähe hatte eine beruhigende Wirkung auf mich. „Ich fühle mich schon besser“, seufzte ich. Er drückte mich leicht von sich weg und sah mir tief in die Augen. Seine Augen....so blau wie der Ozean! Noch nie in meinem Leben habe ich so wunderschöne blaue Augen gesehen! „Claire! Dunc! Es geht gleich los“, platzte plötzlich Johnny dazwischen und wir zuckten vor schreck zusammen. „Du schaffst das schon“, flüsterte Duncan mir noch ins Ohr bevor wir zu den anderen gingen. Und er hatte recht, es lief alles wie am Schnürchen......bis Lee sich diesen Fehltritt erlaubte! Gegen Ende des Liedes vor dem nächsten Kostümwechsel legte Lee doch tatsächlich seine Hände auf meinen Hintern, wobei er mich frech angrinste. Das gehörte nun ganz und gar nicht zur Choreographie und ich musste mich beherrschen, ihm hier nicht vor versammelter Mannschaft die Augen auszukratzen. Schnellst möglich zog ich mich um, damit ich mir noch Lee vorknöpfen konnte, bevor es weiter ging. Antony, Simon und Duncan hatten die Garderobe bereits wieder verlassen, nur Lee war mal wieder der Letzte. Geräuschvoll machte ich die Tür hinter mir zu. „Oh, hast du Lust auf mehr gekriegt, Baby? Das haben wir uns dann aber für später auf, damit du´s richtig genießen kannst!“ Er wusste ganz genau, wo er ansetzen musste, um mich noch wütender zu machen. „Halt verflucht noch mal endlich deine Klappe! Was bildest du dir eigentlich ein? Schon mal was von sexueller Belästigung gehört?“, fuhr ich ihn an. „Oh, ich bitte dich, jeder würde mich verstehen, bei den Sachen, die du immer trägst....“ „Das ist noch lange keine Einladung für dich, mich anzutatschen“, erwiderte ich wütend. Mitten in unseren Streit platzten Johnny und Duncan herein. „Könnt ihr mir mal verraten, was ihr hier macht? Falls ihr es noch nicht gemerkt habt: Alle warten einzig und allein auf euch!“, wetterte Johnny gleich los. Doch das interessierte uns herzlich wenig, was er da vor sich hinmeckerte. „Seit wann so prüde, Claire?“, sah er mich provozierend an, „eigentlich dachte ich, Duncan hätte dich schon mal so richtig durch genommen, aber da hab ich mich anscheinend getäuscht.....oder war unser Duncy etwa nicht so der Bringer?“ Okay, das brachte das Fass wirklich zum überlaufen. Voller Wut holte ich aus und feuerte ihm eine. „Komm her, du kleines Luder“, packte er mich grob am Arm, doch jetzt gingen Johnny und Duncan dazwischen. Johnny griff sich Lee, während Duncan sich schützend vor mich stellte und Lee dabei wütend anstarrte. „Wenn du mich noch mal anfasst, hab ich keine Skrupel mehr, dir mitten auf der Bühne noch mal eine zu brettern oder noch besser, ich zieh gleich mein Knie hoch....“, ich musterte ihn von oben bis unten, „.....obwohl .....da wird ja nich viel was sein, was dir weh tun könnte“, hoch erhobenen Hauptes ging ich in Richtung Tür, „und jetzt beweg deinen Arsch endlich hier raus, damit wir das hier endlich hinter uns bringen können!“ Den Rest des Konzerts behielt Lee seine Griffel bei sich. Anscheinend hatte er große muffe davor, dass seine Männlichkeit verletzt werden könnte. Nachdem ich das alles endlich hinter mir hatte, war ich erleichtert, endlich nach hause zu können. Doch Johnny hatte da andere Pläne: Er verdonnerte uns zu zusätzlichem Tanztraining! „Was soll der Scheiß, Johnny? Ich hab keinen Bock mehr und ich will nach hause!“, motzte Lee. „Jetzt, Lee! Und vorher will ich euch noch in eurer Garderobe sprechen! Also los! Geht schon!“, scheuchte er uns in die Garderobe der Jungs.....und dann hörten wir nur noch, wie sich der Schlüssel in der in der Tür umdrehte.....

~Duncan~

Lee war echt zu weit gegangen und es war echt nicht zu fassen, was sich in seinem Hirn manchmal abspielte. Nur weil Claire sich gewehrt hatte, musste sie jetzt auch dafür büßen. Johnny war so dermaßen sauer, dass er sie zu einer Standpauke und extra Tanztraining verdonnert hatte und das nach dem Konzert, wo sowieso alle kaputt waren. Komisch war, dass Johnny uns alle raus schickte, bevor er Lee und Claire in die Garderobe scheuchte. Ich versuchte noch zu protestieren, ich müsse doch schließlich auf Claire warten, aber Paul schleifte mich einfach mit sich aus der Arena. Paul? Müsste der nicht das Tanztraining beaufsichtigen? Hier geht doch wieder irgendwas vor, von dem ich nichts weiß! Dann kam Johnny auch schon raus. „Wo sind Claire und Lee?“, fragte ich misstrauisch, denn seine Standpauken dauerten sonst immer Jahre. „Eingesperrt in eurer Garderobe“, grinste er zufrieden. „Bist du vollkommen durch gedreht? Ich hol sie jetzt da raus“, wütend wollte ich zur Arena zurück. „Vergiss es, Dunc! Das wirst du schön bleiben lassen. So was wie heute will ich nicht noch mal erleben und darum müssen die beiden etwas Zeit miteinander verbringen.“ „Das ist doch unverantwortlich, Johnny! Du kannst sie doch nicht die ganze Nacht mit diesem.....diesem Grapscher allein lassen“, n besseres Wort als Grapscher war mir auf die Schnelle nicht eingefallen. „Dunc, jetzt mach aber mal halblang! Du tust ja grad so, als ob er wie ein wildes Tier über Claire herfallen würde.“ „So abwegig ist das gar nicht“, murmelte ich. „Schluss damit! Du fährst jetzt nach hause, packst dich ins Bett und schläfst......und Dunc....das war keine Bitte!“ Na toll, jetzt werd ich hier auch noch wie n Kleinkind ins Bett geschickt. Grummelnd fügte ich mich und fuhr nach hause. Fuck, das wird ne schlaflose Nacht! Wenn der meine Süße anfasst, wird er sich wünschen, nie geboren worden zu sein....

~Lee~

„Das ist alles deine Schuld!“, fuhr ich Claire an. „Pah! Meine Schuld? Hast du noch alle Tassen im Schrank? Ich hab mich nur gewehrt! Du hast doch angefangen!“, zickte sie, „hättest du dich professionell verhalten, wär ich dich jetzt los.....wenigstens bis morgen.“ „Ey, jetzt schieb hier mal nicht alles auf mich! Wer hat mir denn eine rein gehauen? Das warst ja wohl du!“ „Ja, du hattest auch nichts besseres verdient! Und jetzt sieh zu, dass du die Tür aufkriegst“, befahl Claire. „Kannst du mir mal verraten, wie ich das machen soll?“, schüttelte ich den Kopf und rollte mit den Augen, „die ist zu! Hier geht’s nicht raus!“ „Dann tritt sie ein! Ganz egal was, nur mach diese Tür auf!“ „Sonst geht’s dir aber noch gut, ja?!“ „Ach, du hast doch sonst immer so ne große Klappe, aber diese läppische Tür da einzutreten, scheinst du nicht zu schaffen“, kam es spottend von ihr. „Treib es nicht zu weit, Miststück“, warnte ich. „Du sollte mir besser nicht drohen, Ryan! Das könnte böse für dich enden“, funkelte sie mich an, „und jetzt rück dein Handy raus. Ich rufe Duncan an.“ „Das hätte ich mir ja gleich denken können! Aber dieses Mal wird dich dein geliebter Duncan nicht retten können.“ „Was willst du damit sagen?“ „Das ich mein Handy zuhause vergessen hab.“ „Boah, das ist ja wohl echt nicht zu glauben! Jetzt kann ich die ganze Nacht mit diesem Trottel hier verbringen“, stöhnte sie. „Die Freude beruht ganz auf Gegenseitigkeit“, erwiderte ich ironisch, „ich weiß ja nicht, was du machst, aber ich für meinen Teil geh jetzt pennen.“ Mit diesen Worten zog ich mich bis auf die Boxershorts aus und machte es mir auf der Couch in der Garderobe bequem......

~Claire~

Dieser Typ ist so....ey nee, ich kann nich mehr! Kack frech breitet sich Lee hier auf der EINZIGSTEN Couch aus und deckt sich ganz gemütlich mit der EINZIGSTEN Decke zu! „Bei dir piept´s wohl!“ „Was willst du jetzt schon wieder von mir?“, brummte er mit geschlossenen Augen. „Schon mal was von „Ladies first“ gehört?“ Lee öffnete die Augen und sah sich suchend um: „Ich seh hier keine Lady!“ „Kannst du mir mal sagen, wo ich schlafen soll?“, fragte ich wütend. Er rutschte etwas zur Seite, so dass zwischen ihm und der Lehne etwas platz war: „Da! Das wird ja wohl reichen.“ „Mein Gott, bist du großzügig!“ „Wenn´s dir nich passt, dann schlaf halt auf der Erde, stell dich an die Wand oder sonst was, nur gib endlich Ruhe!“ „Das könnte dir so passen! Denkst du ich hab Probleme damit, mit dir auf einer Couch zu schlafen?“ Keine Antwort! Na ja, auch gut, dachte ich und zog mich bis auf die Unterwäsche aus. Dann hob ich die Decke an, kletterte über Lee und versuchte, mich in die Lücke zu quetschen, was mir natürlich nicht gelang und so musste ich halb auf ihm liegen. Scheiße, dass kotzt mich jetzt echt an! Immer, wenn ich kurz vorm einschlafen war, bewegte sich Lee wieder. „Lieg jetzt hier mal endlich stille. Ich will schlafen“, grummelte ich. „Ich kann nichts dafür. Ich hab halt meine richtige Schlafstelle noch nicht gefunden!“ „Ich geb dir gleich Schlafstelle....“ „Mach mich nicht so blöd an“, piekste er mich mit dem Finger in die Seite. Das ließ ich mir natürlich nicht gefallen und piekste zurück. So jagte ein Piekser den nächsten und anscheinend war er genau so kitzelig, wie ich. Jeder von uns versuchte, die Oberhand zu gewinnen und so kugelten wir vom Sofa. Hart schlug ich mit dem Kopf auf dem Boden auf: „AUA! Verfluchter Mist!“ „Hast du dir weh getan?“, fragte Lee besorgt. Lee Ryan besorgt? Um mich? Bin ich etwa doch schon am schlafen? „Nein....na ja, geht schon...“, und dann musste ich voll los lachen, so dass ich mich nicht mehr einkriegten konnte. „Was ist denn jetzt los?“, Lee war sichtlich verwirrt. „Weißt du, dass wir total bescheuert sind? Irgendwie sind wir uns doch ähnlich.“ „Stimmt, im rum zicken sind wir beide ziemlich gut“, nun lachte er auch. „Wir hatten einen schlechten Start und haben uns gegenseitig das Leben schwer gemacht. Was hältst du davon, wenn wir Waffenstillstand schließen und noch mal von vorne beginnen? So hält das ja keiner mit uns aus und diese ständige Anzickerei nervt ganz schön.“ „Wem sagst du das! Ich bin einverstanden“, hielt er mir seine Hand hin, „Ich bin Lee Ryan.“ „Und ich Claire Stevens“, schüttelte ich seine Hand. Schließlich verzogen wir uns wieder auf die Couch und die Situation war nun schon wesentlich angenehmer. „Claire?“ „Hmm?“ „Was ich alles gesagt hab, auch vorhin das mit Dunc und dem durch neh.... na, du weißt schon, was ich meine....das tut mir wirklich furchtbar leid!“ „Schon gut, ich bin dir nicht mehr böse. Schließlich war ich ja auch kein Unschuldsengel. Aber vielleicht solltest du dich noch bei Duncan entschuldigen“, gähnte ich schläfrig. „Ja, das werde ich morgen machen. Gute Nacht, Claire!“ „Gute Nacht.“ Langsam aber sicher versank ich ins Reicht der Träume......

~Lee~

Eigentlich war ich direkt erleichtert, dass zwischen mir und dem kleinen Miststück (ups, alte Gewohnheit) jetzt Frieden herrschte. Auf die Dauer schlauchte das ganz schön. Und ich muss zugeben, dass die momentane Situation mir sehr gefällt.....so
wie sie sich an mich kuschelte....kein schlechtes Gefühl! Ich war schon etwas länger wach, während Claire noch tief und fest schlief. Dabei ertappte ich mich bei der Frage, wie es wohl wäre, sie zu küssen. Wie kann ich für eine Frau, die ehemals meine größte Feindin war, solche Gefühle haben? Auf der anderen Seite, warum auch nicht? Claire ist äußerst attraktiv. Wer das noch nicht bemerkt hatte, musste wirklich blöd und strohdoof sein. Tja, blieb nur noch ein Hindernis: Duncan! Er hütet Claire doch wie seinen Augapfel, aber ob da mehr ist? Nein, ich glaube nicht. Duncan würde sich nie an ihr vergreifen. Sie ist für ihn eher eine kleine Schwester, die er beschützen kann. Anscheinend hatte ich doch freie Bahn......Das wird Dunc zwar nicht gefallen, aber er wird sich schon daran gewöhnen. Ach, was mach ich mir hier eigentlich nen Kopf über eine Sache, die ich noch nicht mal ins rollen gebracht hab. Ich muss Claire aufwecken, denn ich will nicht, dass Duncan uns jetzt schon so sieht. „Claire, aufwachen!“, rüttelte ich sie sanft. „Warum denn schon so früh?“, murrte sie. „Weil Dunc&Co. Bald hier antraben.“ „Na und?“ „Na und?! Sorry, aber ich hänge an meinem Leben. Dunc wird mich auf direktem Weg in die Hölle schicken, wenn er uns hier so sieht.“ „Jetzt übertreibst du aber“, gähnte sie, „Duncan ist doch immer so lieb und außerdem bin ich ja auch noch hier für Erklärungen.“ „Zu dir vielleicht und die Fragen wird er erst später stellen.“ „Mensch, du hast ja richtig Schiss vor ihm“, sah sie mich erstaunt an. „Ich würde das eher Respekt nennen“, meinte ich zerknirscht, „und jetzt ziehen wir uns am besten an.“ „Wenn du meinst....“, sie erhob sich und ich riskierte ein paar Blicke, während sie ihre Sachen anzog. Nicht schlecht, Herr Specht.....

~Duncan~

Ich hatte recht mit der schlaflosen Nacht. Wenn es hoch kommt, hab ich vielleicht zwei Stunden geschlafen und jetzt fühl ich mich wie gerädert. Johnny hatte jedoch die Ruhe weg und ließ sich nicht von mir dazu drängen, eher zur Arena zu fahren. Heut war schließlich unser zweites Konzert dort und Claire war mit Lee immer noch in der Garderobe eingeschlossen. Ungeduldig wartete ich darauf, dass es endlich los ging. Als es dann soweit war, lugte Johnny als erstes in die Garderobe, dann öffnete er die Tür ganz. Es klebte kein Blut an den Wänden und beide saßen auf der Couch und blickten uns abwartend an. „Das wurd aber auch langsam Zeit“, meckerte Lee und Claire nickte zustimmend. Beide rauschten an uns vorbei zum Catering. Hä? SIE gab IHM recht? Verdutzt sahen wir uns an und liefen hinter den beiden her. „Möchtest du auch einen Kaffee?“, so zuvorkommend hab ich Lee ja noch nie erlebt. „Sehr gern“, lächelte Claire zuckersüß. „Mit Milch?“ „Ja, bitte.“ Die beiden setzten sich an einen Tisch. „Okay, wer oder was seid ihr und was habt ihr mit Lee und Claire gemacht?“, fragte Johnny plötzlich. „Tz tz tz.....die wissen auch nicht, was sie wollen. Keifen wir uns an ist es nicht richtig. Sind wir lieb zueinander auch nicht. So langsam könnten die sich mal entscheiden. Findest du nicht auch?“, wandte sich Lee an Claire, die wieder zustimmend nickte. „Versteht mich nicht falsch, Leute“, begann Johnny, „ich bin froh, dass ihr Waffenstillstand geschlossen habt, aber....“ Doch Lee unterbrach ihn: „Ich will mich bei dir entschuldigen, Dunc, für das, was ich gestern gesagt hab.“ Hab ich hier grad richtig gehört? „Wo ist hier der Pferdefuß bei der Sache?“ „Es gibt keinen.“ „Claire“, sah ich sie ernst an, „hat er dich angefasst?“ „Also, du traust mir ja wohl alles zu, Duncan! Ich hab ihr kein Haar gekrümmt. Du kannst nachzählen!“ „Du brauchst dir keine Sorgen zu machen“, beruhigte sie mich, „er hat seine Fingerchen schön bei sich behalten und wir haben uns tatsächlich ausgesprochen. So konnte das ja nicht mehr weiter gehen.....“ Eigentlich müsste ich jetzt happy sein, aber ich bin es nicht. Irgendwas führt Lee hier im Schilde und ich bin mir sicher, dass es mir nicht gefallen wird.....

~Claire~

Wer hätte gedacht, dass ich mich noch mal mit Lee Ryan anfreunden würde?! Na ja, Wunder gibt es ja immer wieder. Die Tour lief extrem gut und so fragte mich Johnny, ob ich nicht, Lust hätte, fest als Tänzerin bei Blue anzufangen. Natürlich sagte ich begeistert zu. So konnte ich immer in Duncan´s Nähe sein, ohne irgendwelche Ausreden erfinden zu müssen, um ihn sehen zu können. Ich liebe ihn, aber mehr und mehr stellt sich die Angst bei mir ein. Alle, die ich je geliebt hab, sind weg: Mum und Dad sind tot, Sam und Jason sind weg, weil ich sie vergrault hab. Ich hab Angst, dass Duncan auch irgendwann weg sein wird....ihn zu verlieren, könnte ich nicht ertragen! Langsam wird mir das alles zu viel, aber Lee lenkt mich davon ab. Wir verstehen und inzwischen blendend, ja, wir sind richtige Freunde geworden. Wir haben viel zusammen unternommen auf der Tour und das machten wir in den darauffolgenden Monaten auch. Ich hab Spaß mit ihm, kann mit ihm lachen, aber er ist nun mal nicht Duncan und ich suche immer wieder seine Nähe. Manchmal wünschte ich mir, er würde mich zurück halten und sagen: „Nein, ich will nicht, dass du gehst! Bleib hier bei mir!“ Aber so sehr ich es mir auch wünschte....es trat nicht ein...

~Duncan~

Die Monate vergingen und es war mir ein Dorn im Auge, dass Claire fast täglich mit Lee ausging. Aber was soll ich machen? Ihr das verbieten? Was soll ich ihr dann sagen? Das ich sie liebe? Ja, ich liebe sie, aber ich habe immer noch Skrupel, wegen dem Altersunterschied. Simon versucht schon die ganze Zeit, mich vom Gegenteil zu überzeugen, aber ich mache dann einfach dicht, wenn wer mit dem Thema anfängt. Es ist ja auch nicht nur das, sondern.....Lee kam vor kurzer Zeit zu mir und meinte freudestrahlend, Claire hätte gesagt, sie sei gern mit ihm zusammen. Und er sagte zu mir, dass er auch gern mit ihr zusammen ist, mehr noch, dass er sich in sie verliebt hat und er denkt, dass Claire, auch in ihn verliebt ist und es nur noch eine Frage der Zeit sei, bis..... Oh man, ich muss mich echt zusammen reißen. Mein bester Freund hat sich in die Frau verliebt, die ich doch so sehr liebe! Ich weiß nicht, was ich mache, wenn sie irgendwann nach hause kommt und mir sagt, dass sie mit Lee zusammen ist. Aber ich will ihrem Glück auch nicht im Wege stehen und wenn es denn so sein sollte, dass mir das liebste was ich auf der Welt habe, genommen wird, dann werde ich versuchen, mich Claire zu liebe zusammen zu reißen, auch wenn mein Herz daran zerbrechen sollte.....
Jedenfalls stand jetzt erst mal Claire´s 18ter Geburtstag vor der Tür und ich hatte mir was ganz süßes für sie ausgedacht: Ein silbernes Herzchen mit einem Foto von uns drin an einer silbernen Kette. Ich hoffe sehr, dass es ihr gefällt. Endlich war es soweit. Leise schlich ich rüber in ihr Zimmer. Ich liebe es, sie zu beobachten, wenn sie schlief. Nachdem ich zu ihr aufs Bett gekrabbelt war, das Geschenk hinter mich gelegt hatte, strich ich Claire sanft über die Wange: „Guten Morgen, Geburtstagskind.“ „Guten Morgen“, setzte sie sich verschlafen auf und rieb sich die Augen. „Alles, alles Liebe zum Geburtstag.“ „Danke schön“, lächelte sie und es tat so gut sie zu umarmen. Dann überreichte ich ihr das Päckchen. „Für mich?“ „Klar, oder siehst du hier etwa noch ein Geburtstagskind?“, grinste ich. „Wow, die ist ja wunderschön“, glitzerten ihre Augen, als sie die Kette ausgepackt hatte. „Leg sie mal an.“ Sie stand auf , ging zum Spiegel, legte die Kette an, aber sie bekam sie nicht zu. „Kannst du mal zumachen?“, bat sie. „Klar.“ Oh man, sie hob ihre Haare an, damit ich die Kette besser schließen konnte und sie hatte wieder eins von diesen Nachthemdchen an......wenn sie wüsste, wie verrückt sie mich damit macht.... „Das ist so lieb von dir“, umarmte mich Claire. „Sie steht dir wirklich ausgezeichnet“, lächelte ich, „aber das beste hast du ja noch gar nicht gesehen.“ Ich öffnete vorsichtig das Herzchen und zeigte ihr das Foto. „Du wirst nie allein sein, hörst du, niemals!“, versicherte ich. „Was würde ich bloß ohne dich machen?“, eine Träne kullerte ihre Wange hinunter. „Hey, ssscht, nicht weinen.“ „Heute ist es ein Jahr her, Duncan. Ich vermisse sie so sehr.“ „Ich weiß, Honey, ich weiß.“ Vorsichtig trug ich sie rüber zum Bett und legte sie darauf. „Bleib bei mir. Geh bitte nicht weg“, wimmerte Claire. Ich legte mich neben sie und eine Zeit lang weinte sie in meinen Armen lautlos vor sich hin, während ich ihr beruhigend über den Rücken strich. „Wann kommen denn die anderen?“, schniefte sie plötzlich. „Die anderen?“ „Duncan, du bist wirklich ne Pappnase“, sie war zwar verheult, aber sie lachte schon wieder, „sag bloß, du hast die Grillparty vergessen?“ „Ich doch nicht!“ „Ja, ja, dass würde ich jetzt auch sagen.“ „Ich hab´s nicht vergessen, sondern nur nicht mehr dran gedacht. Das ist ein Unterschied“, widersprach ich. „Ich mach mir echt Sorgen um dein Gedächtnis! Ich meine Gedächtnisschwund und das schon in deinem Alter....“ „Na warte, du kleines freches Biest. Du hast es ja nicht anders gewollt“, kitzelte ich sie durch. „Das ist unfair“, quietschte sie, „du bist viel stärker als ich.“ „Wenn du sagst: „Bitte, bitte, lieber Duncan, hör auf“ dann lass ich vielleicht mit mir reden.“ „Bitte, bitte, lieber Duncan, hör auf“, sprach sie artig nach. „Das hört sich doch schon viel besser an“, grinste ich zufrieden. So gern ich jetzt auch noch hier mit ihr im Bett gelegen hätte, am Aufstehen führte kein Weg dran vorbei, denn wir mussten noch einkaufen für nachher und alles vorbereiten. Außerdem war noch aufräumen angesagt, schließlich kamen neben Lee, Antony und Simon auch noch deren Mütter und einige Tänzer und Tänzerinnen von uns. Besonders Mrs. Ryan wollte die Frau kennen lernen, die es gewagt hatte, ihrem Sohn kontra zu geben. Na ja, mal sehen, was das Grillfest so mit sich bringt......

~Lee~

„Mum, sie ist echt total unglaublich.“ „Ich weiß, mein Schatz“, lachte meine Mum, „das erzählst du mir schon, seit du mich von zuhause abgeholt hast.“ „Du wirst sie mögen und.....“ „Und du bist ganz schön verliebt in sie“, stellte meine Mum fest. „Na ja,...“, druckste ich rum, „irgendwie schon....ein bisschen...“ „Irgendwie schon ein bisschen sehr, würde ich sagen. Meinen Segen hast du.“ „Aber du kennst sie doch noch gar nicht, Mum.“ „Das brauch ich auch gar nicht. Die Frau, die dir den Marsch bläst, muss einfach was besonderes sein.“ Irgendwie schien alles wie am Schnürchen zu laufen. Meine Mum mochte Claire jetzt schon und mit dem Geschenk, das ich für sie hab, werde ich ihr noch näher kommen.....

~Claire~

Ich freu mich echt, dass alle gekommen sind, sogar Laura und sie ist hoch schwanger. Außerdem hab ich heute die Mütter der restlichen Blue-Jungs kennen gelernt. Besonders Mrs. Ryan hatte ich es anscheinend angetan: „Ich freue mich sehr, Sie kennen zu lernen, meine Liebe. Sie haben wirklich Mumm in den Knochen.“ „Ich und Mumm?“ „Ja, Sie sind die erste, die es gewagt hat, meinen Sohn so richtig anzuschnauzen.“ „Oh, so schwer ist das gar nicht. Er verleitet einen automatisch dazu“, ich warf Lee einen schiefen Blick zu. „Nun mal nicht so frech, Miststück“ „Pass lieber auf, Blödmann“, neckten wir uns spielerisch. „Ich wünsche dir alles Liebe zum Geburtstag“, umarmte er mich und überreichte mir einen Umschlag. Lee lud mich zu einem Candle- light Dinner bei sich ein. „DU kannst kochen?“, das erstaunte mich nun wirklich. „Ich bin der beste Koch unter der Sonne.“ „Na ja, ich weiß ja nicht, ob du mit Duncan mithalten kannst......“ „Ach, den steck ich doch locker in die Tasche.“ „Wir sind aber so gar nicht eingebildet“, meinte ich ironisch. „Du kennst mich doch. So bin ich halt.“ „Ja, arrogant, ich weiß!“, lachte ich und musste mich im nächsten Augenblick in Sicherheit bringen, weil Lee die Verfolgung aufnahm.....

~Duncan~

Lee und Claire toben schon eine ganze Weile durch den Garten und ich beobachte das mit Argesaugen. Mir gefällt das mit dem Candle-light Dinner ganz und gar nicht,
aber irgendwann musste das ja kommen.....
„Schatz, hast du dich in Claire verliebt?“, fragte meine Mum, aber ich dachte gar nicht darüber nach und antwortete einfach mit „Ja“. „Ich meinte natürlich „Nein““, korrigierte ich mich schnell. „Du brauchst dich nicht zu verbessern, Duncan. Selbst wenn du mir nicht geantwortet hättest, hätte ich gewusst, dass deine Antwort „Ja“ wäre. Es ist nicht zu übersehen, dass du mehr für Claire empfindest.....jedenfalls für mich ist es nicht zu übersehen.“ „Mum bitte, verschon mich mit dem Thema“, stöhnte ich. Mist, sie kannte mich einfach viel zu gut. „Glauben Sie mir, Fiona, wenn Sie damit anfangen, stellt Dunc seine Ohren auf Durchzug“, mischte sich nun Simon ein. „Mein Gott, sie könnte meine Schwester sein und außerdem hab ich die Verantwortung für sie!“ „Jetzt bitte ich dich aber, Dunc! Das erste ist ja wohl totaler Quatsch und das zweite hinfällig. Claire ist jetzt 18 und somit volljährig. Sie kann machen, was sie will....“, und grinsen fügte Simon noch hinzu, „.....und vor allem, mit WEM sie will.“ Genervt verdrehte ich die Augen. „Duncan, weißt du, was ich sehe, wenn Claire vor mir steht?“, fragte meine Mum und ich schüttelte mit dem Kopf. „Ich sehe eine reifen, erwachsene, junge Frau, die es mit deiner Hilfe geschafft hat, ihr Leben wieder in den Griff zu kriegen. Siehst du wirklich nur die kleine Schwester in ihr? Wenn du ehrlich zu dir selbst bist, mein Sohn, dann weißt du, dass das nicht stimmt.“ „Mum, sie ist mir nur dankbar. Sie wird mich nie lieben.“ „Woher willst du das wissen und seit wann gibst du so schnell auf?“ „Dunc, deine Mum hat recht! Was ist bloß mit dir los?“, mischte sich Simon nun schon wieder ein. „Nichts ist los mit mir.“ „Soll ich mal mit Claire reden?“ „Nein, Mum! Auf keinen Fall! Entweder krieg ich das allein hin oder gar nicht.“ „Dann sag es ihr endlich. Es könnte sonst.....“ „Duncan, hilf mir“, quietsche Claire plötzlich, „der lässt mich nicht in Ruhe und ich kann schon nicht mehr!“ Sie fiel mir in die Arme und drehte sich dann in meiner Umarmung zu Lee um. „Tja, Pech gehabt, Ryan“, keuchte sie grinsend. „Ich krieg dich schon noch......und dann kann dir Duncylein nicht mehr helfen.“ Dafür streckte sie ihm die Zunge raus: „Das werden wir ja noch sehen!“ „Claire, kann ich dich mal unter vier Augen sprechen?“, bat Laura. „Was willst du denn so geheimnisvolles von ihr, dass du das nicht hier sagen kannst“, harkte ich neugierig nach. „Frauensachen, Dunc! Davon verstehst du eh nichts“, fertige mich Laura mit einem Grinsen ab und zog Claire mit sich ins Haus. Was will Laura bloß von ihr?

~Claire~

Was hat Laura bloß? Was ist so geheimnisvoll, dass sie mit mir unter vier Augen sprechen will? Sie zog mich mit sich nach oben in mein Zimmer und lehnte die Tür an. „Was läuft da zwischen dir und Lee?“, fragte sie gleich drauflos. „Nichts. Wir sind nur gute Freunde.“ „Sieht er das genau so?“ „Worauf willst du hinaus?“ „Hast du nicht bemerkt, wie er dich ansieht?“, meinte sie misstrauisch. „Wie soll er mich schon ansehen?“ „Verliebt! Er ist in dich verliebt!“ „So ein Quatsch! Das kann doch gar nicht sein. Uns verbindet nur eine Freundschaft“, widersprach ich. „Freundschaft kann sich zu Liebe verändern. Das müsstest du doch eigentlich wissen.“ „Was willst du damit jetzt schon wieder sagen?“, erwiderte ich verärgert. „Das du verliebt bist.“ „Ich bin nicht verliebt in Lee.“ „In ihn vielleicht nicht, aber in Duncan ganz sicher.“ Ich schwieg. „Keine Antwort ist auch ne Antwort“, stellte Laura fest. „Ja, ich liebe ihn“, antwortete ich schließlich, „aber ich weiß nicht, wie ich es ihm sagen soll.“ „Was ist daran so schwer?“ „So in der Art: „Hey Dunc! Hast du Hunger? Ach, nur so nebenbei, ich hab mich in dich verliebt.“ Sorry, aber das bring ich nich.“ „Das is doch schon mal n Anfang.“ „Oh super“, lachte ich trocken. „Ich versteh dein Problem ehrlich gesagt nicht.“ „Laura, Duncan ist 6 Jahre älter als ich“, sah ich sie eindringlich an, in der Hoffnung, sie würde verstehen. „Und?“, zuckte sie mit den Schultern. „Und? Er ist was ganz anderes gewöhnt, als mich und außerdem hat er so viel......so viel Erfahrung.“ „Wenn du Angst vor dem Sex mit ihm hast, dann kann ich dich beruhigen“, ungläubig sah ich sie an, „guck mich nich so an. Ich hatte nie was mit ihm, aber wir haben oft über Groupies und solche Sachen gesprochen. One´s sind nun wirklich nicht sein Fall.“ „Weißt du, Laura....“, zögerte ich, „ich hatte nämlich noch nie.....“ „Sex? Glaub mir, Duncan wird dir Zeit lassen. Er ist der verständnisvollste, liebste Mensch, den ich je kennen gelernt hab.“ Vielleicht hat Laura recht. Ich muss mich endlich trauen, es ihm zu sagen, aber vorher muss ich mir noch genau überlegen, wie ich das anstelle. Aber ob sie mit Lee auch richtig liegt? Ist er wirklich in mich verliebt?

~Lee~

Langsam ging ich die Treppe nach oben, um ins Badezimmer zu gelangen. Unterwegs kam ich an Claire´s Zimmer vorbei. Die Tür war nur angelehnt und ich schnappte einen Gesprächsfetzen von Claire und Laura auf. „Ja, ich liebe ihn, aber ich weiß nicht, wie ich es ihm sagen soll.“ „Was ist daran so schwer?“ Mein Herz blieb vor Freude fast stehen! Claire liebt mich! Sie liebt mich wirklich! Schnell verzog ich mich wieder die Treppe runter, damit sie nicht merken, dass ich ihr Gespräch unfreiwillig mitbekommen hatte. „Dunc!“, ich hechtete zu ihm rüber, „Komm mit!“ „Warum schreist du denn so? Und was bitte schön soll das?“ „Komm einfach mit und frag nicht“, zerrte ich ihn außer hörweite der anderen. „Was willst du?“ „Claire liebt mich“, platzte es aus mir heraus, „sie hat es gesagt.“ „Wie? Sie hat es gesagt? Sie redet doch mit Laura, wie....“, ich senkte den Blick, „oh nein, sag nicht, du hast sie belauscht?“ „Ich hab es nur zufällig mitgekriegt“, verteidigte ich mich und wiederholte, was Claire zu Laura gesagt hatte. „Lee, du kannst nicht aus ein paar Satzfetzen ein ganzes Gespräch erschließen.“ „Warum nicht? Um wen soll es wohl sonst gehen? Es kann keinen anderen geben.“ Warum schaut er denn jetzt so komisch? Na ja egal! Ich bin viel zu glücklich, um mir darüber jetzt Gedanken zu machen, was Duncan schon wieder über die Leber gelaufen ist. Jetzt sehne ich nur noch den Abend mit Claire herbei.....

~Duncan~

Anscheinend hat Lee gewonnen! Sie liebt ihn....verflucht noch mal sie liebt ihn und nicht mich! Ich hab mir geschworen, ihrem Glück nicht im Wege zu stehen und stark zu sein, aber ob ich das schaffe, weiß ich nicht.......
Wenige Tage später war es dann soweit: das Candle-light Dinner. Wahrscheinlich....nein, ganz sicher wird sie heute Nacht nicht nach hause kommen. Allein der Gedanke daran macht mich wahnsinnig. Aber ich kann nichts mehr machen. Ich muss lernen, die neue Situation zu akzeptieren, auch wenn es mich auffrisst. „Du siehst toll aus“, sagte ich, als Claire fertig gestylt die Treppe herunter kam. „Danke schön“, irgendwie unsicher sah sie mich an. Einige Augenblicke standen wir voreinander und blickten uns einfach nur in die Augen. Ich war kurz davor, ihr alles zu sagen, aber alles, was ich raus brachte, war: „Du musst gehen. Er wartet sicher schon.“ „Ja, du hast recht“, antwortet sie, gab mir ein Küsschen auf die Wange und ging dann. Dunc, du Vollidiot! Du lässt diese Frau einfach zu Tür heraus aus deinem Leben gehen…..deine große Liebe….

~Claire~

Mehr als an jedem anderen Tag hatte ich mir heute gewünscht, dass er mich aufhält, aber er tat es nicht...... Schweren Herzens verließ ich das Haus. Ich hab hin und her überlegt, wie ich es Duncan sagen soll, aber nichts ist dabei raus gekommen. Irgendwie schwante mir böses auf dem Weg zu Lee. Ich weiß nicht warum, aber ich hab ein ungutes Gefühl. Obwohl.....warum eigentlich? Ich glaub, ich wird langsam paranoid. Es wird ein nettes Abendessen, mehr nicht. Keine Annährungsversuche, keine Küsse und schon gar nicht das, was darüber hinaus geht. Bei Lee angekommen, klingelte ich zögerlich. Kurz darauf öffnete er die Tür: „Schön dich zu sehen“, begrüßte er mich mit einem Küsschen auf die Wange. Er führte mich ins Esszimmer. Da war ein wunderschön gedeckter Tisch, Blumen, lecker duftendes Essen und wäre Duncan jetzt hier an Lee´s Stelle, wäre ich ausgerastet vor Glück, aber so hielt sich meine Freude in Grenzen. Nein, ich darf jetzt nicht unfair werden. Lee hat sich so viel Mühe gegeben und er hat sicher keine Hintergedanken dabei. Gentlemenlike rückte er mir den Stuhl zurecht: „Bitte sehr, schöne Frau! Ich hoffe, dass Essen schmeckt dir....“

~Duncan~

Nervös stiefelte ich von einem Zimmer ins nächste, während Lee wahrscheinlich grad drauf und dran war, Claire zu verführen. Mein Gott, wie kann man von einer Frau so abhängig sein? Warum ist es ausgerechnet sie, der ich so verfallen bin? Ich weiß nicht, aber ich hab das Gefühl, in jedem Zimmer kommen die Wände immer näher, engen mich ein und nehmen mir die Luft zum atmen. Ich muss hier raus, dachte ich panisch, sonst ersticke ich noch. Aufgewühlt verließ ich das Haus und suchte mir die nächstbeste Kneipe aus, um meinen Kummer zu ertränken. Beim Barkeeper bestellte ich einen doppelten Whisky, den ich so weg kippte. „Noch einen doppelte“, forderte ich. „Nein, er nimmt ein Bier“, wurde ich von einer mir bekannten Stimme korrigiert. Na super, jetzt kann man sich noch nicht mal in Ruhe besaufen.......

~Simon~

Da Claire heute bei Lee war, wollte ich zu Duncan, um ihn aufzuheitern. Unterwegs kam ich an einer Kneipe vorbei und als ich zufällig darein sah, wen sah ich da sitzen und sich voll laufen? Duncan! Ich weiß nicht, wie lange er da schon so sitzt und wie viele Drinks er sich schon genehmigt hat, aber besaufen wird er sich, nachdem ich ihn gesehen hab, nicht mehr! Er sah mich an, nachdem ich seinen Whisky abbestellt hatte und stattdessen ein Bier geordert hatte, und verzog genervt das Gesicht. „Ich will jetzt keine Predigt hören!“ „Was dann? Glückwunsch, du Vollidiot?!“, erwiderte ich ironisch. „Spar dir das“ Mir geht’s schon beschissen genug“, wie ein Häufchen Elend saß er da auf dem Barhocker. Vorsichtig legte ich ihm die Hand auf die Schulter: „Ich weiß, wie du dich fühlst.“ „Ach ja? Liebst du etwa auch die Frau, die bald mit deinem besten Freund zusammen sein wird?“, verbittert trank er einen Schluck von seinem Bier. Er hatte recht, ich konnte es nicht wissen. „Tut mir leid.“ „Ja, mir auch. Ich wollte stark sein und jetzt? Sieh mich an!“ „Duncan, du musst es ihr sagen“, irgendwann kommt jeder zur Vernunft, auch er. „Wozu denn noch?“ „Wie lange willst du es noch vor ihr verheimlichen? Sie wird es bemerken. Immerhin wohnt ihr zusammen.“ Weiter leerte er sein Bier: „Fragt sich nur noch, wie lange!“ „Oh, komm schon. Claire ist vernünftig. Sie zieht nicht so hals über Kopf aus, wenn überhaupt.“ „Und Lee? Er liebt sie.“ Das war ja mal wieder typisch Duncan! „Kannst du auch mal zuerst an dich denken, anstatt anderen immer den Vortritt zu lassen?!“, herrschte ich ihn an. Ziemlich erstaunt über meinen Ausbruch blickte er mich an: „Ja, vielleicht hast du recht. Ich werde es ihr sagen.....gleich morgen früh! Aber jetzt lass uns erst mal gehen......“

~Lee~

Claire sah wunderschön aus. Ich hätte bald keinen Ton raus gekriegt, als sie vor meiner Tür stand. Das Abendessen hat mich echt mühe gekostet, aber ich denke, es ist mir gut gelungen und ich hoffe, es schmeckt ihr jetzt auch. „Du bist ja so ruhig, Claire. Stimmt was nicht?“ „Nein, alles in Ordnung. Du hast dich mit dem Essen echt selbst übertroffen.“ Irgendetwas beschäftigte sie. Wahrscheinlich denkt sie gerade darüber nach, wie sie mir sagen kann, dass sie mich liebt. Danach bat ich sie ins Wohnzimmer. Als Claire so neben mir saß, konnte ich einfach nicht anders. Vorsichtig strich ich ihr über die Wange und kam ihr langsam näher und näher.....

~Claire~

Oh man, Laura hatte tatsächlich recht. Lee kam immer näher und küsste mich dann einfach so. Urplötzlich tauchte Duncan´s Gesicht vor meinen Augen auf. Ich merkte, wie sehr ich mich danach sehnte, von ihm berührt und geliebt zu werden. Ich muss es tun....jetzt....ganz egal, was sein wird und bevor ich wieder den Mut verliere..... Eilig machte ich mich von Lee los, der mich nur verdutzt ansah. Hastig verließ ich das Haus und hörte, wie Lee hinter mir herlief: „Claire, jetzt warte doch! Was ist denn los mit dir?“ Zum Glück war es von Lee aus nicht weit bis nach hause. Hoffentlich ist er auch da und nicht ausgegangen. Da vorne.....die beiden Gestalten auf der anderen Straßenseite kommen mir so bekannt vor. „Duncan?!“, rief ich auf gut Glück. Die beiden drehten sich um und er war es tatsächlich: Duncan mit Simon. „Warte auf mich! Ich muss dir unbedingt was sagen“, kopflos stürzte ich einfach drauf los........

~Duncan~

Obwohl ich nicht grad gesprächig war, war ich doch froh, dass Simon mich noch begleitete. Vielleicht konnte er mich doch etwas ablenken, bis Claire wieder kam. Plötzlich rief eine mir bekannte Stimme meinen Namen. Verblüfft drehte ich mich um. Da war Claire! „Warte auf mich! Ich muss dir unbedingt was sagen“, rief sie mir zu. Mein Herz machte einen Hüpfer! Sie will mir unbedingt was sagen? Das, was ich mir so sehr wünsche? Aber dann....oh mein Gott.....Sie rannte einfach los....und.....und sie sah das Auto nicht kommen. „Claire! NEIN! Bleib stehen!“, schrie ich, aber es war schon zu spät. Sie wurde von dem Auto erfasst und wie ein Püppchen durch die Luft geschleudert. Hart schlug sie auf dem Asphalt auf und blieb reglos liegen. Geschockt stürzten wir zu ihr. Simon rief geistesgegenwärtig einen Krankenwagen. Aus den Augenwinkeln vernahm ich, wie der Autofahrer sich aus dem Staub machte. Aus einer Platzwunde an Claire´s Kopf floss Blut und ihre Augen waren geschlossen. „Wach auf....bitte“, meine Tränen tropften auf ihr Gesicht. Langsam öffnete sie die Augen. „Ich muss....muss dir was sagen“, atmete sie schwerfällig. „Nein, du darfst dich jetzt nicht anstrengen. Hör mir jetzt einfach nur zu“, Lee kam angerannt und fragte entsetzt, was passiert sei. Als ob das nicht offensichtlich wäre! Ich ignorierte ihn und redete mir alles von der Seele: „Ich hätte dich vorhin niemals gehen lassen dürfen. Ich war so ein Trottel. Ich dachte, ich wäre nicht der Richtige für dich, wollte deinem Glück nicht im Wege stehen, denn du und Lee.......aber jetzt.....Claire, ich liebe dich.....mehr als alles andere auf der Welt.“ Langsam griff sie nach meiner Hand: „Du glaubst gar nicht, wie sehr und wie oft ich mir gewünscht habe, dass du das sagst. Ich liebe dich so sehr, dass es schon beinahe weh tut.“ „Ich kanns nicht glauben, Süße. Du....“ „Versprichst du mir was?“, unterbrach sie mich. „Alles was du willst.“ „Vergiss mich nicht....egal, was passiert......“ „Oh nein, nein, nein, NEIN!“ „Aber Duncan....“ „Hör auf damit! Du sollst nicht so reden! Du kannst mich nicht allein lassen! Nicht so....nicht jetzt.....Unser ganze Leben liegt doch noch vor uns! Es kann nicht so enden.....es darf nicht so enden!“ „Vergiss mich nicht....“ ihre Lider flatterten, dann verlor sie das Bewusstsein. Ich wollte sie rütteln, sie sollte aufwachen, aber Simon hielt mich zurück: „Nicht! Lass das! Du weißt nicht, ob sie innere Verletzungen hat.“ Zum Glück kam dann endlich nach einer halben Ewigkeit der Krankenwagen. Nach kurzer Untersuchung wurde Claire behutsam und vorsichtig auf die Trage gelegt und der Krankenwagen fuhr mit ihr uns nächste Krankenhaus davon. Wie gut, dass Simon nun die Initiative übernahm. Er drängte Lee und mich zu meinem Auto, nahm mir die Schlüssel ab und fuhr uns zum Krankenhaus. Dort angekommen erkundigte ich mich sofort nach Claire. „Ah ja, Miss Stevens wird noch untersucht. Wer sind Sie? Ein Angehöriger?“, fragte die Oberschwestern. „Claire hat keine Angehörigen mehr. Ich bin ihr Freund, Duncan James.“ „Setzen Sie sich erst mal, Mr. James. Sie werden informiert, wen die Untersuchungen abgeschlossen sind.“ Diese Warterei ging mir mehr als auf den Keks, besonders weil Lee immer mit seinem Bein wackeln musste. Wenn der nich gleich damit aufhört, dann......
Mindestens eine Stunde saßen wir so da und es tat sich rein gar nichts. „Wer von Ihnen ist Duncan James?“, sprach uns plötzlich ein Arzt an. „Ich“, eilig stand ich auf, „bitte sagen Sie mir, wie geht es meiner Freundin?“ „Miss Stevens hatte großes Glück und viele viele Schutzengel! Sie hat Schürfwunden, Platzwunden, Prellungen und eine ernstzunehmende Gehirnerschütterung. Haben Sie nach dem Unfall noch mit Miss Stevens gesprochen?“ „Ja..... Ja, sie war noch kurz bei Bewusstsein.“ „Ich will ehrlich zu Ihnen sein, Mr. James. Es könnte sein, dass sich Ihre Freundin an nichts mehr erinnert, eine sogenannte Amnesie hat.“ „Wie kann das sein? Ich hab doch noch mit ihr gesprochen!“ „Es KÖNNTE sein, MUSS aber nicht. Ich will Sie nur auf alles vorbereiten.“ „Darf ich zu ihr?“ „Sicher, aber sie schläft.“ Er nannte mir Claire´s Zimmernummer und ich ging zu ihr. Ich setzte mich an ihr Bett und nahm ihre Hand. Ein Verband war um ihren Kopf gewickelt und sie sah so verloren aus in diesem großen Bett. Kurz nach mir ging die Tür wieder auf, Lee trat ein und setzte sich auf die andere Seite. „Was willst du hier?“ „Ich liebe sie genau so, wie du, Duncan“, war seine schlichte Antwort. Das kann schon sein, dachte ich, aber SIE liebt nur mich. Lange beobachtete ich sie noch, dann sank mein Kopf langsam auf das Bett......

~Claire~

Oh man, warum brummt mein Kopf denn so? Hat da einer mit nem Hammer drauf rum geschlagen? Das ist ja fürchterlich! Langsam öffnete ich die Augen, aber kniff sie sofort wieder zusammen. Kann ma einer das Licht ausschalten? Das blendet ja voll! Langsam aber sicher gewöhnten sich meine Augen an das Licht und ich konnte mich endlich umsehen. Kein Wunder, dass ich eben so geblendet war. Hier ist ja alles weiß....ein typisches Krankenzimmer. Ich wollte meine Hände bewegen, aber es ging nicht. Hier saßen 2 Typen an meinem Bett, auf jeder Seite einer und jeder von ihnen hielt eine von meinen Händen, während ihr Kopf schlafend auf dem Bett ruhte. Muss ich die eigentlich kennen? Vorsichtig versuchte ich meine Hände weg zu ziehen, aber die beiden hatten wohl einen leichten Schlaf und wachten auf. Beide blickten sich verwirrt um. Der Typ mit den blonden Strähnen, dessen Haare ganz verwuschelt waren, reagierte zuerst: „Endlich bist du wieder wach, Süße! Ich hab mir solche Sorgen gemacht!“ Süße?? Hab ich etwa was am laufen mit dem? Ich mein, nichts gegen ihn, er sieht nich schlecht aus, ganz im Gegenteil.....aber müsste ich mich dann nicht daran erinnern? „Kennen wir uns?“, fragte ich schließlich. „Aber ich bin´s doch, Duncan!“ „Und ich bin Lee“, meldete der andere sich nun erstmalig zu Wort. „Duncan.....Lee....Duncan.....Lee...“, grübelte ich vor mich hin, „sorry, aber ich hab euch noch nie in meinem Leben gesehen.“ Fassungslos sah der Typ, Duncan, mich an und stürzte dann förmlich aus dem Zimmer. „Was hat er denn?“, wollte ich verwundert wissen. „Nichts“, lächelte Lee, „der kriegt sich schon wieder ein. Mach dir keine Sorgen um ihn.....“

~Lee~

Natürlich wusste ich ganz genau, was mit Duncan los war. Er ist total fertig, weil Claire sich an nichts mehr erinnern kann. Wie lange hält so eine Amnesie eigentlich an? Für immer?! Vielleicht gibt es dann doch noch eine Chance für sie und mich?! Ich werde Claire nicht einfach so aufgeben. Duncan hat noch lange nicht gewonnen. Sie wird schon lernen, mich zu lieben.....

~Duncan~

Natürlich musste es so kommen! Da gestehe ich ihr endlich meine Liebe, sie erwidert sie und dann verliert sie einfach so ihr Gedächtnis! Ich konnte einfach nicht mehr an ihrem Bett sitzen bleiben. Ich stürmte aus dem Zimmer und ließ mich draußen auf einen der Stühle fallen. „Mr. James? Alles in Ordnung mit Ihnen? Sie sehen so blass aus!“, Claire´s behandelnder Arzt setzte sich neben mich. „Sie ist aufgewacht, aber sie kann sich an nichts mehr erinnern“, antwortete ich tonlos, „wie lange wird es dauern, bis sie wieder alles weiß?“ „Das kann man nicht so pauschal sagen. Vielleicht ein paar Tage, Wochen, Monate....“ „Oder nie mehr“, ergänzte ich verzweifelt. „Sie dürfen die Hoffnung nicht aufgeben und vor allem dürfen Sie sie nicht unter Druck setzen. Denken Sie positiv, seien Sie für Ihre Freundin da, beantworten Sie ihre Fragen. Mehr können Sie nicht tun. Ich werde Miss Stevens jetzt noch mal untersuchen“, verabschiedete er sich und ging in ihr Zimmer, aus dem Lee auch sogleich raus kam. Schweigend saßen wir nebeneinander bis auf einmal Simon und Antony kamen, denen ich alles stockend berichtete. „Mach dir keine Sorgen, Dunc“, versuchte Simon mich aufzumuntern, „sie wird sich wieder an dich erinnern. Du musst nur ganz fest daran glauben.“ „Ich weiß nicht so recht.....Bei dem Glück, dass wir haben, wird sie sich nie wieder an mich und ihre Gefühle erinnern....“

~Claire~

Was war meine Vergangenheit? Wie wird meine Zukunft? Ich weiß im Moment rein gar nichts mehr.... Nicht was war, was ist und noch sein wird..... Alles ist einfach weg und ich weiß nicht, wie ich es schaffen soll, mich an ein ganzes Leben zu erinnern.....an meine Gedanken und Gefühle.....meine Wünsche und Träume.....
Noch im Krankenhaus kam für mich der erste Schock. Auf die Frage nach meinen Eltern, antwortete mir Duncan, dass sie tot seien.....und ich es mit angesehen hatte. Wie kann man sich nicht daran erinnern, dass man seine Eltern hat sterben sehen?! Ich hab Angst nicht mehr die Selbe zu werden......die Frau, die ich vor dem Unfall war....Wer war ich eigentlich? Duncan hatte auch noch erzählt, dass ich von einem Auto angefahren worden sei. Nur....warum habe ich das Auto nicht kommen sehen? Warum bin ich einfach über die Straße gerannt? Aus welchem Grund? Duncan weiß es, ganz sicher, aber er verschweigt es mir. Außerdem sieht er mich immer so traurig an.....warum sagt er es mir nicht einfach?

~Duncan~

Es ist so schwer, Claire in meiner Nähe zu haben, aber sie nicht berühren zu dürfen. Wir lieben uns und doch bin ich ein völlig Fremder für sie. Die Nähe....vie Verbundenheit.....das alles existiert nicht mehr. Es war keine leichte Aufgabe, all ihre Fragen zu beantworten, vor allem, da ich mich entschlossen hatte, ihr nichts von uns zu erzählen. Ich berichtete alles, was ich wusste, nur diese eine Sache verschwieg ich ihr. Sie versuchte schon, sich an so vieles zu erinnern und da wollte ich nicht, dass sie sich damit auch noch rum schlagen muss. Dann war da ja auch noch Lee, der die Situation auch nicht grad verbesserte. Er machte sich schon wieder an Claire ran, obwohl er genau wusste, was sie und ich füreinander empfanden. Er hatte es schließlich gehört.....gehört, wie sie sagte, dass sie mich liebt und trotzdem gibt er nicht auf. Der Junge scheint kein Gewissen zu haben. Wir sind deswegen schon oft aneinander geraten, aber dieses Mal geriet irgendwie alles außer Kontrolle. Lee war mal wieder da, um Claire anzuholen. So ging das jetzt schon wochenlang seitdem Claire aus dem Krankenhaus entlassen worden war. Täglich ging sie mit ihm aus, mal ins Kino, mal essen... und diesmal platzte mir der Kragen. „Kannst du sie nicht einfach in Ruhe lassen?“, fuhr ich Lee an. „Ich denke ja gar nicht dran! Ich liebe sie und ich werde mir von dir nicht vorschreiben lassen, was ich zu tun und zu lassen habe“, widersprach er heftig. „Du weißt ganz genau, dass Claire mich liebt.....“ „Aber sie kann sich an nichts mehr erinnern und du hast es ja wohl auch nicht nötig, ihr irgendwas zu sagen.“ „Ich will nur nicht, dass sie sich mit noch mehr auseinander setzen muss. Dich scheint das ja nicht im geringsten zu interessieren, Lee. Wenn sie dir nämlich so viel bedeuten würde, wie du immer sagst, dann würdest du Rücksicht auf Claire nehmen.“ „Weißt du was, Dunc? Sag ihr doch einfach alles. Dann kann sie selbst entscheiden.“ „Ich kann nicht glauben, dass du sie allen ernstes in ein solches Gefühlschaos stürzen willst“, fassungslos sah ich ihn an. „Du hast ja nur Angst davor, zu verlieren“, blitzte er mich angriffslustig an. „Das hier ist kein Spiel!!“, fauchte ich und dann machte sein Gesicht mit voller Wucht Bekanntschaft mit meiner Faust. „Kannst du mir mal verraten, was das soll, Duncan?“, Claire stand oben an der Treppe und sah mich wütend an. „Was hast du alles gehört?“ „Nichts! Ich hab nur das eben gesehen“, sie kam runter, deutete auf Lee und half ihm auf. „Ich will nicht, dass du mit ihm ausgehst.“ „Sonst geht’s dir aber gut, ja?! So viel ich weiß, bin ich volljährig und kann machen, was ich will“, erwiderte sie patzig, zog Lee aus dem Haus und ließ mich allein zurück......

~Lee~

Claire war ganz schön wütend auf Duncan. Das war eben der falsche Schachzug, mein Lieber! Doch schon sehr bald war ihre Wut schon wieder verflogen und sie starrte sorgenvoll vor sich hin, während wir durch die Straßen Londons´ gingen. „Was ist bloß mit ihm los?“, murmelte sie vor sich hin. „Mach dir keine Sorgen um Dunc. Er ist einfach nur schlecht drauf“, startete ich einen Beruhigungsversuch. „Ja, aber warum? Es muss einen Grund geben.....das fühle ich doch! Ich kann nicht verstehen, warum er nicht mit mir redet.“ „Kannst du ihn nicht mal für 2 Stunden vergessen?“, bat ich. „Tut mir leid, ich will dir den Abend nicht versauen. Ich hör jetzt auf mit dem Thema“, lächelte sie entschuldigend, aber ich wusste ganz genau, dass Duncan noch immer in ihren Gedanken rum geisterte......

~Claire~

Duncan oder Lee? Für wen empfinde ich mehr? Beide kümmern sich rührend um mich, aber Duncan´s Ausraster macht mir Angst. Irgendwas bedrückt ihn, aber er redete nicht mit mir darüber. Mit Lee hingegen konnte ich über alles reden......
Ich bin so verwirrt und ich kann meine Gefühle nicht mehr auseinander halten. Gehört mein Herz Lee und empfinde ich nur Freundschaft für Duncan oder umgekehrt? Seit dem Unfall ist mein Leben einfach ein Chaos und ich weiß nicht mehr wo vorne und hinten ist. Hab ich vor dem Unfall gewusst, zu wem ich gehöre? Oder stand ich schon damals vor der selben Entscheidung? Vielleicht hilft mir ja die morgige Verabredung mit Lee bei meiner Entscheidung. Er hat mich nämlich zu sich eingeladen und möchte was schönes für uns kochen. Irgendwie hatte ich ein komisches Gefühl, dass heute Abend, wo es nun soweit war, etwas passieren würde. Ich musste mich nun auch so langsam fertig machen....duschen, umziehen, schminken..... Als ich fertig gestylt ins Wohnzimmer runter kam, sah ich Duncan Trübsal blasend auf der Couch sitzen. „Duncan, alles in Ordnung?“ „Ja“, kam es brummend von ihm zurück. „Warum lügst du mich an?“ „Lass mich doch einfach in Ruhe!“ „Irgendwas ist doch mit dir und ich will endlich wissen, was!“ „Was kümmert dich das?! Du bist doch eh mit Lee verabredet!“ „Ja, aber....“ „GEH EINFACH“, schrie er mich plötzlich an, „HAU DOCH AB!“ Vor schreck zuckte ich zusammen. „Gut“, sagte ich gekränkt, „wenn es das ist, was du willst.....“

~Duncan~

Natürlich war es nicht das, was ich wollte. Aber jetzt war es zu spät, sie war aus dem Haus gestürmt. Ich hatte sie direkt in seine Arme getrieben. Das wars dann wohl.....
Jetzt würde sie nicht mehr wieder kommen......nicht, nachdem ich sie so angeschrieen hab. War es falsch gewesen, ihr nichts zu sagen? Aber ich wollte doch nur das Beste für sie und jetzt.....hat unsere Liebe keine Chance.....keine Zukunft mehr..... Mir ging das Lied durch den Kopf, dass Lee vor einiger Zeit geschrieben und wir dann aufgenommen hatten. Jeder von uns hatte ein Kopie davon bekommen, die ich nun in den CD – Player legte.....

„Breathe Easy“

Cruel to the eye
I see the way he makes you smile
Cruel to the eye
Watching him hold what used to be mine

Why did I lie?
Why did I walk away to find
Oooooooh why? Ooooooh why?

I can´t breathe easy
Can´t sleep at night
Till you´re by my side
No I can´t breathe easy
I can´t dream yet another dream without you lying next to me
There´s no air

Curse me inside
For every word that cursed you to cry
Curse me inside

I won´t forget, no I won´t Baby I
Don´t know why (don’t know why)
I left the one I was looking to find
Ooh why……ohhhhhh why…..why?

I can´t breathe easy
Can´t sleep at night
Till you´re by my side
No I can´t breathe easy (breathe easy)
I can´t dream yet another dream without you lying next to me
There´s no air

No I can´t breathe easy (can´t breathe easy)
I can´t dream yet another dream
Without you lying next to me
There´s no air

Out of my mind
Nothing make sense anymore
I want you back in my life

That´s all I´m breathing for

Ooooooooooohhhhhhhhhhh tell me why

Oh won´t you tell me why

Ohh won´t you tell me why

I can´t dream yet another dream
Without you lying next to me
There´s no air
Oh no no no no no no

No I can´t breathe easy
Can´t sleep at night
Till you´re by my side
Can´t breathe easy (no I)
I can´t dream yet another dream
Without you lying next to me
There´s no air

There´s no air


Ich halt das nicht aus! Schon der Gedanke daran, sie zusammen mit Lee zu sehen, macht mich ganz krank. Verzweiflung stieg in mir hoch und ich reagierte meine Wut an der Glasplatte des Wohnzimmertisches ab. Mit einem kräftigen Faustschlag zerbrach sie in tausend Teile. Blut lief meine Hand hinunter und tropfte auf den Boden, aber es störte mich nicht. Es war nicht zu vergleichen mit den Schmerzen, die mein Herz gerade zerrissen.....

~Claire~

Das wars dann also! Ich bin ihm zu viel geworden! Damit hätte er auch früher raus rücken können und meine Entscheidung ist damit dann wohl gefallen.... Wie geplant ging ich zu Lee und setzte mein strahlendstes Lächeln auf. Er sollte nicht merken, wie schlecht es mir eigentlich ging. Lee hatte sich so viel Mühe gegeben und obwohl ich nicht so recht Hunger hatte, überwand ich mich, doch etwas zu essen. Danach bat mich Lee, doch schon mal ins Wohnzimmer zu gehen. Kurz darauf kam er mit dem Nachtisch, Erdbeeren und einer Schale Sahne, nach. Er setzte sich zu mir Couch, tunkte eine Erdbeere in die Sahne und hielt sie mir vor die Nase. „Lee, ich bin so voll. Ich mag gar nichts mehr essen“, zur Bestätigung hielt ich mir den Bauch. „Auch nicht für mich?!“, lächelte er mich süß an. Ich seufzte und ließ mich dann doch von ihm füttern. „Du hast da Sahne“, lachte er plötzlich. „Wo?“ „Genau da....“, er sah mir tief in die Augen....seine Lippen kamen den meinen immer näher.....und aus einem kleinen vorsichtigen Kuss wurde mehr und mehr. „Lass und nach oben gehen.....“, hauchte Lee und ich hatte nichts dagegen einzuwenden.....

~Simon~

Duncan bereitet mir ganz schön Kopfzerbrechen. Er leidete, während Lee seine Egoismus – Nummer durchzog. Antony und ich hatten beschlossen, heute Abend nach ihm zu sehen, weil Claire wieder mal bei Lee war....wie so oft seit ihrem Unfall. „Duncan wird doch keine Dummheiten machen?“, fragte Antony ängstlich. „Ich weiß es wirklich nicht. So, wie der im Moment drauf ist.... Er liebt Claire über alles! Wenn sie und Lee.....nicht auszudenken, was dann passieren wird....“ Wie auf Kommando beschleunigte wir unsere Schritte. Mensch Dunc, würdest du wirklich so weit gehen? Irgendwelchen Unsinn anstellen? Ich dachte ihn zu kennen, aber jetzt kann ich ihn wirklich nicht mehr einschätzen....Bei Duncan angekommen klingelten wir zunächst, aber es machte keiner auf. Was auch kein Wunder war, denn die Musik drinnen war so laut, dass man von draußen jedes einzelne Wort bestens verstehen konnte. Ich lauschte.....“I can´t breathe easy.....Can´t sleep at night.....Till you´re by my side…..No I can´t breathe easy…..I can´t dream yet another dream without you lying next to me…..There´s no air…” „Aber das ist doch....“ „Ich weiß, welches Lied das ist“, unterbrach ich Antony barsch. Breathe Easy! Wenn sich Dunc damit schon so zudröhnt.....Eilig gingen wir zum Wohnzimmerfenster, um nachzusehen, ob Duncan irgendwo in Sicht war. Ich hatte zwar für den Fall der Fälle einen Hausschlüssel, aber ich wollte ihn nur im Notfall einsetzen und der war anscheinend da: Da saß Duncan, apathisch, auf dem Boden.....und seine Hand.....voller Blut....und die zerbrochene Glasplatte.....Wir rannte zurück zur Tür, hastig schloss ich auf und ich kümmerte mich zunächst um Dunc, während Antony die Musik ausstellte. Es war als würde er aus einem tranceähnlichen Zustand erwachen: „Was macht ihr denn hier?“ „Was wir hier machen?“, fragte ich aufgebracht, „Wir haben uns Sorgen um dich gemacht und das ja wohl zurecht“, deutete ich auf seine Hand. „Ach, das ist nicht so schlimm..“ „Dunc, du hast uns n ganz schönen Schrecken eingejagt“, Ant untersuchte Dunc´s Hand, „zum Glück hast du keine Pulsader getroffen.“ „Und wenn schon....dann wärs wenigstens vorbei gewesen.....“ „Mensch Junge“, ich schüttelte ihn, „tickst du noch ganz richtig? Wie kannst du das sagen?“ „Es macht alles keinen Sinn mehr....ohne sie.... Wir waren so kurz davor, doch das Schicksal hat sich gegen uns verschworen...“ „Jetzt ist Schluss damit!“, energisch stand ich auf, während Antony nach oben lief um Verbandszeug aus dem Bad zu holen, „Ich werde Mr. Ryan jetzt von seinem Ego-Trip runter holen....“ „Lass gut sein, Simon. Es ist vorbei“, erwiderte Dunc mit hängenden Schultern. „Nein, das ist es nicht. In ner spätestens ner viertel Stunden wird Claire wieder bei dir sein.“ „Er wird sie nicht gehen lassen....“ „Oh doch, das wird er müssen und wenn ich sie eigenhändig herschaffen muss“, ging ich zum Telefon und wählte Lee´s Nummer....

~Lee~

Endlich war es soweit! Ich konnte Claire spüren.....ganz nah und nichts konnte jetzt noch dazwischen kommen....das dachte ich jedenfalls.... Oben in meinem Schlafzimmer angekommen, zog ich sie sofort aufs Bett. Sie wehrte sich nicht, als ich sie von ihrem Top und dem Rock befreite....ganz im Gegenteil....hastig machte sie sich auch an meinem Shirt und der Hose zu schaffen. Oh, man was für ein Wahnsinns Gefühl ihre Haut an meiner zu spüren. Sie war so zart und duftete so gut....Nur eins störte mich....diese Kette....die Kette, die Duncan ihr geschenkt hatte. „Ich befrei dich mal hier von....“, hauchte ich und liebkoste ihren Hals, wobei ich die Kette achtlos wegschmiss. Wir wurden immer leidenschaftlicher und gerade, als ich ihren BH öffnen wollte, klingelte das Telefon unten im Wohnzimmer. Ignorieren Lee, einfach ignorieren..... „Willst du nicht dran gehen?“, fragte Claire außer Atem, „Vielleicht ist es was wichtiges?!“ „Was könnte wichtiger sein, als du?!“ „Na los, geh schon“, lachte sie. „Also gut“, seufzte ich und ging nach unten ans Telefon. Wenn das jetzt nichts wichtiges ist.... „Ryan?“ „Du musst Claire sofort sagen, dass sie nach hause kommen soll“, dass war Simon und noch nicht mal mit Begrüßung. „Warum sollte ich?“ „Weil Duncan am Ende ist!“ „Sein Problem, nicht meins“, erwiderte ich kalt. „Was bist du bloß fürn Charakterschwein“, fauchte Simon durchs Telefon, „wenn Claire nicht in ner viertel Stunde hier is, komm ich sie holen!!“ „Und was, wenn nicht?“ „Du solltest es lieber nicht so weit kommen lassen....“, er legte auf. Verflucht, warum ausgerechnet jetzt? Wenn Simon sie holen will, muss er erstmal hier rein und ich werde ihm ganz sicher nicht die Tür öffnen....

~Claire~

Wem will ich hier eigentlich was beweisen? Duncan? Das ich ohne ihn zurecht komme? Oder mir? Das ich es überhaupt ohne ihn schaffe? Wenn Lee gleich wieder hoch kommt, wird er da weiter machen wollen, wo wir aufgehört haben.....aber will ich das überhaupt? Ich stieg aus dem Bett um das Fenster zu öffnen. Mir kam es vor, als wäre jeglicher Sauerstoff aus diesem Zimmer entwichen und. Endlich wieder frische Luft zu atmen tat unglaublich gut.... und irgendwie fiel mein Blick dabei auf den Boden.....da lag die Kette unterm Fenster. Das Herz war aufgesprungen und ich konnte das Bild von uns sehen...Duncan und ich....wir sahen richtig glücklich aus. Ich bückte mich und hob die Kette vorsichtig auf. Es hatte mir sehr widerstrebt, dass Lee sie einfach so weggeworfen hatte....obwohl...eigentlich war es egal.....es war nur eine alte Erinnerung an längst vergangene Tage..... Ruckartig richtete ich mich wieder auf....und knallte volle Kanne mit dem Kopf unter das geöffnete Fenster, von dem ich nicht bemerkt hatte, dass es langsam wieder ran gefallen war. „Verflucht“, schimpfte ich vor mich hin und versuchte die Sternchen zu bekämpfen, die vor meinen Augen um her tanzten, „das hat weh getan!“ Verwirrt sah ich mich dann um.....das hier war definitiv das falsche Schlafzimmer....der falsche Mann, dachte ich mit Schrecken, denn Lee kam zur Tür herein, nur in Boxershorts und ließ sich aufs Bett plumpsen. Plötzlich war alles wieder da....alles vor meiner Amnesie....der Unfall selbst....Duncan....er liebt mich und....oh scheiße! Natürlich konnte ich mich auch an alles erinnern, was nach dem Unfall geschehen war. Ich hab Duncan so weh getan. Er denkt doch jetzt, dass ich und Lee... was ja auch gar nicht so abwegig war, schließlich waren wir gerade noch ziemlich heftig dabei gewesen! Ich muss unbedingt diesem Anrufer danken! Ohne ihn hätte ich den schlimmsten Fehler meines Lebens begangen! Aber jetzt musste ich erstmal hier weg. Schnell streifte ich meine Sachen über. „Hey, wo willst du denn auf einmal hin?“ Wortlos stürmte ich nach unten und an die frische Luft. Ich hatte jetzt keine Zeit für Erklärungen. So schnell ich konnte, lief ich nach hause, wobei ich besonders an den Straßen aufpasste. Diesmal würde uns nichts dazwischen funken. Atemlos schloss ich die Tür auf und ging ins Wohnzimmer. Duncan stand mit dem Rücken zu mir und starrte aus dem Fenster. Simon und Antony erhoben sich vom Sofa. „Claire....“, begann Simon. „Lasst uns allein!“ „Aber....“ „Lasst uns allein!“, wiederholte ich. Simon sah mich noch einmal eindringlich an, dann verließen er und Antony das Haus. Er konnte ja nicht wissen, dass ich mich wieder an alles erinnerte. „Ich hätte nicht gedacht, dass du noch mal zurück kommst nach vorhin...“, durchbrach er die Stille und starrte weiter aus dem Fenster. „Meinst du, nur weil du mich n bisschen anschreist, hau ich gleich ab? Nee, nee, mein Lieber, so schnell wirst du mich nicht los!“ Keine Antwort und ich konnte seine Verletztheit mehr als spüren. „Duncan, wir müssen reden! Lee und ich...“ „Ich will nichts davon hören!“ „Aber...“ „Das Thema ist für mich abgeharkt!“ „Ach wirklich? Das bezweifle ich! Aber gut, wenn du nicht reden willst, dann wirst du dir das jetzt hier anhören müssen...“ ich kramte aus dem CD-Ständer eine CD raus und tauschte sie mit der im Player aus.....

“You are”

Maybe you think you´re not right for me
That you´ll never be everything I need
Well I tell you straight from my heart
You are you are

If you don´t think that you´ve got the pedigree
That you´re not someone who can talk to me
Well I´ll tell you straight from my heart
You are you are

You are you are my reason
You are the air I´m breathing
Ask who´s in my heart
You are you are

If ever I wanted to run away (to run away)
I´d go only if you would come with me (you´d come with me)
`Cause no one can talk to my heart like you are you are
Oh, if I do you what you do for me (what you do for me)
If I´m on your mind every time you sleep (in your dreams)
Say the words and no matter how far
I´ll be where you are

You are you are my reason (my reason)
You are the air I´m breathing (that I´m breathing)
Ask who´s in my heart
You are you are (Oh, I´d loving you)

Ooh I wish you´d ask me how I feel
I´d say that I´m infatic
Ooh and when you near to me
This urgency is automatic
Ooh you´re my addiction boy
And I don’t wanna break the habit
But say that you´re in my heart
You´re in my heart

You are you are my reason
You are the air I´m breathing
Ask who´s in my heart
You are you are

Maybe you think you´re not right for me (You are my reason)
That you´ll never be everything I need
Well I´ll tell you straight from my heart
You are you are

If you don’t think that you´ve got the pedigree
That you´re not someone who can talk to me
Well I´ll tell you straight from my heart
You are you are

You are you are my reason
You are the air I´m breathing
Ask who´s in my heart
You are you are


Er drehte sich zu mir um und sah mich ungläubig an. "Frag mich! Ich werde dich nicht anlügen..." "Ich hab Angst vor deiner Antwort", antwortete er leise. "Warum? Du kennst sie doch schon.... Hast du wirklich gedacht, du bist nicht der Richtige für mich? Ich hab mir so gewünscht, dass du mich fragst, wie ich mich fühle, wenn du bei mir bist...Weißt du, wie sicher ich mich in deiner Nähe fühle? Mich hat noch nie jemand so verstanden, wie du. Du hast mich gerettet, in jeder Hinsicht, wie ein Mensch nur von einem anderen gerettet werden kann. Du warst immer für mich da, wenn ich dich brauchte..." "Ich kann s nicht glauben, Claire...", krächzte er mit erstickter Stimme. Es war alles gesagt und ich denke, er hat verstanden.....jetzt zählten nur noch Taten... Langsam ging ich auf ihn zu. Duncan stand immer noch stocksteif da und rührte sich keinen Millimeter. Ich legte meine Hände auf seine Brust und merkte, dass er zitterte. Sanft berührten meine Lippen die seinen. Es war nur eine zarte Berührung, aber es war wie eine Erlösung....für uns beide! Danach sahen wir uns tief in die Augen und sekundenspäter wurde das Haus von Jubelgeschrei erfüllt. Duncan flippte vor Freude total aus und wirbelte mich im Kreis um sich herum. „Lass mich bitte runter. Mir schwirrt von gerade noch der Kopf.“ „Von gerade?“ „Ja, ich hatte einen kleinen Zusammenstoß mit nem Fenster und das hat mir im wahrsten Sinne des Wortes die Augen geöffnet. Und daran „Schuld“ ist nur diese Kette“, grinste ich und deutete darauf. Nun drückte er mich fest an sich: „Ich hätte nie gedacht, dass....“ „Psst...nicht mehr reden. Ich will jetzt einfach nur bei dir sein...“, zog ich ihn mit aufs Sofa und kuschelte mich an ihn. Es tat so unendlich gut, wieder ich selbst zu sein...zu wissen, wer ich bin und zu wem ich gehöre! „Claire...wie?“ „Ist das jetzt noch wichtig?“, küsste ich ihn. „Für mich schon. Was ist geschehen?“ „Du willst wissen, ob ich mit ihm geschlafen hab?!“, brachte ich es auf den Punkt, worauf er ängstlich nickte, „Himmel, nein! Das wäre eine Katastrophe gewesen. Mein erstes Mal und ich erlebe es nicht mit dem Mann, den ich liebe....mit dir! Ich weiß nicht, ob du dich noch daran erinnern kannst, aber ich hab ganz zu Anfang mal meinen Ex-Freund erwähnt....“, Duncan nickte, „jetzt glaub ich, weiß ich, warum das mit dem....na ja mit dem Sex zwischen uns nicht geklappt hat.....Ich hab ihn nicht so geliebt und vertraut, wie ich dich liebe und dir vertraue!“ „Du weißt gar nicht, wie glücklich du mich machst“, erwiderte er lächelnd. Ebenfalls lächelnd küsste ich ihn und er erwiderte leidenschaftlich. Meine Hand ging auf Wanderschaft, knöpfte langsam sein Hemd auf und strich über seine nackte Brust. Es hat lang genug gedauert.....nun ist Schluss damit! Ich fuhr mit meiner Hand immer tiefer....nur leider stoppte mich Duncan kurz vor meinem Ziel......

~Duncan~

Ich bin so glücklich, sie wieder bei mir zu haben, trotzdem denke ich, ist es noch nicht der richtige Zeitpunkt, um miteinander zu schlafen. Sie ist die Frau für mich, die Eine, die zu mir passt, mich versteht und ich will sie ganz sicher nicht nur ins Bett kriegen. Nein, dafür ist sie mir viel zu wertvoll und zu wichtig. Deswegen hielt ich auch ihre Hand zurück, die mich vorher schon ganz verrückt gemacht hatte: „Warte mal, Honey.“ „Was ist denn?“, besorgt musterte sie mich, „wegen deiner Hand? Was hast du da überhaupt gemacht?“ „Ist nur ein Kratzer, aber das ist es nicht.....“ „Na dann....“, lächelte Claire erleichtert und fuhr mit ihren Liebkosungen fort. „Warum so eilig, Babe? Wir haben doch Zeit!“ „Ich brauche keine. Mir war das sowieso schon entschieden zu viel Zeit.“ Sie nahm meine Hand und führte sie an ihrem Busen entlang. „Wie soll ich mich denn so beherrschen?“, schluckte ich. „Das sollst du ja auch gar nicht“, liebkoste sie meinen Hals, „wovor hast du Angst?“ „Ich möchte, dass unser...dein erstes Mal etwas ganz besonderes wird.“ „Aber das ist es doch! Wir sind endlich zusammen. Genau das ist es doch, was wir uns beide so sehr gewünscht haben! Aber da....da ist noch mehr....Hab ich recht?!“ „Ich....ich will dir nicht weh tun....“ „Hör auf, dir so viele Gedanken um mich zu machen....Ich will jetzt einfach nur von dir geliebt werden!“ Verführerisch blinzelte sie mich an und ich ließ es zu, dass sie mir nun das Hemd auszog. Dabei kamen sich unsere Gesichter wieder näher.....Ich kann ihr einfach nicht länger widerstehen.....und außerdem machen ihre Küsse echt süchtig und Lust auf mehr. Langsam schob ich ihr Top nach oben und zog es ihr aus. „Das gefällt mir doch gleich schon viel besser“, grinste Claire mich frech an und sprang im nächsten Moment lachend auf, „na los, komm schon, wenn du mich willst....“ Schon war sie die Treppe nach oben geflitzt. „Na warte“, rief ich ihr lachend hinterher, „jetzt kommst du da nicht mehr so schnell raus.“ Kurz vor der Tür zu meinem Schlafzimmer holte ich sie ein und zog sie stürmisch an mich: „Na na, ist das fair?“ „Nein, aber es macht Spaß.“ Ich stieß die Tür auf und dirigierte Claire küssend zum Bett. Ungestüm ließen wir uns darauf nieder und fingen an, unsere Sachen im Zimmer zu verteilen.....erst ihr Rock.....dann meine Hose.... Mit einer geschickten Bewegung öffnete ich ihren BH und warf ihn achtlos irgendwo ins Zimmer. Als ich anfing, ihren Busen zu liebkosen und zu massieren, entwich ihr ein leises Stöhnen. Oh man, wie sehr ich diese Frau doch liebe.....und wie sehr ich sie will.....jetzt und hier....Ihr heftiges, erregtes Atmen und ihre Blicke signalisierten mir ganz deutlich, dass sie nicht länger warten wollte. Meine Hände wanderten zu ihrem Slip, von dem ich sie auch sogleich befreite. Ungeduldig schob Claire mir nun meine Boxershorts nach unten. „Ich hoffe, du weißt, worauf du dich hier einlässt?! Ich wird dich nie wieder los lassen!“ „Glaub mir, dass weiß ich und ich will auch gar nicht mehr losgelassen werden. Duncan, komm jetzt endlich her.....“, Claire zog mich auf sich.....Sekunden später drang ich vorsichtig in sie ein. Ich sah, wie sie sich auf die Unterlippe biss. „Hab ich dir....?“ „Nein, nein, nein“, erwiderte sie schnell heftig keuchend, „ganz im Gegenteil....“ Ich fing an, mich in ihr zu bewegen und sie quittierte jeden meiner Stöße mit einem erregten, lauten Stöhnen. Wir passten uns einander an und erlebten wenig später gemeinsam einen wunderschönen Höhepunkt. Erschöpft und verschwitzt legte ich mich neben sie und nahm Claire in den Arm. Sie richtete sich jedoch gleich etwas auf und strahlte mich verliebt an: „Genau so hab ich´s mir immer vor gestellt!“ Und dies bekräftigte sie dann noch mit einem Kuss. Dann legte sie ihren Kopf wieder auf meine Brust und strich mit ihrer Hand diese auf und ab. Es erinnerte mich an die Nacht, in der sie zum ersten Mal bei mir geschlafen hatte. Der Gedanke daran, wie verdammt heiß sie mich gemacht hat und wie dreckig ich mich gefühlt hab, ließ mich nun lachen. „Was ist denn jetzt los?“, fragte Claire verwundert und hob den Kopf. Ich erzählte ihr, woran ich gedacht hatte und es breitete sich ein verschmitztes Grinsen auf ihrem Gesicht aus. „Wie kann ich das den jetzt deuten? Du sagst mir jetzt aber nicht, dass du doch wach warst?“ „Wo denkst du hin? Den Mumm hätte ich gar nicht gehabt.“ „Und jetzt?“ „Jetzt sieht es schon ganz anders aus. Nun darf ich es ja offiziell....“, grinste sie. „Ja, und zwar für den Rest deines Lebens.....“ Denn das war es, was ich wollte, den Rest meines Lebens mit ihr verbringen. Auf einmal stieß sie mir in die Rippen: „Das kommt mir ja jetzt erst! Warum ist deine Hand denn ganz einbandagiert, wenn es nur ein Kratzer ist?“ „Na ja“, sagte ich gedehnt, „sagen wir einfach es sind viele kleine Kratzer.“ „Wie viele?“ „Oh, bestimmt so viele, wie es Glasscherben warn.“ „Glasscherben?“ „Ich wird los müssen, um ne neue Glasplatte für den Wohnzimmertische zu kaufen.“ „WAS?! Sind auch alle Splitter weg? Das kann sich doch entzünden! Lass mich mal sehen!“, besorgt griff sie nach meiner Hand. „Keine Panik! Meine beiden Leibärzte Dr. Webbe und Dr. Costa haben sofort erste Hilfe geleistet“, grinste ich. „Ich weiß nicht, was daran so witzig ist!“ „Tut mir leid. Jetzt komm wieder her. Kranke brauchen viel Liebe.“ „Spinner“, lachte sie und kuschelte sich wieder an mich. „Ja, aber ein verliebter Spinner...“

~Claire~

Als ich am nächsten Morgen aufwachte, war ich mir ganz sicher, dass alles nur ein Traum gewesen sein muss. Es konnte nicht anders sein, so was wunderschönes passierte doch nicht in der Wirklichkeit oder?! Anscheinend doch! Denn Duncan´s Nähe rief die Erinnerung an letzte Nacht wieder wach. Das musste dann wohl das vollkommene Glück sein, dass ich gerade bei Duncan´s Anblick spürte. Nie hätte ich gedacht, wieder so glücklich sein zu können. Aber jetzt war ich es und ich war dankbar dafür. Duncan schlief noch tief und fest und so beschloss ich, ihn noch schlafen zu lassen. Die letzte Zeit war nicht einfach für ihn gewesen und der Schlaf würde ihm ganz sicher gut tun. Vorsichtig befreite ich mich aus seiner Umarmung, sammelte meine Klamotten zusammen und schlich leise rüber in mein Zimmer, um mir neue Sachen anzuziehen Anschließend tapste ich auf leisen Sohlen die Treppe runter, hinterließ für Duncan noch eine Notiz in der Küche und ging dann nach draußen, um mich auf dem Weg zum Bäcker zu machen. Auf dem Rückweg fiel mir Simon ein. Er wusste ja nicht, dass zwischen Dunc und mir alles in Ordnung war. „Man, siehst du scheiße aus“, war mein erster Kommentar, als Simon mir total fertig die Tür öffnete. „Is ja auch kein Wunder! Ich hab die ganze Nacht kein Auge zu gemacht, weil ich mir solche Sorgen um Duncan gemacht hab“, gähnte er und ließ sich aufs Sofa plumpsen. „Oh, das tut mir leid. Dafür hat Duncan wie ein Baby geschlafen. Na ja, er hat sich ja auch ziemlich verausgabt....“, zwinkerte ich viel sagend. Sein zunächst dümmlicher Gesichtsausdruck war echt zum schießen, dann schien der Groschen gefallen zu sein, denn er umarmte mich. „Schön, dass du wieder ganz die Alte bist, aber ihr hätte mir schon bescheid sagen können, dass alles okay ist, bevor ihr los legt..“, grinste Simon breit. „Glaub mir, wir hatten ganz andere Sachen im Kopf....“ „Oh bitte, keine Details davon“, lachend hob er abwehrend die Hände, „erzähl mir lieber, wie es dazu kam, dass du dich wieder an alles erinnerst.“ Ich berichtete also von gestern Abend und Simon freute sich für uns, gleichzeitig war er aber auch sehr besorgt: „Was ist mit Lee?“ „Lee ist mir sehr, sehr wichtig......als guter Freund! Ich will ihn wirklich nicht verlieren.“ „Jetzt ist dieser scheiß Artikel aus der Sun also doch noch wahr geworden“, meinte Simon ernst. „Zur Hölle mit diesem Schundblatt! Ich werde nicht zulassen, dass Lee und Duncan sich in aller Öffentlichkeit zerfleischen!“ „Wie willst du das verhindern? Ich meine, beide lieben dich....“ „Ich hoffe nicht, dass es soweit kommt und ich soweit gehen muss, die beiden vor die Wahl zu stellen....“

~Duncan~

Ungeduldiges Klingeln riss mich aus meinem Schlaf. Verwirrt tastet ich mit geschlossenen Augen das Bett neben mir ab. Keine Claire da?! War alles nur Einbildung gewesen? Nein, das kann nich sein....unweigerlich musste ich grinsen, als ich an mir runter sah. Ich war ja schließlich nackt und ich konnte mich noch gut daran entsinnen, wie Claire mir letzte Nacht meine Boxershorts ungeduldig runter gezogen hatte. Bestimmt lag irgendwo eine Nachricht von ihr. Ach man, dieses Klingeln ist ja echt nervtötend. Wer immer das war, ließ sich nicht so leicht abschütteln. Leicht genervt fischte ich nach meiner Boxershorts und ging extra langsam nach unten, denn das Klingeln wurde immer mehr und dieser Jemand dachte wohl, ich springe sofort. Ganz gemütlich betrat ich zunächst die Küche und las Claire´s Nachricht: „Hey Schatz! Mach dir keine Sorgen, ich bin nur Brötchen holen. Ich liebe dich! Claire“ Seelenruhig öffnete ich nur die Tür. „Wurd auch langsam Zeit“, grummelte es mir entgegen, „Wo ist sie?“ Schnurstracks spazierte Lee an mir vorbei ins Haus. „Ich wünsche dir auch einen wunderschönen Guten Morgen, Ryan“, erwiderte ich schnippisch. „Für dich immer noch MR. Ryan! Also, wo ist sie?“ „Wer?“ „Stell dich nich blöder an, als du eh schon bist! Claire natürlich!“ „Jetzt komm ma wieder runter! Erstens weiß ich nich, was dein verfluchtes Problem is und zweitens brauchst du mich hier nich so blöd anzumachen!“ Natürlich war das Blödsinn. Ich wusste ganz genau, was mit ihm los war. „Tu doch nich so, als ob du das nich wüsstest! Du bist mein scheiß Problem, James“, motzte er, als er seine Suchaktion in der Küche beendet hatte und sich nun das Wohnzimmer vornahm. Als er Claire´s Top und mein Hemd auf dem Boden liegen sah, erstarrte er. „Was bedeutet das?“ „Ich denke das, was du dir grade aus malst“, erwiderte ich trocken. „Du kleine miese Ratte hast es mit meiner Freundin getrieben“, schrie er mich an. „DEINE Freundin?? Das ich nicht lache! Sie war NIE deine Freundin! Sie hat dich NIE geliebt und wäre dieser verfluchte Unfall nicht dazwischen gekommen, wären wir schon längst zusammen.“ „Ja, der Unfall hatte alles verändert....ihre Gefühle....einfach alles....hat sie dir auch erzählt, dass wir beinahe miteinander geschlafen hätten, bevor sie ohne ein Wort raus gerannt ist?“, fragte er provozierend. „Ja, hat sie! Blöd gelaufen, was Ryan? Wäre der Anruf nicht gekommen und hättest du ihre Kette nicht direkt unters Fenster geschmissen, wäre alles anders gelaufen. Claire hätte sich nicht den Kopf gestoßen und ihre Amnesie wahrscheinlich nie besiegt, was dir ja gut in den Kram gepasst hätte. Du hast dich ja einfach an sie ran gemacht ohne Rücksicht auf Claire oder mich und das, obwohl du wusstest, wie sehr wir uns lieben. Dir war doch alles egal! Na Ryan? Wer von uns ist hier die kleine, miese Ratte?“ „Meinst du, ich gebe einfach so auf? Dann kennst du mich aber schlecht, Kumpel“, blitzte er mich angriffslustig an. Dieser Kerl merkt einfach nicht, wann es vorbei ist. „Oh Ryan, es ist aus! Claire hat ihr Gedächtnis wieder. Hättest du wirklich jeden Morgen aufwachen wollen mit der Gewissheit, dass Claire einen anderen Mann liebt? Und das die Erinnerung an diese Liebe jederzeit zurück kommen könnte? Denkst du wirklich, du hättest dem stand gehalten? Sag, was hättest du getan? Sie mit einem Ring an dich gebunden?“, lachte ich auf, „das wäre dir sogar noch zu zutrauen gewesen. Und jetzt, meine Lieber, gebe ich dir noch eine guten Tipp von Freund zu Freund...“ „Wir sind keine Freunde mehr“, unterbrach er mich. „Auch gut, dann sieh es als Warnung von Mann zu Mann an! Lass DEINE Finger von MEINER Freundin! Sollte ich irgendwie mitkriegen, das dem nicht so ist, dann....“ „Was dann? Willst du mir eine rein hauen? Na los, tu dir keinen Zwang an.“ „Leg es nicht drauf an, Ryan“, knurrte ich, „glaub mir, ich bin kurz davor...“ Wütend starrten wir uns an und wäre nicht im nächsten Moment die Haustür mit voller Wucht zugeknallt worden, wären wir mit Sicherheit aufeinander los gegangen.....

~Claire~

Ok, ja, mir war bewusst, dass es nicht einfach sein würde mit Lee und Duncan, aber das sie sich so aufführen würden, hätte ich nun nicht für möglich gehalten. Ihr Verhalten machte mich echt wütend! Was bildeten sich die beiden eigentlich ein? Ich rauschte ins Wohnzimmer und schmiss die Brötchentüte aus Sofa. „Na, haben wir unsere kleine Kindergartenvorstellung schon beendet?“, fragte ich spitz, „schade, grad wo´s spannend wurde! Das war echt bühnenreif, Jungs. Na los, prügelt euch! Ich hab Zeit!“ „Lee wollte gerade gehen“, Duncan warf ihm einen giftigen Blick zu. „Nein“, erwiderte ich bestimmt, worauf hin mich beide verblüfft ansahen. Lee war der erste, der seinen Mund wieder aufkriegte und sarkastisch sagte: „Ja, Duncy, hör auf „DEINE“ Freundin.“ „Halt doch den Mund!“ „Ihr haltet jetzt BEIDE euren Mund“, ging ich dazwischen, bevor die beiden schon wieder anfangen konnten zu streiten. „Aber Schatz....“ „Süße...“ „Höre ich hier noch ein „Schatz“ oder „Süße“ dann gehe ich euch wirklich an die Gurgel“, fauchte ich, „was bildet ihr euch eigentlich ein, euch wie kleine Jungs zu benehmen, die sich um ein Spielzeug streiten?! Das ist wirklich das Letzte!“ „Das eben war auch gar nicht für deine Ohren bestimmt. Es ist eine Sache zwischen mir und dem da“, deutet Duncan verächtlich auf Lee, der ihm, wenn auch widerwillig, zustimmte. „Schön, dass ihr euch wenigstens in dieser Hinsicht einig seid. Und? Schon ne Vorstellung, wer die Trophäe kriegt? Wollt ihr Arm drücken oder doch lieber auf die Prügelei zurück kommen?!“ „Claire, bitte beruhige dich erstmal“, versuchte Lee auf mich einzureden, „das ist doch lächerlich!“ „Da hast du allerdings recht. IHR BEIDE macht euch hier wirklich lächerlich. Anstatt euch wie erwachsene Männer zu benehmen, die sich vernünftig auseinander setzen, benehmt ihr euch wie Kleinkinder.“ „Dein süßes Näschen braucht das nicht zu interessieren. Dunc und ich machen das unter uns aus“, sagte Lee und blitzte Duncan an. Einfach nich zu fassen! Die tun so, als ginge es mich nichts an. Es bleibt mir wohl nichts anderes übrig.....sie provozieren es ja gerade zu! „Behandele mich nich wie ein kleines Blondchen, das von Tuten und Blasen keine Ahnung hat, Ryan“, knurrte ich, „Und jetzt reicht euch die Hände und vertragt euch“, forderte ich beide auf. „Wie bitte? Claire, das kannst du nicht von mir verlangen“, stellte Dunc sich stur. „Ich hab da auch kein Interesse dran“, verschränkte Lee die Arme vor der Brust. „So viel bedeute ich euch also, dass ihr euch nicht mal mir zu liebe vertragen könnt“, wandte ich mich enttäuscht von ihnen ab und ging zum Fenster. „Wie kannst du nur an meiner Liebe zweifeln?!“, fragte Dunc fassungslos. „He, ich liebe sie auch“, mischte sich Lee nun ein. „Dann bleibt mir keine andere Wahl...“, seufzte ich leise, „ich gehe...“ „Was soll das heißen, du gehst?“ „Duncan, so sehr ich dich auch liebe, aber ich habe eure Freundschaft zerstört. Vielleicht kommt ihr ohne mich besser klar...“ Traurig ging ich die Treppe nach oben in mein Zimmer. Wie erwartet stürzten Lee und Duncan direkt hinterher. „Claire, du kannst doch nichts dafür! Keiner von uns hätte sich in dich verlieben müssen und ich....ich hätte akzeptieren müssen, dass du Duncan liebst. Aber nein, ich musste ja dazwischen funken und...“ „Was Lee damit sagen will....“, unterbrach ihn Duncan, legte seine Hand auf Lee´s Schulter und sah ihn an, „....ist, dass wir uns zusammen reißen werden....WIR BEIDE!“ „Ist das wirklich euer Ernst?“, worauf beide eifrig nickten. „Gut, dann bleibe ich.....“, eine peinliche Stille trat ein, die Lee dann plötzlich unterbrach. „Ich geh dann mal....“ Er verschwand aus meinem Zimmer. Lee war verletzt, keine Frage und deshalb musste ich jetzt noch mal mit ihm reden. „Lee, warte bitte“, kurz vor der Haustür erwischte ich ihn noch, „es tut mir leid....“ „Ich hab dir doch schon gesagt, dass du nichts dafür kannst“, unterbrach er mich gleich. „Doch, auch ich bin Schuld! Wenn ich viel früher für klare Verhältnisse gesorgt hätte, wäre es nie soweit gekommen.“ „Ich habe einfach in alles, was du gesagt oder getan hast, viel zu viel hinein interpretiert“, entgegnete Lee. „Ich habe dich wirklich sehr gern....aber eben nur als Freund. Weißt du, ich hätte nie gedacht, dass wir uns mal so gut verstehen würden und ich würde er wirklich sehr vermissen, wenn wir nichts mehr zusammen unternehmen würden.“ „Mir würde das auch fehlen, aber bitte versteh, dass ich im Moment einfach nicht in deiner Nähe sein kann. Ich muss erstmal damit klar kommen, dass du und Duncan.....das ihr jetzt ein Paar seid. Alles was ich brauche, ist etwas Zeit.....“, damit drehte er sich um und ging. Etwas Zeit.......

~Lee~

Jetzt weiß ich, wie Duncan sich gefühlt hat. Es ist, als würde der Schmerz mein Herz auseinander reißen. Ich kann sie jetzt einfach nicht in meiner Nähe ertragen....Das ist auch der Grund, warum ich Paul heute bitten möchte, dass Duncan und ich die Tanzpartnerinnen tauschen können. Es wird hart, Claire mit ihm zu sehen, aber irgendwann muss ich mich daran gewöhnen und je schneller das geht, um so besser. „Paul bitte“, flehte ich, „ich kann so nicht arbeiten!“ „Du musst lernen, berufliches und privates auseinander zu halten.“ „Du verstehst das nicht! Ich will von ihr los kommen, aber das schaffe ich nicht, wenn ich weiter mit ihr tanzen muss und Duncan wird das sicher auch nicht gern sehen.“ „Für ihn gilt genau das gleich wie für dich!“ „Dann wird es Blue bald nicht mehr geben, denn unser Verhältnis ist sowieso schon bis zum zerreißen gespannt. Bitte Paul, tu uns allen den Gefallen!“ „Na schön“, lenkte er ein, „Claire tanzt ab sofort mit Duncan und du mit Cindy.“ Erleichtert bedankte ich mich bei ihm und verließ den Raum. Davor erwartete mich schon meine neue Tanzpartnerin. Bevor ich mit Paul gesprochen hatte, hatte ich zunächst Cindy gefragt, ob sie damit einverstanden war. Sie war natürlich misstrauisch geworden und hatte mich schließlich dazu gebracht, ihr mein Herz auszuschütten. „Und?“ „Er hat eingewilligt.....zum Glück!“ „Lee, wann immer du reden willst, ich bin für dich da“, umarmte sie mich. „Danke Cindy, das ist lieb von dir.“ Es tat gut, nicht allein zu sein....

~Duncan~

„Du hattest doch schon zwei, Duncan“, zog Claire die Augenbraue hoch. „Ich will aber noch einen. Alle guten Dinge sind schließlich drei“, grinste ich sie frech an. „Wir kommen noch zu spät“, prophezeite sie, „du weißt, das Paul das nicht ab kann.“ „Ach was, wo wir doch schon hier vor stehen....“, ließ ich nicht locker. Irgendwie komme ich schon an meinen Kuss. „Also schön, aber nur noch....“, manchmal redete sie entschieden zu viel. Wie gut, dass ich das so abstellen kann. Sie löste sich von mir, aber ich dachte gar nicht daran, sie jetzt gehen zu lassen. „Das war jetzt aber schon der Vierte!“ „Na und?! Wo du mich doch gleich während des Tanztrainings auf Entzug setzt“, schmollte ich. „Es wäre nicht fair, auch noch vor Lee rum zu turteln.“ Und schon wieder dieser Name! Wir müssen unsere Liebe verstecken, nur weil Lee sich die ganze Zeit über in eine Wunschvorstellung verrannt hat. Dabei würde ich es am liebsten in die ganze Welt hinaus schreien, dass wir uns lieben. „Duncan!!“, warnend blickte sie mich an. „Was? Ich hab nichts gesagt!“ „Aber gedacht!“ „Das werd ich ja wohl noch dürfen!“ „Nicht, wenn es dir förmlich ins Gesicht geschrieben steht. Du hast es versprochen“, erinnerte sich mich vorwurfsvoll. Ich nickte und wir gingen rein. Dort waren schon alle versammelt. Anscheinend warteten sie nur auf uns. „Es wird eine kleine Änderung geben, was die Konstellation zwischen euch betrifft“, eröffnete uns Paul, „Claire, du tanzt ab sofort mit Duncan und Cindy tanzt mit Lee.“ Ich warf Lee einen Blick zu, aber er wich mir aus. Ganz klar ging dieser Tausch von ihm aus und jetzt fühlte ich mich ihm gegenüber schon wieder mies wegen vorhin. Ab jetzt, so nahm ich mir vor, werde ich meine Gedanken zügeln. Irgendwie muss unsere Freundschaft doch wieder zu kitten sein......

~Claire~

Ich kann verstehen, dass Lee diesen Tausch wollte. Trotzdem versetzte es mir einen Stich.....Ich meine, wir waren so ein eingespieltes Team und jetzt? Kann es wieder so werden, wie es war? Liebe hat ihren Preis, das weiß ich, aber das der Preis unsere Freundschaft beträgt....Das Verhältnis zwischen Duncan und Lee ist gespannt und Lee und ich? Na ja, da sieht´s auch nicht viel besser aus. Ich bin froh, dass Cindy ihm zur Seite steht. Die zwei scheinen gute Freunde geworden zu sein.....so, wie wir damals......Ob zwischen den beiden was läuft, weiß ich nicht. Wenn Lee und ich miteinander reden, dann geht es nur um Belanglosigkeiten, nicht um Cindy, noch um Duncan oder unsere Freundschaft. Etwas Zeit....ja, das ist es....vielleicht wird die Zeit alle Wunden heilen........

~1 Jahr später~

So viel Zeit ist nun vergangen und die Situation zwischen uns hat sich von Tag zu Tag wieder verbessert. Nur bei Duncan und mir....na ja....Ich liebe Duncan, daran hat sich rein gar nichts geändert.....nur in den letzten Wochen hat es angefangen, zwischen uns zu kriseln. Aber anscheinend bemerkte Duncan das nicht oder er wollte es einfach nicht. Warum verschließt er die Augen vor unserem Problem? Warum will er es nicht sehen? Die Haustür fiel plötzlich ins Schloss und holte mich aus meinen Gedanken zurück. Duncan war nach hause gekommen......

~Duncan~

Oh man, war das ein langer Tag! Ich weiß, ich hab mir mit den ganzen Moderations-Jobs, meiner Solo-Single mit Keedie und den Model-Jobs viel aufgehalst, aber es macht mir Spaß. Nebenbei hab ich ja auch noch meinen Job bei Blue zu erledigen und meine Süße wollte mich ja auch mal zu Gesicht kriegen. Stress pur, aber irgendwann wird es auch wieder ruhiger werden. Jetzt freute ich mich erstmal auf Claire. „Schatz, bist du da?“, rief ich schon vom Flur aus. „Ich bin hier“, schallte es aus dem Wohnzimmer. Erschöpft ließ ich mich neben ihr auf der Couch nieder: „Oh man, war das ein Tag!“ „He, du siehst müde aus“, sanft strich sie mir über die Wange und begann, meinen Hals zu küssen. „Ich bin es auch....“ „Na, wenn das so ist.....“, sie ließ von mir ab. „Schön hier geblieben! Soooo müde bin ich nun auch wieder nicht“, grinste ich und küsste sie stürmisch. Blitzschnell hatte sie mein Hemd aufgeknöpft und streifte es mir von den Schultern. Ich muss zugegeben, das letzte Mal ist schon etwas länger her. Ich arbeite sowieso zu viel und Claire ist auch ganz schön eingespannt, weil Paul sich nämlich jede Menge neuer Choreographien einfallen ließ. Umso ausgehungerter bin ich jetzt nach ihren Küssen und Berührungen und ihr schien es ganz genau so zu gehen. Eilig knöpfte ich ihre Bluse auf und liebkoste gierig ihren Hals. „Lass uns nach oben gehen.....“, hauchte sie in mein Ohr, wartetet meine Antwort aber gar nicht erst ab, sondern zog mich gleich die Treppe nach oben ins Schlafzimmer. Küssend ließen wir uns aufs Bett fallen und ich riss ihr ruckartig den Rock runter. Mit flinken Fingern machte sie sich an meiner Hose zu schaffen. Gott, sie macht mich so heiß, wenn sie ihren Körper an meinen drückt und sich dann auch noch an mir reibt. Da würde nicht einmal mehr ein Streichholz zwischen passen. „Ich will dich, Baby...“, flüsterte ich heiser. „Dann nimm mich doch endlich....“, meine Hände wanderten zu ihrem BH-Verschluss.....

~Claire~

......und in diesem Moment hörten wir unten das Telefon klingeln. Shit! So kurz davor und dann klingelte dieses verdammte Telefon! „Warum ausgerechnet jetzt?“, murrte ich und rollte mich von ihm runter. Es klingelte und klingelte, was mich nur noch wütender machte. Egal, wer das jetzt ist, der kriegt was von mir zu hören, dachte ich und rauschte die Treppe runter zum Telefon. „Claire Stevens?!“, meldete ich mich genervt. „Ich will mit Duncan reden. Aber pronto, Kleine“, befahl mir unser „Problem“. Miststück....Zicke...aber man könnte auch Geri Halliwell zu ihr sagen. Diese Frau ist daran Schuld, dass es in unserer Beziehung kriselt. Bei jedem Moderations-Job, den Duncan annimmt, stellt sich später heraus, dass auch Geri mit von der Partie ist. Anfangs dachte ich noch, dass wäre Zufall, aber mittlerweile weiß ich, was sie will: Duncan! Und genau das ist es, was er nicht sehen will. „Ach Geri, wie immer einen freundlichen Ton auf den Lippen“, erwiderte ich ironisch. „Quatsch nicht rum, Kleine, hol mir Duncan lieber ans Telefon.“ „Er ist nicht zu sprechen“, sagte ich süffisant in den Hörer. „Sagt er das?“ „Nein, ich.....SEINE Freundin.“ „Ach ja, Kleine“, amüsiert lachte sie in den Hörer, „genieß es, so lange es noch andauert. Duncan wird sich bald von dir abwenden. Er brauch kein Kind, sondern eine richtige Frau!“ „Und du glaubst, dass du das bist?“, jetzt war ich es, die lachte, „du bist wirklich tief gesunken, wenn du dich schon einem 6 Jahre jüngeren Typen an den Hals schmeißt, der noch dazu vergeben ist. Kriegst ja wohl keinen mehr ab in deinem Alter, was?!“ „Sei mal nicht so frech, Küken! Ich an deiner Stelle würde den Schnabel nicht so weit aufreißen. Du bist es hier schließlich, die Duncan langweilt.“ „Was soll das heißen? Langweilt?“ „Kannst du dich an den letzten Sex mit ihm überhaupt noch erinnern? Ist ja schließlich schon ein Weilchen her....“, als sie das sagte, konnte ich förmlich ihr gehässiges Grinsen vor mir sehen, „Duncan ist ein Mann, der Abwechslung beim Sex braucht und das kannst du ihm nun mal nicht geben! Überleg mal, es muss doch einen Grund geben, warum er so lange nicht mehr mit dir geschlafen hat und das ist dieser Grund.“ Das war einfach zu viel! Ich war so verblüfft, dass ich nichts darauf zu antworten wusste und legte einfach auf. Danach stellte sich jedoch die Wut bei mir ein und ich rauschte wieder nach oben ins Schlafzimmer. Und wen fand ich da? Duncan, wie er munter vor sich hin schnarchte!! Der Kerl war einfach eingepennt. Sauer warf ich ihm ein Kissen gegen den Kopf, doch das störte ihn nicht im geringsten. Ganz im Gegenteil! Er schnarchte nur noch lauter! Als ob das alles nicht schon schlimm genug ist, nein, jetzt schnarcht er auch noch! „Duncan, wach auf, verdammt“, fauchte ich ihn laut an, doch er zog sich im Schlaf nur mein Kissen über den Kopf. Angefressen riss ich es ihm weg, schnappte mir noch eine Decke und packte mich damit auf die Couch. Wie soll es bloß weiter gehen???

~Duncan~

Der nächste Morgen war anders als sonst. Claire´s Kopf ruhte nicht auf meiner Brust und nachdem ich, noch mit geschlossenen Augen, das Bett neben mir abgetastet hatte, stellte ich fest, dass sie überhaupt nicht da war.....Oh Fuck! Duncan, du bist wirklich ein Rindvieh! Wie konnte ich nur einschlafen??? Ich sitz ganz schön in der Scheiße und das auch zurecht! Ich machte mich auf den Weg in die Küche. Im Türrahmen blieb ich stehen und räusperte mich, aber sie hantierte weiter mit der Kaffeemaschine rum ohne mir auch nur im geringsten etwas Beachtung zu schenken. So beschloss ich, ihr gleich den Wind aus den Segeln zu nehmen und mich gleich zu entschuldigen. Ich schlang meine Arme von hinten um sie und küsste ihren Hals: Schatz, es tut mir leid wegen gestern! Was hältst du davon, wenn wir jetzt duschen gehen und dort alles von gestern Abend nachholen?!“ „Nimm deine Finger weg!“ Hä? Was war denn das jetzt für ein warnender Tonfall? „Bitte?“ „Ich sag´s nur noch einmal: Nimm deine Finger weg!“, sie knallte die Tasse auf die Arbeitsplatte und riss sich von mir los. „Süße, ich hab doch schon gesagt, dass es mir leid tut“, dackelte ich ihr ins Wohnzimmer hinterher. „Ich hab das gestern Abend verstanden....jetzt schon!“ „Würdest du bitte aufhören in Rätseln mit mir zu sprechen?! Was zum Teufel ist los?“ „Tu doch nicht so! Ich langweile dich beim Sex!“ „Das ist wirklich das absurdeste, was ich je gehört hab“, lachte ich, „wo hast du das denn her?“ „Tja, deine gute Freundin Geri war so frei!“ „Was hat die denn damit zu tun?“ „Das frage ich mich allerdings auch! Seit wann sprichst du mit ihr über unser Liebesleben?“, schrie sie mich an. „Claire, jetzt komm mal wieder runter“, fuhr ich sie wütend an, „Erstens: Ja, ich habe mit ihr darüber gesprochen! Sie ist schließlich eine sehr, sehr gute Freundin von mir! Zweitens: Habe ich NIEMALS, weder zu Geri, noch zu wem sonst gesagt, dass du mich langweilst. Du hast sie da sicher falsch verstanden! Drittens: War ich gestern einfach hundemüde! Das ich eingeschlafen bin hatte nichts mit dem zu tun, dass du mich nicht mehr anmachst. Ganz im Gegenteil! Ich begehre dich noch immer so sehr, wie am Anfang unserer Beziehung und Viertens: Weiß ich überhaupt nicht, warum ich mich rechtfertige! Du kennst verflucht noch mal meinen Job besser, als jeder andere Mensch!“ „Dein Job ist hier nicht das Problem und das weißt du auch.“ Jetzt fängt sie wieder damit an! „Dafür hab ich jetzt echt keine Zeit“, rollte ich genervt mit den Augen und schlug den Weg Richtung Badezimmer ein. „Ach, aber für einen kleinen Fick hätte die Zeit schon noch gereicht, was?“, schrie sie mir hinterher, „na ja, du bist schließlich ein Mann. Wahrscheinlich hast du dir gesagt, etwas Langeweile ist besser als nichts.“ „CLAIRE!!!“, ruckartig drehte ich mich zu ihr um. „WAS?!“, blitzte sie mich herausfordernd an. „Ach vergiss es!“, wütend stapfte ich nach oben ins Bad, mich ärgernd, dass sie so was überhaupt nur denken konnte. Und dann noch ihre völlig unbegründete Eifersucht....Wann sieht sie endlich, dass ich nur sie liebe und das sie die Einzigste für mich ist?! Rasch duschte ich, zog mir Klamotten über und stylte meine Haare. Danach ging ich wieder runter. Claire saß auf der Couch und als sie mich bemerkte, verschränkte sie die Arme vor der Brust. Ich ging vor ihr auf die Knie, um ihr einen Abschiedskuss zu geben, doch sie drehte einfach den Kopf weg und er landete auf ihrer Wange. „Falls es dich interessiert....Ich habe heute Termine.....MIT BLUE!!!“, sagte ich eingeschnappt und knallte beim Rausgehen geräuschvoll die Tür hinter mir zu.....

~Claire~

Die war zu! Warum ist er in dieser Hinsicht nur so verdammt stur? Irgendwann müssen wir doch darüber reden.... Es klingelte und vor der Tür stand Laura mit ihrem kleinen Sohn Josh im Kinderwagen. „Was ist denn bei euch kaputt?“, begrüßte sie mich, „Duncan ist grad muffelig an mir vorbei gestampft, in sein Auto gestiegen und wie ein Irrer davon gebraust.“ „Ach, frag besser nicht“, seufzte ich traurig und ließ sie rein kommen. „So schlimm?“, ich nickte nur, „weißt du was? Du machst dich jetzt erstmal zurecht, dann gehen wir irgendwo schön frühstücken, du erzählst mir alles und danach ist Frustshoppen angesagt“, wieder nickte ich nur, froh, dass Laura gekommen war. Eineinhalb Stunden später saßen wir in einem kleinen gemütlichen Cafe und warteten auf unser Frühstück. Ich hatte mir Josh, mein Patenkind, aus dem Wagen geangelt. Laura hatte unbedingt gewollt, dass ich Patentante werde und so hatte ich überglücklich diese wichtige Aufgabe übernommen. Wie süß Männer doch als Babys waren. Sind sie erwachsen hat man nur Scherereine mit ihnen. „Na Mami, wann ist es denn bei dir soweit?“, betrachtete uns Laura lächelnd. „Gar nicht, wenn es so weiter geht.“ „Ich weiß, Dunc hat jede Menge um die Ohren, aber DAFÜR wird doch wohl noch Zeit sein!“ „Denkst du! Er geht morgens in aller herrgottsfrühe aus dem Haus und fällt abends wie tot ins Bett! Gestern ist er sogar eingeschlafen DABEI! Ich war nur ca. 5 Minuten weg und als ich wieder kam hat er geschnarcht wie sonst was!“ „Er hat WAS? Er ist wirklich beim Vorspiel eingepennt?“ Von mir hätte er einen Arschtritt gekriegt, dass er sich ne Abkühlung in der Themse geholt hätte!“ „Glaub mir, dass hätte ihn mit Sicherheit nicht gestört! Aber das war ja noch nicht das schlimmste.....“, ich erzählte ihr von dem Gespräch mit Geri und dem Streit mit Duncan heute morgen. „Diese.....diese.....diese Schlampe“, regte sie sich auf, so dass die Leute an den Nebentischen schon pikiert zu uns rüber sahen. Das war nun nicht die feine englische Art auf offener Straße zu fluchen. „Claire, du musst aufpassen! Wenn sie sich was in den Kopf gesetzt hat, was sie haben will, dann kriegt sie das auch!“ „Denkst du, dass weiß ich nicht?! Sie will Duncan und sie wird sich mit allen Mitteln zwischen uns drängen......vielleicht ist das auch schon längst passiert....“ „Hey, so darfst du gar nicht erst reden! Du darfst ihr auf keinen Fall glauben, dass du Duncan nicht genügst! Glaub mir, er vergöttert dich! Er war zwar unglaublich dumm und hat mit ihr über euer Liebesleben gesprochen, aber er hat nie im Leben gesagt, dass du ihn langweilst! Das hat dieses Miststück nur erfunden!“ „Meinst du wirklich?“ „Aber sicher“, aufmunternd sah sie mich an, „Hey Süße, er liebt dich mehr als alles andere auf der Welt!“ Ja, er liebt mich.....aber warum zweifle ich dann daran? Vielleicht, weil ich es schon seit Wochen nicht mehr gehört hab....

~Simon~

„Duncan, ich wird dich so lange nerven, bis du mir sagst, was los ist!“ „Könnt ihr mich nicht einfach mal alle in Ruhe lassen?“, brummte er. „Nein“, war meine schlichte Antwort. Schließlich fing er doch an zu erzählen und endete mit: „Wie kann sie nur an meiner Liebe zweifeln und daran, dass sie mich nicht mehr anmacht?!“ „Willst du jetzt meine Meinung dazu hören?“ „Ich bitte darum.“ „Duncan, du bist ein kompletter Vollidiot!!“ „Ja, klar, sie macht hier den Stress, aber ich bin der Vollidiot!“ „Ich kann Claire da sehr gut verstehen! Fass das jetzt nicht falsch auf, Duncan“, sagte ich schnell, denn er verdrehte genervt die Augen, „aber du gehst an die Sache mit Geri ziemlich naiv ran....“ „Was habt ihr bloß alle mit Geri???!“, unterbrauch er mich aufbrausend, „wenn du weiter davon redest, will ich es gar nicht hören!“ „Zu spät, mein Lieber! Du wolltest meine Meinung und jetzt kriegst du sie auch! Denkst du nicht, dass Claire´s Eifersucht berechtigt ist? Du verbringst sehr viel Zeit mit ihr, vernachlässigst Claire dafür und plauderst so ganz nebenbei noch mit Geri über euer Liebesleben. Was also soll Claire bitteschön davon halten?“ „Sie weiß ganz genau, dass wir sehr viel beruflich miteinander zu tun haben! Und du weißt das auch!!“, antwortete er mit drohendem Unterton, was mich wenig beeindruckte. „Ach und da redet man über Sex?“, fragte ich spitz. „Mein Gott, wir sind sehr gut befreundet. Ist das neuerdings verboten?!“ „Warum bist du so aggressiv?“ „Weil mir eure Meckerei wirklich verdammt auf die Nerven geht!“ „Du hast dich verändert“, sagte ich leise. „Das ist doch überhaupt nicht wahr“, wehrte er ab. „Doch, du hast in deinem Leben andere Prinzipien gesetzt“, setzte ich ihm die Pistole auf die Brust, „bei der Beziehung mir Claire und auch bei Blue bist du nicht mehr mit ganzem Herzen dabei.“ „Ich mache immer noch meinen Job bei Blue! Also was willst du damit sagen?“ Wie...wie er das sagte....ich wusste ganz genau, worauf er anspielte und sah ihn enttäuscht an: „Ich kann nicht glauben, dass du auch nur daran denkst!“ „An was denke ich denn?“, verschränkte er die Arme vor der Brust. „Wie kannst du nur glauben, dass wir neidisch auf deinen Erfolg sind? Wir sind Freunde....nein, mehr als das! Wir sind Brüder und wir sind wirklich stolz auf dich. Ich glaube, es wird Zeit, dass du ein paar Entscheidungen triffst“, sagte ich kalt, „denn alles zusammen geht nicht!“ Damit ließ ich ihn stehen und ignorierte, dass er hinter mir her rief. Wenn ich mich jetzt noch mal umgedreht hätte, hätte ich dem Drang, ihm seine grenzenlose Naivität und Dummheit mit Faustschlägen auszutreiben, nicht mehr widerstehen können!

~Duncan~

Fuck! Jetzt ist nicht nur meine Freundin sauer auf mich, sondern auch noch mein bester Freund. Simon hat recht alles geht nicht. Ich muss mich entscheiden. Was ist mir wichtiger? Mit diesen ganzen Moderations- und Modeljobs verbinde ich keine Erinnerungen....mit Blue hingegen.....Wenn ich daran denke, was ich mit den Jungs schon alles erlebt habe...die guten und schlechten Momente, die wir miteinander teilten.... Das alles kann ich nicht einfach weg werfen. Blue war und ist mein Leben...mein Leben, das sich verändert hat. Auch damit hatte Simon recht. Früher hätte ich an Neid noch nicht mals gedacht, geschweige denn, es ihm an den Kopf geworfen. Ich will wieder der Alte sein, mein altes Leben zurück haben, aber dafür muss ich mich zuerst bei Simon entschuldigen. „Kann ich noch mal mit dir sprechen?“, tippte ich ihm vorsichtig auf die Schulter. Er nickte nur und wir entfernten uns ein Stück von den anderen. „Simon, du hattest recht damit, dass ich mich verändert hab und mich entscheiden muss. Ich hab mich für Blue entschieden. Es tut mir schrecklich leid, dass ich vorhin so scheiße zu dir war. Kannst du mir verzeihen?“ Er überlegte einen Augenblick und sagte dann: „Dass muss ich ja wohl....kleiner Bruder“, wir umarmten uns freundschaftlich, „willkommen zurück!“ „Danke“, antwortete ich erleichtert. Jetzt muss ich mir „nur“ noch überlegen, wie ich mich mit Claire wieder versöhnen kann........

~Claire~

„Lass den Kopf nicht hängen, Kleines! Das renkt sich schon alles wieder ein“, versuchte Laura mich aufzumuntern, bevor wir uns am frühen Abend endgültig voneinander verabschiedeten und ich mich auf den Nachhauseweg machte. Ob Duncan schon da ist, dachte ich und schloss die Tür auf. Leise Musik drang aus dem Wohnzimmer an mein Ohr:

“Sorry seems to be the hardest word”


Sorry seems to be the hardest word

What I gotta do to make you love me?
What I gotta do to make you care?
What do I do when lightning strikes me?
And I wake to find that you´re not there?

What I gotta do to make you want me?
What I gotta do to be heard?
What do I do when it´s all over, babe
Sorry seems to be the hardest word

It´s sad, so sad, it´s a sad, sad situation
And it´s getting more and more absurd
It´s sad, so sad, why can´t we talk it over?
Oh, it seems to me, the sorry seems to be the hardest word

What do I do to make you want me?
What I gotta do to be heard?
What do I say when it´s all over?
Sorry seems to be the hardest word

It´s sad, so sad, it´s a sad, sad situation
And it´s getting more and more absurd
It´s sad, so sad, why can´t we talk it over?
Oh, it seems to me, sorry seems to be the hardest word

Sorry

What do I do to make you love me?
What I gotta do to be heard?
What do I do when lightning strikes me? Yeah
What have I gotta do? What have I gotta do?
And sorry seems to be the hardest word

Als ich ins Wohnzimmer trat erwartete mich ein ganzes Blumenmeer. Kerzen tauchten den Raum in ein gedämpftes Licht und überall lagen oder standen in Vasen rote Rosen. Plötzlich schlagen sich von hinten zwei starke Arme um mich: „Gefällt es dir?“ Gerührt nickte ich: „Hast du dafür etwa alle Londoner Blumenläden abgeklappert?“ „Das könnte hinkommen“, grinste er und fügte ernst hinzu, „aber es reicht noch lange nicht, um dir zu zeigen, wie viel du mir bedeutest.“ Ich zog ihn mit aufs Sofa und lehnte den Kopf an seine Brust. „Das mit heute Morgen und auch die ganzen letzten Wochen, in denen ich dich vernachlässigt habe, tun mir furchtbar leid“, fuhr er fort, „ich brauche dich doch!“ Seine Augen verrieten mir, dass er es wirklich ernst meinte. Laura hatte richtig gelegen, alles würde sich wieder einrenken. Worte waren jetzt nicht mehr nötig, stattdessen küsste wir uns zärtlich. „Du verzeihst mir also?“, harkte er trotzdem unsicher nach. Lächelnd nickte ich und er schloss mich fest in seine Arme. Warum kann es nicht immer so sein? Diese himmlische Ruhe und.....sprach ich da gerade von Ruhe? Lange hatte die aber nicht angehalten. Dieses verdammte Telefon! „James?“, meldete sich Duncan und dann hörte ich ihn sagen, „muss das ausgerechnet jetzt sein? Hat das nicht auch Zeit bis morgen?“, Stille, dann, „Ja, schon gut. Ich weiß, dass es wichtig ist. Also gut, bis dann.“ Misstrauisch sah ich ihn an, denn er stand neben dem Telefon und hatte schon wieder diesen schuldbewussten Blick drauf. „Wer war das?“ „Geri! Sie hat mich gebeten, vorbeizukommen. Wir müssen „Party in the Park“ noch mal besprechen. Irgendwas hat sich am Ablauf geändert.“ „Oh nein, nicht jetzt!“ „Was soll ich denn machen, Honey? Es ist nun mal wichtig!“ „Du merkst, das gar nicht, oder? Duncan, sie WILL dich!!“ „Baby, lass uns jetzt bitte nicht schon wieder streiten“, er lehnte seine Stirn an meine, „ich bin ja bald wieder zurück.“ „Geh bitte nicht! Bleib hier!“, flehte ich. „Ich beeil mich! Versprochen!“, sagte er leise, drückte mir noch einen Kuss auf den Mund und ging. „Dann weiß ich, was ich zu tun habe....“

~Duncan~

Mist, jetzt hatte ich gehen müssen ohne ihr sagen zu können, dass ich das Moderieren und Modeln an den Nagel hänge. Ich mache nur noch die Aufträge zu ende, die ich schon fest zugesagt hab, und dann ist Schluss damit. Dazu gehört auch „Party in the Park“. Ob ich will oder nicht, ich muss es jetzt machen und es muss klappen. Vertrag ist schließlich Vertrag. Also gondelte ich durch halb London zu Geri, obwohl ich eigentlich bei meiner Freundin sein sollte. Ungeduldig klingelte ich bei Geri an. Diese jedoch ließ sich Zeit und öffnetet seelenruhig die Tür. Man, was ist die aufgetakelt und das nur für ne kurze Besprechung. „Lass uns schnell anfangen“, drängelte ich. „Warum denn so eilig, Babe?“ „Weil ich keine Zeit hab“, erwiderte ich gereizt. Sie führte mich ins Esszimmer und ich staunte nicht schlecht, als mich dort ein Candle-light Dinner erwartete. „Was.....was ist das denn?“, wollte ich verdattert wissen. „Ich dachte, du hättest vielleicht Hunger, aber meinetwegen können wir auch gleich zum Dessert übergehen. Wäre mir persönlich sowieso lieber“, lasziv leckte sie sich über die Lippen. „Du kleines verlogenes Miststück“, schrie ich sie an, „Claire hatte recht! Warum war ich so blind und hab nicht gesehen, was für ein hinterhältiges Spiel du spielst?!“ „Oh Duncan, ich liebe es, wenn du so impulsiv bist!“, schnurrte Geri, „lass es an mir aus, aber nicht, indem du mich anschreist, sondern steck deine Energie lieber IN mich“, sie griff nach meinen Händen, legte sie auf ihren Hintern und während wir uns so nah waren, rieb sie sich an mir. Wie kann man nur so billig sein? Angeekelt zog ich meine Hände weg und brachte wieder Raum zwischen uns: „Ich kann die gar nicht sagen, wie sehr du mich anwiderst und dir habe ich vertraut!“ „Oh Duncan, stell dich doch bitte nicht so an! Nur ein kleiner Fick! Das wird dir ja wohl nicht weh tun und danach kannst du sogar zu deiner kleinen Freundin zurück. Weißt du aber, was ich glaube? Das du Angst hast, auf den Geschmack zu kommen.“ „Du bist echt das Letzte! Wag es ja nicht, noch einmal bei mir anzurufen, geschweige denn in Claire´s oder meine Nähe zu kommen.“ „Das wird sich schlecht vermeiden lassen“, grinste Geri bösartig, „denk an „Party in the Park“. „Den Blue Auftritt kann ich zwar nicht absagen, aber die Moderation kann ich platzen lassen! Der Vertrag ist mir scheiß egal!“ So und jetzt raus hier! „Das kannst du nicht machen, Duncan“, kreischte sie empört hinter mir her, „ich werde dafür sorgen, dass du nie wieder irgendwo moderieren wirst.“ „Dann mach das mal. Ich wollte das eh an den Nagel hängen“, rief ich ihr zu, bevor ich in mein Auto stieg und los fuhr. Als ich das letzte mal in den Rückspiegel blickte, sah ich, wie Geri, gleich einem Flummie , wütend auf der Straße herumhüpfte. Schade, wenn man die Presse mal braucht, sind sie nicht da. Typisch! Dabei hätte ich denen sofort ein exklusiv Interview über Geri gegeben.
Ich kann nicht glauben, dass ich dafür meine Beziehung aufs Spiel gesetzt hab. Als ich vor unserem Haus hielt, fand ich es dunkel und verlassen vor. Claire war bestimmt sauer und ist schon ins Bett gegangen, denn untern im Wohnzimmer war sie schon mal nicht. Als nächstes sah ich im Schlafzimmer nach, aber dort war sie auch nicht. „Claire?! Verdammt, wo steckst du?“, schrie ich durchs Haus und rannte die Treppe runter. Wo zur Hölle war sie hingegangen? In der Küche fand ich dann endlich eine Nachricht von ihr :

„Wenn du keine Entscheidung treffen willst, dann werde ich es tun......
Meine restlichen Sache hole ich morgen ab!
Claire“

Ungläubig starrte ich auf die Notiz in meiner Hand. Meine Beine gaben nach und ich rutschte an der Wand runter auf den Boden. Das....das kann sie doch nicht machen.....

~Claire~

„Mit diesen ganzen zusätzlichen Jobs komm ich ja noch zurecht, aber nicht mit ihr......nicht mit ihr! Wo bleiben wir da, Lee? Wo?“, schüttete ich ihm mein Herz aus. „Dieser Arsch“, schimpfte Lee, „Duncan hat dich gar nicht verdient. Am liebsten würd ich ihm eine reinhauen!“ „Das macht es auch nicht besser und ihr liegt euch nur wieder in den Haaren“, seufzte ich. „Was willst du jetzt tun?“ „Duncan und ich brauchen Abstand voneinander und na ja.....ich hatte gehofft, erstmal bei dir bleiben zu können? Natürlich nur, wenn es Cindy nichts ausmacht“, fügte ich schnell hinzu. „Was hat Cindy denn damit zu tun? Wir sind nur gut befreundet und warum fragst du überhaupt, ob du hier bleiben kannst? Das ist doch selbstverständlich, dass du so lange bleiben kannst, wie du magst!“ „Danke, Lee! Danke, dass du für mich da bist“, ich versuchte meine Tränen zurück zu halten. „Hey Engelchen, du musst vor mir nicht stark sein. Lass es einfach raus“, nahm er mich in den Arm und der Damm brach. Schon erstaunlich, wie viele Tränen ein Mensch vergießen kann. „Ich liebe ihn“, schluchzte ich an Lee´s Schulter, „ich liebe ihn doch so sehr.“ „Ich weiß, Kleines....ich weiß...“, irgendwann versiegten meine Tränen und ich bekam gerade noch so mit, wie mich Lee nach oben ins Gästezimmer trug und mich ins Bett legte, bevor ich endgültig einschlief......

~Duncan~

Ich weiß gar nicht mehr, wie lange ich auf dem Küchenboden gesessen hatte, bevor ich mich nach oben ins Bett geschleppt hab. An Schlaf war in dieser Nacht natürlich nicht zu denken. Stattdessen zermarterte ich mir den Schädel, wo Claire hingegangen sein könnte. Zu meiner Mum? Nein, sie hätte mir bescheid gesagt. Zu Simon? Nee, hätte auch bescheid gesagt. Zu Ant? Zu Laura? Nein, alle hätten mich informiert. Nur eine Person, die ich kenne, hätte es nicht gemacht: Lee! Ihm passte das bestimmt alles hervorragend in den Kram. Wir hatten unseren Streit zwar beigelegt und verstanden uns so auch wieder ganz gut, aber vergessen hat keiner von uns, was damals passiert ist. Und ich glaube auch nicht, dass er über Claire hinweg ist. Ich meine, wie soll man über ein Frau wie sie jemals hinweg kommen?!
Nun kann er ihr erzählen, was für ein mieses Schwein ich doch bin. Ich kann nur hoffen, dass sie nicht alles weg wirft. Es darf einfach nicht soweit kommen.....

~Claire~

Ich glaube, das ist einer der schwersten Wege meines Lebens, den ich gerade gehen muss.....Jetzt bei Duncan rein zu schneien und ihm irgendwie beizubringen, dass ich eine Beziehungspause möchte. Leise schloss ich die Tür auf und sah mich unten um. Dort war er nicht, also ging ich nach oben in unser Schlafzimmer. Duncan lag angezogen auf dem Bett und starrte die Decke an. Als er mich bemerkte, sprang er erleichtert auf und umarmte mich: „Wo warst du? Ich hab mir Sorgen gemacht!“ „Ich war bei Lee.“ „Oh“, machte er nur. „Duncan, wir müssen reden.“ „Das sehe ich auch so“, und so gleich prasselten die Ereignisse von gestern Abend auf mich nieder. Diese falsche Schlange! Ich hab´s ja gewusst. „Ich hab mich entschieden, Claire. Ich werde mich von nun an nur noch auf dich und Blue konzentrieren, aber vor allem auf dich! Scheiß auf die Karriere!“ Währenddessen hatte ich einen Koffer hervor gekramt und warf meine restlichen Sachen rein. „Was....was machst du da?“, fragte er verdattert. „Duncan, ich....ich brauche eine Beziehungspause“, nun war es raus. „Eine WAS? Ich hab dir doch gerade gesagt, dass ich nichts mehr mit Geri zu tun haben will. Sie wird in unserem Leben keine Rolle mehr spielen und meine Karriere werde ich auch zurück stellen. Also, warum gehst du?“ „Das spielt keine Rolle mehr. Es hätte nie soweit kommen dürfen. Ich glaube, wir brauchen Abstand voneinander, um uns darüber klar zu werden, was wir von unserer Beziehung.....von uns noch erwarten.....Soll es für immer sein, für den Rest unseres Lebens.....oder ziehen wir lieber rechtzeitig einen Schlussstrich, um uns beiden überflüssige Schmerzen uns Leid zu ersparen?!“ Betretendes Schweigen trat ein, das durch eine Frage seinerseits durchbrochen wurde: „Liebst du mich denn gar nicht mehr?“ „Schon komisch, dass ausgerechnet du diese Frage stellst. Eigentlich wäre das meine Frage gewesen.“ „Wieso dein Frage?“, entrüstet sah er mich an, „wer verlässt denn hier wen?“ „Es ist nur eine Pause, Dunc, keine Trennung! Aber um auf deine Frage zurück zu kommen.....Wann hast du mir denn das letzte mal gesagt, dass du mich liebst?“, beschämt senkte er den Kopf, „siehst du, was ich meine? Es ist ja nicht nur das, sondern auch..... Erinnerst du dich an all die Nächte, in denen wir uns geliebt haben, als wäre es das letzte Mal?! Wo sind diese Nächte geblieben? Wenn wir das zurück haben wollen, was wir hatten, dann müssen wir uns etwas Zeit und Raum lassen.“ „Aber warum musst du dafür ausgerechnet zu Lee ziehen? Warum nicht zu meiner Mum, zu Laura oder meinetwegen auch zu einem der anderen Jungs: Warum ausgerechnet zu ihm?“, verzweifelt sah er mir tief in die Augen. „Bitte....lass uns jetzt nicht darüber diskutieren! Ich....ich muss gehen“, klappte ich den Koffer zu. „Kriege ich....bekomme ich denn wenigstens noch einen Abschiedskuss?“ Verdammt, warum macht er es mir so schwer? Ich ließ es zu, dass er mich leicht an den Hüften fasste und sich unsere Lippen berührten.....nur gab er meine nicht wieder frei. Seine Hände wanderten fordernd an meinem Körper auf und ab. Gott, ich kann doch jetzt nicht mit ihm schlafen, denn genau darauf würde es hinaus laufen, wenn ich jetzt nicht gehe. Sanft aber bestimmt drängte er mich zum Bett. Ganz automatisch schoben sich meine Hände unter sein Shirt. Ich konnte nichts dagegen tun, mich einfach nicht dagegen wehren. Seine Haut war von einer erregten Gänsehaut überzogen. Bevor er mich langsam auf das Bett drückte, befreite er mich vorsichtig von meinem Rock und meinem Top. Achtlos warf er es zu seinem Shirt und auf dem Klamottenberg folgte sogleich seine Hose. Leidenschaftlich liebkoste Duncan meinen Hals und löste dabei meinen BH. Er wanderte mit seinen Küssen weiter runter und beschäftigte sich ausführlich mit meinem Busen, während seine Hände überall und nirgends waren. „Warum machst du es uns noch schwerer?“ Er antwortete nicht, sondern zog einfach meinen Slip nach unten. Er rückte runter und bedeckte die Innenseiten meiner Schenkel mit unzähligen Küssen, während er sich langsam in die „gefährlich“ Zone vorarbeitete. „Aaaaaaaaahhhhh Duncan, lass mich gehen“, stöhnte ich auf. „Das kann ich nicht.....nicht jetzt....niemals“, murmelte er und bearbeitetet mich weiter mit seiner Zunge. Himmel, wie soll ich das aushalten, ohne gleich zu explodieren? Er hatte mich da, wo er mich haben wollte.....ihm willenlos ergeben.....und genau das spürte er auch. Duncan zog sich zwischen meinen Beinen hoch, streifte die Short runter und drang mit einem Stoß in mich ein. Überrascht keuchte ich auf und krallte mich in seinem Rücken fest, als er anfing sich in mir zu bewegen. Er ließ mich auf einem dünnen Seil zwischen Lust und schlechtem Gewissen wandeln. Lust, weil er mich mit einer Leidenschaft liebte, die ich so sehr vermisst hatte. Schlechtes Gewissen, weil ich wusste, dass ich gehen musste, wenn es zu ende war. „Kannst du spüren, wie sehr ich dich brauche, wie sehr ich dich liebe?“, raunte er mir ins Ohr und sein heißer Atem ließ mich erzittern. Mein Gott, ja, dachte ich, ich spüre es, aber.......es ändert nichts...... Wir erlebten gemeinsam einen wunderschönen Höhepunkt, der mir die Tränen in die Augen trieb. Ich fühle mich so schlecht, weil....es kommt mir so vor, als hätte ich ihn nur benutzt und werfe ihn einfach weg, indem ich gleich gehe. Erschöpft und schwer atmend sank er auf mich und vergrub sein Gesicht an meinem Hals, so das er zum Glück meine Tränen nicht sehen konnte. Schließlich legte er sich neben mich und nahm mich in den Arm. Ich....ich halt das nicht länger aus.....Ich muss hier raus! Eilig befreite ich mich aus seiner Umarmung, fischte meine Klamotten aus dem Haufen und zog sie schnell über. „Wo....wo willst du denn hin?“, fragte Duncan irritiert. „Duncan, es......es hat sich nichts geändert.“ „Du machst also tatsächlich Schluss?!“, setzte er sich ruckartig auf. „Es ist nur eine Pause!“ „Du machst tatsächlich Schluss?!“, beharrte er. „Wenn du es so siehst.....dann tut es mir leid.....“

~Duncan~

Die Tür klappte hinter ihr zu und es hörte sich so endgültig an. Plötzlich liegt alles in Scherben vor mir, nicht nur meine Beziehung, sondern auch mein Leben.....denn Claire ist mein Leben! Glaubt sie wirklich, dass wir noch mal zueinander finden, wenn wir uns jetzt aufgeben?! Eine Pause?! Pah, das ich nicht lache! Sie liebt mich, will aber die Trennung. Wo ist da die Logik? Gibt es die in der Liebe überhaupt? Sie ist noch keine 5 Minuten weg und die Sehnsucht nach ihr frisst mich schon auf.....langsam und quälend....Wie soll ich bloß ohne Claire weiter leben?
Am nächsten Tag staunte ich nicht schlecht, als Paul mich gleich bei meiner Ankunft beim Tanztraining zur Seite nahm: „Dunc, ich muss erst noch mit dir reden, damit du gleich nicht zu überrumpelt bist.“ „Was gibt’s denn?“ „Ich hab eine kleine Änderung vorgenommen“, erläuterte er, „du wirst wieder mit Cindy tanzen und......Duncan, sieh mich nicht so an! Ich hab ihr den Gefallen nur getan, weil sie noch was gut hatte wegen Laura damals und.....hey, jetzt warte doch....“, rief er hinter mir her, während ich schon auf dem Weg zu Claire war. „Und du erzählst mir, dass das hier keine Trennung ist?“, wollte ich direkt wissen, obwohl die Jungs und unsere Tänzer drum herum standen. „Komm mit“, fasste sie mich am Arm und zog mich von den anderen weg, „ich hab dir doch gesagt, dass es besser ist, wenn wir uns etwas Platz lassen.“ „Noch mehr? Wie viel denn noch? Ich kann mir schon denken, wer dir diesen Floh mit der Tanzerei ins Ohr gesetzt hat.“ „Wer denn?“ „Lee!“ „Du machst dich lächerlich! Lee ist mir ein guter Freund!“ „Oh ja, und ich kann mir auch vorstellen, wie gut......“ KLATSCH!!!!! Ich hielt mir meine schmerzende Wange. „Wage es nicht noch einmal mir zu unterstellen, ich würde dich betrügen, Duncan James!! Wenn ich dich nicht so verdammt lieben würde, hätte ich dich schon längst zum Teufel gejagt!“ „Wenn du mich so liebst, warum bist du dann nicht an meiner Seite?“ „Das weißt du ganz genau“, wutentbrannt wollte sie abrauschen, aber ich bekam noch rechtzeitig ihre Hand zu packen. „Hier geblieben!! Wir sind noch nicht fertig miteinander! Denkst du, du kannst einfach so Schluss machen und dich dann nicht mit mir auseinandersetzen?“ „Wie oft noch? Es ist nur eine Pause! P – A – U – S – E !!! Soll ich es dir vielleicht noch schriftlich geben? Und du bist mir ja gerade der Richtige, der das sagt! Wer wollte sich denn die ganze Zeit nicht mit MIR auseinander setzen? Das warst doch du, oder? Und jetzt will ich nicht!“, sie riss sich von mir los und ging zu den anderen. Ich wusste weder, was ich sagen oder tun sollte. Wie in Trance ging ich nach draußen und setzte mich auf den Boden in den Sonnenschein, obwohl mir jetzt ein Wolkenbruch lieber gewesen wäre. Fünf Minuten nach mir kam auch Lee raus und setzte sich wortlos neben mich. „Na, sind wir gekommen, um unseren Triumph auszukosten?“, wollte ich spöttisch wissen, „du hast es ja nun doch geschafft.“ „Hör auf damit, Dunc! Wie lange willst du mir das noch vorhalten?“, fragte er vorwurfsvoll. „Was? Das du mir das Liebste, was ich auf der Welt habe, ein zweites mal weg nimmst?!“ „Es ist nicht so und das weißt du auch! Ich hab meinen Fehler von damals eingesehen und ich habe keineswegs vor, mich zwischen dich und Claire zu drängen. Wenn es zwischen euch nicht mehr klappt, dann bist ganz allein du daran Schuld.“ „Oh ja! Ja, klar“, sagte ich ironisch. „Sie tut alles um eure Beziehung zu retten, aber du begegnest dem nur mit Unverständnis.“ „Sorry, dass ich das nich kapieren, wenn zwei Menschen, die sich über alles lieben, trennen.“ „Ja, sie liebt dich wirklich aus tiefster Seele. Weißt du, wie es war, sie am Boden zu sehen? Zu hören, wie sie immer wieder wimmerte, dass sie dich liebt?! Es hat mir das Herz zerrissen! Sie ist total fertig und wenn du willst, dass sie sich wieder aufrichtet, dann lass ihr die Zeit, die sich braucht.....die auch du brauchst, um wieder klar zu werden“, er stand auf. „Lee, warum tust du das?“ „Weil ich will, dass ihr wieder glücklich werdet und zwischen uns alles wieder so wird, wie es einmal war“, er blickte mir fest in die Augen. Seine Worte waren nicht gelogen, sondern sein voller Ernst gewesen. „Danke....Kumpel!“ „Dunc, ich bin für dich da, wenn du mich brauchst.....“

~Claire~

Die Wochen vergingen und ich glaube, der Abstand tat uns beiden gut, auch wenn Duncan das nicht mal unter Folter zugeben würde. So wie Lee mir erzählte, war Duncan sehr kreativ und schrieb wie ein Besessener einen Song nach dem anderen, obwohl die Melodien sonst mehr sein Fall waren, als der Text. Darunter befand sich ein echtes Juwel doch, laut Lee, war sich Duncan nicht sicher, ob er der Plattenfirma den Song präsentieren sollte, da er sehr persönlich war. Lee versuchte alles, um Duncan vom Gegenteil zu überzeugen und überhaupt waren die beiden ziemlich viel zusammen, so dass Lee nicht nur mir, sondern auch Duncan beistand. Lee ist echt ein Schatz. Er ist viel erwachsener und reifer geworden. Seine Fürsorge ist wirklich rührend und er versucht so viel wie möglich von mir fern zu halten, nur meine morgendlichen Kotz- und Schwindelanfälle konnte er mir leider nicht abnehmen. „Dieser sture Esel“, knallte Lee schimpfend die Tür hinter sich zu. „Wer? Johnny? Hat er dem kleinen Lee etwa kein frei gegeben?“, neckte ich ihn. „Sehr witzig, Claire“, er zog eine Grimasse, „nein, ich meine Duncan! Er weigert sich strikt dagegen, den Song der Plattenfirma für das Best of Album zu geben. Oh, ich könnte ihn so.....“, grummelte er und ballte seine Hände zu Fäusten, „Könntest du nicht vielleicht.....?“ „Oh nein“, wehrte ich ab, „das muss er selber wissen.“ „Aber.....“, es klingelte und ich konnte aus der gerade aufkeimenden Diskussion mit Lee flüchten. Es stand niemand vor der Tür, aber auf der Fußmatte lag ein brauner Umschlag. Verwundert hob ich ihn auf und ging damit ins Wohnzimmer. „Wo hast du das denn aufgegabelt?“, deutete Lee auf den Umschlag. „Lag vor der Tür“, gab ich zurück und zum Vorschein kam eine CD und ein Brief:

“Wie du vielleicht schon weißt, habe ich mich entschieden, den Song nicht zu veröffentlichen......aber ich wollte, dass du ihn hörst, weil......weil er ein Teil von mir......von unserer Beziehung ist......Du wirst dich und mich darin wieder finden.....
In Liebe!
Duncan”

Neugierig nahm ich die CD aus der Hülle und legte sie in den CD-Player:


“Where you want me”

Wow oh baby (repeat)

Gotta make a little room for me to breathe
Gotta feeling that you´re about to pull me in too deep
The more I try to walk away
The harder it get´s to believe that I don’t need you (oh no)

You´ve got a hold on me
There´s no escaping baby
Got to find the release (ooh)

Why do I feel so weak
When you are near me
You´ve got me in too deep
So help me baby
You´re living in my dreams
You´re always with me
You´re the dark in my light
You´re the black in my white
And I´ll always know you got me where you want me
You got me where you want me

You´ve got me tempted by what´s forbidden
How can you be so sweet but uh so unforgiving
And I´m emotionally drained
Am I too gone to be saved
But I don’t want it any other way

You´ve got a hold on
There´s no escaping baby
Got to find the release (ooh)

Why do I feel so weak
When you are near me
You´ve got me in too deep
So help me baby
You´re living in my dreams
You´re always with me
You´re the dark in my light
You´re the black in my white
And I´ll always know you got me where you want me
Got me where you want me

You pull me close
I can´t let go
My hands are tied
You´re all that I know

You pull me close
I can´t let go
My hands are tied
You´re all that I know (all that I know)

Why do I feel so weak
When you are near me
You´ve got me in too deep (you got…you got)
So help me baby
You´re living in my dreams (you´re living in my dreams)
You´re always with me
You´re the dark in my light
You´re the black in my white
And I´ll always know you got me where you want me

Why do I feel so weak (Why do I feel so weak?)
When you are near me
You´ve got me in too deep (you got me in too deep)
So help me baby
You´re living in my dreams
You´re always with me
You´re the dark in my light
You´re the black in my white
And I´ll always know you got me where you want me

Why do I feel so weak
When you are near me
You´ve got me in too deep
So help me baby
You´re living in my dreams


„Jetzt siehst du ja selber, wie schwer er es sich macht, damit zurecht zu kommen“, durchbrach Lee die Stille, die eingetreten war, nachdem das Lied zu ende war. Ich musste ganz schön schlucken, als ich das Lied hörte, denn ich hatte erkannt, was er meinte. Wie kann er nur denken, dass ich ihn nicht mehr brauche?! Er ist der wichtigste Mensch in meinem Leben, den ich auf keinen Fall verlieren will und gerade deshalb brauchen wir diese Pause. „Duncan ist ein Idiot!“ „Meine Rede, aber er lässt sich ja von keinem was sagen“, murrte Lee, „er lässt sich von keinem überzeugen.“ Hmmmmm......wer sagt denn, dass ich ihn überzeugen muss??! „Was hast du vor, Claire?“ „Ich?“, mit Unschuldsmiene sah ich ihn an. „Das funktioniert bei mir nicht! Erzähl schon!“ „Das wirst du morgen schon sehen.....“


~Duncan~

Dieser Song bedeutet mir soviel und ich hoffe, sie erkennt den tieferen Sinn, der dahinter steckt. Wird sie mich darauf ansprechen? Oder es einfach übergehen, als hätte sie es nie gehört? Ich muss einfach abwarten.....Vielleicht weiß ich ja morgen schon mehr......
Am nächsten Vormittag war wieder Tanztraining angesagt und die Pünktlichste von allen kam heute zu spät: Claire! „Das sieht ihr gar nicht ähnlich! Hoffentlich ist ihr nichts passiert?!“, nervös trippelte ich neben Lee herum. „Claire ist nur noch was erledigen.“ „Was denn?“ „Denkst du, dass sagt sie mir?“, antwortete er genervt. Gott sei dank kam sie dann reingerauscht, gefolgt von Laura mit Josh, rief Paul eine Entschuldigung zu und verschwand wieder, um sich umzuziehen. Fünf Minuten später erschien sie wieder und Paul konnte glücklich sein Tanztraining beginnen. Allerdings war er mehr als angefressen, als Johnny es nach einer guten viertel Stunde schon wieder unterbrach. „Herzlichen Glückwunsch, Dunc“, klopfte er mir lachend auf die Schulter. „Hä? Wofür?“, fragte ich verwirrt. „Die Plattenfirma findet deinen Song so gut, dass statt „Curtain Falls“ nun dein Lied als Single erscheinen
wird“, strahlte er, fügte aber noch vorwurfsvoll hinzu, „du hättest uns aber schon bescheid sagen können, dass du es dir anders überlegt hast.“ „Oh, das.....ist ja toll“, erwiderte ich. Es gibt nur eine Person, die „Where you want me“ zur Plattenfirma gebracht haben kann. Warum hat sie das getan???

~Claire~

Bin ich froh, dass es geklappt hat. Ich hatte den Song ja auch nur in Duncans Namen abgegeben, alles weitere lag dann an Virgin und es war ja auch ein voller Erfolg. Dunc war total verwirrt, als Johnny ihm plötzlich gratulierte, aber er weiß ganz genau, wer dahinter steckt.....jedenfalls seinem Blick nach zu urteilen.....Ich konnte doch nicht zu lassen, dass......“Ohhh Lee..“, suchend tastete ich nach seinem Arm, während ich mir die andere Hand vor die Augen hielt, damit ich nicht mehr sehen musste, wie sich alles drehte. Schon wieder so ein scheiß Schwindelanfall! „Claire, alles okay?“, fragte er besorgt und stützte mich. „Sicher, ist schon wieder vorbei“, beruhigte ich ihn, „jetzt seht mich doch nicht alle so an, als würde ich gleich tot umfallen. Mir geht’s wieder gut.“ „Trotzdem machst du jetzt eine Pause“, sagte Paul bestimmt und ließ keine Widerrede gelten. „Und damit der gute Lee nicht auf der faulen Haut liegt, springe ich ein“, rief Laura fröhlich, „na, freust du dich, Paul? Du hast mich doch sicher vermisst?!“ „Und wie“, erwiderte dieser ironisch und schnitt eine Grimasse. Während Laura und ich die Plätze tauschten, raunte sie mir um vorbei gehen noch ein „Wir sprechen uns noch, meine Liebe“ zu. Oh no, nicht schon wieder eine von diesen Mami-Reden, dachte ich stöhnend. Seit sie Josh hatte, hielt sie diese nämlich liebend gern. „Na, mein Kleiner, wie hältst du das bloß mit deiner Mami aus?“, fragte ich Josh und nahm ihn auf den Arm, dieser sah mich jedoch nur aus seinen großen blauen Augen verständnislos an. „Dunc, wie wärs, wenn du dich ma, konzentrierst?!“, fauchte Paul, „du versaust meine ganze schöne Choreo!“ „Sorry!“, entgegnete Dunc. „Ja, ja, schon gut! Ich weiß ja bescheid, also hau schon ab“, erwiderte Paul. Duncan wird doch jetzt wohl nicht hier her kommen, oder? „Darf ich mich setzen?“ Na klar, kam er hier her.....was auch sonst?! Ob er wohl sauer ist, weil ich einfach seinen Song weiter gegeben hab?

~Duncan~

Ich muss daran denken, Paul zu danken, dass er mit ne Pause gegeben hat. „Darf ich mich setzen?“, fragte ich vorsichtig. Sie nickte: „Bist du sauer?“ „Warum?“ „Weil ich den Song ohne dein Einverständnis weiter gegeben hab.“ „Denkst du wirklich, ich könnte dir böse sein?!“, es war eher eine Feststellung, als eine Frage, „hast du erkannt, was ich.....was ich gemeint habe?“ „Ja, das habe ich.....auch, wenn du.....“, sie seufzte, „einiges falsch interpretiert hast, was ich tue.“ Ich wollte gerade etwas erwidern, als sie sagte: „Bitte nicht, ok? Ich möchte nicht schon wieder mit dir streiten und schon gar nicht vor dem Kleinen.“ „Gut, dann sprechen wir über dich.“ „Über mich?“, blickte sie erstaunt von Josh auf. „Was hatte der Schwindelanfall von gerade zu bedeuten?“ „Nichts“, wich sie mir aus. „Hör auf mich anzulügen!“, sagte ich ernst. „Ryan konnte seine Klappe also mal wieder nicht halten, ja?!“ „Claire bitte.....wir waren......wir sind.....ich meine, ich kenne dich lange genug, um zu wissen, dass mehr dahinter steckt.“ „Na schön! Ich geb´s zu! Es geht mir in letzter Zeit nicht besonders, aber es ist nichts, worum man einen Aufstand machen müsste!“ „Einen Aufstand?! Du bist immer noch ganz blass im Gesicht!“ „Das legt sich auch wieder“, resolut stand sie auf, denn Josh hatte angefangen zu weinen und wiegte ihn hin und her. Damit war die Diskussion dann wohl beendet. Ich musterte sie noch eine ganze Weile mit dem Kleinen auf dem Arm. Sie ist wirklich eine tolle Patentante, dachte ich, und sie wird bestimmt auch eine tolle Mum werden. Nur, ob sie auch die Mutter meiner Kinder wird, steht noch in den Sternen. „Duncan, möchtest du dann auch mal wieder mitmachen?“, riss mich Paul aus meinen Gedanken. Dieser Satz bedeutete so viel wie „Beweg sofort deinen Arsch wieder hier her“. Ich sah noch einmal zu Claire und ging dann zurück zu den anderen, um mich weiter quälen zu lassen.....

~Claire~

Josh beruhigte sich so langsam wieder und ich versuchte Paul dazu zu kriegen, wieder mitmachen zu dürfen. Doch dieser dachte gar nicht daran und so wurde ich dazu verdonnert, ein braves Mädchen zu sein und zu zugucken. Nach gut 3 Stunden beendete Paul sein Programm. Die Jungs hatten noch Termine und ich? Na ja, ich wurde gleich von Laura in die Mangel genommen. „Du wolltest mit mir reden?“, fragte ich, während wir das Gebäude verließen und zu ihrem Wagen gingen. Sie drückte mir Josh auf den Arm und bedeutete mir, ihn in seinem Sitz festzuschnallen, während sie den Kinderwagen in den Kofferraum verfrachtete. „Nein, ich hab´s mir anders überlegt.“ Anders überlegt? Seit wann gab sie so schnell auf? Laura machte mir von drinnen die Tür auf: „Na los! Worauf wartest du noch? Steig ein!“ Schade, zu früh gefreut! Ich stieg ein und Laura lenkte ihren Wagen durch London. „Verrätst du mir auch wo es hingeht?“ „Siehst du noch früh genug“, gab sie knapp zurück und wenig später hielt sie auf einem Parkplatz an. Laura nahm Josh aus seinem Sitz und führte mich vor den Eingang einer Praxis.....der Praxis einer Gynäkologin!!! „Was soll ich denn bitteschön hier?“, lachte ich. „Du bist schwanger!!“, sah sie mich mit durchdringendem Blick an. „Bist du neuerdings unter die Hellseher gegangen?“, spottete ich. „Nein, aber ich kann 1 und 1 zusammenzählen! Denk mal scharf nach, meine Liebe! Hast du nicht mit Duncan geschlafen, bevor du ausgezogen bist?! Und? Habt ihr da verhütet?“, wollte Laura süffisant wissen. „Natür.....Oh man.....du hast recht!“, jetzt fiel es mir wie Schuppen von den Augen, „ich hatte vorher die Pille abgesetzt, weil wir ha eh nicht mehr miteinander geschlafen haben und als es dann soweit war.....na ja....“, druckste ich herum, „da hat keiner so wirklich an Verhütung gedacht.“ „Siehst du?! Deine Kotz- und Schwindelanfälle kommen also nicht von ungefähr!“ „Woher weißt du überhaupt davon? Ich hab dir nichts von meiner Übelkeit erzählt!“ „Tja, Lee war so frei“, grinste sie, „aber sei nicht sauer auf ihn! Er macht sich Sorgen um dich! Und jetzt rein mit dir....Mami.“ Ich rang mir ein Lächeln ab und wenig später hatte ich es schriftlich, in Form meines Mutterpasses, vor mir: Schwanger Anfang des 4. Monats! Ich erwarte ein Baby....Duncan´s Baby! Geistesabwesend saß ich in Laura´s Auto und starrte nach draußen. „Wann wirst du es Duncan sagen?“, fragte Laura. „Erst, wenn alles zwischen uns wieder in Ordnung ist.“ Sie seufzt. „Du bist wirklich ein harter Brocken. Kommst du denn wenigstens am nächsten Samstag zu seinem Auftritt bei „Top of the Pops“? Kann sein, dass Keedie und er dann schon die neue Nummer 1 sind, was, laut Lee, seht wahrscheinlich ist und dafür hat die ganze Crew von Johnny frei gekriegt, um zusehen zu können. „Ich weiß noch nicht....“, gab ich einsilbig zurück. „Bitte, überleg dir das gut! Es wäre hart für Duncan, wenn du nicht kommen würdest!“ „Glaub mir, dass weiß ich.....“

~Duncan~

Oh mein Gott, ich kanns nicht fassen! Meine erste Solo-Single direkt auf Nummer 1 der britischen Charts! Ich wünschte, ich hätte jemanden, mit dem ich meine Freude teilen könnte...... Heute, am Samstag, ist mein Auftritt mit Keedie bei „TotP“ und das versetzt mich in leichte Panik. Sonst sind die Jungs immer an meiner Seite, aber heute stehe ich allein auf der Bühne! Na ja, Keedie ist ja auch noch da, aber ich fühle mich allein! Ich weiß noch nicht mal, ob Claire kommt..... Laura war die erste, die aufgeregt in meine Garderobe stürmte. „Hey Dunc! Wie sieht´s aus? Siehst etwas blass um die Nasenspitze aus. Deine Mum und die anderen stehen schon an der Bühne. Sie wollte nicht her kommen, weil sie dich nicht nervös machen wollte....“ „Dafür sorgst du ja auch schon“, unterbrach ich sie lachend. „Lee&Co. Wollten aber gleich noch rein schauen. Hat mir Simon vorhin gesagt, als ich ihn traf“, plapperte sie munter weiter. „Und Claire?“, fragte ich hoffnungsvoll. Sie machte ein ernstes Gesicht: „Sie kommt bestimmt mit Lee mit.“ „Weißt du das oder sagst du das nur so?“ „Ich wollte vorhin noch mit ihr sprechen, aber ich hab sie nicht erreicht. Duncan.....“ „Schon gut, Laura“, unterbrach ich sie traurig, „ich bin ja selber Schuld, dass es soweit gekommen ist.“ “Das ist noch lange kein Grund, dich jetzt hängen zu lassen”, wütend lief Laura im Zimmer auf und ab. Plötzlich wurde die Tür aufgerissen und ich wurde von Antony, Lee und Simon stürmisch begrüßt. „Na Alter, wie siehts aus? Aufgeregt?“, grinste Lee und trippelte nervös herum. „Du bist aufgeregt. Ich hab eher Panik!“ „Ach, das wird schon alles klappen“, klopfte mir Simon auf die Schulter. „Lee? Was ist mit....“ „Tut mir leid, aber ich habe sie heute noch nicht gesehen. Als ich heut morgen aufgestanden bin, war sie schon nicht mehr da“, entschuldigend sah er mich an. Sie kommt also nicht, schoss es mir durch den Kopf, ich bin ganz auf mich allein gestellt! „Duncan, Sie sind gleich dran“, platzte die Assistentin des Aufnahmeleiters herein. „Lass den Kopf nicht hängen, Dunc“, tröstend nahm mich Laura in den Arm, und bevor ich den Raum verließ, um der Assistentin zur Bühne zu folgen, hörte ich Laura noch murmeln: „Wenn ich Claire in die Finger kriege, kann sie was erleben...“. An der Bühne erwartete mich schon Keedie: „Na Dunc, aufgeregt?“ „Geht so“, gab ich traurig zurück, worauf sie mich besorgt ansah. „Und hier ist die neue Nummer 1! Duncan James und Keedie mit „I believe my heart“!“ Jetzt gab´s kein Zurück mehr. Gemeinsam betraten wir die Bühne und ich fühlte mich……wie in einen Traum versetzt…..

~Claire~

Schon am frühen Morgen hatte ich Lee´s Haus verlassen, um Nachzudenken. Die ganze Zeit hielt ich mich im Hyde Park auf, während Duncan´s Auftritt immer näher rückte. Gedankenverloren saß ich auf einer Bank und strich über meinen Bauch, wo sein Baby in mir heran wuchs. „Was denkst du, mein Kleines?! Dein Daddy braucht uns, oder?“, fragte ich es, obwohl ich die Antwort kannte. Er war immer für mich da, wenn ich ihn brauchte. Nun brauchte er mich und ich war nicht da, um ihm beizustehen. Mit diesem Gedanken sprang ich auf und lief so schnell ich konnte zu den „TotP“- Studios. Draußen wartete schon Johnny, den ich auf dem Weg dorthin angerufen hatte, damit ich überhaupt rein kam. „Schnell, beeil dich! Er ist gleich dran“, drängelte Johnny und führte mich schnell zur Bühne. Alle standen schon da, auch Laura, dir mir zuraunte: „Glück gehabt!!“ „Und hier ist die neue Nummer 1! Duncan James und Keedie mit „I believe my heart“! Das erste, was ich sah, war sein traurig, enttäuschter Gesichtsausdruck. Mist, hoffentlich wird er von allein auf mich aufmerksam. Ich kann ihn ja jetzt schlecht rufen. Ich sah, wie er seinen Blick durch die Menge schweifen ließ und seine Augen leuchteten, als er an mir hängen blieb. Ich hielt seinem Blick lächelnd stand, während Duncan das Mikro an die Lippen hob und anfing zu singen:


“I believe my heart”

Whenever I see your face the world disappears
All in a single glance so revealing
You smile and I feel as though I´ve know you for years
How do I know to trust what I´m feeling?

I believe my heart
What else can I do?
When every part of every thought leads me straight to you
I believe my heart
There´s no other choice
For now whenever my heart speaks, I can only hear your voice

The life-time before we met has faded away
How did I live a moment without you?
You don´t have to speak at all
I know what you´d say
And I know every secret about you

I believe my heart
It believes in you
It´s telling me that what I see is completely true
I believe my heart
How can it be wrong?
It says that what I feel for you I will feel my whole life long

I believe my heart
It believes in you
It´s telling me that what I see is completely true
And with all my soul
I believe my heart
The portrait that it paints of you is a perfect work of art


Noch Sekunden, nachdem das Lied bereits verklungen war, stand er da und sah mir in die Augen.....bis Keedie ihn von der Bühne zog. Der Augenkontakt brach ab und mir wurde erst jetzt richtig klar, wie sehr ich ihn doch vermisste. Ich will bald wieder nach hause......zurück zu Duncan. Laura stupste mich an und drängte mich sogleich Richtung Backstage Bereich. Alle anderen waren nämlich schon hinten bei Duncan und Fiona war gerade dabei, ihm die Luft aus den Lungen zu quetschen, so stolz war sie auf ihren Sohn. Während ich nun als letzte unsicher vor Duncan stand, scheute Laura alle um uns herum weg. „Ich dachte schon, du kommst nicht.....“, sagte er und sah mich dabei ganz offen an. „Ich.....ich wurde aufgehalten“, und in Gedanken fügte ich noch ein „von mir selber“ hinzu, „Glückwunsch Dunc! Du hast deinen Weg gefunden.“ „Ja, nur leider muss ich ihn alleine gehen......weißt du.....“, er brach ab. „Rede weiter!“ „Nein, besser nicht. Du willst es gar nicht hören.“ „Und wenn ich dich darum bitte?!“ „Verlang das nicht von mir, bitte“, flehte er. „Ich tue es aber, weil es bestimmt das ist, was ich dir auch gerade sagen wollte.“ „Das bezweifle ich.....“, auf meinem Blick sprach er weiter, „es ist so frustrierend nach hause zu kommen und du bist nicht da. Abends liege ich in unserem Bett, denke an die Momente, die Liebe, die Nächte, die Leidenschaft, die wir miteinander teilten und frage mich, warum es sich lohnt, am nächsten Morgen überhaupt noch aufzustehen, Allein die Hoffnung in meinem Herzen hindert mich daran, ganz den Boden unter den Füßen zu verlieren, aber daran Glauben.....ich weiß nicht, ob ich das noch kann.......“ „Weißt du noch, welches an jenem Abend erklang, als ich dir meine Liebe gestand?!“, er nickte, „daran hat sich nichts geändert. Du bist mein Grund, warum ich überhaupt noch atme und du bist der einzigste Mann, der für immer in meinem Herzen sein wird......Duncan, ich.....möchte wieder bei dir sein, deine Liebe und Nähe spüren.......nur kann ich das alles nicht überstürzen, verstehst du? Ich will nicht, dass so was noch einmal mit uns geschieht. Deshalb möchte ich, dass wir es langsam angehen lassen.....wieder miteinander ausgehen und einfach mehr Zeit zusammen verbringen......bis ich wieder nach hause komme.....Was sagst du dazu?“, fragte ich ängstlich, weil er zunächst nichts dazu sagte. „Was ich dazu sage? Mein Gott, ja! JA!“, er umarmte mich stürmisch, „tut mir leid! Ich wollte nicht.....“ „Schon gut“, antwortete ich erleichtert, „halt mich jetzt bitte einfach nur fest.“ Minutenlang standen wir so da, eng aneinander geschmiegt. Dann löste ich mich leicht von ihm und sah, dass ihm Tränen über die Wangen liefen, aber er lächelte dabei. Mir ging es da nicht anders. „Okay, genug geheult! Lee hat gestern irgendwas von ner Party gefaselt und die wollen wir doch nicht verpassen.....“

~Duncan~

Noch vor ein paar Stunden erschien alles so sinnlos.....und jetzt könnte ich die ganze Welt umarmen. Es hatte so gut getan, sie wieder in meinen Armen zu halten und jetzt kann ich auch wieder daran glauben, dass alles gut wird. Wir waren zusammen auf die, von Johnny organisierte, Party gegangen, aber ziemlich schnell getrennt worden, weil mir noch jeder Menge Leute gratulieren wollten. Nun saß ich mit Lee an der Bar und beobachtete Claire, die sich mit Laura unterhielt. „ „Wenn du jetzt nicht gleich deinen Hintern darüber schwingst und sie zum tanzen aufforderst, dann weiß ich nicht, was ich mit dir mache“, meckerte Lee neben mir. „Ich hab dir doch vorhin alles erzählt. Wir wollen es langsam angehen lassen.“ „Dann tanzt ihr eben langsam! Das hat sowieso mehr Reiz!“, grinste er breit. „Blödmann! Du weißt genau, wie das gemeint ist!“ „Ja, aber man muss dabei ja auch nicht gleich einschlafen“, damit stand er auf und lief zum DJ. Lee redete mit ihm und schnappte sich dann das Mikro: „Duncan, Claire! Diese Lied ist für euch, also enttäuscht mich jetzt ja nicht!“ Claire stand schon abwartend auf der Tanzfläche. „Wenn du nicht willst, dann....“ „Ssssshhhht“ Bitte sag jetzt kein Wort mehr. Lass es uns einfach nur genießen!“ Sie schmiegte sich an mich und wir ließen uns einfach durch das Lied treiben:


„Cradle“

I will rock you like a baby lover
Cradled in my arms
I will keep you safe from danger
Shelter you from harm
There will never be another lover
Treat you like I do
We can drift into forever on a love that’s made for two

Don’t you ever say this love´ s not special
Don’t you ever think it´s not essential, baby

I was only thinking of you
Hoping you were thinking of me
Two hearts beating just like
One against the world, baby
I am always dreaming of you
Hoping you are dreaming of you
I could never live one day without your love

I will kiss you like an angel, baby
Cradled in my wings
I will take you up to heaven
Show you precious things
If you promise that you love me
If you promise that you care
I will be here for you always
And forever this I swear

Don’t you ever say this love´s not special
Don’t you ever think it´s not essential, baby

I was only thinking of you
Hoping you were thinking of me
Two hearts beating just like
One against the world, baby
I am always dreaming of you
Hoping you are dreaming of me
I could never live one day without your love

Now you say you wanna love
But you don´t think you believe it
Just open up your heart
And you know you will receive it…..oh baby

Baby
Don’t you ever say this love´s not special
No
Don’t you ever think it´s not essential, baby

I was only thinking of you
Hoping you were thinking of me
Two hearts beating just like
One against the world, baby
I am always dreaming of you
Hoping you are dreaming of me
I could never live one day without your love

I was only
I was only
I was only
Thinking of you

I was only
I was only
I was only
Thinking of you

I was only
I was only
I was only
Thinking of you

I was only
I was only
I was only
Thinking oh baby

“Hörst du, ich könnte niemals einen Tag ohne deine Liebe leben”, hauchte Claire mir ins Ohr und machte mich damit zum glücklichsten Mann auf der ganzen Welt…..

~Wenige Tage später~

~Claire~

„Jetzt hilf mir doch mal, Laura! Wofür hab ich dich eigentlich her kommen lassen?“, verzweifelt stand ich vor meinem Kleiderschrank. „Das frag ich mich allerdings auch“, warf sie mir einen belustigten Blick zu. „Ich will ihm gefallen!“ „Das tust du doch, Claire, egal was du anhast“, sie grinste breit, „aber vor allem, wenn du nichts anhast.“ Ich schmiss ein Kissen nach ihr: „Die Lage ist ernst!! Das ist immerhin unser erstes Date nach langer Zeit!“ „Das weiß ich und deshalb frage ich mich auch, warum du mich mit ins Kino schleppen willst.“ „Weil ich nicht will, dass es irgendwie steif wird, verstehst du?! Das habe ich dir doch aber alles schon erklärt! Und ich muss dich ja wohl nicht daran erinnern, dass du zugesagt hast.“ „Ja, schon gut, aber wenn ihr anfangt, rumzuknutschen, verzieh ich mich.“ „Danke Laura, du bist ein Schatz“, umarmte ich sie. „Wie schön, dass du nicht immer nur den kleinen Drachen in mir siehst“, lachte Laura und drückte mir ein Top und einen Rock in die Hand, „das ziehst du jetzt an!“ Ich tat, wie mir befohlen und präsentierte mich dann fertig gestylt Laura. „Kann ich mich so sehen lassen?“, drehte ich mich im Kreis. „Klaro! Duncan wird Augen machen. Da wir gerade mal zufällig bei den Blue – Jungs sind….Wo steckt Lee eigentlich?“ „Keine Ahnung und mir flattern auch viel zu sehr die Nerven, um mir darum jetzt Gedanken zu machen.“ „Was ist bloß los mit dir, Claire? Das Baby habt ihr doch auch gemacht ohne das ich Händchen halten musste! Und ich kann mir vorstellen, dass dabei eine Sache mehr als STEIF war…..“, lachend warf sie sich aufs Bett, „oh Laura, der war gut……“ „Wirklich witzig, Laura! Ich lach mich kaputt. Reiß dich gefälligst zusammen! WIR haben ein Date!!“

~Duncan~

„Findest du das nicht etwas overdressed?“, musterte mich Lee skeptisch. „Was ist an nem Anzug auszusetzen?“, natürlich ohne Krawatte und mit offenem Hemd. „Dunc, du gehst `nur´ mit ihr ins Kino!“ „Falsch! WIR gehen mit ihr ins Kino!“ „Warum willst du mich mitschleppen?“, nölte er jetzt bestimmt schon zum hundertsten Mal, „Fummeln könnt ihr doch auch allein!“ „Wir wollen nicht fummeln, sondern den Film sehen.“ Lee brach in schallendes Gelächter aus: „Das glaubst du doch selber nicht!“ „Schließ nicht immer von dir auf andere“, warf ich ihm einen vernichtenden Blick zu. „Oh, der war fies! Aber schön, ich komme mit…..vorausgesetzt, der feine Herr bequemt sich dazu, in eine stinknormale Jeans zu schlüpfen. Das Hemd kannst du meinetwegen anbehalten.“ „Okay, du hast gewonnen“, ich kramte eine Jeans hervor, von er ich genau wusste, das sie Claire gefiel, „besser so?!“ „Viel besser! Oh je, wir sind schon 10 Minuten zu spät!“ „WAS???“, geschockt wollte ich aus dem Zimmer stürzen. „Hey, jetzt bleib hier! Wir haben noch genug Zeit“, rief er mich lachen zurück. Schwer atmend lehnte ich mich an die Tür: „Ist dir klar, dass ich kurz vorm kollabieren bin?! Mach das ja nie wieder, Ryan!“ „Mach dich locker, Alter! Du hast ein Date…….mit DEINER FREUNDIN!“ „Ja, trotzdem ist es komisch. Ich will eben keinen Fehler machen…..diesmal nicht…..“ Wenig später machten wir uns auf den Weg zum Kino. Wir hatten abgemacht, uns davor zu treffen. Wow, da….da kommt sie ja….aber nicht allein….

~Lee~

„Zwei Verliebte, ein Gedanke“, stieß ich Dunc grinsend den Ellebogen in die Seite. „Halt die Klappe, Ryan“, zischte er und setzte sein strahlendstes Lächeln auf, als Claire näher kam und ihm ein Küsschen auf die Wange drückte. Laura grinste mich gleich an: „Na? Auch zum Händchenhalten mitgekommen?“ „Du hast es erfasst! Duncylein kann keinen Schritt mehr ohne mich machen“, dieser Satz ließ Duncan knallrot anlaufen und er verschwand schnell, um die Kinokarten zu kaufen. Bevor Laura noch eine Bemerkung über sie machen konnte, wandte Claire sich ab. Ach ja, wie ich es liebe, die beiden zu ärgern….

~Claire~

Bevor Laura auch noch einen Spruch drauf setzten konnte, hatte ich mich lieber von den beiden entfernt…… und beobachtete nun Dunc, der an der Kasse stand. „Naaaaa, wen beobachten wir denn da?“, fragte Laura spitz. „N…n….niemanden“, stotterte ich, „wer sagt, dass ich wen beobachte?“ „Also, ich muss schon sagen, Duncan hat wirklich einen knackigen Hintern.“ Woher weiß diese Frau nur immer was ich denke? „Hey“, empört drehte ich mich zu ihr, „dieser knackige Hintern ist vergeben.“ „Wer hat einen knackigen Hinter?“, das war Dunc, der mit den Karten in der Hand wedelte. „Du!“, sagte Lee unverblümt. „Hä???“, über Dunc bildete sich ein großes Fragezeichen. „Nich so wichtig! Ryan redet viel wenn er Tag lang ist.“ Bevor Lee protestieren konnte, zog ich Duncan rein ins Kino. Wir schnappten uns gleich einen Pärchensitz und ließen uns darauf nieder. Ich blickte zur Seite und sah unseren Anhang gleichzeitig mit den Augen rollen. „Muss ich das von vorhin verstehen?“, flüsterte Dunc mir ins Ohr und jagte mir damit eine Gänsehaut über den Körper. „Nein, es war wirklich nicht so wichtig“, beschwichtigte ich ihn und war froh, dass auch schon in diesem Moment das Licht ausging und er nicht sah, wie ich leicht errötete. Der Film begann, aber ich konnte mich gar nicht so wirklich auf die Lovestory konzentrieren, die dort lief. Zum einen, weil ich selbst total nervös war und zum anderen, weil ich auch Duncans Unsicherheit spürte. Ich weiß ganz genau, dass er am liebsten den Arm um mich legen würde, sich aber nicht traut. Also übernahm ich das für ihn und kuschelte mich an ihn. Das war das Zeichen für ihn, dass er weiter gehen konnte und nahm mich nun endlich in den Arm. Laura und Lee brauche ich jetzt erst gar nicht angucken. Die würden eh nur wieder den Kopf schütteln. So verbrachten wir nun aneinander gekuschelt, den Rest des Films. Kurz bevor der Film zu ende war, flüsterte Dunc mir ins Ohr: „Hast du noch Lust auf einen kleinen Spatziergang?“ Ich nickte lächelnd und kurz darauf verließen wir das Kino. „Lee? Bringst du Laura nach hause? Claire und ich möchten noch einen Spatziergang machen.“ „Sicher bring ich sie nach hause. Ich will ja nich, dass sich die Kleine auf dem dunklen Heimweg fürchtet“, grinste er und fing sich dafür von ihr einen Schlag auf den Hinterkopf ein. „Werde mal nicht frech, Ryan! Ich bin immer noch Älter als du!!“ „Aber ich bin ein Mann“, brüstet er sich. „Ein Mann?“, sie konnte sich nicht mehr halten und prustete los, „das war der beste Witz, den ich seit langem gehört hab!“ „Witz? Wenn du nicht vergeben wärst, würde ich es dir beweisen“, hörten wir Lee noch von weitem, während er und Laura zankend verschwanden. Jetzt waren wir es, die mit dem Kopf schüttelten. „Wollen wir dann?“, bot Duncan mir seinen Arm an, aber ich griff nach seiner Hand. „Sicher“, gab ich zurück und so liefen wir händchenhaltend Richtung Hyde Park……

~Duncan~

Der Abend lief wirklich besser als erwartet. Vielleicht hätte ich Ryan doch nicht gebraucht….Gerade gingen wir händchenhaltend in den Hyde Park. „Wie fandest du den Film?“, versuchte ich ein Gespräch in Gang zu bringen. Sie zuckte mit den Schultern: „Wir hätten uns vielleicht doch lieber einen anderen Film aussuchen sollen. Ich denke Lovestory – Drama hatten wir in letzter Zeit schon genug. Meinst du nicht auch?“ „Ja, das glaube ich auch…..“, an dem See blieben wir stehen. Claire stellte sich vor mich, nahm meine Hände und legte sie auf ihren Bauch. Zunächst standen wir einfach nur schweigend da und genossen die Ruhe. „Würdest du manchmal irgendwo anders leben wollen? Weit weg von London…..von England?“, durchbrach sie die Stille. „Nein, niemals! Denn nur hier finde ich das, was ich zum Leben brauche, auch wenn mir die Presse hier manchmal das Leben zur Hölle macht. Alles was ich liebe, befindet sich hier in London…..Und was ist mit dir? Wünscht du dir manchmal, irgendwo anders zu leben?“ „Ja, es war mal so. Nach dem Tod meiner Eltern hab ich mir Nacht für Nacht gewünscht, einfach nur aus dieser Stadt verschwinden zu können, auch wenn ich sie noch so sehr geliebt hab. Aber dann wäre ich nur davor weg gelaufen….vor den Erinnerungen….vor meine Gefühlen….“, sie drehte sich zu mir um und sah mir tief in die Augen, „Jemand sagte mir mal: „du trauerst…und dann blickst du nach vorn…“. Du glaubst gar nicht, wie sehr mir dieser Satz geholfen hat. Ich kann wieder nach vorne sehen….in eine Zukunft voller Liebe und Nähe….unsere Zukunft, Duncan!“ Ich lehnte meine Stirn a ihre: „Du glaubst gar nicht, wie glücklich du mich machst, dass du das gesagt hast.“ Unsere Lippen kamen sich wie in Zeitlupe immer näher und berührten sich endlich nach so langer Zeit wieder. „Ich liebe dich“, hauchte sie mir ins Ohr und ich drückte sie fest an mich. „Ich liebe dich auch!“ Claire strahlte mich verliebt an, als ich sie wieder los ließ. „Lass uns so langsam mal gehen, du siehst müde aus…Schatz“, fürsorglich legte ich meinen Arm um sie und brachte sie zu Lee´s Haus. „Hast du nich lust, morgen mit shoppen zu kommen? Lee meinte, er bräuchte mal wieder was neues.“ „Schon wieder? Eigentlich müsste er dafür erstmal ausmisten. Das sieht ja katastrophal aus“, lachte sie. „Jedem das seine“, grinste ich, „also, kommst du mit?“ „Kommt drauf an, wann ihr los wollt. Vormittags wollte ich mit Laura und Josh durch die Stadt bummeln.“ „So früh, wie möglich. Du kennst Lee ja, er braucht einen ganzen Tag um sämtliche Klamottenläden Londons zu durch forsten. Eigentlich hab ich ja gar keine Lust, Stylist zu spielen, aber na ja, weil ich ihn heute dazu verdonnert hab, mit zu kommen…..“ „Verstehe, will er dich morgen auch n bisschen quälen.“ „So in der Art, ja.“ „Was hältst du davon, wenn wir vier uns zum Mittagessen treffen? In der kleinen Pizzeria….weißt du, welche ich meine?“, ich nickte, „okay....dann sehen wir uns morgen Mittag.“ „Träum was süßes“, strich ich ihr zärtlich über die Wange. Noch ein letzter Kuss und ein Lächeln von ihr, dann verschwand Claire in Lee´s Haus und ich lief pfeifend die Straße entlang nach hause.....

~Claire~

„Da ist aber Jemand verliiiiiiiiebt“, flötete Lee, als ich das Haus betrat. „Ich bin schon die ganze Zeit verliebt. Ich habs nur nicht gezeigt.“ „Und dein Liebster wollte nicht mit rein kommen?“ „Wir sehen uns ja morgen beim Mittagessen wieder.“ „Is auch besser so. SOWAS würde ich hier eh nicht dulden. Das hier ist schließlich ein anständiges Haus.“ „Ach Lee, das ist heut wirklich dein Witz – Tag“, lachte ich und verzog mich ganz schnell nach oben, um nicht von dem Sofa – Kissen getroffen zu werden, das Lee nach mir warf. Glücklich legte ich mich ins Bett und strich über meinen Bauch. „Bald sind wir drei wieder richtig zusammen, mein Engel.....du, Daddy und ich.....“
Am nächsten Vormittag kam Laura mit Josh ins Haus gestürmt. „Ich will alles hören!“ „Es gibt nichts zu hören.“ „Mir kannst du nicht erzählen, dass gestern Abend nichts mehr zwischen euch passiert ist!“ „Na schön, wir haben uns geküsst.“ „Mehr nicht? Er wollte nicht mit rein kommen?!“, fragte sie begierig. „Nein und außerdem treffen wir Lee und Duncan nachher zum Mittagessen.“ „Schon wieder Lee?!“, stöhnte Laura. „Stell dich nicht so an. Es wird schon nicht so schlimm“, beruhigte ich sie und wir machten uns auf den Weg. Wir zogen durch verschiedene Läden und Laura fiel in einen richtigen Shopping Rausch. „Lauraaaaa“ Hast du dich bald mal entschieden?“, fragte ich genervt, während ich den Kinderwagen sanft hin und her schaukelte. Darauf kam sie aus der Umkleidekabine und hing das Top weg. „Dein Dad wird mich zwar umbringen, aber ich muss dieses Top haben“, sagte sie zu Josh und wandte sich dann an mich, „macht es dir was aus, wenn wir, bevor wir uns mit Duncan und dem Witzbold treffen, zur Bank gehen und dann noch mal schnell hierher fitzen?!“ „Sicher, wenn du dann glücklich bist“, seufzte ich und wir gingen in Richtung der nächstgelegenen Bank, die zu allem Überfluss auch noch sehr voll war. Na super, Duncan denkt bestimmt, ich versetze ihn. „Hände hoch und schön ruhig bleiben!“, schallte es plötzlich durch die Bank. Alle Leute rissen panisch die Hände nach oben, bis auf einen den Bankangestellten, der sie erst verdächtigt spät hoch nahm. Oh Gott, bitte lass ihn nicht den Knopf für die Polizei gedrückt haben!! Warum zur Hölle gibt er ihm nicht einfach die verdammte Kohle und lässt ihn abhauen?! Aber nein, stattdessen hält er diesen Verbrecher auch noch hin und man kann schon ganz deutlich die Polizeisirenen hören. „Du kleines mieses Arschloch wirst das noch bereuen“, keifte er den Bankangestellten an. Dieser......dieser Typ kommt mir so bekannt vor.....die Statur.....die Stimme.... Ja, ich bin mir ganz sicher! Es ist der Selbe, der auch meine Eltern auf dem Gewissen hat. „Claire? Ist dir wieder schlecht? Du bist so weiß im Gesicht“, flüsterte Laura, doch er hatte es gehört. „Ruhe da.....“, schrie er, stutzte aber dann, „ach, sie mal einer an, die kleine Claire! Man sieht sich doch immer zwei mal im Leben. Wie fühlt man sich, wenn man Schuld am Tod seiner Eltern ist?“, höhnte er. „Ich bin nicht schuld!“, sage ich mit Nachdruck. Er lachte. „Was für ein Temperament! Bist du in anderen Sachen auch so temperamentvoll?“, seine Blicke glitten gierig über meinen Körper. „Ich bin nicht schuld, du mieses Schwein! Du hättest dich sowieso an ihnen abreagiert“, schrie ich. „Oh, so böse Worte?! Du solltest dich lieber im Zaum halten......wir wollen doch nicht, dass dem Kleinen hier was passiert“, er sah zu Josh, der friedlich in seinem Wagen schlief. „Lass den Jungen aus dem Spiel! Er hat dir nichts getan!“ „Gut, dann muss ich mich.....“ „Kommen Sie mit erhobenen Händen raus! Dann passiert Ihnen auch nichts“, kam es von draußen. Wieder dieses Lachen: „Als ob mir was passieren könnte?!“ Er nahm Josh aus seinem Wagen, was Laura gequält aufschluchzen ließ. „Laura, ganz ruhig! Er wird ihm nichts tun. Vertrau mir!“ Sie nickte weinend. Er ging mit dem Kleinen auf dem Arm zur Tür, die Pistole auf ihn gerichtet und ich betete zu Gott, dass sich nicht aus versehen ein Schuss lösen würde. Der Kerl wollte ein Fluchtfahrzeug und ungehindert mit dem Geld fliehen. Die Polizei ging darauf ein, aber er sollte zunächst Josh mit seiner Mum frei lassen. „Na ja, ich bin ja kein Unmensch“, sagte er und grinste mich dabei an, „wem gehört das Kind?“ Laura deutete auf mich. „Nein Laura, du wirst mit deinem Sohn hier raus gehen!“ „Aber Claire, du bist doch.....“ „Haben sich die Damen bald mal entschieden?“ „Klappe! Das hier ist ein Privatgespräch!“, fuhr ich ihn an. „Ich sehe schon, wir werden seeeehr viel Spaß miteinander haben“, wieder glitten seine Blicke begierig über meinen Körper. „Hör mir zu“, wandte ich mich wieder an Laura, „Duncan.....sag ihm, dass wir ihn lieben......und Laura.....wenn ich nicht......dann kümmere dich um ihn!“ „Nein, sag so was nicht“, weinend umarmte sie mich. „Das reicht jetzt“, riss er sie brutal von mir weg, drückte ihr Josh auf den Arm und schubste sie zur Tür. Erschöpft ließ ich mich auf den Boden sinken. „Psssst Claire!“, ein Mann kam auf mich zugerobbt, „stellen Sie jetzt keine Fragen und hören Sie mir einfach nur zu! Sie sind wahrscheinlich die Einzigste, die uns hier raus holen kann.....“

~Duncan~

„Muss das sein?“, fragte ich genervt. „Ja, es muss!“, antwortete Lee und bahnte sich einen Weg durch die Menschenmasse. Wie kann man nur so sensationslüstern sein und dann auch noch ausgerechnet Lee. Als ob er nicht am besten weiß, wie es ist, begafft zu werden. Aber Lee ließ sich nicht davon abbringen, das Geschehen zu beobachten. Auf dem Weg zur Pizzeria waren wir zufällig an einem Banküberfall vorbei gekommen und Lee ließ es sich nicht nehmen, sich bis nach vorne an die Absperrung vorzudrängeln. Missmutig stand ich daneben und meckerte vor mich hin: „Claire und Laura warten sicher schon und wir stehen hier blöde rum!“ Aufgeregt zupfte er plötzlich an meinem Hemd: „Dunc!“ „Was? Ich will es gar nicht sehen!“ „Ist das da nicht Laura mit Josh?“ Jetzt war mein Interesse doch geweckt. Oh mein Gott, dass ist ja wirklich Laura.......und sie kam aus der Bank!! Die Polizei befahl ihr, ganz langsam zu gehen, denn hinter ihr in der Tür der Bank stand ein Mann mit einer Pistole. Wir stürzten sofort zu ihr. „Laura, alles okay? Hat er euch was getan?“, Lee nahm sie sogleich in den Arm. „Wer sind Sie?“, fragte der leitende Beamte. „Freunde von mir“, antwortete sie rasch. „Wo ist sie, Laura?“, fragte ich tonlos, obwohl ich die Antwort schon zu kennen glaubte. „Ich wollte, dass sie mit Josh raus geht, aber Claire wollte nicht.“ „Ich muss zu ihr“, kurz entschlossen wollte ich unter den Absperrung durch. „Nein Dunc! Bleib hier! Claire weiß, was sie tut und sie würde das Baby nie gefährden!“ Wie angewurzelt blieb ich stehen....das Baby?!? „Sie ist.....SCHWANGER?!?“ „Ja Duncan.....Claire erwartet ein Baby.....von dir!“ Jetzt erst recht, dachte ich, doch Lee und ein Polizist hielten mich fest. „Lasst mich los“, schrie ich sie an und wehrte mich gegen ihre festen Griffe. Ich war komplett am durchdrehen, als Lee das einzig richtige tat. Er verpasste mir einen Kinnharken, der mich nach hinten auf den Boden beförderte. Laura drückte ihm Josh in den Arm, kniete sich zu mir runter und drückte meine Kopf an ihre Schulter: „Du musst jetzt stark sein, Duncan, für euch drei und daran glauben, dass alles wieder gut wird! Du wirst euer Kind aufwachsen sehen, hörst du! Und irgendwann wirst du Claire heiraten! Deshalb darfst du jetzt nicht aufgeben!“ „Wenn er mir Claire und unser Baby nimmt......dann kann er mich ihnen gleich hinterher schicken.....“

~Claire~

In aller Eile hatte der Mann, ein Zivilpolizist, der ganz zufällig auch hier in der Bank anwesend war, mir seinen Plan erklärt. Es klang simpel, weil der Kerl ja wirklich auf eine Art an mir Interesse zeigte, aber auch gefährlich.....Es gibt nur einen Versuch und wenn der scheitert, will ich gar nicht an die Folgen denken.....
Nachdem Laura in Sicherheit war, befahl der Mistkerl einem der Angestellten, ihm einen Stuhl zu bringen und die ganze Zeit hielt er dabei die Waffe in der Hand. Was hatte der Polizist gesagt? „Claire, Sie müssen ihn dazu bringen, die Waffe weg zu legen.“ Schon wieder dieses schmierige Grinsen und mir wurde bewusst, dass ich keine andere Wahl hatte. Ich will, dass es aufhört.....so oder so.... Ich warf dem Polizisten noch einen letzten Blick zu, der mir aufmunternd zunickte. Also stand ich auf und ging auf diesen Verbrecher zu. „Los, setz dich wieder hin“, er zielte mit dem Lauf der Pistole auf mich, doch ich ging unbeeindruckt weiter. „Was denn? Ich dachte, du wolltest Spaß?! Oder hab ich da was falsch verstanden?“, fragte ich keck. „Nein Baby, ich dachte nur nicht, dass du es mir freiwillig geben würdest“, brutal riss er mich auf seinen Schoß und leckte über meinen Hals. Seine Hand glitt unter meinen Rock und ich musste mich beherrschen, ihm nicht ins Gesicht zu kotzen. Aber ein gutes hatte es! Endlich hatte er die Pistole weg gelegt. Das war meine Chance! Jetzt muss ich ihn nur noch davon weg locken. „Komm mit rüber zur Wand“, stöhnte ich ihm ins Ohr, „so mag ich´s am liebsten!“ „Du kleines Luder“, er drängte mich mit dem Rücken rüber zur Wand. „CLAIRE! JETZT!“, schrie der Polizist, so wie es ausgemacht war, auf der Hälfte der Strecke. Reflexartig stieß ich ihn von mir und ließ mich nach hinten fallen. Ein Schuss fiel und er traf sein Ziel...... Schluchzend rollte ich mich auf dem Boden zusammen...... Es war vorbei....

~Duncan~

Laura sprach mir die ganze Zeit gut zu, aber ihre Worte prallten an mir ab. Meine Gedanken waren bei Claire.....bei ihr und unserem Kind......und erst ein Schuss holte mich zurück in die Realität. Nein.....es darf nicht so enden.....nicht, nach allem was wir durch gemacht haben! Diesmal konnte mich keiner aufhalten. Schnell flitzet ich unter der Absperrung durch und lief Richtung Bank. „Verflucht Duncan, komm wieder zurück!“, schrie mir Lee hinterher. „Sie sollte auf ihren Freund hören, Mr. James!“, das war der leitende Beamte, der sich uns als Jim Smith vorgestellt hatte. Zitternd betrat ich die Bank. Links von mir lag der Mann, der vorhin noch auf Laura gezielt hatte und aus dessen Brust jetzt jede Menge Blut quoll. Rechts lag Claire und ein Mann kniete neben ihr. „Claire.....Schatz, geht es euch gut?“, ich ließ mich neben ihr auf den Boden sinken. „Ja, alles in Ordnung....jetzt schon..... Das Schwein hat endlich seine gerechte Strafe gekriegt.“ „Ist das der Selbe, der.....?“ Sie nickte stumm. „Sie haben wirklich eine sehr mutige Freundin“, lächelte der Mann an ihrer Seite mir zu. „Duncan, ich will nach hause.....bitte bring mich nach hause.“ Ich half ihr auf und stützte sie. „Ich werde deine Eltern von dir Grüßen, kleine Claire“, röchelte der Mann auf dem Boden. Claire blieb stocksteif stehen. Sie sah ihn an und spuckte ihm verächtlich ins Gesicht: „Scher dich endlich zum Teufel, verdammter Mistkerl! Ich hoffe, du wirst auf ewig im Höllenfeuer schmoren!“ Dann griff sie halt suchend wieder nach meinem Arm und ich trug sie aus der Bank raus ins Freie. Polizisten stürmten an uns vorbei in die Bank und auf uns zu rannten Laura mit Josh auf dem Arm und Lee. „Wie geht es dem Kleinen?“, fragte Claire erschöpft. „Mit ihm ist alles okay! Was ist mit dir?“, schluchzte Laura. „Ich brauche nur etwas schlaf. Das ist alles“, seufzte sie, „Lee, bringst du mir morgen meine Sachen nach hause?!“ „Aber natürlich, Kleines“, ich konnte sehen, dass er den Tränen nahe war. „Danke.....für alles!“ Mr. Smith geleitete uns zu einem Wagen und fuhr uns nach hause. Claire war im Auto an mich gekuschelt eingeschlafen und so trug ich sie nun vorsichtig die Treppe nach oben in unser Schlafzimmer. Ich betrachtete sie.....sie schlief wie ein Engel, ganz friedlich, obwohl sie eigentlich Alpträume haben müsste. Meine Hand ruhte auf ihrem Bauch.....auf unserem kleinen Wunder......Jetzt kann uns nichts mehr trennen!!

~Claire~

„Hey, was ist denn los? Regnet es?“, verschlafen räkelte ich mich, als ich am nächsten Morgen aufwachte. Das erste, was ich sah, war Dunc´s Lächeln und das er sich über die geröteten Augen wischte. „Nein, es regnet nicht“, lächelte er und betrachtete mich. „Warum hast du....?“ „Ich bin einfach nur froh, dich....euch wieder zu haben. Du glaubst nicht, was ich für eine Angst hatte“, gestand er. „Und ich erst! Nicht vor dem Tod, das weißt du....sondern davor, dir nie mehr sagen zu könne, wie sehr ich dich liebe!“ „Ich liebe dich auch“, schniefte er, drückte mich fest an sich und küsste dann meinen Bauch, „und dich liebe ich auch, mein kleiner Engel! Ich kanns gar nicht glauben und schon gar nicht mehr abwarten, bis es endlich da ist.“ „Ein klein wenig musst du dich schon noch gedulden.“ „Wie lange denn?“, wollte er ungeduldig wissen. „Nur noch 5 Monate.....“

~5 Monate später~

Nach 8 Stunden Wehen, in denen Duncan nicht eine Sekunde von meiner Seite gewichen ist, war unser Engel nun endlich geboren und einen Namen hatte sie auch schon: Natascha Judy Fiona James! Natascha als Rufname, Judy nach meiner Mum als zweiter Vorname, Fiona nach Dunc´s Mum als dritter Vorname und James.....ja richtig, James! Duncan und ich hatten vor gut 2 Monaten geheiratet und so trugen wir nun alle seinen Namen. „Ist sie nicht einfach bezaubernd?“, strahlte ich Duncan an, der Natascha in seinen Armen liebevoll wiegte. „Ja, sie kommt ganz nach ihrer Mummy“, dann sah er mich ernst an, „woher wusstest du, dass alles wieder gut werden würde?“ „Woher ich das wusste?“, er nickte. Lächelnd zitierte ich eine Liedzeile:

„And I´ll always know you got me where you want me!“



~ENDE~





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