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Sweet teenage Love - I feel your pain


Kann man seine Jugendliebe vergessen und ein ganz neues Leben ohne ihn anfangen? Oder bleibt er für immer in deinem Herzen mit der Hoffnung, ihn eines Tages wieder zu sehen?!


„Ach komm schon, bitte, bitte, bitte!“ Schon seit Tagen bettelte Annabelle ihre beste Freundin Victoria an, mit ihr zu dem Konzert ihrer Lieblingsband zu kommen. Sie hatte diese Karten mühsam ergattert und nun wollte Annabelle nicht, dass auch nur eine davon verfiel.

Blue waren schon seit einiger Zeit das Beste was England zu bieten hatte und, nach Meinung von Annabelle, sahen die vier Jungs obendrein auch noch ziemlich lecker aus. Tolle Musik, coole Jungs....was gab es daran auszusetzen?!

„Ach Belle, ich kenn die doch gar nicht, die Musik mag ich bestimmt auch nicht und überhaupt...“ „Und überhaupt versteh ich dein Problem nicht“, meckerte Annabelle, „mir scheint so, du willst als kleines Hausmütterchen enden?!“ Damit traf sie einen wunden Punkt bei Victoria. Annabelle wusste, dass sie den Sohn des reichen Automobilherstellers Clark Smith heiraten würde, aber sie wusste nicht, was es für Victoria bedeutete.

Sie musste einen Mann heiraten, den sie überhaupt nicht liebte, weil ihr Vater es so wollte. Victoria´s Familie war sehr reich. Ihr Vater konkurrierte mit Clark Smith um den obersten Rang in der Automobilbranche, trotzdem waren die beiden keineswegs verfeindet. Nein, sie waren gute Freunde schon seit sehr langer Zeit und darum schmiedeten sie einen Plan, wie sie ihre Fimen miteinander vereinen konnten......nämlich mit der Hochzeit ihrer Kinder.

Für Victoria war es ein Schock gewesen, als ihr Vater ihr seine Zukunftspläne für sie eröffnete. Gehörte Victoria´s Herz doch einem anderen, der sie jedoch bald darauf verließ. Schreiben wollte er, anrufen, doch nicht ein Versprechen davon hielt er. Keine Zeile erhielt sie von ihm, keinen Anruf, indem er ihr sagte, wie sehr er sie liebte. Niemals wieder, bis zum heutigen Tag, hatte sie von ihm gehört und alles, was er zurück ließ, war ein gebrochenes Herz.

Traurig spielte Victoria mit dem Anhänger der Kette um ihren Hals. Er hatte sie ihr vor seiner Abreise geschenkt. Der Anhänger war ein halbes Herz, dessen andere Hälfte er besaß. Wer weiß, ob er die Kette überhaupt noch hatte. Wahrscheinlich gehörte sie für ihn schon längst der Vergangenheit an, genau, wie Victoria für ihn der Vergangenheit angehörte.

Wehmütig wanderten ihre Gedanken in viele, viele Jahre zurück in längst vergangene Tage....

*************

~Rückblende~

Vergnügt tollten die beiden Kinder durch den riesigen Garten in der besten Gegend Londons. „Duncan, warte, nicht so schnell“, quietschte Victoria und rannte hinter ihm her. Die beiden kannten sich aus dem Kindergarten und waren seit Beginn an die besten Freunde.

Eigentlich müsste man denken, dass ein Kind aus bestem, reichen Hause keinen normalen Kindergarten besuchte, doch ihre Mutter hatte darauf bestanden, damit aus der Kleinen nicht noch ein verwöhntes Einzelkind wurde. Duncan hingegen konnte das Privileg nicht genießen, einen Butler herum zu kommandieren und mit viel Komfort aufzuwachsen. Er lebte allein mit seiner Mutter und den Großeltern, die ihm ihre ganze Liebe und Zuwendung schenkten. Seinen Vater hatte er nie kennen gelernt, denn dieser hatte seine Mum noch vor Duncans Geburt verlassen…

Trotzdem war er ein fröhlicher, aufgeweckter, kleiner Junge, der nichts lieber tat, als mit Vicky, wie er seine beste Freundin kurz nannte, durch den Garten ihrer Eltern zu toben. Diese waren froh, dass ihre Tochter endlich Anschluss gefunden hatte. Victoria war manchmal ein freches, kleines Biest, nicht nur zu ihren Eltern, sondern auch zu anderen Kindern. Einzig und allein bei Duncan war sie lammfromm und ihre Eltern fragten sich, wie dieser Junge das nur anstellte…

Jedenfalls waren sie ihm sehr dankbar dafür und luden ihn, so oft es eben ging, ein. Der kleinen Victoria war das nur allzu recht, denn sie wollte nie mehr ohne ihren besten Freund leben.....

**************

Victoria und Duncan wuchsen zu Teenagern heran, was ihrer Freundschaft aber keinen Abbruch tat. Ganz im Gegenteil....Die beiden wurden sich noch vertrauter und teilten alle ihre Geheimnisse miteinander. Victoria wusste, was Duncan gerade dachte und fühlte und umgekehrt. Sie verstanden sich einfach blind…

So auch an diesem Tag, als Victoria sofort wusste, dass irgendwas mit Duncan nicht stimmte, denn er war extrem mies gelaunt in die Schule gekommen. Jeder, der ihm in die Quere kam, wurde zur Schnecke gemacht und alle hielten Abstand von ihm, denn man wollte Duncan lieber nicht reizen. Sogar die allergrößte Zicke der Schule, die Vicky ja mal so gar nicht leiden konnte, hielt sich heute zurück…

Nur zu gern warf sie sich Duncan an den Hals, der sie aber immer wieder genervt abwimmelte, was Vicky natürlich sehr befriedigte, wenn sie ihr triumphierende Blicke zuwerfen konnte…

Victoria wunderte sich über Dunc´s Verhalten, war sie dich hier das kleine freche Miststück, dass sich von niemandem, mit Ausnahme von Duncan, etwas sagen ließ, selbst ihre Eltern und Lehrer ließ sie immer wieder barsch abblitzen.

Duncan war eher der besonnene Typ, der sie mit seinem frechen Grinsen immer wieder von ihrer Palme herunter holte, wenn sie sich mal wieder mit ihren Eltern gestritten hatte. Deshalb passte dieses Verhalten auch gar nicht zu ihm und sie nahm sich vor, Duncan in der nächsten Pause darauf anzusprechen…

„Rück schon raus mit der Sprache! Was ist dir über die Leber gelaufen?“ „Nicht jetzt, okay?!“, wehrte Duncan ab und drehte sich von ihr weg. „Oh doch, jetzt“, sagte sie bestimmt, „du hättest Kevin vorhin fast eine rein gehauen, nur weil er dir in die Hacken getreten ist.“ „Na und? Das machst du doch fast tagtäglich“, meinte Duncan schulterzuckend.

„Bei mir is das auch was anderes. Kevin liebt es, mich zu ärgern und irgendwie muss ich mich ja als armes kleines schwaches Mädchen wehren“, Vicky konnte ein Grinsen nicht unterdrücken, bevor sie wieder ernst wurde, „Los Duncan, sag mir, was los ist. Du kennst mich, ich werde nicht eher Ruhe geben, bis ich weiß, was dich bedrückt!“

Duncan grübelte. Sollte er ihr das jetzt wirklich sagen? Ja, er wollte sich ihr anvertrauen, das hatte er schon immer getan, aber nicht gerade hier. Andererseits hatte Vicky recht. Sie würde sich jetzt eh nicht mehr davon abbringen lassen, dafür war sie viel zu stur…

„Mein Da....ähm...Erzeuger hat gestern angerufen.“ „Hey, das ist doch schön. Hat ja auch lange genug gedauert“, freute sie sich, doch Dunc´s Miene verdüsterte sich noch mehr. „Schön?! Er bringe alles nur durcheinander. 15 Jahre lang wollte er nichts von mir wissen und jetzt tauchte er einfach so aus der Versenkung auf. Was bitteschön denkt der sich? Das ich Freudensprünge mache, weil er jetzt doch was von mir wissen will? Da hat der sich aber geschnitten“, ereiferte sich Duncan.

„Aber er ist dein Dad....“ „Nein Vicky, er ist ein Samenspender, nichts weiter. Ein Kerl, auf den meine Mum zu ihren Pech rein gefallen ist. „Aber ohne ihn wärst du heute nicht hier...“ „Und? Wen kümmert das?“ Was sagte er da bloß? Hatte Duncan den Verstand verloren? Wut stieg in ihr hoch und sie versetzte Duncan eine schallende Ohrfeige…

Mit Tränenüberströmten Gesicht rannte sie weg in Richtung der Mädchen Klos. „Vicky, warte bitte!“, rief er flehend hinter ihr her, „ich hab das doch nicht so gemeint! Ich bin einfach nur schlecht drauf. Bitte bleib doch stehen!“ Abrupt blieb Vicky stehen und drehte sich zu ihm um…

Eilig schloss Duncan sie in seine Arme, wo sie sich an ihm klammerte und heftig schluchzend fragte, warum er das gesagt hatte. „Es tut mir leid, Süße, das ist mir einfach so raus gerutscht, weil ich so wütend auf diesen Mistkerl bin. Ich bin zufrieden mit meinem Leben. Ich habe meine Mum, meine Großeltern und dich“, liebevoll stupste er ihre Nase mit seiner an, „ich brauche keine weiteren Menschen in meinem Leben.“ „Bist du sicher? Ich fühle doch, dass es dir Schmerzen bereitet....“

„Vicky, ich....“ „Schon gut, wie auch immer du dich entscheidest.....Ich stehe hinter dir!“, versicherte sie ihm und schmiegte sich schweigend an ihn. Duncan war ihr dafür dankbar, dass sie für ihn da war. Jeder andere hätte ihm weiter ins Gewissen geredet, aber Vicky tat es nicht. Sie stand ihm immer zur Seite und das schon seit klein auf ohne ihn zu irgendetwas zu drängen…

Während er Vicky so in seinen Armen hielt, bereitete sich in Duncan ein wohliges Kribbeln aus, dass ihn von Sekunde zu Sekunde mehr und mehr verwirrte. Auch Victoria spürte dieses Kribbeln in der Bauchgegend, allerdings schon einige Zeit länger als Duncan. Sie wusste nicht so wirklich, wie sie damit umgehen sollte…

Immerhin war Duncan seit langer Zeit ihr bester Freund und diese Vertrautheit wollte sie auf keinen Fall aufs Spiel setzen. Schon seit einiger Zeit grübelte sie darüber nach, ob es besser wäre, mit Duncan darüber zu reden. Doch....würde das nicht alles zerstören? Könnten sie danach jemals wieder so ungezwungen miteinander umgehen, wie jetzt?!

*****************

In den folgenden Tagen versuchte Victoria alles, um Duncan aus seiner trübseligen Stimmung zu reißen. Sein Dad hatte sich nicht mehr gemeldet, was Duncan schwerer getroffen hatte, als er zugeben wollte. Er verfluchte sich selbst dafür, dass er sich von diesem Mistkerl so runter ziehen ließ, was aber nicht das einzigste war, dass ihn beschäftigte…

Seine Gefühle für Vicky wurden immer stärker und er hatte keine Ahnung, wie lange er es noch schaffen würde, gegen sie anzukämpfen. Vicky machte es ihm auch nicht gerade einfach, wie zum Beispiel an diesem schönen, sternenklaren Abend, wo die beiden draußen im Garten ihrer Eltern lagen…

Vicky hatte sich eng an Duncan gekuschelt, ihr Kopf ruhte auf seiner Brust und ihre Hand strich immer wieder beruhigend über seinen Bauch. Duncan hatte das Gefühl, dass, wenn sich auch nur noch ein Schmetterling mehr in seinem Bauch bildete, er davon schweben würde…

„Duncan? Hallo? Bist du schon eingeschlafen?“, wedelte plötzlich Vicky´s Hand vor seinem Gesicht hin und her. Oh je, er war mal wieder mit seinen Gedanken ganz woanders gewesen. „Hast du was gefragt?“ „Allerdings“, erwiderte Vicky und schob schmollen die Unterlippe vor. „Och nein, du weißt, das ich das nicht haben kann.“ „Dann sag mir, was dich beschäftigt und ich höre damit auf.“ „Geht nicht“, und grinsend fügte er noch hinzu, dass jeder Mann doch sein kleines Geheimnis hatte…

„Welcher Mann?!“, kicherte Vicky und sah sich suchend um. „Na warte, du kleines Biest. Im nächsten Moment lag Duncan auf ihr und kitzelte Vicky ordentlich durch. Kichernd versuchte sie sich gegen ihn zu wehren, doch Duncan war natürlich viel stärker und außerdem genoss es Vicky, ihn so nahe bei sich zu spüren…

„Oh bitte, hör auf! Mein Bauch tut schon so weh“, quietschte sie und Duncan beendete seine Kitzel Attacke. Er blieb auf ihr liegen, stützte sich aber mit den Unterarmen auf dem Gras ab. Wie schön Vicky doch war....Warum war ihm das nicht schon viel früher aufgefallen?

Einen Moment lang versanken die beiden in den Augen des anderen, bevor Duncan sich räusperte und meinte, dass Vicky ihn doch irgendwas gefragt hatte. „Ach so, ja, das hätte ich ja schon bald wieder vergessen“, Vicky versuchte sich von seinen Augen zu lösen, „wie sieht´s denn aus? Machen wir wieder zusammen eine Party?“ Party? Von was redete sie da nur? Duncan setzte ein grübelndes Gesicht auf.

„Hallo? 7. April! Klingelt da irgendwo was bei dir?“ „Mensch ja“, er schlug sich mit der Hand vor die Stirn, „unser Geburtstag!“ Wie der Zufall es so wollte, hatten die beiden am selben Tag Geburtstag und hatte bisher immer zusammen gefeiert. „Natürlich feiern wir wieder zusammen, aber diesmal bei mir“, sagte Duncan, denn jedes Jahr wechselten sich die beiden damit ab.

„Ach, ich freu mich schon so auf die 16“, seufzte Vicky und verschränkte die Arme hinter dem Kopf. Einen kurzen Moment war Duncan von ihrem Busen abgelenkt, der sich ihm entgegen reckte, bevor er nach dem warum fragen konnte…

„Na, ist das nicht glasklar?! Ein Jahr älter und näher an der Volljährigkeit. Das heißt, bald keine Vorschriften mehr...“ „Als ob du dir schon jemals was hast vorschreiben lassen“, grinste Duncan belustigt. „Du bist viel zu frech“, meinte Vicky eingeschnappt. „Ich hab ja auch eine ausgezeichnete Lehrerin“, grinste Duncan immer noch und drückte ihr ein Küsschen auf die Wange. Wie gern hätte er diesen Kuss auf ihrem Mund landen lassen, doch er war sich nicht sicher, wie sie darauf reagieren würde….

Wahrscheinlich würde sie ihm sofort eine brettern, dachte Duncan traurig und versuchte verzweifelt, seine Schmetterlinge in Schach zu halten....

*****************

Die Vorbereitungen für die Party liefen auf Hochtouren und Duncan hatte DAS Geschenk für Vicky gefunden. Eigentlich war es ja mehr ein Geschenk für die beide. Zufällig hatte er im vorbeigehen bei einem Juwelier zwei Ketten mit einem gemeinsamem Herz, das man in der Mitte teilen konnte, entdeckt….

Kurz entschlossen ging Duncan in den Laden, ließ auf Vicky´s Hälfte ein „D“ und auf seiner ein „V“ eingravieren und bezahlte glücklich die Ketten. Eigentlich hatten Vicky und er schon lange ausgemacht, sich nichts zu schenken, doch Duncan hatte einfach nicht widerstehen können. Das Herz hatte ja praktisch „Kauf mich! Kauf mich!“ geschrieen….

Vielleicht würde sich ja dann auch eine günstige Gelegenheit ergeben, ihr seine Gefühle zu gestehen. Denn eines war Duncan klar geworden....so konnte und wollte er nicht weiter machen. Egal, was er tun würde, das Verhältnis zu Vicky würde sich nur verschlechtern, ob er es ihn nun sagte oder nicht. Also hatte sich Duncan für den ehrlichen Weg entschieden. Mal sehen, wie weit er damit kommen würde.....

*****************

Am späten Nachmittag am Tag der Party stand Vicky skeptisch vor ihrem Spiegel. Sie hatte all ihre Sachen aus dem Schrank gerissen und probierte schon seit Stunden die verschiedensten Outfits an. Schließlich blieb sie bei eine einfachen Top und einem schwarzen Rock hängen. Ob sie Duncan so gefallen würde?

Ganz sicher, denn er stand nicht auf diese aufgetakelten, mit Schminke zu gekleisterten Modepüppchen, die sich in viel zu enge Sachen quetschten. Das war einfach nicht sein Stil…

Zufrieden verließ Vicky ihr Zimmer, doch bevor sie das Haus verlassen konnte, fing ihr Vater sie ab. „Wann bist du zuhause?“ „Dad, ich hab Geburtstag“, bemerkte Vicky genervt, „es wird bestimmt super spät werden.“ „Aber du gehst heute Nacht auf keinen Fall alleine nach hause. Duncan soll dich bringen, Victoria“, sagte ihr Vater bestimmt. „Das ist doch auch blöd“, murrte Vicky, „kann ich nicht bei ihm schlafen?!“ Um eine fortführende Diskussion zu vermeiden, fiel Vicky ihrem Vater freudig um den Hals, so dass er gar nicht mehr nein sagen konnte…

Eilig machte sie sich auf den Weg zu Duncan, wo sie natürlich die erste war. Grinsend gratulierten sich die beiden und die heutige Umarmung fiel außergewöhnlich lang aus. Nachdem Vicky sich von Duncan gelöst hatte, erledigten die beiden noch die letzten Aufgaben für die Party…

Gerde, als sie diese erledigt hatte, kamen auch schon die ersten Gäste, darunter auch Oberzicke Carolin und Nervensäge Kevin. Vicky hätte vor Wut aus der Haut fahren können, als Carolin Duncan umarmte und ihm kackfrech einen Kuss auf den Mund drückte…

Hinter Carolin´s Rücken wischte sich Duncan angewidert über den Mund und tat so, als müsse er sich übergeben, was Vicky mit einem zufriedenen Grinsen quittierte. So langsam trudelten nun auch der Rest der Gäste ein und die Party war nun in vollem Gange.....

********************

Mit Argesaugen beobachtete Carolin, wie sich „ihr“ Duncan und Victoria in bester Laune miteinander unterhielten und lachten. Warum zog er Victoria nur vor und nicht sie, Carolin?

Carolin Smith war, genau wie Victoria, die Tochter eines großen Automobilherstellers und ihre Väter waren sehr gut befreundet. Doch im Gegensatz zu Vicky war sie kein Einzelkind, trotzdem war sie ein hinterhältiges, verwöhntes, verzogenes Miststück!

Es passte ihr ganz und gar nicht, dass Duncan und Victoria so eng miteinander verbunden waren. Immer funkte Vicky dazwischen, wenn sie sich an Duncan ran machen wollte und nie konnte sie Duncan allein erwischen, weil Vicky immer irgendwo in der Nähe war. Man könnte die beiden fast für Siamesische Zwillinge halten…

So langsam wurde es Carolin jedoch zu viel, sie wollte Duncan und sie würde ihn auch kriegen! Sie winkte Kevin zu sich, der brav auf sie zutrottete. „Sag mal, du bist doch an Victoria interessiert?!“, harkte Carolin nach, worauf Kevin heftig nickte. Sicher war er an ihr interessiert, schließlich war sie eine der besten, wenn auch der zickigsten, Partien der ganzen Schule, doch Victoria hatte ja immer nur Augen für Duncan…

„Okay, du willst Vicky, ich will Duncan! Wenn wir zusammen arbeiten, könnten wir unser Ziel erreichen“, lockte sie und Kevin ging nur allzu gern darauf ein…

Duncan und Vicky wussten gar nicht, wie ihnen geschah, als sie von Carolin und Kevin auf die Tanzfläche gezogen wurden. Vicky dirigierte Kevin so, dass sie über seine Schulter hinweg Dunc´s Gesicht sehen konnte. Dieser verdrehte die Augen und machte eine Geste, ob es ihr recht wäre, wenn sie gleich mit ihm tanzte. Freudestrahlend nickte Vicky, denn sie konnte es gar nicht erwarten, von diesem Idioten wieder weg zu kommen…

Ihre Gebete wurden erhört und Duncan tippte Kevin auch sogleich auf die Schulter: „Du hast doch nichts dagegen, wenn wir mal tauschen, oder Kev?!“ Ohne dessen Antwort abzuwarten, schnappte sich Duncan Vicky´s Hand und begann gleich darauf, eng mit ihr zu tanzen, als das nächste Lied erklang....

“As long as you love me”

Although loneliness has always been a friend of mine
I´m leaving my life in your hands
People say I´m crazy and that I am blind
Risking it all in a glance
How you got me blind is still a mystery
I can´t get you out of my head
Don´t care what is written in your history
As long as you here with me

I don’t care who you are
Where you´re from
What you did
As long as you love me
Who you are
Where you´re from
Don´t care what you did
As long as you love me

Every little thing that you have said and done
Feels like it´s deep within me
Doesn’t really matter if you´re on the run
It seems like we´re meant to be

I don’t care who you are
Where you´re from
What you did
As long as you love me
Who you are
Where you´re from
Don´t care what you did
As long as you love me

I´ve tried to hide it so that no one knows
But I guess it shows
When you look into my eyes
What you did and where you´re comin from
I don´t care, as long as you love me

I don’t care who you are
Where you´re from
What you did
As long as you love me
Who you are
Where you´re from
Don´t care what you did
As long as you love me

Wenn er mich jetzt nur küssen würde, dachte Vicky sehnsüchtig, als sie Duncans Nähe so intensiv wie nie zuvor spürte. Duncan hingegen war wieder völlig hin und her gerissen zwischen richtig und falsch. Ja, er hatte es sich vorgenommen, aber das erschien jetzt schwieriger als gedacht…

Er kratze seinen ganzen Mut zusammen und kam ihren Lippen immer näher. Vicky dachte zu träumen, als sie seine Lippen auf den ihrigen spürte. Sanft erwiderte sie seinen Kuss, was Duncan erleichtert registrierte. Verliebt sahen sich die beiden in die Augen, bis Dunc Vicky hinaus in den Garten zog…

„Denkst du, es war vorher bestimmt? Ich meine, wir beide....“, sagte Vicky leise, als sie an ihn geschmiegt im Garten stand. „Schon möglich“, meinte Duncan lächelnd und küsste Vicky innig auf den Mund, „wer weiß, was die Zukunft noch alles für uns bereit hält....“

*****************

Starr vor Wut stand Carolin am Wohnzimmerfenster und beobachtete, was sich dort im Garten zwischen Vicky und Duncan zu trug. Am liebsten hätte Carolin ihr auf der Stelle die Augen ausgekratzt, aber das würde Duncan ihr wohl übel nehmen…

Es war das geschehen, was sie um jeden Preis hatte vermeiden wollen.....Duncan und Vicky waren ein Paar......aber nicht mehr lange......

Kevin wäre nur ein „angenehmer“ Lückenbüßer gewesen, aber Vicky wollte es ja nicht anders. Sie musste sich ja unbedingt Duncan unter den Nagel reißen, also musste sie nun auch mit den Konsequenzen leben…

Carolin wusste etwas, dass bisher nur ihren und den Vater von Vicky etwas anging. Niemand wusste anscheinend davon und hätte Carolin nicht aus „Zufall“ ein Gespräch der beiden mitgekriegt, wäre auch sie immer noch ahnungslos…

Es war beschlossene Sache, dass Vicky Carolins Bruder Jeff heiraten sollte, wenn sie alt genug war. Grund dafür waren die beiden Automobilfirmen ihrer Väter, die durch die Hochzeit zu einer Einheit werden sollten. Da würde es Vicky´s Dad ganz sicher nicht passen, wenn diese etwas mit Duncan anfangen würde. Nun konnte man sich ja mit Leichtigkeit vorstellen, wer ihm das ganze „Problem“ verklickern würde…

Unwillkürlich rieb sich Carolin die Hände. Sie freute sich jetzt schon tierisch darauf, Duncan zu trösten, wenn er seine geliebte Vicky nicht mehr sehen durfte. Sie würde auf jeden Fall am richtigen Ort sein, wenn es so weit war.....

*********************

„Das hätte ich ja jetzt bald vergessen....“, Duncan näselte an seiner Hosentasche herum und zog ein Schächtelchen hervor. „Was ist das?“, nun war Vicky´s Neugier geweckt. Duncan forderte sie auf, es zu öffnen und Vicky blieb vor Staunen der Mund offen stehen…

„Du bist ja total verrückt! Das war doch bestimmt teu...“ Mit einem sanften Kuss verschloss Duncan ihre Lippen. „Hey, dass hätte mir auch mal früher einfallen können“, witzelte er und Vicky kniff ihm gespielt schmollend in die Seite. Er nahm ihr Kettchen aus der Schachtel und legte sie Vicky um den Hals. Diese tat das selbe bei Duncan und verwickelte ihn sofort wieder in einen leidenschaftlichen Kuss. Abrupt wurden die beiden unterbrochen, als ihre Freunde lautstark aus dem Haus grölten, die Turteltäubchen sollten doch endlich wieder rein kommen und mit feiern.

Genervt rollte Vicky mit den Augen. In Timbuktu hatte man sie bestimmt nicht gehört. Lieber wäre sie jetzt mit Duncan allein gewesen, aber sie konnte ihre Freunde ja schlecht raus schmeißen, also schlenderten die beiden händchenhaltend rein und widmeten sich wieder ihren Gästen.....

*******************

Gegen 3 Uhr nachts, nachdem der größte Teil aufgeräumt war, fielen Duncan und Vicky hundemüde ins Bett. Ihre Freunde hatten ne ganz schöne Ausdauer gehabt, vor allem was das saufen an ging. Kevin zum Beispiel war total dicht gewesen, so dass er von Tom und Marc aus dem Haus getragen werden musste.

Schadenfroh hoffte Vicky, dass er einen schönen Kater haben würde und noch schlimmere Kopfschmerzen. Das würde ihm ganz recht geschehen, wo Kevin doch so ein Jammerlappen war. Tja, wer saufen kann, der muss das auch aushalten…

Am nächsten Morgen oder sollte man besser sagen, Nachmittag?! Auf jeden Fall wachte Duncan eng an seine Liebste gekuschelt wieder auf. Sie schlief noch tief und fest und er hatte so die Gelegenheit, Vicky ganz genau zu beobachten. Irgendwie sah er sie jetzt mit anderen Augen, obwohl sie doch immer noch die Selbe war. Vielleicht, weil sie jetzt fest zusammen waren?!

„Guten Morgen, Süßer“, lächelte Vicky plötzlich und riss Duncan aus seinen Gedanken, „du warst aber ganz schön weit weg, hm?!“ „Hat man das so gemerkt?“ „Du hast mich 5 Minuten angestarrt ohne mitzukriegen, dass ich wach bin“, lachte sie und fügte scheinheilig hinzu, „ich denke schon, das es ein klein wenig aufgefallen ist.“

„Mach dich ja nicht lustig über mich“, drohte Duncan grinsend und kitzelte sie wieder ordentlich durch, bis sich die beiden leidenschaftlich im Bett herum wälzten und heiße Küsse aus tauschten…

Als Vicky meinte, dass sie dann so langsam mal aufstehen müssten, versuchte Duncan sie mit seinem liebsten Dackelblick zum bleiben zu bewegen. „Na komm, deine Mum und deine Großeltern haben uns so lange feiern lassen, da müssen wir wenigstens den Rest noch aufräumen.....und zum kuscheln haben wir nachher auch noch Zeit“, grinste Vicky und verschwand schnell aus dem Zimmer ins Bad.

Als sie frisch geduscht in ein Handtuch gewickelt zurück in sein Zimmer kam, lag Duncan immer noch der Länge nach im Bett. „Willst du wohl endlich aufstehen, Duncan Inglis?! Oder soll ich einen Eimer kaltes Wasser holen?“, ihre Blicke wanderten über seinen Oberkörper zu seiner Boxershorts, „Und ich weiß auch schon genau, wo das landen wird....“

Grinsend sprang Duncan auf und grübelte laut darüber nach, wer wohl das größere Biest war.....Carolin oder Vicky. Lachend jagte sie ihn ins Bad, wo Duncan schnell die Tür hinter sich verschloss, bevor Vicky die Drohung mit dem kalten Wasser noch wahr machen konnte…

Als Duncan genug geduscht hatte, huschte er schnell in sein Zimmer, zog sich Klamotten an und ging hinunter ins Wohnzimmer, wo Vicky schon angefangen hatte, die letzten Partyreste zu beseitigen. „Ach, bequemt sich der feine Herr auch noch mal runter?“, fragte Vicky spitz. Er grinste nur unschuldig und drückte ihr einen Kuss auf den Mund, worauf sie meinte, dass er sich hier mit unfairen Mitteln aus der Affäre zog.

Zusammen ging die Arbeit dann doch gleich noch viel schneller, so dass die beiden wenig später wieder kuschelnd in Dunc´s Bett lagen. Gegen Abend wollte Vicky dann mal so langsam den Nachhauseweg antreten, nichts ahnend, was sie dort erwarten würde......

****************

„Was führt dich denn so früh zu mir, Carolin? Warst du gar nicht auf der Party?“, fragte Mr. Gowan, Vicky´s Dad, erstaunt, als Carolin an diesem Morgen bei ihm zuhause rein schneite. „Doch und genau darum geht es“, antwortete Carlin süffisant, „es ist etwas geschehen, was dir bestimmt nicht gefallen wird....“

„Na los, sag schon, was hat Victoria angestellt?“, seufzte er und blickte das junge Mädchen auffordernd an. Diese setzte einen betrübten Gesichtsausdruck auf und erzählte Mr. Gowan selbst vom kleinsten Kuss, den sie zwischen Duncan und Vicky beobachtet hatte. So etwas hatte Mr. Gowan schon befürchtet, doch er hatte gehofft, dass diese Situation nie eintreten würde…

Duncan war ein guter Junge, doch ohne jegliche Möglichkeiten. Es hatte seiner Tochter einfach nichts zu bieten und deshalb musste er, Mr. Gowan, die Sache beenden, bevor es überhaupt richtig anfing. Vicky würde Jeff, den Sohn seines besten Freundes heiraten, wie es ausgemacht war, und damit hatte sich die Sache…

Freundlich bedankte er sich bei Carolin, die zufrieden das Haus verließ. Ihr Plan würde also aufgehen....

***************

Unruhig lief Mr. Gowan im Haus herum und wartete auf seine Tochter, die gerade wer weiß was mit Duncan trieb. Doch bald würde er da einen Riegel vorschieben. Inzwischen war es schon Abend geworden, als Victoria endlich zuhause eintraf…

„Wo warst du so lange?“, stellte sie ihr Vater barsch zur Rede. „Bei Duncan! Wo sonst?!“, presste Vicky, bemüht ruhig zu bleiben, hervor. „Das war das letzte Mal! Ich werde nicht mehr dulden, dass du dich mit ihm triffst!“ Victoria glaubte, ihren Ohren nicht zu trauen. War ihr Dad jetzt total übergeschnappt?! Sonst war er doch immer so begeistert von Duncan gewesen…

„Toller Witz, Dad“, versuchte Vicky das ganze runter zu spielen, „Nur schade, dass ich darüber so gar nicht lachen kann.“ Doch Mr. Gowan war mit Nichten zu Scherzen aufgelegt und versicherte seiner Tochter noch einmal, dass sie Duncan nie wieder sehen würde. „Denkst du, ich lass mir von dir verbieten, meinen Freund zu sehen?!“, lachte Victoria provozierend auf und trieb ihren Vater damit so weit, dass sein ganzer Plan förmlich aus ihm heraus platzte. Victoria war total geschockt über das Vorhaben ihres Vaters. Wie konnte er ihr so was nur antun? Und das alles ohne ihr Wissen.....wahrscheinlich hätte er ihr erst einen Tag vor dieser scheußlichen Hochzeit von diesem ganzen Quatsch erzählt…

„Du kannst dir deinen sauberen Plan an den Hut stecken. Ich heirate diesen Blödmann nicht“, fauchte Victoria, worauf ihr Vater sich nicht mehr zurück halten konnte. Seine Tochter hatte ihn so in Rage versetzt, dass ihm die Hand ausrutschte…

„Vielen Dank, Vater! Jetzt weiß ich, warum ich nie in deine Fußstapfen treten will!“ So schnell sie konnte, rannte Vicky nach oben in ihr Zimmer und warf sich weinend aufs Bett. Wie sollte sie das alles nur Duncan erklären? Sollte sie überhaupt?

Niemals würde Vicky diesen Jeff heiraten. Dann wäre sie ja mit Carolin dieser Zimtzicke verwandt und....Moment mal, Carolin?!

Dieses verfluchte Miststück war natürlich direkt zu meinem Vater gerannt, dachte Vicky wütend und ballte die Hände zu Fäusten. Das würde ihr das kleine Biest noch büßen. Niemals würde sie Duncan aufgeben, da konnten sich ihr Vater und diese Zimtzicke auf den Kopf stellen.....

****************

Duncan machte sich am nächsten Morgen außerordentliche Sorgen um Vicky. Sie warf in der Schule mit giftigen Blicken nur so um sich und Duncan spürte genau, dass sie irgendwas bedrückte, doch anscheinend wollte sie nicht darüber reden. Aber danach würde Duncan ganz sicher nicht fragen…

Im Unterricht war Vicky total unkonzentriert. Ihre Gedanken kreisten allein um ihren Vater, Jeff, Carolin und auch Duncan. Auf Schule hatte sie heute ja mal so gar keine Lust und es war ihr piep egal, dass ihr Lehrer sie schon dreimal ermahnt hatte, besser aufzupassen. Beim vierten Mal riss dem Mathelehrer der Geduldsfaden…

Er hielt seiner aufmüpfigen Schülerin vor der Klasse eine fünfzehnminütige Predigt über richtiges Lernverhalten. „Sind Sie endlich fertig?!“, fragte Vicky genervt und rollte mit den Augen. „Hüten Sie Ihre Zunge, Miss Gowan“, warnte der Lehrer, worauf Vicky ihn nur kampflustig angrinste. Duncan glaubte sich verhört zu haben, als sie ihm ein „Fuck off“ um die Ohren schleuderte. Empört schnappte der Lehrer nach Luft, doch bevor er irgendetwas sagen konnte, läutete die Glocke und Vicky rauschte aus dem Zimmer…

Mit offenem Mund saß Duncan da und konnte nicht fassen, was da gerade passiert war. Vicky war schon immer relativ frech gewesen, doch noch immer so, dass es sich im Rahmen hielt. Doch ein „Fuck off“ konnte man wohl nicht mehr zur feinen englischen Art zählen…

Die anderen verließen nun auch das Klassenzimmer, während Duncan grübelnd seine Sachen zusammen packte. Oh ja, jetzt musste er erst recht mit seiner Freundin reden, doch vorher sprach der Lehrer ihn noch auf ihr Verhalten an. „Ich habe wirklich keine Ahnung, was mit ihr los ist“, antwortete Duncan wahrheitsgemäß und versprach ihm, mit Vicky zu reden. Einen Eintrag bekam sie nicht, denn ihr Vater war ein einflussreicher Mann, mit dem man sich besser nicht anlegte…

Kopfschüttelnd machte er sich auf die Suche nach ihr. Auf dem Schulhof erblickte er eine Schülertraube, die sich im Kreis um etwas herum drängten. Etwa eine Schlägerei? Kreischen ertönte und Anfeuerungsrufe mit Vicky´s und Carolin´s Namen wurden laut…

Das durfte ja wohl nicht wahr sein! Eiligst drängelte sich Duncan zur Mitte und zum zweiten Mal an diesem Vormittag stand sein Mund sperrangelweit offen…

Das, was Carolin und Vicky da veranstalteten, grenzte ja schon an Schlammcatchen.....nur ohne Schlamm! Einer der Aufsichtführenden Lehrer war nun auch endlich auf den Zickenkrieg aufmerksam geworden und trennte zusammen mit Duncan die beiden wild gewordenen Weiber…

„Lass ja deine Finger von Duncan“, schrie Vicky und wehrte sich gegen Duncan´s starken Griff, worauf Carolin kampflustig erwiderte, dass er ohne hin nicht mehr lange mit ihr zusammen wäre. „Ich kratz dir die Augen aus, Miststück, wenn du ihm zu nahe kommst“, zischte Vicky, riss sich von Duncan los und bahnte sich ihren Weg durch ihre Mitschüler, die ziemlich enttäuscht aus der Wäsche guckten…

Duncan flitzte wie ein geölter Blitz hinter ihr her und stellte sie wütend zur Rede. Weinend berichtete sie ihm von gestern Abend und Duncan zog sie fürsorglich in seine Arme. „Aber damit musst du dich doch nicht allein herum quälen, Süße! Hat er denn überhaupt einen Grund genannt?“

„Nein“, schniefte Vicky und schmiegte sich schuldbewusst noch enger an ihn, „Ich hab keine Ahnung.“ Vicky wusste, dass sie log und es bereitete sich auch sogleich
ein schlechtes Gewissen aus. Normalerweise hatte sie keine Probleme damit, Leute anzulügen, doch bei Duncan was das was anderes. Er war ihr Seelenverwandter, ihr Freund, ihre Liebe.....

Resolut wischte sie sich plötzlich die Tränen weg: „Ich werde mir das nicht gefallen lassen! Das habe ich noch nie und ich werde jetzt garantiert nicht damit anfangen!“ „Ich will aber nicht, dass du dich mit deinem Dad zerstreitest“, warf Duncan besorgt ein. „Wenn er mich in Ruhe lässt, wird es nicht dazu kommen“, versprach sie ihrem Freund und küsste ihn zärtlich auf den Mund......

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Der Sommer stand vor der Tür und Duncan und Vicky verlebte wunderschöne Stunden. In den Ferien war und übernachtete Vicky immer bei Duncan und setzte sich damit über den Willen ihres Vaters hinweg, der ihr strikt untersagt hatte, sich weiter mit ihrem Freund zu treffen. Unendlich viele Streitereien waren die Folge, die Vicky meist patzig beendete und einfach ging…

Ihr Vater wusste nicht mehr, was er noch tun sollte, denn seine Tochter hörte nun überhaupt nicht mehr auf ihn, was Mr. Gowan gewaltig gegen den Strich ging. So beschloss er zu handeln und bestellte Duncans Mum zu sich. Zufällig hatte er gestern ein Gespräch zwischen seiner Tochter und Duncan mit angehört, in dem es um Dunc´s Großvater ging. Dieser war an Krebs erkrankt. Jeder wusste, dass die Ärzte in Salisbury nicht gerade die Besten waren und genau da wollte Mr. Gowan ansetzen…

Er war bereit, Fiona das nötige Kleingeld zu geben, wenn sie mit ihren Eltern und Duncan nach London ziehen würde. Fiona war sich bewusst, dass man ihrem Vater nicht mehr helfen konnte, der Krebs war zu weit fortgeschritten und unheilbar. Allerdings konnte eine Therapie sein Leiden erheblich lindern. Andererseits wollte Fiona´s Vater nie hier weg, egal, wie schlecht es ihm ging. Als Fiona ihre Bedenken aussprach, wurde Mr. Gowan deutlicher…

Er drohte ihr, sie in den finanziellen Ruin zu treiben, sollte sie das Geld nicht an nehmen und mit ihrer Familie nach London ziehen. Fiona blieb nun keine andere Wahl mehr. Widerwillig stimmte sie zu und Mr. Gowan nahm ihr zusätzlich noch das Versprechen ab, das sie ihrem Sohn nichts von ihrem kleinen Geschäft erzählte. So nahm das Unglück seinen Lauf.....

Fiona erzählte Duncan nur die halbe Wahrheit, nämlich das sie das Haus verkaufen und sich in London eine neue Existenz aufbauen würden. Sie sagte ihm auch, dass sie einen Kredit aufgenommen hatte, um die Therapie seines Großvaters bezahlen zu können. Duncan war am Boden zerstört. Er wusste, dass er keine andere Wahl hatte. Er musste mit seiner Mum mit, doch wie sollte Dunc das Vicky beibringen?

Die Beziehung der Beiden war doch noch am Anfang. Wie sollte das bloß alles auf diese Entfernung funktionieren?

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Tagelang überlegte Duncan hin und her. Der Verkauf des Hauses ging schneller als gedacht und seine Mum bereitete schon den Umzug vor. Dunc hatte Vicky noch immer keinen reinen Wein eingeschenkt, doch heute musste er endlich damit heraus rücken, denn morgen würden seine Mum, Großeltern und er schon abreisen…

So lange es ging, hatte Duncan das Gespräch mit Vicky aufgeschoben, doch heute Abend wollten sie sich bei ihr treffen. Vicky´s Eltern waren bis zum nächsten Tag Verwandte besuchen und hatten sie zuhause gelassen. Was sollten sie auch machen, wenn sich ihre Tochter so bockig anstellte?

Aufgeregt wartete Vicky am Abend auf Duncan. Schon den ganzen Tag über hatte sie das Gefühl, dass etwas außergewöhnliches passieren würde, dass mit Duncan zusammen hing. „Komm rein“, begrüßte Vicky ihren Freund und drückte ihm einen kleinen Kuss auf die Lippen.

„Süße, ich muss mit dir reden“, sagte Duncan und nun war Vicky auch klar, warum er so ernst guckte. Sie bat ihren Freund ins Wohnzimmer, wo sie sich gleich auf dem Sofa an ihn kuschelte. Das machte es Duncan nicht gerade leichter. Er versuchte, ein paar Mal anzusetzen, doch immer wieder versagte seine Stimme…

„Du machst mir Angst! Bitte sag was los ist! So schlimm kann es doch nicht sein....“ Traurig schüttelte er den Kopf und zog Vicky hinaus in den Garten. Wie so oft ließen sie sich auf dem Gras nieder und beobachteten die Sterne. „Ich muss gehen, Vicky“, sagte Duncan plötzlich leise…

Ungläubig hob sie den Kopf: „Was meinst du damit?“ „Wir ziehen von hier weg....nach London...wegen meinem Großvater...“ Entsetzt sprang Vicky auf und lief aufgeregt im Garten herum. Für sie brach gerade eine Welt zusammen. „Schatz, jetzt beruhige dich doch erstmal“, versuchte Duncan sie zu besänftigen. „Beruhigen?“, schrie Vicky aufgeregt, „du steckst mir hier mal gerade so, dass du fort gehst, mich allein lässt und ich soll mich beruhigen?!“

Entschlossen hielt Duncan sie fest und zog sie in seine Arme, wo sie an seiner Schulter haltlos anfing zu weinen. Duncan sah in ihr tränenüberströmtes Gesicht und küsste ihr zärtlich die Tränen weg. „Du weißt, dass ich keine Wahl habe....“ Schluchzend nickte Vicky. „Wann?“

„Schon Morgen.....Es tut mir leid! Ich hab nicht gewusst, wie ich es dir sagen sollte.....“ Vicky´s Gedanken überschlugen sich. Sie würde Duncan also wirklich verlieren. Niemals hätte sie für möglich gehalten, dass es mal soweit kommen würde…

Übel nehmen konnte Vicky es ihm nicht, dass er nichts gesagt hatte, schließlich verschwieg sie ihm ja auch etwas. Morgen schon.....es blieb ihnen also nur noch diese eine Nacht....

„Komm mit“, entschlossen zog Vicky ihn wieder ins Haus hinauf in ihr Zimmer. Verwirrt registrierte Duncan ihre Hände auf seiner Brust, die ihn auf ihr Bett dirigierten. Verblüfft beobachtete er, wie Vicky einen Schritt zurück trat und langsam ihre Bluse aufknöpfte…

Als nächstes fiel ihr Rock, so dass sie jetzt nur noch in Unterwäsche vor ihm stand. Nun setzte sie sich auch noch rittlings auf seinen Schoß, was Duncan endgültig aus der Fassung brachte. Schon oft hatte er seine Freundin diesen Sommer in einem Bikini betrachten können, aber hier in ihrem Zimmer mit ihr allein zu sein, während sie nur in Unterwäsche auf ihm saß und sich lockend bewegte, war etwas ganz anderes…

Als sie ihm dann auch noch ins Ohr hauchte, dass sie mit ihm schlafen wolle, glaubte Duncan zu träumen. Er begehrte Vicky so sehr...doch war es nicht falsch, aus reiner Verzweiflung miteinander zu schlafen?!

„Das ist kein Abschied für immer, Vicky“, keuchte Duncan auf, wobei er versuchte, sich am Riemen zu reißen. „Aber ein Abschied für sehr lange Zeit“, flüsterte sie und wiederholte ihre Bitte. „Bist du dir auch wirklich sicher?“

„Ja, ich will niemand anderem meine Unschuld schenken......hey, was gibt’s denn da zu lachen?“, fragte Vicky böse, während Duncan sich schon den Bauch hielt. „Als ob du kleines freches Biest jemals unschuldig gewesen bist“, gluckste er, worauf Vicky grinsend ein „Blödmann“ hervor knirschte…

Die Leidenschaft ergriff von ihnen Besitz und Vicky konnte es gar nicht abwarten, Duncan bei sich zu spüren. Großzügig verteilte sie seine Klamotten im Zimmer, bis sie nur noch seine nackte, warme Haut auf ihrer spüren konnte. Duncan wurde immer nervöser, je näher seine Hände zu Vicky´s Slip glitten. Diese kicherte leise: „Du wirst ja ganz rot!“

Etwas umständlich befreite er sie von ihrem Slip, während er dachte, dass sein Herz gleich aus seiner Brust heraus springen würde, weil es so doll schlug…

„Oooooohhhh Duncan“, stöhnte Vicky auf, als er sich langsam und vorsichtig in sie schob. Einige Sekunden hielt er inne und küsste Vicky zärtlich auf den Mund, um sich dann langsam und immer schneller werdend in ihr zu bewegen. Das Liebesspiel der beiden wurde immer leidenschaftlicher und es war das Größte für Duncan, als Vicky gemeinsam mit ihm zum Höhepunkt kam. Schwer atmend sank er auf sie nieder. Als er seine Atmung wieder unter Kontrolle hatte, hob er den Kopf und sah voller Schrecken, dass Vicky weinte…

„Was ist los? Hab ich dir doch weh getan? So rede doch endlich mit mir!“, drängte Duncan, der sich schon die schrecklichsten Sorgen machte. „Nein, es war wunderschön“, schluchzte Vicky, „ich will nicht, dass du gehst!“

„Du weißt, dass uns mehr verbindet, als eine langjährige, innige Freundschaft. Dieses ganz besondere Band zwischen uns kann nichts und niemand zerstören. Ich werde deinen Schmerz fühlen und du meinen, egal, wo wir sind oder was wir machen.....Ich liebe dich....für immer....

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Am nächsten Morgen erwachte Vicky allein in ihrem Bett. Letzte Nacht hatte sie mit Duncan noch ausgiebig gekuschelt, doch jetzt lag er nicht mehr neben ihr. Dabei hatte sie sich so gewünscht, in seinen Armen aufzuwachen. Neben sich auf dem Kopfkissen, fand Vicky einen Zettel vor:

„Hallo meine Schöne!
Du glaubst gar nicht, wie viel mir die Nacht mit dir bedeutet und ich wäre heute Morgen nur allzu gern gemeinsam mit dir aufgewacht. Aber ich hielt es für besser, dass ich gehe, bevor deine Eltern wieder kommen.
Ich bitte dich, heute Nachmittag zu kommen. Auch, wenn du glaubst, du schaffst das nicht.....Du bist stark, Vicky, du warst schon immer die Stärkere von uns und das wirst du auch bleiben. Unsere Liebe ist etwas ganz besonderes und, egal, was passiert, sie wird die Zeit überdauern und uns Kraft geben....
Ich erwarte dich....

In Liebe

Duncan“


Wieder rannen Vicky Tränen über die Wangen, die sie sich resolut weg wischte. Es war sowieso schon schwer genug für Duncan....und für sie auch…

Bis zum Nachmittag verkroch sich Vicky in ihrem Zimmer, bis sie sich schließlich fertig machen musste, um sich von Duncan zu verabschieden. Als sie die Treppen nach unten lief, kamen ihre Eltern gerade zur Tür herein. „Wo willst du hin?“, fragte ihr Vater auch sogleich. „Ich wüsste nicht, was dich das angeht“, gab sie patzig zur Antwort. „Victoria, was fällt dir eigentlich ein, so mit mir zu reden?!“, erboste sich ihr Vater. Ohne ein weiteres Wort verließ Vicky das Haus, wobei es ihr egal war, dass ihr Vater ihr wütend hinter her schrie…

Als Vicky bei Duncan an kam, stand er schon draußen und erwartete sie. „Ich wusste, du würdest kommen“, sagte er leise, während er sie in seinen Armen hielt, „Du bist stark!“ „Das bin ich nicht, Duncan......jedenfalls nicht, wenn du nicht bei mir bist.....“, schluchzte Vicky und vergrub ihr Gesicht an seinem Hals. „Aber ich bin doch bei dir....meine Gedanken und mein Herz gehören immer dir! Und in den nächsten Ferien besuchst du mich und wir machen London unsicher“, er versuchte ein Grinsen, was ihm aber nicht so recht gelang. Vicky weinte immer mehr in seinen Armen und auch Duncan liefen nun vereinzelte Tränen über die Wangen…

Nachdem er seiner Freundin versprach, sie mit Briefen und Anrufen bis zu ihrem Wiedersehen zu überhäufen, war es nun Zeit für den endgültigen Abschied. „Vergiss nicht....ich fühle deinen Schmerz....“, stupste Duncan ihre Nase zärtlich an und küsste Vicky ein letztes Mal leidenschaftlich, „Ich liebe dich!“ „Ich liebe dich auch!“

Verzweifelt löste sich Vicky von ihm und sah, wie Duncan ins Auto stieg. Lange blickte sie ihm nach, obwohl das Auto schon längst nicht mehr zu sehen war. Niedergeschlagen machte sie sich auf den Weg nach hause. Wie sollte sie es nur so lange ohne Duncan aushalten?

Ihr Vater war garantiert gegen den Ferientrip nach London, doch das war Vicky schon jetzt egal. Sie würde dann einfach abhauen, damit hatte Vicky doch keine Probleme. Kurz nachdem sie die Haustür hinter sich geschlossen hatte, donnerte auch schon wieder die Stimme ihres Vaters durch das Haus. Wie immer ließ sie ihn eiskalt abblitzen und verschwand in ihrem Zimmer....

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Duncan hatte der Abschied genau so weh getan, wie Vicky, doch was sollte er machen? Mit 16 war er noch zu jung, um auf eigenen Beinen zu stehen. Wäre er bloß älter gewesen, wäre er einfach in Salisbury geblieben, doch so blieb ihm nichts anderes übrig, als sich dem Willen seiner Mum zu beugen…

Deprimiert hing er hinten auf der Rückbank herum, starrte betrübt aus dem Fenster und spielte mit der Kette um seinen Hals. Fiona warf ihrem Sohn durch den Rückspiegel immer wieder besorgte Blicke zu. Er tat ihr so unsagbar Leid, aber sie hatte doch keine andere Wahl gehabt, denn mit Mr. Gowan legte man sich besser nicht an…

Duncan kam die Fahrt nach London wie eine Ewigkeit vor und als sie endlich an ihrem neuen Haus angekommen waren, sprang er sofort aus dem Auto, um Vicky anzurufen. Es ging jedoch nur ihr Vater ran, der ihn mit wüsten Beschimpfungen abwimmelte. So erging es Duncan ab jetzt jedes Mal, wenn er bei seiner Freundin anrief…

Er schrieb ihr unendlich viele Briefe, doch auf keinen bekam Duncan eine Antwort und bald wusste er auch, wieso..... Fiona tat es in der Seele weg, ihren Sohn so leiden zu sehen. Abmachung hin oder her....Sie erzählte ihm die ganze Wahrheit, warum sie wirklich aus Salisbury weg gezogen waren…

Duncan war wütend, aber nicht auf seine Mum. Ihr konnte er keinen Vorwurf machen. Es brauchte nicht viel, um nun zu wissen, dass Mr. Gowan alle Anrufe in sein Büro umleitete und Duncans Briefe abfing. Warum gönnte er seiner Tochter nicht ihr Glück?! Was war das nur für ein Vater?

Vicky würde Duncan hassen! Sie würde glauben, er hätte sie im Stich gelassen, obwohl das ganz und gar nicht der Fall war! Jeden Abend, wenn er draußen im Garten lag und die Sterne beobachtete, waren seine Gedanken und sein Herz bei seiner großen Liebe.....

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Verzweifelt wartete Vicky auf eine Nachricht von Duncan. An jeden neuen Tag hoffte sie auf einen Brief oder einen Anruf, doch nichts passierte. Dabei hatte er es doch versprochen.....

Das war nun nicht mehr das Leben, das Vicky kannte. Ihre große Liebe, ihr bester Freund war weg, hatte sie einfach so im Stich gelassen und je älter Vicky wurde, desto mehr Druck übte ihr Vater auf sie aus. Zunächst hielt Vicky dem noch stand, weil sie noch an einen Brief Duncans glaubte, doch je mehr Zeit verging, desto mehr schmolz ihr Widerstand…

Deprimiert fügte sie sich in ihr Schicksal. Auch der spätere Umzug nach London konnte Vicky nicht aufheitern. Sicher, sie hätte nach Duncan suchen könne, aber wozu? Er wollte doch eh nichts mehr von ihr wissen. Außerdem war sie jetzt ganz offiziell mit Jeff verlobt und ihre Väter hatten den beiden ein lauschiges, „kleines“ Nest, wie sie es nannten, spendiert...

Jeff war hoch erfreut darüber, dass Victoria bald seine Frau werden würde. Sie war zwar nicht mehr so ein kleines, zickiges Biest, wie früher, dennoch weigerte sie sich hartnäckig, mit ihm zu schlafen. Aber das würde sich auch bald endlich ändern, dessen war er sich sicher.....


Victoria hingegen empfand das ganze als einen goldenen Käfig, aus dem sie nicht mehr ausbrechen konnte. Dafür hatte sie einfach keine Kraft mehr. Vielleicht hätte sie es noch geschafft, sich gegen all das zu wehren, wenn sie Duncan an ihrer Seite gehabt hätte, doch dem war nicht so....

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~Zurück in der Gegenwart~

Du hast gesagt, du fühlst meinen Schmerz, dachte Vicky verzweifelt, doch warum bist du dann nicht bei mir? Warum hast du mich im Stich gelassen?

Die Erinnerungen an diese längst vergangenen Tage hatten alles wieder in ihr aufgewühlt. Hass und Liebe kämpften in ihrem Inneren gegeneinander an. Wie konnte sie Duncan nach so langer Zeit noch so sehr lieben und gleichzeitig so sehr hassen?! Wie dünn die Grenze dazwischen doch war....

8 Jahre war es her, als sie sich an jenem Tag voneinander verabschiedet hatten und Victoria bezweifelte, dass die Erinnerung an diese unbeschwerte Zeit sie jemals los lassen würde…

„Victoria, wo bist du nur wieder mit deinen Gedanken?“, schüttelte Belle den Kopf. Ja, Annabelle war der einzigste Lichtblick in ihrem Leben. Die beiden hatte sich zufällig in London kennen gelernt und verstanden sich auf Anhieb so gut, dass sie zu besten Freundinnen wurden.

„Tut mir leid, ich war wohl etwas abgelenkt....“, wich Victoria aus. „Etwas? Ich hab dir vorgeschwärmt, wie geil die Jungs sind und du hast überhaupt keine Notiz davon genommen“, schmollte Belle, redete aber sogleich wieder auf ihre Freundin ein, damit sie sie zu dem Konzert begleitete.

„Meinetwegen“, seufzte Vicky, „damit du endlich Ruhe gibst!“ Aufgeregt hüpfte Belle im Zimmer umher und Vicky bereute ihren Entschluss bald schon wieder, als sie zwischen kreischenden Mädels zusammen mit Belle auf den Einlass wartete. Wahrscheinlich waren das irgendwelche gecasteten Milchbubis mit irgendwelchen schnulzigen Schnulzen, die Vicky heute den ganzen Abend ertragen musste…

„Jetzt zieh doch nicht so ein Gesicht, Vicky“, grinste Belle neben ihr. „Nenn mich nie mehr Vicky, verstanden?!“, zischte diese gefährlich. Wieder durch fuhr sie die schmerzhafte Erinnerung an Duncan. „Nur ein Mensch hat mich bisher so genannt...“, sie brach ab, denn sonst müsste sie Belle eine ganze Menge erklären…

Belle harkte natürlich nach, doch Vicky sagte kein Wort mehr. Es tat schon weh, nur an ihn zu denken, wenn sie Belle jetzt auch noch von ihm erzählen müsste..... Diese hatte das allerdings schon wieder vergessen. Belle dachte nur noch daran, so weit wie möglich nach vorne zu kommen…

Mit ausgefahrenen Ellebogen schaffte sie es tatsächlich mit ihrer Freundin ganz nach vorne zu kommen. „Du wirst begeistert sein“, quietschte Annabelle kurz bevor es los ging. Hoffentlich, dachte Vicky genervt und blickte zur Bühne.....

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Lee beobachtete Duncan nun schon wieder eine ganze Weile und konnte nur den Kopf über seinen besten Freund schütteln. Vor jedem Konzert saß Duncan in irgendeiner Ecke, blickte nachdenklich vor sich hin und spielte mit der Kette um seinen Hals. Wie konnte man nur so viel grübeln? Nach Lee´s Ansicht verursachte das nur unnötige Kopfschmerzen…

Wenn es allerdings danach ginge, müsste Duncan jeden Morgen eine Schachtel Aspirin frühstücken, denn so lange Lee seinen besten Freund kannte, das waren nun immerhin schon etwas über 3 Jahre, war Duncan schon immer so nachdenklich gewesen…

Zwar war er für jeden Spaß zu haben, lachte viel, doch was Lee wunderte war, dass er beim Thema Frauen total dicht machte. Dabei könnte er die Mädels mit seinem Charme reihenweise flach legen. Lee hatte Duncan noch nie mit einer festen Freundin erlebt. Er wusste von zwei, drei One Night Stands Duncans, die dieser jedoch schmerzlichst bereute, was Lee ja mal so gar nicht verstehen konnte. Was war gegen ein bisschen Spaß einzuwenden?!

Die Girls hatten ein tolles Erlebnis und man(n) bekam, was er wollte. „Wer war sie?“, fragte Lee plötzlich laut, was Duncan sich erschrocken an die Brust fassen ließ. Immer musste der sich so anschleichen, dachte Duncan, bemüht, seine Gedanken und Gefühle zu ordnen…

Es war nicht gut, in der Vergangenheit zu leben, das war ihm bewusst, und dann auch noch so kurz vor einem Konzert, doch Duncan konnte sich einfach nicht dagegen wehren und er wollte es auch gar nicht. Seine Gefühle spielten mal wieder völlig verrückt und brachten ihn total durcheinander…

„Jetzt sag schon, wer war sie?“, wiederholte Lee hartnäckig seine Frage und deutete auf Dunc´s Kette. „Sie war meine große Liebe“, seufzte er und Lee verdrehte die Augen. Immer bekam er von ihm die selbe Antwort, nie rückte sein Freund mit weiteren Infos raus…

„Lass gut sein, Lee“, sagte Simon und legte ihm die Hand auf die Schulter, „wenn er es uns sagen will, wird er das irgendwann von ganz allein tun.“ In diesem Moment stürzte Johnny zur Tür herein und verbreitete die übliche, allgemeine Hektik wie vor jedem Konzert, wobei die Jungs aber ganz cool blieben. Sie wärmten sich gemeinsam auf und eroberten Minuten später die Bühne…

Das Gekreische hunderter Mädels brandete ihnen entgegen, wofür sie die Jungs sogleich mit dem ersten Lied „Fly by“ belohnten. Unzählige Gesichter rauschten an Duncan vorbei. Vor lauter tanzen konnte er sich gar nicht richtig umsehen. Der Mittelteil, der mit Balladen gespickt war, damit die Jungs verschnaufen konnten, brach an und Dunc´s Blick schweifte durch die erste Reihe…

Er blieb an einer jungen Frau hängen, die ihm sehr bekannt vor kam. Er musterte sie von Kopf bis Fuß und registrierte wie durch einen Nebel, dass das nächste Lied begonnen hatte.....

“No goodbyes”

Yeah, no more tears, no more goodbyes

Don’t you know it´s time for me to go
Even though it hurts to see you cry (ohoo)
But don’t you know you´ll never be alone
If you hold me deep inside (oh yeah)

You know that I would rather stay
But now before I turn away
There´s one last thing to you
I want to say

Baby there´s no goodbyes
I´ll always be right by your side
I may be far away
You know that my heart will stay, with you
Always


Könnte sie es wirklich sein? War das Schicksal so gnädig, sie heute, nach acht Jahren Leid, wieder zu vereinen?! Duncan war sich nicht sicher, doch er musste es riskieren. Während nun sein Part begann, schritt er langsam von der Bühne hinunter in den Bühnengraben zu dieser jungen Frau....


Now I´ve pictures in the distance
Even though it seems a million miles
But there´ll be no space between us
I´ll be there every time you close your eyes
Yes I will (ohhh)


Nun stand er vor ihr, sah in ihr bezauberndes Gesicht und war sich ganz sicher, Vicky gegenüber zu stehen. Wie oft hatte er gebetet, sie wieder zu sehen und nun hatte Gott sie zu ihm geführt. Nun noch ein letzter Test......erst danach konnte Duncan wirklich sicher sein, dass es sich wirklich um seine Vicky handelte. Er neigte sich zu ihrem Ohr und flüsterte: „Ich fühle....“ „....deinen Schmerz“, ergänzte sie wie erhofft. In diesem Augenblick hätte Duncan die ganze Welt umarmen können. Er überlegte fieberhaft hin und her und nahm schlussendlich seine Kette ab. Diese drückte er Vicky, die ihn immer noch ziemlich ungläubig anstarrte, in die Hand und bat sie, nachher zu ihm in den Backstage Bereich zu kommen. Mit der Kette würde Johnny Vicky zu ihm lassen. Viel lieber wäre er jetzt bei ihr geblieben, aber das Konzert musste schließlich weiter gehen.....


You know that I would rather stay
But now before I turn away
There´s one last thing to you
I want to say (yeah yeah)

Baby there´s no goodbyes
I´ll always be right by your side (by your side)
I may be far away
You know that my heart will stay (oh stay)
with you (with you)
Always

I don’t wanna say words that people say
Cos when I go away, my love will stay

In the heart of you to help you make it through
Baby that is why there can be no…no goodbyes

(uuuuuuuu) (uuuuuuuu)

Baby there´s no goodbyes (no goodbyes)
I´ll always be right by your side (by your side)
I may be far away
You know that my heart will stay, with you
Always (always)


Baby there´s no goodbyes
I´ll always be right by your side (Oh oh) (by your side)
I may be far away (I my be far away)
You know that my heart will stay, with you
Always (always)

You know what no more goodbyes

Den Rest des Konzerts beobachtete Duncan immer wieder Vicky. Er wusste genau, wie verwirrt und das es nicht einfach war, mit all dem konfrontiert zu werden. Niemand wusste das besser als er. Schließlich setzte sich Duncan Tag für Tag, seit acht Jahren, damit auseinander. Das Konzert ging nun wie im Flug vorbei und Duncan rauschte wie der geölte Blitz an allen vorbei zu den Duschen. Lee wurde von schrecklicher Neugier geplagt, doch aus seinem besten Freund war kein Wort heraus zu kriegen. Allerdings konnte Lee die Herzchen sehen, auch wenn er Duncan noch nie verliebt erlebt hatte. Was hatte diese Frau bloß an sich?

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Vicky hatte es kaum glauben können, als ausgerechnet Duncan mit drei weiteren Typen die Bühne betrat. Sicherheitshalber bat sie Belle, ihr in den Arme zu zwicken, während sie weiter wie gebannt Duncan anstarrte. Kein Stück hatte er sich verändert....na ja, bis auf die Haare, die nun etwas blond gefärbt und modisch nach oben gegelt waren. Er hatte immer noch diese süßen Grübchen und das charmante Lächeln, doch Vicky sah ihm an, dass es ihm nicht gut ging…

Nach acht Jahren war das Band zwischen ihnen noch immer so stark wie damals und als Duncan dann auch noch bei einer der Balladen von der Bühne kam, direkt auf sie zu, liefen heiße und kalte Schauer ihren Rücken hinab. Sein Atem an ihrem Hals verursachte eine Gänsehaut und sie staunte nicht schlecht, als sie plötzlich Dunc´s Kette in Händen hielt und er ihr ins Ohr flüsterte, das er sie nach dem Konzert sehen wollte…

Nachdenklich betrachtete Vicky die Kette. Das er sie immer noch trug, konnte doch nur ein Zeichen dafür sein, dass sie Duncan nicht egal war. Auf der anderen Seite hatte er sie im Stich gelassen, bald würde ihre Hochzeit sein und......

…sie liebte ihn immer noch, doch gleichzeitig empfand sie auch Hass. Liebe, für die Zeit, die sie mit ihm verbringen konnte. Hass, für die leeren Versprechungen, die er gemacht hatte…

„Was hat Duncan dir da ins Ohr geflüstert?“, wollte Belle neugierig wissen und hüpfte aufgeregt auf und ab. „Er will mich nachher sehen....“, antwortete Vicky zögerlich. Annabelle grinste breit und meinte, dass ich eine so leckere Sahneschnitte wie ihn ja nicht von der Bettkante schubsen solle. So eine Gelegenheit würde sich schließlich nicht alle Tage ergeben....Hochzeit hin oder her.....

„Na danke, Belle! Schön, dass du mich ja so mal gar nicht für ne Schlampe hältst“, gab Vicky ironisch zurück und fragte sich, ob ihre Freundin mit ihrer Andeutung vielleicht gar nicht so falsch lag. Wahrscheinlich wollte Duncan sie eh nur für eine Nacht und dann würde er wieder gehen, wie damals.....

Nein, das würde nicht noch einmal geschehen! Vicky nahm sich vor, nach hinten zu gehen, ihrem Ex – Freund gehörig die Meinung zu geigen und anschließend zu gehen. Wieder blickte sie hoch zur Bühne und fixierte Duncan mit vernichtendem Blick. Nie wieder würde sie sich von ihm so enttäuschen lassen.....

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Nach dem Konzert wartete Vicky zunächst, dass sich die Arena leerte. Auch Belle ging, aber nicht, ohne ihrer besten Freundin vorher noch viel Spaß zu wünschen. Wenige Minuten später kletterte Vicky über die Absperrung und geriet auch gleich mit einem der vielen Bodyguards aneinander…

„Was ist hier los?“, mischte sich nun ein Mann mit Glatze ein. „Die Kleine hier will zu Duncan“, spottete der Bodyguard und sah sie belustigt an. „Sind Sie Johnny?!“, Vicky versuchte, diesen Kerl zu ignorieren und hielt dem glatzköpfigen Mann die Kette vor die Nase, „Er will mich sehen!“

Johnny nickte. „Dachte ich mir schon“, gab er knapp zurück. Er hatte dir Szene natürlich vorhin beobachtet und er wusste, dass er der jungen Frau vertrauen konnte. Das hier war eindeutig Duncans Kette, die ihm sehr wichtig war und die er nicht jedem anvertraute…

Johnny führte Vicky nach hinten in den Backstage Bereich, wo sie vor der Garderobe der Jungs auf Duncan wartete. Nervös trippelte Vicky umher und versuchte das angenehme Kribbeln in ihrem Bauch zu unterdrücken. So langsam könnte er aber mal kommen, schließlich wollte sie ihn anmeckern und dann so schnell wie möglich von hier verschwinden…

Plötzlich spürte sie, wie sich zwei Hände auf ihre Hüften legten und viele kleine Küsse in ihrem Nacken verteilt wurden. „Duncan, bitte warte...“ „Ich kann nicht, Vicky“, flüsterte er und drehte sie sanft zu sich um. Vicky´s Wut war in dem Moment verflogen, indem sie Duncans Nähe spürte und nun ließ sie es zu, dass sich ihre Lippen vereinigten…

Duncan wieder rum hatte Angst, Vicky könne sich jeden Moment von ihm los reißen und weg laufen. Also dirigierte er sie küssend zur Wand und schon ihren Rock etwas höher, damit sie nun bequem auf seinen Hüften sitzen konnte. Während er sanft an ihrer Unterlippe knabberte, warf Vicky ihr Vorhaben über Bord und gab sich seinen überaus zärtlichen Küssen hin…

Er konnte das immer noch so verdammt gut genau so wie früher, wenn nicht noch besser. Wohlige Seufzer entwichen ihrem Mund und sie hatte das Gefühl, dass die Zeit in diesem Augenblick still stehen würde....

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Lee hatte gar nicht so schnell gucken können, wie Duncan verschwunden war. Im Eiltempo zog auch er sich die Sachen über, was natürlich auch Antony und Simon mitbekamen und sich nun ebenfalls beeilten, um hinter Lee her zu hetzen. Irgendwer musste ihn ja stoppen, bevor er wieder irgendwelchen Mist anstellte…

Dieser staunte nicht schlecht, als er Duncan mit dem Mädel auf dem Gang erwischte, wie sie auf seinen Hüften saß. Grübelnd kratzte sich Lee am Kopf. Vielleicht war das doch einfach nur Geilheit gewesen, die er da in Dunc´s Augen gesehen hatte. Schließlich stand der Gute schon seit einer ganzen Zeit ziemlich auf Entzug....irgendwann musste es ja mal eng werden....

Breit grinsend dachte Lee, dass er seinem Freund doch wirklich ein hervorragender Lehrer war, obwohl man ja meinen müsste, dass Duncan mit seinen 24 Jahren um einiges erfahrener war, als Lee, das Küken der Band…

Antony und Simon tauchten nun neben ihm auf und erfassten die Situation sofort. Einstimmig nickten sie sich zu, packten jeder einen von Lee´s Armen und wollten ihn weg ziehen. Doch sie hatten mal wieder nicht mit dem vorlauten Mundwerk des blonden Sängers gerechnet...

„Stille Wasser sind doch tiefer, als ich dachte“, kam es nun von ihm, was Vicky erschrocken von Dunc´s Hüften hüpfen ließ. Schwer atmend ließen die beiden von einander ab und sahen sich nach dem Störenfried um. „Ryan, wie immer zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort“, schnaufte Duncan und Lee beobachtete amüsiert, wie sich seine Wangen röteten.

„Wer hätte dir das zugetraut, James......ein kleines, geiles Groupie mitten auf dem Gang zu vernaschen?! Aber ich glaube du solltest lieber die Finger von ihr lassen“, meinte Lee mit Kennermiene, „Die Kleine sieht aus, als bräuchte sie eine starke Hand.....Du könntest sie mir überlassen....“

Mit wenigen schnellen Schritten war Vicky nun bei Lee und verpasste ihm eine Ohrfeige, dass seine Wange so rot wie eine Verkehrsampel leuchtete. Sie konnte nun wieder klar denken, weil Duncans Nähe und seine Küsse ihr nun nicht länger den Verstand vernebelten. „Die war für das kleine, geile Groupie......KLEINER!“, zischte sie, „Und wenn du glaubst, dass ich mich hier rum reichen lasse, hast du dich gewaltig getäuscht“, Vicky musterte Lee abwertend von oben bis unten und meinte dann hochnäsig, „Dich würde ich nicht mal mit ner Kneifzange anfassen! Ein Wunder das du noch keine Ego Probleme hast....Schmalzlocke!“

Nun wirbelte Vicky zu Duncan herum, der schon die ganze Zeit lauthals am Lachen war. So hatte es Lee noch keine Frau gegeben, dachte Duncan und lachte noch mehr. Als sie ihm nun auch eine schallende Ohrfeige verpasste, sah er sie kurz verdutzt an und lachte dann noch lauter. Glucksend presste er hervor, dass sie ihr Temperament von früher nicht verloren hatte…

Vicky kochte vor Wut und wollte ihm erneut eine Ohrfeige verpassen, doch Duncan sah ihre Reaktion hervor und stoppte ihre Hand kurz vor seiner Wange. „Mistkerl“, entfuhr es ihr, worauf Duncan sie nur frech angrinste, „Hör auf damit! Du weißt verflucht noch mal, dass mich das auf die Palme treibt! Warum musstest du überhaupt wieder auftauchen?“ „Ich liebe dich“, entgegnete er nur, „Wir sind für einander bestimmt!“ Lee war von Duncans Worten sichtlich verwirrt. Was quatschte der da bloß fürn Mist?!

„Du kannst wirklich noch immer lügen ohne rot zu werden....genau wie früher!“ Was redete sie da bloß? So langsam aber sicher wurde nun auch Duncan wütend und erhob seine Stimme: „Sag mir eine Sache, nur ein, in der ich dich angelogen hab!“

„Wenn du das noch nicht mal von alleine weißt, dann kann dir echt keiner mehr helfen! Ein schönes Leben noch, Duncan James“, fauchte Vicky pampig, bevor sie sich auf dem Absatz umdrehte und eiligst die Arena verließ....

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„Duncan, was war das gerade?“, Lee war der erste, der seine Sprache wieder gefunden hatte. Mit schmerzverzerrtem Gesicht rieb er sich über die Wange. So viel Kraft hatte er der Kleinen gar nicht zu getraut. „Lange Geschichte“, erwiderte Dunc hastig und stürzte den Gang hinunter. „Aber wir wollten doch einen trinken gehen“, schrie Lee ihm hinterher. „Keine Zeit! Meine kleine Schmusekatze wartet auf mich“, winkte er über die Schulter hinweg ab und schon war er um die Ecke verschwunden…

Schmusekatze? Wohl eher Kratzbürste, dachte Lee und hielt sich wieder die Wange. „Armer kleiner Lee! Wird dein Ego das verkraften?!“, spottete Antony und grinste breit durch die Gegend. Lee verdrehte genervt die Augen und verließ wenig später mit seinen Freunden die Arena auf dem Weg zum nächst besten Club, um dort ein Wettsaufen mit Ant zu veranstalten. Wie nannte er das noch mal? Ach ja....Ego aufpolieren......

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Unterdessen war Duncan in sein Auto gestiegen, um Vicky nach zu fahren. Bald darauf hatte er sie aufgeholt und ließ das Fenster per Knopfdruck runter fahren. „Du warst aber auch schon mal schneller...“ „Kannst du nicht einfach wieder verschwinden?! Das kannst du doch so gut....“

„Würdest du mich das alles bitte mal erklären lassen?!“ „Was gibt’s da zu erklären? Du hast gelogen, bist auf nimmer wieder sehen abgehauen und hast dich nie wieder gemeldet. Also tu uns beiden einen Gefallen und hau wieder ab!“ Während Vicky weiterhin mit Duncan stritt, der einfach nicht nach geben wollte, stapfte sie wütend in das Villen Viertel. Gleich war sie zuhause, wenn man das überhaupt so nennen konnte, und war Duncan dann auch los…

Entnervt fuhr dieser weiter neben ihr her. So sehr er auch auf sie einredete, um so sturer stellte sich Vicky und gab immer mehr Widerworte, die sich nicht gerade ladylike anhörten. Diese Frau und ihr verfluchter Dickkopf, dachte Duncan ärgerlich und drückte aufs Gas um Abstand zwischen sich und Vicky zu bringen. Er parkte seinen Wagen und stieg aus, um sich Vicky in den Weg zu stellen. Irgendwann musste sie ihn ja mal anhören…

Vicky musterte ihren Ex – Freund unbeeindruckt und schlug dann einen Bogen um ihn herum geradewegs auf ihr Haus zu. Bevor sie jedoch die Tür erreichen konnte, stand Duncan auch schon hervor. „Würdest du wohl die Freundlichkeit besitzen, mich rein zu lassen?!“, presste Vicky so nett wie möglich hervor. „Wenn du mir danach zuhörst....“ „Pff, ich denk ja gar nicht dran“, sie zeigte ihm einen Vogel und wollte sich an ihm vorbei drängeln…

Doch Duncan dachte gar nicht daran, so einfach aufzugeben und drückte Vicky gegen die Hauswand. „Was fällt dir eigentlich ein?!“, keuchte sie empört auf, „Such dir was anderes zum fi.....“ Er verschloss ihre Lippen mit einem leidenschaftlichen Kuss.

Tränen rollten Vicky´s Wangen hinunter, als er endlich wieder von ihm abließ. „Hast du mir damals nicht genug weh getan? Hat dir das nicht gereicht? Musst du mich weiter quälen?“, fragte Vicky unter Tränen.

„Denkst du, ich habe nicht gelitten“, fragte Duncan verzweifelt, „Die ganzen Jahre habe ich Tag für Tag an unsere gemeinsame Zeit gedacht und gebetet, dass wir uns irgendwann wieder sehen, Vicky! Meine Liebe zu dir ist noch genau so stark wie früher und ich fühle, dass es dir genau so geht.....auch wenn du mich hasst....“ „Dazu habe ich ja wohl auch allen Grund“, keifte Vicky patzig und versuchte den Drang, Duncan zu küssen, zu unterdrücken…

„Ich weiß....Du hast keinen Brief und keinen Anruf von mir bekommen. Dein Vater hat wirklich alles getan, um mich wie ein verlogenes Schwein dastehen zu lassen. Er hat meine Mum gezwungen, aus Salisbury weg zu ziehen und hat alle meine Anrufe und Briefe an dich abgefangen.“

Vicky´s Gedanken überschlugen sich. Er schien die Wahrheit zu sagen und ihrem Vater war das absolut zu zutrauen. Alles würde zusammen passen. Er wollte Duncan los werden um so den Weg für Jeff frei zu machen. Verzweifelt stand Duncan vor ihr und hoffte, dass Vicky irgendwas sagen würde. Seinetwegen konnte sie ihn auch anschreien. Hauptsache sie tat irgendetwas…

„Warum bist du nie zurück gekommen?“, fragte sie tonlos, „Ich hätte dich gebraucht....“ „Ich weiß, aber was hätte ich denn sagen oder tun sollen? Dein Dad hätte mich gar nicht zu dir gelassen und selbst wenn.....hättest du anders reagiert, als jetzt?!“ „Was hat er uns nur angetan, Duncan?!“, schluchzte Vicky und fiel in seine Arme, „Du hast mir so sehr gefehlt!“ „Du mir auch“, sagte er glücklich und drückte sie fest an sich, „So und jetzt will ich keine Tränen mehr sehen“,
meinte Dunc bestimmt und küsste zärtlich ihre Tränen weg…

Seine Lippen fanden die ihren und Vicky konnte gar nicht glauben, was sie da tat. Niemals hätte sie es für möglich gehalten, noch einmal in seinen Armen zu liegen und das eizigste, was sie wusste und wollte war, ihn jetzt ganz nah bei sich zu spüren.

Während die Küsse der beiden immer leidenschaftlicher wurden, fischte Vicky in ihrer Handtasche nach den Schlüsseln. Etwas umständlich schloss sie die Tür auf und zog Duncan an seinem Hemd hinter sich her nach oben ins Schlafzimmer. Wie damals dirigierten ihre Hände ihn aufs Bett und sie trat wieder von ihm zurück. Vicky ging zum CD – Player und schaltete ihn ein.

Ja, diese CD war genau die richtige..... Zu den Klängen von Sarah Connor´s „Living to love you“, einer deutschen Sängerin, die nun auch in England bekannt geworden war, begann Vicky sich langsam vor Duncan auszuziehen, der sie nur sehnsüchtig und voller Verlangen ansah…..

All we had was just one summer
Two lovers strolling in the park
But like they say
The world keeps turning
As the leaves were falling
We should fall apart

Now I´m waiting for the winter
To build a castle out of ice
And deep inside this massive building
There´s a crystal lake
Of all the tears I cried

Vicky krabbelte nur in Unterwäsche zu Duncan ins Bett. Leidenschaftlich begannen sie sich zu küssen und Vicky riss ihm förmlich das Hemd vom Oberkörper, um seine weiche Haut mit Küssen zu bedecken. Duncan lag entspannt auf dem Rücken und ließ ihre Liebkosungen wohlig seufzend über sich ergehen. Mit jedem Klang des Liedes trieben die beiden ihr zärtlich wildes Liebesspiel immer weiter voran.....

Baby for all my life
Don´t you know that it´s true
I´m living to love you
So Baby don´t think twice
If you feel what I feel
Trust your heart, do what I do
Cause I´m living to love you

When you´re gone it´s not forever
Cause you´re remaining in my heart
So tell me why I feel this aching
Every time I think of you when
We´re apart

Vicky´s Hände wanderten zu seinem Gürtel, den sie ungeduldig versuchte zu öffnen. Duncan musste unwillkürlich lächeln, als er sie leise fluchen hörte. Grinsend half er ihr dabei und ließ sie dann wieder machen....

Baby for all my my life
Don´t you know that it´s true
I´m living to love you
So Baby don’t think twice
If you feel what I feel
Trust your heart, do what I do
Cause I´m living to love you

I admit that from time to time
I´m feeling insecure
And think I´m gonna lose my mind
Don’t let it show, oh no no no no

I don’t think I´ll ever understand
That our loving should never
Have a happy end
So I´m really gonna
Try my best to let you know

Ungeduldig zog sie im die Jeans aus und setzte sich grinsend auf ihn. Natürlich hatte sie seine Erregung bemerkt und fühlte sie nun, wo sie auf ihm saß, umso deutlicher. Duncan musste sich beherrschen, nicht sofort über sie her zu fallen, denn sie trieb ihn mit ihren reizenden Bewegungen bald in den Wahnsinn. Stattdessen übte er sich in nervenaufreibender Geduld…

Mehrere Male versuchte Duncan ihren BH zu öffnen, doch sie beugte sich jedes Mal wieder zurück und lachte dabei. „Du bist wirklich zu bewundern“, hauchte sie ihm ins Ohr, als sie sich wieder vorgebeugt hatte. „Wofür?“, presste Dunc hervor und seine Hände wanderten schon wieder zu ihrem BH – Verschluss. „Jeder andere hätte dieses Spielchen schon längst beendet....“

„Ich kenne dich eben“, erwiderte er grinsend und wedelte triumphierend mit seiner Errungenschaft, ihrem BH, vor Vickys Nase hin und her. Nun war es mit seiner Geduld auch vorbei und er warf Vicky auf den Rücken. Sein Mund glitt gierig über ihren Körper, über ihren Busen runter zu ihrem Bauch.

Als Duncan ihr nun den Slip nach unten zog und sich noch weiter runter küsste, da dachte Vicky, dass er in den vergangenen acht Jahren verdammt viel gelernt hatte. Ganz schnell vertrieb Vicky den Gedanken an die anderen Frauen, die es möglicherweise in Dunc´s Leben gegeben hatte, wieder. Jetzt zählte nur sie für ihn und alles andere hatte in dieser Nacht keine Bedeutung…

Als Duncan wieder hoch kam, um von ihrem Mund Besitz zu ergreifen, da glitten Vickys Hände in seine Shorts. „Wir haben es aber eilig“, keuchte Duncan grinsend auf. „Sagt ja gerade der Richtige“, murmelte sie und streifte ihm die Shorts über den Hintern.

Die letzte Zurückhaltung fiel nun ganz in sich zusammen. Er griff nach Vicky´s Händen und glitt in sie. Einige Sekunden hielt er inne, bevor Dunc es wagte sich in ihr zu bewegen. Die Finger fest ineinander verschlungen genossen Vicky und Duncan ihre Verschmelzung, die Vereinigung zweier Herzen, nach so vielen Jahren. Der Schmerz und die Sehnsucht nach einander wichen ungezügelter Leidenschaft....

Baby for all my life
Don´t you know that it´s true
I´m living to love you
So Baby don´t think twice
If you feel what I feel
Trust your heart, do what I do
Cause I´m living to love you

When the final day comes
I know the angels
They will see my smile
And if they wanna know the reason
I will tell them why

Baby for all my life
I´m living to love you


Duncan hätte vor Glück die ganze Welt umarmen können, als er in ihr kam. Er genoss die Wärme ihrer weichen Haut, während er immer noch auf ihr lag, weil er sich einfach noch nicht von diesem Gefühl, dieses Gefühl, geliebt zu werden, trennen wollte. Er hatte Angst, es nie wieder zu spüren und so verbarg er sein Gesicht an ihrem Hals und lauschte ihrer Atmung, die sich bald wieder normalisiert hatte…

Kurze Zeit später rollte er sich aber von Vicky runter und schmiegte sich ganz dicht an sie. Immer wieder hauchte er ihr liebevolle Küsse auf die Stirn und streichelte zärtlich über ihren Busen.

„Du bist noch schöner geworden“, sagte Dunc und konnte sich einen verstohlenen Blick auf ihre Brüste nicht verkneifen. „Woher willst du wissen, das da keiner dran Hand angelegt hat?“, fragte Vicky keck, die seinen Blick natürlich bemerkt hatte. „Das hätte ich doch gemerkt“, schüttelte Dunc selbstsicher den Kopf. „Na, wenn du meinst....“, sagte sie gedehnt.

Das verunsicherte Duncan doch etwas und er betastete fachmännisch ihren Busen. Vicky kicherte. Wie leicht Männer doch zu verunsichern waren. „Sag ich doch! Alles echt!“, triumphierend blickte Duncan zu ihr auf und küsste sie gleich darauf innig auf den Mund.
Vicky drückte Duncan zurück in die Kissen und bettete ihren Kopf auf seiner Brust. Wie sie so da lag und seinem Herzschlag lauschte, kamen Vicky wieder die möglichen anderen Frauen on den Sinn. Ob es viele gegeben hatte? Wie viele davon hatte er richtig geliebt? Sollte sie ihn danach fragen?

Schneller als ihr lieb war und ohne darüber nach zu denken, sprudelten die Fragen aus ihr heraus. Duncan sah sie ernst an. „Weißt du, ich picke mir während der Show immer ein Groupie aus der ersten Reihe raus....manchmal aus zwei....“ Bei Vickys entsetztem Gesichtsausdruck konnte Duncan einfach nicht länger ernst bleiben. Er lachte und lachte, bis Vicky ihm in die Seite zwickte.

„Wie kannst du nur?!“, schnaubte sie empört. Sein Lachen wich einem Glucksen, das auch gleich darauf verebbte. Nun war Duncan wirklich ernst. „Ich gebe zu, dass ich zwei, drei One´s hatte, die ich heute immer noch bereue. Nach dir gab es keine Frau, bei der ich auch nur annährend an das Wort „Liebe“ gedacht habe. Es war Sex, den ich nie hätte haben dürfen, aber Lee hat mich andauernd belabert und mich mit Alkohol abgefüllt. Ich weiß, das ist keine Entschuldigung....“

„Schon gut, Dunc! Du musst dich nicht recht fertigen.“ „Wie sieht es bei dir aus?“, fragte er zurück, „wie viele Männer gab es bei dir?“ Vicky schluckte. „Es gab keinen Mann, den ich so geliebt habe, wie dich.....ich hätte eh alle nur mit dir verglichen. Ich hätte mich ein paar mal fast zu One´s hinreißen lassen, aber ich hab es im letzten Moment doch sein gelassen.“ „Das liegt jetzt alles hinter uns“, sagte Dunc und schloss Vicky wieder in seine Arme. Vicky seufzte leise.

„Was wäre gewesen, wenn du eine Freundin hättest?“ „Ich müsste verrückt sein, wenn ich sie nicht auf der Stelle für dich verlassen würde, um mit dir zusammen zu sein“, erwiderte er ernst, „Wir haben uns nach so langer Zeit wieder gefunden und ich werde dich nie mehr gehen lassen!“ Wieder seufzte Vicky leise. Du wirst es müssen, dachte sie und kuschelte sich noch enger an ihn.

Noch lange waren die beiden wach und gaben sich immer wieder ihrer Leidenschaft hin. Als Duncan dann endlich Schlaf fand, schlief er so tief und fest, wie schon lange nicht mehr. Vicky hingegen träumte immer wieder davon, Duncan zu verlieren…

Als sie schweißgebadet aufwachte und neben sich den Mann erblickte, den sie liebte, überkam sie gleichzeitig ein Glücks- und Trauergefühl. Duncan war aus dem Nichts wieder in ihr Leben getreten und hatte alles noch schwerer und komplizierter gemacht, als es ohne hin schon war. Vicky wusste nicht, ob sie sich über ihr Wiedersehen freuen sollte oder nicht.....

*****************

Am nächsten Morgen lag Vicky ganz ruhig in Dunc´s Armen. Sie hatte in der vergangenen Nacht doch noch etwas Schlafe gefunden, was zum Größten Teil an Duncan lag, der eine unglaubliche Ruhe auf sie ausstrahlte. Dieser war schon längere Zeit wacht, wagte es aber nicht, sich zu bewegen, um Vicky nicht zu wecken. Doch so langsam forderte die lange, leidenschaftliche Nacht mit Vicky und das gestrige Konzert seinen Tribut....

Duncan hatte Hunger! Ungnädig knurrte sein Bauch, der ihn schließlich zum aufstehen zwang. Vorsichtig und leise schlich er aus dem Zimmer runter in die Küche. Dort machte er sich sofort daran, ein üppiges Frühstück mit Rührei und allem drum und dran zu zaubern. Bester Laune pfiff Duncan vor sich hin, während er in der Pfanne die Eier zubereitete. Plötzlich strichen zärtlich zwei Hände über seine Hüften und verharrten schließlich auf seinem Bauch…

Vicky hauchte ihm kleine Küsschen auf die Schulterblätter und schmiegte sich an seinen Rücken. "Warum hast du mich denn nicht geweckt?" "Ich hab´s einfach nicht übers Herz gebracht, weil du so süß geschlafen hast. Außerdem wollte ich dich doch verwöhnen und dir Frühstück ans Bett bringen", sagte Duncan im leicht schmollenden Unterton und stocherte in den Eiern rum. "Oh, dann geh ich mal wieder...."

"Von wegen...", grinste Dunc nun und zog sie eng an sich. Leidenschaftlich begann er sie zu küssen und hob sie auf die Arbeitsplatte der geräumigen Küche. Während Vicky die Beine um seine Hüften schlang, schob Duncan mit der freien Hand die Pfanne von der Herdplatte....eben ganz der Hausmann. Ihre Hände glitten schon wieder zu seiner Shorts, als ein lautes Magenknurren die beiden unterbrach und Vicky in schallendes Gelächter ausbrechen ließ. Duncan errötete und murmelte nur ein "Sorry".

"Lass uns mal lieber was essen, bevor du mir hier noch vom Fleisch fällst", lachte sie und deckte in Windeseile den Tisch. Glücklich stopfte Duncan sich nun mit einem Ei und einem lecker belegten Brötchen voll, während Vicky ihn lächelnd beim Essen beobachtete. "Sag mal, du wohnst doch nicht alleine hier, oder?! Das Haus hier ist ja ziemlich groß...", bemerkte Duncan kauend und witzelte, "Muss ich Angst haben, dass hier gleich eine Horde wild gewordener Mädels über mich herfällt?!"

"Nein, das hier ist keine WG..." Scheiße, warum musste er das denn fragen und das ausgerechnet jetzt, dachte Vicky nervös und knetete ihre Hände. "Was denn dann?" Ausweichen würde jetzt nichts mehr bringen, er würde eh nicht ehre locker lassen, bis er es wusste. "Ich wohne hier mit meinem Verlobten." Duncan blieb der Bissen, den er gerade runter schlucken wollte, im Hals stecken…

Vicky eilte sofort an seine Seite und fragte ihn nach seiner heftigen Husten-Attacke, ob alles in Ordnung sei. Er lachte hysterisch auf. "Oh sicher, die Frau meines Lebens erzählt mir gerade so nebenbei, dass sie verlobt ist, aber sicher, es ist alles in Ordnung", erwiderte er sarkastisch. Der Stuhl kippte krachend nach hinten, als Duncan sich ruckartig erhob und aus der Küche lief…

Vicky eilte ihm mit schlechtem Gewissen ins Wohnzimmer nach. Sie konnte spüren, wie verletzt er war. "Duncan, lass dir doch bitte...." "erklären? Was gibt es da noch zu erklären?", brüllte er und gestikulierte wild mit den Händen, "Du hast mich benutzt, mit meinen Gefühlen gespielt und mich angelogen. Was brauchtest du, Vicky? Abwechslung?!" "Was meine Gefühle für dich betrifft, habe ich dich nie angelogen", wütend fuhr sie fort, "Du hast doch keine Ahnung, wie es damals war, weil du nämlich einfach abgehauen bist!" "Ich hatte verdammt noch mal keine andere Wahl und das weißt du auch", ereiferte sich Dunc.

"Es tut mir leid", beschämt senkte sie den Kopf, setzte sich und deutete neben sich auf das Sofa, "Lass mich bitte alles erklären! Danach kannst du mich weiter anschreien." Widerwillig ließ er sich auf das Sofa sinken, allerdings in gewissem Abstand zu Vicky. "Mein Vater wollte dich damals nicht einfach nur so los werden. Er hatte schon vor langer Zeit beschlossen, dass ich Jeff heiraten sollte..."

"Moment mal...Jeff? Der Jeff? Carolin´s Bruder, dieses arrogante...." "Ja, genau der", nickte Vicky traurig, "Deshalb hat meinem Vater unsere Beziehung nicht gepasst. Nachdem du weg warst, haben mich alle unter Druck gesetzt, Dad, Clark, Jeff.....Glaub mir, ich hab wirklich versucht, stark zu sein, aber nachdem ich keine Nachricht von dir bekam, brach mein Widerstand mehr und mehr, bis ich schließlich einwilligte. Nach unserer Heirat werden Jeff beide Firmen gehören. Darum geht es eigentlich nur.....Die beiden größten Automobilkonzerne zu vereinen. So und jetzt kannst du mich weiter anschreien!"

Doch das hatte Dunc keineswegs vor. Er rückte näher an sie heran und flüsterte "Ich liebe dich", bevor er sie ganz fest in seine Arme schloss. "Vielleicht wäre es besser, wenn du wieder aus meinem Leben verschwindest", Tränen rannen ihre Wangen hinab und tropften heiß auf seine Schulter, "Du hast es diesmal nicht nur mit meinem Vater zu tun, sondern auch mit Jeff und Clark. Zusammen haben sie noch mehr Macht und, glaub mir, sie werden dich ohne Gnade ungespitzt in den Boden rammen, wenn sie von uns erfahren."

"Denkst du, das macht mir Angst?! Ich fühle doch, dass es dir nicht gut geht und da werde ich dich garantiert nicht allein lassen." "Ich kann nicht von dir verlangen, dass du bei mir bleibst, nur, damit ich mich dann stärker fühle", schniefte Vicky und wischte sich die Tränen weg. "Oh doch, du kannst und ich werde nicht gehen, egal was du sagst." "Hätten wir uns nur früher wieder getroffen. Ich habe mein Wort gegeben, Jeff zu heiraten und jetzt muss ich es erst recht tun....schon allein um dich zu schützen."

"Ich bin kein kleiner Junge mehr, der sich so leicht einschüchtern lässt", erwiderte Duncan. Zärtlich strichen ihre Finger über seinen muskulösen Oberkörper. "Nein, das bist du wirklich nicht mehr", lächelte Vicky und hauchte ein paar Küsse auf seine Haut, "aber Duncan, ich kenne dich! Eine Affäre mit einer verheirateten Frau wird dir nicht ausreichen! Ich weiß, dass du so vieles mehr von mir erwartest..."

"Es wird einen Weg geben", meinte er bestimmt und zog Vicky auf sich. Er begann sie zärtlich zu verführen und sie zu lieben. Wenigstens für eine Stunde wollten Vicky und Duncan ihre Probleme noch vergessen.....

Nachdem Duncan Vicky´s Haus verlassen hatte, führte ihn sein Weg zu dem heute Vormittag anstehenden Fotoshooting + Interview. Es war zwar schon einige Minuten zu spät, doch das kümmerte ihn herzlich wenig. Schließlich hatte Duncan andere Sorgen. Gleichzeitig war er aber auch furchtbar glücklich, die andere Hälfte seines Herzens wieder gefunden zu haben…

Seelenruhig lenkte Duncan seinen Wagen durch London und stoppte an einem Gebäude, vor dem Lee schon nervös rum trippelte. Sofort stürzte er zur Fahrertür und riss diese auf. "Wo bist du gewesen? Johnny steht kurz vor einem Herzinfarkt und.....du hast immer noch die selben Klamotten von gestern an", stellte Lee überrascht fest und trat einen Schritt zurück, um seinen Freund aussteigen zu lassen.

"Manchmal bist du doch schlauer, als ich dachte", gab Duncan mürrisch zur Antwort. Lee rieb sich begierig die Hände. Jetzt würde er natürlich versuchen, alles aus Duncan raus zu quetschen…

Duncan versuchte, schnellstmöglich zu dem Interview zu kommen, was sich als nicht gerade einfach erwies, da Lee vor ihm rum her hüpfte. "Jetzt sag schon, wie wars? Hast du dich richtig ausgetobt?", fragte er grinsend. "Kannst du nicht einmal die Klappe halten?!" "Oh, das hört sich aber ziemlich mürrisch an", grinste Lee angriffslustig, "War es etwa so schlecht? Oder hast du etwa....", die beiden kamen bei den anderen Jungs und der Reporterin an, ".....keinen hoch gekriegt?! Na ja, du bist ein bisschen aus der Übung, aber wenn die Kleine dir ihre Nummer gegeben hat, dann..."

Wütend packte Duncan Lee am Kragen und stemmte ihn mit aller Macht gegen die nächst gelegenen Wand. Fassungslos beobachteten Johnny, Simon, Antony und die Reporterin, was sich da gerade vor ihren Augen abspielte. "Sprich nicht von ihr, als wäre sie irgend so n billiges Flittchen", schnaubte Dunc und fixierte Lee aus zusammen gekniffenen Augen, der jetzt etwas ängstlich aus der Wäsche guckte. Lee war ein Mensch, der von Natur aus keine Furcht hatte, doch Duncans plötzlicher Ausbruch gab ihm nun doch zu denken…

Allerdings schüttelte er das ganz schnell wieder ab und kehrte wieder zu seinen gewohnten Frechheiten zurück, die er von sich gab. "War sie anscheinend doch nicht so schlecht", bemerkte Lee grinsend, "Leihst du sie mir mal aus?" "Du verdammter...."

"Duncan! Lee! Schluss jetzt damit! Hört auf, euch wie kleine Jungs zu benehmen!" Johnny´s Stimme donnerte durch den Raum und ließ alle zusammen zucken. Duncan ließ grummelnd von Lee ab und hörte sich Johnny´s Strafpredigt an. Normalerweise war es nicht seine Art, die Jungs vor Reportern zu rügen, doch darauf kam es nun auch nicht mehr an. Mehr schlecht als recht folgte Dunc den Ausführungen des glatzköpfigen Mannes, wie man sich in diesem Job zu verhalten hatte. Als ob er das nicht wüsste....

"Fertig?", fragte er genervt, als Johnny Luft holte und nickte. "Ja." "Endlich! Du bringst unseren ganzen Zeitplan durcheinander!" Duncan erhob sich, während Johnny schon eine Antwort auf den Lippen lag, die er sich gerade noch verkniff. Es war seine Pflicht, die Jungs im Zaum zu halten, was bei Duncan eigentlich nicht nötig war. Er kannte seine Grenzen, besser als Lee, dessen Motto meinst "Weiber, Saufen, Party machen" war. Er hatte bestimmt einen Grund gehabt so auszurasten, was bei Lee´s Sticheleien nur allzu verständlich war.

Auch seine Geduld wurde von Blue´s Nesthäkchen oft bis an den Rand des Zerreißens auf die Probe gestellt. Dunc gesellte sich zu Simon und Antony, um sich den langweiligen Fragen der Reporterin zu stellen. Allerdings war er überhaupt nicht bei der Sache. Während seinen einsilbigen Antworten, spielte er mit der Kette, die Vicky ihm wieder angelegt hatte, kurz bevor er gegangen war. Vicky.....wann würde er sie wieder treffen?

***********************

Nachdem Duncan gegangen war, begab Vicky sich unter die Dusche. Es tat gut, das heiße Wasser auf ihrer Haut zu spüren. Es erinnerte sie an Dunc´s zärtliche Berührungen der letzten Nacht. Nach einiger Zeit stellte Vicky das Wasser wieder ab und wickelte sich in ein Handtuch. Erstmal brauchte sie jetzt noch einen starken Kaffee…

Unten in der Küche traf sie auf Jeff, der in der Zwischenzeit von seiner Geschäftsreise zurück gekehrt war. Anzüglich glitt sein Blick über ihren Körper. Jeff freute sich schon darauf, ihn zu besitzen.....spätestens in der Hochzeitsnacht!

"Guten Morgen, meine zauberhafte Verlobte!" "Spar dir das Süßholzgeraspel!", fertige Vicky ihn barsch ab und räumte den Tisch ab. "Du hattest Besuch?!", deutete Jeff auf den Tisch. "Belle kam überraschen vorbei", erwiderte sie kurz angebunden, "Oder ist das neuerdings verboten?!" "Nein, du kannst so viel Besuch empfangen, wie es dir beliebt.....so lange du dir nicht von Jemand anderem holst, was du auch von mir kriegen kannst", grob zog er seine Verlobte an sich und wollte ihr einen Kuss auf den Mund drücken, doch da Vicky ihren Kopf blitzschnell weg drehte, landete er nur auf ihrer Wange.

"Du wirst mich schon noch lieben lernen", sagte er drohend und verschwand mit den Worten "Schließlich erwarten unsere Eltern Enkelkinder von uns" aus der Küche. Angeekelt wischte sich Vicky über die Wange. Und dieses Schwein sollte sie heiraten....Mrs. Victoria Smith......oder Mrs. Victoria Inglis…

Schon allein der Gedanke an die bevorstehende Hochzeit in wenigen Wochen ließ ihren Magen zusammen krampfen. Zu mal sie den Mann, den sie über alles liebte, wieder in ihrem Leben wusste. Er war so nah und doch so fern. Niemals würde es ihr vergönnt sein, Duncan´s Frau zu sein....Resolut straffte sie die Schultern. Sie musste mit jemanden reden und zwar mit Belle....

************************

Ziemlich bald machte sich Vicky auf den Weg zu Belle. Diese grinste sie schon an und wollte natürlich alles über den gestrigen Abend wissen. „Wow, wer hätte gedacht, dass du auf mich hörst?!“, lachte Annabelle, als sie von der heißen Nacht Vicky´s mit dem attraktiven Sänger hörte. „Und? Wie war er?“, fragte sie neugierig und hoffte, ihre Freundin würde mir reichlich Infos raus rücken…

„Es war so zärtlich, so liebevoll....“, geriet Vicky ins schwärmen, „....Belle, ich liebe ihn!“ Diese zog eine Augenbraue nach oben. Nach einem One´s schon von Liebe zu reden, schien Belle doch reichlich übertrieben. „Du bist meine beste Freundin und ich habe dich eigentlich immer für sehr vernünftig gehalten. Du weißt, dass ich nichts gegen ein bisschen Spaß habe und den hattest du ja augenscheinlich auch mit Duncan, aber Victoria, du bist verlobt!“

„Du musst mir das nicht auch noch in Erinnerung rufen“, zischte Vicky und strich sich eine lästige Haarsträhne aus dem Gesicht. „Anscheinend schon, denn deine Wolke 7 scheint ziemlich hoch zu schweben“, erwiderte Belle in scharfem Ton. Ihre Freundin schien den Verstand verloren zu haben. Nie hätte sie es für möglich gehalten, dass Duncan ihr so den Kopf verdrehen könnte. Eine nette kleine Abwechslung von diesem Idioten Jeff, ja, aber sich daraus gleich die große Liebe zusammen spinnen....

„Ich glaube, ich muss dir einiges erklären, Belle“, seufzte Vicky und fing an zu erzählen. Belle folgte geduldig ihren Ausführungen und je mehr Vicky erzählte, desto entsetzter war sie, weil ihre Freundin ihr so viel verschwiegen hatte. „Warum hast du mir davon nicht schon viel früher erzählt?“ „Verzeih mir, Belle, aber es tat einfach zu weh“, Vicky schluckte den Kloß in ihrem Hals hinunter. Sie wollte jetzt nicht weinen.

„Was willst du jetzt machen? Verlässt du Jeff?“, fragte Belle. Ungläubig sah Vicky sie an und sprang nervös auf. „Sag mal, hast du in der letzten dreiviertel Stunde geschlafen?! Wenn mein Vater das erfährt.....dann will ich lieber nicht wissen, was er dann mit Duncan macht.“ „Aber unter den Umständen wird ihm eine Affäre mit dir nicht reichen. Du kannst ihn nicht hinhalten...“

„Das weiß ich doch, aber jetzt, wo er wieder da ist, will ich Duncan auch nicht wieder los lassen. Ich kann ihn nur beschützen, wenn ich Jeff heirate.“ „Das wirst du nicht durch stehen“, prophezeite Belle und schloss ihre Freundin in die Arme. „Ich weiß“, schluchzte Vicky nun, aber sie wusste, dass ihr keine andere Wahl blieb.....

*****************

In den folgenden Wochen, so oft es ihre Zeit zu ließ, trafen sich Vicky und Duncan, um ihrer Leidenschaft freien Lauf zu lassen. So auch heute wieder. Allerdings trafen sie sich nicht mehr bei Vicky zu hause oder gar bei Duncan, sondern in einem Hotel unter falschem Namen aus Angst, von der Presse entdeckt zu werden. Diese berichtete nämlich schon eifrig über die bald bevorstehende Hochzeit des neuen „Traumpaares“ der Reichen und Schönen…

Vicky gingen diese Schlagzeilen ganz gewaltig auf die Nerven und auf dem Weg hoch ins das Hotelzimmer, wünschte sie sich nichts sehnlicher, als endlich in Duncans Armen zu liegen. Dieser brütete gerade wieder über einer Zeitung. Stirnrunzelnd saß er auf dem Bett und las sich diesen ganzen verlogenen Quatsch durch, der ihm trotzdem jedes mal wieder einen Stich versetzte. Zu sehr war er damit beschäftigt, seine Gefühle zu ordnen, dass er Vicky erst bemerkte, als er ihren Atem an seinem Ohr spürte…

„Es kommt mir vor, als würden wir hier etwas verbotenes machen“, seufzte Duncan und faltete die Zeitung zusammen. „Aber das tun wir doch auch!“ „Wie bitte?“ Hatte er sich etwa verhört? „Duncan, du schläfst seit Wochen mit einer Frau, die so gut wie verheiratet ist“, bemerkte Vicky und sah ihn durchdringend an. „Ich schlafe seit Wochen mit meiner Freundin“, korrigierte er sie scharf und schleuderte die Zeitung in eine Ecke. „Du träumst, Duncan und in deinen Träumen werde ich immer dir gehören, aber in der Wirklichkeit ist das nun mal nicht möglich.....Das weißt du so gut wie ich.“

„Wie lieben uns....“, protestierte Dunc. „Ich muss ihn heiraten, daran führt kein Weg vorbei. Nur so kann ich dich beschützen.“ „Ich will aber verdammt noch mal nicht beschützt werden! Ich will dich!“ Verzweiflung stieg mal wieder in ihm hoch. „Lass uns die Zeit genießen, die uns noch bleibt“, lenkte Vicky ein und schlang die Arme um seinen Hals. Duncan lehnte seine Stirn an ihre und flüsterte: „Denkst du, ich kann danach einfach so gehen? Mein Leben weiter leben, als wäre nichts gewesen?“

Vicky wollte ihm darauf keine Antwort geben. Stattdessen küsste sie ihn voller Leidenschaft und drängte Duncan zum Bett. Sie hatten schon genug Zeit vergeudet. Er spürte ihre Erregung und ließ sich davon mitreißen. Verlangend riss er ihr die Sachen vom Körper, bis sie völlig nackt uns wunderschön vor ihm lag…

„Komm endlich her, Duncan! Worauf wartest du?!“ Vicky atmete schwer und zog ihn auf sich. Vor Lust und Begierde seufzte sie leise auf, als sie Duncan in sich spürte. Für beide war es eine Erleichterung, dem andere so nahe zu sein, zu mal sie ihre Gefühle in der Öffentlichkeit verbergen mussten…

Duncans Vorgaben wurden schneller und heftiger, doch Vicky hatte keine Mühe, sich ihm anzupassen. Sie waren eine funktionierende Einheit, die sich perfekt ergänzte. Beide fanden die Erlösung, die sie sich so sehr erhofft hatten. Duncan hielt Vicky fest in seinen Armen, während sich seine Atmung langsam wieder normalisierte.

„Du hat meine Frage nicht beantwortet“, bemerkte er leise. „Ich hatte gehofft, dass mir das erspart bleibt“, seufzte sie und kuschelte sich noch enger an ihn. „Also?“ „Du tust dir selber weh, wenn du bleibst.....und mir auch! Denkst du, es macht mir Spaß, dich leiden zu sehen?! Zu fühlen, wie nach jeder neuen Schlagzeile die Verzweiflung immer weiter in dir hoch kriecht?!“

„Ich werde versuchen, dass zu akzeptieren, was du mir geben kannst und willst. Selbst, wenn es immer nur eine Nacht sein sollte. Nur schick mich nicht weg! Ich brauche dich!“, flehte er. „Ich dich doch auch, aber....“, Vicky brach ab. Schon seit einigen Tagen überkam sie immer wieder dieses Gefühl der Übelkeit, dass sie regelmäßig dazu zwang, sich zu übergeben. So auch jetzt…

Schweiß stand ihr auf der Stirn, als sie das Badezimmer wieder verließ und besorgt von Duncan gemustert wurde. „Warst du endlich beim Arzt?“ „Kein Zeit, Dunc! Ich organisiere doch diese Charity Veranstaltung zu Gunsten der Londoner Kinderheime mit, die in drei Tagen statt findet“, winkte Vicky erschöpf ab und ließ sich wieder auf dem Bett nieder, „Ihr werdet auch da sein?!“ „Ja, die Anfrage kam zwar ziemlich kurzfristig, aber unser Manager hat zugesagt“, nickte Duncan und krabbelte nun ebenfalls ins Bett, „Trotzdem hast du jetzt vom Thema abgelenkt!“

„Wenn ich die Zeit dazu finde, lasse ich mich schon untersuchen. Im Moment wird es jedoch schwierig sein, auch nur eine freie Minute aufzutreiben und außerdem halte ich das jetzt nicht für nötig.“ Während Vicky weiter beruhigend auf ihn einredete und meinte, dass man aus einer Mücke ja nicht gleich einen Elefanten machen musste, wurde Duncan das Gefühl nicht los, das hinter Vicky´s Übelkeit viel mehr steckte, als sie beide ahnten und ihm selbst wurde es übel, wenn er bloß daran dachte, sie auf dieser Veranstaltung mit ihrem Verlobten zu sehen…

Pah, Verlobter.....ein Witz war das über den Duncan gar nicht lachen konnte. Unwillkürlich ballte er die Hände zu Fäusten. Er würde jemanden bitten müssen, ihn davon abzuhalten, diesem Mistkerl mal ordentlich die Meinung zu sagen......

*************************

Als Vicky am nächsten Morgen nach einer langen Nacht mit Duncan wieder nach hause kam, war sie unangenehm überrascht, ihre Eltern und die von Jeff zusammen mit ihrem Verlobten am Frühstückstisch vor zu finden. Wieder einmal musste sie erklären, wo sie gewesen war, nämlich offiziell bei Belle. Ihr Vater bedeutete ihr, sich zu ihnen zu setzen, doch Vicky winkte ab und fasste sich an den Bauch.

Beim Anblick des gedeckten Tisches war ihr wieder spei übel geworden. Sie rannte nach oben, entleerte ihren Mageninhalt und fragte sich mal wieder, wo sie das alles her holte. Niemand stand vor dem Badezimmer, als sie wieder raus kam und so ging sie widerwillig wieder nach unten. „Fühlst du dich nicht wohl?“, fragte Jeff gespielt besorgt. „Du willst sicher keinen Details“, gab Vicky trocken zur Antwort.

„Wie lange ist dir schon so schlecht, mein Kind?“, besorgt griff ihre Mutter nach ihrer Hand. „Ein paar Tage vielleicht...“ „Bist du schwanger“, mischte sich nun Camilla, Jeff´s Mutter, ein. „So ein Quatsch“, wehrte Vicky ab und schüttelte energisch den Kopf, was die Aufmerksamkeit ihres Verlobten auf sich zog. Schwanger? Wenn Jeff eines wusste, dann war dieses Kind, wenn sie denn wirklich schwanger sein sollte, nicht von ihm…

„Wir werden raus finden, ob du recht hast“, ihre Mutter und zukünftige Schwiegermutter erhoben und verabschiedeten sich mit den Worten, das sie Vicky jetzt zu ihrer Gynäkologin bringen würden. Durch die Kontakte der beiden Frauen wurde Vicky vorgezogen und hatte schon eine Stunde später Gewissheit....Sie trug ein Baby in sich!

Ihre Mutter und Camilla waren vor Freude ganz außer sich, dass sie endlich Großmütter wurden. Dabei müsste sich jetzt eigentlich nicht Camilla freuen, sondern Fiona. Vicky befand sich bereits im dritten Monat und es war ganz klar, in welcher Nacht es passiert war…

Vor drei Monaten war Duncan zurück in ihre Leben getreten und sie hatte mit ihm geschlafen....ohne zu verhüten! Wer hätte in diesem Moment auch daran denken können?!

Die beiden Frauen ließen es sich nicht nehmen, die freudige Nachricht nicht selbst zu verkünden und so herzten die werdenden Großeltern Vicky viele Male. Jeff spielte dieses kleine Spielchen mit, so lange ihre Eltern noch da waren, dann fiel die Maske von ihm ab…

„Von wem hast du´s dir besorgen lassen, hä? Wer hat dir das Kind gemacht?“, tobte Jeff durch das Wohnzimmer und fegte eine Vase vom Tisch. „Das“, erwiderte Vicky patzig, „geht dich ja wohl gar nichts an!“ „Und ob mich das was angeht“, schrie er und fasste seine Verlobte grob am Arm, „Dein Vater informiert wahrscheinlich gerade schon die Presse und ich werde mich nicht in aller Öffentlichkeit von dir bloß stellen lassen. Du wirst niemandem sagen von welchem dahergelaufenen Kerl dieses Kind stammt! Hast du mich verstanden?!“, Vicky sah ihn ängstlich an und nickte notgedrungen…

Bald klingelte das Telefon und Jeff hatte recht behalten. Sein zukünftiger Schwiegervater hatte gleich die Presse informiert, die einen Termin für Fotos am Nachmittag machen wollte für die morgige Schlagzeile. Gequält lächelnd ließ Vicky alles über sch ergehen. Sogar den Kuss ertrug sie ohne dabei die Fassung zu verlieren, doch in ihrem Innersten zog sich alles zusammen…

Sie wusste, wie sehr sie Duncan weh tat und sie konnte ihn noch nicht mal anrufen, denn Jeff hatte stets ein Auge auf Vicky. Warum musste nur alles so verflucht kompliziert sein?!

*********************

Am nächsten Morgen warteten die Jungs und Johnny bei einem Termin mal wieder auf Lee. Dieser rückte mit viertelstündiger Verspätung mit einer Zeitung unterm Arm an. „Ihr werdet´s nicht glauben, aber diese Automobilstochter hat sich jetzt auch noch nen Braten in die Röhre stopfen lassen“, verkündete Lee und wedelte kopfschüttelnd mit der Zeitung hin und her, „Kriegt wohl den Hals nicht voll. Das Kind möchte ich mal sein. Das lebt doch wie die Made im Speck und muss doch niemals arbeiten!“ „Gib schon her“, unwirsch riss Duncan ihm die Zeitung aus der Hand und starrte auf eine riesige Schlagzeile......


VICTORIA GOWAN SCHWANGER!!!!


Die zukünftige Frau des bald größten Automobilherstellers Jeff Smith, ist guter Hoffnungen. Victoria Gowan befindet sich bereits im dritten Monat und wird in naher Zukunft den Vater ihres ungeborenen Kindes heiraten. Beim gestrigen gemeinsamen Fotoshooting wirkten die beiden sehr glücklich und der werdende Daddy ist ganz aus dem Häuschen: "Wir freuen uns beide sehr auf das Baby, das hoffentlich ein kleiner Stammhalter wird."

Lesen Sie mehr über die Smith/Gowan Hochzeit im Innenteil!


Unter der Schlagzeile prangte ein riesiges Foto, auf dem Vicky und Jeff sich küssten. Pah...Vater ihres Kindes....Das war doch er, Duncan! "Warum starrst du denn so betroffen auf die Zeitung?", riss Lee ihn aus seiner Starre. "Mein Kind", sagte Dunc tonlos und ließ die Zeitung sinken. Was redest du denn da?", Simon legte seinem Freund eine Hand auf die Schulter, da er ziemlich durcheinander wirkte.

"Ob ihr es glaubt oder nicht, aber dieses Kind ist von mir", er lehnte sich an die Wand und ließ sich auf den Boden rutschen. Skeptisch nahm Lee ihm die Zeitung ab und betrachtete prüfend das Bild. Jetzt, wo er genauer hinsah, konnte er die Kleine in ihr wieder erkennen, die sein Freund anscheinend damals nach dem Konzert vernascht hatte. "Noch mal Glück gehabt", war Lee´s Fazit.

"Was meinst du damit?", wollte Duncan ungläubig wissen. "Na ja", der blonde Sänger zuckte mit den Schultern, "Anscheinend weiß dieser Jeff Smith nicht, dass das nicht sein Kind ist, also kommst du drum rum, Alimente zu zahlen." "Hast du sie eigentlich noch alle?", erbost sprang Dunc auf, "Ich liebe Vicky!" "Du hattest einen One´s mit ihr ihr......" "Irrtum!" Hatte er sich da gerade etwa verhört? So etwas hätte er seinem besten Freund nun wirklich nicht zugetraut…

"Soll das heißen, du hast eine Affäre mit einer Frau, die so gut wie verheiratet ist?!" Lee´s Stimme schwankte zwischen vorwurfsvoll und entsetzen. Duncan rollte genervt mit den Augen. Irgendwie hatte er gerade das Gefühl, Vicky vor sich zu haben…

"Also Kurzfassung", seufzte er, "Wir waren schon früher die besten Freunde und haben uns dann ineinander verliebt. Wir wären noch heute ein Paar, vielleicht sogar schon längst verheiratet, wenn ihr verdammter Vater nicht wäre. Vor drei Monaten haben wir uns dann wieder getroffen und...." Eilig überflog Lee den Artikel noch einmal: "Soll das heißen, nach dem Konzert?!" Duncan nickte und knetete nervös seine Hände. "Aber warum verlässt sie diesen....diesen Jeff dann nicht?", mischte sich nun Antony ein, der bis jetzt still schweigend zugehört hatte, "wenn sie dich auch liebt?!"

"Sie wird viel zu sehr unter Druck gesetzt und außerdem meint sie auch noch, mich beschützen zu müssen." "Pffff...keinen eigenen Willen, die Frau", meinte Lee abwertend, "Ich geb dir nen guten Rat, mein Freund! Vergiss sie und lass sie diesen Langweiler heiraten!" "Weißt du, was das für mich bedeutet?", erschrocken stellte Lee fest, dass es in den blauen Augen Duncans verdächtig glitzerte. Lee hatte noch nie einen Mann weinen sehen und das es nun sein bester Freund war, bestürzte ihn nur noch mehr…

"Wenn nicht noch ein Wunder geschieht, wird Vicky ihn wirklich heiraten und ich werde mein Kind niemals zu Gesicht kriegen...."

****************

Am Tag der Charity Veranstaltung war Vicky furchtbar aufgeregt. Sie hoffte, irgendwie mit Duncan sprechen zu können. Nervös, denn noch freundlich, begrüßte Vicky als eine der Organisatorinnen die ankommenden Gäste, doch ihr charmantes Lächeln war heute nur Fassade. Geld für bedürftige Kinder zu sammeln, bereitete ihr eigentlich Freude, doch in ihrer momentanen Situation war ihr einfach nur zum heulen zu mute…

Neben den vielen reichen Gästen, waren auch viele Kinder aus den Londoner Heimen dort, die alle gespannt auf ihre Lieblingsstars warteten. Einige von ihnen unter anderem auch Blue und die Sugababes, zeigten keine Berührungsängste und beantworteten schon geduldig die Fragen der lieben Kleinen. Unauffällig warfen sich Vicky und Duncan immer wieder Blicke zu. Die beiden brauchten keine Worte, um sich miteinander zu verständigen. Ihr war sofort klar, dass Duncan bescheid wusste. Wie sollte er auch nicht.....

Die Schlagzeile war ja riesig gewesen und das es nicht Jeff´s Kind war, konnte er sich auch so zusammen reimen. Duncan drehte sich währenddessen der Magen um, als er Vicky, die immer wieder an einem Glas Wasser nippte, zusammen mit Jeff sah, wie er sie an sich zog und mit ihr das glücklich verliebte Pärchen mimte…

"Hallo Duncan", wurde er plötzlich von der Seite angesprochen, "Ich bin angenehm überrascht zu sehen, was aus dir geworden ist." "Mr. Gowan, ich kann nicht behaupten, dass ich erfreut bin Sie zu treffen", meinte Duncan kalt. Es ging ihm gewaltig gegen den Strich, dass dieser Kerl ihn immer noch wie einen Schuljungen behandelte und ihn einfach so duzte.

"So nachtragend kenne ich dich gar nicht, Duncan. Wie du siehst, ist Victoria über dich hinweg gekommen und sehr glücklich. Sie wird sogar in gut zwei Wochen heiraten und erwartet mein erstes Enkelkind. Freu dich doch einfach für sie!" Der attraktive Sänger war kurz davor zu explodieren, als er von Simon unterbrochen wurde, der meinte, dass sie jetzt gleich auf die Bühne müssten…

Sämtliche Augenpaare richteten sich auf die Bühne und die weiblichen vor allem auf Duncan, wie Vicky eifersüchtig fest stellte. In ihrer Nähe stand Carolin die ihn ganz verzückt angaffte. Alte Wut loderte in ihr auf und sie hätte ihrer baldigen Schwägerin am liebsten die Augen ausgekratzt. Er sah heute aber auch wirklich zu sexy aus....vor allem mit diesem geöffneten Hemd, das einen großzügigen Ausblick auf seine Brust gewährte.....

"Wirst du wohl aufhören, diesen Kerl anzuschmachten?!", meckerte Jeff neben ihr, "Das ist ja widerlich"! "Warum? Weil er besser aussieht als du?", konterte seine Verlobte. "Wie kannst du mich mit so einem vergleichen?!", zischte Jeff, "Mit einem Kerl, der es nur mit Groupies treibt!" Wenn du wüsstest, dachte Vicky und funkelte ihn wütend an. Ihr Gesichtsausdruck verwirrte Jeff und je länger er Vicky musterte, umso stärker wurde sein Verdacht…

"Stehst du etwa auch schon auf seiner Liste?", zischte er und musste sich beherrschen, nicht die Hand vor all den Leuten gegen sie zu erheben, "Hat der dir etwa dieses Kind gemacht?" Vicky wog die Chancen ab, es zu leugnen oder die Wahrheit zu sagen. Würde er ihr glauben? Ein Blick in sein Gesicht sagte Vicky, dass es nichts bringen würde, ihn anzulügen.

"Ja, das Kind ist von Duncan und glaub mir, das war nicht das einzigste Mal, das wir miteinander geschlafen haben", provozierte sie ihren Verlobten, "Wenn du wüsstest, wo er mich überall geliebt hat....zum Beispiel in unserem Ehebett.....So ein Pech aber auch, dass du nie in diesen Genuss kommen wirst", spottete Vicky und verabschiedete sich damit, dass sie sich jetzt Duncans Auftritt in Ruhe ansehen wolle. Hoch erhobenen Hauptes stolzierte sie zur Bühne und ließ einen vor Wut kochenden Jeff zurück....

*****************

Duncan hatte die ganze Szene von der Bühne aus beobachtet und er konnte förmlich die Rauchwölkchen sehen, die aus Jeff´s Ohren zu kommen schienen. Erleichtert registrierte er, dass Vicky nun zur Bühne kam und lenkte seine Gedanken nun wieder auf das Lied, dessen Melodie gerade begonnen hatte zu spielen.....

"It´s alright"

Ya ya
Come on
Yeah check me out

Let me tell you about a story that I heard
About a guy that thought love was just a word
And a girl that promised she would be there when he called
He was always playing off the line
Never knowing that she's reading all the signs (that's right)
Because all she wants is......

A man that's strong enough
Really want a man that's man enough
Only want a man that's true enough (true enough)
I can see your eyes are filling up
All you really need is a human touch
Baby can't you see I'm feelin us (yeah)
I'm feelin us

Come on come on closer (come on closer)
Babe I really wanna hold ya ( I wanna hold you)
If it's alright with you
Then it's alright with me (with me)
Come on I wanna feel ya (I wanna feel ya)
Never ever gonna leave ya (never leave ya)
If it's alright with you
Then it's alright with me (oh yeah)
It's alright
It's alright (it's alright)
It's alright
Put your trust in me tonight

Wise words my father said to me
Love a woman and her love you will receive
Make a promise and swear you'll always be there when she calls
Let her know that your love will never die
Oh girl you got to realise (got to realise)
You need a man who...

A man that's strong enough
Really want a man that's man enough
Only want a man that's true enough (true enough)
I can see your eyes are filling up
All your really need is human touch
Baby can't you see I'm feelin us,
Feelin us

Come on come on closer (closer)
Babe I really wanna hold ya (hold ya)
If it's alright with you
Then it's alright with me (put us together)
Come on I wanna feel ya
Never ever gonna leave ya
If it's alright with you (it´s alright)
Then it's alright with me (it´s alright)
It's alright (It´s alright)
It's alright
It's alright (trust me)
It's alright (it´s alright)
It's alright

Come on come on closer (yeah)
Babe I really wanna hold ya ( Iwanna hold ya)
If it's alright with you
Then it's alright with me
Come on I wanna feel ya (wanna feel ya)
Never ever gonna leave ya (never leave you)
If it's alright with you
Then it's alright with me (with me)

Come on come on closer
Babe I really wanna hold you
If it's alright with you
Then it's alright with me
Come on I wanna feel ya
Never ever gonna leave ya
If it's alright with you
Then it's alright with me

Come on come on closer
Babe I really wanna hold you
If it's alright with you
Then it's alright with me
Come on I wanna feel ya
Never ever gonna leave ya

If it's alright with you
Then it's alright with me



Jeff gefiel es ganz und gar nicht, wie dieser Typ seine Verlobte anlächelte. Es war zwar sein Kind, aber Vicky würde ihn, Jeff, heiraten…

Mit großen Schritten ging er ihr hinterher, legte besitz ergreifend den Arm um sie und zerstörte so den Blickkontakt zwischen Dunc und seiner Zukünftigen.

Angewidert schob sie seinen Arm weg und ging hinter die Bühne, um Duncan abzufangen. Eiligst stürzte sie auf ihn zu. "Dunc, er weiß es! Ich muss dich sehen! Heute Abend....wie immer!", Duncan konnte nur noch nicken und schon war Vicky wieder weg…

"Meinst du, du stehst das durch?", fragte Simon mitfühlend. "Habe ich eine Wahl?!" Dunc seufzte und machte sich auf den Weg zur Bar. Ein Whiskey konnte jetzt nicht schade.....

Kurze Zeit später gesellte sich Lee neben ihn und orderte ebenfalls einen Whiskey. "Na Kleiner, am späten Nachmittag schon die harten Sachen?!", versuchte Dunc zu witzeln, doch Lee´s Schweigen ließ ihn gleich wieder verstummen.

"Du denkst, ich tue das falsche?!" Lee atmete tief durch. Es fiel ihm nicht leicht, was er seinem Freund jetzt sagen musste. "Ja, ich denke du machst einen Fehler. Ich meine, wenn sie dich schon beschützen will, kann ihr Vater und ihr Verlobter nicht ohne sein.....Vielleicht solltest du auf Vicky und dein Kind verzichten.....nicht nur um deinetwillen..."

"Weißt du, was du da von mir erwartest?!" "Hast du schon mal daran gedacht, dass Vicky zur Abtreibung gezwungen werden könnte...."

Bestürzung spiegelte sich in Dunc´s Augen wider. Würde Mr. Gowan soweit gehen? Seine eigene Tochter zur Abtreibung zwingen? Ein beunruhigendes Gefühl breitete sich ihn ihm aus. Seine Blicke suchten den Saal ab und fanden Vicky, die sich mit einem von diesem reichen Snobs unterhielt.

Die Hände lagen beschützend auf ihrem Bauch, wo ihr gemeinsames Kind wuchs. Wo bleibt bloß das Wunder, auf das ich so sehr hoffe, dachte Duncan sehnsüchtig und massierte sich leicht die Schläfen.

Seit einiger Zeit plagten ihn Kopfschmerzen und er hatte das Gefühl, dass diese sich von Tag zu Tag verschlimmerten.....genau, wie seine momentane Situation.....

*********************

Am späten Abend wartete Duncan schon im Hotelzimmer, als Vicky endlich eintraf. Ohne irgendeine Begrüßung kam Duncan direkt auf den Punkt: "Ich will, dass du die Verlobung mit Jeff löst und zwar noch heute!" Victoria glaubte, sich verhört zu haben. Was fiel ihm eigentlich ein, auch noch Druck zu machen?!

"An welcher Stelle hast du eigentlich nicht zugehört?", fragte sie zickig, "Jeff ist zu allem fähig und mit meinem Vater hast du doch schon zur Genüge Bekanntschaft gemacht. "Deine ganze Sippschaft ist mit scheiß egal", brauste Dunc auf, "Ich verlange von dir, dass du ihn verlässt und zu mir ziehst. Es ist schließlich auch mein Kind!" "Sagt wer?"

Vicky blitzte ihn angriffslustig an und wandte sich von ihm ab. Sein Geduldsfaden, der sowieso schon ziemlich angespannt war, drohte nun langsam aber sicher zu zerreißen…

"Pass auf, was du sagst, Victoria!!", zischte Duncan und hielt sie fest. Beschämt senkte sie den Kopf. " Tut mir leid! Natürlich ist es dein Baby! Aber Jeff weiß nun bescheid und ich habe Angst, nicht nur um das Kind, sondern auch um dich. Vielleicht wäre es besser, wenn wir uns nicht mehr...."

In diesem Moment sprang die Tür auf und zwei bullige, hünenhafte Männer standen im Zimmer. "Miss Gowan, ihr Verlobter wünscht, dass Sie nach hause kommen." "Und wenn ich mich weigere?!" "Haben wir den Auftrag, mit Mr. Inglis ein....", der eine räusperte sich, "....ein klärendes Gespräch zu führen." Aus den Augenwinkeln vernahm Vicky, wie sich dessen Hand zu einer Faust ballte…

"Schon gut, ich komme mit." "Nein, Vicky! Ich will das nicht", protestierte Dunc hinter ihr. "Es geht nicht anders", zärtlich strich sie über seine Wange und drückte ihm einen Kuss auf die Lippen, "Ich liebe dich!"

Traurig blickte sie ihn noch einmal an und verschwand dann mit den beiden Männern aus dem Zimmer. Verzweifelt sackte Duncan zu Boden und starrte ungläubig auf die Tür. Hoffentlich tat dieses Schwein seinem Kind nichts an......

***********************

Als Vicky an jenem Abend nach hause kam, folgte ein gewaltiger Krach mit Jeff und nicht nur das.....auch ihr Vater war anwesend. Dieser gab Jeff in allem Recht. Unter allen Umständen müsse verhindert werden, dass an die Öffentlichkeit drang, vom wem das Kind in Wirklichkeit war…

Des weiteren wurden die beiden Männer, die Vicky abgeholt hatten, zu ihren persönlichen Aufpassern erklärt. Keinen Schritt konnte sie mehr ohne diese blöde Affen, was, wie Vicky fand noch eine Beleidigung für diese Tiere war, dazu führte, dass sie nicht mehr von zuhause weg ging und sich in ihrem Bett verkroch. Wo sollte sie auch hin?

Zu Duncan konnte sie nicht mehr, weil diese Typen an ihrem Rockzipfel hingen und für die Hochzeit brauchte sie auch nichts zu machen. Die Vorbereitungen hatten ihre Mum und Camilla mit Feuereifer an sich gerissen. Je näher der Tag rückte, desto mehr wurde sie von den beiden Frauen genervt und heute wollten sie mit dem Brautkleid anrücken.

Ungeduldig klingelte es an der Tür und Vicky öffnete Augen rollend. Camilla und ihre Mutter stürzten zur Tür herein und drängten sich gleich, das Kleid anzuprobieren. Seufzend nahm sie es entgegen und musste gegen ihren Willen zugeben, dass es wirklich wunderschön aussah. Um nicht allzu sehr ins Schwärmen für dieses Kleid zu verfallen, rief sie sich in Erinnerung, wen sie heiraten musste. Das allein ließ ihr schon wieder Übel werden.

Schnatternd stürzten ihre Mum und Camilla ins Schlafzimmer und zupften an Vicky herum. "Na, na, was ziehst du denn für ein Gesicht", lächelte Camilla, "du wirst in wenigen Tagen meinen Sohn heiraten und endlich zur Familie gehören!" Oh, ich fühle mich geehrt, dachte Vicky sarkastisch und betrachtete ihr Spiegelbild. Würde dieser Alptraum jemals enden?

************************

Duncan wusste ganz genau, wann die Hochzeit war und je näher dieser Tag rückte, desto elender fühlte er sich. Von Vicky hatte er nicht mehr gehört, was ihn nicht gerade beruhigte. Umso aufmerksamer verfolgte er die Schlagzeilen und stellte fest, dass nicht von einer angeblichen Schwangerschaft Vicky´s berichtet wurde…

Trübselig saß er drei Tage vor der Hochzeit in seinem Wohnzimmer und tröstete sich mit Whiskey, als es an der Tür klingelte. Schwerfällig erhob er sich vom Sofa und öffnete. Überraschung flackerte in Duncan´s Augen auf, als er sein Gegenüber erkannte.

"Du siehst nicht gut aus, Duncan......aber das wird sich ändern...", hauchte Carolin ihm mit einem verführerischen Augenaufschlag entgegen und drängelte sich an ihm vorbei ins Haus. Verärgert schloss Duncan die Tür und stapfte ins Wohnzimmer, in dessen Mitte Carolin abwartend stand. Was nahm sich dieses kleine verzogenen Miststück eigentlich heraus?!

Mit einem Plumpsen ließ Dunc sich wieder auf die Couch fallen und griff nach seinem Glas. "Was kann ich für dich tun, damit du schnell wieder verschwindest?" "Du warst aber auch schon mal freundlicher", bemerkte Carolin, öffnete ihren Mantel und ließ ihn über die Schultern zu Boden gleiten. Duncan stockte der Atem....vor Empörung!

Da stand Carolin nun vor ihm, fast nackt, nur mit knapper Spitzenunterwäsche und Strapsen bekleidet. Wie billig konnte eine Frau eigentlich sein?? Mit aufreizenden Bewegungen kam sie zu ihm rüber und setzte sich rittlings auf seinen Schoß. "Gefällt dir, was du spürst?", raunte sie Dunc ins Ohr und vollführte lockende Bewegungen auf ihm aus. "Du hast schon immer gern mit fremdem Spielzeug gespielt."

"Aber diesmal nicht, denn du gehörst mir!", sagte sie bestimmt und er fühlte ihre Hände, die an seinem Hemd rum nestelten. "Geh endlich runter von mir", knurrte Dunc und schob sie von sich runter, um die Tür zu öffnen, weil es gerade geklingelt hatte.

Dieses Mal war er erfreut, als er sah, wer vor der Tür stand: Simon, Lee und Antony! Er bat seine Freunde herein und als er mit ihnen das Wohnzimmer betrat, stellte er fest, dass Carolin verschwunden war. Er wollte gerade den Weg nach oben ins Schlafzimmer antreten, denn genau dort wollte sie ihn haben, als Antony ihn zurück hielt und meinte, dass er ganz und gar nicht gut aussehen würde. Wo hatte er das heute nur schon gehört? Ach ja, Carolin.....

Wütend setzte er seinen Weg nach oben fort. "Duncan, wenn wir dir irgendwie helfen können, dann sag es bitte! Du weißt, wir sind immer.....", Lee´s Augen weiteten sich bei Carolin´s Anblick, die sich verführerisch im Bett räkelte. Im Prinzip fehlte nur noch der Sabber.....

".....für dich da!", beendete Lee seinen Satz und bemühte sich, seine Augen wieder einzusetzen. "Ihr wollt mir helfen?!", brummte Duncan und setzte verächtlich hinzu, "Dann schafft mir diese Schlampe aus den Augen!" Auch Antony und Simon waren von der Situation mehr als abgeneigt.

"Das kannst du nicht machen, Duncan", kreischte Carolin, während Simon sie an den Armen, Antony ihre Beine nahm und sie sie die Treppe runter trugen. Erst draußen gaben die beiden Männer ihrem Gezappel nach und ließen sie los. "Du begehst einen großen Fehler, Duncan Inglis", sagte sie und man konnte deutlich hören, dass ihr Ego mehr als nur angeknackst war. Carolin war es gewöhnt, das zu bekommen, was sie wollte…

"Du brauchst mich!" "ICH brauche nur meine Frau und mein Kind, doch beide habt ihr mir genommen", schrie er außer sich und schmiss der jungen Frau den Mantel vor die Füße, "Scher dich endlich zum Teufel, Carolin und nimm deine ganze verdammte Sippschaft am besten gleich mit!"

Die Jungs gingen wieder rein und knallten Carolin, die vor Wut hätte aus der Haut fahren können, die Tür vor der Nase zu. Noch nie in ihrem Leben hatte es jemand gewagt, sie so zu behandeln. Carolin versuchte tief durch zu atmen und dachte befriedigt an die Hochzeit. Es würde ihr Vergnügen bereiten, Duncan leiden zu sehen.....

********************

"Raff dich wieder, Lee", brummte Duncan seinen besten Freund an, der immer noch ganz verzückt vor sich hin starrte. Diese Kurven.....

"Die Kleine bedeutet nur Ärger! Was für ein Miststück", grimmig starrte er in das Glas in seiner Hand. Antony und Simon tauschten bedauernde Blicke miteinander aus. Würde ihr Freund das verkraften, was sie ihm sagen mussten?

"Ist irgendwas?", fragte Duncan nun auch schon misstrauisch. "Ja, es gibt da was.....Wir haben eine Einladung erhalten...", begann Antony vorsichtig. Derweil hatte sich Lee wieder gefasst und lauschte dem Gespräch. Warum zögerten Ant und Simon es nur raus? Dadurch würde es auch nicht besser werden, also platze Lee selbst mit der Neuigkeit heraus…

Nämlich, das die Jungs auf Vicky´s Hochzeit eingeladen worden waren und auf der späteren Feier einen Song zum Besten geben sollten. Simon, Antony und Lee hatten alles versucht, ihrem Freund das zu ersparen, doch ihr Boss von der Plattenfirma hatte ausdrücklich darauf bestanden, die Einladung anzunehmen.

"Das sieht ihm ähnlich", schnaubte Duncan verächtlich und lief im Zimmer hin und her, "Er will uns beweisen, dass es endgültig vorbei ist...." "....und du solltest dich dem beugen!" "Du hast wie immer leicht reden, Lee! Wie soll ich das durch stehen?" "Du musst! Denk an Vicky und euer Kind...."

Verzweifelt blickte der attraktive Sänger aus dem Wohnzimmerfenster in den Garten. Seine Wunschvorstellung, sein Kind einmal dort spielen zu sehen, musste er wohl begraben.....und zwar genau auf Vicky´s Hochzeit.......

**********************

Bräute sahen normalerweise immer glücklich aus und empfanden den Tag ihrer Hochzeit als den schönsten ihres Lebens....Doch nicht so Viktoria Gowan…

Tief betrübt betrachtete sie sich am Vormittag ihres Hochzeitstages im Spiegel. Sie trug bereits ihr wunderschönes Brautkleid, das den Käfig, in dem sie bereits lebte, vollständig verschließen würde. Wie gern würde sie daraus ausbrechen, doch es gab kein Zurück mehr…

Die Tür zum Schlafzimmer öffnete sich und herein kam ihre Mutter. "Du ziehst ja schon wieder so ein Gesicht, mein Kind", sagte sie besorgt, "Du heiratest doch heute und hast eingewilligt!" "Weil ich keine andere Wahl hatte! Und sag mit nicht, du hast nichts mitgekriegt, wie sie mich unter Druck gesetzt haben. Du wusstest, dass Daddy alle seine Briefe abgefangen hat...."

"Er wollte nur das Beste für dich...." "Duncan ist das Beste für mich!" "Du hast dich entschieden, Victoria und dabei bleibt es! Wir können so eine öffentlichen Eklat nicht gebrauchen.....jetzt, wo alles so gut läuft!" "Aber mich unglücklich machen, das könnt ihr, ja?! Und Dunc´s Baby...."

"DAS solltest du lieber nicht in Camilla´s oder Clark´s Nähe sagen...", zischte ihre Mum. "Feigling! Aber was will man auch sonst von ihm erwarten?!" "Wir müssten gleich los und du wirst dich gefälligst zusammen reißen! Schon alleine, weil Duncan auch da sein wird!" "Wer hat...."

"Dein Vater und jetzt komm endlich mit!" Wortlos und mit bleichem Gesicht folgte Vicky ihrer Mutter nach unten. Zu sehen, wie sie Jeff ihr Ja-Wort gab, würde Duncan kaputt machen.....

********************

Während Duncan wie versteinert zwischen Lee und Simon in der Kirche saß und Jeff, der am Altar stand, am liebsten geradewegs zum Teufel geschickt hätte, stand Vicky draußen am Arm ihres strahlenden Vaters. Nun setzte die Orgel ein und die Gäste er hoben sich. Langsam schritt Vicky an der Seite ihres Vaters auf Jeff zu, wobei ihr Blick auf der Suche nach Duncan durch die Kirche glitt…

Als sich ihre Blicke begegneten, wäre Vicky beinahe stehen geblieben. Seinen Schmerz zu fühlen, war für sie wie ein Schlag ins Gesicht und ihr wurde noch elender zu Mute, als ihr Vater ihre Hand in die von Jeff legte. Wie gelähmt ließ sie die Zeremonie über sich ergehen, bis sich der entscheidende Teil näherte…

"Und nun frage ich die hier anwesende Hochzeitsgesellschaft: Hat irgendjemand von Ihnen etwas gegen dieses Bündnis vorzubringen, so möge er jetzt sprechen oder für immer schweigen!" Vicky sah zu Duncan hinüber. Dieser hatte die Hände zu Fäusten geballt und war gerade im Begriff aufzustehen, als Lee ihm die Hand auf die Schulter legte und diese fest drückte. "Nicht, Dunc!", flüsterte er.

Als sich niemand meldete, fuhr der Pfarrer fort: "Dann frage ich nun Sie, Jeff Smith! Wollen Sie die hier anwesende Victoria Gowan lieben und ehren? Ihr treu und ergeben zur Seite stehen, bis das der Tod sie scheidet, so antworten Sie mit "Ja, ich will!" "Ja, ich will", entgegnete dieser mit klarer, fester Stimme.

"Nun frage ich Sie, Victoria Gowan! Wollen Sie den hier anwesenden Jeff Smith lieben und ehren? Ihm treu und ergeben zur Seite stehen, bis das der Tod sie scheidet, so antworten Sie mit "Ja, ich will!" Vicky´s Blicke wanderten wieder zu Duncan. Ihre Stimme zitterte, als sie mit "Ja, ich will!" antwortete.

Verzweifelt schloss Duncan die Augen, als der Pfarrer die beiden für Mann und Frau erklärte. Eine Träne tropfte von seiner Wange auf sein weißes Hemd hinab. "Glaub mir, es ist besser so....", flüsterte Lee und sah Duncan mitfühlend an. Nun war es amtlich.....Er hatte Vicky und sein Kind für immer verloren.....

********************

Nach der Zeremonie machte sich die Hochzeitsgesellschaft auf den Weg zur anschließenden Feier. Jeff und Victoria mit Glückwünschen und Geschenken überhäuft und sie kassierte reichlich Komplimente für ihr äußeres Erscheinen. Obwohl sie dieses Kleid am Anfang noch so schön gefunden hatte, hasste sie es mittlerweile. Vicky ertrug dieses blütenreine weiß nicht länger. Wie gut, dass sie Annabelle gebeten hatte, ihr Sachen mitzubringen.

Diese fand sie nun in einem kleinen Raum neben dem Saal vor, indem die Party nun in vollem Gange war. Mit Ekel dachte sie an den Kuss, den die ganzen Reporter vorhin gefordert hatten. Vicky schüttelte sich schaudernd und zog ein enges schwarzes Top und einen ebenso schwarzen Rock hervor. Ja, diese Sachen passten besser zu ihrer Stimmung…

Frisch umgezogen ging sie wieder unter die Leute und wurde so gleich von ihrem Vater mit hochgezogener Augenbraue gemustert. Er sagte jedoch nichts zu ihrem Outfit, sondern bedeutete ihr, sich in der Mitte des Raumes auf den Stuhl neben ihren Ehemann in der Nähe der Bühne der kleinen Bühne zu setzen.....

Dahinter ging Duncan nervös auf und ab. Es war ihm noch nie so schwer gefallen, auf die Bühne zu gehen. Aufmunternd klopfte Lee ihm auf die Schulter. Das Lied wurde angespielt und es wurde Zeit, sich der Realität zu stellen. Duncan ging als letzter der vier hinter seinen Freunden herauf die Bühne und musste gleich schlucken, weil er sah, wie Jeff ihn herausfordernd angrinste und Vicky´s Hand nahm.

Diese fühlte sich wie in einen Traum versetzt, als sie ihrem Liebsten in die Augen blickte und dem Lied lauschte.....

"Love at first sight"

Yeah, see if you can relate to this one

Hope I´m not disturbing you
Because you look in
thought right now
I don't mean to be rude
Cos this is normally not my style
Can I take you out
I feel if I don't ask chance will pass and
I´ll never see your face again
Never see your face again
You maybe thinking I am strange
Not every single day, no, beauty comes
my way, so

Vicky entzog Jeff ihre Hand und legte beide auf ihren Babybauch. Was hatte sie sich und ihrem Kind nur angetan?! Und Duncan erst..... Er hatte sie immer für stark gehalten, doch das war sie nicht....nicht in den letzten Jahren. Sonst hätte sie nämlich zu allem "nein" gesagt und erst recht, als der Mann, den sie liebte, wieder an ihrer Seite war. Vicky konnte förmlich spüren, wie mit jeder weiteren Zeile, ihre alte Stärke in sie zurück floss....

Do you believe in Love at first sight
Tell me does that book that you´re

reading tell the story of your life
Do you believe in Love at first sight
Should I walk on by
Turn a blind eye to love
Love at first sight
I could be the man for you..

Vicky erhob sich und straffte die Schultern. Dunc´s Stimme jagte ihr wohlige Schauer über den Körper und verstärkte ihren Entschluss. Entschlossen ging sie langsam, aber zielstrebig zur Bühne....


I can make all your dreams come true
Maybe I´m a fool..

Mit einem Satz war Duncan von der Bühne gesprungen und streckte zitternd seine Hand nach Vicky aus...

..for saying
I´m in Love with you (I´m in Love with you)
You maybe thinking I am strange
Not every single day, no, beauty comes
my way ohhhhh

Lächelnd strich Vicky ihm die Träne von der Wange, schmiegte sich ganz nah an seinen Körper und legte die Hände in seinem Nacken zusammen. Gemeinsam ließ sie sich durch das Lied treiben.....

Do you believe in Love at first sight (at first sight)
Tell me does that book that you´re
reading tell the story of your life (ooohhh)
Do you believe in Love at first sight
Should I walk on by
Turn a blind eye to love
Love at first sight

Say farewell, I say so long
Say goodbye, I´ll say you´re wrong
Cos here in my arms you belong (uuuhhhh)
Do you believe in Love at first sight
Tell me does that book that you´re
reading tell the story of your life
Do you believe in Love at first sight
Should I walk on by
Turn a blind eye to love

Love at first sight
Do you believe in Love at first sight
Tell me does that book that you´re
reading tell the story of your life
Do you believe in Love at first sight
Should I walk on by (should I walk on by)
Turn a blind eye to love
Love at first sight
Love at first sight

Lächelnd began Vicky ihn zu küssen, während um sie herum ein wahres Blitzgewitter tobte. Die nächste Schlagzeile war ihnen sicher, schließlich kam so etwas nicht alle Tage in der Öffentlichkeit unter der Nase der Presse vor.

"Nimm sofort die Finger von meiner Frau", donnerte Jeff´s Stimme durch den Saal. "Tut mir ja leid, dich enttäuschen zu müssen, aber deine NOCH-Ehefrau will, dass er die Finger an ihr hat", provozierend grinste Vicky ihn an und Duncan schlang seine Arme von hinten um sie. "Darüber werden wir uns jetzt erstmal unterhalten....und zwar allein!", zischte Jeff wütend mit hoch rotem Kopf.

"Fass sie an und du machst mit meiner Faust Bekanntschaft", knurrte Duncan und zog Vicky aus seiner Reichweite. "Du meinst, du schreist und ich höre dir wie immer gelangweilt zu?!" "Was in drei Teufels Namen ist in dich gefahren, Victoria?", schrie ihr Vater außer sich, bevor Jeff etwas erwidern konnte und baute sich neben seinen Schwiegersohn auf.

"Das einzig richtige....die Vernunft", erwiderte Vicky und drückte Duncans Hand, "Wollen Sie sich keine Notizen machen?", wandte sie sich nun an die umstehenden Reporter, "Das wird bestimmt ein...aufschlussreicher Artikel!" "Victoria, es reicht!"

"Oh, wie recht du doch hast! Ich lasse mir nämlich nichts mehr vorschreiben!" "Duncan, du solltest dich freiwillig zurück ziehen, bevor..." "Bevor? Wollen SIE mir etwa drohen?", er lachte auf, "Das hat bei meiner Mutter vielleicht funktioniert, aber nicht bei mir!" "Du bist nicht nur für dein Leben und deine Zukunft verantwortlich, sondern auch für das deiner Freunde", bemerkte Mr. Gowan spitz. "Was wollen Sie damit sagen?"

"Wie du weißt, kenne ich euren Plattenboss, der heute auch anwesend ist und......ihr hängt doch an eurem Vertrag, oder?!" "Sie mieser...." Duncan musste sich beherrschen, seiner Wut nicht freien Lauf zu lassen.

Der besagte Plattenboss des Labels "Virgin" trat nun neben ihn. "Ich will, dass du sie feuerst, Matthew!" "Also..." Lee, der die ganze Zeit schweigend daneben gestanden hatte, schaltete sich nun ein. "Wissen Sie was?! Tun Sie, was Sie nicht lassen können! Jedes andere Label nimmt uns mit Kusshand und glauben Sie mir, wir haben genug Angebote von anderen Labels, die uns das Doppelte zahlen würden!" "Du bluffst, Kleiner", winkte Mr. Gowan ab. "Warum sollte ich?", erwiderte Lee selbstsicher, "Wenn wir nur unseren Vertrag verlieren, damit Vicky und Duncan zusammen sein können, dann nehme ich das gerne in Kauf!" Antony und Simon warfen sich einen kurzen Blick zu und traten neben ihre Freude: "Und wir auch!"

"Na schön, wie ihr wollt.....Matthew?!" "Tut mir leid, aber Lee hat recht. Ich wäre ein Narr, wenn ich die Jungs feuern würde!" "Tja, das wars dann wohl", ergriff Vicky nun wieder das Wort und legte grübelnde den Finger an die Lippen, "Mit wem fange ich wohl jetzt am besten an? Ach ja, mit meinem.....Ehemann! Jeff, du hast keine Ahnung, was ich die ganze Zeit über durch machen musste und wie sehr mich diese ganze "heile Welt" angekotzt hat. Ich bedauere es zutiefst, dass mir keiner etwas Vernunft eingeprügelt hat. Jeder macht Fehler im Leben und du warst meiner!"

"Wie kannst du es wagen, so mit meinem Sohn zu reden?!", empörte sich Camilla. "Halt die Luft an, Cami! Du hast jetzt erstmal nix zu melden!" "Du kleines freches Ding! Ich schwöre dir, so bald du dieses Kind ausgetragen hast, werden wir es dir weg nehmen!" Vicky fiel zunächst nichts besseres ein, als laut und herzlich zu lachen.

"Der war echt gut", gluckste sie, was Camilla beinahe zur Weißglut trieb, "Was ein Glück, dass mein Baby nicht von dem Feigling da ist....nicht wahr, Dunc?!" Dieser nickte zustimmend und grinste, als Camilla nach Luft schnappte.

"Nun, das bringt mich zu meiner NOCH - Schwägerin Carolin", angriffslustig traten sich die beiden Frauen gegenüber. "Schlampe", murmelte, Carolin verächtlich. "Ach wirklich, meine Liebe?", mischte sich Duncan nun ein, "Wer stand denn in meinem Wohnzimmer in Strapsen und hat sich anschließend ohne Einladung in meinem Bett geräkelt? Das warst doch du, oder?! Na los, Carolin, oder ist es dir jetzt peinlich, dass du dich mir wie ein Flittchen förmlich an den Hals geschmissen hast?"

"Wie unglaublich bemitleidenswert", spöttelte Vicky, "Du hast dich wirklich kein Stück geändert. Duncan wollte dich schon früher nicht und heute erst recht nicht! Aber du wolltest doch schon immer wissen, wie er im Bett ist?! Ich werds dir sagen....Er ist verdammt gut! Beinahe ein Jammer, dass du nie in diesen Genuss kommen wirst...."

Carolin wollte sich, rasend vor Wut, auf ihre Erz-Rivalin stürzen, doch Duncan stellte sich beschützend vor seine Freundin. "Habe ich noch wen vergessen....", grübelte Vicky gespielt nachdenklich, ".....Ach ja, meinen.....heiß geliebten Vater....Wenn man dich denn so nennen kann?! Du hat mir Duncan vor vielen Jahren genommen und ich danke Gott, dass er uns wieder zueinander geführt hat. Du hast mich gezwungen, diesen Feigling zu heiraten, obwohl du wusstest, dass ich Duncan´s Baby erwarte und ihn liebe! Was bist du nur für ein verabscheuungswürdiger Mensch?!"

"Du bist nicht mehr meine Tochter, wenn du diese Ehe auflöst!", drohte Mr. Gowan. "Na was ein Glück, denn ich schäme mich für so einen Vater!" Dieser war kurz davor zu explodieren: "Von mir wirst du keinen Cent sehen und dein Erbe, das kannst du dir auch abschminken!" "Schieb dir dein verdammtes Geld doch sonst wo hin", schrie Vicky, worauf ihr Vater die Hand gegen sie erhob und ihr eine schallende Ohrfeige versetzte. Die Presse hatten alle schon längst vergessen.

"Danke Vater", erwiderte seine Tochter unbeeindruckt, "Zum zweiten Mal in meinem Leben hast du mir gezeigt, warum ich niemals in deine Fußstapfen treten will!" Vicky atmete tief durch. Der Zeitpunkt war gekommen, dem ganzen ein Ende zu setzen und einen neune Anfang zu machen…

Sie wandte sich Duncan zu und bat ihn, ihr den Ehering vom Finger zu streifen. Vicky nahm ihm den Ring aus der Hand, betrachtete ihn und schmiss ihn Jeff mit voller Wucht vor die Füße: "Du hörst von meinem Anwalt!" "Wenn du dir das mal leisten kannst....", meinte Jeff abschätzend. "Zerbrich du dir mal nicht meinen Kopf!"

"Ach ja, ich vergaß, dass dein.....Pop(p) - Star ja auch ein dickes Bankkonto hat...." "Diese Anspielungen kannst du dir schenken, mein Lieber, weil mich das, was aus deinem Mund kommt, nicht im geringsten interessiert! Ich denke es ist alles gesagt....Wenn ihr uns dann entschuldigen würdet, aber das Baby und ich brauchen zuhause etwas Ruhe. Ein schönes Leben noch!"

Vicky griff nach Duncans Hand und machte sich in Begleitung der anderen Jungs auf den Weg zum Ausgang. Über die Schulter hinweg rief sie Belle noch zu, ob sie denn nicht mitkommen wolle. Diese spurtete eiligst hinter ihrer Freundin her......

*****************

Draußen angekommen, war Lee total überrascht, als sein Freund ihm den Autoschlüssel zu seinem Mercedes zu warf. Sonst ließ er doch noch nicht mal jemanden in die Nähe seines Schätzchens.....

Vielleicht, so vermutete Lee, lag das aber auch an den rosaroten Herzchen, die sich mal wieder in seinen Augen tummelten. Lee konnte es ihm jedenfalls nicht verdenken, schließlich hatte er viel durch machen müssen.

Während Belle sich vorne auf dem Beifahrersitz neben Lee nieder ließ, Duncan und Vicky hinten einstiegen, fuhren Ant und Simon ihren Freunden in einem anderen Auto hinterher. "Hey Lee, danke für vorhin! Ich weiß, dass du nicht begeistert warst, dass...."

"Schon gut", winkte dieser gleich ab, "Werd jetzt bloß nicht wieder sentimental, Dunc!" "Du bist doch gar nicht so n Arsch, wie ich dachte", gab nun auch Vicky zu, "Harte Schale, weicher Kern, wie?!" "Wäre möglich", grinste Lee und parkte gleich darauf den Wagen.

Drinnen zauberte Duncan gleich eine Falsche Sekt aus dem Kühlschrank, wobei er Vicky ein Glas O-Saft in die Hand drückte, damit sie auch anstoßen konnte.

Beim gemütlichen Beisammensein lernte Belle die Jungs näher kennen, wobei sie Lee ganz genau beäugte. Der Junge sah einfach zu lecker aus...

Des öfteren blieb ihr Blick auch an Vicky hängen, die ihren Kopf an Duncans Schulter angelehnt hatte und es genoss, wie er immer wieder zärtlich über ihren Bauch strich. "Was ist los, Belle? Warum guckst du mich so ungläubig an?" "Ich weiß nicht....vielleicht, weil ich immer noch nicht glauben kann, dass du das wirklich gebracht hast und dann noch vor der ganzen Presse..."

"Tja, ich war schon immer ein böses Mädchen....frag mal Duncan...", grinste Vicky müde, "Und die Presse lass doch schreiben, was sie will! Das ist mir total schnuppe!" Jetzt konnte sie ein Gähnen nicht mehr unterdrücken: "Ich lasse mir jedenfalls nix mehr vorschreiben!" "Du solltest dich vielleicht doch etwas hinlegen, Schatz", meinte Dunc besorgt.

Gähnend winkte die junge Frau ab. "Ich muss nachher noch meine Klamotten von Jeff holen." "Was willst du denn damit?" "Soll ich etwa nackt rum laufen?", zog sie eine Augenbraue nach oben und schlug Duncan sogleich auf den Arm, weil sein verschmitztes Grinsen genau darauf schließen ließ. "So lange könntest du dich trotzdem hinlegen!"

"Aber...." "Vicky...bitte!" "Schön", murrte sie und fügte sich seiner Bitte. Als sie nach oben verschwunden war, schüttelte Lee den Kopf. Auf der einen Seite eine kleine Zicke und auf der anderen so sanft wie ein Lamm. Die Kleine hatte wirklich viele Facetten.

Während Vicky sich und dem Baby eine kleine Auszeit gönnte, erklärten sich die Jungs bereit, ihren Freunden nachher zu helfen, Vicky´s Sachen zu holen. Je mehr sie dabei waren, um so besser.....

Wie erwartet machte Jeff ein riesiges Theater und überwachte alles, was seine Noch - Ehefrau einsteckte. Vicky jedoch trat ihm mit alt gewohnter Frechheit entgegen, auf die er bald nichts mehr zu erwidern wusste.

Als schließlich alles bei Duncan abgeliefert im Schlafzimmer stand, verabschiedete Vicky ihre Freunde mit einer herzlichen Umarmung nach hause. Dann ging sie wieder nach oben und blieb lächelnd mit vor der Brust verschränkten Armen im Türrahmen zu Duncans begehbarem Kleiderschrank stehen.

Dieser stand mitten drin und stopfte alle seine Sachen auf die linke Seite des Zimmers, damit Vicky ihre Klamotten auch unterbringen konnte. Dabei geriet er ganz schön ins Schwitzen und streifte sein Hemd vom Oberkörper, das er achtlos in irgendeine Ecke warf. Schließlich war es gar nicht so leicht da noch was zwischen zu quetschen, wo sowieso schon fast alles belegt war.

Vicky stieß einen anerkennenden Pfiff aus, der Duncan herum wirbeln ließ. "Wie lange stehst du da schon?" "Lange genug, um zu sehen, was für ein Schatz du bist", lächelte sie und ließ ihre Fingerspitzen über seinen nackten Oberkörper gleiten. "Glaub mir, ich würde alles für dich tun", sanft hob er ihr Kinn an, "Wenn dir das hier zu viel wird, dann können wir auch von hier weg ziehen...."

"Nein, es war schon schwer genug, aus Salisbury weg zu gehen. Ich möchte hier in London bleiben!" "Aber wenn du deine Meinung doch noch ändern solltest, dann sag es mir bitte!" "Versprochen!" Leidenschaftlich begann sie ihn zu küssen und lockte ihn zum Bett. "Und deine Sachen?", presste Duncan, bemüht seine Erregung zurück zu halten, hervor. "Die laufen uns nicht weg....Diese Nacht gehört ganz uns....."

Am nächsten Morgen tastete Vicky verschlafen das Bett neben sich ab und stellte fest, dass es leer war. Sofort war sie hellwach und wollte aus dem Bett springen, als auch schon die Tür aufgestoßen wurde und Duncan ein voll beladenes Tablett rein balancierte, das er auf dem Nachtschränkchen abstellte.

"Du bist ja schon wach, meine Schöne! Dabei hatte ich mir genau ausgemalt, wie ich dich wecken wollte", schmollend schob er die Unterlippe leicht nach vorne. Vicky lachte: "Wie wärs stattdessen mit einem Guten Morgen - Kuss?!" Das ließ sich Duncan natürlich nicht zweimal sagen und überschüttete seine Freundin mit Küssen. Als er endlich wieder von ihr abließ, rutschte er runter zu ihrem Bauch und sprach leise mit ihrem Baby. Er würde wirklich ein toller Daddy werden.

Während Vicky ihm liebevoll die Haare zerwuschelte, fragte sie Duncan, ob er ein paar interessante Zeitschriften besorgt hatte. Dieser seufzte: "Ich hatte gehofft, du würdest nicht danach fragen...." "Steht etwa nix drin?" "Doch, das schon..." "Also...?" Erneut seufzte er und kam zwei Minuten später mit einem Stapel verschiedener Zeitungen und Illustrierten. Neugierig las Vicky einen Artikel nach dem anderen und stellte befriedigt fest, dass ihr Vater und Jeff so richtig durch den Kakao gezogen wurden.

"Bereust du es?", fragte Duncan ernst. Überrascht ließ Vicky die Zeitung sinken. "Warum sollte ich? Schatz, ich liebe dich! Was ich bereue ist, dass du dich so lange quälen musstest. Ich hätte mich schon viel früher aus diesem ganzen Familien Zwang befreien müssen. Ich hasse meine Eltern nicht, weil ich zum Teil selbst mit dran Schuld bin und wenn sie eines Tages auf mich zu kommen sollten, dann werde ich mich nicht verschließen.....

********************

~ gut 3 ½ Jahre später~

3 ½ Jahre später waren Vicky und Duncan glücklich verheiratet. Ihre Tochter Cathleen, ihr kleiner Sonnenschein, mittlerweile 3 Jahre alt, hatte ganz ohne Probleme die Geburt überstanden, ganz im Gegensatz zu ihrem Daddy, den es mitten drin einfach im Kreissaal umgehauen hatte.

Eines Morgens wurde Vicky von lautem Gequietsche geweckt. "Schneller, Daddy, schneller", hörte sie Cathleen quietschen und gleich darauf wurde die Tür aufgestoßen. Duncan krabbelte auf allen vieren ins Zimmer, während seine Tochter quietsch fidel auf seinem Rücken saß. Die beiden spielten mal wieder Pferdchen.

"Engelchen, hau Daddy die Beine nicht so in die Rippen! Er muss doch nachher noch arbeiten", mahnte Vicky als pflichtbewusste Mutter, obwohl sie fand, dass ihr Mann selbst schuld war. Er ließ seiner kleinen Maus nämlich viel zu viel durch gehen und Klein - Cathleen wusste ganz genau, wie sie ihren Daddy um das kleine Fingerchen wickeln konnte. "Ganz genau wie die Mami", pflegte Duncan immer lachend zu sagen.

Cath krabbelte vom Rücken ihres Daddy´s aufs Bett und kuschelte sich an Vicky. "Guten Morgen, Schatz", er drückte seiner Frau einen zärtlichen Kuss auf den Mund. Dann verschwand er wieder nach unten, um wenig später mit zwei Tassen Kaffee und Vicky´s morgendlicher Lektüre, der Zeitung, unter dem Arm, wieder zu kommen. Neugierig schlug diese die Zeitung auf, während ihr Mann mit ihrer Tochter rum alberte.

Ihre Aufmerksamkeit blieb an einem Artikel hängen, der ihr beinahe das Blut in den Adern gefrieren ließ. Warum zum Teufel wurde sie nicht benachrichtigt?!? Da stand, dass ihr Vater am gestrigen Tag einen Autounfall gehabt hatte und sein Zustand bisher noch unklar sei.

"Vicky, alles in Ordnung?" Wortlos reichte sie Duncan die Zeitung. Eilig überflog er die wenigen Zeilen: "Los, wir fahren ins Krankenhaus!" Seit der Hochzeit damals hatten die beiden keinen Kontakt mehr zu Vicky´s Eltern gehabt, nicht mal ihre Enkelin kannten sie, doch trotz allem wusste Duncan, dass seine Frau ihren Vater immer noch liebte.

Schnell zogen sich die beiden an, lieferten ihre Tochter bei Dunc´s Mum ab und fuhren zum Krankenhaus. Auf dem Weg dorthin rief Duncan bei Johnny an und erklärte ihm die Situation, weswegen er heute Nachmittag nicht zu den Terminen erscheinen würde.

Als Duncan dann das Auto geparkt hatte, betraten die beiden mit schnellen Schritten das Krankenhaus. Vicky zitterte. Sie hatte Angst, vor dem was sie erwarten würde....

Im Schwesternzimmer erhielten sie schließlich die Auskunft, dass Mr. Gowan auf der Intensivstation liegen würde. Eine Schwester führte sie dorthin, nachdem Vicky ihr versichert hatte, dass sie wirklich Joe Gowan´s Tochter war.

Am Krankenbett trafen die beiden dann auf Vicky´s Mum. "Was willst du hier?", fragte diese kühl, ohne aufzublicken. "Er ist immerhin mein Vater", erwiderte Vicky ungerührt. "Das hat dich die letzten Jahre auch nicht gestört!" "Eure Enkelin hat euch auch nicht gestört und außerdem war es nicht an mir, den ersten Schritt zu machen", gab Vicky zurück und blickte zur Tür, die gerade von einem Arzt geöffnet worden war. "Darf ich fragen, wer Sie sind?"

"Ich bin Victoria Inglis und das ist mein Mann, Duncan Inglis. Ich bin seine Tochter", sie deutete auf ihren Vater. "Es ist gut, dass sie gekommen sind, Mrs. Inglis, denn es steht nicht sehr gut um ihren Vater. Wir mussten ihm nach dem Unfall beide Nieren entfernen, was bedeutet, dass er dringend eine Spender - Niere bracht. Leider kommt ihre Mutter, die sich hat testen lassen, nicht in frage und so bleiben nur noch Sie als einzigeste Tochter. Würden Sie..."

"Natürlich lasse ich mich testen!", unterbrach Vicky eilig und zog den Arzt aus dem Zimmer. Duncan folgte ihnen und ließ sich, nachdem seine Frau fertig war und wieder bei ihrem Vater war, auch Blut abnehmen ohne es Vicky zu sagen. Anschließend betrat er wieder leise das Zimmer. So sehr er auch auf sie einredete, Vicky weigerte sich, das Krankenhaus zu verlassen und wich deshalb auch nicht von ihrer Seite, weil er wusste, wie sehr sie ihn jetzt brauchte.

Außerdem war Cathleen bei seiner Mum gut aufgehoben, so dass er sich keine Sorgen um seine Kleine Maus zu machen brauchte.

******************

Am nächsten Morgen betrat der behandelnde Arzt in aller Frühe das Zimmer mit den Ergebnissen in der Hand. "Nun sagen Sie schon! Kann ich meinem Vater eine Niere spenden?", drängelte Vicky und zerquetschte beinahe Duncan´s Hand. "Nein, Mrs. Inglis! Sie kommen als Spenderin nicht in frage!" "Aber...aber ich bin doch seine Tochter!", aufgelöst wischte sie sich die Tränen von der Wange.

"Es liegt auch nicht an Ihrer Blutgruppe, die vollkommen identisch mit der Ihres Vaters ist." "Was ist es dann???", fragte sie verzweifelt. "Mrs. Inglis, Sie sind im vierten Monat schwanger!"

Weinend verbarg Vicky ihr Gesicht an Duncans Hals. Die Freude über ihr ungeborenes Kind wurde getrübt durch die Hilflosigkeit und die Wut, die sie empfand, weil sie so ihrem Vater nicht helfen konnte. "Es gibt aber noch eine weitere gute Neuigkeit außer ihrer Schwangerschaft..." "Was denn, bitteschön?", fauchte Vicky dazwischen. "Lass ihn doch erstmal ausreden, Schatz", beruhigend drückte Duncan ihre Hand.

"Mr. Inglis, Ihre Blutgruppe stimmt auch mit der Ihres Schwiegervaters überein. Sie müssen also nur noch Ihr Einverständnis geben und ich leite alles weitere sofort ein." "Gut, tun sie das!", nickte dieser entschlossen und der Arzt machte sich sofort auf dem Weg. Vicky starrte ihren Mann mit großen Augen an.

"Warum tust du das? Ich meine, nach all dem, was passiert ist...." "Ich weiß, dass du ihn immer noch liebst und nicht verlieren willst." "Aber ich liebe dich auch und ich will dich nicht verlieren", hielt Vicky dagegen, "Gott, Duncan, wenn dir was passiert...."

"Hey, hey, hey, hör auf, so pessimistisch zu denken! Es wird alles wieder gut werden", flüsterte er und drückte Vicky fest an sich. Eine Krankenschwester unterbrach die beiden und geleitete Duncan in ein Krankenzimmer, wo er sich umziehen und die Einverständniserklärung unterschreiben konnte.

Ein klein wenig nervös zupfte er an seinem Krankenhausdress herum und drehte sich dann vor Vicky im Kreis: "Sexy, oder?! Steck das ja nicht Lee! Der bringt das fertig und schlägt das als nächstes Video - Outfit für mich vor", witzelte Dunc, wofür seine Frau ihn nur wütend anfunkelte. "Weißt du, dass ich dir am liebsten eine Ohrfeige verpassen würde?!", schnaubte sie mit in die Hüften gestützten Händen. "Warum?"

"Warum?!", außer sich vor Wut lief sie im Zimmer hin und her, wie eine eingesperrte Löwin, "Weil du das alles verharmlost! Bist du dir eigentlich der Risiken bewusst? Denkst du eigentlich an Cathleen, das Baby oder mich, wenn dir...."

"Ssssch", er zog seine schluchzende Frau zu sich aufs Bett und hob ihr Kinn an, um ihr in die Augen sehen zu können, "Mir wird nichts passieren! Und ich verspreche dir, diesmal werde ich nicht mitten drin umkippen!" Vicky wusste genau, worauf er anspielte und presste nur grinsend ein "Blödmann" hervor. "Kannst du dich noch erinnern, wann du das noch zu mir gesagt hast? Als wir das erste Mal miteinander geschlafen haben....."

Sie knuffte ihn in die Seite: "Du warst auch ganz schön frech..." "Worauf ich ja heute immer noch stolz bin...." "Auf deine Frechheit?" "Nein, meine Liebe", entgegnete Duncan lachend, "Das ist dein Spezialgebiet! Darauf, das ich der erste war, mit dem du geschlafen hast..."

"...und der einzigste", fügte Vicky hinzu und strich ihm liebevoll über die Wange. Die Krankenschwester betrat wieder den Raum und zerstörte damit den Moment an ihre jungendlichen Erinnerungen. "Mr. Inglis, würden Sie sich dann bitte hinlegen?! Ich muss Ihnen einen Zugang legen."

Unter den missbilligenden Blicken Vicky´s und der Krankenschwester, konnte Duncan es nicht lassen, grinsend zu salutieren, bevor er ins Bett krabbelte. Als die Schwester ihm dann den Zugang legte, biss Duncan die Zähne zusammen, schließlich wollte er hier ja nicht als Waschlappen dastehen.

"So und jetzt kommt die Beruhigungsspritze..." "Halt, warten Sie bitte noch einen Moment", bat er und griff nach Vicky´s Hand, "Ich will nicht, dass du die ganze Zeit hier rum sitzt, wo du eh nichts machen kannst. Fahr zu meiner Mum und bleib mit Cath dort. Ich möchte nicht, dass du mit ihr und dem kleinen Krümel da drin alleine bist", er strich sanft über ihren Bauch, "Gib unserer kleinen Prinzessin einen Kuss von mir und sag ihr, dass sie Daddy bald wieder in die Rippen treten kann."

"Ich liebe dich", schniefte Vicky und drückte ihm einen Kuss auf die Lippen. "Ich liebe dich auch und jetzt, husch, raus mit dir!" Schweren Herzens verließ Vicky das Zimmer und Duncan atmete erleichtert aus. Nun spritzte die Schwester das Beruhigungsmittel und Duncan schloss seufzend die Augen…

*******************

Bedrückt und tief besorgt befolgte Vicky seine Anweisungen und fuhr zu Fiona. Dort kam ihr gleich Cathleen entgegen gehüpft, die gleich nach ihrem Dad fragte. "Daddy ist krank geworden", versuchte Vicky zu erklären. Im Moment fiel ihr einfach nichts besseres ein.

Die Lippen ihrer Tochter bebten und gleich darauf lag sie weinend in den Armen ihrer Mutter. Vicky drückte sie fest an sich und setzte sich mit ihr aufs Sofa, während Fiona geduldig auf die Erklärungen ihrer Schwiegertochter wartete. Beruhigend sprach Vicky auf ihre Tochter ein, die immer wieder schluchzend verlangte, zu ihrem Daddy gebracht zu werden. "Das geht nicht, Kleines! Erst muss es ihm wieder besser gehen. Aber der hier", sie drückte Cathleen einen Kuss auf den Mund, "ist von Daddy. Er hat dich ganz doll lieb und ich soll dir sagen, dass du bald wieder Pferdchen mit ihm spielen kannst."

Langsam aber sicher beruhigte sich Cathleen. Ihre Tränen versiegten und sie fiel in einen tiefen Schlaf. Nun konnte Vicky Fiona alles erklären. Diese war zwar besorgt, aber auch stolz auf ihren Sohn. Nicht jeder würde sich dazu überwinden.

"Dieser verfluchte Sturkopf! Ich hätte ihm das ausreden müssen", meckerte Vicky und blickte auf ihre Tochter runter, die auf der Couch selig vor sich hin schlummerte. "Er ist genau, wie du Vicky", lächelte Fiona und schloss die junge Frau in ihre Arme, "Wenn er sich was in den Kopf gesetzt hat, zieht er das auch durch!" "Ja, aber um welchen Preis, Fiona, um welchen Preis?", fragte Vicky verzweifelt und schloss die Augen.....

*****************

Als Vicky am nächsten Morgen erwachte, kam es ihr gar nicht so vor, als hätte sie den ganzen gestrigen Tag und auch die Nacht nicht verschlafen. Eigentlich hatte sie nur vorgehabt sich kurz auszuruhen, doch die Schwangerschaft und die ganze Aufregung hatten ihren Tribut gefordert und sie zu einem langen Tiefschlaf gezwungen.

Die Erinnerung an den vergangen Tag kehrte nun wieder zurück und sie sprang eilig aus dem Bett. In der Küche fand sie Fiona vor, die gerade versuchte, Cathleen zum frühstücken zu bewegen. "Mami", freudig streckte sie ihre Ärmchen nach Vicky aus und sie nahm sie auf den Arm.

"Sie will nichts essen", seufzte Fiona, "nicht ohne ihren Daddy." "Da wird Daddy aber ganz schön traurig sein und das willst du doch nicht?!", fragte Vicky und die Kleine schüttelte heftig den Kopf. Artig saß sie nun am Tisch und aß langsam ihr Frühstück auf.

"Hat das Krankenhaus angerufen?", wandte sie sich nun an ihre Schwiegermutter. "Ja, Duncan und auch dein Vater haben alles gut überstanden." "Ich muss sofort dorthin!" "Willst du nicht erstmal was essen?" "Lieber nicht", winkte Vicky auf halbem Weg ins Bad ab, "Wenn ich nur daran denke, wird mir schon schlecht!"

Nachdem Vicky sich frisch gemacht hatte, fuhr sie ohne Umschweife sofort ins Krankenhaus. Als sie das Zimmer auf der Intensivstation betrat, indem ihr Mann und ihr Vater lagen, drückte sie Duncan einen Kuss auf die Stirn und setzte sich dann zu ihrem Vater, da dieser Anstalten machte, aufzuwachen. "Daddy?!" "Vicky?", kam es schwach zurück.

"Ja, ich bin hier, Dad!", antwortete sie erstaunt. Das war das erste mal, das er sie so anredete. "Wie fühlst du dich?" "Als hätte mich ein Zug überrollt." "Na ja, so ganz stimmt das nicht....Du hattest einen Autounfall. Sie mussten dir beiden Nieren entfernen, so dass du eine Spender - Niere brauchtest...."

"....die ich jetzt habe?" "Ja", lächelte seine Tochter, "du wirst wieder ganz gesund." "Weiß man, von wem die Spende kommt? Ich will mich bedanken...." Vicky rückte ein Stück zur Seite und gab den Blick auf ihren tief schlafenden Mann frei. "Duncan?!"

"Ja, ich durfte nicht, weil ich ein Baby erwarte." "Von ihm?" Leichte Empörung schwang in ihrer Stimme, als sie ihrem Dad antwortete, dass sie seine Frau sei. "Das hat nichts zu sagen! Mit Jeff warst du verlobt und hast ihn trotzdem betrogen!"

"Du vergisst nur immer wieder, dass ich Jeff nie geliebt habe", erwiderte sie leise, "Hör zu, ich will jetzt nicht darüber mit dir streiten. Du brauchst Ruhe und es ist besser, wenn du jetzt noch etwas schläfst." Mr. Gowan wusste, dass seine Tochter recht hatte. Es kostete ihn wirklich einiges an Kraft, die Augen offen zu halten. Doch nun gab er nach und war augenblicklich eingeschlafen. Erleichtert darüber setzte sich Vicky nun zu Duncan und sprach leise mit ihm.

"Manchmal glaube ich wirklich, der Himmel hat dich geschickt..." "....obwohl du mich doch manchmal gerne zur Hölle schicken würdest?!", gluckste Duncan leise und schlug nun die Augen auf. "Oooohhhh, duuuu..." "Sag ich doch", gluckste er nun wieder und rieb sich die Augen,

"Wie geht es deinem Vater?" "Den Umständen entsprechend gut, aber wie geht es dir?" "Gib mir einen Baum und ich reiße ihn aus", meinte er ein wenig groß kotzig. "Wie gut, dass du keine große Klappe hast", liebevoll strich sie Duncan durch die Haare, "Du weißt gar nicht, wie sehr ich dich liebe!" "Oh, dann hoffe ich doch, dass du es mir zeigen wirst?! Ich bin zwar im Moment zum liegen verdammt, aber das ist ja kein Hindernis. Außerdem bin ich mir sicher, dass da unten noch alles sehr gut funktioniert....", verheißungsvoll klimperte er mit den Wimpern.

Vicky hatte Lachtränen im Gesicht. "Du bist ein Arsch", meckerte sie leise, denn sie wollte nicht lachen, "Ich hab eine scheiß Angst um dich gehabt und du machst Witze und denkst nur an Sex!"

"Ich hatte doch auch Angst....sehr große sogar....", gestand er und drückte ihre Hand ganz fest. "Davon hab ich aber nix gemerkt!" "Dann hab ich meine Sache gut gemacht", grinste er nun wieder müde und erkundigte sich gleich nach seiner kleinen Maus.

"Sie hat heulend rum gemotzt, dass sie zu dir will und heute morgen hat sie sich geweigert zu essen", berichtete Vicky, "Ich hab ihr gesagt, dass du ganz traurig wirst, wenn sie nichts essen würde." Müde schloss Duncan die Augen und Vicky beschloss ihn wieder schlafen zu lassen. "Nein, bitte bleib!" "Nein, jetzt folgst du mal meinen Anweisungen", zärtlich küsste sie ihn und verschwand dann aus dem Raum.

Auf dem Gang stieß sie mit ihrer Mutter zusammen. Es schien so, als wolle diese etwas sagen, doch sie traute sich nicht. Vicky musste sich zusammen reißen, sie nicht zu umarmen. Sie gab es nicht gern zu, dass ihr ihre Familie fehlte, aber sie war zu stur, den ersten Schritt zu machen. Wie sie schon zu ihrer Mutter sagte, war es nicht an ihr, dies zu tun.....

**********************

Duncans Gesundheitszustand verbesserte sich von Tag zu Tag und auch der seines Schwiegervaters wurde immer besser, so dass beide bald gemeinsam auf ein normales Doppelzimmer verlegt werden konnten, damit die beiden sich allein nicht so sehr langweilten, wie die Ärzte sagten. Doch anstatt sich zu unterhalten, herrschte eisiges Schweigen zwischen den beiden Männern, was nicht von Duncan ausging…

Joe Gowan war es nicht gewohnt, in andere Leute Schuld zu stehen und so bot er Duncan eines Morgens Geld dafür an. Schließlich wolle er sich ja erkenntlich zeigen, wie er sagte. "Sie sind wirklich nur zu bedauern", schüttelte Duncan mit dem Kopf, "Man kann im Leben nicht alles mit Geld bezahlen und schon gar nicht ein schlechtes Gewissen oder die Liebe einer Tochter...."

"Ich glaube nicht, dass ich mit dir darüber diskutieren muss." "Herr Gott, noch mal, ich bin dein Schwiegersohn, auch wenn dir das nicht passt", bei seinem Ausbruch vergaß Duncan ganz, dass er ihn ja siezte, "Du ahnst noch nicht mal, wie sehr dich deine Tochter noch liebt, obwohl sie weiß Gott allen Grund hätte, sich keinen Dreck mehr um dich zu scheren. Ich habe das nicht nur für dich getan, sondern auch für sie, weil ich weiß, wie viel ihr noch immer an dir liegt und sie daran kaputt gegangen wäre, wenn sie dich verloren hätte. Du solltest endlich von deinem hohen Geld-Ross herunter kommen und die Realität sehen. Du hast eine Tochter, die dich über alles liebt und eine Enkelin, die dich noch nie in ihrem Leben gesehen hat. Weißt du, überhaupt, wie sie heißt? Nein, natürlich nicht, denn es interessiert dich nicht im geringsten. Was meinst, du erzählt Vicky unserer Tochter? Sie sagt ihr immer wieder, dass du auf einer großen Reise bist und irgendwann zurück kommen wirst. Wenn du Vicky dabei sehen könntest, es würde dir das Herz zerbrechen. Mir jedenfalls tut es in der Seele weh, sie so leiden zu sehen. Ich stelle dir jetzt eine ganz einfach Frage und ich will noch hier im Krankenhaus irgendwann eine ehrliche Antwort von dir haben.....Liebst du deine Tochter überhaupt???"

Mr. Gowan hatte den Ausbruch seines Schwiegersohnes wortlos über sich ergehen lassen. Es stimmte ihn sehr nachdenklich, was Duncan da alles gesagt hatte. Immer wollte er nur das beste für seine Tochter und das sie gut versorgt war, doch als Vicky Jeff damals kurz nach der Trauung verlassen hatte, war er ziemlich gekränkt. Er hatte wirklich vorgehabt, Vicky damals zu enterben, aber er hatte es nicht fertig gebracht. Aufmerksam hatte er die Zeitungen verfolgt, die ihn damals durch den Kakao gezogen hatten, die nun über die Hochzeit und die Geburt seiner einzigsten Enkelin berichtet hatten.

Immer hatte er gehofft, Vicky würde zurück kommen, doch er hatte sich geirrt. Auf den Fotos sah seine Tochter so glücklich aus, an der Seite des Mannes, den er Vicky genommen hatte. Sollte er über seinen Schatten springen? Alles vergessen was war und seiner Tochter einen neuen Anfang vorschlagen?

**********************

Vierzehn Tage waren nun vergangen und Klein - Cathleen quengelte immer mehr, dass sie endlich ihren Daddy besuchen wollte. Duncan ging es schon wieder blendend und so hatte Vicky beschlossen, die Kleine heute mit ins Krankenhaus zu nehmen und ihrer Oma Fiona damit eine Auszeit zu gönnen.

Aufgeregt hüpfte die Kleine an der Hand ihrer Mum durch den Krankenhausflur und Vicky ermahnte sie noch einmal, vorsichtig zu sein und nicht gleich auf Duncan herum zu hopsen. Leise öffnete Vicky die Tür und Cathleen drängelte gleich ins Zimmer.

"Hallo, mein Sonnenschein", lächelte Duncan und klopfte neben sich auf das Bett, "Komm her zu mir! Daddy will dich knuddeln!" Schüchtern blickte sie ihre Mutter an, die ihr aufmunternd zu nickte. Freudig krabbelte sie nun zu Duncan aufs Bett und ließ sich von ihm umarmen und küssen.

"Dein Haare kitzeln", lachte Duncan und stieß gleich darauf ein "Autsch" aus, während er sich die Seite hielt. Er durfte nur nicht lachen, das war alles. Nur war das leichter gesagt, als getan, wenn die Haarspitzen seiner Tochter seine Brust kitzelten. Erschrocken wich die Kleine von ihm zurück.

"Nichts passiert", lächelte Duncan beruhigend. "Soll ich mal pusten, so wie du das immer bei mir machst?", fragte sie vorsichtig und Duncan nickte. Cathleen beugte sich über ihn und pustete dort, wo ihr Daddy gerade seine Hand weg genommen hatte: "Besser?" "Viel besser", meinte er und schloss seine Tochter wieder in die Arme.

Mr. Gowan hatte dieses rührende Schauspiel ganz genau beobachtet. Das war also seine Enkelin Cathleen. Er fand sie einfach bezaubernd und musste sich nun eingestehen, dass er nun verstand, was Duncan gesagt hatte. Die Liebe einer Tochter konnte man mit keinem Geld der Welt bezahlen!

"Vicky?", er nahm all seinen Mut zusammen und sprach seine Tochter an, die mittlerweile neben Duncan saß und die beiden beobachtete. "Ja, Dad?" Dieser musste schlucken. Er konnte von Glück sagen, dass seine Tochter ihn noch dafür hielt. "Komm mal bitte her, mein Kind." Sie kam zu ihm rüber und er nahm vorsichtig ihre Hand.

"Dein Mann hat mir mal richtig den Kopf gewaschen", er warf ihm einen Blick zu, den Duncan verlegen erwiderte, "und mir ist danach so einiges klar geworden. Ich habe viel falsch gemacht.....Vielleicht habe ich zu viel falsch gemacht in deiner Erziehung, das du früher andauernd gegen mich rebelliert hast und diese Hochzeit hat dem ganzen noch die Krone aufgesetzt! Zum Glück hat das deiner Persönlichkeit keinen Abbruch getan..." "Daddy, ich..."

"Nein, Vicky, wenn dein alter Herr schon mal seine Fehler zu gib, dann lass ihn wenigstens aussprechen. Du hast dich zu einer starken jungen Frau entwickelt und bist nun eine verantwortungsvolle Mutter! Auch, wenn du es nicht glaubst, aber ich bin sehr stolz auf dich und ich wünschte ich könnte das alles irgendwie wieder gut machen, aber ich glaube nicht, dass du das alles je wieder vergessen kannst. Trotzdem bitte ich dich um eine zweite Chance.....eine zweite Chance, die uns vielleicht einander wieder näher kommen lässt, die mich meine Enkelin kennen lernen lässt und.....die mich endlich deinen Mann in unserer Familie willkommen heißen lässt!"

Während der kleinen Rede ihres Vaters liefen Vicky die Tränen übers Gesicht, denn sie spürte, dass diese Worte tief aus seinem Herzen kamen. "Sicher, Daddy! Ich hab mir nichts sehnlicher gewünscht, als das du das sagst", weinte sie und umarmte ihn vorsichtig.

Als Vicky wieder von ihm abließ, ging sie rüber zu Duncan und Cathleen. "Komm mal her, meine Süße, ich möchte dir jemanden vorstellen. Du weißt doch noch, wie ich dir gesagt habe, dass Grandpa auf einer langen Reise ist, oder?", die Kleine nickte, "Nun, er ist wieder da! Sag ihm Guten Tag", sie deutete auf ihren Vater.

Freudig tapste die Kleine hinüber zu ihrem Großvater und krabbelte aufs Bett. "Opa", quietschte sie und fiel ihm um den Hals. Dieser war mehr als überrascht, dass seine Enkelin so zutraulich war.

Während Duncan und Vicky die beiden beobachteten, rückte sie ganz nahe an ihn heran. Zärtlich küsste sie ihren Mann und er strich ihr die Tränen, Tränen des Glücks von der Wange.

"Kannst du dich noch an meinen Brief erinnern? Eine Liebe, die die Zeit überdauern wird?!", flüsterte Duncan in ihr Ohr. Glücklich lächelnd schmiegte sie sich an ihn. "Bis in alle Ewigkeit....."



~The End~




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