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Whatever Happens


Eine Liebe, die alle Hindernisse überwindet...whatever happens...


~Sarah~

„Ich spiele aber nicht Babysitter“, antwortete ich genervt. „Sarah, er ist 24 und wird das sicher nicht nötig haben. Trotzdem kannst du dich doch etwas um ihn kümmern. Bitte Liebes!“, bat mich meine Mum. „Also schön“, gab ich nach. Ich hab ja auch noch nicht genug Stress am Hals. Meine Gedanken wanderten zu Florian....meinem Freund.... Wie Menschen sich doch verändern, wenn sie an die falschen Freunde geraten.... Wir galten schon in der Schule als das absolute Traumpaar und obwohl noch sehr jung, war unsere Liebe so stark, als würden wir uns schon ewig kennen. Was war bloß aus uns geworden? Flo hing nur noch mit dieser Säufer- Gang ab. Unsere Liebe und ich waren Nebensache für ihn geworden. Unsere Liebe....gab es die überhaupt noch? Wir streiten doch nur, wenn wir uns sehen. Obwohl das auch nicht so wirklich passt. Eigentlich schreit er mich nur an. Niemand wusste etwas von unseren Beziehungsproblemen....Alle glaubten dem Schein, den wir aufrecht erhielten....sogar ich tat es manchmal....bis ich aufwachte und die Realität zu spüren bekam. Als ich 16 war, kam ich mit Flo zusammen, dem süßesten Typen auf unserer damaligen Schule. Alle beneideten mich um ihn....ob das heute auch noch so wäre?? 4 Jahre sind seither vergangen.....gute und schlechte Tage, wobei die schlechten in letzter Zeit überwiegten. Er hat sogar unseren Jahrestag vergessen und ein „Ich liebe dich“ hab ich schon Wochen nicht mehr gehört. Was hat diese Beziehung noch für einen Sinn? Irgendwann und irgendwie muss ich mich von im lösen.... „Sie bleiben ja auch nur 3 Wochen“, holte Mum mich aus meinen Gedanken zurück. 3 Wochen in denen viel passieren kann....

~Duncan~

Herrlich! 3 Wochen ausspannen! 3 Wochen keine Reporter, keine Interviews, keine Prome-Termine und vor allem keine Nervensäge. Auch bekannt unter dem Namen Lee Ryan. Ich will jetzt hier nicht falsch verstanden werden. Lee ist einer meiner besten Freunde und ich liebe ihn wie einen Bruder, aber durch Blue hängen wir dauernd zusammen und manchmal wird´s echt einfach zuviel. Um so glücklicher bin ich, jetzt erst mal Urlaub zu haben. Meine Mum hatte mich gefragt, ob ich sie nach Deutschland begleite. Sie wollte dort endlich mal wieder ihre beste Freundin besuchen und ich hatte nur zu gern zugesagt. Wir, also Blue, waren dort nicht so bekannt, wie beispielsweise in England und ich hatte vielleicht die Möglichkeit auf die Straße zu gehen, ohne das mich gleich eine wild gewordenen Mädchen Horde überfiel. Ich liebe meinen Job wirklich, aber ich habe auch ein Privatleben. Nur können das einige Leute einfach nicht akzeptieren. „Ach Schatz, es ist so schön, dass du mich begleitest. Wir haben uns in letzter Zeit ja so selten gesehen“, strahlte mich meine Mum an, als wir im Flugzeug auf dem Weg nach Deutschland saßen. „Ich weiß, Mum“, betrüb senkte ich den Kopf. „He, das sollte kein Vorwurf sein. Ich weiß, du liebst deinen Job.“ Ja, ich liebe meinen Job.....manchmal vielleicht zu sehr. Schließlich habe ich dafür viel zurück gestellt......Mum, meine Privatsphäre....Frauen.... Ich weiß schon gar nicht mehr, wie es sich anfühlt, geliebt zu werden. Ich wünsche mir eine Frau, die mich versteht und mich so liebt, wie ich bin. Werde ich sie jemals finden? Meine Traumfrau? Darüber grübelnd schlief ich ein und erwachte erst wieder, als ich unsanft an der Schulter gerüttelt wurde. „Hä? Was ist denn los?“, verschlafen rieb ich mir die Augen. „Du schläfst ja fester als ein Murmeltier. Das ist jetzt schon das dritte mal, das ich versuch, dich zu wecken. Wir befinden uns schon im Landeanflug.“ Wurd auch langsam Zeit. Das lange Sitzen geht ganz schön auf den Hintern. Bald konnten wir endlich raus aus diesem engen Flugzeug und warteten auf unser Gepäck, während Mum unruhig neben rumtrippelte. „Mum, bitte! Du machst mich total nervös. Die Koffer kommen schon gleich noch.“ Und siehe da. Wie aufs Kommando kamen unseren Koffer in Sichtweite. Ich schnappte sie mir und wir gingen auf die Suche nach Mona, der Freundin meiner Mum. Aufgeregt winkte diese plötzlich und die beiden Freundinnen fielen sich heulend in die Arme. „Ach Duncan, bist du groß geworden“, schluchzte Mona, als sie endlich wieder von mir abließ und mich prüfend mit ihren verheulten Augen musterte. „Das ließ sich nicht vermeiden“, grinste ich und wir gingen zu ihrem Auto. Im Auto begannen sie und meine Mum sogleich ein lebhaftes Gespräch.....nein,eher gesagt quasselten sie ohne Punkt und Komma, während ich hinten auf den billigen Plätzen saß und aus dem Fenster schaute. „Oh, ich hoffe es macht dir nichts aus, dass du oben in Sarah´s Wohnung schlafen musst. Wir haben unten leider nur ein Gästezimmer“, entschuldigend warf mir Mona einen Blick durch den Rückspiegel zu. „Das macht doch nichts“, beruhigte ich sie, „nur Sarah.....ich kann mich gar nicht an sie erinnern.“ „Das kannst du auch gar nicht....“, und lachend fügte meine Mum noch hinzu, „....selbst, wenn du kein Gedächtnis wie ein Sieb hättest.“ „Macht euch nur über mich lustig“, sagte ich säuerlich, während sie und Mona wie die Hühner gackerten. „Tut mir leid, Schatz“, gluckste Mum und fügte hinzu, „du warst damals vier und Sarah erst wenige Wochen alt, als du sie das letzte mal gesehen hast, bevor Mona mit ihr und ihrem Mann nach Deutschland gezogen ist.“ „Wenn du magst kann ich dir gleich schon mal Fotos von Sarah zeigen. Ich habe alles dokumentiert von ihrer Geburt bis jetzt“, bot Mona an und ich stimmte begeistert zu. So lange keine Baby – Fotos von mir gezeigt wurden....
Wenig später saßen wir in Mona´s gemütlichem Wohnzimmer und schauten uns Fotos von Sarah an. Mona hatte wirklich alles ausführlich dokumentiert......Sarah als Baby, an ihrem ersten Geburtstag......wie sie als Kleinkind im Garten herum lief und das nackt. Plötzlich musste ich los lachen, denn von mir existieren nämlich auch solche Fotos. Nur gut, dass Mum die nicht dabei haben kann. Sie sind nämlich in einem Album eingeklebt und ich hatte dafür gesorgt, dass diese auf keinen Fall hier her gelangen konnten. „Was ist denn nun los?“, wollte Mum verdutzt wissen. „Nichts“, gluckste ich und Mona reichte mir ein neues Foto. „Und das ist Sarah heute. Das Foto ist gerade mal gut vier Wochen alt.“ Wow.....Dunc reiß dich gefälligst zusammen!! Deine und ihre Mum sitzen hier neben dir! Sarah sah aber auch echt verdammt gut aus! Lange braune Haare, ein süßes Lächeln, strahlend grüne Augen und eine Figur mit schönen weiblichen Rundungen..... Kurz: genau der Typ Frau nach dem ich suche. Als ich mich dann wieder von dem Foto los reißen konnte, stand dieser Engel auch schon vor mir......

~Sarah~

„Und wehe, du machst mich nicht mit ihm bekannt“, rief mir Yvonne noch zum Abschied hinter her. Genervt hob ich die Hand noch einmal und bedeutete ihr, während ich mich immer weiter von ihr entfernte, sie nicht verstehen zu können. Aufgeregt hüpfte sie umher und schrie mir nach, mich noch mal anzurufen. Ich verstehe die Frau echt nicht! Warum macht die so n Theater? Yvonne, schon seit langer, langer Zeit meine beste Freundin, hatte sich fleißig über diesen Duncan und seine Band „Blue“ im Internet schlau gemacht. „Du glaubst gar nicht, was das für ne Sahneschnitte ist“, hatte sie mir mit leuchtenden Augen erzählt. „Echt? Na dann ist er bestimmt schwul“, hatte ich geantwortet. „Was du nur immer hast, Sarah“, hatte sie mit dem Kopf geschüttelt. „Ich hab eben andere Sachen im Kopf, als mir über einen Möchtegern – Casanova Gedanken zu machen.“ Ja, das hatte ich wirklich. Bevor wir nämlich auf Duncan, Yvonne´s Lieblingsthema im Moment, zu sprechen kamen, hatte ich ihr mal wieder mein Herz ausgeschüttet. Yvonne hatte mir geraten, ihn in die Wüste zu schicken. Sie hatte ja leicht reden. Irgendwie hänge ich doch noch an ihm und immerhin sind wir auch schon ne ganze Zeit zusammen. Ach verflucht, ich weiß einfach nicht, was ich machen soll. Grübelnd ging ich nun erstmal nach hause. In der Diele verharrte ich einen Augenblick und lauschte dem ansteckenden Lachen, das da aus dem Wohnzimmer kam. Langsam trat ich ins Zimmer. Das musste dann wohl unser Besuch sein. Yvonne hatte echt nicht untertrieben. Ganz klar eine Sahneschnitte und garantiert schwul. So ein Mann kann doch nicht hetero sein, oder?! Oh man, dieser Mann war echt verboten sexy: hoch gegelte blond gesträhnte Haare, strahlend blaue Augen, in denen man garantiert versinken konnte, ein umwerfendes Lächeln, das süße Grübchen hervor lockte und der Rest an ihm war auch nicht zu verachten. Halt Sarah, was denkst du hier bloß? Heißt das jetzt, das in meinem Herzen wirklich kein Fünkchen Liebe mehr für Flo existiert?! Oder sind das einfach nur meine Hormone? Bevor ich weiter darüber nachdenken konnte, war meine Mum schon aufgesprungen, hatte mich begrüßt und war anschließend in der Küche verschwunden. „Guten Tag, Mrs. Inglis“, begrüßte ich nun auch sie. „Aber warum denn so förmlich? Nenn mich doch Fiona. Ich kenne dich schließlich schon, da hast du noch in den Windeln gelegen“, und schon hatte sie mich in ihre Arme geschlossen. Duncan stand auf und setzte ein charmantes Lächeln auf: „Hi, ich bin Duncan.“ Wir reichten uns die Hände: „Ich weiß. Ich bin Sarah!“ „Ich weiß.“ „Woher?“, fragten wir beide wie aus einem Mund und lachten los. „Also, woher kennst du mich?“, fragte er lachend. „Hmmmm....meine beste Freundin hat mir von einem gewissen Duncan Matthew James Inglis vorgeschwärmt.....auch bekannt unter dem Decknamen `Sahneschnitte´.“ Wie süß, jetzt errötete er sogar. „Also ich hab grad Fotos von dir gesehen.“ „Fotos?“, fragte ich misstrauisch. Mum wird doch wohl nicht..... Er nickte eifrig und sein Grinsen verriet mir, dass Mum natürlich mal wieder die peinlichsten aller peinlichsten Kinderfotos raus gekramt hatte. „Ähm....Fiona?“ „Ja, mein Kind?“ „Ich würde so furchtbar gerne Babyfotos von Duncan sehen. Du hast nicht zufällig welche dabei?“, zuckersüß lächelte ich Duncan an, der jetzt selbstgefällig grinste. Das verging ihm aber ganz gehörig, als seine Mum meine Frage bejahte und die Fotos aus raus kramte. Jetzt war ich es die, die selbstgefällig grinsen konnte.....

~Duncan~

Oh Gott, ich glaub, mir war noch nie was so peinlich, wie das hier. Ich hab ja mit Lee schon viel Scheiße gemacht, aber das hier übertrifft wirklich alles! Wie zum Teufel hat sie die verdammten Fotos mitschmuggeln können? Ich hab doch noch heimlich alles kontrolliert, ob sie nicht doch irgendwo ein Fotoalbum zwischen gesteckt hatte. Eigentlich gehören die nämlich alle in den Gift – Schrank. „Mum, wie kommen die Fotos hierher?“, wollte ich angefressen wissen. „Ich hab Abzüge von den Negativen machen lassen und sie erst eingesteckt, als mein feiner Herr Sohn alles durch sucht hat.“ „Woher weißt du.....?“ „Koffer packen ist nun wirklich nicht deine Stärke“, erwiderte sie schadenfroh und widmete sich dann weiter Sarah und den Fotos. „Awww wie süß“, quietschte Sarah nun und wedelte mit einem der peinlichsten Fotos vor meiner Nase herum. Darauf war natürlich ich zu sehen, wie ich in einem kleinen aufblasbaren Kinderbecken, dessen Außenseiten Dinosaurier zierten, stand......NACKT!! Und wenn ich nackt sage, dann meine ich das auch so! Man konnte wirklich ALLES, jede klitzekleinste Kleinigkeit sehen! Und als ob das noch alles nicht reichen würde, fragte meine Mum jetzt auch noch: „Na, ist das nicht ein süßer Knackarsch?!“ „Und wie! Total sweet!“, antwortete Sarah. Hasst Gott mich oder warum tut er mir so was an? Kann sich jetzt nicht einfach ein Loch auftun und mich verschlucken? Jetzt fehlte nur noch, dass meine Mum mir den Hintern tätschelt, so wie sie es früher immer getan hatte. Zum Glück blieb mir das erspart, denn ich war sowieso schon rot wie eine Tomate. „Das Mittagessen ist fertig“, rief Mona aus dem Esszimmer. Gott sei dank, meine Erlösung! Mum packte sie Fotos endlich weg und ging ins Esszimmer. „Ich weiß gar nicht, warum du so rot geworden bist?!“, musterte mich Sarah von oben bis unten, „was ich so sehe, hat sich alles nur noch mehr zum Vorteil entwickelt......“, frech grinsend folgte sie meiner Mum zum Essen. Oh Gott, ich glaube, ich leuchte rot wie eine Verkehrsampel und soll jetzt dort rein??`

~Sarah~

Himmel, was hat mich denn zu diesem Spruch verleitet? Meine Verlegenheit überspielte ich mit einem frechen Grinsen und machte mich eiligst auf den Weg ins Esszimmer. Duncan kam kurz nach mir rein und wir begannen zu essen. Währenddessen warf ich ihm immer wieder verstohlene Blicke zu. Schwul oder nicht schwul?! Das war hier die Frage.....Er hat alle Vorzüge, die eine Frau sich nur wünschen kann.....Er ist so charmant, witzig, gut aussehend....und schwul?! Ach fuck, Sarah, krieg diesen Gedanken endlich mal aus deinem Kopf! „Sarah, Schatz, hast du keinen Hunger?“, fragte Mum. „Doch, natürlich“, eilig fing ich an zu essen. Irgendwie muss das doch raus zu kriegen sein..... Nach dem Essen räumte ich den Tisch ab und meine Mum machte und den Vorschlag, raus in den Garten zu gehen. „Ich glaube, für unsere Mütter werden wir nie erwachsen werden“, seufzte Duncan, als wir runter gingen. „Spielst du etwa auf die Fotos an?“, konnte ich mir ein Lachen nicht verkneifen. „Hör auf zu lachen oder ich befördere ich da hinten in den Pool, meine Liebe.“ „Wenn ich unter gehe, dann gehst du mit unter“, drohte ich ihm scherzhaft und wir setzten uns auf die Schaukeln, die schon seit meinen Kindertagen hier standen. Den ganzen Nachmittag bis in den Abend rein, wo wir uns einen wunderschönen Sonnenuntergang anschauten, erzählte Duncan mir von seinem Leben im fernen England, über Blue und seine drei besten Freunde mit denen er zusammen seinen Traum aus lebte, über die Vor- und Nachteile des Star seins und über die Schuldgefühle, die er seiner Mum gegenüber hegte, weil er sie nicht so oft besuchen konnte, wie er gerne wollte. Selten habe ich einen Menschen erlebt, der so offen ist. Vielleicht fühlt er genau wie ich, dass die Chemie zwischen uns einfach stimmt?! Bloß eine Sache störte mich.....Kein Wort kam über seine Lippen, ob es in seinem Leben eine Frau oder einen Mann gab. Womit wir wieder beim Thema wären. „Na, los, du willst mich doch schon die ganzen Zeit was fragen. Ich merk das doch. Tu dir keinen Zwang an“, forderte er mich auf. „Okay, also na ja....es gibt da tatsächlich was....“, ich zögerte. Wie stelle ich das jetzt am besten an? Die plumpe, aber direkte Art? Bevor ich auch nur weiter darüber nachdenken konnte, sprudelte es auch schon aus mir heraus.....

~Duncan~

„Duncan, bist du schwul?“ Man gut, dass ich jetzt sitze, sonst wäre ich vermutlich umgekippt. ICH UND SCHWUL?! Das wäre doch ein zu großer Verlust für die Frauenwelt, dachte ich, verkniff mir aber das Grinsen und tat stattdessen ganz geschockt: „Fuck, woher weißt du das? Lee wird durchdrehen!“ „WAS? Einer aus der Band?“, Sarah war ehrlich schockiert. Moment mal, sah ich da etwa Enttäuschung in ihren Augen?! Ich nickte ernsthaft: „Ja, es ist einfach so passiert, aber es hat auch seine Vorteile“, `weihte´ ich sie ein, „in den Hotels drehen wir es immer so, dass wir Zimmer mit Verbindungstüren kriegen. So merkt niemand, wenn der eine zum anderen ins Bett schlüpft“, zwinkerte ich. Ihr Mund stand sperrangelweit offen und sie starrte mich an, als wäre ich ein Marsmännchen. Das war einfach zu komisch und ich konnte die Fassade nicht länger aufrecht erhalten. „Du hättest mal dein Gesicht sehen sollen“, brachte ich unter lautem Gelächter hervor und hielt mir den Bauch. „Boah, du Blödmann, wie kannst du mich so verarschen?“, Sarah sprang von der Schaukel und ich machte schnell, dass ich weg kam, „renn nur, ich krieg ich sowieso“, hetzte sie hinter mir her. Und sie hatte recht, denn sie sprang schließlich auf meinen Rücken und fing an, mich z kitzeln. „Sarah, hör auf, mein Bauch tut schon so weh“, brachte ich hervor. „Tja, Rache ist süß, mein Lieber.“ „Ok, wenn das so ist....“, steuerte ich auf den Pool zu. So was hab ich noch nie erlebt.....diese Vertrautheit zu einer Frau, die ich gerade mal ein paar Stunden kenne. „Duncan, du wirst doch nicht.....“, kreischte sie, doch es war schon zu spät. Ich hüpfte mit ihr in den Pool. Prustend tauchte sie wieder auf. Gebannt starrte ich auf ihren Busen, der unter ihrem Top nun noch deutlicher zur Geltung kam. Glücklicherweise bekam sie das nicht mit, denn sie wischte sich gerade über das Gesicht. „Und jetzt?“ „Umziehen würde ich sagen“, grinste ich und strich ihr eine nasse Haarsträhne hinters Ohr. Dabei war die Spannung zwischen uns fast zum greifen spürbar. Was macht sie nur mit mir? Warum fühle ich mich von ihr so angezogen? Ich glaube, es geht ihr genau so, denn warum sollte sie sonst immer näher kommen?! Ich spürte ihren Atem auf meinem Gesicht und fasste sie leicht an den Hüften. Gleich ist es soweit.....

~Sarah~

Was machst du hier bloß? Du hast einen Freund und du bist kurz davor, einen anderen zu küssen. Abertausende Schmetterlinge flatterten in meinem Bauch umher. Gleich küsst er mich, gleich..... „Also wirklich, Duncan, Sarah, was macht ihr denn da?“, rief Mum vom Fenster aus, „seht euch an, ihr seid ja ganz nass!“ Auch Fiona schüttelte den Kopf: „Wie die kleinen Kinder! Seht zu, dass ihr schnell trockene Sachen anzieht.“ Ertappt waren wir auseinander gewichen, aber ich denke, sie haben nichts weiter bemerkt. Eilig stiegen wir aus dem Pool, machten unten einen kurzen Zwischenstopp, um Duncans Koffer zu holen und gingen dann nach oben in meine Wohnung. Dort zeigte ich Duncan das Gästezimmer und zog mich danach um. Das kann doch alles nicht wahr sein, oder? Ich bin ihm erst vor ein paar Stunden begegnet und doch habe ich das Gefühl, ihn schon ewig zu kennen. Bin ich etwa gerade dabei, mich hals über Kopf in Duncan zu verlieben?!

~Duncan~

Mütter, dachte ich seufzend, immer müssen sie einem in die Quere kommen. Mist, so kurz davor und dann doch gescheitert. Ob ich Sarah mal darauf ansprechen soll? Vielleicht kommt sie ja auch von alleine auf mich zu, denn ich finde, das ist etwas worüber man reden sollte....
Hmmmm.....tja anscheinend sah Sarah das anders, denn kein Wort kam mehr darüber über ihre Lippen und na ja.....okay, ich geb´s zu, ich bin schon ein kleiner Feigling, sonst würde ich sie ja danach fragen.....
Heute wollte sie mir jedenfalls erstmal die Stadt zeigen. Wie schon die ganze Zeit verstanden wir uns prima, lachten viel, nur diese Blicke, die sie mir zuwarf, konnte ich nicht so wirklich einordnen. „Sarah?!“, rief plötzlich jemand hinter uns her. Sarah drehte sich um und begrüßte eine junge Frau mit Küsschen auf die Wange. „Duncan, darf ich dir meine beste Freundin Yvonne vorstellen?! Yvonne, das ist die Sahneschnitte“, grinste Sarah sie frech an. Grinsend schüttelte ich Yvonne´s Hand und drückte ihr ein Küsschen auf die gerötete Wange. Keine Frage, sie hatte Yvonne ganz schön in Verlegenheit gebracht. „Da drüben ist ein Cafe. Wollen wir dort nicht was trinken gehen?“, schlug ich vor, die Mädels nickten und ich ging vor. „Wie kannst du nur, Sarah?!“, zischte Yvonne erbost. Sie tat es zwar leise, dennoch konnte ich es hören. „Bleib mal locker“, erwiderte Sarah genervt und schloss zu mir auf. „Was möchtet ihr trinken?“, fragte ich gentlemenlike und holte dann die Getränke.....

~Sarah~

„Wie kannst du mich so blamieren?“, fauchte Yvonne, als Duncan die Getränke holen ging. „Komm mal wieder runter, Ivy! Duncan ist echt cool drauf“, antwortete ich gelassen. „Der denkt doch jetzt, ich will was von ihm.“ „Tust du denn?“ „Ich wildere nicht in fremden Gebieten“, erwiderte sie spitz. „Du sprichst mal wieder in Rätseln“, schüttelte ich den Kopf. „Wirklich? Ich bin eine ganze Weile hinter euch her gelaufen ohne, das ihr mich bemerkt habt und die Blicke, die ihr euch zugeworfen habt, waren eindeutig! Wie lange ist er hier, Sarah? Drei Tage?! Und schon hat er dir den Kopf verdreht.“ „Manchmal laberst du echt Müll, weißt du das?“ Das wir uns nach ein paar Stunden gestern schon beinahe geküsst hatten, brauchte ich ihr ja nicht auf die Nase zu binden. „Und weißt Du, dass ich in deinen Augen noch immer rosa Herzchen sehen kann? Ich gebe dir jetzt einen guten Rat....“ „Und wenn ich ihn nicht hören will?!“ „Du weißt doch, dass ich nach so was nicht frage! Also, schick den Arsch in die Wüste und krall dir diesen süßen Engländer“, zwinkerte sie mir zu, „ und nebenbei.....geiler Hintern, oder?“ „Du bist unmöglich“, stieß ich ihr den Ellbogen in dir Rippen. „Er hat nicht zufällig noch einen Bruder?“ „Hmmm, dass lässt sich leicht raus finden“, lachte ich, „ hey Dunc, hast du zufällig noch nen Bruder?“ Er stellte die Getränke ab: „Nein, warum? Genüge ich dir nicht?“, fragte er frech, was mich erröten ließ. Yvonne lächelte zufrieden und warf mit einen „Ich hab´s dir ja gesagt“ -Blick zu. Sie hat ja auch gut lachen, immerhin hat sie auch keinen Freund am Hals....

~Duncan~

Yvonne war echt nett, aber für mich konnte sie nicht an Sarah heranreichen. Den ganzen Tag saßen wir in diesem Cafe und verquatschten die Zeit. Nun hatte ich aber immer noch nicht die ganze Stadt gesehen, denn hier gab es echt viel zu entdecken. So machten wir uns am nächsten Tag wieder auf in die Stadt und wir trafen wieder Jemanden.....nur diesmal war es keine angenehme Begegnung...... „Sarah, Darling“, erschallte es plötzlich hinter uns. „Fuck“, fluchte sie leise. Im nächsten Moment wurde sie von einem Mann umarmt, aber ihr schien das gar nicht zu gefallen und auch das nicht, als er sie plötzlich küsste. Aus der Traum, Dunc.... Dieser Kerl war mir jetzt schon unsympathisch, dabei kannte ich noch nicht mal seinen Namen. „Wer ist das?“, fragte er und funkelte mich dabei gefährlich an. Oho, das war mehr als deutlich! Das war ein „Komm meinem Mädchen nicht zu nahe“ – Blick. „Duncan, das ist Florian. Flo, das ist Duncan. Er ist mit seiner Mum bei uns zu Besuch. Das habe ich dir doch aber auch erzählt?!“ „Ach ja, richtig. Freut mich sehr dich kennen zu lernen.“, erwiderte er gespielt freundlich. Ich ließ mir nichts anmerken und schüttelte seine Hand: „Ganz meinerseits.“ „Kommst du heute Abend zu mir, Baby?! Ich hab so einiges mit dir vor....“, bäääähhh, das ist ja widerlich, wie der sie hier vor mir begrapscht. „Sorry, aber ich hab keine Zeit“, wehrte sie schnell ab und machte sie von ihm los“, wir müssen dann auch weiter. Bye Flo!“ Damit drehte sie sich um und lief schnurstracks weiter. „Du hast mir ja gar nicht erzählt, dass du einen Freund hast“, hatte ich sie endlich schnaufend eingeholt. „Na ja.....jeder hat ne Leiche im Keller.....und meine lebt leider noch...“, lachte sie. „Das hört sich ja gar nicht begeistert an“, stellte ich erleichtert fest. „Na ja, wir sind schon sehr lange zusammen, aber ich möchte am liebsten Schluss machen. So traurig es auch ist, aber wir passen einfach nicht mehr zusammen.“ „Das heißt, du wärst nicht abgeneigt, wenn jemand kommen würde, der....?“ „Wenn er etwas besonderes ist...“, lächelte sie mich an, „dann nicht.“ Super, genau diese Antwort wollte ich hören. Dieser Typ....ich weiß auch nicht, aber ich hab kein gutes Gefühl bei dem. Hoffentlich findet sie bald den Mut sich von ihm zu trennen.....

~Sarah~

Nun war die erste Woche bald rum und ich dachte mit Schrecken an den Tag, an dem er fort gehen würde. Heute wollte ich ihm aber erstmal meinen Lieblingsplatz zeigen: Eine alte Burg – Ruine in Mitten des Parks der gar nicht weit von uns weg war. „Wow, das ist ja wunderschön hier“, staunte er, „nur schade, dass sie so zerstört ist.“ „Ja leider“, seufzte ich traurig, „sie wurde im zweiten Weltkrieg von Bomben getroffen.“ Durch meinen kleinen Geheimgang gelangten wir in das Innere. Die Stadt hatte den Eingang absperren lassen, damit niemand gefährdet wurde, nur diese schmale Lücke hatten sie übersehen. „Ich komme hier schon her, seit ich ein kleines Mädchen war. Hier kann ich am besten Nachdenken und wieder zu mir selbst finden. Außerdem hat es noch einen Vorteil....“ „Welchen denn?“ „Niemand weiß von diesem Platz.“ „Jetzt nicht mehr“, grinste Duncan. „Immerhin weißt du jetzt, wo ich bin, wenn ich an dich denke.....“, ich wusste es, man kann in diesen Augen versinken. Als er mit seinen Lippen immer näher kam, schloss ich die Augen.....und in diesem Moment klingelte mein Handy. „Wer immer das ist, dem werd ich jetzt was erzählen“, meckerte ich und kramte das Handy aus der Tasche. Das Display zeigte Yvonne´s Nummer an. „Hallöchen“, ertönte es fröhlich aus dem Hörer. „Warum musst du ausgerechnet jetzt anrufen?“, regte ich mich auf, „ warum nicht 5 Minuten später?“ „Hat Madam heute schlechte Laune?“, fragte Yvonne spitz. „Ja, weil uns andauernd jemand stört“, grummelte ich. „Uns?!“ „Ja, uns und du brauchst gar nicht weiter fragen, denn aus mir kriegst du eh nix raus.“ „Schade“, schmollte sie, „ich wollte eigentlich auch nur fragen, ob ihr morgen mit in den Club kommt.“ „Ich sag jetzt einfach mal ja, denn Mr. Inglis ist im Moment nicht zu einer Antwort fähig.“ „Warum nicht?“ „Weil er hier bald vor lachen auf dem Boden liegt.“ „Dann bist morgen und amüsiert euch noch schön“, ich konnte förmlich ihr zufriedenes Grinsen vor mir sehen, als sie auflegte. „Was gab es bitte schön zu lachen?“, skeptisch musterte ich Duncan, der angestrengt versuchte, ernst zu wirken. „Du bist so süß, wenn du dich aufregst“, gluckste er. „Ich hatte ja wohl auch Grund dazu, oder?!“, murrte ich. „Keine Sorge, mein Engel, wir kriegen das schon noch hin“, er drückte mir einen Kuss auf die Stirn und umarmte mich. Oh man, wie gut das tat, einfach nur bei ihm zu sein. Hoffentlich hat er recht, dachte ich, sonst glaube ich noch, wir sind verflucht.....

~Duncan~

Am nächsten Abend machten wir uns beide für den Club fertig. „Wow, du siehst...einfach umwerfend aus“, staunte ich bei ihrem Anblick und bot ihr galant meinen Arm an. „Du bist aber auch nicht zu verachten“, grinste sie und harkte sich bei mir unter. Vor dem Gebäude trafen wir dann erstmal auf Yvonne, die schon ungeduldig auf uns wartete. „Na endlich“, war ihr leicht genervter Kommentar und schon stürmte sie rein. „Die hat´s aber eilig“, lachte ich. „Wahrscheinlich will sie sich noch nen Typen angeln, bevor die Guten alle vergeben sind“, schaute Sarah mich frech an und piekste mir in die Seite. Hmmmm...woher kommt mir Yvonne´s Verhalten nur so bekannt vor??? Drinnen bekamen wir gerade noch mit, wie Yvonne uns noch einen Tisch ergatterte. Daneben stand ein Kerl, aber Yvonne beachtete ihn gar nicht. „Was ist denn los?“, fragte ich. „Der Vogel hier denkt, ich hätte ihm den Tisch vor der Nase weg geschnappt“, sie zog eine Grimasse. „Aber das hast du doch auch“, erwiderte dieser verärgert. „Ähm....wenn du mit ihr diskutieren willst, ein guter Tipp von mir, lass das lieber bleiben. Du ziehst eh nur den kürzeren dabei“, mischte sich Sarah nun ein. „Na okay, ich überlass dir den Tisch....“ „Wie großzügig“, erwiderte Yvonne patzig. „Aber nur, wenn du mit mir tanzt“, oho, der traut sich aber was, denn Yvonne sieht eh schon so aus, als wenn sie auf 180 wäre. „Bei dir piept´s wohl, was?!“, erboste sie sich, „sie bloß zu, dass du Land gewinnst, du Vogel!“ Und schon wieder war ich am grübeln. Dieser Ausbruch erinnert mich doch verdächtig an.....Lee! Er war auch schnell auf die Palme zu bringen, besonders von Reportern. „Und was ist mit dir? Hast du Lust mit mir zu tanzen?“, fragte er Sarah. Schnell legte ich den Arm um sie: „Sie ist schon vergeben!“ Missmutig sah er Yvonne noch einmal an und ich glaubte, ihm vorbei gehen ein gemurrtes „Zicke“ gehört zu haben. „Da ich uns diesen Tisch ergattert hab, muss einer von euch die Getränke holen“, grinste Yvonne nun wieder. Man, ich hab echt das Gefühl, Lee vor mir zu haben. Bei dem schlägt die Laune auch grad so um, wie´s ihm beliebt. „Okay, dann übernehm ich das mal“, und schon war ich auf dem Weg zur Bar.....

~Sarah~

„Du hättest ruhig mal mit ihm tanzen können“, meinte ich vorwurfsvoll, nachdem Duncan in Richtung Bar verschwunden war. „Hallo? Sarah? Ich tanze doch nich mit so nem Vogel, der mir vorher schon blöd kommt! Jetzt aber mal was anderes..... Wie läufts eigentlich bei dir und Duncan? Habt ihr euch schon geküsst?“, fragte sie begierig. „Nein, es stört ja auch dauernd wer“, sagte ich spitz. „Ups“, machte sie und zwinkerte mir dann zu, „was nicht ist, kann ja noch werden...Wenn ich mir Duncan so angucke, dann lohnt sich das Warten....“, bei diesem Satz wusste ich ganz genau, was ihr durch den Kopf ging und ich wollte gerade noch etwas erwidern, als Duncan auch schon wieder kam und uns einen Drink vor die Nase setzte. Er setzte sich neben mich, ergriff meine Hand und strich immer wieder sanft darüber. Zunächst blieb Yvonne noch bei uns sitzen, doch dann verabschiedete sie sich mit den Worte „Dann lass ich euch Turteltäubchen mal alleine“ auf die Tanzfläche. „Weißt du, an wen mich Yvonne erinnert?“ Ich schüttelte den Kopf. „An Lee. Unser Kleiner kann sich auch so aufregen und wechselt seine Launen, wie Unterwäsche“, lachte er. „Oh, dann sollten sich die beiden vielleicht mal kennen lernen. Wäre bestimmt eine interessante Konstellation....“, ich hielt inne und lauschte dem Song, der gerade angespielt wurde, „komm, tanz mit mir bitte“, und schon war ich aufgesprungen und hatte ihn auf die Tanzfläche gezogen. Mühelos passte er sich meinen Bewegungen an.....


“Be with you”

You and I
Two of a kind
A meeting of minds
The time of our lives
The perfect night (the perfect night)
Outa sight
As I look in your eyes (Look in your eyes)
Never felt so right

I really want tonight to last forever
I really wanna be with you
I really want tonight to last forever
I really wanna be with you

Night and day (Night and day)
Come what may
There´s always change
Nothing stays the same (nothing stays the same)
Who can say (who can say)
What will come our way (Come your way)
Leave it all to fate
Let tomorrow wait

I really want tonight to last forever
I really wanna be with you
I really want tonight to last forever
I really wanna be with you

Let the music play on down the line tonight

Tonight Tonight Tonight

You know I really wanna be with you (I really wanna be with you)
You know I really wanna be with you (I really wanna be with you)

The perfect night (the perfect night)
Outa sight
As I look in your eyes (Look in your eyes)
Never felt so right

Uuuuuuuuhhhhhh yeah

I really want tonight to last forever
I really wanna be with you
I really want tonight to last forever
I really wanna be with you

I really want tonight to last forever (Tonight yeah)
I really wanna be with you (Tonight yeah)
I really want tonight to last forever (Tonight yeah)
I really wanna be with you (Tonight yeah)

You know I really wanna be with you
You know I really wanna be with you
You know I really wanna be with you
You know I really wanna be with you


Schon während des letzten Teils des Liedes tanzten wir nicht mehr, sondern sahen uns einfach nur in die Augen. Es knisterte ganz gewaltig zwischen uns. Kann er mich nicht jetzt einfach in seine starken Arme ziehen und küssen?! Wie, als könne er Gedanken lesen, erfüllte er mir diesen Wunsch. Warme Schauer durchliefen meinen Körper, als sich unsere Lippen zärtlich, jedoch fordernd berührten. So etwas hab ich schon lange nicht mehr erlebt, denn Flo steckte mir immer gleich die Zunge in den Hals. Gott, wie kann jemand nur so fantastisch, so zärtlich und voller Leidenschaft küssen? Ich will und brauche ihn jetzt so sehr. „Lass uns bitte gehen“, hauchte ich ihm ins Ohr und er nickte lächelnd. Auf dem Nachhauseweg sagte keiner von uns ein Wort. Eilig schloss ich die Tür auf und ließ sie hinter Duncan ins Schloss fallen. „So mein Lieber, nun sitzt du in der Falle.“ „Und was hast du nun mit mir vor?“, fragte er gespielt ängstlich. „Ich werds dir gleich zeigen“, schnurrte ich in sein Ohr und ließ meine Hände über seine Brust gleiten. Willig ließ er sich von mir in mein Schlafzimmer bugsieren. Währenddessen knöpfte ich langsam sein Hemd auf und ließ es zu Boden gleiten. Himmel, was für ein Oberkörper! Wer da nicht schwach wird, der ist wirklich blind! Seine Hände wanderten unter mein Oberteil und schoben es ganz vorsichtig nach oben und dann über meinen Kopf. Verliebt lächelte Duncan mich an: „Bist du dir auch wirklich sicher?“ „Ja, ich will wissen, wie es ist, dich in mir zu spüren“, raunte ich ihm ins Ohr und drückte mich an ihn. Und er zeigte es mir.....und wie er es mir zeigte! Nachdem er abertausend mal meinen ganzen Körper liebkost hatte, drang er vorsichtig in mich ein. Er hielt meine Arme über meinem Kopf fest und unsere Finger verschlangen sich ineinander. „Oh Duncan, ich bin schon lange nicht mehr so begehrt worden“, stöhnte und wand ich mich unter ihm. „Ich spürte es, mein Engel. Lass dich einfach fallen, genieße es und überlass alles andere mir.“ Ich tat, was er mir sagte und zerfloss beinahe vor Lust unter seinen Stößen. Immer weiter trieb er uns voran, bis wir buchstäblich den Himmel auf Erden erlebten. Erschöpft sank er für Sekunden auf mich nieder, rollte sich dann von mir runter und zog mich in seine Arme. „Duncan?“ „Mmmhhhh?“, machte er und küsste meine Stirn. „Ich weiß, wir kennen uns noch nicht so lange und deshalb wird es vermutlich total verrückt klingen, aber.....Ich liebe dich!“ „Dann bin ich genau so verrückt, denn ich liebe dich nämlich auch!“ „Wirklich?“, fragte ich lächelnd. „Ja, Sarah, vom ersten Moment an....“

~Duncan~

Die Nacht mit Sarah war einfach traumhaft schön. Ich bin so glücklich, dass es für sie nicht einfach nur Sex war, nein, viel mehr, sie liebt mich! Der nächste Morgen war angebrochen, ich war schon lange wach und beobachtete Sarah, wie sie friedlich neben mir schlief. Nun regte sie sich etwas. „Guten Morgen, mein Engel“, ich strich ihr eine Strähne aus dem Gesicht. „Sag mir, das ich das letzte Nacht nicht alles nur geträumt hab“, fragte sie mit geschlossenen Augen. „Es ist wirklich geschehen“, beruhigte ich sie, worauf Sarah ihre Augen öffnete und mich anstrahlte. „Was machen wir eigentlich mit unseren Müttern?“, wollte ich wissen, nachdem ich endlich meinen Guten Morgen – Kuss bekommen hatte, „sagen wir es ihnen?“ „Lass uns lieber noch warten. Ich muss mir erst überlegen, wie ich das Flo beibringe.“ „Ich glaub kaum, dass den das sonderlich interessiert und wenn, dann nur wegen dem Sex“, meinte ich verächtlich. „Wie kommst du darauf?“ „Ich bitte dich, Sarah! Wie er dich begrapscht hat......das war ja widerlich!“ „Du hast eine gute Menschenkenntnis, weißt du das?! Es war wirklich keine Liebe mehr im Spiel und wir haben auch immer seltener miteinander.....na ja, du weißt schon....“, druckste sie herum. „Okay, dann warten wir eben noch“, seufzte ich und in diesem Moment klingelte das Telefon. Sarah ging ran: „Ja, Mum, ich wecke Duncan sofort. Bis gleich“, sie grinste mich an, aber dann wurde sie gleich wieder ernst. „Du bist sauer, oder?!“ „Ach Quatsch....nicht, wenn du jetzt mit mir duschen kommst“, meinte ich frech und diesen Wunsch erfüllte sie mir nur zu gerne......

~Sarah~

So einigermaßen schafften wir es, vor unseren Müttern zu verbergen, wie glücklich und verliebt wir doch waren. Auch draußen, wenn wir unterwegs waren, warfen wir erst verstohlene Blicke in alle Richtungen, bevor wir uns küssten, denn ich wollte nicht, dass uns zufällig jemand sah und das dann noch wohlmöglich Florian steckte, bevor ich mit ihm geredet hatte. „Was habt ihr denn heute Nachmittag vor?“, fragte meine Mum. „Oh, wir wollen ein Picknick machen irgendwo außerhalb.“ „Dann könnt ihr die sicher gut gebrauchen“, sie reichte mir ihre Autoschlüssel und wünschte uns viel Spaß. Bevor wir los fuhren, holten wir noch den gut gefüllten Picknickkorb aus meiner Wohnung. Endlich am Ziel angekommen, fragte Duncan, ob noch eine zweite Decke im Wagen wäre. Ich bejahte, denn man konnte ja nie wissen, was noch passieren konnte. Er nahm den Korb, einer der Decke, ich die andere und wir gingen zunächst an einem Feld entlang, wo das Getreide schon sehr hoch stand. Eigentlich war mein Ziel ein nahe gelegenes Wäldchen, doch Duncan hatte schon andere Pläne. „Sieh mal“, stoppte er plötzlich und deutete auf abgeknicktes Getreide, das einen schmalen Weg bildete, „hier war schon Jemand. Dann können wir doch auch hier picknicken?!“ Und schon war Duncan im Feld verschwunden. „Aber.....aber das können wir doch nicht machen“, eilte ich hinter ihm her. „Warum denn nicht?“, er hatte recht gehabt. Hier war tatsächlich schon Jemand gewesen, denn an der Stelle, wo Duncan nun die Decke ausbreitete, war alles platt gedrückt. „Wenn der Bauer uns hier erwischt.....“ „Na und? Dann sagen wir ihm, dass das schon so war“, zuckte er mit den Schultern. „Pappnase! Und du denkst, das glaubt er uns?“ „Warum sollte er ausgerechnet jetzt vorbei kommen? Außerdem sind wir soweit drin, dass uns niemand sehen kann“, er machte es sich auf der Decke gemütlich, „Willst du da Wurzeln schlagen?“ „Na gut, aber wenn wir erwischt werden, schieb ich alles auf dich“, setzte ich mich zu ihm und wir räumten die Köstlichkeiten aus dem Korb. Duncan angelte sich sogleich die Erdbeeren und die Sahne. Liebevoll begann er mich damit zu füttern. Nur mit der Sahne übertrieb er es. „Hey, ich platz ja noch aus allen Nähten“, lachte ich. „So n Quatsch! An dir ist doch kein Gramm Fett zuviel“, und wieder sparte er nicht an der Sahne, von der mir ein Teil in den Ausschnitt tropfte, als er mir die Erdbeere vor die Nase hielt. „Ups“, entfuhr es ihm, wobei er spitzbübisch grinste. „Gibs zu, dass war Absicht.“ „Tz tz, was du mir immer unterstellst“, schmollte er. „Och du armer, würde es dich wieder glücklich machen, wenn du die Sahne abschlecken dürftest?“ Grinsend nickte er und machte sich sogleich ans Werk. „Mmmmhhhh du schmeckst so gut“, seufzte er, schon mein Top nun nach oben und bedeckte meinen Bauch mit Küssen. Langsam schob er es weiter nach oben und streifte es mir über den Kopf. „Sie wollen mich doch nicht etwa hier verführen, Mr. Inglis?“ „Hättest du denn was dagegen?“ Wohlig seufzend genoss ich seine Liebkosungen: „Ganz und gar nicht.....“

~Duncan~

„Weg damit“, murmelte ich und warf ihren Rock zur Seite. Ich spürte ihre Hände an meiner Hose, die sie mir mit einem Rock samt Boxershorts herunter riss. „Haben wir es eilig?“, fragte ich neckisch und entfernte ihren BH. „Oh Duncan, ich brauche dich jetzt. Bitte komm zu mir“, flehte sie. Oh man, das war wie Musik in meinen Ohren. Ich wanderte mit meinen Küssen weiter runter, zog ihren Slip nach unten und verschwand mit dem Kopf zwischen ihren Beinen. „Dir macht es richtig Spaß, mich so zu quälen, was?“, keuchte sie, um gleich darauf zu fluchen, „verdammtes Handy!!“ Es klingelte mal wieder zum ungünstigsten Zeitpunkt, doch ich ließ mich dadurch gar nicht aus der Ruhe bringen und machte einfach weiter. Lustvoll stöhnen brachte sie das Handy zum schweigen, indem sie auf irgendeine Taste drückte...... Energisch zog Sarah mich zu sich hoch. Erwartungsvoll und sehnsüchtig reckte sie sich mir entgegen und ich nahm ihre Aufforderung, sie jetzt zu nehmen, nur allzu gern an. Gierig glitt mein Mund über ihre Brüste, während ich mich mal sanft, mal heftig in ihre bewegte. „Oh Duncan, ich liebe dich“, stöhnte sie immer wieder und hielt sich an mir fest. Als sie kam, verstärkte sich ihr Griff noch mal, bis sie los ließ und ganz entspannt unter mir lag. Wohlig seufzend folgte ich ihr und ließ mich auf sie sinken, um wieder richtig Luft zu bekommen. Dann legte ich mich neben sie und breitete die Decke über uns aus. „Dafür hast du die zweite Decke also gebraucht. Ein einziges abgekartetes Spiel“, stellte sie grinsen fest und stich mir durch die Haare. „Schon möglich“, lächelte ich unschuldig, worauf sie mir mit dem Zeigefinger in den Bauch piekste, „okay, okay, I´m guilty. Wozu verurteilt mich meine schöne Richterin denn jetzt?“ „Hmmmm...“, gespielt nachdenklich kratzte sie sich am Kinn, dann verkündete sie das Urteil, „Der Angeklagte Duncan Inglis wird dazu verurteil, seine Liebe für den Rest seines Lebens mir zu schenken..... und denk noch nicht mal an das Wort „Revision““, fügte sie scherzhaft hinzu und verwickelte mich in einen zärtlichen Kuss. „Das Wort kenn ich noch nicht mal“, murmelte ich und zog sie auf mich.....

~Sarah~

„Na Kinder, hattet ihr Spaß?“, fragte Mum beim Abendessen. „Was verstehst du denn unter Spaß?“, fragte Dunc scheinheilig, wofür ich ihm einen Tritt vors Schienbein verpasste, „Aua!“ „Raus damit? Was habt ihr angestellt?“, wollte Fiona wissen und musterte uns misstrauisch. „Nichts“, erwiderte ich hastig und warf Duncan einen bösen Blick zu, der nur verschmitzt grinste, „Ach, Fiona, du kennst deinen Sohn doch. Er ist ein kleiner Witzbold.“ „Hey“, protestierte Duncan empört und fügte dann schmollend wie ein kleiner Junge hinzu, „bin ich gar nicht.“ Wir alle lachten was das Zeug hielt, während Duncan beleidigt aus der Wäsche guckte. Gott, dieser Mann...selbst mit diesem Gesichtsausdruck zieht er mich noch in seinen Bann.... Die nächsten Tage klingelte andauernd mein Handy. Es war Flo, der fast pausenlos anrief und mich damit bald in den Wahnsinn trieb. „Warum gehst du nicht tu ihm und klärst die Sache?“, fragte Duncan plötzlich. „Ich hab im Moment echt kein Bock auf sein Gelaber!“ „Und wie willst du dann Schluss machen?“, bohrte er weiter. „Das tu ich schon noch!“ „Wann?“ „Duncan, was soll das? Ich hab doch gesagt, dass ich Schluss mache! Vertraust du mir nicht?“ „Es...es ist nur....ich traue diesem Typen nicht“, er gab mir einen Kuss auf die Stirn und schloss mich in seine Arme, „Ich liebe dich, Sarah! Vergiss das niemals!“ „Ich liebe dich auch“, erwiderte ich glücklich, „und deshalb wird ich jetzt zu Flo gehen.“ „Aber du sagtest doch....“ „Je eher desto besser. Ich komme ja eh nicht drum herum“, seufzte ich, löste mich aus seiner Umarmung und machte mich auf den Weg zu meinem zukünftigen Ex- Freund. „Hi Flo! Kann ich rein kommen?“, meine Entschlossenheit verflog in dem Moment, als er die Tür öffnete. Wortlos ließ er mich rein und meine Nervosität stieg immer mehr. „Hattest du Spaß?“, fragte er. „Wovon sprichst du?“, verwirrt sah ich ihn an. „Tu doch nicht so“, höhnte Flo, „du kleine Schlampe hast es dir von diesem Sänger besorgen lassen!“ „Woher weißt du...?“, es jetzt abzustreiten wäre sinnlos. „Du solltest vielleicht mal lernen, dein Handy zu bedienen. Es ist fatal, eine falsche Taste zu drücken“, seine Miene verfinsterte sich, „ich hoffe, du hast es genossen, denn es war das letzte mal!!“ „Das hast du ganz sicher nicht zu bestimmen“, sagte ich trotzig, „ich mache nämlich Schluss!“ „Das würde ich mir an deiner Stelle noch mal überlegen...“ „Was soll das heißen? Willst du mir etwa drohen?“, lachte ich, doch das verging mir ziemlich schnell wieder, als er mich brutal an die Wand drückte. „Du hältst dich von diesem Kerl fern! Du gehörst mir! Haben wir uns verstanden?“, schrie er, „ob wir uns verstanden haben, will ich wissen?!“ „Das wirst du nicht verhindern können“, quetschte ich hervor. „Du willst doch wohl nicht, das ihm etwas zustößt?!“ „Du bist so ein mieses Schwein!“, darauf schlug er mir mit der flachen Hand ins Gesicht. Mit schmerzverzerrtem Gesicht hielt ich meine Wange. „Du solltest diese Aufmüpfigkeit lieber sein lassen, wenn du nicht willst, dass diesem Duncan etwas passiert. Sarah, Darling, du hast keine Ahnung, zu was meine Freunde alles fähig sind“, zischte er und schubste mich auf den Boden. „Du darfst ihm nichts tun, bitte“, flehte ich weinend. „Dann tu gefälligst, was ich dir sage! Geh zurück und sage ihm, dass er von hier verschwinden soll“, brutal riss er mich hoch und drückte mich seitlich gegen die Kommode im Flur, „und wage es ja nicht, mich noch einmal zu betrügen!“, er ließ von mir ab und ich öffnete zitternd die Tür, „ach und Sarah....es wäre besser, wenn du deinen Mund hältst. Wir wollen doch nicht, dass irgendwem noch etwas passiert....“ Schnell schloss ich die Tür hinter mir! Gott, Duncan hatte recht mit seinem Gefühl! Flo ist krank! Ich hab solche Angst, dass er seine Drohung wahr macht. Seine Augen haben es mir verraten, alles was er sagte, war sein bitterer Ernst gewesen. Ich kann und darf nicht zulassen, dass er Duncan was antut. Eiligst ging ich nach hause. Dunc war zum Glück nicht oben, so dass ich erstmal ins Bad konnte, um den Handabdruck auf meiner Wange mit Make up zu überdecken. „Hey Engel, wie ist es gelaufen?“, da saß er auch schon im Wohnzimmer und schloss mich nun erstmal in seine Arme. Tief atmete ich durch. Ich muss ihn gehen lassen....zu seinem Schutz! „Ich....ähm....“, abwartend musterten mich seine blauen Augen, „Duncan, du......du musst gehen!“ „Wie? Was soll das heißen, ich muss gehen?“, fragte er verdattert. „Ich bitte dich, geh zurück nach London und vergiss mich“, presste ich gequält hervor, „ich gehöre zu Flo.“ „Moment, jetzt noch mal zum mitschreiben.... Ich soll dich einfach so vergessen? Du weißt ganz genau, das ich das nicht kann und was ist das für ein Quatsch, du gehörst zu Flo?!“ „Wir haben uns da beide in etwas verrannt“, ich kann ihm einfach nicht in die Augen sehen. „Sarah, wir lieben uns! Wir beide haben es vom ersten Moment an gewusst, dass wir zueinander gehören! Warum tust du das also jetzt?“ „Du hast deine Antwort schon...“, wich ich aus. „Denkst du, ich erkenne nicht, wenn mich Jemand anlügt? Ich will eine Antwort, Sarah!“ „Mehr kann ich dir nicht sagen....“ „Du kannst mich nicht einfach damit abspeisen“, ich folgte seinem Blick, der an meiner Hüfte hängen blieb. Mein Top war etwas hoch gerutscht und gab den Blick auf einen großen blauen Fleck frei. „Oh Gott“, erschrocken schlug er sich die Hand vor den Mund, „sag, dass das nicht wahr ist!“ „Ich...ich hab mich nur gestoßen....“, stammelte ich und zog mein Top über den Fleck. „Sieh mich an und sag mir, dass er dich nicht geschlagen hat“, er zwang mich ihm in die Augen zu sehen, „sieh mich an zum Teufel!“ „Ich bitte dich, Dunc, geh einfach okay“, schossen mir die Tränen in die Augen. „Ich werd mir den Mistkerl jetzt vorknöpfen“, wütend ließ er mich los. „Nein, nein, das darfst du nicht“, panisch hielt ich ihn zurück. „Warum nicht? Warum willst du dir nicht von mir helfen lassen?“, seine Stimmte hörte sich verzweifelt an. „Es ist besser so.....für uns alle...“, sagte ich leise und verschwand in meinem Zimmer....

~Duncan~

Ich kanns einfach nicht glauben! Nach all dem was zwischen uns war, schickt sie mich einfach weg. Wie gern würde ich diesem miesen Schwein ein paar aufs Maul hauen.....aber ich weiß ja noch nicht mal, wo er wohnt. Betrübt ließ ich mich auf die Couch fallen. Morgen werde ich noch mal mit ihr reden, wenn sie sich beruhigt hat. Sie kann mich doch nicht so einfach wegschicken......
.....Oh doch, und wie sie konnte! Sarah ließ mich gar nicht mehr an sich ran. Jede kleinste Berührung verweigerte sie mir und jedes Gespräch lehnte sie rigoros ab. Das einzigste was sie immer wieder sagte war, dass ich nicht weiter fragen und einfach gehen solle. „Na schön....wenn das dein Wunsch ist....“, traurig griff ich nach dem Telefon und buchte mir den nächsten Flug, der heute Abend um 19 Uhr gehen würde. Ich packte also meine Sachen, während Sarah einfach ging, ohne sich von mir zu verabschieden. Frühzeitig verließ auch ich Sarah´s Wohnung und verabschiedete mich zunächst von meiner Mum. Diese war total perplex und ich murmelte nur irgendwas von Terminen mit Blue und schon eilte ich zu meinem Taxi, das vor der Tür wartete. Bevor ich endgültig zum Flughafen fuhr, wollte ich noch bei Yvonne vorbei schauen. „Hey Dunc, was führt dich denn zu mir?“, öffnete sie mir erstaunt die Tür. „Ich fliege noch heute zurück nach London. Deshalb hab ich auch nicht so viel Zeit, denn ich bin schon auf dem Weg zum Flughafen“, deutete ich auf das Taxi. „Dein Urlaub ist doch aber noch gar nicht zu ende?!“ Kurz und knapp erklärte ich ihr alles: „Und deshalb möchte ich dich darum bitten, Sarah genau im Auge zu behalten. Ich kann ihr einfach nicht helfen, wenn sie mich nicht an sich ran lässt. Vielleicht kommst du an sie ran“, wir tauschten noch schnell Handynummern aus, dann verabschiedete ich mich, „Danke, Yvonne! Bitte sag mir bescheid, wenn....“ „Sicher, Dunc! Lass den Kopf nicht hängen und pass auf dich auf“, noch eine herzliche Umarmung, dann stieg ich wieder ins Taxi......

~Sarah~

Gott, es tat so weh, ihn weg schicken zu müssen, aber es ging doch nun mal nicht anders. Nun sitze ich wieder hier, in der alten Ruine, meinem Lieblingsplatz. Ob er weiß, dass ich gerade an ihn denke? Ich war einfach gegangen ohne ein Abschiedswort, ohne ihn noch einmal zu küssen oder zu berühren. Ich muss ihm wenigstens Lebewohl sagen, bevor er wieder aus meinem Leben verschwindet. Schnellst möglich begab ich mich zum Flughafen. Sein Flug wurde schon zum zweiten Mal aufgerufen, doch da stand er noch und schaute sich hoffnungsvoll um. „Duncan!“ Freudig blickte er mir direkt in die Augen. „Es tut mir leid, dass ich mich nicht von dir verabschiedet hab“, schnaufte ich außer Atem. Enttäuscht griff er nach meiner Hand: „Warum tust du uns das an?“ „Bitte, frag nicht weiter“, flehte ich, „erfüllst du mir noch eine Bitte?“ „Jede, mein Engel!“ „Küss mich noch ein letztes Mal.“ Ich schloss die Augen und ließ mich von ihm in seine Arme ziehen. Unsere Lippen verschmolzen zu einem leidenschaftlichen Kuss. Zum dritten und letzten Mal wurde der Flug nach London aufgerufen und ich löste mich von ihm. „Was auch immer passiert.....ich bin immer für dich da“, sagte er leise und ging.....

~Duncan~

Nun sitze ich also hier im Flieger zurück nach hause, obwohl ich lieber ganz woanders sein würde. Ich kann nur hoffen, dass sie sich nicht auch noch vor Yvonne verschließt. Vielleicht schafft sie es, Sarah zur Vernunft zu bringen. Langsam aber sicher verfiel ich in einen unruhigen Schlaf und erwachte erst wieder, als sich der Flieger schon im Landeanflug befand. Endlich konnte ich nun wieder aus diesem Flugzeug raus und bekam auch ziemlich schnell meine Koffer. Dann machte ich mich auf die Suche nach Simon, den ich noch von Deutschland aus angerufen hatte, damit er mich hier abholte. Da kam er auch schon und neben ihm her.....hüpfte Lee! Klasse, unser hyperaktives, nie-still-sitzendes Nesthäkchen hatte mir gerade noch gefehlt. „Hey Dunc“, begrüßte mich Simon mit Handschlag. „Na Dunclein! Urlaub schon beendet? Wie wars? Hast du ein paar Weiber flach gelegt? Wie waren sie?“, forderte er aufgeregt und trippelte mal wieder herum. „Ja, geht so und die letzten beiden Fragen gehen dich nichts an“, ich nahm meine Koffer und schlurfte raus zum Parkplatz....

~Simon~

„Man, der ist ja mal wieder toll drauf“, moserte Lee gleich, als Duncan schon zum Parkplatz vorging. „An WEM oder was das wohl liegt?!“, stieß ich ihm den Ellbogen in die Rippen. „Hey, ich bin sein bester Freund“, empörte sich Lee. „....und eine Nervensäge“, ergänzte ich, „treib es lieber nicht zu weit, Lee. Duncan hat bist jetzt immer sehr viel Geduld und Verständnis für dich aufgebracht und dich schon aus so manchen Sachen raus gehauen, aber irgendwann ist bei ihm auch mal Sense.“ „Ich weiß...“, geknickt musterte er seine Schuhe und hielt nun endlich seine Klappe. Aber lange anhalten würde das nicht, tat es ja sonst auch nicht. Auf dem Parkplatz stand Dunc schon neben dem Auto, besser gesagt am Kofferraum, damit er seine Koffer einladen konnte. Lee verkrümelte sich auf die Rückbank und Dunc ließ sich auf dem Beifahrersitz nieder. So gut es ging konzentrierte ich mich auf den Verkehr, doch ab und zu warf ich Duncan besorgte Blicke zu, denn er starrte trübsinnig aus dem Fenster. Was ist bloß mit ihm? Irgendwas muss in Deutschland vorgefallen sein. Er guckt doch nicht ohne Grund so aus der Wäsche. „Alles okay, Dunc?“, fragte ich vorsichtig. „Ja, sicher“, war seine gedehnte Antwort. „Was hältst du davon, wenn wir heute Abend einen drauf machen, Dunc?“, kam es nun euphorisch von der Rückbank. „Nee, keinen Bock“, kam es einsilbig von ihm zurück. Doch Lee nahm das mal wieder nicht wahr: „Dann reißen wir hier ein paar Mädels auf und.....“ „Rede ich eigentlich chinesisch oder was hast du an meiner Antwort nicht verstanden?“, brauste Duncan auf, riss die Tür auf und sprang aus dem Auto, obwohl ich noch nicht richtig vor seinem Haus zum still stand gekommen war. Er riss den Kofferraum auf, lud die Sachen aus und stapfte auf die Haustür zu. Wie nicht anders zu erwarten, sprang Lee nun auch aus dem Auto und erwischte Dunc noch, bevor dieser die Tür verschließen konnte. Eiligst verließ ich das Auto und ließ schnellen Schrittes auf die beiden zu. „Hast wohl nen schlechten Fick gehabt oder was?“, autsch Lee, das war echt die falsche Frage, denn Duncan entglitten sämtliche Gesichtszüge. „Halt endlich dein verdammtes Maul, Ryan, bevor ich mich vergesse und dir so eine rein haue, dass du nicht mehr weißt, welcher Tag heute ist“, Duncan hatte Lee bei diesen Worten am Kragen gepackt und gegen die Hauswand gedrückt. Dieser nickte ängstlich. Anscheinend hatte Lee nicht damit gerechnet, dass sich Duncan mal so bei ihm durch setzen würde. Dunc ließ schnaubend von ihm ab und ging ins Haus. Die Tür ließ er offen. Vielleicht wollte er ja mit mir reden?! „Du gehst jetzt nach hause, Lee“, ordnete ich an, „und ich kümmere mich um Duncan.“ „Wie? Ich soll zu fuß nach hause?“, zufrieden registrierte ich, dass er ein klein wenig blass um die Nasenspitze war. „Ja, oder soll ich Duncan noch mal rufen?“ „Nein, nein, schon gut“, winkte er hastig ab, „so ein kleiner Spatziergang ist ja nichts schlechtes.“ Während Lee den Nachhauseweg antrat, ging ich rein zu Dunc, der in sich zusammen gesunken auf dem Sofa saß. „Magst du reden? Vielleicht geht es dir dann besser....“ Er nickte und sekundenspäter sprudelte alles aus ihm heraus. Er redete ohne Punkt und Komma, bis er schließlich erschöpft endete: „Und dann hat sie mich weg geschickt. Er muss ihr mit irgendetwas Angst gemacht haben, aber ich weiß nicht mit was.... Was soll ich denn nun machen, Simon?“, verzweifelt vergrub er sein Gesicht in den Händen. „Du kannst nichts ausrichten, Dunc. Sie weiß, dass sie immer zu dir kommen kann, aber den Mut, sich von ihm zu trennen, denn muss sie alleine aufbringen.“ „Ich hab Angst, Simon, vor dem was kommt......was auch immer passiert.....“

~Sarah~

Ich vermisse Duncan so schrecklich. Als Fiona dann auch noch abgereist ist, was es, als müsste ich noch mal von ihm Abschied nehmen. Sie ist immerhin seine Mum und natürlich hatte sie mich gefragt, ob Duncan nur wegen den Terminen mit Blue so überstürzt abgereist war. Ich gab vor, keine Ahnung zu haben. Wochen vergingen, in denen ich meine persönliche Hölle auf Erden erlebte. Flo zwang mich, zu ihm zu ziehen und meinen Mund zu halten. Mittlerweile schlug er mich für jeden verachtenden Blick den ich ihm zuwarf. Keiner wusste davon, niemand bekam es mit, denn er schlug mich nur an Stellen, wo ich es mit meiner Kleidung verdecken konnte. Ich schwieg aus Angst davor, dass er Yvonne, meiner Familie oder gar Duncan etwas antat. Mit seinen Freunden hatte er wirklich nicht untertrieben.....sie sind echt das Letzte. Ich kapselte mich vollkommen ab, ging selten meine Eltern besuchen und traf mich nicht mehr mit Yvonne. Sie rief andauernd an, aber ich ignorierte es schlichtweg. Ich kann doch nicht zulassen, dass sie in Gefahr gerät. Allein meinem Tagebuch konnte ich mich anvertrauen. Alle meine Gedanken und Ängste schrieb ich darin nieder. Ich weiß nicht, wie lange ich das alles noch durchstehe.....

~Duncan~

Was soll ich bloß ohne sie machen? Unzählige Wochen bin ich nun schon wieder in London und versuche, mich mit Arbeit abzulenken, aber es klappt nicht. Ich schreibe wie ein Irrer Songs, doch alle erinnern mich nur an sie. Einen davon nehmen wie gerade auf, hier in einem Londoner Tonstudio. Ich war gerade an der Reihe mit dem einsingen und legte mein ganzes Gefühl in diesen Song. „Klasse Dunc, das war einfach perfekt“, lobte der Produzent. Lächelnd kam ich aus der Kabine. Das muss es auch, dachte ich, es muss perfekt für Sarah sein. Plötzlich klingelte mein Handy. Lee hüpfte darauf zu und nahm ab. „Nein, hier ist sexy Lee, schöne Unbekannte. Hab ich schon deine Nummer?“, fragte er unverblümt. „Ich und eingebildet?“, sagte er noch scheinheilig, bevor ich ihm das Handy weg schnappte. „Hallo?“ „Hey, ich bin´s Yvonne. Bestell dem eingebildeten Idioten von vorhin mal einen schönen Gruß und sag ihm, er kann mich mal.“ „Werd ich ausrichten. Aber nun wichtigeres....Wie geht es Sarah?“ „Sie ist zu Flo gezogen....weiß der Teufel warum. Ich sehe sie auch kaum noch, denn sie hat sich total abgekapselt.“ „Bleib weiter an ihr dran, okay?! Vielleicht.....kommt sie ja doch noch zur Vernunft....“ „Sicher, Duncan, ich werde sehen, was sich machen lässt. Pass auf dich auf“, verabschiedete sich Yvonne. „Wer war das grade? Kann ich ihre Nummer haben?“, bettelte Lee auch sogleich. „Jetzt nicht, Lee“, winkte ich unwirsch ab und wandte mich dann unserem Produzenten zu, „kann ich davon eine Kopie haben?“ „Sicher, kannst du gerne kriegen.“ Und ich weiß auch schon, wem ich diese CD schicke.....

~Sarah~

Seit langem hatte ich heute mal wieder meine Eltern besucht, auch, um mal wieder meine Post abzuholen. Es hatte sich ganz schön was angesammelt, da ich mich nicht umgemeldet hatte. Als ich die Briefe durch sah, entdeckte ich einen braunen Umschlag....aus London. Ob der von Duncan ist? Eilig verabschiedete ich mich wieder von Mum. Ich weiß, sie ist enttäuscht, aber ich musste unbedingt wissen, was sich in dem Umschlag verbirgt. Als ich zuhause....nein, bei Flo ankam, war er nicht da. Besser so, hatte ich wenigstens meine Ruhe. Hastig riss ich den Umschlag auf und zum Vorschein kamen eine CD und ein Brief:

„Liebster Engel!

Wenn du diese Lied hörst, dann wirst du ganz schnell feststellen, um was es sich dreht. Ich kann und will dich niemals vergessen......whatever happens....

In Liebe!

Duncan“

Nun schob ich die CD in den Player und lauschte gerührt dem Lied:


“Guilty”

I never want to play the games that people play
I never want to hear the things they gotta say
I´ve found everything I need
I never wanted anymore than I can see
I only want you to believe

If it´s wrong to tell the truth
What am I supposed to do
When all I wanna do is speak my mind (speak my mind)
If it´s wrong to do what´s right
I´m prepared to testify
If loving you with all my heart´s a crime
Then I´m guilty

I wanna give you all the things you never had
Don´t try to tell me how he treats you isn´t bad
I need you back in my life
I never wanted just to be the other guy (be the other guy)
I never want to live a lie

If it´s wrong to tell the truth
What am I supposed to do
When all I wanna do is speak my mind (speak my mind)
If it´s wrong to do what´s right
I´m prepared to testify
If loving you with all my heart´s a crime
Then I´m guilty

Girl I followed my heart
Followed the truth
Right from the start it led me to you
Please don’t led me this way
I´m guilty now all I have to say


If it´s wrong to tell the truth
What am I supposed to do
When all I wanna do is speak my mind (speak my mind)
If it´s wrong to do what´s right
I´m prepared to testify
If loving you with all my heart´s a crime
Then I´m guilty

What am I supposed to do
Then I´m guilty
All I wanna do is speak my mind
Guilty
Then I´m guilty
I´m prepared to testify
If it´s wrong to do what´s right then tell me about this feeling inside
If loving you with all my heart´s a crime
I´m guilty


„Wie gern wäre ich jetzt bei dir, Liebster“, wehmütig wanderten meine Gedanken zu jenem Tag zurück, an dem wir uns das erste mal sahen. „War das etwa gerade diese Schmalzlocke?“, mist, ich hatte gar nicht bemerkt, wie Flo rein gekommen war. Eine Alkoholfahne hüllte mich ein. „Hol die CD aus dem Player“, befahl er und als ich nicht reagierte, schrie er mich an, „hast du nicht gehört, was ich dir gesagt hab?!“ Zitternd hielt ich nun die CD in meiner Hand. „Zerbrich sie!“ „Nein!“ Er packte mich an den Haaren und riss mich zu sich. „Mach schon“, zischte er gefährlich. Tränen liefen über meine Wangen, als die CD mit einem Knacken zerbrach. Es war, als hätte ich mein eigenes Herz zerbrochen, dass nun in Form einer CD vor meinen Füßen lag. „Und jetzt werden wir etwas Spaß haben“, schubste er mich aufs Sofa. Ich zappelte so doll, wie ich konnte, doch er war einfach zu stark und riss mir die Klamotten vom Leib. „Nein, bitte tu mir das nicht an“, flehte ich unter Tränen, „lass mich doch gehen.“ „Stell dich doch nicht so an, Sarah, für diese Schmalzlocke hast du doch auch die Beine breit gemacht“, ein dreckiges Grinsen umspielte seine Lippen, das die schrecklichste Nacht meines Lebens ankündigen sollte.....
......Stundenlang stand ich danach unter der Dusche bis ich irgendwann keine Kraft mehr hatte und mich auf dem Boden zusammen kauerte. Wasser lief über meine Haut, aber es konnte den Dreck einfach nicht abwaschen. Wie soll ich damit bloß weiter leben? Ich....ich kann mich niemandem anvertrauen, denn keiner kann mir helfen......

~Yvonne~

Ich muss einfach sehen, wie es Sarah geht, denn ich mache mir solche Sorgen um sie. Doch schon auf halbem Weg zu ihr, entdeckte ich sie in der Nähe des Parks. Sie wirkte ziemlich verstört und sah einfach schrecklich aus, so blass und dann diese dunklen Augenringe.....nein, das ist nicht mehr die Sarah, die mir so vertraut ist. Ich musste sie ein paar mal anreden, damit sie mich überhaupt registrierte. „Bitte, Sarah, hab doch keine Angst“, bat ich, „komm zu mir. Ich kann dir helfen!“ „Das kannst du nicht“, erwiderte sie mit leiser Stimme, „manchmal muss man selber einen Ausweg im Leben finden und irgendwie gibt es den auch.....irgendwie gibt es ihn, Ivy. Pass auf dich auf!“, sie ließ mich einfach so stehen und ging weiter. Jetzt reicht´s! Ich rufe Duncan an. Er muss unbedingt her kommen! „Inglis?!“, meldete er sich. „Ich bin´s Yvonne“, legte ich auch gleich los, „du musst unbedingt her kommen, Dunc! Ich hab Sarah gerade getroffen....sie sieht furchtbar aus! Duncan, ich hab so Angst um sie!“ „Ich komme so schnell es geht. Ich rufe sofort den Flughafen an und frage nach dem nächsten Flug, dann melde ich mich noch mal bei dir“, schon hatte er wieder aufgelegt. Gott, hoffentlich kommt er bald....

~Duncan~

Ich werd sie daraus holen, ob sie will oder nicht. Yvonne´s Stimme hatte mir wirklich ganz schön Angst eingejagt. Nun platzte ich wieder in das Interview, dass ich vorhin unter den bösen Blicken Johnny´s verlassen hatte. „Ich muss gehen“, sagte ich laut, so dass sich alle erstaunt zu mir umdrehten. „Duncan ist heute mal wieder zu Scherzen aufgelegt“, lächelte Johnny die Journalistin entschuldigend an und zischte mir dann ein „Setz dich auf deine vier Buchstaben“ zu. Johnny war zwar ein ziemlich eindrucksvoller Mensch, aber nur, wenn man ihn nicht kannte. Ich jedoch kannte ihn und ließ mich von ihm nicht einschüchtern. „Geht nicht. Ich fliege mit dem nächsten Flieger, den ich kriegen kann, nach Deutschland“, gab ich unbeeindruckt zurück. „Würden Sie uns bitte kurz allein lassen?“, bat er die Journalistin mit einem entschuldigenden Lächeln, die daraufhin murrend den Raum verließ, „Hast du sie eigentlich noch alle? Du kannst doch nicht einfach abhauen“, schnauzte er mich an. „Ich muss zu Sarah! Ich liebe sie und ich kann sie nicht so einfach im Stich lassen“, verteidigte ich mich. „Du hast hier deine Arbeit zu machen“, warnte er, als ich zur Tür ging, „wenn du jetzt gehst, dann bist du draußen!“ „Wie meinst du das?“ „So wie ich es gesagt hab! Du brauchst dann nicht mehr wieder zu kommen!“ Was geht denn jetzt mit dem? Der ist doch sonst auch nicht so, aber wenn er das so haben will, kann er das kriegen. Ich wollte ihm gerade die passende Antwort geben, als Lee sich neben mich stellte: „Dann bin ich auch draußen!“ Simon und Antony gesellten sich nun auch zu uns: „Und wir auch!“ Ich warf den dreien einen dankbaren Blick zu. „So, so, ihr startet also eine Rebellion“, verschränkte er die Arme vor der Brust, „was soll ich jetzt noch ausrichten?“ „Nichts“, grinste Lee, „Brüder halten eben zusammen!“ Johnny seufzte: „Tut mir leid, Dunc! Ich war unfair, weil ich total gestresst bin. Ich hätte das nicht an dir auslassen dürfen. Na los, hau schon ab. Die kleinen Rebellen und ich kommen auch erstmal ohne dich klar.“ „Danke, Johnny, Danke, Jungs“, wir umarmten uns freundschaftlich und schon war ich aus der Tür auf dem Weg nach hause. Unterwegs rief ich den Flughafen an und erkundigte mich nach dem nächsten Flug. Diesen konnte ich leider erst für den nächsten Vormittag buchen. Vorher war schon alles belegt. Um mich etwas abzulenken, packte ich schon mal meine Koffer und verbrachte dann eine schlaflose Nacht. Am nächsten Vormittag fuhr ich frühzeitig mit dem Taxi zum Flughafen und hoffte, dass ich bald wieder landen würde. Dieses mulmige Gefühl in der Magengegend sagte mir, dass heute irgend etwas passieren würde und ich betete, dass ich nicht zu spät kam....

~Sarah~

Es war ein Abschied von Yvonne gewesen ohne das sie es wusste. Gestern Abend hatte Florian erneut versucht mich zu vergewaltigen, doch da ich so sehr weinte, verlor er die Lust an mir. Nun sitze ich hier, mein Tagebuch liegt vor mir. Flo war schon heute morgen in aller frühe irgendwann gegangen, wohin wusste ich nicht und es war mir auch egal..... Wie ich schon zu Yvonne gesagt hatte, gab es einen Ausweg und ich hatte ihn gefunden.....

„Liebes Tagebuch!

Dies wird nun mein letzter Eintrag sein, denn ich habe einen Ausweg gefunden. Ich kann einfach nicht damit leben.....damit leben, vergewaltigt worden zu sein von Florian. Ich kann mich niemandem anvertrauen, denn er droht mir, ihnen etwas anzutun. Das kann ich einfach nicht zulassen.....

Abschied nehmen heißt los lassen und genau das habe ich getan......

Duncan....wenn du das hier vielleicht eines Tages lesen solltest, dann will ich, dass du weißt, dass ich dich immer lieben werde, ganz egal, wo auch immer ich sein werde. Unsere Liebe traf uns wie ein Blitz und wird für immer unsterblich sein. Eines Tages werden wir uns wieder sehen.....irgendwie....irgendwo.....irgendwann....

In Liebe

Sarah“


Mein Entschluss stand fest. Aus dem Bad nahm ich mir Tabletten aus dem Schrank und eine Flache von Florian´s Whiskey Vorräten. Damit machte ich mich auf den Weg zu meinem Lieblingsplatz, der alten Ruine. Mein letzter Gedanke galt Duncan, bevor ich die Tabletten mit dem Whiskey hinunter stürzte. Diese zeigten auch bald ihre Wirkung und die helle Mittagssonne verschwamm vor meinen Augen.....

~Duncan~

Nachdem der Flieger gelandet war, machte ich mich zunächst auf den Weg zu Yvonne. „Gut, dass du endlich da bist“, empfing sie mich, ließ mich die Koffer in den Flur stellen und fuhren dann in ihrem Auto zu Sarah. Wir klingelten und klingelten, doch weder Sarah, noch dieses miese Schwein öffneten. „Oh Gott“, schlug sich Yvonne plötzlich die Hand vor den Mund. Ihr Gesicht war auf einmal leichenblass. „Jetzt weiß ich auch, was sie gestern damit meinte...“ „Was Yvonne? Was hat sie gesagt?“, drängte ich. „...Manchmal muss man selber einen Ausweg im Leben finden und irgendwie gibt es den auch....“, wiederholte Yvonne, „mein Gott, Duncan! Tritt schnell die Tür ein! Ich glaub, sie will sich umbringen!“ Fuck, dieses miese Arschloch! Was hat er ihr bloß angetan? Wütend trat ich die Tür ein und wir durch suchten alle Zimmer. Im Wohnzimmer fand ich ein Buch, ihr Tagebuch, dass Yvonne´s Verdacht bestätigte. Ich brech diesem Arsch alle Knochen! Wie kann er es wagen, sie zu vergewaltigen?! „Wo kann sie sein, Duncan?“, fragte Yvonne panisch. Ja, wo kann sie sein? „Niemand weiß von diesem Platz“, schossen mir plötzlich ihre Worte durch den Kopf. Na klar, die alte Ruine! „Schnell mach schon!“, drängte ich Yvonne aus der Wohnung zum Auto. „Wo willst du denn hin?“, wollte Yvonne panisch wissen und drückte mir ihren Autoschlüssel in die Hand, denn sie zitterte so sehr, dass sie unmöglich in der Lage war zu fahren. „Zu der alten Ruine im Park ganz in der Nähe“, hektisch ließ ich den Wagen an und wies sie an, Krankenwagen und Feuerwehr zu verständigen. Die mussten die Absperrung beseitigen, denn durch den schmalen Spalt würden wir Sarah nicht raus bekommen. Wie ein Irrer steuerte ich den Wagen über sämtliche rote Ampeln und stoppte erst wieder, als wir den Park erreichten. So schnell wir konnten liefen wir zur alten Ruine, zwängten uns durch den Spalt.....und da lag Sarah. Neben ihr stand eine über die Hälfte gelehrte Whiskey Flasche, daneben lag eine Tablettenschachtel. „Zunächst fühlte ich ihren Puls. „Lebt sie noch?“, fragte Yvonne ängstlich. Ihr Gesicht war tränenüberströmt. Ernst nickte ich: „Sarah, mein Engel, das kannst du mir doch nicht antun! Du darfst jetzt nicht aufgeben! Das Schwein wird dafür bezahlen, für das was er dir angetan hat!“ Die Sirenen der Feuerwehr und des Krankenwagens, die schon von weitem zu hören gewesen waren, kamen immer näher und wenige Minuten später war die Absperrung Geschichte. Mit dem Krankenwagen wurde Sarah in die Klinik transportiert. Uns bat man, hinter ihnen her zu fahren. Von unterwegs rief Yvonne Sarah´s Mum an, damit sie schnell in die Klinik kommen konnte. Uns würde man bestimmt keine Auskunft über ihren Zustand geben. „Ich hätte nicht gehen dürfen damals“, machte ich mir schreckliche Vorwürfe, als wir in dem weißen, beengenden Krankenhausflur saßen. Ärzte und Schwestern eilten an uns vorbei, ohne uns auch nur das geringste Fünkchen Aufmerksamkeit zu schenken. „Es wäre nicht anders gekommen, Duncan“, tröstete mich Yvonne, „ich war die ganze Zeit hier....konnte ich etwas ausrichten?!“ Sie ließ den Kopf hängen und ich nahm sie tröstend in den Arm. „Sind Sie mit Sarah Andersen verwandt?“, ein Arzt räusperte sich neben uns. „Nein, aber ich bin ihr Freund“, erwiderte ich hastig. „Er lügt, ich bin ihr Freund“, da stand Flo an der Seite ihrer Mum. „Das du dich überhaupt hier her traust, du mieses.....“ „Aber Duncan, wie redest du denn mit Florian und was machst du überhaupt hier?“, stemmte Mona die Hände in die Hüften. „Ja, Duncan, was machst du überhaupt hier?“, äffte er Mona nach. „Okay, das reicht! „Nein, Duncan, nicht! Das ist er nicht wert“, hielt mich Yvonne zurück, bevor ich Florian windelweich prügeln konnte. „Kluge Entschei....“, begann Flo, doch in dem drehte sich Yvonne um und gab ihm mit voller Wucht eins auf die Nase. „Fasst du Sarah noch einmal an, dann werde ich dich persönlich kastrieren“, fauchte sie, während Florian sich das Blut unter der Nase weg wischte. „Du kannst gar nichts beweisen“, grinste er selbstsicher. „Von was redet ihr?“, verlangte Mona zu wissen. „Dieses Schwein hat deine Tochter vergewaltigt“, klärte Yvonne sie auf. Entsetzt wich diese von Flo zurück und schnappte nach Luft. „Du hast gar keine Beweisen“, wiederholte er selbstsicher. „Oh doch, Sarah hat alles fein säuberlich in ihrem Tagebuch aufgeschrieben und zusammen mit ihrer Aussage wirst du bald hinter schwedischen Gardinen sitzen“, Yvonne wedelte mit dem Buch vor seiner Nase rum. Nun meldete sich der Arzt wieder zu Wort: „Wenn das so ist, dann werde ich umgehend die Polizei verständigen. Florian, dieser feige Arsch, machte sich in diesem Moment aus den Staub, aber die Polizei würde ihn schon kriegen. Entweder sie tun es.....oder ich.... „Wie geht es meiner Tochter?“, Mona hatte nun ihre Sprache wieder gefunden. „Wir mussten Sarah den Magen auspumpen“, ernst blickte er von einem zum anderen, „sie hatte wirklich großes Glück, dass sie nicht später gefunden worden ist.“ „Darf ich zu ihr?“, bat ich, „natürlich nur, wenn es dir nichts ausmacht, Mona?!“ Diese schüttelte den Kopf. „Sie schläft zwar jetzt, aber nun gut....Zimmer 35.“ Ich atmete noch einmal tief durch und betrat dann ihr Zimmer. Mein kleiner Engel......sie sieht so verloren aus in diesem riesigen Bett. Ihre Hand fühlte sich so schlaff, so leblos an. Wird sie je wieder die Alte sein?

~Sarah~

Ich wanderte einen dunklen Tunnel entlang. Irgendwann kam ein helles Licht in Sichtweite und ich wusste genau, wenn ich es erreicht hatte, war alles vorbei. Doch kurz vor meiner Erlösung wurde ich zurück gezogen. Mit aller Macht versuchte ich dagegen anzukämpfen, aber ich wurde wieder zurück in den Tunnel gezogen.....alles verfinsterte sich.....
Bin ich doch dort angekommen wo ich hin will? Schwerfällig öffnete ich meine Augen und wurde von etwas hellem geblendet. Das helle Licht?! Ich kniff die Augen zu einem kleinen Spalt zusammen und wartete darauf, dass ich mich an die Helligkeit gewöhnte. Ein Krankenzimmer.....wie kann das sein? Mein Blick schweifte durchs Zimmer und ich traute meinen Augen nicht. Da saß Duncan! Er hielt meine Hand ganz fest und sein Kopf ruhte auf dem Bett. „Duncan, was machst du hier? Wenn er dich hier sieht, dann.....“ „Hey mein Engel“, verschlafen hob er den Kopf und lächelte mich an, „du brauchst keine Angst mehr zu haben. Er kann dir nichts mehr tun.“ „Warum habt ihr mich zurück geholt?“, Tränen traten in meine Augen, „ich war so kurz davor.....“ „Denkst du, ich lasse zu, dass sich dir Frau, die ich liebe, sich einfach so aus meinem Leben stiehlt?!“ „Ich kann dir nichts mehr geben, Duncan, weil er....er hat....mich....“, ich konnte dieses Wort einfach nicht mehr aussprechen. „Ich weiß, mein Engel, ich weiß, aber du wirst es schaffen, WIR werden es schaffen! Ich werde nicht mehr von deiner Seite weichen.“ „Warum tust du das?“, schniefte ich, „warum willst du dir eine Frau ans Bein binden, die dir wahrscheinlich nie mehr das geben kann, wonach du dich sehnst?!“ „Weil ich dich liebe“, antwortete er schlicht und brachte mich wieder dazu, in seinen blauen Augen zu versinken. „Wie geht es ihnen heute Morgen, Sarah?“, platzte ein Arzt ins Zimmer. Unschlüssig zuckte sie mit den Schultern. Bin ich froh, noch hier zu sein? „Sie haben sehr großes Glück gehabt und ich denke, das wissen Sie auch“, fuhr er ernst fort, „niemand kann sich vorstellen, wie sie sich im Moment fühlen und was Sie durchmachen. Es ist sehr wichtig, dass Sie jetzt nicht alles in sich hinein fressen, Sarah, sie dürfen sich jetzt nicht verschließen. Vielleicht wäre es gut, wenn Sie sich an einen Therapeuten wenden würden....“ „Sie meinen, ich soll mich einem Seelenklempner anvertrauen? Kommt ja gar nicht infrage. Ich bin mit meinen Problemen noch immer selber fertig geworden!“, stur verschränkte ich die Arme vor der Brust. „Sarah, ich finde, er hat recht“, mischte sich Duncan nun ein, „du hast viel durchgemacht in den letzten Monaten. Es wäre besser, wenn du....“ „Nein! Ich lege mich doch nicht auf die Couch von irgend so nem Psycho – Spinner und heul dem die Ohren voll!“ „Sie müssen ja auch nicht zu einem Mann gehen. Es gibt auch viele Frauen, die diesen Beruf ausüben“, redete der Arzt auf mich ein und Duncan nickte zustimmend. „Dann müsst ihr mich dahin schleifen, denn von allein werde ich nicht dahin gehen!“ „Na schön, wenn Sie partout nicht wollen, kann ich nichts ausrichten“, seufzte der Arzt, „aber ich rate Ihnen, sich das noch mal gründlich durch den Kopf gehen zu lassen!“ Damit verließ er das Zimmer.....

~Duncan~

„Du denkst, ich tue das falsche....Hab ich recht?“, durchbrach sie die Stille. „Um ehrlich zu sein......ja, das denke ich! Ich glaube nicht, dass du in der Lage dazu bist, das Geschehene allein zu verarbeiten.“ „Du....du hast doch gesagt, du liebst mich und....“ „Das tue ich auch, mehr als alles andere auf der Welt und ich bin immer für dich da, egal was geschieht, aber wenn du ehrlich zu dir selbst bist, denkst du, du kannst mit mir darüber reden? Versteh doch, ich will, doch nur das Beste für dich.“ „Ich weiß nicht....“, zuckte sie unsicher mit den Schultern und schon wieder wurden wir unterbrochen von Mona und Yvonne. Nachdenklich beobachtete ich Sarah. Sie tut stark, aber sie ist es nicht.....nicht mehr....Ich kann nur hoffen, dass sie ihre Meinung noch ändert......
Noch ein paar Tage musste Sarah im Krankenhaus verbringen und jeden Morgen erzählte mir der Arzt das selbe. Sarah schlief keine Nacht durch, weil sie von schrecklichen Albträumen geplagt wurde. Immer wieder wachte sie weinend und kreischend auf. Sie leidet furchtbar, aber sie will es keinem zeigen. Schließlich wurde Sarah entlassen. „Gut, dass du endlich kommst“, empfing sie mich erleichtert, „der is mir schon wieder mit diesem Psycho – Doc auf die Nerven gegangen.“ Ich verkniff mir, was ich sagen wollte, weil ich denke, dass sie irgendwann von ganz allein eine Therapie machen wird. In ihrer Wohnung hatte sie zunächst ihre Sachen ausgepackt, während ich sie im Wohnzimmer erwartete. Irgendwie hab ich Angst davor, sie zu berühren, weil ich nicht weiß, ob sie das überhaupt will.... Verrückt oder?! Wo wir uns doch so verdammt nah waren....Aber ich glaube, nein ich weiß, das es wieder so sein wird!! „Alles verstaut?“ Sie nickte lächelnd und kuschelte sich vorsichtig an mich. Anscheinend wollte sie meine Nähe. „Kannst du den Arm um mich legen, damit ich mich wohler fühle?“ „Aber sicher, mein Engel“, ich drückte ihr einen zarten Kuss auf die Stirn, „es gibt da noch eine Sache, über die wir reden müssen....“ „Hhhmmm?“ „Du musst morgen deine Aussage bei der Polizei machen. Dein Tagebuch allein reicht nicht aus, um Florian weiter hinter Gittern zu behalten.“ Sie prang auf: „Das kann ich nicht! Ich steh das nicht durch!“ Die Polizei hatte Florian in der Zwischenzeit gefasst. Es fehlte nur noch Sarah´s Aussage. „Doch, du schaffst das! Ich werde die ganze Zeit bei dir sein!“, vorsichtig zog ich sie in meine Arme, „du kannst ihn nicht einfach so davon kommen lassen, Sarah! Er muss für all das büßen, was er dir angetan hat!“ „Aber du musst auch ganz bestimmt bei mir bleiben...“ „Ich verspreche es dir, mein Engel, ich werde dich niemals mehr verlassen....“

~Sarah~

„Warum schläfst du nicht hier....bei mir? Ich verstehe das nicht....“ „Weil....ich denke, das es besser so ist.“ „Du kannst meine Nähe nicht ertragen, ekelst dich vor mir, richtig? Es ist so, weil er mich...“ „Nein, Engel, ich will nicht, das du auch nur im entferntesten daran denkst!!! Ich will nur nicht, dass du dich zu irgend etwas gedrängt fühlst! Ich werde im Nebenzimmer schlafen und wenn du mich brauchst, bin ich sofort bei dir, okay?“ „Okay“, stimmte ich widerwillig zu. Duncan gab mir noch einen Kuss auf die Stirn und schloss dann leise die Tür hinter sich. Wie glücklich könnten wir doch sein?! Doch diese verdammte.....verdammte Sache hat alles kaputt gemacht! Wie kann ich jemals wieder normal leben mit Duncan? Wie kann ich ihm all das geben, wonach er sich sehnt? Liebe....Zärtlichkeit....Sex..... Ich brauche ihn....doch ist es nicht unfair, ihn nur deshalb an mich zu binden??

~Duncan~

Mitten in der Nacht hörte ich Schreie aus Sarah´s Zimmer. Anscheinend hatte sie schon wieder einen dieser schrecklichen Albträume. Ich hetzte rüber in ihr Zimmer und sah, wie sie sich weinend im Bett herum warf. „Sarah, Engel, alles okay“, rüttelte ich sie, „es war nur ein böser Traum. Ich bin ja jetzt da!“ „Oh Duncan, bitte verlass mich nicht“, schreckte sie schweißgebadet auf. „Wie kommst du nur auf so einen dummen Gedanken?“, liebevoll strich ich ihr eine Haarsträhne aus dem Gesicht. „Ich könnte es dir jedenfalls nicht verübeln....“, traurig senkte sie den Kopf, schlüpfte aus dem Bett und starrte aus dem Fenster. „Wieso sagst du so was? Du weißt, dass ich dich liebe!“ „Aber Liebe allein reicht nicht aus....leider... Es wird wahrscheinlich eine halbe Ewigkeit dauern, bis ich wieder mit dir......schlafen kann.....“ „Aber das hat doch Zeit“, ich stellte mich hinter sie und strich ihr vorsichtig über die Arme, „wichtig ist, dass du wieder zu dir selbst findest......und ich werde dir dabei helfen.“ „Aber Duncan...“ „Pssst, kein Aber! Wir lieben uns! Nur das zählt und alles andere wird sich zeigen.....“ Schluchzend vergrub sie ihr Gesicht an meinem Hals: „Ich liebe dich!“ „Ich liebe dich auch, mein Engel!“ „Kannst du bei mir schlafen? Ich möchte nicht allein sein...“ „Wenn du das möchtest....“, strich ich ihr eine Träne von der Wange. Als wir wieder im Bett lagen, kuschelte sie sich vorsichtig an mich. Und wieder fragte ich mich, wie er ihr das bloß antun konnte. Er hatte Sarah damit fast zu Grunde gerichtet.....eine bezaubernde junge Frau, die ihr Leben fest im Griff gehabt hatte, hatte er in ein hilfloses, ängstliches Mädchen verwandelt.....

~Sarah~

Am nächsten Vormittag meine Aussage bei der Polizei zu machen, war echt die Hölle. Es war, als würde ich es ein weiteres Mal durchleben müssen. Dabei tat ich das doch schon jede Nacht in meinen Träumen. Duncan blieb die ganze Zeit bei mir, hielt meine Hand und trocknete meine Tränen. Was würde ich bloß ohne ihn machen? Aus den Augenwinkeln bemerkte ich, wie seine andere Hand sich zu einer Faust ballte, als ich davon erzählte, wie Florian mich angefasst hatte. Ich glaub, am liebsten hätte Dunc ihm alle Knochen gebrochen. Des Weiteren war auch noch ein Psycho – Heini dabei. Er empfahl mir einige, seiner Meinung nach, gute Psychologen, doch ich lehnte dankend ab. Ich bin einfach nicht der Typ, der sich bei Fremden ausheult.....
Erleichtert erfuhr ich, dass ich vor Gericht nicht erscheinen bräuchte. Florian hatte alles gestanden und zusammen mit meiner Aussage und dem Tagebuch würde es ausreichen, ihn in den Knast zu bringen, wo er hoffentlich lange bleiben würde....
Ich sagte ja bereits, dass ich nicht der Typ bin, der sich bei Fremden ausheult....doch ich musste bald erkennen, dass mir wohl nichts anderes übrig bleiben würde. Obwohl ich nun wusste, dass Florian weggesperrt würde, konnte ich nicht ruhig schlafen. Immer, wenn ich die Augen schließe, sehe ich sein Gesicht vor mir, dass mich hämisch angrinst und mich bis in meine Träume verfolgt. Nacht für Nacht wachte ich schreiend auf und Duncan kümmerte sich jedes mal rührend um mich. Überhaupt war er total lieb zu mir. Einige Male hatte ich ihn schon nach Blue gefragt und ob er nicht zurück müsse. Das war schließlich kein Job, wo man einfach blau machen konnte. Aber er winkte jedes mal nur ab und meinte, ich solle mir darüber nicht den Kopf zerbrechen..... Nun, einige Tage nach meiner Aussage , war ich wieder panisch aus einem meiner Träume erwacht. Als ich meine Atmung wieder unter Kontrolle hatte, fiel mein Blick aus dem Fenster.....Sonnenaufgang. Leise, um Duncan nicht zu wecken, schlich ich mich aus dem Zimmer runter in den Garten. Auf einer der Schaukeln sitzend genoss ich den Sonnenuntergang. „Schön, nicht wahr?!“

~Duncan~

Ich hatte nicht bemerkt, wie Sarah das Zimmer verlassen hatte. Als ich das Bett neben mir abtastet, lag sie nicht da. Vom Fenster aus sah ich, wie sie auf einer Schaukel sitzend, den Sonnenaufgang beobachtete. Wenige Minuten später ging ich auch nach unten und setzte mich zu ihr. „Schön, nicht wahr?!“ „Tut mir leid, ich wollte dich nicht wecken“, blickte sie mich entschuldigend an. „Ich bin von allein wach geworden“, beruhigte ich sie, „und hab dich dann hier sitzen sehen. Möchtest du vielleicht lieber allein sein?“ „Nein“, erwiderte sie rasch, „ich möchte gerne über etwas mit dir reden.“ „Schieß los“, forderte ich aufmerksam. „Ich hab mir das mit der Therapie noch einmal gründlich durch den Kopf gehen lassen.....und ich bin zu dem Entschluss gekommen, dass es vielleicht doch nicht so falsch ist, das mal zu probieren.....“ „Das ist ja toll“, begeistert griff ich nach ihrer Hand, „aber da ist noch was....hab ich recht?“ „Ja.....also....ähm....“, sie zögerte, „ich fühle mich hier einfach nicht mehr sicher. Hier sind zwar alle meine Freunde, aber es hat mich schon immer nach London gezogen. Vielleicht, weil ich in England geboren wurde, keine Ahnung. Duncan, ich möchte, wenn du nichts dagegen hast, mit dir nach London gehen und dort meine Therapie machen.“ „Mein Gott, ja, du könntest mich mit nichts glücklicher machen, als mit mir zu kommen“, freudig zog ich sie in meiner Arme. „Ich weiß nicht, ob ich jemals nach Deutschland zurück kommen werde, deswegen werde ich meinen Eltern erzählen, dass es erstmal nur für 1 ½ Jahre ist. Was danach kommt, wird sich noch herausstellen......“

~Sarah~

Ich bin mir sicher, die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Jetzt muss ich es nur noch meiner Familie und auch Yvonne sagen. Für den nächsten Tag rief ich alle zusammen und erklärte ihnen mein Vorhaben. Am schlimmsten war es für mich, Yvonne´s Tränen zu sehen. Wir haben immer alles zusammen gemacht, waren noch nie getrennt, doch das ist nun erstmal vorbei. Auch Mum und Dad fiel es schwer, meine Entscheidung zu akzeptieren, denn sie wollten nichts mehr, als mir zu helfen. „Das könnt ihr auch“, antwortete ich, „versucht einfach, mich zu verstehen. Ich kann im Moment einfach nicht länger hier sein.“ Mum hatte mich in ihre Arme geschlossen und Duncan eingebläut, dass er ja gut auf mich aufpassen solle. Das selbe tat sie dann noch mal, als wir uns am Flughafen voneinander verabschiedeten. Nun kehrte ich Deutschland den Rücken....für lange Zeit....

~Duncan~

„Sag mal, holt deine Mum uns eigentlich vom Flughafen in London ab?“ „Nein, ich hab gestern noch mit Lee gesprochen. Er wollte es sich nicht nehmen lassen zum Flughafen zu kommen. Ich hoffe nur, er macht keine Macken in mein Auto“, seufzte ich und versuchte diesen Gedanken zu verdrängen. „Wieso lässt du ihn überhaupt damit fahren?“, wollte Sarah wissen. „Oh je, eine Unwissende“, lachte ich, worauf Sarah mich verständnislos ansah, „Lee fährt wie ein Irrer! Bevor du bei ihm einsteigst, solltest du dein Testament gemacht haben! Wenn er mit meinem Auto kommt, kann ich nachher selber fahren und sicher sein, dass wir auch heil ankommen. Außerdem hätten wir alle eh nicht in seinen Porsche gepasst.“ „Er hat einen Porsche??“, plötzlich leuchteten ihre Augen auf. „Oh ja, da ist er auch mächtig stolz drauf auf sein Baby. Ich kann ihn ja mal fragen, ob er dich damit fahren lässt“, zwinkerte ich und sie nickte begeistert. Den Rest des Fluges verschlief Sarah und wachte auch erst wieder auf, als wir uns im Landeanflug befanden. Nach der Landung verließen wir schleunigst das Flugzeug und angelten uns unsere Koffer. Suchend hielt ich Ausschau nach Lee, der auch schon wenig später grinsend auf uns zuhüpfte. „Na Duncylein, altes Haus“, witzelte er und schlug mir auf den Rücken. „Na Leechen, du Küken“, grinste ich. „Immer werd ich damit aufgezogen, bloß weil ich jünger bin“, murrte er gespielt eingeschnappt. „Wenn ich Zeit hab, bedauere ich dich mal“, lachte ich, „jetzt möchte ich dir aber erstmal Sarah vorstellen. Also Lee, das ist Sarah. Sarah, das ist Lee, seines Zeichens Bandnesthäkchen und Betthäschensammler.“ „Unser Duncy macht gern mal ein paar Witzchen“, er warf mit einen bösen Blick zu, „ich bin gar nicht so schlimm. Es freut mich, dich kennen zu lernen.“ Die beiden reichten sich die Hände. „Ganz meinerseits“, erwiderte Sarah schüchtern lächelnd. Schließlich machten wir uns auf den Weg nach draußen. „Duuuuuu Duncan.......ich muss dir da noch was sagen.....“ „Was hast du jetzt schon wieder angestellt, Lee?“, seufzte ich und bereitete mich schon auf das Schlimmste vor, „hast du ne Bank ausgeraubt oder einen Polizisten bepöbelt?“ „Neeee“, sagte er gedehnt, „eigentlich betrifft es eher dein Auto....“ Erschrocken riss ich die Augen auf, worauf Sarah herzhaft anfing zu lachen. „Du müsstest mal dein Gesicht sehen“, brachte sie kichernd hervor. Sie so lachen zu sehen, machte mich unglaublich glücklich und ich beschloss, ganz egal, was Lee jetzt sagen würde, ihm erst später den Hals umzudrehen. Obwohl.....Ich würde das sowieso nicht machen, auch wenn ich es mir ganz fest vornehmen würde. Wenn es um Lee ging, was ich einfach viel zu weich. Irgendwie fühlte ich mich als sein großer Bruder, der ihn vor allem und jedem beschützen musste. „Jetzt rück schon raus damit! Werde ich auf dem Parkplatz einen Schrotthaufen vorfinden?“ „Ich hab vergessen zu tanken“, kam es kleinlaut von ihm. „Und das ist alles? Deswegen schockst du mich erst so?“, fragte ich ungläubig, worauf Lee frech grinste, „aber nach hause kommen wir schon noch?“ „Das schon“, nickte er. Das war natürlich Absicht gewesen. „Dann rück mal die Schlüssel raus.“ „Och, kann ich nicht fahren?“, bettelte er mit seinem berühmten Lee – Dackelblick. „Sorry Kleiner, aber ich bin nicht lebensmüde.“ Schmollend rückte er den Schlüssel raus, wir luden unsere Sachen ein und ich fuhr los. „Schon mal das Gedicht von den Schnirkelschnecken gehört, Dunc?“ „Ruhe auf den billigen Plätzen“, gab ich zurück und sah im Rückspiegel kurz Lee´s freches Grinsen. „Du bist wirklich genau, wie Yvonne“, lachte Sarah neben mir, „ihr würde das jetzt auch zu langsam gehen.“ „Hmmm...Yvonne...Yvonne...“, grübelte Lee, „hab ich schon mal gehört irgendwo....“ „Lass das grübeln lieber, Ryan. Kommt ja eh nix bei rum“, bemerkte ich trocken, „du hast das eine mal mit ihr am Telefon gesprochen.“ „Ach, war das die kleine Zicke, die behauptet hat, ich wäre eingebildet?! Die hat sich am Telefon echt sweet angehört. Ich krieg doch sicher ihre Nummer, Duncylein?!“ „Vergiss es, sie würde mich garantiert nen Kopf kürzer machen“, winkte ich ab und Sarah nickte zustimmend. „Ich komm schon irgendwie noch daran.....“, murmelte er leise vor sich hin und schon war es an der Zeit, ihn vor seinem Haus raus zu schmeißen. Wenig später kamen auch wir zuhause an und Sarah staunte nicht schlecht. Ihr Mund wollte gar nicht mehr zugehen. „Das ist ja einfach traumhaft hier“, staunte sie und durchwanderte das Wohnzimmer und die riesige Küche. „Ich freu mich, dass es dir gefällt“, lächelte ich und wir gingen nach oben ins Schlafzimmer. „Denkst du, du hältst es die nächsten 1 ½ Jahre hier aus?“ „Machst du Witze? Es ist total schön hier“, begeistert umarmte sie mich. Ich bin so froh, sie endlich etwas fröhlicher zu sehen!

~Sarah~

Oh man, ich meine, meine Eltern haben ja auch ein Haus, aber es ist lange nicht so riesig, wie das von Duncan und es lädt sofort dazu ein, sich wohl zu fühlen. Ich glaube, hier könnte ich für immer bleiben....
Nun musste ich mich erstmal auf die Suche nach einer geeigneten Therapeutin machen, denn ich wollte so schnell wie möglich wieder ein normales Leben führen. Duncan und auch seine Mum Fiona halfen mir sehr dabei, so dass ich schon bald meine erste Therapie – Stunde hatte. „Du musst mich aber nicht hinbringen“, versuchte ich Duncan zu überreden, aber anscheinend redete ich gegen eine Wand. „Ich will aber!“ „Irgendwann musst du aber auch wieder arbeiten“, war mein nächstes Argument. „Alles geklärt“, kam es knapp zurück. „Wie?“ „Ich bin auf unbestimmte Zeit von Blue beurlaubt“, lächelte er. „Ich will aber nicht, dass du wegen mir deine Karriere vernachlässigst!“ „Ich setze nur Prioritäten“, antwortete er und hielt vor der Praxis, „und ich tue es gern!“ Wieder versank ich in seinen Augen. Vorsichtig drückte ich ihm einen sanften Kuss auf die Lippen. Das war der überhaupt erste „richtige“ Kuss seit wir uns wieder gesehen hatten und für mich schon ein großer Durchbruch, obwohl ich überhaupt noch gar keine Therapie – Stunde gehabt hatte. „Ich hole dich nachher wieder ab“, hauchte er und in seiner Stimme lag Überraschtheit, „oder möchtest du, dass ich dich begleite?“ „Nein, ich schaffe das schon“, sanft strich ich noch einmal über seine Wange, verabschiedete mich dann und ging rein in die Praxis. Sogleich teilte mir die Sekretärin mit, dass mich die Therapeutin, Mrs. Smith, bereits erwarten würde. „Guten Tag, Miss Andersen“, ging in diesem Moment die Tür auf und ich wurde freundlich herein gebeten. „Darf ich Sarah sagen?“, ich nickte lächelnd. Ehrlich gesagt, dachte ich immer, dass Psychologen dafür da waren, sich mit Irren herum zu schlagen, die den Verstand verloren hatten, doch in dieser Hinsicht hatte ich gründlich daneben gelegen. Zunächst wollte Mrs. Smith, Judy, wie ich sie beim Vornamen nennen durfte, noch nicht auf mein eigentliches Problem zu sprechen kommen. Sie wollte mich erst besser kennen lernen und bat mich, ihr all die Dinge aus meiner Kindheit zu erzählen, an die ich mich noch erinnern konnte. Einfach unglaublich, was alles in meinem Gedächtnis herum schwirrte. Es kamen Dinge zum Vorschein, die ich glaubte, schon längst vergessen zu haben. Die Zeit ging unheimlich schnell vorbei, wobei ich nie gedacht hätte, dass ich mich mal einer Fremden anvertrauen könnte. Ich glaube, mit Judy´s Hilfe könnte ich es schaffen, alles hinter mich zu lassen....

~Duncan~

Als Sarah das Auto verlassen hatte, war ich ein Stück weiter zu einem Cafe gefahren, um so lange einen Kaffee zu trinken. Ja, kaum zu glauben, aber ich war von Johnny beurlaubt worden. Ich hatte ihm alles erklärt und Johnny hatte eingesehen, dass ich so unmöglich arbeiten konnte. Er war sehr verständnisvoll, wie auch die Jungs, die felsenfest hinter mir standen. So hatte ich nun genügend Zeit, mich ausführlich um Sarah zu kümmern. Das war heute schließlich ihre erste Therapie – Sitzung und ich betete inständig, während ich so gedankenverloren in meinen Kaffee starrte, dass sie nicht schon nach der ersten Stunde alles hin schmeißen würde. Ihr schien das zwar ziemlich ernst zu sein, aber man konnte ja nie wissen. Mittlerweile saß ich schon über meinem dritten Kaffee und hatte total die Zeit vergessen. Plötzlich hielt mir Jemand von hinten die Augen zu: „Du wolltest mich doch abholen?“ „Tut mir leid, Engel, ich hab total die Zeit vergessen“, entschuldigte ich mich. „Macht nichts, ich hab das Auto ja gesehen, als ich ein Stück die Straßen runter bin und da dachte ich mir schon, dass du hier bist.“ „Wie war es denn?“ „Oh, ganz toll“, erwiderte Sarah begeistert und setzte sich zu mir. „Ehrlich?“ „Jetzt guck doch nicht so erstaunt. Ich hab´s doch von Anfang an gesagt.“ Dafür bekam sie erstmal einen schiefen Blick von mir: „Falls ich die daran erinnern darf, du hast dich mit Händen und Füßen dagegen gewehrt.“ „Okay, okay, ich hab´s nicht gesagt, aber ich hab meine Meinung geändert“, so langsam kam sie ins Erzählen, „wir haben sehr nett miteinander geplaudert. Sie möchte mich erstmal kennen lernen und hat mich eine Menge über meine Kindheit gefragt. Weißt du was? Das war zwar meiner erste Sitzung und ich sollte vielleicht keine voreiligen Schlüsse ziehen, aber ich glaube, dass ich bald wieder die Kraft haben werde, in die Zukunft zu blicken.....“

~Sarah~

Von Sitzung zu Sitzung verbesserte sich mein Wohlbefinden. Der richtige Schlag kam dann noch mal, als wir auf meine Vergewaltigung zu sprechen kamen. Mehrere Sitzungen waren dafür nötig, denn immer wieder mussten wir abbrechen, weil ich kein Wort mehr raus brachte. Meine Therapeutin beruhigte mich, denn ich war schon ganz verzweifelt. Sie sagte, dass ich nicht zu viel von mir erwarten solle. Irgendwann würde alles ganz von allein kommen. Nur wann? Ich bin jetzt schon ein paar Wochen hier in England, aber an dieser Stelle kommen wir einfach nicht weiter. Deprimiert verließ ich mal wieder die Sitzung und stieg zu Duncan ins Auto. Er versuchte mich zu trösten und meinte, er hätte eine Überraschung für mich. Nun war meine Neugier geweckt, aber alle Versucht, ihn darüber auszuquetschen, scheiterten kläglich, denn er schwieg beharrlich. Umso verdutzter war ich, als wie plötzlich bei Lee hielten, der uns auch sekundenspäter schon grinsen entgegen kam. Lee war die Überraschung?! Kurz darauf wedelte Dunc mit dem Schlüssel zu Lee´s Porsche vor meiner Nase herum. „Lust auf ne kleine Spritztour?“, fragte er lächelnd und drückte mir den Schlüssel in die Hand. „Echt? Ich darf fahren?“, ungläubig wanderte mein Blick von Lee zu Duncan, die beide zustimmend nickten. „Hier noch ein kleiner Geheimtipp von mir“, flüsterte Lee mir verschwörerisch ins Ohr, „Duncylein mag es besonders gern, wenn du schnell fährst. Es ist lustig mit anzusehen, wie sich seine Gesichtsfarbe von einer Sekunde auf die andere verändert.“ „Hör auf zu flüstern, Ryan, du willst doch noch was von mir, oder?!“ Diese Satz verstand ich zwar nicht, aber ich würde schon noch früh genug erfahren, wenn die beiden was ausgeheckt hatten. Glücklich stieg ich auf der Fahrerseite ein, Duncan ließ sich sekundenspäter auf dem Beifahrersitz nieder und wir fuhren davon.....

~Lee~

Kurz bevor Duncan ins Auto gestiegen war, hatte er mir noch einen Zettel zugesteckt. Heimlich natürlich, denn Sarah würde davon noch früh genug erfahren. Ich hab Duncan echt lange wegen Yvonne´s Nummer bearbeiten müssen, aber er blieb stur. Jetzt, als er meinen Porsche haben wollte, ergab sich für mich erneut die Möglichkeit, ihn um ihre Nummer zu „bitten“. Nachdem die beiden dann endlich weg waren, konnte ich es nicht mehr aushalten und rief Yvonne an. „Hallo schöne Unbekannte, erinnerst du dich noch an mich?“ „Woher hast du meine Nummer, du Vogel?“ Sehr schön, ich war ihr also im Gedächtnis geblieben. „Na rate mal....“ „Oh, wenn ich Duncan in die Finger kriege.....“, kam es knurrend aus dem Hörer. „Denkst du nicht, dass sich das nicht ein bisschen schwierig gestaltet von Deutschland aus? Aber du kannst mich ja besuchen kommen....“ „Wie kann man bloß so dreist sein?“, empörte sie sich, „wenn ich dich besuchen kommen, dann würde ich mir nicht Duncan zur Brust nehmen, sondern dich!“ Grinsend sagte ich: „Oh, das gefällt mir. Ich werde gern zur Brust genommen....“ „Kannst du auch mal diese Anzüglichkeiten lassen?“ „Nö, das ist schließlich meine Spezialität“, erwiderte ich lapidar. „Jetzt pass mal auf, du kleiner Möchtegern – Casanova, wage es ja nie wieder hier anzurufen, sonst....“ „Sonst was?“ „Das willst du lieber nicht wissen...“, zischte sie und legte auf. Man, die Frau scheint echt Feuer im Hintern zu haben....

~Duncan~

„Was musstest du machen, damit Lee dir sein Auto überlässt?“, wollte Sarah neugierig wissen. „Wie kommst du denn darauf?“ Das ist das erste mal, dass ich mich in diesem Auto sicher fühle. Woran das nur liegt? Vielleicht weil Lee nicht neben mir sitzt?! „Hältst du mich für blöde?“, kam Sarah mit einer Gegenfrage. „Na gut, erwischt, ich musste Yvonne´s Nummer dafür raus rücken.....“, wie auf Kommando klingelte mein Handy. Ich kam noch nicht mal dazu, mich zu melden, denn Yvonne motzte direkt los und das so laut, dass selbst Sarah es noch laut und deutlich hören konnte. „Recht schönen Dank auch, dass du mir Lee auf den Hals gehetzt hast. Oh, ich könnte dich auf den Mond schießen, Dunc!“, sie meckerte und meckerte, bis sie dann einfach auflegte. „Puh, bin ich froh, dass es doch eine gewisse Entfernung zwischen England und Deutschland gibt, sonst würde sie wahrscheinlich bald auf der Matte stehen.“ „Sie wird sich schon wieder beruhigen“, kicherte Sarah und konzentrierte sich dann weiter auf den Verkehr. Als wir wieder bei Lee ankamen, grinste dieser zufrieden vor sich hin. „Na Ryan, du hast es wohl mal wieder geschafft, was?!“ „Hat sie dir also auch schon die Hölle heiß gemacht?“ „Ja und wie! Wenn ich das Handy nicht vom Ohr weg gehalten hätte, wäre ich sicher Gefahr gelaufen, taub zu werden.“ Selbstsicher lächelte Lee vor sich hin: „Ich werde mir diese kleine Zicke schon noch zähmen.....“

~Sarah~

Die Wochen vergingen und ich hatte es endlich geschafft, Judy von der Vergewaltigung zu erzählen. Sie war sehr einfühlsam und unterbrach mich kein einzigstes mal, als endlich alles aus mir heraus brach. „Wie geht Ihr Freund eigentlich mit all dem um?“, fragte Judy wenige Sitzungen später, „darüber haben Sie mir noch gar nichts erzählt, Sarah.“ „Er ist wirklich total aufmerksam und lieb zu mir. Duncan liest mir jeden Wunsch von den Augen ab. Er hat sich von seinem Job beurlauben lassen und ist quasi rund um die Uhr für mich da. Wir haben viel zusammen gemacht in den letzten Monaten......wir waren shoppen, sind einfach nur durch London gelaufen oder haben zuhause gekuschelt. Er ist wirklich ein Schatz und drängt mich zu nichts.“ „Gefällt Ihnen das, Sarah? Das Ihr Freund vierundzwanzig Stunden am Tag für Sie da ist?“ „Nun ja....ja, eigentlich schon....“, zögerte ich. „Aber?“ „Ich möchte auch, dass er wieder arbeiten geht. Ich will ein normales Leben, nur wenn er dauernd um mich rum ist....“ „Sie müssen unbedingt lernen, auch wieder allein klar zu kommen und selbstständig zu werden. Sie sind stärker, als Sie denken, Sarah! Sie müssen ihm das unbedingt sagen.“ „Das ist leichter gesagt, als getan. Ich möchte ihm nicht weh tun. Ich will nicht, dass er denkt, ich brauche ihn nicht mehr.“ „Ihr Freund möchte das Beste für sie. Glauben Sie mir, Sarah, er wird Sie verstehen....“ Judy hat gut reden.....Wie sag ich ihm das nur? Ich geb ja zu, ich bin feige, weil ich Angst vor seiner Reaktion hab. Ich kann es nicht ertragen, sein enttäuschtes Gesicht zu sehen. Ein paar Tage überlegte ich hin und her, wie ich Duncan schonend beibringen konnte, dass ich etwas Freiraum wollte. Glücklicherweise kam dann eines Tages ein Anruf von Johnny. „Hallo Sarah, ist Duncan da?“ Tja, Johnny, wie kann man ihn am besten beschreiben? Harte Schale, weicher Kern! „Tut mir leid, er ist Brötchen holen. Kann ich ihm was ausrichten?“ „Nein....ähm....schon gut“, wich er aus. „Jetzt sag schon, was ist los?“ „Ich wollte Duncan nur noch mal fragen, ob er es sich noch mal überlegt hat.“ „Was denn?“ „Ich glaube nicht, dass ich dir das sa....“ „Johnny!!“, warnte ich. „Also gut“, gab er sich geschlagen, „Heute Nachmittag geht die zweimonatige Promo – Tour los. Ich hatte Duncan danach gefragt, doch er hat abgelehnt.“ „Er fährt mit!“ „Wie bitte?“ „Du hast richtig gehört, er fährt mit! Ihr könnt Duncan heute Nachmittag hier abholen.“ „Darauf wird er sich nie einlassen!“ „Lass das mal meine Sorge sein“, ich verabschiedete mich und ging sofort kurz entschlossen Duncans Koffer packen. Wenn ich ihn nämlich vor vollendete Tatsachen stellen würde, konnte er wenigstens keinen Rückzieher mehr machen. Der erste Koffer war schnell gepackt, nach unten geschleppt und ich machte mich an den nächsten. „Engel, ich bin wieder da und ich hab jemanden mitgebracht“, schallte es von unten herauf. Freudig lief ich nach unten und erblickte Fiona, die mich gleich herzlich in ihre Arme schloss. Sie war so etwas wie eine zweite Mum für mich geworden. „Was ist das hier?“, deutete Dunc auf den Koffer. „Ähm....ein Koffer?!“ „Das sehe ich auch“, prüfend hob er ihn hoch, „der ist gepackt!“ „Natürlich, zwei Monate sind schließlich lang....“ „Warum sprichst du in Rätseln mit mir, Sarah? Was geht hier vor?“, abwartend verschränkte er die Arme vor der Brust. „Die Jungs holen dich heute Nachmittag für die Promo – Tour ab.“ Bestürzt sah er mich an, als hätte ich gerade den Weltuntergang verkündet....

~Duncan~

Warum macht sie das? Will sie mich los werden oder was soll das ganze hier? „Warum stellst du mich vor vollendete Tatsachen, Sarah, was ist los? Geh ich dir auf die Nerven?“ „Nein, ganz und gar nicht! Ich wusste du würdest nicht gehen, wenn ich es dir vorher sagen würde. Glaub mir, ich genieße deine Nähe und wie du mich umsorgst, aber ich muss auch wieder selbstständig werden. Ich kann mich nicht für immer hinter dir verstecken. Ich möchte ein normales Leben mit dir.....mit Liebe, Zärtlichkeiten und irgendwann möchte ich auch wieder mit dir schlafen. Das ist jetzt die ideale Möglichkeit herauszufinden, wie weit ich schon bin.“ „Mir gefällt das nicht....“, murrte ich. „Ich finde, Sarah hat recht, Duncan“, das war ja ma wieder klar. Frauen hielten wohl immer zusammen und wer fragt uns Männer? „Sie muss lernen, auch ohne dich zurecht zu kommen.“ „Außerdem kannst du mich doch jeder Zeit anrufen und Fiona ist ja auch noch da“, diese nickte ihr zu, „wenn ich etwas habe, kann ich mich auch an sie wenden.“ „Bist du dir sicher?“, fragte ich besorgt. Entschlossen nickte sie und umarmte mich. „Du brauchst dir wirklich keine Sorgen zu machen!“ „Und du versprichst auch, mich anzurufen und mir ehrlich zu sagen, wenn irgendwas ist?“ „Ich verspreche es dir!“, versicherte sie mir. Hoffentlich geht das mal gut, dachte ich zweifelnd. Nachmittags holten mich die Jungs ab, die sich tierisch freuten, dass ich wieder mit von der Partie war. Ich hab es ja auch vermisst mit ihnen unterwegs zu sein, aber Sarah geht mir nun mal über alles. Nachdem ich mir von ihr noch mal ganz fest versprechen ließ, dass sie auch ganz sicher anrief, nahmen wir Abschied. Sanft drückte sie mir einen Kuss auf den Mund: „Ich liebe dich!“ „Ich liebe dich auch, mein Engel“, flüsterte ich und stieg ins Auto....

~Sarah~

Duncan war nun weg und die ersten Tage waren ziemlich langweilig. „Haben Sie mit Ihrem Freund geredet, Sarah?“, fragte Judy bei der nächsten Sitzung. „Ja, er ist jetzt zwei Monate auf Promo –Tour.“ „Wie fühlen Sie sich dabei?“ „Ich habe keine Angst, wenn Sie das meinen, Judy. Es ist nur ungewohnt......und langweilig.“ „Suchen Sie sich eine Beschäftigung, ein Hobby......mögen Sie Kinder, Sarah?“, musterte sie mich. „Ja, sehr gern. Warum?“ „Es gibt hier in London sehr viele Kinderheime. Kinder sind die beste Therapie und ein Lächeln von ihnen kann manchmal mehr bewirken, als stundenlanges reden. Hätten Sie nicht Interesse, ein solches mal zu besuchen?“ Begeistern stimmte ich zu und nahm die Adresse eines Heimes entgegen. Von zuhause aus rief ich Fiona an und bat sie, mit mir am nächsten Tag das Heim zu besuchen. Kurz darauf kam dann auch schon der erwartete Anruf von Duncan. Nachdem ich ihm mehrmals versichert hatte, dass auch wirklich alles okay war, konnte er beruhigt auflegen.
Am nächsten Tag machten Fiona und ich uns auf den Weg zum Heim. Die Leiterin war wirklich sehr nett und freute sich, dass wir bzw. ich mich etwas um die Kinder kümmern wollte. Sie führte uns herum und ich muss sagen, das Heim war sehr sauber und ordentlich. Im Spielzimmer flitzen viele kleine Kinder um her, eins davon prallte gegen mein Bein. „Kiara, pass doch auf“, tadelte die Heimleiterin. „Na, kleine Maus, du heißt also Kiara?!“, lächelnd nahm ich die Kleine auf den Arm. „Wie heißt du?“, neugierig betrachtete sie mich. „Ich bin Sarah.“ „Das ist ein schöner Name. Hast du auch einen Freund?“ „Kiara, also wirklich! Sei nicht so neugierig“, schimpfte die Heimleiterin. Bedrückt schaute die Kleine auf ihre Fingerchen. „Schon gut“, lächelte ich, „ja, ich habe einen Freund.“ „Kommt er auch mal mit hier hin? Kommst du jetzt öfters?“, plapperte Kiara los. „So viele Fragen auf einmal“, lachte ich, „Ich denke schon, dass er mal mit hier hin kommt und ja, ich komme jetzt öfters. Kann ich dir jetzt auch mal eine Frage stellen?“, Kiara nickte heftig, „wie alt bist du eigentlich?“ „So alt...“, sie streckte fünf Fingerchen in die Luft. „Oh, dann bist du ja schon ein großes Mädchen“, stupste ich ihre Nase an, „zeigst du mir dein Zimmer?“ „Au ja“, begeistert klatschte sie in die Hände und ging dann mit mir in ihr Zimmer. Drei kleine Mädchen folgten uns , mit denen ich schon bald in ein Puppenspiel vertieft war. Es war eine sehr gute Idee gewesen, hier her zu kommen. Ich glaube, ich war schon lange nicht mehr so entspannt und das stellte auch Fiona fest, die mich aufmerksam beobachtet hatte. „Die kleine Kiara hat es dir wirklich angetan“, lächelte sie. „Ja, ich glaube auch....“

~Duncan~

„Engel, langsam“, wehrte ich lachend am Telefon ab, „ich versteh ja kein Wort.“ „Tut mir leid, ich bin nur so glücklich.“ „Das ich weg bin?!“ „Wie kannst du nur, Duncan Inglis“, empörte sich Sarah, „Ich vermisse dich ganz schrecklich und kann es gar nicht erwarten, bist du wieder da bist. Dann kannst du auch endlich Kiara kennen lernen.“ „Du sprichst wirklich sehr viel von ihr“, bemerkte ich. „Ich weiß, ich bin furchtbar gerne mit Kiara zusammen. Ich kenne sie jetzt schon fast zwei Monate und seitdem ist alles so leicht. Ich meine, die Therapie läuft super, ich habe keine Alpträume mehr und wenn du jetzt noch hier wärst, wäre alles perfekt“, ich konnte richtig ihr strahlendes Gesicht vor mir sehen. „Dann muss ich dieses Wunder unbedingt kennen lernen, wenn ich in drei Tagen wieder da bin.“ „Das wäre toll. Sie hat schon nach dir gefragt. Ich hab ihr versprochen, ihr ein Foto von uns mitzubringen. Sie hat dich zwar schon auf einem Poster gesehen, die in vielen Zimmern von jungen Mädchen hängen, aber sie wollte mir das nicht so recht abkaufen. Die Kleine ist echt pfiffig“, lachte Sarah, aber dann wurde sie ernst und seufzte, „und doch so verschlossen. Ich glaube, wir tun uns gegenseitig gut. Ich weiß gar nicht mehr, was ich ohne Kiara machen würde......“

~Sarah~

Kiara hatte mich in den letzten Monaten total verändert. Stundenlang spielten wir beide auf dem Spielplatz miteinander, gingen Eis essen, in den Zoo oder vertrieben uns sonst wo die Zeit. Irgendwie war auf einmal alles perfekt....na ja, fast, Duncan fehlte, aber das würde sich ja auch bald erübrigen, denn schließlich kam er heute wieder. „Du strahlst ja so, Sarah“, bemerkte Kiara. Heute war anscheinend nicht ihr Tag. Sie lief schon die ganzen Zeit traurig an meiner Hand neben mir her. Obwohl noch sehr jung, gerade mal Fünf Jahre, war sie eine erstaunliche kleine Persönlichkeit. So eine Ernsthaftigkeit hatte ich bisher noch bei keinem Kind erlebt. Wie mir die Heimleiterin erzählt hatte, war ihre Mum bei der Geburt gestorben und ihr Dad bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Kiara hatte zum Glück nicht mit im Auto gesessen. Sie war bei Freunden untergebracht gewesen, als sich der Unfall ihres Dad´s auf einer Geschäftsreise ereignete. So kam Kiara schließlich ins Heim, als sie gerade mal vier Jahre alt war, denn sie hatte keine weiteren Verwandten. Die Leiterin sagte mir, dass Kiara sich oft zurück gezogen hatte und selten mit den anderen Kindern spielte, geschweige denn auf Leute zugehen würde. Ich bin die erste, der sie vertraut und ich nehme diese Verantwortung sehr ernst. „Und du guckst wie sieben Tage Regenwetter durch die Gegend. Was ist los, Maus, bedrückt dich was? Dann sag es mir bitte.“ „Es ist nichts, Sarah....“ „Und warum glaube ich dir dann nicht?“ „Es ist nur.....heute kommt doch dein Freund zurück oder?“ Aha, daher wehte also der Wind.... „Du hast Angst, dass ich keine Zeit mehr für dich habe?!“, ängstlich nickte sie, „niemand wird mich davon abhalten, Kiara, dich zu sehen, weder Duncan noch sonst Jemand! Du brauchst also wirklich keine Angst zu haben, hörst du, Maus?!“ Erleichtert nickte sie und ich drückte Kiara erstmal fest an mich. „Ich hab dich lieb, Sarah.“ „Ich dich auch, Kleines“, erwiderte ich gerührt und wischte mir eine Träne von der Wange, „ich glaub, wir müssen so langsam zurück, es wird schon dunkel.“ Dort entdeckten wir, dass die ganzen Korridore wie leer gefegt waren, nur das Spielzimmer war proppevoll und das nicht nur mit Kleinkindern, sondern auch mit jungen Mädchen zwischen schätzungsweise 13 – 16 Jahren. Die Kleinen tobten auf dem Boden rum, es war ein einzigstes Knäuel, aus dem plötzlich blonde Haare hervor lugten, die mir sehr bekannt vorkamen. „Lee?!“ „Hier unten irgendwo“, ächzte er lachend und eine Hand streckt sich empor. „Lasst mich mal aufstehen, ihr kleinen Racker“, vernahm ich nun Dunc´s Stimme. Er schälte sich aus dem Kinderknäuel heraus und ich fiel ihm freudig um den Hals.....

~Duncan~

Es tat so gut, Sarah wieder in meinen Armen zu halten. Es war eine wirklich gute Idee sofort hier vorbei zu fahren. Lee, Simon und Antony wollten sich das hier auch mal angucken und weil ich von Sarah wusste, dass die Kids unsere Musik mochten, wollten wir ihnen eine kleine Freude bereiten. „Ich hab dich vermisst, Duncan“, zärtlich begann sie mich zu küssen. Als sie wieder von mir abließ, strahlte sie richtig, nicht nur äußerlich, sondern auch von Innen heraus. „Ehrlich gesagt, weiß ich gar nicht, was ich sagen soll“, gab ich zu. „Warum?“ „Du bist so verändert. Du strahlst wieder und bist so wunderschön!“ „Merkt man das so sehr?“ Ich nickte lächelnd: „Wo ist denn das kleine Wunderkind dem wir das zu verdanken haben?“ „Gute Frage, wo ist sie denn hin?“ In diesem Moment ertönte ein schriller Schrei. Lee hatte ein kleines Mädchen von hinten gepackt, doch der Kleinen gefiel das ganz und gar nicht. So ein Kindskopf, schüttelte ich den Kopf, immer muss er wen ärgern. Sie strampelte und wehrte sich gegen Lee, der aber nur belustigt grinste. Ihm machte so was nichts mehr aus, schließlich wurde er schon von mehr als genug weiblichen Wesen an geschrieen. „Lee, hast du sie eigentlich noch alle? Lass sofort Kiara los“, Sarah stürmte zu den beiden und nahm die Kleine an sich. Oho, Lee, das war echt keine gute Idee sich an ihrem „Baby“ zu vergreifen. „Komm mal wieder von deiner Palme runter.....Mami“, erwiderte er leicht genervt und rollte mit den Augen, „war doch nur Spaß. Ich kann ja nicht ahnen, dass die Kleine gleich los schreit. „Dann merk´s dir gefälligst fürs nächste Mal, Ryan“, funkelte sie wütend . Man, so zickig hab ich Sarah ja noch nie erlebt. Lee grinste sie nur frech an. „Ich sag´s dir, Lee, ich mach kurzen Prozess mit dir“, drohte Sarah, worauf Lee in schallendes Gelächter ausbrach. „Das möchte ich aber mal sehen“, er hielt sich schon vor lachen den Bauch. „Ob du immer noch lachst, wenn Yvonne dir die Augen ausgekratzt hat?! Wie mir zu Ohren gekommen ist, belästigst du sie immer noch....“ Bei Yvonne´s Namen hörte Lee abrupt mit dem Lachen auf. „Du würdest es nicht wagen, mich bei ihr schlecht zu machen?!“ „Lass Kiara in Ruhe“, sie piekst ihm den Finger in die Brust und kam zu mir herüber......

~Sarah~

Lee ist einfach ein unmöglicher Trottel, ärgerte ich mich, als ich mit Kiara auf dem Arm zu Duncan zurück ging. „Alles wieder okay?“ „Ja“, schniefte sie und rieb sich über die Augen. „Na komm, jetzt gehen wir zu Duncan. Er freut sich schon auf dich. Und keine Angst, er ist ganz anders als Lee“, zweifelnd sah sie mich an. „Duncan, das ist Kiara. Kiara, das ist Duncan“, machte ich die beiden miteinander bekannt. „Na kleine Prinzessin, ich hab ja schon eine ganze Menge über dich gehört“, lächelte Duncan und steckte Kiara damit an. Ihre Augen leuchteten wieder und sie schenkte ihm ein schüchternes Lächeln. „Sarah hat auch viel von dir erzählt“, meinte Kiara und sah ihn bewundernd an. Letztens hatte ich ihr „Best in me“ vorgespielt. Sie hatte sich sofort in den Song und Dunc´s Stimme verliebt und seitdem hörte sie es immer vor dem Schlafen gehen. „Na los, frag ihn“, ermunterte ich sie. „Kannst du mir was vorsingen?“ „Aber natürlich und ich glaube, ich weiß da ein Lied, dass dir gefallen könnte....“, zwinkerte Duncan, „Jungs?!“ „Schon hier, Dunc“, erwiderte Simon und die Jungs versammelten sich um uns. Die Kinder verstummten und blickten gebannt auf die Jungs, die nun anfingen zu singen....


“Best in me”


From the moment I met you, I just knew you´d be mine
You touched my hand and I knew that this was gonna be our time
I don´t never wanna lose this feeling
I don´t wanna spend a moment apart


`Cos you bring out the best in me, like no one else can do
That´s why I´m by your side, and that´s why I love you


Every day that I´m here with you, I know that it feels right (so right) (so right)
And I´ve just got to be near you every day and every night (every night)
And you know that we belong together
It just had to be you and me (uh yeah)


`Cos you bring out the best in me, like no one else can do
That´s why I´m by your side, and that´s why I love you (ohh) (yeahh)

And you know that we belong together
It just had to be you and me


`Cos you bring out the best in me, like no one else can do
That´s why I´m by your side
`Cos you bring out the best in me, like no one else can do
That´s why I´m by your side (by your side)
And that´s why I love you, love you, love you, love you, Baby
`Cos you bring out the best in me, like no one else can do
That´s why I´m by your side, and that´s why I love you

Begeisterte Jubelschreie waren im Zimmer zu hören und lauter Beifall ertönte. Artig verbeugten sich die Vier. „So Kinder, es wird nun Zeit, dass ihr ins Bett verschwindet“, klatschte die Heimleiterin in die Hände und die Kinder fügten sich widerwillig, „das gilt auch für dich, Kiara!“ „Bringst du mich noch ins Bett, Sarah?“, bittend sah sie mich an. „Aber natürlich, Maus, wie jeden Abend“, ich gab ihr einen Kuss auf die Stirn, „was meinst du, nehmen wir Duncan auch mit?“ Prüfend schaute sie ihn an und nickte dann kichernd. „Ich halt mir auch die Augen zu“, grinste Duncan verschmitzt und folgte uns in Kiara´s Zimmer. Nachdem sie umgezogen war, schlüpfte Kiara ins Bett. „Schlaf schön, Maus.“ „Gute Nacht, Sarah, Gute Nacht, Duncan“, Kiara rieb sich über die Augen. „Träum was süßes, Prinzessin“, drückte Dunc ihr einen Kuss auf die Wange. „Sie ist süß, oder?“, fragte ich, nachdem ich die Tür hinter uns geschlossen hatte. „Und wie! Jetzt weiß ich auch, warum du so gern mit ihr zusammen bist, weil sie wirklich was ganz besonders ist.“ „Ich bin so froh, dass du sie magst, aber jetzt erstmal zu dir“, ich schmiegte mich an ihn, „du bist aber auch sehr süß!“ „Ach wirklich?“, blinzelte er scheinheilig. „Du siehst echt geschafft aus und bist trotzdem gleich hier her gekommen. Dafür hast du dir jetzt erstmal einen Kuss verdient...“, zärtlich berührten sich unsere Lippen und ich schlang meine Arme um seinen Hals. „Ich hab dich so sehr vermisst“, flüsterte er und lehnte seine Stirn gegen meine. „Und ich dich erst....“, hauchte ich und wir versanken wieder in einen langen Kuss.....

~Duncan~

In den folgenden Wochen spannte mich Johnny wieder voll bei Blue ein, doch irgendwie schaffte ich es immer wieder mir Zeit frei zu schaufeln, um sie mit Sarah und Kiara verbringen zu können. Die Kleine ist ein echter Goldschatz. Sie hatte nicht nur Sarah´s, sondern auch mein Herz im Sturm erobert. Ja, meine kleine Prinzessin, wie ich sie liebevoll nannte, ist wirklich was ganz besonderes. Sie hat es geschafft, Sarah über die Erinnerung an ihre Vergewaltigung hinweg zu helfen und sie hat ihren Mutterinstinkt geweckt, auch wenn Sarah das noch nicht so richtig klar ist. Am liebsten würde ich Sarah fragen, ob sie nicht Lust hätte für einige Tage mit mir mit zu kommen. Die Jungs und ich hatten einige Termine im Ausland und ich würde Sarah so gern in meiner Nähe haben, nur weiß ich nicht, ob sie Kiara dafür allein lässt. „Duncan?“, Sarah wedelte mit ihrer Hand vor meinem Gesicht hin und her. „Tut mir leid, Engel, ich war gerade mit meinen Gedanken woanders“, entschuldigte ich mich. „Das hab ich gemerkt. Wahrscheinlich bei dem, was du mich schon die ganze Zeit fragen willst?!“ „Wie kommst du denn darauf?“, wich ich aus, worauf ich mir einen „Ich – kenne – dich – besser- als – du – denkst“ – Blick einfing, „okay, du hast gewonnen! Es gibt da tatsächlich etwas....“ „Dann raus damit!“ „Ich.....ich....ich wollte.....dich fragen....“, zögernd sprach ich weiter, „ob du mich bei den nächsten Terminen begleiten würdest? Du weißt ja, wir müssen für ein paar Tage ins Ausland, aber wenn du nicht willst“, fügte ich schnell hinzu, „dann verstehe ich das!“ „Warum sollte ich denn nicht wollen?“, erwiderte sie lächelnd. „Ich dachte nur wegen Kiara....“ „Ich rede mit ihr. Sie wird das schon verstehen“, meinte Sarah optimistisch und so war es dann auch. Kiara war zunächst etwas enttäuscht, aber als wir ihr dann versprochen hatten, dass wir sie nicht vergessen und ihr etwas ganz schönes mitbringen würden, da lächelte sie schon wieder. Kiara liebte Kuscheltiere über alles und so durchstöberten wir in der Blue – freien Zeit sämtliche Geschäfte, um das Schönste zu finden. Am schönsten waren die Abende, die wir kuschelnd und küssend im Bett verbrachten. Mehr passierte allerdings nicht, denn ich wollte sie nicht verschrecken und schon gar nicht, dass sie noch Angst vor mir kriegt. Ich kann warten und wenn es bis in alle Ewigkeit dauert......

~Sarah~

Viel zu schnell gingen die Tage allein mit Duncan um, doch dafür freute ich mich jetzt um so mehr auf Kiara. Gleich am nächsten Tag nach unserer Rückkehr ging ich mit dem Plüsch – Hund, in Form eines Collies, unter dem Arm zu ihr und mich traf bald der Schlag, als ich ihr Zimmer betrat und sie mich aus fiebrigen Augen ansah. „Sarah“, weinte sie, „lass mich nicht mehr allein!“ „Was machst du denn für Sachen, Maus?“, prüfend fühlte ich ihre Stirn. Gott, wie heiß sie war und niemand war bei ihr! „Ich bin gleich wieder bei dir Kleines. Ich werde sehen, ob ich dich mitnehmen kann.....“, und bei mir dachte ich, dass ich dieser Heimleiterin erstmal in den Hintern treten werde. Entschlossen stürmte ich in das Büro von Mrs. Mc Neil, die gerade in eine heftige Diskussion mit einer Betreuerin vertieft war. „Warum wurde ich nicht benachrichtigt, dass Kiara krank ist und warum ist sie ganz allein in ihrem Zimmer?“, stellte ich sie wütend zur Rede. „Sie sind nicht Kiara´s Mutter, Miss Andersen“, erwiderte sie warnend, „also zügeln Sie ihren Ton!“ „Nein, das bin ich nicht, aber sie vertraut mir!“ „Das ist auch noch eine Angelegenheit, über die ich mit Ihnen sprechen wollte. Kiara hängt sehr an Ihnen und wenn Sie keinen ernsten Absichten haben, die Kleine zu adoptieren, dann muss ich Ihnen den Umgang mit Kiara verbieten. Alles andere wäre zu verwirrend für sie.“ „Das können Sie nicht machen“, fassungslos starrte ich sie an. „Oh doch und wie ich kann“, funkelte sie mich mit zusammengekniffenen Augen an. „Ich kann das nicht allein entscheiden.“ „Dann gehen Sie jetzt nach hause und reden mit ihrem Freund darüber.“ „Ich werde Kiara ganz sicher jetzt nicht allein lassen. Ich will sie mit nach hause nehmen.“ „Kommt nicht in frage“, stellte Mrs. Mc Neil sich stur. „Aber von Vorteil wäre es schon“, mischte sich nun die Betreuerin ein, „wir sind hier sowieso unter besetzt, weil einige Mitarbeiterinnen wegen Angina ausgefallen sind, von denen Kiara das bestimmt auch hat. Außerdem hat Miss Andersen genügend Zeit, sich um Kiara zu kümmern und sie kann keine anderen Kinder anstecken.“ Murrend stimmte Mrs. Mc Neil zu: „Aber wenn Kiara wieder ganz gesund ist, dann kommt sie hierher zurück!“ Ich schenkte der Betreuerin noch einen dankbaren Blick, packte dann Kiara´s Sachen und fuhr mit ihr nach hause. Dort verfrachtete ich sie erstmal ins Bett und machte ihr Umschläge, damit das Fieber langsam sank. Meine arme Maus, dachte ich sorgenvoll und strich ihr beruhigend über die Hand....

~Duncan~

„Engel, bist du zuhause?“, rief ich durchs Haus, nachdem ich endlich nach einem sehr langen Arbeitstag wieder zu hause war. „Oben im Gästezimmer“, hörte ich Sarah´s Stimme. „Was machst du denn im Gä.....“, das Wort blieb mir im Hals stecken, als ich Kiara geschwächt im Bett liegen sah. „Mensch, Prinzessin, was ist denn mit dir?“, sorgenvoll ließ ich mich auf der Bettkante nieder. „Sie hat eine Angina“, seufzte Sarah, „das Fieber will nicht so richtig runter gehen. Versuch jetzt zu schlafen, Kleines, das wird dir gut tun. Ich komme gleich wieder nach dir sehen, wenn vorher etwas ist, dann machst du dich irgendwie bemerkbar, okay?!“ Kiara nickt: „Sarah, Duncan?“ „Was möchtest du denn, Prinzessin?“, fragte ich. „Könnt ihr nicht meine neue Mummy und mein neuer Daddy werden?“ Sarah sah mich kurz unsicher an und erwiderte dann: „Darüber reden wir ein anderes mal, Süße. Jetzt musst du erstmal wieder gesund werden!“ Wir drückten ihr beide ein Küsschen auf die glühende Stirn und gingen nach unten ins Wohnzimmer. Erschöpft sank Sarah aufs Sofa und lehnte ihren Kopf an meine Schulter. „Sie hat gesagt, sie verbietet uns den Umgang mit Kiara, wenn wir nicht ernsthaft vorhaben, sie zu adoptieren“, sagte sie tonlos. „Sarah, ich....“ „Nein Duncan, warte, ich möchte, dass du dir das erst mal alles gründlich durch den Kopf gehen lässt, denn ein Kind ist schließlich eine große Verantwortung und ich will nicht, dass du nur wegen mir zustimmst. Du musst es selber wollen.....“, sie drückte mich kurz und ging dann wieder hoch zu Kiara. Als ich wenig später hoch ins Gästezimmer ging und Sarah und Kiara sah, wie sie zusammen gekuschelt im Bett lagen, da war meine Entscheidung gefallen.....

~Sarah~

Kiara hatte noch einige Zeit mit ihrer Angina zu kämpfen, bis wir sie dann endlich wieder in den Griff gekriegt hatten. Heute waren wir noch mal beim Arzt gewesen und der meinte, ich solle Kiara ruhig noch 2 – 3 Wochen bei mir behalten, damit sie sich auch wirklich richtig auskurieren kann. „Guck mal, da ist Duncan“, zupfte Kiara plötzlich an meinem Ärmel und deutete auf ein Poster, das eine Autogrammstunde mit Blue verkündete. Deshalb standen hier auch so viele aufgeregt Mädels in einer Schlange vor dem Plattenladen. Ich wusste zwar, dass eine Autogrammstunden auf dem Programm stand, aber Duncan hatte nicht gesagt wo und das war nicht das einzigste, was er nicht gesagt hatte. Auch über Kiara´s Adoption hatte er seitdem kein Wort mehr verloren. „Duncan“, quietschte Kiara, rannte in den Laden und war in der Menge verschwunden. Für sie war das kein Problem, denn sie war ja schließlich klein. Ich hingegen musste mich an schimpfenden Verehrerinnen meines Freundes vorbei quetschen, die mir vernichtende Blicke zuwarfen. Aber das war mir jetzt auch egal, denn ich musste zu meiner Tochter....meiner Tochter?! Anscheinend wurde mir erst jetzt voll und ganz klar, wie sehr ich Kiara doch brauchte und wie sehr ich sie liebte....eben wie meine eigene Tochter! „Da bist du ja, Maus“, erleichtert atmete ich aus, als ich sah, dass sie wohl behalten auf Duncans Schoß saß und mit ihm kuschelte. „Hallo, mein Engel“, er drückte mir einen Kuss auf den Mund. „Du kannst doch nicht so einfach weglaufen, Kiara!“ „Sarah hat recht“, stimmte Dunc mir zu. „Tut mir leid“, geknickt sah sie zu Boden. „Na ja, ist ja zum Glück nichts passiert“, verwuschelte ich ihr liebevoll die Haare, worauf sie gleich wieder fröhlich lachte, „jetzt müssen wir aber gehen. Wir halten ja den ganzen Verkehr auf“, grinste ich, wir verabschiedeten uns von Duncan, der am liebsten alles stehen und liegen gelassen hätte, quetschten uns aus dem Laden und gingen nach hause....

~Duncan~

Als ich abends nach hause kam, war ich nicht allein, denn ich hatte Lee, Simon und Antony mit im Schlepptau. Aus dem Bad hörte ich fröhliches Lachen, aus dem ich schloss, dass Sarah die Kleine in die Badewanne gesteckt hatte. Wenig später kamen die beiden von oben herunter, allen voran Kiara, die gleich auf meinen Schoß hüpfte. „Na Prinzessin, was hat der Onkel Doktor eigentlich gesagt?“ „Ich darf noch 2 – 3 Wochen bei euch bleiben“, sagte sie fröhlich und zwinkerte mir verschwörerisch zu. Natürlich wusste Kiara von meinen Plänen, die ich in der Zwischenzeit geschmiedet hatte und sie hatte mir hoch und heilig versprochen, nichts zu sagen. Sarah setzte sich neben mich und drückte mir einen zärtlichen Kuss auf den Mund, während Kiara nun wieder von meinem Schoß hüpfte und nun artig Simon und Antony begrüßte. Sie kam mit den beiden ausgezeichnet klar, nur Lee konnte sie aus unerklärlichen Gründen nicht ab. Dabei hatte er sich schon mehrmals entschuldigt, dass er sie einfach so gepackt hatte damals. „Und was ist mit mir?“, auffordernd streckte Lee ihr die Hand entgegen. Wortlos kletterte Kiara wieder zurück auf meinen Schoß. Belustigt sah ich zu, wie Lee sich eingeschnappt nach hinten in die Couch fallen ließ. „Was meinst, wie lange dein Ego das noch mit macht?“, lachte ich, „Kiara ist das zweite weibliche Wesen nach Yvonne, dass dich abblitzen lässt. Gibt dir das nicht zu denken, Ryan?“ „Ach Duncylein, du wirst schon noch sehen, wie ich die beiden um den Finger wickele“, grinste er nun wieder selbstsicher. War ja auch nicht anders zu erwarten gewesen, schließlich ließ sich Lee nicht so schnell unterkriegen. „Kiara, du musst so langsam ins Bett“, bemerkte Sarah plötzlich. „Gute Nacht, Duncan“, sie drückte mir ein Küsschen auf die Wange und lief dann mit Sarah nach oben. „Und du bist dir wirklich sicher, Dunc?“, bohrte Lee weiter, wie er es schon die ganze Zeit tat, seitdem er davon wusste. „Sicher, ich liebe Sarah über alles und Kiara ist wie meine eigene Tochter für mich. Warum soll ich diesen Schritt also nicht gehen?“ Ich will Sarah heiraten und Kiara soll unsere Tochter werden. Mit Mrs. Mc Neil hatte ich schon ohne Sarah´s Wissen gesprochen. Diese meinte, dass die Chancen für ein verheiratetes Paar besser stünden, ein Kind zu adoptieren. Die Behörden hätten sonst Angst, dass es zu einer schnelleren Trennung der Elternteile kommen könnte. Kompletter Schwachsinn, wenn man mich fragt. Wie viele Ehepaare schmeißen einfach alles hin und lassen sich dann scheiden? Wer steht dann mal wieder dazwischen, wenn sie die Eltern vor Gericht bald um das Sorgerecht prügeln? Natürlich die Kinder! Aber nun gut. Ich liebe Sarah und ich bin mir der Verantwortung bewusst. Sarah musste jetzt nur noch „Ja“ sagen, dann würden wir bald eine richtige kleine Familie sein....

~Sarah~

Nachdem die Jungs dann endlich weg waren, kuschelte ich mich auf dem Sofa wieder an Duncan. „Und was machen wir beide jetzt?“ „Ähm...ins Bett gehen?“ „Treffer nummero eins. Und dann?“, wollte ich weiter wissen. „Schlafen?“ „Kalt, gaaaaanz kalt, Mr. Inglis“, ich stand auf und zog ihn mit mir hoch ins Schlafzimmer. „So mein Lieber, jetzt sitzt du in der Falle“, grinste ich, als ich die Tür hinter ihm zuschlug. „D...d....das hast du doch schon mal zu mir gesagt“, stotterte er. „Ich weiß und kannst du dich noch daran erinnert, was damals passiert ist?!“, hauchte ich in sein Ohr und drängte ihn bestimmt zum Bett. Währenddessen knöpfte ich langsam sein Hemd auf und streife es von seinen Schultern. Gott, wie ich das vermisst hab. Ich will endlich wieder seine Haut auf meiner spüren, will fühlen, wie er mich liebt. „Was ist mit Kiara?“, schluckte er unter mir, als ich nun meine Bluse aufknöpfte, „sie schläft neben an...“ „Vielleicht steht sie aber auch vor der Tür und gibt uns gleich Noten“, meinte ich grinsend und drückte einen protestierenden Duncan zurück aufs Bett, der meinte, er müsse unbedingt nach Kiara sehen, „das war doch nur ein Witz. Sie schläft tief und fest...“ Verführerisch strich ich über seine nackte Brust und hauchte viele Küsse auf seine nackte Haut. „War das nicht gerade das Telefon?“, versuchte er nun wieder abzulenken. „Ich hab nichts gehört.....und wenn schon.....es gibt wichtigeres....“ Meine Hände wanderten nach unten zu seiner Hose. „Sarah, warte“, sanft hielt er meine Hand zurück, „bist du sicher, dass du das auch wirklich willst? Tu das bitte nicht nur meinetwegen!“ „Ich war mir noch nie so sicher, wie jetzt! Ich will endlich wieder spüren, wie sehr du mich liebst. Bitte, zeige es mir....jetzt.....in dieser Nacht und in allen anderen Nächten, die noch folgen werden....“ Weiter ließ er mich nicht reden, den unsere Lippen fanden wieder zueinander. Mein ganzer Körper verlangte nach seinen Berührungen, seinen Küssen. Es schien eine halbe Ewigkeit zu dauern, bis unsere Klamotten im ganzen Zimmer verstreut lagen. Ich bebte vor freudiger Erregung, als Duncan endlich auf mich glitt und mich mit einem Stoß mit seiner Liebe erfüllte. „Alles okay?“, wollte er besorgt wissen, worauf ich nur nicken konnte. Ich brachte jetzt einfach keine Worte hervor, für das, was ich im Moment fühlte. Ich wollte ihn einfach nur spüren, spüren wie er sich in mir bewegte. Damit begann er nun ganz vorsichtig und langsam. Als er merkte, dass ich nicht verkrampfte, wurde er immer mutiger und liebte mich so leidenschaftlich, dass ich dachte, vor Lust zu vergehen. Leicht biss ich in seine Schulter, um ein lautes Stöhnen zu unterdrücken, als ich meinen Höhepunkt erreichte. Mit einem wohligen Seufzer sank Duncan Sekunden später auf mich nieder und vergrub sein Gesicht an meinem Hals. „Duncan?“ „Hmm?“, er hob den Kopf und sah mit tief in die Augen. „Ich liebe dich!“ „Ich liebe dich auch, mein Engel, du weißt gar nicht wie sehr....“

~Duncan~

Es war einfach alles perfekt, na ja, noch nicht ganz, aber das würde sich auch bald ändern. So bald wir verheiratet sind, können wir die Adoptionspapiere unterschreiben und Kiara wird offiziell unsere Tochter sein. Damit auch alles so schnell wie möglich ging und Kiara nicht länger in diesem Heim bleiben musste, hatte ich schon einen Termin beim Standesamt besorgt. Die Verlobungsringe ruhten schon seit Tagen in einem sicheren Versteck. Im Prinzip lag jetzt alles nur noch an Sarah. Ihr „Ja“ würde alles besiegeln....
Der Tag rückte immer näher und alles war für das Konzert vorbereitet, auf dem ich Sarah den Antrag machen wollte. Nur mit jedem Tag der verging wurde mir immer klarer, dass ich diesen einen bedeutenden Satz nicht über meine Lippen kriegen würde. Ich war ja jetzt schon das reinste Nervenbündel, wie sollte ich dann auch nur ein Wort raus kriegen, wenn sie vor mir stand? Die Lösung zu diesem Problem kam ausgerechnet von Lee, der den Vorschlag machte, es einfach hinter uns an die Leinwand zu bannen. Ich hätte Lee knutschen können für diese grandiose Idee. „Nee, lass mal stecken, Duncy. SO weit geht die Liebe zu dir dann doch nicht“, hatte er grinsend abgewehrt.
Nun war es also soweit, meine Anspannung stieg und das merkte auch Kiara, als ich sie eine Stunde vor Konzertbeginn aus dem Heim abholte und wir zurück zur Wembley Arena fuhren. Ich wollte sie unbedingt dabei haben, aber jetzt mussten wir uns sputen um rechtzeitig zurück zu sein, denn ich musste mich ja noch mit den Jungs aufwärmen. „Duncan?“, Kiara zupfte kurz vor dem Konzert an meiner Hose, um auf sich aufmerksam zu machen. „Was ist denn Prinzessin?“, kniete ich mich zu ihr runter. „Darf ich jetzt Daddy zu dir sagen?“ „Aber natürlich“, nickte ich gerührt, verkniff mir eine Träne und schloss sie fest in meine Arme, „keine Angst, Kleines! Es wird alles gut gehen, vertrau mir! Du weißt, wann du raus kommen musst?“ „Sicher!“ „Gut, so lange bleibst du bei Johnny. Ich hab dich lieb!“ „Willst du ein Taschentuch, Duncy....schnief....lein?“, Lee konnte es sich einfach nicht verkneifen. „Du kannst mich damit nicht aufziehen, Ryan! Ich schäme mich nicht, meine Gefühle zu zeigen. Das würde dir auch mal gut tun und vielleicht hättest du dann auch mehr Erfolg bei Yvonne. Ich weiß, dass auch in dir eine sensible Seite steckt, aber du markierst ja lieber den dicken Macker. Nenn mich einen Softie, das ist mir so was von egal! Und soll ich dir was sagen? Ich bin es gern!“, so das musste einfach mal gesagt werden! Irgendwie fühlte ich mich jetzt auch besser nachdem ich mich abreagiert hatte. Lee gab keinen piep mehr von sich , was wahrscheinlich auch besser so war. Nun ging das Konzert endlich los. Sarah winkte mir fröhlich aus dem Bühnengraben heraus zu. Etwa in der Mitte der Show kam dann der entscheidende Moment. „Der nächste Song ist für eine Frau, die alles für mich bedeutet. Durch dich, mein Engel, habe ich begriffen, dass Liebe mehr ist, als ein Geben und Nehmen. Sie ist ein kostbares Geschenk, dass man achten und schützen muss, damit es nicht vergeht. Sarah ich liebe dich egal was geschieht....“ Eine Melodie erklang, die Melodie zu....

“The Gift”

It´s funny how it stars, just how it all begins
You get your sights on dreams, and man on thousand different things
You are on for yourself, you´re chasing cool desire
You get addicted fast, but man you´re playing with the fire

Then there´s a day that comes to you
When you get all you want, but there´s a space inside that´s still as empty as it was
`Till an angel comes your way and man, she´s fallin´fast
You know she´s so in need but she´s too afraid to ask

So you hold out your hand and catch her best you can
And in givin´ love you feel a better a man (ohohhhh)

And the gift is what you get by givin´ more than you receive
And you learnin´ fast that maybe this is how you´ll be happy
`Cause in takin´ everything you lost the air you need to breathe
But in givin´ it away you found the precious thing you seek (uhh oh oh yeah yeah yeah yeah Uhh oh oh yeah yeah yeah yeah)

It´s funny how she smiles, how grateful she is now
And that touches me deep in my heart somehow
Yet the mirror laughs at me, when I forget myself
When I complain about this hand that I´ve got dealt

If I had known before how much she´d change my life
I`d sure go back in time and tell that guy….hey man
You can do better than this, you answer your prayers now
You can grant your own wish

Just hold out your handy and give the most you can
And I swear to you you´ll feel a better man

And the gift is what you get by givin´ more than you receive
And you learnin´ fast that maybe this is how you´ll be happy
`Cause in takin´ everything you lost the air you need to breathe
But in givin´ it away you found the precious thing you seek (uhh oh)

And it´s better by far to do what you do now
Leave the rest to love
Just be strong in who you are (uh)
Once you start on that road
You´re safe in the knowledge
But anyway you go
Lead your heart (Lead your heart)

And the gift is what you get by givin´ more than you receive
And you learnin´ fast that maybe this is how you´ll be happy
`Cause in takin´ everything you lost the air you need to breathe
But in givin´ it away you found the precious thing you seek

So precious, precious, precious, precious (oh yeah)
So precious, precious, precious, precious (aha) (you are)
So precious, precious, precious, precious (oh yeah)
So precious, precious, precious, precious (oh yeah)

And the gift is what you get by givin´ more than you receive
And you learnin´ fast that maybe this is how you´ll be happy
`Cause in takin´ everything you lost the air you need to breathe
But in givin´ it away you found the precious thing you seek


~Sarah~

Gerührt lauschte ich “The Gift”, während ich mich fragte, was diese kleine wunderschöne Ansprache zu bedeuten hatte. Als Kiara dann noch auf die Bühne hüpfte, Duncan lächelnd auf mich deutete und Kiara mich dann auf die Bühne zog, da war ich total verwirrt. Was hatte er nur wieder ausgeheckt? Als ich dann endlich vor Duncan stand und er mich sanft in Richtung der Leinwand drehte, musste ich drei mal hingucken, um zu verstehen, was dort stand: „Willst du uns heiraten?“ Tränen liefen über meine Wangen, als ich überglücklich nickte und ihm um den Hals fiel. „Daddy“, zupfte Kiara an Duncans Hemd herum und hielt ein kleines Schächtelchen in die Höhe. Vor Freude weinte ich noch mehr, das musste der glücklichste Tag in meinem Leben sein. Duncan öffnete das Schächtelchen und zum Vorschein kamen zwei Ringe, der kleinere davon mit einem Diamanten für mich, der der andere für ihn. „Komm her, Kleines“, schluchzte ich, nahm Kiara hoch und Duncan schloss uns in seine Arme. „Ich liebe euch“, flüsterte ich und küsste Duncan zärtlich. „Wir lieben dich auch, mein Engel“, lehnte er seine Stirn an meine und ich konnte sehen, wie eine Träne seine Wange hinab rann...

~Duncan~

Das Konzert war ein voller Erfolg geworden. Eine Woche danach standen wir schon vor dem Standesbeamten und gaben uns das Ja – Wort. Anwesen waren nur die Jungs und meine Mum. Sarah wollte ihrer Familie nicht am Telefon davon erzählen, denn diese hätten darauf bestanden zu kommen und so schnell hätten wir keine Feier für die ganze Familie und unsere Freunde organisieren können. Einen Tag später konnten wir die Adoptionspapiere unterschreiben und unsere kleine Prinzessin war nun ganz offiziell Kiara Inglis. So hielten wir unsere Heirat und die Adoption geheim. Die Presse spekulierte zwar darüber, aber dem schenkte schon lange keiner Glauben mehr. Sie hatten einfach schon zu viel Mist über uns geschrieben. Die 1 ½ Jahre gingen schneller rum, als gedacht und es war klar, dass bald die Frage auftauchen würde, wann Sarah zurück nach hause kommt. „Na los, weck ihn, Maus. Daddy hat lange genug geschlafen“, hörte ich Sarah flüstern. Die beiden hatten nicht mitbekommen, dass ich schon lange wach war. Kiara wollte gerade anfangen, mich zu kitzeln, da hatte ich sie auch schon gepackt. Vergnügt quietschte sie auf und wusste gar nicht, wo sie meine Hände zuerst festhalten sollte, weil ich ihr beim durchkitzeln einfach überlegen war. „Das war wirklich gemein, Schatz“, lachte Sarah und drückte mir einen Kuss auf den Mund. „He, ich bin hier schließlich in der Minderheit“, meinte ich grinsend und zog nun auch Sarah in meine Arme. Aber ich bin es gerne, weil ich nämlich nicht mehr wüsste, was ich ohne meine beiden Frauen machen würde. Die schönsten Momente werden natürlich immer durch ein Klingeln unterbrochen, dachte ich mürrisch und stiefelte kurz darauf runter, um ein Päckchen aus Deutschland entgegen zu nehmen. „Engel, hier ist ein Päckchen für dich von Yvonne“, verkündete ich, als ich wieder ins Schlafzimmer trottete. „Zeig schnell her“, aufgeregt nahm sie es mir aus den Händen und öffnete es hastig. Kiara saß daneben und wippte ungeduldig hin und her. Ganz die Mama, dachte ich grinsend. Kurz darauf zog sie einen roten Labello hervor. „Kirsche, mein Lieblingsgeschmack“, freute sich Sarah und zog ihn gleich über die Lippen und da Kiara auch unbedingt wollte, weil sie ja schon ein großes Mädchen war, zog Sarah auch ihr den Labello über die Lippen. „Lass mal probieren, ob das auch wirklich Kirsche ist, Prinzessin.“ „Aber Daddy, hier ist doch eine Kirsche drauf“, fachmännisch untersuchte Kiara die Verpackung und hielt sie mir unter die Nase. „Ich bin trotzdem skeptisch“, grinste ich und Kiara drückte mir einen feuchten Schmatzer auf den Mund, „du hast recht, das ist wirklich Kische!“ „Na, sag ich doch“, triumphieren blickte Kiara mich an. In der Zwischenzeit hatte Sarah CD´s, Fotos und andere Dinge auf dem Bett verteilt. Jetzt war sie gerade dabei einen Brief zu lesen, den sie nun sinken ließ. „Alles okay, Sarah?“ Wortlos reichte sie mir den Brief und stand vom Bett auf....

„Hallo Kleines!

Ich hätte nie gedacht, dass 1 ½ Jahre sich so quälend lang hinziehen können. Der Tag deiner versprochenen Rückkehr rückt nun immer näher und ich wollte dir schon mal einen kleinen Vorgeschmack auf zuhause geben. Ich freue mich schon tierisch darauf, wenn ich bald wieder mit dir um die Häuser ziehen kann, denn ich habe meine beste Freundin wahnsinnig vermisst!

Bis bald!

Deine Ivy

P.S.: Ganz liebe Grüße auch von deinen Eltern. Sie freuen sich schon darauf, ihre Tochter bald wieder in die Arme schließen zu können!“

„Sie erwarten von mir, dass ich zurück kommen und wieder die Alte bin“, sie starrte aus dem Fenster. „Niemand erwartet das von dir, mein Engel“, umarmte ich sie von hinten. „Wie soll ich sagen....ich bin einfach erwachsen geworden und mein Leben liegt hier in London.....bei euch!“ „Du weißt aber, das wir das alles hier verkaufen und nach Deutschland ziehen könnten....“, gab ich zu bedenken. „Mummy? Mummy, müssen wir hier weg?“, fragte Kiara ängstlich. „Nein, Maus, wir bleiben hier wohnen, aber was hältst du davon, wenn wir deine Großeltern besuchen, damit du sie endlich mal kennen lernen kannst?!“ Das gefiel Kiara nun viel besser und auch ich stimmte zu. Plötzlich wurde Sarah total blass im Gesicht und rannte ins Bad. „War dir schon wieder schlecht und schwindelig?“, fragte ich besorgt, als sie wankend aus dem Bad kam, „mir gefällt das ganz und gar nicht....“ „Es geht schon wieder. Außerdem war ich schon beim Arzt. Wir können nichts anderes machen, als auf die Untersuchungsergebnisse zu warten.“ „Vielleicht sollten wir unter diesen Umständen doch lieber nicht fliegen“, meinte ich und trug sie ins Bett. „Doch, wir fliegen!“ Ich seufzte: „Also gut, aber ich organisiere alles und du bleibst bis zu unserem Flug im Bett.“ „Ei, ei, Her Kapitän“, grinste sie nun wieder frech. Also machte ich mich ans Werk, zunächst den Flug zu buchen, der schon in zwei Tagen gehen sollte. Was ein Glück, dass ich zwei Wochen Urlaub hatte, dachte ich erleichtert, während ich Yvonne´s Nummer wählte. Als ich verkündete, dass wir nach Deutschland kommen würden, war sie sofort schrecklich aufgeregt und sprach gleich von einer Überraschungsparty, die sie veranstalten wollte. Anscheinend steckte in ihr ein kleines Organisationstalent. „Und ich weiß auch schon ,wo wir die machen, nämlich auf dem Pausenhof unserer alten Schule“, plapperte Yvonne wie ein Wasserfall und gab mir die Adresse. Oh man, das würde viele Tränen geben, wenn Sarah damit herausrückte, dass sie nicht mehr nach Deutschland zurück wollte....

~Sarah~

Glücklicherweise hatte Duncan schnell einen Flug bekommen und so saßen wir nun im Flieger auf dem Weg nach Deutschland, aber nicht allein, denn Lee war auch mit von der Partie. Er wollte Yvonne unbedingt in natura kennen lernen, doch ich bezweifelte, dass er das überleben würde. Als wir aus dem Flieger stiegen und ich wieder deutschen Boden unter den Füßen hatte, überkam mich ein eigenartiges Gefühl. „Wie fühlst du dich?“, griff Duncan nach meiner Hand. „Wie ein Fremdkörper“, seufzte ich, „der hier nicht hin gehört.“ Duncan drückte mich kurz an sich, dann holten wir unser Gepäck und fuhren mit dem Taxi zum Haus meiner Eltern. Auf unser Klingeln öffnete niemand und ich zog enttäuscht meinen Schlüssel aus der Tasche. Etwas mehr Wiedersehensfreude hätte ich schon erwartet. Niemand war im Haus und Duncan drängelte auch gleich darauf wieder zum Aufbruch. „Wo wollen wir denn hin?“, fragte ich gelangweilt und war erstaunt, das das Taxi immer noch vor dem Haus stand. „Das wirst du schon noch sehen...“, tat er geheimnisvoll und reichte dem Fahrer einen Zettel. Na, da bin ich aber gespannt....

~Duncan~

Sarah war total enttäuscht, als niemand zuhause war, aber das hatte ja auch einen Grund. Das Taxi brachte uns zu ihrer alten Schule. „Was wollen wir denn hier?“, blickte sie sich verwirrt um. „Jetzt warts doch mal ab. Du bist ja bald noch schlimmer, als Ryan“, lachte ich, worauf dieser anfing zu protestieren. Als wir um die Ecke auf den Schulhof bogen, blieb sie wie angewurzelt stehen und rannte dann aber zu Yvonne, um ihr schniefend um den Hals zu fallen und gleich danach ihre Eltern zu begrüßen. „Das da ist Yvonne?!“, vergewisserte sich Lee, worauf ich nickte, „na, dann werd ich mal ausprobieren, ob deine Softie Nummer zieht. Wehe, das funktioniert nicht“, grinste er und drohte mir scherzhaft mit der Faust. „Duncan, lass dich drücken“, Mona kam nun, gefolgt von ihrem Mann, auf uns zu und umarmte mich, „wer ist denn die Kleine?“, sie strich Kiara über die Wange. Deine Enkelin, dachte ich und vor dir steht dein Schwiegersohn, sagte aber besser nichts, da Sarah das selber machen wollte. Damit redete ich mich auch raus. Hoffentlich konnte sie sich bald von ihren ehemaligen Klassenkameraden los reißen, denn Mona musterte mich schon die ganze Zeit so misstrauisch. Ich glaube, sie grübelt, ob die Presse nicht doch die Wahrheit geschrieben hatte.....

~Sarah~

Unglaublich wer alles da war! Meine ganze Familie, inklusive aller Cousinen und Cousins waren gekommen und alle meine Freunde und ehemaligen Klassenkameraden. Bis ich die alle erstmal begrüßt hatte, konnte ich mich noch vor der Erklärung drücken, die ich ihnen schuldig war. Zwischendurch klingelte mein Handy und ich entschuldigte mich, um das Gespräch entgegen zu nehmen. „Sarah Inglis?!“ „Guten Tag, Mrs. Inglis! Ich habe gerade ihre Untersuchungsergebnisse bekommen“, es war mein Arzt. „Ja und? Bitte sagen Sie, ist es schlimm?“, ängstlich schickte ich ein Stoßgebet zum Himmel. „Mrs. Inglis, Sie sind schwanger! Herzlichen Glückwunsch!“ „Ich bin was?“ „Ja, sie erwarten ein Baby“, bestätige er noch einmal. Ich bedankte mich freudig und rannte zu Duncan, Kiara, Lee und meinen Eltern hinüber. „Schatz....“, keuchte ich außer Atem. „Was ist denn, mein Engel?“ „Sarah, hast du uns irgendwas zu sagen?“, fing nun meine Mum an und zu guter letzt kam dann auch noch Yvonne. Mensch, kann ich meinem Mann noch nicht mal sagen, dass ich schwanger bin?! „Komm Sarah, wir haben die Bühne nicht umsonst hier her geschafft! Du wirst jetzt erstmal was singen.....wie in alten Zeiten“, grinste Yvonne und zog mich mit sich auf die Bühne. „A...a...a..aber“, protestierte ich, doch sie ließ keine Widerrede gelten, sagte mich an und drückte mir das Mikro in die Hand. Wenigstens hatte sie ein Lied ausgewählt, dass zur Situation passte und ich nahm mir vor, danach die Gelegenheit zu nutzen, allen von meinem Vorhaben zu erzählen. Jetzt gab es kein Zurück mehr.....

“Love doesn’t have to hurt”

I learned a lesson in my life, but I learned it the hard way
I don’t know why I used to fall in love with the wrong kind
Then I´d suffer so much pain but I only have myself to blame
Maybe you came in the nick of time to show me….

Love doesn’t have to hurt to feel good
It´s such a revelation
With you I can be myself and always should
Don’t have to cry, don’t have to fight
Don’t have to die night after night
You showed me love, love, love, love doesn’t have to hurt to feel good

(Yeah) Thank you Baby (Thank you Baby)

Darlin´ now it seems to me like I´ve always known you
But I still shudder when I think back on the lonely time
I used to keep all my feelings inside
From your eyes I have nothing to hide
Baby, you came in the nick of time to show me….

Love doesn’t have to hurt to feel good
It´s such a revelation
With you I can be myself and always should
Don’t have to cry, don’t have to fight
Don’t have to die night after night
You showed me love, love, love, love doesn’t have to hurt to feel good

Yeah, Yeah, Yeah, Yeah, Yeah, Yeah Thank you Baby (Thank you Baby)

Lying here beside you feels so fine
Talking about everything in this heart of mine

Love doesn’t have to hurt to feel good
It´s such a revelation
With you I can be myself and always should
Don’t have to cry, don’t have to fight
Don’t have to die night after night
You showed me love, love, love, love doesn’t have to hurt to feel good

(Yeah, yeah) Thank you Baby (thank you baby)


Diese Situation war zwar überhaupt nicht komisch, denn noch konnte ich mir ein Grinsen nicht verkneifen, denn Lee und Duncan standen mit offenen Mündern da und starrten mich an, als käme ich direkt vom Mars. Das hatten sie mir wohl nicht zugetraut. Als der Beifall verklungen war, räusperte ich mich und begann dann mit meiner kleinen Rede: „Mir bedeutete es wirklich sehr viel, dass ihr heute alle hier her gekommen seid, um mich willkommen zu heißen, doch in den letzten 1 ½ Jahren hat sich in meinem Leben einiges verändert. Ich habe zwei ganz besondere Menschen dazu gewonnen......meinen Ehemann Duncan und unsere Tochter Kiara“, erstaunte und fassungslose Blicke wanderten zwischen mir und Duncan hin und her, „Schatz, ohne dich und unsere kleine Prinzessin hätte ich diese Krise niemals gemeistert. Dir allein habe ich es zu verdanken, dass ich heute hier stehe.....und dir bald ein hoffentlich gesundes Baby schenken kann“, Lee klopfte Duncan lachend auf die Schulter, der mich ungläubig ansah, „Mein Leben liegt nicht mehr hier in Deutschland, sondern in London bei meiner Familie. Ich hoffe, ihr könnt das verstehen und auch irgendwann akzeptieren....“

~Duncan~

Sarah verließ die Bühne und fiel mir gleich um den Hals. „Engel, bist du wirklich schwanger?“ „Ja, wir kriegen ein Baby“, strahlte sie und ich drückte sie fest an mich. „Mummy, krieg ich ein Schwesterchen oder ein Brüderchen?“, fragte Kiara aufgeregt und hüpfte an mir hoch, damit ich sie auf den Arm nahm. „Das weiß ich noch nicht, Maus“, lächelte Sarah, als ihre Mutter auch schon angerauscht kam und eine Menge Fragen stellte. Geduldig beantwortete Sarah sie alle und wenig später war Mona dann schon wieder beruhigt und hieß ihre Enkelin und mich in der Familie willkommen. Nur Yvonne saß auf einer Bank, heulte wie ein Schlosshund und in wessen Armen lag sie? In denen von Lee! „Ich rede mit ihr“, seufzte Sarah und tauschte mit Lee, der nur widerwillig ging, die Plätze. „Mensch, Duncylein, du hattest recht“, grinste Lee begeistert, „Ich hätt´s ja nicht für möglich gehalten, aber die Softie – Nummer zieht wirklich. Du hast echt was gut bei mir, Alter!“ Belustigt schüttelte ich den Kopf. Lee und seine Vorstellungen von Liebe waren echt ein Fall für sich. Nachdem Yvonne sich wieder beruhigt hatte, kamen die beiden zu uns rüber, während Kiara in der Zwischenzeit davon gehüpft war, um mit einer Großcousine von Sarah zu spielen. Irgendwer hatte Musik aufgelegt und sowohl Sarah und ich, als auch Lee und Yvonne und noch einige andere tanzten zu „The Time of my life“. „Fuck!“, entfuhr es mir plötzlich....

~Sarah~

„Was ist denn?“, fragte ich verdutzt. Ernst schaute Duncan hinter mich und als ich mich umdrehte, wusste ich auch warum. „Dich hat keiner eingeladen, Florian“, drohend ging Yvonne auf ihn zu, „also verzieh dich!“ „Tz tz tz, aber Ivy behandelt man so einen alten Freund? Das ist doch hier auch so eine Art Klassentreffen und da darf ich natürlich nicht fehlen. Außerdem wollte ich mal wieder die Leute sehen, die mich um Knast so oft besucht haben“, erwiderte er ironisch. „Da hättest du auch bleiben und verrecken sollen! Was macht ein Irrer wie du eigentlich hier draußen?“ „Tja, gute Führung würde ich sagen“, grinste er selbstgefällig und wandte sich dann an mich, „hey Baby!“ „Duncan, du musst mir jetzt vertrauen“, flüsterte ich, „tust du das?“ Er nickte und ich drückte kurz seine Hand, bevor ich mich in die Nähe von Florian wagte. „Mummy“, ängstlich kam Kiara angelaufen und hielt mich an der Hand fest. „Schon gut, Maus“, liebevoll strich ich ihr durch die Haare, „Yvonne, Lee geht ihr mit Kiara spazieren?.....Bitte!“, fügte ich noch hinzu, weil Yvonne mich entsetzt ansah. Murrend verließen die beiden zusammen mit Kiara den Schulhof. Ein Lächelnd huschte über mein Gesicht, als ich sah, wie Lee den Arm um Yvonne legte und sie sich vertrauensvoll an ihn kuschelte, bevor ich mich wieder Florian zuwandte. „Ich kanns nicht glauben, dass du dir ein Balg ans Bein gebunden hast zusammen mit diesem.....diesem Blondie“, meinte er abschätzend, „ich bin es, der dir alles geben kann, was du brauchst, Baby. Du musst nur zu mir zurück kommen....“ „Weißt du was, du hast recht...“, hauchte ich, kam ihm immer näher und ließ es zu, dass er mich an den Hüften packte und an sich zog, „...ich war wirklich total blöd....“, jetzt hatte ich genau die richtige Position erreicht und rammte ihm mein Knie mit voller Wucht in seine empfindlichste Stelle, „......total blöd, dass ich dich damals nicht früher in den Wind geschossen hab!“, wie ein Klappmesser klappte er zusammen und krümmte sich auf dem Boden zusammen. „Oh bitte, hör auf hier so rum zu jammern! Das ist noch nicht mal die Hälfte des Schmerzes, den ich gefühlt hab!“ „Das wirst du noch bereuen, du kleine Schlampe“, zischte Flo mit schmerzverzerrtem Gesicht und rappelte sich auf. „Ich an deiner Stelle würde hier nicht so große Töne spucken. Ich habe hier genügend Zeugen, die bestätigen werden, dass du mich wieder belästigt hast. Also verschwinde oder ich rufe die Polizei!“ Fluchend und giftige Blicke um sich werfend, verschwand er. Erleichtert atmete ich auf und ließ mich von Duncan in den Arm nehmen. Florian würde ich garantiert nie wieder sehen. „Das war wirklich sehr mutig von dir“, sagte Duncan und drückte mir einen Kuss auf die Stirn. „Findest du?! Ich bin froh, dass ich es gemacht hab, denn weißt du, was mir klar geworden ist?“, er schüttelte den Kopf, „Das ich alles zusammen mit dir schaffen kann....Whatever happens.....“


~Ende~



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