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~Make it happen~


London – Die Traumstadt schlechthin!
Auch Cathleen ist von ihr fasziniert und nicht nur von ihr…
Ein Schüleraustausch wird ihr Leben verändern und komplizierter machen…
Mit ihren 16 Jahren weiß sie ganz genau was sie will, doch als ein attraktiver junger Engländer in ihr Leben tritt, werden ihre Gefühle gehörig in Aufruhe versetzt…
Kann der Mann sie lieben, der doch eigentlich ihr bester Freund ist?

******************************************************


„Und pass ja gut auf sie auf, Ben! Man weiß ja nicht, was sich da in London alles so rum treibt“, wies Cathleen´s Mum ihren Freund Ben nun schon bestimmt zum zehntausendsten Mal an, während diese nur genervt daneben stand und sich die ´tollen Ratschläge´ ihres Vaters anhörte. Red nicht mit fremden Leuten, zieh dich ordentlich an, damit auch ja keine Typen auf falsche Gedanken kommen, bla bla bla.... Alles nur sinnloses rum geblubber! Es war der Abend, auf den Cathleen so sehnsüchtig gewartet hatte, der Beginn des vierzehntägigen Austausches nach England.

Schon der bloße Gedanke an diese Stadt, an London, ließ Cathleen ins schwärmen geraten. Nachdem ihre Austauschschülerin und mittlerweile beste Freundin Cameron, kurz Cam, vor zwei Jahren in Deutschland gewesen war, hatte Cathleen sie jedes Mal in den Ferien besucht und nun war, nach langem Aufschieben, endlich der Zeitpunkt gekommen, da der Austausch nach England statt finden sollte.

Eigentlich waren diese ganzen ´guten Tipps´ ja nicht nötig, die ihre Eltern Cathleen mit auf den Weg gaben, denn mit ihren sechzehn Jahren war sie schon sehr selbstständig und reif für ihr Alter.

Ben versprach nun schon zum zehntausendsten Mal, dass er gut auf seine Freundin acht geben und ihr nichts geschehen würde. Als ob ihr dort etwas passieren konnte....in London, der Traumstadt schlechthin. Noch nie hatte sie Cathleen so behütete gefühlt, wie in diesem Land, in dieser Stadt, dir ihr doch eigentlich so fremd erscheinen müsste, obwohl sie dort schon etliche Male war. Ein Gefühl von Freiheit durch strömte sie jedes mal, wann immer der stolze Big Ben beinahe majestätisch vor ihr thronte oder sie stundenlang an der Themse saß und ihren Gedanken nach hang. Und jedes Mal fragte sich Cathleen aufs Neue, warum sie überhaupt nach hause zurück musste…

Diese Antworten bekam sie immer schneller als ihr lieb war. Eltern, Freunde, Schule, Ben und ihre Minderjährigkeit zwangen sie dazu, nach Deutschland zurück zu kehren. Während sie sich mühsam in ihren Alltag einlebte, überkam Cathleen ein Gefühl der Sehnsucht. Es war kein Fernweh, sondern unerklärlicherweise Heimweh, was vielleicht auch ihren Abschiedsschmerz erklärte…

„Es ist doch kein Abschied für immer“, tröstete Cam sie jedes Mal, doch Cathleen reichte das schon aus. Deshalb spielte sie auch schon seit längerer Zeit mit dem Gedanken für immer nach London zu ziehen, wenn sie das Abi in der Tasche hatte. Vielleicht zusammen mit Cam eine WG gründen und......

„Cathleen, bist du noch anwesend?“ Ihre Mum wedelte vor ihrer Nase mit der Hand hin und her. Abrupt wurde Cathleen aus ihren Gedanken gerissen, was ihr ganz und gar nicht zusagte. „Nein, ich bin gedanklich schon vor gefahren“, antwortete sie deshalb säuerlich und fuhr sich mit den Fingern durch das lange braune Haar, das von blonden Strähnen durch zogen war. „Schon gut, wir haben ja verstanden, das es genügt“, lächelte ihr Dad, schloss seine Tochter noch einmal in die Arme und wünschte ihr eine schöne Zeit.

Der Bus begann sich nun langsam aber stetig zu füllen und Cathleen zog Ben ungeduldig hinter sich her, damit sie unten noch einen Platz ergattern konnten. Schließlich wusste Cathleen genau, worauf das ganze hinaus lief. Ihre Klassenkameraden waren alle ziemlich aufgekratzt, jedenfalls dem albernen Gekicher, Gelächter und Gekreische nach, das man von oben vernehmen konnte. Cathleen war zwar auch schrecklich aufgeregt, aber so würde sie sich niemals aufführen. Sie wollte jetzt lieber ihre Ruhe haben und noch ein bisschen von London träumen. Erleichtert kuschelte sie sich in ihren Sitz an Ben und ehe sie sich versah, fielen ihre Augen zu und sie schlummerte ein.....

*

„Cathleen, aufwachen! Wir sind in Calais. Der Bus hat sich gerade in die Schlange zur Fähre eingereiht“, sanft rüttelte Ben seine Freundin an der Schulter. Diese schlug verschlafen die Augen auf. Sie brauchte eine Sekunde, um sich zu sammeln, doch dann war sie hell wach. Von oben drang schon wieder Gekreisch an ihr Ohr und sie war mal wieder froh, unten geblieben zu sein.

Der Bus setzte sich gut fünf Minuten später in Bewegung und als ein Pfeifen aus den Lautsprechern ertönte, verzog Cathleen kurz das Gesicht. Einer der Lehrer, Herr Handzsuj, ihr Klassenlehrer um genau zu sein, verkündete durch das Mikro das weitere Vorgehen. Zum ersten müssten sich alle merken, wo genau der Bus abgestellt wurde, denn wenn die Fähre erst einmal wieder angelegt hatte, mussten alle Autos, auch der Bus am besten mit allen Schülern drin, von Bord fahren. Sollten sie es nicht schaffen, sollten sie sich draußen schnellst möglich auf die Suche nach dem Bus machen. Auf der Fähre hatten alle die Möglichkeit, sich in Ruhe und ohne Aufsicht auf der Fähre umzusehen und sie zu erkunden.

Doch das wollte Cathleen gar nicht mehr. Oft genug war sie durch das Innere des Schiffes geschlendert und kannte praktisch jeden Winkel in und auswendig. Jedes Mal, wenn Cathlenn nämlich in den Ferien nach England fuhr, setzten ihre Eltern sie an der Fähre in Calais ab und machten dann Urlaub in Frankreich, während ihre Tochter das Schiff betrat und anschließend in Dover von Cam´s Elter abgeholt wurde. Jedenfalls hatte Cathleen nur noch ein Ziel und zwar schnellstmöglich an Deck zu kommen. „Muss das unbedingt sein?“, schnaufte Ben, als seine Freundin die vielen Stufen nach oben hetzte. „Darauf freue ich mich schon die ganze Zeit“, erwiderte Cathleen mit vor Aufregung gerötete Wangen und stieß nun endlich die Tür zum Deck auf. Augenblicklich fühlte sie sich sofort entspannt, als der Wind stürmisch ihr Haar zerzauste. Verträumt stützte sie sich auf die Reling und blickte in die Dunkelheit. Kurz darauf setzte sich das Schiff in Bewegung und Cathleen fühlte sich mit jedem Stück, dass sie England näher kam, erleichterter.

Währenddessen trippelte Ben ungeduldig neben ihr herum. England war ein tolles Land, ja, aber warum seine Freundin eine solche Leidenschaft dafür entwickelt hatte, war Ben schleierhaft. Es nervt ihn, dass Cathleen überhaupt nicht wahr nahm, dass er absolut keine Lust hatte, so blöde da oben rum zu stehen. „Können wir jetzt endlich wieder rein gehen?“, fragte er deshalb in nervigen Ton, „Cathleen? Hörst du mir überhaupt zu?“

„Hmmm...ja sicher.... War irgendwas?“, sie sah Ben kurz an, nur um dann wieder verträumt auf das Wasser zu starrten. „Ich habe keine Lust mehr, mir hier oben die Beine in den Bauch zu stehen! Lass uns nach unten zu den anderen gehen. Es soll hier irgendwo an Bord eine Spielhalle geben...“ Cathleen wusste ganz genau, wo diese sich befand und Ben hatte darum auch gehofft, dass seine Freundin ihn begleiten würde, doch diese dachte gar nicht daran.

„Ja, geh nur! Ich wünsch dir viel Spaß! Wir treffen uns dann nachher im Bus wieder.“ Murrend zog Ben von dannen und Cathleen war eigentlich ganz froh darüber, endlich ihre Ruhe zu haben. Ihre Gedanken wanderten wieder nach London. Vor ihrem geistigen Auge erschienen die Straßen und versteckten Gassen, die sie mittlerweile wir ihre Westentasche kannte. Dort fand sie sich viel besser zurecht, als wie ´zuhause´ wie sie nun wieder einmal feststellte. Man hätte Cathleen dort mit verbundenen Augen aussetzen können und sie hätte sie zurecht gefunden.

In der Ferne tauchten schon die die Lichter von der Anlegestelle in Dover auf. Die Zeit auf der Fähre war mal wieder viel zu schnell vorbei. ´Schade´, dachte Cathleen seufzend, ´Ich hätte noch eine halbe Ewigkeit hier oben stehen können.....´

**

Kurz darauf machte sich Cathleen wieder auf den Weg nach unten. Die Fähre legte an und die Türen gingen auf. Zielstrebig ging sie auf den Bus zu und trippelte ungeduldig hin und her, denn nicht nur ihre Mitschüler, sondern auch der Busfahrer waren noch nicht eingetrudelt.

Einen Augenblick später jedoch ging dieser an ihr vorbei und öffnete die Türen. Cathleen war die erste, die sich in ihrem Sitz nieder ließ, während die anderen alle nach oben stürmten. Ben und seine Kumpels waren die Letzten, die unter Herrn Handzsuj´s Gemecker über ihr Zu spät kommen, den Bus betraten.

´Typisch´, war Cathleens erster Gedanke, ´Keine Schule, aber er kommt trotzdem zu spät.´ Der Bus setzte sich in Bewegung und es entging ihr nicht, dass ihr Freund in seinem Sitz neben ihr hin und her rutschte. „Du, Süße....“, begann er nun. „Wenn du nach oben zu diesen Chaoten willst, dann geh ruhig“, antwortete sie leicht genervt, worauf Ben sich sofort erhob, ihr noch einen Kuss auf die Wange drückte und sofort nach oben verschwand. Nun konnte Cathleen es sich richtig gemütlich machen und die Beine hoch legen. Schläfrig lehnte sie ihren Kopf an die Sitzlehne und schlummerte ein......

***

Aufgeregtes Geschnatter weckte Cathleen am nächsten Vormittag. Anscheinend hatten die da oben kein Auge zu gemacht und die Lehrer auch nicht, denn Frau Bär und Herr Handzsuj kamen gerade gähnen von oben wieder runter. Noch etwas müde rieb sie sich die Augen und sah sich um. Als ihr Blick nach draußen fiel, sagte ihr ein Hinweisschild, das es nach London nun nicht mehr allzu weit war…

Cathleen fischte ihr Handy aus dem Rucksack und schrieb Cam eine SMS: „Home, sweet Home! Ich freu mich schon so auf euch! Cath“ Zwei Minuten später kam Cam´s Antwort: „Wurd aber auch Zeit, dass du dich meldest, du Schlafmütze *g* Ich nerve meine Eltern schon seit Tagen, dass wir pünktlich hier weg fahren! See ya soon Cam“ Woher wusste sie das nur?

Lächelnd steckte Cathleen ihr Handy wieder weg und lehnte sich zurück. Auf den Flachbildschirmen konnte man die Straße sehen, die von der Kamera vorne an der Windschutzscheibe gefilmt wurde. Eine Weile starrte Cathleen auf den Bildschirm. Für jenige, die Links – Fahren nicht gewöhnt waren, konnte das sehr beängstigend sein. Man konnte den Eindruck gewinnen, das jeden Augenblick ein anderes Auto in den Bus krachen konnte. Um sich die Zeit mit etwas anderem zu vertreiben, zog Cathleen nun ein Buch hervor und vertiefte sich in einen Liebesroman ihrer Lieblingsautorin.

Als sie aus dieser liebevoll geschaffenen Welt um die fürstliche Familie Cordina´s wieder auftauchte, war der Fahrer gerade dabei, den Bus auf den Parkplatz zu lenken, von dem sie alle von ihren Gastfamilien abgeholt werden sollten. Freudig sprang Cathleen auf, als sich die Türen mit einem Zischen öffneten. Draußen fiel sie Cam sofort um den Hals.

„Es ist schön, dich wieder hier zu haben“, schniefte diese und drückte ihre Freundin fest an sich. „Ich finds auch schön, wieder hier zu sein“, antwortete Cath glücklich und umarmte nun auch Cam´s Eltern, Mary und Peter Carter.

Während der Busfahrer mit Hilfe einiger Väter die Koffer auslud, scharrten die Lehrer ihre Schüler um sich und Herr Handzsuj ergriff wie immer die Initiative. Er startete seinen Vortrag mit dem Programm für die Zeit in der sie in London waren. Während er unaufhaltsam redete, verteilte Frau Bär Zettel, auf denen alles noch einmal ausführlich und in allen Einzelheiten drauf stand, denn die meisten hörten dem Lehrer, dessen schwarzes Haar schon von ein paar grauen Strähnen durch zogen war, sowieso nicht zu.

So auch Cathleen, die leise mit Cam flüsterte. Missbilligend drückte Frau Bär ihr einen Zettel in die Hand, den sie gleich neugierig überflog. Morgens war, wie sollte es auch anders sein, immer Schule. Nachmittags jedoch entdeckte Cathleen einige Ausflüge, bei denen es aber nicht bei allen Pflicht war, teil zu nehmen. Einen davon wollte sie jedoch auf alle Fälle mit machen, den nach Stonehenge mit anschließendem Besuch in Salisbury. Ansonsten standen noch vereinzelte Treffen mit ihrer Klasse an, während sie die übrige Zeit in ihren Gastfamilien verbringen konnten.

Erleichtert atmetet Cath nun auch, als ihr Lehrer seinen Vortrag endlich beendet hatte. Auf seinen Job musste nun wirklich keiner neidisch sein, auch wenn er mit nicht gerade wenig Geld verbunden war.

„Können wir gehen?“, fragte Cam nun leise und harkte sich bei ihr unter. „Ja, sofort. Ich möchte nur noch eben mit Ben reden....“ Suchend sah sich Cathleen um, doch unter ihren Mitschülern konnte sie Ben nirgends entdecken. In einiger Entfernung jedoch fiel ihr plötzlich ihr Freund ins Auge, wie er zusammen mit seiner Gastfamilie auf dem Weg zu deren Auto war.

Vor Wut klappte ihr Mund weit auf. Wenigstens verabschieden hätte er sich können. Aber wenn er das so haben wollte, konnte er es kriegen! Eigentlich wollte sie mit ihm ausmachen, wann sie etwas gemeinsam unternehmen konnten, aber daran schien Ben ja kein Interesse zu haben. Auch gut! Konnte sie wenigstens mehr Zeit mit Cam verbringen. Außerdem hatte sie es nicht vor, sich diese zwei Wochen von Ben versauen zu lassen!

Resolut straffe sie die Schultern und wandte sich nun wieder ihrer Freundin zu. „Na los, lasst uns fahren“, verkündete sie fröhlich und schlenderte mit ihrer Gastfamilie zum Auto.

Cathleen´s Wut über ihren Freund war in null Komma nichts verflogen, als Peter Carter an der Themse entlang fuhr und sie sich ausmalte, endlich wieder dort unten sitzen zu können.

Schon bald kamen sie bei Cam zu hause an, wo Peter ihre Koffer auslud und hoch ins das Zimmer seiner Tochter brachte. „Wir dachten, da ihr sowieso lange quatschen werdet, obwohl ja eigentlich Schule ist“, bemerkte er mit einem Zwinkern, „Lohnt es sich nicht, das Gästezimmer her zu richten. Du kannst dich also gleich hier bei Cam häuslich einrichten.“ Lächelnd bedankte sich Cathleen und ließ sich auf ihr Bett plumpsen, nachdem Peter das Zimmer verlassen hatte.

„Sag mal, ist bei euch alles in Ordnung? Ben war ja vorhin so schnell weg...“, bemerkte Cam und musterte ihre Freundin ernsthaft. Diese verzog kurz das Gesicht beim Gedanken an ihren Freund. „Ach ja, na ja....er war wohl sauer, dass ich auf der Fähre nicht hinter ihm her gedackelt bin. Außerdem geht’s doch immer wieder um die selbe Leier, dass ich noch nicht mit ihm in die Kiste gehüpft bin.“ „Aber du liebst ihn doch? Oder etwa nicht?“

„Sicher, aber wie kann ich mir sicher sein, dass er mich nicht fallen lässt, wenn er sein Ziel erreicht hat?!“, seufzte Cathleen und rollte sich auf dem Bett zusammen. „Du kannst ihn aber nicht bis in alle Ewigkeit hin halten“, meinte Cam grinsend und fügte hinzu, dass das Fass bei ihm ja auch irgendwann mal überlaufen müsse. „Oh Cam“, schüttelte Cath den Kopf, „Also wirklich...“

Während sie weiter über das männliche Geschlecht philosophierten und Cam nun anfing über Bens Vorlieben zu grübeln, schmiss sich ihre Freundin vor lachen auf dem Bett hin und her. Cam schaffte es wirklich jedes Mal, sie aufzuheitern.

Den morgigen Sonntag verbrachten die beiden Mädchen gemütlich vor dem Fernseher lümmelnd auf dem Sofa. Schließlich mussten sie für Montag wieder für den Ernst des Lebens fit sein......

****

Etwas unglücklich zupfte Cath am Montagmorgen an ihrem Marinefarbene Rock herum. Darüber trug sie eine weiße Bluse mit passen kurzer Krawatte. Die Schuluniform war das einzigste, das dem jungen Mädchen an England missfiel. „Jetzt guck nicht so“, knuffte Cam ihre Freundin in die Seite, „Was soll ich denn sagen? Ich muss tagtäglich damit rum laufen.“ Resigniert seufzte Cathleen, schnappte sich ihre Tasche und folgte Cam runter in die Küche, wo beiden in aller Eile eine Schüssel Cornflakes weg löffelten. Danach machten sich beiden auf den Weg zur Schule.

Cathleen kannte die meisten von Cam´s Freunden und so fiel es ihr nicht schwer, sich ohne Probleme einzufügen. Der Unterricht war, ganz im Gegensatz, wie Cath vermutet hatte, nicht langweilig. Begeistert beteiligte sie sich und erntete anerkennende Blicke von den Lehrern für ihre hervorragenden Englischkenntnisse.

„Kleine Streberin“ neckte Cam sie gleich Mittags nach dem Unterricht. „Tja, wer kann, der kann“, meinte sie gespielt eingebildet und fing sich dafür einen bitterbösen Blick von einem ihrer deutschen Mitschüler ein.

„Süße, warte bitte“, schallte es da plötzlich hinter ihr her. Genervt blieb sie stehen und sah Cam Augen rollend an, die jedoch nur mit den Schultern zuckte. „Kennen wir uns?“, fragte Cath bockig, als Ben neben ihr zum stehen kam. „Jetzt sei doch nicht so zickig, nur weil ich vorgestern einfach gegangen bin....“

„Ich habe ja wohl auch allen Grund zickig zu sein, wie du es nennst“, giftete sie ihren Freund an, „Aber ich hab das schon verstanden! Du ziehst dein Ding durch, während wir hier sind und ich meins! Komm, Cam! Wir gehen!“ Hoch erhobenen Hauptes stolzierte sie davon. „Ich will hoffen, dass du wieder normal bist, wenn wir wieder zu hause sind“, schrie Ben aufgebracht hinter seiner Freundin her.

´Was denkt der sich bloß?´ Ärgerlich schüttelte Cathleen ihr Haar nach hinten und meckerte den ganzen Weg nach hause über ihren ach so tollen Freund. „Cath! Cathleen, halt mal die Luft an! Wolltest du dich nicht eigentlich nicht mehr über Ben aufregen? Oder hab ich da was verpasst?“ „Du hast recht“, schnaubt sie und erwiderte dann ruhig, „Natürlich hast du recht! Von jetzt an werde ich keinen Gedanken mehr verschwenden, weder an Ben, noch an irgend einen anderen Kerl!“

*****

Zwei Tage vergingen, in denen Ben hartnäckig von seiner Freundin ignoriert wurde. Eigentlich müsste Ben vor Wut kochen, doch das hatte er sich schon längst abgewöhnt. Er wusste von Cathleens Eigenheiten und konnte nur hoffen, dass sie sich bald wieder gefangen hatte. So lange jedoch wollte er sich hier jedoch den Spaß nicht verderben lassen!

Am heutigen Mittwoch hatten die beiden Mädchen beschlossen, nach der Schule in einem gemütlichen Café zu essen. Langsam schlenderten Cam und Cathleen die Straßen entlang, als Cath plötzlich jemand auffiel und zwar ein junger Typ…

Nach einem abschätzend Blick auf seine Gestalt, schätze sie ihn auf ungefähr zwanzig. Er trug eine lässige Jeans und ein einfaches T – Shirt. Anscheinend hatte er gerade gute Neuigkeiten erfahren, denn nach jedem Schritt machte er einen kleinen Hüpfer, während er das Handy gegen sein Ohr presste. Wie er so vor den Freundinnen her lief, schien er überhaupt nichts um sich herum wahr zu nehmen…

Kopfschüttelnd verfolgte Cathleen, wie er einfach ohne zu gucken, über die Straße ging. Sie wusste ganz genau, wie es um den Verkehr in London stand und das es absolut nicht ratsam war, einfach kopflos über die Straßen zu gehen.

Instinktiv ließ Cathleen ihre Tasche fallen und rannte los. Aus den Augenwinkeln hatte sie ein Auto wahr genommen, das in vollem Tempo, diesen Typen gnadenlos umnieten würde. Mit voller Wucht stieß sie ihn von der Straßen und kugelte mit ihm zusammen auf den Bürgersteig.

Völlig entsetzt hatte er sich an Cathleen geklammert und lag nun auf ihr. Ihr Herz hämmerte wie verrückt in ihrer Brust und sie hatte das Gefühl, als würde sich ihr Puls noch mal beschleunigen, als er sie endlich an sah. Cathleen blickte in die blausten Augen, die sie jemals gesehen hatte.

„W...w...was war das?“, stotterte er, wobei er seinen festen Griff um ihre Oberarme nicht löste. Cathleen musste sich eingestehen, dass sie ihm deswegen auch nicht gerade böse war. „Man hätte dich bald vom Pflaster abkratzen können“, antwortete sie direkt und versuchte sich aus diesem hypnotisierenden Blick zu befreien. „Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll....“ „ Wie wärs mit deinem Namen?“, meinte sie keck, als sie sich wieder im Griff hatte. „Oh klar! Ich bin Duncan!“

„Cath, Cath, Bist du okay?“, Cam, die erst wie zur Salzsäure erstarrt war, kam nun angerannt und auch der Fahrer des Wagens stand nun hilflos daneben, während Duncan und Cathleen immer noch auf dem Boden lagen. „Ja, ja, alles noch dran“, winkte Cath ab und so leid es ihr auch tat, aber sie musste Duncan bitten, von ihr runter zu gehen.

„Oh, natürlich“, lächelte er verlegen, stand auf und half dann seiner Lebensretterin auf die Beine. Diese klopfte sich den Rock ab und zupfte ihre Bluse zurecht. Der Autofahrer vergewisserte sich noch mal, ob auch wirklich alles in Ordnung war und ging dann beruhigt zu seinem Wagen zurück.

Bevor weder Cathleen, noch Duncan etwas sagen konnte, ertönte eine meckernde Stimme aus seinem Handy, dass bei dem Fall ein paar Meter durch die Luft geflogen war. Anscheinend funktionierte es noch, denn Duncan konnte laut und deutlich die Stimme seines besten Freundes vernehmen.

„Gib mir einen Moment um ihn abzuwimmeln“, lächelte Duncan Cath entschuldigend an und stürzte auf sein Handy zu, um Lee irgendwie abzuwürgen. Als er sich wieder meldete, wurde Lee erst richtig laut, so das Duncan das Telefon vom Ohr weg halten musste, um einem Gehörschaden zu entgehen.

Was Duncan denn einfiele, ihn so lange warten zu lassen, schnaubte er aufgebracht in den Hörer. Wenn Lee eines nicht leiden konnte, dann war das Warten. Seiner Meinung nach reine Zeitverschwendung!

„Ich erzähle dir hier, dass „All Rise“ es bis auf Platz vier geschafft hat und du meldest dich einfach nicht mehr“, tobte er weiter, „Dich scheint das ja alles nicht so wirklich zu interessieren!“ „Jetzt mach mal nen Punkt“, erwiderte Duncan nun lauter, „Du kannst froh sein, das ich überhaupt noch ans Handy gehe! Beinahe hättet ihr mich nämlich von der Straße abkratzen können!“

„Hä?“, kam es verständnislos aus dem Hörer. „Ich hab jetzt keinen Bock, dir das zu erklären“, seufzte Dunc, legte einfach auf und schaltete das Handy ab, damit Lee ihn nicht weiter nerven konnte. „Tut mir leid, dass war ein Freund von mir.....nicht gerade pflegeleicht der Gute“, lächelte Duncan verlegen, dennoch charmant, wie Cathleen fand, als er zu ihnen zurück kehrte.

„Wir sind nicht in Eile“, versicherte Cath und warf ihrer Freundin einen warnenden Blick zu. Cam hatte, natürlich ohne jeden Hintergedanken, wie sich versteht, genau Dunc´s Rückseite abgecheckt und als er sich dann nach seinem Handy gebückt hatte, hätte sie beinahe einen Pfiff ausgestoßen....wenn ihr Cathleen nicht vorher den Ellebogen in die Rippen gehauen hätte.

„Schön, ich möchte mich nämlich bei dir bedanken....“ „Aber das ist doch nicht nötig“, meinte Cathleen schnell, „Das hätte doch jeder gemacht!“ „Deshalb warst du auch die Einzigste, die reagiert hat?!“ Lachend gab sie sich nun geschlagen. „Ich hätte dir auch keine andere Wahl gelassen...“, wieder dieses charmante Lächeln, von dem sie genau so in den Bann gezogen wurde, wie von seinen Augen.

Fieberhaft überlegte dieser hin und her. Schließlich nahm sein knurrender Magen ihm die Entscheidung ab. „Habt ihr schon gegessen?“ Bevor Cathleen auch nur den Mund aufmachen konnte, hatte Cam schon für sie geantwortet. Frech grinsend sagte sie zu, gemeinsam mit Duncan Mittag essen zu gehen.

In einem kleinen Café ließen sie sich nieder und die Mädels staunten nicht schlecht, als ihre neue Bekanntschaft ebenfalls einen Salat orderte. „Na ja....ähm...“ Wie sollte er das jetzt erklären?

„Hat dich deine Freundin etwa auf Diät gesetzt?“, fragte Cam belustigt über sein Gestammel. Sie hatte das mit der Freundin nicht umsonst erwähnt. Vielleicht ließe sich ja für ihre Freundin etwas arrangieren....da war zwar noch Ben, aber –tz- Cam konnte ihn noch nie leiden.

Als Duncan verneinte, dass er keine Freundin hatte, fiel Cathleen, ob sie es wollte oder nicht, ein riesiger Stein vom Herzen. ´Um Himmels willen, Cathleen´, tadelte sie sich selbst, ´Du kennst diesen Typen noch nicht mal eine Stunde und bist erleichtert, dass er keine Freundin hat.´ Entsetzt über sich selbst, versuchte sie diesen Gedanken wieder zu vertreiben. Sie hatte doch einen Freund und überhaupt war dieser Duncan, ob verdammt sexy oder nicht, viel zu alt, wie sie nun erfuhr, denn Cam quetschte gerade seine ganze Biographie aus ihm heraus.

Da Cathleens neugierige Freundin nicht locker gelassen hatte, musste er wohl oder übel mit seiner Lebensgeschichte raus rücken. Cam harkte immer wieder interessiert nach, so dass Duncan wirklich nichts verschweigen konnte.

Mit seinen mittlerweile 22 Jahren hatte Duncan schon einiges erlebt. Sein so genannter Vater war noch vor seiner Geburt einfach abgehauen und hatte seine schwangere Freundin einfach sitzen gelassen. Duncan hatte seinen Vater nie vermisst, schließlich hatte er ja seine Mum und seine Großeltern gehabt, die sich äußerst liebevoll um ihn gekümmert hatten.

Doch nachdem vor einiger Zeit seine Grandma und sein Grandpa gestorben waren, hatte sich Duncan ziemlich einsam gefühlt. Um sich von seinem Schmerz und seiner Trauer abzulenken, hatte er an etlichen Gesangs – Castings teil genommen. Jedoch ohne Erfolg. Seinen Traum von der Musikkarriere wollte er dennoch nicht aufgeben und schließlich hatte es dann doch noch geklappt. Zusammen mit seinen Freunden, Simon, Antony und Nervensäge Lee, bildete er die Band „Blue“.

„Tja, und nun ist unsere Single „All Rise“ auf Platz vier eingestiegen. Der Grund, weshalb ich vorhin beinahe zu Matsche verarbeitet worden wäre“, grinste Duncan nun wieder verlegen. Cathleen musste nun lachen. „Dann möchte ich nicht wissen, was passiert, wenn ihr einen Nummer eins Hit landet...“ „Du solltest vielleicht in meiner Nähe bleiben“, flirtete der attraktive Sänger drauf los und meinte dann, dass sie nun an der Reihe mit erzählen wären. Abwechselnd begangen die beiden nun zu erzählen, wobei Cathleen, ganz unabsichtlich natürlich, vergaß zu erwähnen, das sie einen Freund hatte.

Duncan, der Aufmerksam zugehört hatte, war das natürlich nicht entgangen und er fragte sich, warum ihn das eigentlich so sehr interessierte. Sicher, sie war süß, extrem süß sogar, wie er nicht verleugnen konnte, doch wie Duncan nun erfuhr, war Cathleen erst 16, er 22 und....nun ja....dazwischen lagen doch Welten. Außerdem konnte sie seine Schwester sein....wenn er denn eine gehabt hätte.

„Duncan James! Tickst du eigentlich noch ganz sauber?“ Unwillkürlich zog dieser sofort den Kopf ein und bereitete sich seelisch auf das weitere Gemecker Lees vor. Eigentlich hatte er ja gehofft, dem noch eine Weile entgehen zu können. Was zum Teufel wollte er bloß hier?

Cathleen warf ihm fragende Blicke zu, während Duncan am liebsten in Grund und Boden versunken wäre, wenn Lee nämlich einmal los gelegt hatte, konnte ihn nichts mehr so schnell stoppen. Das war einer seiner Macken, seine ständigen Wutausbrüche. In der einen Minute noch so sanft wie ein anschmiegsamer Kater und plötzlich tobte er wie ein Orkan durch die Gegend.

Wie Cath auffiel, blickten sich die beiden anderen, die dem blonden jungen Mann folgten, sich peinlich berührt an. Lee stand nun neben Dunc und moserte seinen Freund ordentlich an, wobei er sich nicht im geringsten dafür interessierte, dass er hier eine wahre Szene herauf beschwor. Die Leute sahen sich schon peinlich pikiert nach dem mittäglichen Störenfried um.

Duncan tat Cathleen schon richtig leid, weil es schon nicht mehr möglich war, dass sein Gesicht noch roter anlief. „Hat dir deine Mami nicht beigebracht, dass man sich in Gegenwart andere benimmt?“, fragte sie nun spitz dazwischen, als Lee endlich mal Luft holte.

„Was willst du denn, du Küken?“, giftete er. „Wie ich´s mir dachte...Keine Manieren, der Junge!“, Nase an Nase standen sich die beiden nun gegenüber, „Name?“ „Lee Ryan.“ „Alter?“ „18“ „Hobbys?“ „Musik....hey, warum beantworte ich dir das überhaupt, du Küken? Wer bist du eigentlich?”

„Cathleen Catona“ Nun dreht er den Spieß um. „Alter?“ „16“ „Vorlieben?“, fragte Lee dreckig grinsend und es war sofort klar, was er damit meinte. „Dir für dein Benehmen mal eine ordentliche Ohrfeige versetzen“, erwiderte sie ungerührt. „Wir sind aber ganz schön frech!“ „Das Kompliment kann ich nur zurück geben! Bloß im Gegensatz zu dir rege ich mich nicht über jede Kleinigkeit auf.“

„Woher willsten das wissen?“ „Die da pulsiert wie wild“, deutete Cathleen auf seine Halsschlagader und Lee wusste darauf nichts mehr zu erwidern. „Ach scheiße, du hast mich aus dem Konzept gebracht“, grummelte Lee und ließ sich auf einen Stuhl fallen. Cathleen, Simon und Antony nahmen nun ebenfalls Platz und sie bemerkte, dass er ihr nun gleich viel besser gefiele.

Lee warf missmutige Blicke in die Runde. Er war es ganz und gar nicht gewohnt, bei seinen Wutausbrüchen gestört zu werden und schon gar nicht von so einem.....attraktiven Mädel, wie er nun fest stellte. Mit Kennermiene wanderte sein Blick über Cathleen und es gefiel ihm, was er sah. Auch ihre rothaarige Freundin enttäuschte ihn nicht. Wie hatte ausgerechnet Duncan die beiden nur aufgegabelt?

„Kann man dich jetzt wieder ansprechen?“, fragte dieser nun vorsichtig. Lee stieß ein bejahendes Schnauben aus: „Aber ich stelle hier die Fragen! Also, warum hast du grade einfach aufgelegt? Wie haben uns verdammt noch mal große Sorgen um dich gemacht!“ „Wie du weiß, stimme ich Lee ja nur sehr ungern zu, Dunc...“, meinte Simon zerknirscht, „....aber diesmal hat er recht!“ Schuldbewusst schlug Duncan die Augen nieder und begann zu erzählen. Nebenbei stellte er den dreien auch noch seine Lebensretterin und deren Freundin Cam vor.

„Tut mir leid, Lee! Ich war noch geschockt und als du dann auch noch rum genervt hast....“, druckste er am Ende rum, „....hab ich einfach aufgelegt und das Handy abgestellt.“ „Es sei dir verziehen“, versicherte Lee großzügig, froh darüber, dass seinem Freund nichts geschehen war. Nun konnte er sich beruhigt den Mädels, aber vor allem Cam widmen, die ihm eindeutige Flirtsignale zusandte, während Cath lieber mit Duncan, Simon und Antony plauderte.

Gegen Nachmittag jedoch mussten sich Cam und Cathleen schweren Herzens verabschieden. „Hast du morgen Zeit? Wir könnten doch was unternehmen?!“, fragte Duncan leise, als er sie zum Abschied freundschaftlich umarmte. „Leider nein“, seufzte sie bedauernd, „Morgen haben wir erst Schule und dann machen wir einen Ausflug nach Stonehenge mit anschließendem Besuch in Salisbury. Vor Abends werden wir nicht zurück sein.

„Salisbury?!“, wurde Dunc hellhörig, „Aber da kann ich doch Fremdenführer spielen!“ „Du kennst dich da aus?“ „Ich bin dort geboren“, lächelte er, „und Stonehenge habe ich das letzte mal gesehen, als ich ein kleiner Junge war.“ „Wenn das so ist, würde ich mich freuen, wenn du mit kommst......vorausgesetzt du hast überhaupt so viel Zeit?“

„Klar, es steht morgen nichts an!“ Die beiden tauschten noch ihre Handynummern aus und Duncan versprach, dem Bus mit seinem Wagen nachzufahren, bevor die Freundinnen sich endgültig verabschiedeten und den Heimweg antraten.....

******

„Ach, Schulmädchen sind doch was feines“, grinste Lee mit entrücktem Gesichtsausdruck, wofür er sich einen Schlag auf den Hinterkopf von Duncan einfing...und weil aller guten Dingen bekanntlich drei sind, ließen sich auch die zwei anderen nicht lange bitten.

„Jetzt tu mal nicht so, als ob du nicht abgeneigt wärst, Dunc“, maulte Lee und betastete prüfend seinen Hinterkopf. Er wollte für die Jungs hoffen, dass sie seine Frisur nicht zerstört hatten…

„Ich meine....Cathleen....wirklich sehr lecker...“ Heftiger als er wollte, fuhr er Lee an, ja die Pfoten von ihr zu lassen. Genau das hatte Lee bezweckt. Gewöhnlich konnte man Duncan nur provozieren, wenn es auch wirklich etwas zum provozieren gab.

„Na bitte“, war Lee´s triumphierender Kommentar dazu. „Ich will nur nicht, dass du ihr weh tust“, murmelte er, während er der Kellnerin ein paar Geldscheine reichte. Seine Freunde hatten es sich natürlich nicht nehmen lassen, sich einzuladen und er fragte sich, warum er immer der Portemonnaie – zückende Depp war.

Da Lee es für besser hielt, die Gefühle seines Freundes nicht weiter zu analysieren, ließ er das angeschnittene Thema „Liebe“ vorerst ruhen und fragte lieber, ob er denn morgen mit kommen könne.

Grübelnd kratze sich Duncan am Kopf. Sollte er sich das wirklich an tun? Lee´s Meckereien über seine so genannte schleichende Fahrweise? Bettelnd, wie ein kleiner Junge, der noch nicht ins Bett geschickt werden wollte, hüpfte Lee vor ihm auf und ab.

„Schön, aber so bald zu anfängst, rum zu mäkeln, fliegst du auf der Stelle raus!“ „Alles, was du willst, Dunc“, freute sich Lee und rieb sich die Hände. An Cathleen war er nicht interessiert.

Sicher, sie war hübsch, doch seine Aufmerksamkeit galt ganz Cam. Es kam nicht oft vor, dass ein weibliches Wesen ihm von jetzt auf gleich den Kopf verdrehte, doch diese rothaarige Schönheit hatte es getan und sie würde Lee nicht mehr so schnell durch die Lappen gehen.....

*******

„Wow, diese Augen“, schwärmte Cam noch Stunden später am Abend von Lee, „ob er mich auch mag?“ Genervt verdrehte Cathleen die Augen und antwortete ihrer Freundin bestimmt zum tausendsten Mal mit einem „Ja“. So langsam aber sicher übertrieb sie es wirklich.

„Das hat doch ein Blinder mit nem Krückstock gesehen“, fügte Cath noch hinzu, um ihre Freundin zu beruhigen. „Ein Blinder vielleicht....aber du mit deiner rosaroten Brille auf der Nase hattest doch nur Augen für „deinen“ Duncan!“ „Erstens ist er nicht „mein“ Duncan! Zweitens habe ich mich auch glänzend mit Antony und Simon unterhalten und drittens vergisst du immer wieder „meinen“ Ben!“

Cam hätte bei diesem Namen am liebsten vor Frustration laut aufgeschrieen. Wie konnte sie nur diesen Kerl einem gut aussehenden charmanten Engländer vorziehen?!

„Manchmal bist du mir echt ein Rätsel“, grummelte sie deswegen. Aus unerklärlichen Gründen liebte Cathleen Ben und sie musste das akzeptieren, auch wenn es ihr verflucht noch mal schwer fiel. Mehr als einmal hatten die beiden „lebhaft diskutiert“ und jedes mal kam Cam zu dem Ergebnis, Ben noch weniger leiden zu können, wenn er schon einen Streit zwischen ihnen beiden verursachte. Irgendwann würde Cathleen Ben schon von ganz allein in den Wind schießen und Cam hoffte da zu sein, um ihm anschließend noch einen gepfefferten Tritt in den Allerwertesten verpassen zu können.....

Während Cathleen und Cam ihren Gedanken nach hingen, lag auch Duncan grübelnd auf seinem Bett vor sich hin. Schon allein der Gedanke an Cathleen brachte ihn zum träumen. Nur liebend gern würde er seiner Fantasie freien Lauf lassen und sogar noch weiter gehen.....wäre sie doch nur ein paar Jahre älter oder er jünger…

Jetzt beneidete er Lee um sein „zartes“ Alter, wären es nur zwei Jahre Unterschied, aber sechs waren doch zu viel. Seufzend verschränkte Duncan die Hände hinter dem Kopf. Verdammter Mist aber auch......

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Am nächsten Morgen ließen Cam und Cathleen die langsam dahintröpfelnden Schulstunden über sich ergehen. Cathleen hatte beobachtet, wie ihre Freundin ein Blatt nach dem anderen mit Herzchen voll malte und jedes mit einem geschwungenen „L“ verzierte. Cam war verknallt....und das nicht zu knapp! Auch sie selbst bemerkte ein Bauchkribbeln, das nicht ihrem Freund, sondern Duncan, einem eigentlich völlig Fremden, galt. In was hatte sie sich da bloß rein manövriert??!

In der Pause kam Ben auf sie zugestürmt und drückte ihr einen stürmischen Kuss auf die Lippen. Aus unerklärlichen Gründen wollte er heute unbedingt etwas mit ihr unternehmen. Cath, der das ganz und gar nicht passte, steckte ihm gleich, dass sie den heutigen Ausflug auf alle Fälle mit machen würde komme was wolle!

Darauf hatte Ben ja mal so gar keine Lust und außerdem hätte er sich vorher anmelden müssen. Wer hatte schon Lust, sich so ein paar bekloppte Steine anzugucken?! Also versuchte er natürlich alles, damit seine Freundin den Ausflug sausen ließ. Zu erst setzte er noch einen Dackelblick auf, doch als er dann begann, sie anzuschreien, platzte auch Cathleen der Kragen.

„Meinst du eigentlich dass ich mich so von dir anschreien lasse? Und ich soll mich wieder einkriegen, ja?! Du kannst mich mal!“ ´Pff, der hat vielleicht Nerven´, ärgerte sich Cathleen, als Ben fuchsteufelswild fluchend abrauschte, weil sie sich geweigert hatte. So ein Blödmann......

Am frühen Mittag ging es dann mit dem Bus nach Stonehenge. Die beiden Mädels verzogen sich nach hinten und als ein Hupen sie aus ihrem Gespräch riss und sie sich umdrehten, strahlten die beiden um die Wette, denn in dem Auto hinter ihnen saßen Duncan und Lee.

Während Lee fröhlich winkte, konnte Duncan Cathleen nur ein kurzes Lächeln schenken, schließlich wollte er nicht am nächsten Baum kleben bleiben. „Man kann auch mit einer Hand lenken“, bemerkte Lee spitz, während er auf diese Distanz unverhohlen mit Cam flirtete, „Du könntest deiner Cathleen ruhig mal winken....“

„Wirst du jetzt endlich Ruhe geben?“, grummelte Dunc und versuchte sich krampfhaft auf den Verkehr zu konzentrieren. Lee machte ihn schon nervös genug, wie er da auf dem Sitz neben ihm hin und her rutschte und dann waren da auch noch Cathleens Blicke, die Duncan nur allzu deutlich auf sich spüren konnte…

Lee fand gefallen daran, seinen Freund zu ärgern und stichelte noch weiter so rum, bis Dunc völlig entnervt auf den Parkplatz bei Stonehenge fuhr. Geduldig warteten er und Lee, bis die Mädels es geschafft hatten, aus dem Bus zu kommen.

„Hat er dich arg genervt?“, fragte Cathleen leise, als sie sich zur Begrüßung umarmten. „Woher weißt du...?“ „Dein Blick hat wirklich Bände gesprochen“, lächelte sie und zog ihn zu den Kassen. Als sie diese passiert hatten, wollte Cathleen für alle ein Infogerät holen. Man tippte einfach nur die Zahl ein, an der man vorbei kam und schon konnte man alles wissenswertes erfahren.

„So was brauchst du nicht“, grinste Dunc, „Du hast doch mich!“ Lee lachte lauthals los. „Als ob du da was drüber weißt....“ ´Du wirst dich noch wundern, Kleiner´, dachte Dunc triumphierend und zog Cathleen weiter.

Ihr verschlug es fast den Atem, als sie diesen faszinierenden Ort sah, der einem mit seinem Charme verzauberte und mit seiner eigenen Magie gefangen hielt.

Nicht weit von ihnen, erstreckte sich eine Steinkreisanlage. Sie bestand aus zwei Steinkreisen mit hochragenden, säulenartigen Vierkantblöcken; auf je zweien lag ein waagerechter Stein, ein so genannter Trilithen. Fünf Trilithen, hufeisenförmig angeordnet, umgeben im Inneren einen „Altarstein“ und eine kleine hufeisenförmige Steinsetzung. Um diesen Kreis war ein zweiter Trilithenkreis aus 30 Steinen von ca. 4 Metern Höheaufgerichtet, die ganze Anlage umgab ein Kreisgraben von 114 m. Durchmesser.

Während Lee und Cam hinter Duncan und Cathleen her schlichen, begann Duncan seinen Vortrag. Cathleen hin förmlich an seinen Lippen und sog jedes einzelne Wort in sich auf, während Dunc sein Wissen kund tat.....

Mitten in einer weiten Ebene, in der südenglischen Grafschaft Waltshire, zog eine einsame in den Himmel ragende Steinkonstruktion mit Namen „Stonehenge“ Touristen und Wissenschaftler gleichermaßen an. Genaueste Details ihrer Entstehungsgeschichte wurden nach und nach erforscht, doch bis heute konnte niemand mit Bestimmtheit sagen, warum Stonehenge überhaupt erbaut wurde. Stellte Stonehenge einen Tempel, eine Sternwarte oder gar ein Geschenk außerirdischer intelligenter Lebewesen an die Menschheit dar? Allgemein wusste man wenig über den Verwendungszweck solcher Megalithkonstruktionen, die es nicht nur in Stonehenge gab. Über ihre Entstehung waren sich Archäologen jedoch einig: Die Grundfesten für das faszinierende Steinmonument wurden vor mehr als 5000 Jahren gelegt – lange vor den ägyptischen Pyramiden.

Im 17. Jahrhundert sahen Altertumforscher in dieser mystischen Stätte eine simple „Pfarrkirche“, andere vermuteten in dieser Steinformation einen römischen Tempel.

Im 18. Jahrhunder wurde Stonehenge von einem Altertumforscher als Druidentempel betitelt, dessen Meinung noch heute weit verbreitet war.

Heute jedoch teilten die meisten Forscher die Meinung eines Astronomen aus Heidelberg. Demnach war Stonehenge eine „Finsternisuhr zur präzisen Vorhersage von Sonnen – und Mondeklipsen“ gewesen.

Der große römische Imperator Julius Cäsar vermutete nach seinen Feldzügen auf der britischen Insel einen Zusammenhang zwischen Stonehenge und den Ritualen der Druiden, den keltischen Priestern. Historiker konnten später keinen Zusammenhang zwischen den Kelten und den Steinkreisen entdecken. Auch gab es weder Beweise für einen Einfluss anderer Kulturen wie die der Hindus oder Mayas, noch von Besuchern aus dem All.

Für Radiästheten, Menschen, die besonders sensibel auf sie umgebende Energien reagierten, war Stonehenge ein bedeutsamer Ort, an dem sie mit ihren Wünschelruten gewaltige Energien maßen. Sie meinten, dieses energetische Phänomen war der eigentliche Grund für die frühzeitlichen Erbauer gewesen. Den Radiästheten zufolge sollte das geheimnisvolle Monument Stonehenge ein spiritueller Kraftort sein.

„Siehst du das da hinten? In der verlängerten Längsachse des Hufeisens fand man Spuren einer „Avenue“, über die zur Zeit der Sommersonnenwende die aufgehende Sonne auf den Altarstein fällt“, deutete Duncan auf die Stelle, „Jedes Jahr zur Sommersonnenwende, in der Nacht vom 21. zum 22. Juni, beobachten Tausende von Menschen den Aufgang der Sonne über Stonehenge. Sie geht an diesem Tag exakt zwischen dem Heel Stone und einem anderen, heute nicht mehr vorhandenen Stein auf.

Junge Pseudo-Druiden in weißen Gewändern rufen und singen dazu: "Steig empor, o Sonne! Zerstreu mit deinem strahlenden Licht das Dunkel der Nacht!" Als Priesterkaste der Kelten hatten die Druiden, die nicht nur religiöse, sondern auch heilende und mystische Aufgaben wie Wahrsagen, Traum- und Sterndeutung innehatten, einen besonderen Bezug zum Himmel und zur Natur. So beeindruckend das heutige Schauspiel auch sein mag, es waren mit Sicherheit nicht die Druiden, die Stonehenge errichteten. Sie traten erst 2000 Jahre später auf.

Wahrscheinlich haben die Druiden Stonehenge als Tempelanlage für ihre Rituale entdeckt und möglicherweise haben sie auch dessen astronomische Besonderheiten erkannt. Was auch immer der Zweck von Stonehenge gewesen sein mag - allein die Mühen, die man auf sich nahm, um es zu errichten, weisen auf seine große Bedeutung hin. Ob seine Erbauer aus religiösen oder aus astronomischen Gründen aktiv wurden - auf jeden Fall waren es Wesen mit bemerkenswertem Wissen und herausragenden architektonischen Fähigkeiten. Ob es auch Menschen waren? Dieses Geheimnis verbirgt der Steinkreis von Wiltshire bis zum heutigen Tag....“

Duncan atmete tief durch. Er konnte nicht verleugnen, nicht stolz auf sein Wissen zu sein. „Hast du ein ganzes Geschichtsbuch verschluckt?“, Lee guckte ihn schief an, „Man könnte meinen, du hast das alles mit Löffeln gefressen!“ „Ob du es glaubst oder nicht, Lee, aber für so etwas gibt es Bücher, ja!“, schnappte Duncan beleidigt.

„Lass dich doch nicht ärgern, Dunc“, Cathleen fasste ihn am Arm, „Ich bin jedenfalls schwer beeindruckt!“ Duncan lächelte nun wieder glücklich, während Lee sich ein genervtes Aufstöhnen nicht verkneifen konnte. „War ja auch nicht anders zu erwarten...“, murmelte Cam leise, so dass er nur Lee hören konnte....Das dachte sie jedenfalls....

„Das hab ich gehört, Cameron“, bemerkte Cath tadelnd, drehte sich jedoch nicht um, sondern widmete ihre ganze Aufmerksamkeit wieder dem attraktiven Sänger neben ihr. Dieser berichtete nun davon, wie die tonnenschweren Steine eigentlich in die Nähe von Salisbury gelangt waren, während Cathleen ihm fasziniert zuhörte.

Lee gähnte. Wäre Cam nicht an seiner Seite gewesen, wäre er im Laufen garantiert eingeschlafen. Duncan konnte einen ja zu Tode langweilen....außer Cathleen. Die beiden schienen auf der selben Wellenlänge zu sein.

„Die beiden wären ein süßes Paar, nicht?“, stupste Cam ihn plötzlich an und Lee nickte. Nur kannte er seinen Freund inzwischen so gut, dass er wusste, dass Duncan sich niemals, ganz gleich, welche Gefühle er auch hegte, auf solch eine Beziehung einlassen würde. Lee wusste ganz genau, wo der Schuh drückte.....Duncan kam nicht mit dem Altersunterschied klar. Zwar hatte er noch kein Wort darüber verloren, doch Duncan war für Lee wie ein offenes Buch, eben viel zu leicht zu durchschauen.

Unwillkürlich schüttelte er den Kopf. Man konnte sich die Sache auch komplizierter machen, als sie eigentlich war. Bei Cam und ihm würde das jedenfalls nicht so ablaufen....

„Verdammte Scheiße, was denkt der sich nur wieder dabei?!“, schüttelte Cathleen plötzlich ungläubig mit dem Kopf. Ihr Blick hatte sie für einen Moment von Duncans herrlichen Lippen abgewandt und war an den Steinen hängen geblieben. Doch das hatte schon genügt, um einen ihrer Mitschüler zu entdecken, der sich mit schnellen Schritten dem Steinkreis näherte.

Von allen Seiten stürmten nun Security – Männer heran, die den schwarzhaarigen Jungen aufhielten, noch ehe er einen der Steine berühren konnte. Wie ein Schwerverbrecher wurde er von den tobenden Security – Leuten abgeführt und Cathleen war sich sicher, dass ein Erschießungskommando nur halb so schlimm war, wie das, was ihm jetzt bevor stand. Sie hatte nämlich Herrn Handzsuj entdeckt, der sprichwörtlich davor stand, in die Luft zu gehen. Selbst auf diese Distanz konnte Cathleen die Wut in seinen Augen erkennen.

Herr Handszuj war einer der Lehrer, dem seine Klasse sehr am Herzen lag. Er stand immer für sie ein, doch baute einer von ihnen Mist, verdrückte man sich am besten ganz schnell nach ganz weit hinten in die letzte Reihe und ließ das diskutieren bleiben…

Die vier beobachteten nun, wie Herr Handzsuj seinen Schüler Wutschnaubend zum Ausgang dirigierte. „Hey, der Junge ist mir aber echt sympathisch“, worauf Lee sich einen vernichtenden Blick von Cathleen einfing. „Das dachte ich mir schon! Du würdest das auch glatt bringen...“

Duncan musste lauthals lachen: „Du bist doch leichter zu durch schauen, als du dachtest und das auch noch von Cathleen, die dich gerade mal 24 Stunden kennt.“

Lee zog eine Schnute. Das war das, was er am zweit meisten hasste, wenn sich jemand über ihn lustig machte. Austeilen konnte er wunderbar, dafür fiel ihm das Einstecken umso schwerer. Duncan, der gleich bemerkt hatte, dass sein Kommentar ihn furchtbar wurmte, legte ihm die Hand auf die Schulter. „Ach, komm schon, Lee! Nimm´s wie ein....“, Duncan prustet los, „....Mann....“ Cathleen lachte, angesteckt von Duncan, nun auch los, und presste sich die Hand vor den Bauch.

Eingeschnappt griff Lee nach Cam´s Hand und ging mit ihr vor. Sollten die beiden sich doch kaputt lachen, so lange er die Hand der schönen Rothaarigen hielt, wie ihm nun auffiel, war ihm das egal. Cam war zunächst etwas irritiert, was jedoch schnell verflog und sie genoss es, die Runde mit Lee händchenhaltend zu beenden.

Cathleen und Duncan folgten den beiden, hin und wieder los prustend, zum Ausgang. Die Mädels mussten wieder in den Bus, während Duncan und Lee den beiden im Auto nach Salisbury nach fuhren.

Halb verärgert, halb verträumt hockte Lee neben seinem Freund auf dem Beifahrersitz. „Sagst du heute noch mal einen piep?“, fragte Duncan, während er sich auf den Verkehr konzentrierte. „Sagen nicht, trotzdem würde ich dir gerne mal eine piepen“, zischte er wütend, nun, da er Cam´s Hand nicht mehr in seiner hielt. „Na, na, meinst du, Cam steht auf Schlägertypen?“

„Wie kommst du bloß dazu, mich so vor ihr bloß zu stellen?“, schrie er aufgebracht. Unwillkürlich wollte Duncan sich die Ohren zu halten, doch stattdessen verkrampften sich seine Hände nur um das Lenkrad. „Junge, bist du verknallt....“ „Könntest du dich vielleicht etwas erwachsener ausdrücken?“, Lee knetete seine Hände, „`Verknallt´ hört sich so teeniemäßig an.....“

„Also schön, verliebt“, verbesserte sich Dunc und nahm erleichtert wahr, dass sein Freund sich wieder entspannte, „Cam ist wirklich sehr süß und unheimlich nett....“ „Cathleen aber auch“, unterbrach Lee. „Wie kommst du denn jetzt auf Cathleen?“, wollte Duncan gespielt verwirrt wissen, schon ahnend, worauf der Blonde an seiner Seite hinaus wollte.

„Jetzt tu doch nicht so, Dunc! Ich hab doch gesehen, wie du sie angeschaut hast....“ „Okay, a) ich kenne sie erst seit gestern und b) hast du schon mal was von einer platonischen Beziehung gehört?!“ „Das funktioniert nicht, bis auf sehr wenige Ausnahmen, die man an einer Hand abzählen kann und bevor die mir jetzt damit kommst, dass ihr so eine Ausnahme seid, kann ich dir nur sagen: Vergiss es! Es knistert ganz gewaltig zwischen euch, Duncan, das kannst selbst du nicht verleugnen!“

Bevor er sich noch in irgendwelche Dinge verfing, aus denen Lee ihm einen Strick drehen konnte, sagte Duncan besser nichts mehr dazu und dachte sich seinen Teil oder besser gesagt, dachte er an Cathleen....War das alles wirklich so offensichtlich???

Bis zum Abend hin verbrachten die Vier ihre Zeit in Salisbury. Sie schlenderten durch die Stadt und Duncan kramte alles Wissenswertes über seinen Geburtstag hervor. Lee hatte seine Ohren auf Durchzug gestellt, jedenfalls für Duncan, der ihn schon wieder gewaltig langweilte.

Stattdessen tuschelte er mit Cam, bis er dann schließlich laut und großzügig verkündete, den Mädels ein Eis zu spendieren. „Oh klasse, ich nehmen Schokolade“, gab Duncan gleich begeistert seine Bestellung auf. „Wer hat gesagt, dass du auch eines kriegst?“, fragte Lee mit hochgezogener Augenbraue. „Hmmmm.....wenn ich keines kriege, muss ich mir demnächst wohl zweimal überlegen, ob ich für dich mitbezahle, wenn du mal wieder ganz zufällig dein Portemonnaie vergessen hast...“, meinte Duncan hinterlistig grinsend.

„Was wolltest du noch mal? Schoko, richtig?!“, lenkte Lee eiligst ein, nahm die Wünsche der Mädchen auf und nahm kurz darauf wieder mit dem Eis zurück. „Sagt mal, wie war das noch gleich mit der Diät und ein voller Bauch tanzt nicht gern?“, fragte Cathleen spitz. „Hey, auch wir müssen mal sündigen“, verteidigte Lee sein Eis und schleckte genüsslich daran herum.

Duncan warf Cathleen einen Blick zu, der sagten sollte, dass das „mal“ nur ihm galt, denn Lee sündigte, wo er nur konnte. Cathleen verstand sofort und nickte grinsend, zugleich war sie aber auch enttäuscht darüber, dass sie seinen Blick sofort deuten konnte. Noch nie hatte sie sich einem Menschen so verbunden gefühlt und sie hoffte, nein, sie wollte dieses Gefühl mit aller Macht festhalten.....

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Mit jedem weiteren Tag, der verging, rückte der Abschied von London näher und damit auch der Abschied von Duncan. Neben den Terminen, die er und Lee mit den anderen Jungs hatten, nahmen sich die zwei so oft es ging Zeit für Cathleen und Cam. Mit einem Lächeln im Gesicht, dachte sie an das Essen bei Duncan, zusammen mit Cam, Lee, Simon und Antony. Duncan hatte eine wirklich Delikate Gemüsesuppe nach dem Rezept seiner Mum zusammen geschnibbelt.

Beinahe hätte Cath los gelacht, als sie an diesen Ur-komischen Anblick dachte, wie Lee fast vor Verzweiflung in die Kühltruhe gekrochen wäre, auf der Suche nach einer Pizza.

Am Morgen ihrer Abreise saß Cathleen allein auf einer Bank an der Themse. Sie tadelte sich selbst dafür, dass sie hier rum saß und heulte, doch die Traurigkeit hatte sich ganz automatisch ausgebreitet, genau wie ihre Tränen.

„Ich werde unsere Gespräche hier niemals vergessen, Cathleen!“, erschrocken wischte sie sich über das Gesicht und blickte beschämt in Duncans blaue Augen. „Woher wusstest du....?“ „Cam ging zuhause an dein Handy und meinte, dass du, wie jedes Mal, in aller Früher das Haus verlassen hättest. Da dachte ich mir gleich, das ich dich hier an unserem Platz finde....“, er setzte sich neben sie und griff nach ihrer Hand. `Unserem Platz´....Wie er das sagte....

Abends, wenn Duncan Zeit hatte, waren sie jedes mal hier her gekommen, nur sie beide allein. Stunde um Stunde hatten Cathleen und Duncan hier gesessen, gelacht und über kleine unbedeutende Nichtigkeiten geredet, die plötzlich doch so Bedeutend erschienen.

„Du hältst mich jetzt sicher für albern“, schniefte Cathleen beschämt und wich seinem Blick aus. „Warum sollte ich denn? Ich finde es nicht albern zu weinen, wenn man etwas von ganzem Herzen vermisst. Lass es raus, Cathleen, vielleicht fällt es dir dann leichter...“

Fürsorglich zog er sie in seine Arme, wo sie haltlos zu weinen anfing. „Wirst du kommen?“, fragte sie schluchzend. „Sicher werde ich da sein!“ Cathleen drückte sich noch enger an Duncan. Es fiel ihr schwer zu glauben, dass alles leichter für sie sein sollte, wenn ihre Tränen versiegt waren.

Nein, es würde nur noch schwerer werden, weil es nun einen Menschen in ihrem Leben gab, den sie auf keinen Fall mehr missen wollte, der aber so unendlich weit weg sein würde.....

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Ungeduldig trippelte Cathleen nervös neben Lee, Cam und deren Eltern hin und her. Ihre Koffer waren schon im Bus verstaut und alle verabschiedeten sich von ihren Gastfamilien. „Er kommt schon noch“, versuchte Lee sie zu beruhigen. „Und wenn ihm was passiert ist?“, ängstlich blickte Cathleen sich auf dem Parkplatz um, doch es kam keine Auto in Sicht, das dem Duncans auch nur im Entferntesten ähnelte.

Lee musste ein zufriedenes Lächeln unterdrücken. Sein Freund sollte ihm noch einmal mit platonischer Beziehung kommen.... „Vielleicht steckt er im Stau“, warf Cam nun ein, „Du kennst doch den Verkehr hier...“ Zustimmend nickte Lee: „Duncan hält seine Versprechen immer!“

Wie aufs Stichwort fuhr dieser in dem Moment auf den Parkplatz. Erleichtert eilte Cathleen auf ihn zu und umarmte ihn: „Ich hab mir Sorgen gemacht!“ „Tut mir leid“, entschuldigte sich Dunc zerknirscht, „Ich musste noch was besorgen...“ Neugierig sah Cathleen ihn an und er zauberte vom Rücksitz einen Blumenstrauß, rote Rosen, hervor.

„Cathleen, ich....ich weiß gar nicht, was ich sagen soll...“, er zögerte und suchte nach den richtigen Worten, „Du hast mich nicht nur gerettet, nein, du bist auch in dieser kurzen Zeit zu einem wichtige Menschen für mich geworden. Ich habe mir jemanden gewünscht, mit dem ich reden kann, der mich versteht, der mich sieht und nicht die Fassade des immer lächelnden Blue – Sängers. Weißt du was, ich glaube ich habe diesen Menschen gefunden.....in dir!“, nervös drehte er den Strauß in den Händen und überreichte ihn ihr schließlich, „Dafür, dass du mir den Hintern gerettet hast und sag jetzt nicht wieder, dass das jeder gemacht hätte!“

„Danke, die sind wunderschön“, gerührt umarmte sie ihn wieder. „Ich glaube, du musst gehen, Cath! Es sind schon gleich alle eingestiegen...“, meinte Dunc leise. „Pass auf dich auf“, bat sie und lächelte ihn tapfer an.

Duncan´s Blicke klebten an ihren Lippen. Wie es wohl sein würde, wenn sie die seinen berührten? Noch ehe er sich versah, ehe er weiter darüber nach denken konnte, gab er sich diesem Verlangen hin. Ein kurzer, flüchtiger Kuss reichte aus, um ihrer beider Gefühle in Aufruhr zu versetzen und nicht nur die ihren.....

Auch Ben´s Gefühle kochten über.....vor Wut! Wie konnte seine Freundin es wagen, ihn vor allen so zu demütigen, indem sie mit diesem Kerl rum machte?! Was war das überhaupt für einer?

Schnurstracks rannte er förmlich zu den beiden rüber, packte seine Freundin am Arm und zerrte sie mit sich in den Bus. Mit einem Zischen schloss sich die Tür und der Bus fuhr ab.

„Was fällt dir eigentlich ein?“, schrie Ben sie direkt an. Cathleen war nicht gewillt, sich das von ihm bieten zu lassen und setze direkt zum Gegenangriff über. „Ich weiß gar nicht was dieses Theater hier soll“, keifte sie zurück. „Das weißt du sehr genau! Warum hast du mit diesem Kerl rum gemacht?“ „Du bist wirklich albern, um einen freundschaftlichen Kuss so einen Aufstand zu machen! Du tust ja gerade so, als hätte ich mich von ihm auf der Motorhaube vernaschen lassen...“ „So abwegig erscheint mir das gar nicht mehr...“

Für diesen Satz fing Ben sich eine schallende Ohrfeige ein. „Lass diese Unterstellungen! Ich bin mit Duncan befreundet, ob dir das nun passt oder nicht, ist mir schnuppe! Außerdem weiß ich gar nicht, was dich das auf einmal interessiert. Die ganze Zeit bist du nicht mehr auf mich zu gekommen, also lass mich jetzt gefälligst auch zufrieden!“ „Mit Vergnügen!“, Ben rauschte nach oben zu den anderen.

Cathleen spürte die Blicke der wenigen Mitschüler, die hier unten auch ihre Ruhe haben wollten, und die der Lehrer auf sich. „Ist irgendwas?“ Schnell wandten sie ihre Blicke von ihr ab. Seufzend legte sie die Rosen sorgsam auf dem Tisch ab und ließ sich in einen Sitz fallen. Meter für Meter ließ sie London und Duncan hinter sich. Dass der Abschied so aussehen würde, hätte sie nicht gedacht....

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Verdattert stand Duncan da und sah dem Bus nach. „Was war das denn gerade?“, murmelte er vor sich hin. „Das gleiche könnten wir dich auch fragen“, breit grinsend klopfte Lee ihm auf die Schulter. Natürlich spielte er auf diesen Kuss an.....Wenn man das denn so nennen konnte?! Er hatte ja noch nicht mal zärtlich an ihrer Unterlippe geknabbert....was nicht heißen sollte, das er es nicht gerne getan hätte...

„Wer war dieser Kerl?“, fragte Duncan und eine gewisse Portion Eifersucht schwang in seiner Stimme mit. „Das war ihr Freund, dieses Arschloch“, platzte Cam heraus. Es hatte ihr gar nicht gepasst, wie Ben ihre Freundin in den Bus gezerrt hatte und sie hoffte, dass Cathleen ihm dafür ordentlich die Meinung gegeigt hatte.

„Schlägt er sie?“, harkte Duncan misstrauisch nach. „Nein! Nein, dass hätte Cathleen mir erzählt! Ich konnte Ben noch nie leiden, aber aus Gründen, die mir unerklärlich sind, ist Cath mit ihm zusammen“, grummelte die Rothaarige an Lee´s Seite, während Duncan sein Handy aus der Tasche fischte. Eilig tippte er eine SMS: „Cath, es tut mir leid! Ich wollte nicht, dass du Stress mit deinem Freund kriegst! Dunc“

Unruhig lief er hin und her. Einerseits machte er sich Sorgen um Cathleen, denn dieser Ben war ihm ganz und gar nicht geheuer. Andererseits verfluchte er sich selbst, dass er geglaubt hatte, ein attraktives junges Mädchen wie Cath hätte keinen Freund. Also nur Freundschaft.....

Während Cam berichtete, was zwischen ihrer Freundin und Ben vorgefallen war, wartete Duncan ungeduldig auf ihre Antwort. Es piepste: „Mach dir keinen Kopf! Ben kommt schon wieder von seinem Trip runter....erstmal hat er genug damit zu tun, sich seine linke Wange zu halten *kiss* Cath“ Wieder beruhigt, ließ er das Handy in die Tasche gleiten, während Cam einen Freudenschrei ausstieß. Hoffentlich tat Ben das jetzt noch weh....

„Hey, du wirst dich doch davon nicht unterkriegen lassen?!“, stupste Lee seinen Freund an, weil er mit den Gedanken ziemlich weit weg zu sein schien. „Ich weiß nicht, was du meinst!“, murmelte er und ging zu seinem Auto, um einer weiteren Diskussion zu entkommen.

Lee machte Cam ein Zeichen, dass er sie später anrufen würde. Erstmal musste er sich jetzt um Duncan kümmern und ihm Beistand spenden. Noch eher als Duncan saß er im Auto. Schweigend lenkte der attraktive Sänger seinen Wagen vom Parkplatz.

„Dunc, du kannst das nicht alles in dich rein fressen“, mahnte der Blondschopf und musterte seinen Freund prüfend von der Seite. „Es gibt nichts, was ich in mich rein fressen könnte. Außerdem kannst du dir deine Puste sparen! Das zwischen Cath und mir ist nur Freundschaft und damit hat sich´s!“

Duncans Tonfall machte unmissverständlich klar, dass die Sache für ihn damit abgeharkt war. Resigniert seufzte Lee auf. Duncan war wirklich unheimlich gut darin, sich etwas vor zu machen......

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Die Monate vergingen, in denen sich Cam und Lee immer näher kamen und aus ihnen schließlich ein Paar wurde. Die Band nahm viel von seiner Zeit in Anspruch, doch jede freie Minute verbrachte er mit seiner Freundin. Er war furchtbar glücklich mit ihr, doch eine Sache machte ihm zu schaffen....

Mit Argesaugen beobachtete Lee allerdings Duncan. Dieser traf sich seit einiger Zeit wieder mit Anya, einer jungen schwarzhaarigen Frau, mit der er einige Monate vor Blue schon mal zusammen war. Es wurmte Lee, das, wenn Anya dabei war, sie ihn gänzlich von den anderen Jungs abschottete, was zu regelmäßigen Wutausbrüchen Lee´s führte.

Sein Freund wusste genau, was er von Anya hielt, trotzdem bat er ihn, Anya als seine alte – neue Freundin zu akzeptieren, was ihm natürlich mehr als schwer fiel. Einzig und allein Cam konnte Lee davon abhalten, seinem Freund die Dummheit auszuprügeln. Denn das war Duncan in seinen Augen.....einfach nur dumm! Anstatt Cathleen die Wahrheit zu sagen und um sie zu kämpfen, gab er sich mit Anya ab, die sich wie eine Klette an ihm fest klebte.....

Duncan selbst fand, dass er seine Gefühle für Cathleen ganz gut im Griff hatte. Jedes mal, wenn er mit ihr telefonierte, versuchte er einen Schmetterling nach dem anderen, die in seinem Bauch herum schwirrten, den Garaus zu machen. Immerhin war er nun wieder mit Anya zusammen, deren Eifersucht schon immer ins Unermessliche stieg, wenn er auch nur eine SMS von Cathleen bekam. Danach hatte er immer alle Hände voll zu tun, ihr seine Liebe zu beweisen, bis sie wieder besänftigt war.

Dabei musste er jedes mal an Lee denken, der Cathleen und Anya immer wieder miteinander verglich.....nein, besser gesagt, zählte er Cath´s Vorzüge und Anya´s Nachteile auf.

Anya war schwierig, das gab Duncan ja auch zu, trotzdem war sie noch lange kein schlechter Mensch. Allerdings ging das ja nicht in den Schädel des Blonden und je mehr Duncan auf ihn einredete, desto mehr ließ sich Lee über Anya aus und das nicht nur hinter ihrem Rücken.

Nein, Lee hatte keine Scheu, ihr das alles ins Gesicht zu sagen. Regelmäßig herrschte Zickenterror, der damit endete, dass sich Lee und Anya förmlich an die Gurgel gingen.

Trost fand Duncan einzig und allein bei Cathleen. Sie hörte geduldig zu und stand ihm mit Rat und Tat zur Seite. Deshalb war es auch kein Wunder, dass er sich schon tierisch darauf freute, Cath wieder zu sehen und das schon sehr bald. Grund dafür war die Promo für das anstehende zweite Album. Die Zeit war im nu verflogen und das erste Album „All Rise“ hatte wie eine Bombe eingeschlagen, so dass die Jungs nun das zweite Album nachschieben konnten. `Wenn doch alles so gut laufen würde´, dachte Duncan seufzend und zählte wieder die Tage bis zur Abreise nach Deutschland.......

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Seit geschlagenen zwei Stunden brütete Cathleen über ihren Hausaufgaben. `Die Lehrer waren heute wirklich spendabel gewesen´, dachte sie, dabei wollte sie nachher doch noch zu Ben. Heute sollte `es´ nämlich passieren.

Nachdem Ben sich damals wieder eingekriegt hatte, musste er wohl oder übel die Freundschaft zwischen Cahtleen und diesem Engländer akzeptieren. Er gab sich die allergrößte Mühe, zuvorkommend zu sein und seiner Freundin jeden Wunsch von den Augen abzulesen. Schließlich hatte sich Cath nun doch überwunden und wollte Ben heute Abend überraschen.

Die Türglocke klingelte und Cath legte murrend ihren Stift beiseite um zu öffnen. Wenn das nichts Wichtiges war.... „Duncan!“, quietschte sie freudig auf und fiel ihm um den Hals, „Was machst du denn hier? Warum hast du denn nicht gesagt, dass du kommst?“

„Langsam, Cathleen“, lachte er und drückte sie fest an sich. Ihre Nähe entspannte ihn augenblicklich von dem ganzen Stress mit Lee und seiner Freundin. Wie seit damals auf dem Parkplatz, drückte er ihr einen Kuss auf den Mund, was ein angenehmes Prickeln auf seinen Lippen zurück ließ. Das Verlangen nach mehr flammte wieder auf, dass Duncan geschickt, wie er es gelernt hatte, unterdrückte.

„So und nun erzähl“, forderte sie, als sie ihn auf die Couch im Wohnzimmer gedrückt hatte. Einen kurzen Moment lang ließ Duncan seinen Blick durch das geschmackvoll eingerichtete Wohnzimmer gleiten, bevor er anfing zu erzählen: „Wie machen hier Promo für das nächste Album und da wollte ich dich überraschen. Cam wäre am liebsten auch mit gekommen, aber...na ja, die Schule...du kennst das ja...“ Cath verzog das Gesicht. Darüber brauchte er ihr wirklich nichts zu erzählen.

„Ist Anya auch mit gekommen?“, fragte sie, wobei sie auf ein „Nein“ hoffte. Sie fühlte sich immer total unwohl, wenn Anya sie misstrauisch und abwertend musterte und dabei versuchte, ihre Gedanken zu lesen. Doch sie war nun mal Duncans Freundin und sie hatte das wohl oder übel zu akzeptieren.

„Nein, Sie konnte nicht“, antwortete Duncan und fügte in Gedanken ein „zum Glück“ hinzu. „Massakrieren sich die beiden immer noch gegenseitig?“, fragte sie mitfühlend. „Das ist noch milde ausgedrückt“, brummte er und stand auf, „Ich hab keine Ahnung, was ich noch machen soll....“ „Vielleicht die beiden mal in einen Raum sperren und sehen, was passiert?!“, schlug sie grinsend vor, was Duncan zum lachen brachte. „Das Blutbad möchte ich dann aber nicht weg machen müssen“, gluckste er, wobei er dann ein Problem weniger hätte....

Später lernte Duncan dann auch endlich Cathleens Eltern kennen, die von ihm restlos begeistert waren.

„Dunc, sei mir nicht böse, aber ich muss gleich los“, zerknirscht sah sie ihn an. „Schade, ich dachte, wir könnten den Abend miteinander verbringen...“, Duncan hatte sichtlich Mühe, seine Enttäuschtheit zu verbergen. „Ich will gleich noch zu Ben....“

Er kannte sie jetzt lange genug, um zu wissen, wie er diesen verlegenen Blick deuten konnte. Trotzdem hoffte er, diesmal unrecht zu haben. „Bist du dir sicher, Cath?“ Diese zuckte mit den Schultern und meinte, dass sie ja irgendwann mal über ihren Schatten springen musste. Wenn das so zwanghaft werden würde, wie es sich bei ihr anhörte, dann konnte das ja was geben, dachte er stirnrunzelnd.

Nachdem sich die beiden für den nächsten Nachmittag verabredet hatten und Duncan weg war, machte sich auch Cathleen auf den Weg. Nervös klingelte sie bei Ben zuhause an. Seine Mutter öffnete ihr und es schien Cath, als sei sie sehr besorgt.

Im Geiste machte sich Cath eine Notiz, als sie die Tür zu Ben´s Wohnung, die er im Hause seiner Eltern bewohnte, abschloss. Zur Begrüßung schloss sie Ben´s Mum in die Arme und machte sich dann auf den Weg die Wendeltreppe nach oben. Sie fischte ihren Schlüssel aus der Tasche und schloss so leise wie möglich die Tür auf.

Schon in der Diele umgab Cathleen lustvolles, lautes Stöhnen. Die Situation war mehr als eindeutig. Ihr Freund trieb es mit einer anderen und sie wollte ihm noch vor einer Minute ihre Unschuld schenken, ihm das geben, was er schon so lange von ihr forderte. Cathleen hätte sich auf der Stelle umdrehen können, doch sie tat es nicht…

Stattdessen hielt sie die Tränen zurück und schlich leise weiter zu Ben´s Schlafzimmer. Sie wollte das Gesicht dieser Schlampe sehen, die es gerade ihrem Freund besorgte.... `EX – Freund´, korrigierte sie sich selbst in Gedanken und lugte um die Ecke…

Dort auf dem Bett saß Carina, dieses blonde Miststück aus ihrer Klasse, auf Ben, stöhnte, keuchte und schrie, dass sich die Balken bogen. Aber Ben war auch nicht besser....So wie er Carina ran nahm, war sie froh, nicht an ihrer Stelle zu sein. Zumindest ihr erstes Mal hatte sie sich romantisch und voller Zärtlichkeit vorgestellt…

In diesem Moment zweifelte sie daran, ob er dazu überhaupt fähig war. Angewidert wandte sie sich ab und verließ die Wohnung. Unten an der Treppe erwartete sie bereits Ben´s Mum: „Cathleen, es tut mir leid, aber ich dachte, du solltest das sehen!“

Fürsorglich umarmte sie Cath. „Schon gut“, schluchzte diese nun, „Sag ihm nicht, dass ich es gesehen hab! Ich will mich erst wieder beruhigen und nicht mehr verletzlich sein, wenn ich diesem Mistkerl die Augen auskratze!“

Fluchtartig und tränenüberströmt verließ Cath das Haus und irrte ziellos durch die Gegend. Nie hätte sie gedacht, dass Ben sie so verletzten könnte. Wer weiß, wie oft er es schon mit diesem blonden Miststück getrieben hatte....Und sie war bei ihm geblieben, hatte ihn geliebt und die Gefühle für Duncan unterdrückt. Das war es wohl, was ihr am meisten leid tat. Duncan....tief in Gedanken versunken, fand sie sich nun vor seinem Hotel wieder.....

**************

Wie ein eingesperrter Löwe tigerte Duncan in seinem Hotelzimmer auf und ab. Schon eine ganze Weile sah Lee, der im Schneidersitz auf Dunc´s Bett hockte, ihm belustigt dabei zu. „Du bist eifersüchtig“, stellte er nüchtern fest. „Blödsinn! Ich kann diesen Kerl nur nicht leiden....“ „...weil du lieber an seiner Stelle wärst!? Leugnen bringt nichts mehr, Kumpel“, der blonde Sänger erhob sich vom Bett, „Du willst Cathleen! Und komm mir nicht wieder mit dem Altersunterschied! Sie ist inzwischen 17, nächstes Jahr wird sie volljährig!“

„Und ich bin 23! Immer noch viel zu alt für sie oder glaubst du, daran ändert sich irgendwas? Außerdem bin ich mit Anya zusammen!“ Bei deren Erwähnung rümpfte Lee die Nase. „An was oder besser gesagt an wen denkst du, wenn du mit Anya schläfst? Sag mir nicht, dass du dir nicht mindestens schon einmal vorgestellt hast, dass alles mit Cahtleen zu erleben?! Sie zu berühren und sie mit ganzer Leidenschaft zu lieben?!“ Gespannt wartete Lee auf seine Reaktion, die auch sofort einsetzte.

Empört schnappte Duncan nach Luft und blieb ertappt stehen. „Das geht dich ja wohl mal gar nix an“, schnappte er und hätte sich gleich darauf am liebsten auf die Zunge gebissen, als er Lee´s breites Grinsen sah. „Junge, das ist ja schlimmer, als ich dachte! Wie gut, dass mir Anya so gar nicht leid tut“, lachte Lee und beschloss, seinen Freund noch etwas mehr zu reizen, „Cathleen Catona – Der Grund deiner feuchten Träume...“ Schnell machte er sich aus dem Staub, weil Duncan ihm gefährlich nahe kam.

Brummig nahm er seinen Weg durch das Zimmer wieder auf. Vielleicht hätte sich Duncan nicht so geärgert, wenn es nicht stimmen würde. Warum zum Teufel konnte er seine Gefühle vor Lee nicht verbergen? Vor Cathleen schaffte er das doch auch und sie kannte ihn bald besser, als Lee....Ja, daran lag es wahrscheinlich....Je besser man sich kennen lernte, je enger das Band zwischen einander wurde, umso besser wusste man, wie man dem anderen etwas vor machen konnte.....

Fünf Minuten nachdem Lee gegangen war, klopfte es. Genervt stürzte Duncan zur Tür, um ihm gleich die Ohren lang zu ziehen. Ruckartig öffnete er die Tür und meckerte gleich los: „Lee, wenn du jetzt nicht Ruhe gibst, dann....Cathleen!“

Mit verweinten Augen stand sie da vor der Tür und blickte ihn hilflos an. Sofort schrillten sämtliche Alarmglocken bei Duncan los. Wenn er ihr etwas angetan hatte, würde Dunc ihn mit bloßen Händen erwürgen!

„Cath, bist du okay? Was ist denn los?“ Schluchzend fiel sie ihm in die Arme und Duncan drückte sie fest an sich. Er schloss die Tür um Aufsehen zu vermeiden und bugsierte sie sanft aufs Bett, während er sich vor sie kniete. Mehrmals versuchte Cathleen zu erzählen, doch jedes Mal brach sie ab. „Beruhige dich! Was ist passiert? Hat er was gemacht, was du nicht wolltest?“, drängelte Dunc ungeduldig.

„Er...er hat...hat mich betrogen“, schniefte sie nun endlich. Innerlich atmete Duncan auf, froh, dass Ben sich nicht an ihr vergriffen hatte. „Pscht....ist ja okay“, flüsterte er, setzte sich neben sie, schloss sie fürsorglich in die Arme und ließ sich nach hinten mit ihr aufs Bett sinken. Beruhigend strich seine Hand über ihren Rücken, während sie ihren Kopf auf seine Brust gebettet hatte und lautlos vor sich hin weinte.

Eine ganze Weile lagen sie so da, bis Duncan die Stille durch brach: „Er hat dich nicht verdient, Cathleen! Er weiß dich überhaupt nicht zu schätzen!“ „Das sage ich mir auch die ganze Zeit“, sie setzte sich auf und versuchte, die Schultern zu straffen, „Ich wollte mit ihm schlafen, Dunc....Ich war kurz davor.....“

„Aber du hast nicht und das ist das wichtigste! Es ist nicht falsch, auf jemand besonderen zu warten....vielleicht hat dich das so lange davon abgehalten, denn wenn du ehrlich zu dir selbst bist, dann weißt du, dass Ben nicht der Richtige war....“ „Du kennst mich bald besser, als ich mich selbst....“ „Dito!“, lächelte Duncan und zauberte ihr damit auch ein Lächeln aufs Gesicht. „Möchtest du nach hause? Soll ich dich bringen?“

„Ich werde meinen Eltern ne Menge erklären müssen, so verheult wie ich bin....“ „Oder möchtest du hier schlafen?“, bot er an. Cathleen hatte gehofft, das er das fragen würde. „Wenn ich dir nicht auf die Nerven gehe....“, setzte sie vorsichtig an, worauf er direkt abwinkte. Bestimmt drängte er sie ins Bad und stellte die Dusche mit den Worten „Die wird dir gut tun!“ an.

Er verließ das Bad und kramte aus dem Schrank eine Boxershorts und ein T – Shirt für Cathleen zum schlafen hervor. Dann klopfte der Sänger an die Tür: „Cath, ich hab hier Schlafsachen für dich!“ „Komm rein!“, schallte es von drinnen. Ahnungslos trat er ein und blieb wie angewurzelt stehen.

Cathleen stand bereits unter der Dusche. Das hell milchig verschwommene Glas sollte Einblicke verhindern, was aber misslang. Nur allzu deutlich konnte Duncan ihre Umrisse und ihre weiblichen Rundungen aus machen. Er fühlte, wie Erregung in ihm aufstieg und blickte bestürzt an sich runter auf seine Hose. Auf keinen Fall sollte sich da unten etwas Falsches regen. Was sollte Cath denn dann nur von ihm halten?!

Eiligst legte er die Sachen ab und schloss schwer atmend die Tür hinter sich. Erneut blickte er an sich runter.....Puh, Glück gehabt......

Während er sich nun bis auf die Shorts auszog, überlegte er, ob es nicht besser wäre, auf der Couch zu schlafen. Mit übertriebener Sorgfalt legte er seine Sachen auf einem Stuhl zusammen. Lee hielt das schon für krankhaft, was vielleicht daran liegen mochte, dass er so richtig schlampig war. Wo er geht und steht, ließ er achtlos Sachen fallen oder liegen. Hoffentlich würde Cam es irgendwann mal schaffen, ihm Ordnung bei zu bringen....

Gerade als Duncan sein Bettzeug zusammen kramen wollte, kam Cath frisch geduscht in seinen Sachen aus dem Bad. „Was hast du vor?“ „Ich schlafe auf der Couch“, gab er zurück. „Kannst du nicht bei mir schlafen? Ich möchte nicht allein sein“, bettelte sie und sah ihn flehend an. „Sicher, wenn du das möchtest...“, willigte er etwas unsicher ein und krabbelte zu ihr ins Bett.

Eng schmiegte sich Cath an Duncan und bettete ihren Kopf auf seiner nackten Brust. Als Dunc spürte, wie ihre Tränen auf seine Haut tropften, strich er ihr wieder beruhigend über den Rücken. „Ich war so dumm...“, schniefte sie, `so dumm, dass ich meinen Gefühlen für dich nicht nach gegeben habe damals und jetzt ist es zu spät, dachte sie und verfluchte sich, dass sie so töricht war.

„Er ist dumm, nicht du“, sagte Dunc, nichts ahnend, worauf sie angespielt hatte. Resolut wischte sie sich nun über das Gesicht. Das Geheule brachte ja doch nichts. „Kannst du mir nicht was aus eurem neuen Album vorsingen? Ich würde so gern etwas hören...“, lenkte sie ab und Duncan erfüllte ihr nur zu gern diesen Wunsch. Ohne ein weiteres Wort begann er ein Lied anzustimmen.....

“Like a friend”

I never had anybody treat me quiet like you do
I love your honesty
We met, we clicked, we shared a vibe that was true
And it was plain to see, it was plain to see

I did not want to face the truth
You said you had a man
And you were so in love with him and nobody else

What do you do when someone don’t love you
They show you all their feelings like you´re a friend
Like you´re a friend
What do you say when things don’t go your way an
You´re frozen in a picture like you´re a friend
Like you´re a friend

I don’t want to be your friend, no way

When I was trapped I was dependant on you
And there was no escape, so
I was a fool to think that I was the one
I let you criticize everything I´ve done, no, no

I did not want to face the truth
You said you had a man
And you were so in love with him and nobody else

What do you do when someone don’t love you
They show you all their feelings like you´re a friend
Like you´re a friend
What do you say when things don’t go your way an
You´re frozen in a picture like you´re a friend
Like you´re a friend

But I know I can´t have you
And I can´t live without you
But I guess I can´t have it my way
For the lovin´ I´m feeling, my heart is still breathing
Girl how can you treat me this way?

What do you do when someone don’t love you
They show you all their feelings like you´re a friend
Like you´re a friend
What do you say when things don’t go your way an
You´re frozen in a picture like you´re a friend
Like you´re a friend

What do you do when someone don’t love you
They show you all their feelings like you´re a friend
Like you´re a friend
What do you say when things don’t go your way an
You´re frozen in a picture like you´re a friend
Like you´re a friend

Just like a friend
No no

Tell me my friend
No more friends

„Cath? Cath, bist du noch wach?“, fragte Duncan leise. Keine Antwort. Sie schlief. „Welche Ironie“, seufzte er leise in Anspielung auf das Lied und schloss die Augen.....

***************

Am nächsten Morgen lag Lee schon einige Zeit wach, bevor er sich entschloss unter die Dusche zu hüpfen, sich anzuziehen und Duncan aus den Federn zu schmeißen, um mit ihm und den anderen Jungs Frühstücken zu gehen. Da er auf sein Klopfen nicht reagierte, trat Lee einfach ein, schließlich war es ja nur Duncan....

„Oh....mein....Gott“, flüsterte Lee leise und blieb erfreut vorm Bett seines Freundes stehen, „Halleluja, es geschehen doch noch Zeichen und Wunder!“ Da lagen Duncan und Cathleen zusammen in einem Bett und das dich aneinander geschmiegt. Das blöde war nur, dass man nichts genaues sehen konnte, weil Cathleen sich die Decke bis zur Nasenspitze hoch gezogen hatte.

Lee´s Blicke wanderten durch den Raum und es fielen ihm Dunc´s Sachen ins Auge, die krankhaft ordentlich zusammen gelegt auf einem Stuhl lagen, was ja nix bedeuten musste. Also schlich Lee auf leisen Sohlen durch das Zimmer und suchte nach Beweisstück A: Dunc´s Boxershorts!

Er untersuchte jeden Winkel, sah sogar zur Lampe hoch, die von der Decke baumelte und krabbelte schlussendlich auf dem Boden herum, um unter dem Bett nach zu schauen. „Irgendwo muss doch diese verfluchte Shorts liegen“, murmelte er vor sich hin. „Suchst du zufällig die hier?!“

Erschrocken sprang Lee auf die Füße und starrte auf Dunc´s Boxershorts, die sich da befand, wo sie eigentlich nichts zu suchen hatte. Da sein Freund nun die Bettdecke zur Seite geschlagen hatte, konnte er sehen, dass auch Cath etwas an hatte, nämlich eine Shorts und ein T – Shirt.

„Warum hast du diese verfluchte Shorts an, James?“, raunte er seinem Freund möglichst leise zu. Auf Duncans Gesicht machte sich ein Grinsen breit, obwohl er eigentlich stink sauer sein müsste, schließlich war das hier immer noch seine Privatsphäre, die er hier störte.

„Aber Lee, bist du jetzt etwa zum anderen Ufer über gewechselt?“, scherzte Duncan. „Wenn du willst, dass ich leise bleibe, solltest du diese Witzchen lassen“, knurrte der Blondschopf gereizt. „Raff dich wieder, Lee und mach n Abgang! Ich hab keinen Bock, mich schon so früh mit dir rum zu schlagen!“, gähnte er und zeigte unbarmherzig auf die Tür. „Erst will ich wissen, was hier abgeht“, forderte Lee trotzig und verschränkte die Arme vor der Brust. „Verzieh dich!“

„Was war da zwischen dir und Cath?“ „Geht dich nix an!“ „Wo hat sie dich überall angefasst?“ „Lee, noch hab ich mich im Griff....“ „Oder besser gesagt, wo hast du sie angefasst?“, frech grinsend fuhr sich der Blondschopf durch die Haare. Er hatte keineswegs vor, nach zu geben und wenn nötig, würde er seinen Freund bis zum äußersten reizen. „War sie laut? Hemmungslos? Und hat nach mehr gebettelt?“

Mit aller Macht zwang sich Duncan zur Ruhe und atmete tief durch. „Ich hab weder mit Cath geschlafen, noch habe ich irgendwelche anderen Praktiken mit ihr gemacht, die sich dein krankes Hirn gerade ausmalen! Sie stand gestern weinend vor meiner Tür, weil sie mit angesehen hat, wie Ben es mit irgend einer Tussi getrieben hat. Sie war total fertig und da hab ich ihr angeboten, hier zu schlafen. Bist du nun zufrieden?“ „Mensch, dann ist der Weg ja jetzt frei!“, zwinkerte Lee ihm zu.

„Ich hab ne Freundin, Kleiner!“ Dieser verzog das Gesicht und nicht nur, weil Dunc ihn „Kleiner“ genannt hatte. „Du schaffst es wirklich immer wieder, mir diese Zicke ins Gedächtnis zu rufen“, murrte er, „Dann will ich dich jetzt mal allein lassen, damit du ihre Nähe noch etwas genießen kannst...“ Schnell schloss er die Tür von draußen.

Am liebsten hätte Duncan ihn ein Kissen an den Kopf geschmissen, doch aus Rücksicht auf Cathleen hielt er sich zurück. Es grenze sowieso an ein Wunder, dass sie noch schlief. Ruhig und flach ging ihr Atem, den sie ihm gegen die Brust hauchte.

Eine gute viertel Stunde später regte sich Cathleen zum ersten Mal an diesem Morgen. Schläfrig seufzte sie. Ihre Hand, die bis dahin noch ruhig auf seiner Brust gelegen hatte, strich sanft langsam runter zu seinem Bauch. Hartnäckig versuchte Duncan die Schmetterlinge in seinem Bauch zu bekämpfen, doch statt weniger, wurden es immer mehr.

„Guten Morgen“, gähnte Cathleen plötzlich und hob den Kopf. Sein Anblick zauberte ihr ein Lächeln aufs Gesicht. ´Die verstrubbelten Haare machten ihn nur noch attraktiver´, fand sie und konnte dem Drang nicht widerstehen, ihm liebevoll durch die Haare zu streichen. „Wie geht’s dir? Hast du gut geschlafen?“ „Die neue Frisur steht dir richtig gut! Die Idee eurer Stylistin?“ „Ja, schön, dass du es doch noch bemerkt hast. Sie meinte, ich sähe richtig sexy dadurch aus“, gespielt eingebildet zupfte er an seinen Haaren herum und lachte dabei, „Aber du lenkst vom Thema ab, Cath!“

Für einen kurzen Moment schloss sie die Augen und horchte in sich hinein. „Ich habe so gut, wie schon lange nicht mehr geschlafen und ja, es geht mir besser! Du hattest mit allem recht, was du gestern gesagt hast und wenn mir Ben noch einmal unter die Augen kommt, dann kann er was erleben...“ „Ja, das ist meine Cath!“, strahlte Dunc und drückte ihr einen Kuss auf die Stirn, froh, dass Cathleen nach vorne sah und diesen Mistkerl vergessen wollte.

Als ihr Magen knurrte, fragte Cathleen grinsend, ob Duncan etwas gegen ein schönes Frühstück einzuwenden hatte. Lächelnd verneinte er und sah ihr nach, als sie ins Bad hüpfte. Nachdem sie sich beider erfrischt und angezogen hatten, gingen sie runter in den Speisesaal, wo sie nach kurzem Überblicken des Raumes, Simon, Antony und Lee an einem Tisch erspähten. Duncan musterte seine Freunde genau. Während Lee hellwach war und seine Freunde schon am frühen Vormittag zu quasselte, sahen Ant und Si reichlich genervt und brummig aus. Lee war also so frei gewesen, die beiden aus dem Bett zu „bitten“.

„Endlich mal ein normaler Mensch“, klatschte Simon erleichtert in die Hände, als er seinen nun erblondeten Freund erblickte, „Sei froh, das Ryan dich nicht auch geweckt hat! Seine gute Laune ist heute morgen echt zum kotzen....Ich frag mich, woher die nur kommt....“ Duncan rollte mit den Augen und rückte Cath gentlemenlike einen Stuhl zurecht. `Wenn du wüsstest...´, dachte er und schnappte sich ein Brötchen.

„Sag mal, Cath, hat Lee dich eigentlich extra aus dem Bett geklingelt, um mit uns zu frühstücken?“, fragte Ant beiläufig und biss herzhaft in sein Brötchen. „Nein, es ist gestern so spät geworden, weil wir so lange gequasselt haben und da hab ich bei Duncan geschlafen“, zuckte sie mit den Schultern und sah zu dem Blondschopf.

Lee´s Grinsen verwirrte sie mit jeder Sekunde mehr. Es hatte diesen provozierenden, selbstsicheren Ausdruck an sich und den hatte es meist dann, wenn irgendwas im Busch war. Irritiert wanderte ihr Blick von Lee zu Duncan, der ganz unbeteiligt sein Frühstück verspeiste.

„Und was wollt ihr jetzt am Wochenende machen, bevor wir Montag wieder arbeiten müssen?“, erkundigte sich Simon interessiert. „Also heute dachte ich an shoppen, oder Cath?!“, Duncan blickte auf seine Jeans und zupfte daran herum. Vergiss nicht, deiner....ähm...Freundin auch was mit zu bringen. Was meinst du? Ob sich Madame mit ner Krone zufrieden gibt? Der Drachen gibt nicht eher Ruhe bis dein Bankkonto geleert ist und das bis zum Anschlag!“, schnaubte Lee verächtlich durch die Nase. „Liege ich richtig, dass du dich immer noch nicht mit Anya angefreundet hast?“, fragte Cathleen, worauf sich Lee gequält an die Schläfe fasste und meinte, dass er von diesem Namen Migräne kriegen würde.

„Sag bloß, du kannst diese Zimtzicke....dieses Biest....diese Schl...“ „Lee! Es reicht verdammt!“, brauste Dunc auf und sein Stuhl fiel krachend nach hinten. Es war ihm egal, dass ihn plötzlich alle Leute ansahen und sich sogar Reporter inkognito im Speisesaal befinden könnte. „Entweder reißt du dich Anya gegenüber zusammen oder du kannst unsere Freundschaft knicken!“ Fluchtartig verließ er den Saal.

„Du bist so ein Idiot, James!“, schrie Lee ihm wütend nach, „Wie kann man nur so unsagbar dumm sein und für so eine alles weg schmeißen?!“ „Musste das sein?!“, zischte Ant und während Lee von ihm und Simon in die Mangel genommen wurde, eilte Cathleen, dir sich fragte, was Lee mit dem letzten Satz gemeint hatte, hinter ihrem besten Freund her. Dieser war in einem Affenzahn zum Aufzug gestürzt und hoch zu seinem Zimmer gefahren. Dort ließ er sich aufs Bett fallen und starrte an die Decke, bis Cath schließlich ins Zimmer kam.

Mit etwas gutem Zureden konnte sie ihn dazu bewegen, über die Sache mit Lee hinweg zu sehen, schließlich riss er doch immer seine Klappe auf ohne nach zu denken. „Na komm, du wolltest doch shoppen?!“, erwartungsvoll sprang Cath auf und hielt ihm ihre Hand hin, „Ich schlüpfe zuhause schnell in andere Klamotten und dann machen wir uns einen schönen Tag!“ Von ihrer guten Laune angesteckt, folgte Duncan ihr bereitwillig nach hause, wo sie sich umzog.

Nachdenklich ließ sich Duncan auf ihr Bett fallen und wartete, dass Cathleen aus dem Badezimmer kam. Schon komisch, wie sie seine Launen beeinflussen konnte. Gerade noch betrübt wegen seinem Freund von einem Idiot und jetzt schon wieder bester Laune. Anya hatte nie diesen Einfluss auf ihn gehabt, nicht früher und heute schon mal gar nicht. Irgendwann brachte ihn diese Frau noch mal um den Verstand....und damit meinte er ganz sicher nicht Anya....

In diesem Moment kam Cathleen wieder ins Zimmer gestürmt...nur in einem Rock...und einem BH! „Ich zieh doch das andere Top an“, verkündete sie und wühlte in ihrem Schrank. Atemlos sah Duncan ihr dabei zu. Von seinem inneren Verlangen, seiner Erregung angetrieben, stand er auf, umarmte sie von hinten und verteilte kleine Küsschen auf ihrem Nacken. Cath schloss die Augen, drückte sich an ihn und konnte ein stöhnen nicht mehr unterdrücken, als sie ihn fühlte…

Vorsichtig schob er den Träger ihres BH´s runter und drängte Cathleen mit sanfter Gewalt zum Bett. „Was ist mit Anya?“, keuchte sie, während sich ihr Körper leidenschaftlich und voller Erwartung unter dem seinen wand. „Vergiss sie...“, murmelte er atemlos, öffnete ihren BH und liebkoste ihren Busen. „Ich will dich, Duncan!“, hallte es in seinem Kopf wider und wider.....

„Duncan!“, heftig lachend rüttelte Cathleen ihn an der Schulter. Er schlug die Augen auf und blinzelte verwirrt um sich, was ihren Lachanfall nur noch verschlimmerte. „Was is´n los?“, er rieb sich über die Augen und sah Cath dann fragend an. „Tz, tz, tz, also wirklich Mr. James, wie können wir denn am frühen Mittag schon so unanständige Gedanken haben??“

Diese Bemerkung ließ ihm die Röte in die Wangen schießen, denn der Traum kam ihm nun wieder allzu deutlich in Erinnerung. Dieser Tagtraum war so real, so wirklich gewesen.....und er hatte sich wie ein Teenie darauf eingelassen.

„Wo...wo...woher willst du das denn wissen?“, stotterte er und wich ihrem Blick verlegen aus. „Oh, das war nicht schwer zu erraten“, kicherte Cath, „Du hast die ganze Zeit wohlig vor dich hin geseufzt und was vor dich hin gebrabbelt.“ „Was hab ich denn gesagt?“ „Ach, keine Ahnung, du hast nur genuschelt“, winkte sie grinsend ab, „Kein Grund in Panik zu verfallen! Und nun komm, wir wollen doch los!“

Peinlich berührt, aber auch furchtbar erleichtert, folgte Dunc ihr aus dem Haus und die beiden machten sich auf den Weg in die Stadt. Beinahe hätte er sich selbst verraten. Ihre Nähe ließ ihn so schrecklich unvorsichtig werden…

Er gab sich Träumen hin, die er zuletzt als pubertierender Bengel hatte. Es hätte nicht mehr viel gefehlt und in seiner Hose....Glücklicherweise war es nicht so weit gekommen. Duncan durfte gar nicht daran denken, es war so schon peinlich genug....

Während die beiden durch die Läden zogen, hing nicht nur der attraktive blonde Sänger seinen Gedanken nach, sondern auch Cathleen. Sie rief sich den gesehenen Anblick immer wieder in Erinnerung....wie er da auf ihrem Bett gelegen und so wohlig vor sich hingeseufzt hatte, war einfach zu süß gewesen. Sein Traum war nicht allzu schwer zu erraten gewesen und sie wünschte sich, diejenige zu sein, die er begehrte, wenn schon nicht in der Realität, dann wenigstens in seinen Träumen....

Unverwandt sah sie ihn von der Seite an und stellte fest, dass sein Kopf schon wieder hochrot angelaufen war. „Cath, würdest du das bitte lassen?!“ „Was?“ „Mich so anzustarren!“ „Warum?“ „Ich weiß ganz genau, was du denkst....“ „Und das ist dir peinlich?“, sie kicherte wieder, „Ich werd´s auch keinem weiter sagen....“ Zwinkernd knuffte sie ihm in die Seite, worauf Duncan nun unweigerlich grinsen musste.

Eine Weile alberten sie noch miteinander rum, bis ihre ungezwungene Idylle plötzlich gestört wurde und das von dem Kerl, den Duncan schon verfluchte, seit er Cathleen kannte. „Ach nee, was ne Überraschung“, ertönte es schneidend hinter ihnen. Bei Ben´s Stimme wirbelte Cathleen herum und blitzte ihn herausfordernd an. Als nächstes bemerkte sie Carina, das blonde Miststück hatte ein selbstsicheres Lächeln auf den Lippen.

„Gleichfalls, Ben! Wer hätte gedacht, dass du heute noch mal aus den Federn kommst?! Hoffentlich hast du dich nicht zu sehr verausgabt?!“, Cathleen sah ihn provozierend an. „Wie sollte ich denn? Meine Freundin scheint es ja nicht für nötig zu halten, sich mal um mich zu kümmern“, grummelte er zurück. `So was dreistes aber auch´, dachte Cath wütend, zwang sich aber zur Ruhe.

„Was du dir unter ´kümmern´ vorstellst, weiß ich ganz genau“, sie lachte trocken, „Hat sie´s dir wenigstens ordentlich besorgt? Nach eurem Stöhnen nach zu urteilen ja! Haben sich wohl zwei gesucht und gefunden!“ „So, so, du hast uns also beobachtet....Was hast du dir eigentlich eingebildet? Das ich warte, während du für diesen blonden Knilch regelmäßig die Beine breit machst?! Auf welchem Planeten lebst du eigentlich, Cathleen?“, höhnte er und schlang einen Arm und Carina´s Taille.

Duncan, der sich die ganze Zeit zurück gehalten hatte, platze nun der Kragen. Cathleen konnte ihn gerade noch so besänftigen, bevor sie sich wieder Ben zuwandte. „Wenn du mir damit weh tun willst, Ben, dann funktioniert das nicht mehr! Ich bin froh, dass ich mich nicht an dich verschwendet habe! Cam hatte von Anfang an recht! Du bist ein Arschloch und wirst es auch immer bleiben! Ich wünsche dir noch Viel Spaß mit deiner Schlampe und wag es ja nicht, mich noch mal an zu labern, wenn sie´s nicht mehr bringt!“

Hoch erhobenen Hauptes drehte sie sich auf dem Absatz um und zog Duncan mit sich. „Oh man, warum hast du mich diesen Kerl nicht auseinander nehmen lassen?!“, grummelte der junge Mann und ballte die Hände zu Fäusten. „Das hätte mir gerade noch gefehlt...Ich sehe schon die Schlagzeile vor mir: „Blue – Sänger Duncan James versucht sich als Schlägertyp!“ Das ist Ben doch gar nicht wert und jetzt vergiss ihn! Du bist nur so kurz da und ich möchte mir das von so einem nicht verderben lassen“, bittend sah sie ihn an und er nickte lächelnd. Dieser Bitte erfüllte er ihr nur zu gern....

****************

Das Wochenende verging wie im Flug und die Jungs begannen ihre Promo – Tour. Wie immer telefonierten Duncan und Cath jeden Abend miteinander, manchmal bis spät in die Nacht hinein. Ihre Gespräche wurden nur noch intensiver, was natürlich auch Anya, Dunc´s Freundin auffiel…

Nachdem er wieder von der Promo –Tour nach hause zurück gekommen war, nahm sie ihn in den nächsten Monaten genauer unter die Lupe und ihre Wut steigerte sich von Tag zu Tag. Sie hatte wirklich versucht, ihre Eifersucht zu zügeln, was ihr bei den kleinen harmlosen Mädels, die ihren Freund anhimmelten, auch gelang…

Bei Cathleen war das jedoch eine ganz andere Sache. Sie empfand das junge Ding, als eine Art Bedrohung, ja, als Rivalin. Es passte ihr nicht, dass ihr Freund so oft und so lange mit ihr telefonierte und vor allem, weil Anya nie lauschen konnte. Betrat die dunkelhaarige Frau den Raum, verließ er mit dem Telefon am Ohr, meistens lachend, das Zimmer.

Es wurmte Anya so sehr, dass sie schon an der Schlafzimmertür herumgelungert hatte, um wenigstens etwas mit zu kriegen. Was redete er nur stundenlang mit ihr? Worüber sprach Dunc mit Cathleen, was er mit ihr, Anya, nicht besprechen konnte?

Als ob diese ganze Telefoniererei noch nicht schon reichen würde, nein, Duncan musste das Fass wirklich zum Überlaufen bringen, als er schließlich zu Cathleen´s 18.ten Geburtstag nach Deutschland geflogen war und er hatte sie noch nicht mal gefragt, ob sie mitkommen wollte.

Eiligst war er nach einem Termin mit Blue zu hause rein gestürmt, hatte in paar Sachen in seine Reisetasche gestopft und nachdem er ihr schnell erklärt hatte, dass er spontan nach Deutschland zu Cathleen fliegen würde, weil Termine ausgefallen waren, war er aus der Tür verschwunden.

Die dunkelhaarige Frau konnte sich noch genau daran erinnern, wie sie anschließend durch das Haus getobt war und vor lauter Wut eine Vase gegen die Wand geworfen hatte. Zitternd vor Zorn hatte sie sich auf der Couch niedergelassen und sich geschworen, dass ihr niemand, ganz gleich ob Cathleen oder irgend eine andere, Duncan weg nehmen würde....

*****************

Gedankenverloren strich Cathleen über den braunen Umschlag aus England, der ganz eindeutig Duncans Handschrift trug. Duncan...wann hatte sie ihn zum letzten mal gesehen? Es schien schon ewig her zu sein....schon über einen Monat, Anfang Mai an ihrem Geburtstag. Ganz überraschen war er aufgetaucht und hatte ihr das schönste Geschenk gemacht, das er ihr nur machen konnte: sich selbst!

Cathleen hatte sich furchtbar gefreut, als Duncan plötzlich vor ihr stand, sie fest an sich gezogen und ihr, wie immer, einen Kuss auf den Mund gedrückt hatte. Zwar telefonierten sie oft, doch es war nicht das selbe, als wenn er bei ihr war.

Und nun lag dieser Umschlag vor ihr und wartete darauf, von ihr geöffnet zu werden. Mit schnellen Fingern erlöste sie sich nun selbst. Heraus kam ein Flugticket und eine Notiz: „Ich möchte nicht Ewigkeiten warten, bis du´s endlich bis nach London geschafft hast! Außerdem verpasst du ja sonst unser Konzert Ich freu mich auf dich! In Liebe! Duncan!“
Lächelnd las sie die Notiz noch einmal durch.

Eigentlich hatte Cathleen vorgehabt nächste Woche, nachdem die Ferien begonnen hatten, mit dem Auto nach England zu fahren, um die Zeit bei Cam zu verbringen. Da sie ja nun auf keinen mehr angewiesen war, was das Fahren betraf, wollte sie das Auto ihrer Mum mal so richtig ausprobieren. Außerdem wollte sie sich auf der Fähre endlich mal wieder den Wind um die Nase wehen lassen. Aber Duncan hatte anscheinend mal wieder andere Pläne…

Wie aufs Stichwort klingelte das Telefon. „Hey, hier ist dein Lieblings – Blue – Sänger“, ertönte es fröhlich aus dem Hörer. „Duncan James, du kleiner Witzbold“, lachte sie, „Du hast doch nur darauf gewartet, endlich anrufen zu können!“ „Ähmmmm....guilty“, Cath konnte sein freches Grinsen mit den süßen Grübchen förmlich vor sich sehen, „Also, was sagst du? Als ob du irgendwas anderes, als „Ja“ sagen könntest...“, gab er sich selbst die Antwort.

„Schön, du hast gewonnen! Ich verzichte auf die Fähre“, seufzte sie ergeben. „Klasse! Du, ich muss schon wieder Schluss machen. Ich wollte nur kurz anrufen und meinen Triumph auskosten“, er lachte, „Ich rufe heute Abend wieder an!“ Schon hatte er aufgelegt.

Lächelnd legte sie das Telefon beiseite und strich mit den Fingerspitzen über das Ticket. Nächste Woche schon würde sie ihn wieder sehen......

******************

„Cathleen!“ Freudig rannte Duncan auf sie zu, wirbelte sie einmal im Kreis um sich herum und drückte Cath fest an sich. Es kam ihm vor, als hätte er stundenlang hier am Flughafen auf sie gewartet und nun lag sie endlich wieder in seinen Armen. Da er Cath so viel wie möglich um sich haben wollte, hatte Dunc beschlossen, dass sie bei ihm wohnen sollte. Es hatte zwar einige Mühe gekostet, Anya wieder zu beruhigen, aber das war es ihm wert gewesen, dass sie so ausgeflippt war.

„Kannst du mich bei Cam absetzen? Bis zum Konzert dauert es ja noch und bis dahin kann ich auspacken und mich fertig machen“, meinte Cathleen und ließ sich auf den Beifahrersitz von Dunc´s Mercedes plumpsen. „Warum zu Cam?“, der blonde Sänger ließ den Wagen an und stürzte sich ins Londoner Straßen Getümmel, wobei er beiläufig erwähnte, dass sie doch bei ihm wohnen würde. „Und Anya?! Ist sie damit einverstanden?“, fragte sie skeptisch. Empört meinte Duncan, dass das sein Haus wäre.

„Sie hat dir also die Hölle heiß gemacht?!“ „Wäre möglich...“ „...und dir so richtig in den Hintern getreten?!“ „Das kommt dem noch näher.....Wir hatten eine winzige kleine etwas lautere Diskussion, aber sie hat sich schon wieder beruhigt! Also keine Panik! Du kommst mit und damit basta!“

Cathleen spürte, dass damit das Thema für ihn erledigt war und sagte besser nichts mehr. Wenn er seinen Dickkopf einmal eingeschaltet hatte, redete man doch nur gegen eine Betonwand.

Schließlich kamen sie bei Duncan an, nachdem der Stadtverkehr sie unbarmherzig aufgehalten hatte. Sie war deswegen nicht gerade böse, Anya nicht eine Minute länger in ihrer Nähe ertragen zu müssen. Anya riss auch sogleich die Tür auf.

Betont freundlich begrüßte sie Cath und schenkte ihr ein zuckersüßes Lächeln, doch ihre Augen glitzerten gefährlich. Besitz ergreifend hängte sie sich dann gleich danach an Duncan, der noch immer die schweren Koffer trug, und küsste ihn leidenschaftlich. Verdattert und verlegen, ließ er diesen Kuss über sich ergehen.

Cathleen fühlte sich dabei gar nicht wohl, die beidem beim rum knutschen zu beobachten. Peinlich berührt räusperte sie sich und Anya ließ endlich von Duncan ab, während sie Cathleen dabei herausfordernd anfunkelte. „Schön, dass du hier bist“, sagte sie mit schneidender Stimme und gab den Weg frei. Duncan warf Cathleen unauffällig einen entschuldigenden Blick zu und hievte dann die Koffer nach oben.

In der Zwischenzeit servierte Anya, ganz die gute Gastgeberin, Tee und bat Cath, sich doch zu setzen. Auch Duncan kam gleich darauf wieder runter und seine Freundin war ganz verblüfft, als er sich auch eine Tasse holte und Tee eingoss. „Schatz, du magst doch eigentlich keinen Tee?!“ „Doch, ich hab ihn letztens bei Cathleen probiert und er hat wunderbar geschmeckt“, sein Lächeln galt ihr und nicht Anya…

Zutiefst verletzt und eifersüchtig blitzte sie ihre Rivalin an, doch ihr Lächeln war bittersüß. Die dunkelhaarige Frau lauerte auf den Moment, in dem Duncan das Haus verlassen wollte. Ungeduldig knetet sie ihre Hände und bereitete sich auf die Schlacht vor, bis ihr Freund dann endlich mal meinte, zum Soundcheck aufbrechen zu müssen.

Zornig sah sie, wie er Cath zum Abschied auf den Mund küsste und das gleiche dann bei ihr tat. Wie konnte er sie nur mit Cathleen auf eine Stufe stellen?

Als er endlich verschwunden war, fiel die nette Maske von ihr ab. „Was fällt dir eigentlich ein, dich an meinen Freund ran zu machen?“, fauchte Anya und ballte gefährlich die Hände zu Fäusten. „Wovon redest du eigentlich?“ „Hör ja auf, das kleine Dummchen zu spielen! Ich hab dich schon lange durch schaut und du wirst ihn nicht kriegen!“

„Du machst dich lächerlich, Anya“, schüttelte Cathleen den Kopf, obwohl ihre Nerven bis zum Zerreißen gespannt waren. Auf keinen Fall durfte sie sich jetzt verraten! „Oh bitte, denkst du, ich kriege nicht mit, wie du ihn ansiehst?! Er liebt mich und er gehört mit, hast du mich verstanden?“ „Warum zickst du hier eigentlich so rum, wenn du dir seiner Liebe so sicher bist?“, erwiderte Cath nun provozierend.

„Duncan ist ein Mann wie jeder andere und ein junges, hübsches, unschuldiges Ding wie du ist nur allzu verlockend. „Was willst du damit sagen?“ „Das du ihn mit deiner Unschuld lockst....“, deutlich konnte Cath die Bitterkeit in ihrer Stimme vernehmen. ´Nein, er war kein Mann wie jeder andere auch´, dachte Cath, denn sonst würde er ihr nicht so viel bedeuten.

„Deine Eifersucht ist wirklich krankhaft und ich werde mir diesen Mist nicht länger antun“, widersprach sie und marschierte nach oben. „Dann gibst du´s also zu, ja?!“, hörte sie Anya von unten schreien. Cathleen wollte nur noch eines....und zwar raus aus diesem Haus, bevor diese verrückte Furie da unten sie noch massakrierte!

Eilig schlüpfte sie in neue Sachen, ihr Make up konnte sie auch bei Cam machen. Als sie die Treppe wieder runter kam, tobte Anya schon wieder auf sie zu. Doch ohne sie und ihre wüsten Beschimpfungen zu beachten, schlüpfte Cathleen aus der Haustür.

Hier, mitten im Herzen Londons fühlte sie sich gleich viel wohler und entspannter. Gemütlich schlenderte sie die Straßen entlang, damit sie sich erstmal abreagieren konnte, bevor sie bei ihrer Freundin ankam, denn Cam sollte nicht gleich merken, dass irgendetwas passiert war. Es wussten schon zu viele von ihren Gefühlen für Duncan...außer er selbst natürlich!

Anya hatte ihr unterstellt, Duncan zu lieben und hatte damit den Nagel auf den Kopf getroffen. Doch sie wusste, dass sie sich nicht in die Beziehung ihres besten Freundes einmischen durfte, ganz egal, ob ihre Gefühle immer stärker und wie es schien, unberechenbarer wurden....

Seufzend klingelte Cath nun schon zum dritten Mal bei ihrer besten Freundin an, die jetzt schon seit einigen Wochen mit Lee zusammen in dessen Haus wohnte. Sie konnte nicht verleugnen, nicht neidisch auf Cam zu sein, aber sie gönnte der Freundin das Glück, denn sie hatte es verdient.

Wieder betätige Cath die Klingel, bis Lee die Tür aufriss und sich die Hose zu knöpfte, die er in aller Eile übergestreift hatte. Seine Haare waren total zerzaust, das Hemd offen und als er sie wieder anblickte, hatte er ein freches Grinsen im Gesicht. „Ich bin spät dran, weil...“

„Oh bitte, keine Einzelheiten“, winkte die Brünette lachend ab und sah belustigt zu, wie Lee, sich den Schuh anziehend auf einem Bein zur Treppen hüpfte und nach seiner Freundin rief. Eilig küsste Lee Cath auf die Wange: „Ich muss los! Die warten bestimmt schon auf mich!“

„Vergiss den anderen Schuh nicht!“ „Ha ha! Lange nicht mehr so gelacht“, kam es trocken aus der Diele zurück, bevor die Tür zuging. Gleich darauf kam Cam, in einen seidenen Morgenmantel gehüllt, die Treppe runter.

Herzlich umarmten sich die beiden Freundinnen und ließen sich anschließend in Lee´s geschmackvollem Wohnzimmer nieder. Seit Cam hier eingezogen war, war das Chaos seine Jungegesellenbude verschwunden und glich nun einem gemütlichen Heim zweier Verliebter.

Lange, ohne etwas zu sagen, musterte Cam ihre Freundin. Sie kannte Cathleen nun lange genug, um zu wissen, wenn etwas vorgefallen war. Nervös rutschte diese hin und her, als sie fragte, ob irgendwas sei. Cam versuchte, ihre Gedanken zu lesen, was ihr auch sehr gut gelang.

„Sag du es mir“, forderte Cameron und nagelte sie mit ihren Blicken fest. Resigniert berichtete Cath von Anya´s Zickerein. „Na, wie gut, dass es keinen Anlass zur Eifersucht für sie gibt“, meinte Cam ironisch. „Herr Gott noch mal! Was soll ich denn machen?“ „Ehrlich zu dir selbst sein und zu Duncan!“

„Nein, ich werde mich nicht in die Beziehung meines besten Freundes einmischen“, stur verschränkte Cath die Arme vor der Brust. `Stur...ja, das konnte Duncan auch gut sein. Sie wäre das perfekte Paar´, dachte die Rothaarige seufzend und noch dazu waren beide total blind!

Widerstrebend vermied sie nun das Thema. Aus Cath war ja doch nichts raus zu kriegen und, wie ihr nun gerade wieder einfiel, aus Lee auch nicht. Oft genug hatten sie sich darüber schon unterhalten und sie hatte jedes mal gemerkt, dass ihr Freund ihr da etwas verschwieg. Er wusste definitiv etwas, aber er wollte einfach nicht damit raus rücken. Ja, wahrscheinlich hatte er gute Gründe dafür, trotzdem wurmte es die junge Frau....

Schließlich war es soweit, dass die zwei sich für das Konzert fertig machen mussten. Da es so ein wundervoller Abend war, beschlossen die beiden zur Wembley Arena zu laufen. London war so wunderschön im Sommer, wenn die Sonne ihre letzten Strahlen über die Stadt warf und ein lauer, sanfter Wind durch die Straßen wehte. Tief atmete Cathleen durch und wünschte sich wieder einmal, noch viel mehr unbeschwerte Zeit hier verbringen zu könne....na ja...unbeschwert mehr oder weniger....

Am Eingang zückten die Mädels ihre Backstagepässe und kamen ungehindert rein. Cam flog Lee förmlich in die Arme, während Duncan Anya, die ihn schon voll in Beschlag genommen hatte, los ließ und Cath mit einem Kuss begrüßte.

Am liebsten hätte sie ihren Kopf weg gedreht, denn sie spürte schon wieder Anya´s vernichtende Blicke auf sich. Glücklicherweise war sie jetzt nicht mit Dunc´s Freundin allein, sonst hätte diese wohl vollends die Nerven verloren....wenn das überhaupt noch möglich war....

Nicht lange und das Konzert ging los. Cam, Cathleen und auch Anya begaben sich in den Bühnengraben, um sich die Show anzusehen. Die Fans schrieen so laut, dass Cathleen sich unwillkürlich die Ohren zuhalten wollte. Keiner hätte erwartet, dass Blue sich so lange in der Welt des Showbiz halten würden.

Mittlerweile hatten sie nicht nur in ihrer Heimat England eine riesige Fanbase, sondern unter anderem auch in Ländern wie Frankreich, Italien und Deutschland. Schon im Herbst würde das dritte Album „Guilty“ raus kommen und es würde garantiert, wie seine beiden Vorgänger einschlagen wie eine Bombe, dessen war sich Cathleen sicher....

Plötzlich setzte sie Musik ein und das Gekreische wurde noch lauter. Mädchen brachen in Tränen aus, als die Jungs auf die Bühne stürmten. Einige von ihnen glaubten tatsächlich in einen der vier verliebt zu sein, doch das war nur der schöne Schein. Die Realität sah ganz anders aus. Auch Stars hatten ihre Probleme....davon konnte Duncan mehr als ein Lied singen....

Während der Show sah er immer wieder zu Anya und Cathleen. Er musste sich auf den Auftritt konzentrieren, dass wusste er, doch er konnte die Spannung zwischen den beiden Frauen einfach nicht ignorieren....zwischen Cathleen, die er liebte und Anya, mit der er zusammen war....

Cathleen....wie schön sie heute aussah, gegen sie verblasste wirklich jede andere. Unwillkürlich bereitete sich ein Lächeln auf seinem Gesicht aus. Seine Augen suchten und fanden ihren Blick und hielten sie gefangen. Sie strahlte ihn förmlich an und Duncan vergaß alles um sich herum....die Fans...Anya....nur Cathleen zählte....Ob sie merkte, dass das nächste Lied nur ihr galt? Ihr ganz allein.....

“Every breath”

Every breath you take
Every move you make
Every bond you break
Every step you take
I'll be watching you

Every single day (Every single day)
Every word you say (Every word you say)
Every game you play
Every night you stay
I'll be watching you

Oh, can't you see
You belong to me
How my poor heart aches
With every step you take

Every move you make (Every move you make)
Every vow you break (Every vow you break)
Every claim you stike
Every smile you fake
I'll be watching you

Since you've gone I've been lost without a trace
I dream at night I can only see your face
I look around but it's you I can't replace
I feel so cold and I long for your embrace
I keep on crying baby, baby please

Oh, can't you see
You belong to me
How my poor heart aches
With every breath you take

Every move you make (Every move you make)
Every vow you break (Every vow you breake)
Every smile you fake
Every claim you stike
I'll be watching you

Every move you make
Every step you take
I'll be watching you...

I´ll be watching you...


Als der letzte Ton verklang, hielten sich Duncan und Cathleen mit ihren Blicken gegenseitig gefangen, wie Anya zitternd vor Wut feststellte. `Diese kleine Schlampe macht sich schon wieder an Duncan ran´, dachte sie zornig und wäre am liebsten auf Cath los gegangen war. Aber nein, das ging nicht....zu viele Zeugen!

Sie musste sich also bis nach dem Konzert gedulden. Zuerst wollte sie ihrem Freund so richtig die Hölle heiß machen. Doch dieser machte ihr einen ganz gewaltigen Strich durch die Rechnung. Meistens fiel Duncan nach einem Konzert immer hundemüde ins Bett, aber heute komischerweise konnte er sich bis mitten in die Nacht wach halten und mit Cathleen reden.

Während die beiden sich angeregt unterhielten, nahmen sie überhaupt keine Notiz von Anya, die stinksauer nach oben ins Bett verschwand. Sie zog sie um, ließ sich auf das große Bett plumpsen und knüllte wie immer das Kissen zusammen. Unruhig wälzte sie sich im Bett hin und her, während das Lachen von unten immer lauter an ihr Ohr drang.

„Nein, ich lasse nicht zu, dass sie ihn kriegt“, sagte Anya laut zu sich selbst, „Entweder gehört er mir oder keiner!

Als Duncan gegen zwei Uhr nach oben ins Schlafzimmer geschlurft kam, tat Anya, als würde sie schlafen. Hundemüde wandte Duncan ihr den Rücken zu und zog sich aus, so dass sie jede seiner Bewegungen verfolgen konnte. Schnell schloss sie wieder die Augen, als Duncan sich erschöpft ins Bett gleiten ließ.

Die dunkelhaarige Frau hörte sein tiefes Seufzen und seinen gleichmäßigen Atem, nachdem er sich von ihr weg auf die andere Seite gedreht hatte. `Irgendwas muss passieren´, dachte Anya und Duncan würde sich dem beugen müssen, ob er wollte oder nicht.....

*******************

Am nächsten Morgen war Duncan schon ungewöhnlich früh auf den Beinen, wenn man 10 Uhr denn als solches bezeichnen konnte. Cathleen und er hatten sich in seinen Träumen immer wieder geliebt, was ja an sich nichts schlimmes war, doch dabei neben Anya zu liegen, war ihm unangenehm.

So war er schließlich aufgestanden und bereitete das Frühstück vor. Emsig pfeifend versetzte er sich ganz in die Rolle des Hausmannes. Es tat gut, auch mal ein ganz normaler Mann zu sein und nicht immer nur Duncan James von Blue. Der attraktive Sänger war so in Gedanken versunken, dass er gar nicht bemerkte, wie seine Freundin die Küche betrat. „Guten Morgen, Schatz!“ „Oh je....Guten Morgen....“, erwiderte er beiläufig und küsste Anya auf die Wange. Beleidigt ließ sie sich auf einen Stuhl plumpsen. So begrüßte man seine Mum oder eine Bekannte, aber doch nicht seine Freundin!

Der Gipfel aber kam erst, als Cathleen nun den Raum betrat und sofort Dunc´s Aufmerksamkeit hatte. Anya sah, wie seine Blicke bewundernd über ihren Körper glitten. Wie konnte er nur und das auch noch vor ihren Augen?

Duncan musste schwer schlucken, als er Cathleen an diesem Morgen sah. Sie trug eine enge Hotpants, ein Top und darüber einen offenen flauschigen, blauen Morgenmantel. Diese Mischung aus Sex und Unschuld brachte ihn auf Gedanken, die er eigentlich überhaupt nicht haben durfte.....Himmel, seine beste Freundin und dann saß auch noch Anya am Tisch!

„Guten Morgen, Cath!“, lächelte Dunc nun und drückte ihr einen Kuss auf den Mund. „Guten Morgen, Dunc“, erwiderte die Brünette und ließ sich gegenüber von Anya am Tisch nieder. Als sie auch ihr einen Guten Morgen wünschte, kassierte Cathleen nur einen kalten, bitterbösen Blick, bevor Anya aufsprang und nach oben verschwand.

„Was hat sie denn?“, fragte Cath, wohl wissen, dass die Eifersucht mal wieder mit Anya durch ging. Ahnungslos zuckte der Blondschopf mit den Schultern: „Vielleicht hat sie ihre Tage?! Ihr Frauen seid doch dann immer so komisch drauf.....“

Missbilligend hob Cath eine Augenbraue, worauf Duncan hastig hinzufügte, dass es natürlich ganz klar Ausnahmen gab. „Gerade noch mal so gerettet“, lachte sie und gleich darauf knallte die Haustür zu.

„Willst du ihr nicht lieber nach?“ „In Boxershorts?!“, grinste Duncan, „Nee, lass mal! Es gibt schon genug peinlich Fotos von mir. Außerdem muss sie sich erstmal wieder beruhigen und das kann dauern! Also, was machen wir heute?“ „Hast du keine Termine?“ „Nicht einen! Was hältst du davon, ein wenig durch die Stadt zu bummeln?“ „Hört sich verlockend an“, meinte Cath und griff nach einem Brötchen.

Dabei achtete Duncan genau auf ihre Hände.....Wie sie sich wohl auf seinem Körper anfühlten....wenn sie zart über seinen Oberkörper strichen und sich dann voller Leidenschaft in seinem Rücken fest krallten.....

`Nein, nicht schon wieder in einen Tagtraum verfallen, Dunc´, tadelte er sich selbst im Stillen und fing nun ebenfalls an zu frühstücken....

Nachdem beide papp satt waren und sich angezogen hatten, ging es nun endlich in die Stadt. Außenstehende hätten die bezaubernde junge Frau, die sich bei dem groß gewachsenen Blondschopf untergeharkt hatte, für ein frisch verliebtes Paar gehalten, doch dem war leider nicht so. `Nur Freund´, wiederholte Duncan traurig für sich selbst und blickte sich plötzlich aufmerksam um. Mittlerweile hatte er ein Gespür dafür bekommen, wann ihn jemand verfolgte. Hinter ihnen waren eine Horde kichernder Mädels, die ihnen nach liefen.

„Cathleen, gib mir deine Hand!“, forderte Duncan und sie tat verdattert, was er wollte, „Und jetzt LAUF!“ Lachend rannten die beiden die Straße entlang, verfolgt von dutzenden von Blicken und dieser Mädchen Horde. „Dunc, ich kann gleich nicht mehr“, keuchte sie erschöpft vom lachen und rennen. Suchend sah er sich um. Um die nächste Ecke war Dunc´s zweites Zuhause....ein D&G Laden....was für ein Zufall.....

„Na los, komm schon“, hetzte er. Keine zwei Minuten später stürmten die beiden in den Laden. „Kristen, sei ein Schatz und sag bescheid, wenn die Mädels vorbei sind“, begrüßte er die Verkäuferin und verschwand mit Cahtleen in einer Kabine. Rasch zog Dunc den Vorhang zu, damit die Mädchen ihn nicht doch noch sahen. Obwohl die Kabine groß genug war, drückte er Cathleen unbewusst an die Wand, als müsse er sie vor irgendwas beschützen, während sie ihren Kopf an seine Brust gelehnt hatte.

Das Herz schlug ihr bis zum Hals, als sie seine Muskeln, seinen Oberkörper mehr als deutlich spürte. „Ihr könnt raus kommen! Die Mädels sind vorbei, Dunc!“, rief Kristen da auch schon. Cathleen ließ sich ihre Enttäuschung nicht anmerken, als der attraktive Sänger sich wieder von ihr löste.

„Mir scheint, du machst das öfters“, bemerkte sie stattdessen und Kristen grinste sie breit an, als sich der Vorhang geöffnet hatte. „Worauf du wetten kannst! Das ist für ihn nur ein Grund mehr her zu kommen, um...“

„Also Kristen, so schlimm bin ich nun auch wieder nicht“, würgte Duncan sie ab. Herzhaft fing die Verkäuferin an zu lachen und wandte sich dann Cathleen zu: „Du wirst nicht glauben, was der Kerl hier für Mengen einkauft! Wenn es danach geht, müsste er zuhause zehn Kleiderschränke voll haben. „Oh, dann muss ich doch nachher mal gucken gehen“, kicherte Cath und piekste dem etwas säuerlich dreinblickenden Duncan in die Seite.

Dieser zog eine Schnute, bevor er sich den neuesten Jeans zu wandte. „Siehst du, was ich meine?“, gluckste die blonde Verkäuferin leise und Cathleen nickte. „Das hab ich gehört“, kam es murrend von Dunc zurück, bevor er mit einem Stapel Klamotten in einer Umkleide verschwand.

Während sich Kristen und Cathleen einen Spaß daraus machten, den Blondschopf zu necken, shoppte dieser sich durch den ganzen Laden und kam mit einem riesigen Berg Klamotten zur Kasse. Ungläubig schüttelte Cathleen den Kopf. Der war ja schlimmer als ne Frau!

„So und jetzt bist du dran!“, entschied er und zog seine beste Freundin mit sich. „Hast du dir schon mal die Preise angeguckt?“ „Ja, und?“ „So was kann sich ne kleine Schülerin wie ich nicht leisten!“ „Wofür hast du denn mich?“, gab Dunc unbeeindruckt zurück. „Das will ich aber nicht!“ „Sei nicht so stur, Cathleen!“ „Dito! Also würdest du deinen Kaufrausch jetzt endlich mal beenden?!“ Es war ihr unangenehm, dass Duncan ihr Klamotten kaufen wollte. Sie wollte seine Liebe und nicht sein Geld!

„Erst, wenn ich dich neu eingekleidet hab“, murmelte er und hielt ihr prüfend ein Top vor den Oberkörper. Immer mehr Kleidungsstücke landeten über seinem Arm, bis er sie dann schließlich in eine Umkleide drängte und sie dazu nötigte, die Sachen anzuziehen.

Verzückt betrachtet er ein Outfit nach dem anderen, das sich an ihren schlanken Körper schmiegte. „Bist du mit deiner kleinen Modenschau nun zufrieden?“, wollte Cathleen wissen, als sie in ihren Sachen wieder aus der Umkleide kam. „Das war´s schon? Mal sehen, was es noch so gibt....“

„Untersteh dich!“, hielt sie ihn zurück. Irgendwie musste man ihn doch bremsen können.... „Na gut, wenn du meinst...“, sagte er gedehnt und schnappte sich sämtliche Klamotten aus der Umkleide. „Das ist nicht dein Ernst, oder? „Doch, mein voller Ernst“, grinste Dunc, „Oder gefallen dir die Sachen nicht?!“ „Doch, aber darum geht’s nicht...“ „Na also! Dann freu dich und halt dein hübsches Näschen aus meinen Finanzen raus!“ „Fehlt nur noch, dass du mir die Wange tätschelst“, grummelte sie, worauf Duncan lachend meinte, dass er das ja gleich noch nach holen könnte.

Als Duncan bezahlt hatte und ohne murren die Taschen trug, gingen sie schweigend nebeneinander her. „Ich hab das gar nicht verdient und außerdem bin ich es nicht gewohnt so verwöhnt zu werden“, sagte sie plötzlich leise. „Es macht mir aber Freude und du weißt, dass ich das nicht tue, um dich irgendwie zu bestechen....Wir waren immer ehrlich zueinander....“, `okay, okay, bis auf eine winzige Kleinigkeit´, fügte er in Gedanken hinzu.

„Du bist süß, aber auch so verdammt stur“, lächelte die Brünette nun und umarmte ihn. Glücklich genoss der Blonde die Zärtlichkeit. Am liebsten hätte er sie jetzt noch näher an sich ran gezogen, doch die vielen Tüten machten das unmöglich. „So und nun gibst du mir auch mal ein paar davon ab“, forderte Cath, als sie sich schweren Herzens wieder von ihm gelöst hatte.

Diesmal gehorchte Duncan artig und gab ihr dann einige Tüten. Zusammen verbrachten sie den Rest des Tages in der Stadt, wobei sie die restlichen Stunden auf ihrer Bank, ihrem Platz an der Themse saßen. Gegen Abend machten sich Duncan und Cathleen dann auf den Weg nach hause, wobei jeder für sich rum rätselte, ob Dunc´s dunkelhaarige Freundin sich wieder einigermaßen eingekriegt hatte....

********************

Stunde um Stunde, Runde um Runde war Anya durch den Hyde Park gejoggt. Irgendwie musste sie ja ihre Aggressionen bewältigen....und davon hatte sie mehr als genug. Am liebsten hätte sie dieser Schlampe die Augen ausgekratzt, solche Wut hatte sie auf Cathleen. Gleich, als Anya mit Duncan wieder zusammen gekommen war, hatte sie gewusst, dass die Kleine ihr irgendwann in die Quere kommen würde. Dabei hatte sie überhaupt nicht Anya´s Klasse.....

Als die junge Frau sich schließlich einigermaßen abreagiert hatte, kehrte sie nach hause zurück. Erneut kochte Wut in ihr hoch, denn sie konnte ihren Freund nirgends entdecken und er hatte noch nicht mal eine Nachricht hinter lassen. Wahrscheinlich...nein, ganz sicher sogar war er mit ihr unterwegs, aber es reichte! Nun war endgültig Schluss!

Anya würde diese so genannte Freundschaft nicht länger dulden und ihren Freund auch klar damit konfrontieren.....nur ließ dieser sich mit seiner Rückkehr ganz schön Zeit. Anscheinend hatte er es auch nicht nötig, mal an zurufen, um zu hören, ob Anya wieder daheim war. `Aber Cathleen kann er ja jede zwei Minuten anrufen´, dachte sie grollend und nahm sich zusammen, ihre Wut nicht an der Einrichtung des Hauses auszulassen.

Es verlangte ihr ziemlich viel Selbstbeherrschung ab, bis zum Abend auf seine Rückkehr zu warten. Mit einem Klicken öffnete sich dann plötzlich die Tür und aus der Diele erklang Gelächter. Beladen mit unzähligen D&G Tüten stürmten die beiden ins Wohnzimmer. „Ich muss mit dir reden, Dunc!“, presste Anya beim Anblick der beiden hervor. Die beiden waren sich so vertraut. Ihr Freund hatte sie nie so nahe an sich ran gelassen.

„Worum geht’s?“ „...allein!“, fügte sie noch hinzu und Cath verstand den Seitenhieb nur allzu deutlich. „Ich bin sowieso müde, ich gehe ins Bett!“, verabschiedete sie sich schnell und lief nach oben ins Gästezimmer.

„Hast du dich wieder eingekriegt?“, fragte Duncan nun und stellte die Tüten ab, „...aus welchen unerfindlichen Gründen du auch immer sauer warst....“ „Pah, das fragst du auch noch?! Das weißt du sehr genau, Duncan James!“, schnappte Anya und fuhr sich wütend durch die Haare. „Würde ich sonst fragen?!“, gab er nun gereizt zurück. Warum redete sie nu um den heißen Brei herum? Sonst kam sie doch auch gleich immer zum Punkt....

„Ich will, dass du den Kontakt zu Cathleen abbrichst und zwar auf der Stelle!“, verlangte sie und der Blonde glaubte, er hätte sich verhört. „Wie bitte? Du willst? Hast du zuviel getrunken?“ „Nein, ich war noch nie in meinem Leben klarer!“ Er lachte trocken auf: „Das glaube ich kaum! Du bist total durch geknallt!“

Nun platzte Anya endgültig der Kragen und nicht nur ihr. Duncan war es leid, sich ständig ihre Meckereien anzuhören. Ja, er hatte ihr Grund zur Eifersucht gegeben....zumindest bei Cathleen, dass gab der blonde Sänger ja auch zu, aber Anya hatte ihm ja laufend Affären unterstellt, an denen überhaupt nichts dran war. Im Showbiz wurde man ungewollt von so vielen schönen Frauen umschwärmt und Anya hatte das genau gewusst, als sie sich mit ihm einließ. Deshalb waren ihre Vorwürfe auch total unbegründet!

Die beiden schrieen sich so laut an, dass Cathleen oben in ihrem Zimmer kein einziges Wort verstehen konnte. Doch eigentlich brauchte sie das auch gar nicht. Die Eifersucht hatte Anya ins Gesicht geschrieben gestanden....

„Gib doch endlich zu, dass du was von dieser Schlampe willst“, keifte Anya unten und drängte Duncan damit so richtig in die Ecke. „Anya, du machst dich wirklich lächerlich!“, wehrte er ab. Auch wenn es stimmte, wollte er es ihr gegenüber nicht zugeben. Sie wie die im Moment drauf war, würde sie Cathleen sofort den Hals umdrehen.

„Ach ja, tu ich das? Dann hast du die Wahl, Dunc....Entweder sie geht oder ich!“ „Worauf wartest du dann noch?“, fragte er aus einem Impuls heraus. Nein, niemals würde er Cathleen gehen lassen! „Das kannst du nicht ernst meinen“, Entsetzen stand ihr ins Gesicht geschrieben. „Oh doch! Es reicht mir! Ich will, dass du gehst und zwar sofort!“ Wutentbrannt rauschte Anya nach oben und packte ihre Sachen zusammen. Verflucht, sie hatte es doch gewusst....dieses Miststück....

Keine viertel Stunde später kam sie die Treppe wieder runter gepoltert. „Wie du willst, Dunc! Ich gehe! Aber das wirst du bereuen! Das wird dir eines Tages noch sehr leid tun....“, zischte die Dunkelhaarige und knallte die Haustür hinter sich zu. Aufatmend ließ sich der junge Mann aufs Sofa fallen. Was würde Lee jetzt wohl sagen? Ach ja.... „Sei froh, dass du sie los bist!“

„Duncan, alles okay?“, vorsichtig tapste Cath in Hotpants und Top die Treppe runter, „Ich hab das Knallen gehört...Anya...“ „Ich hab Schluss gemacht“, erwiderte er nur. „Das...das tut mir leid“, Cathleen schämte sich schrecklich, dass sie das eigentlich gar nicht so meinte. „Muss es nicht! Eine Beziehung, die nur aus Vorwürfen basiert, kann nicht lange halten“, meinte er, als Cath sich zu ihm setzte und ihr umarmte.

Schweigend kuschelten sich die beiden auf dem Sofa aneinander, bis die Stille vom Klingeln des Telefons zerrissen wurde. „James?!“ „Hey Dunc, ich komme morgen Abend mal bei dir vorbei. Stell am besten schon mal das Bier kalt”, kam es fröhlich aus dem Hörer. „Und wenn ich jetzt keine Lust auf deine Gesellschaft habe, Lee?“

„Mach mal den Lautsprecher an“, ordnete dieser an, „Cath, Cam möchte morgen mit dir einen Weiberabend machen, also bin ich gezwungen mich bei Duncan einzuladen. Sag dem Herren das bitte mal!“

Während Duncan murrte, dass er ja nicht schwerhörig sei, sagte Cathleen begeistert zu. „Na toll, jetzt muss ich auch noch einen ganzen Abend mit Ryan verbringen“, maulte der junge Mann und verschränkte die Arme vor der Brust. „Och, du wirst das schon überleben. Außerdem.... so eine schlechte Gesellschaft ist Lee ja nun auch wieder nicht“, spielerisch kniff sie ihm in die Wange. „Du wärst mir trotzdem lieber....“ „Oh, ich fühle mich geehrt, aber ich hab doch noch so lange Ferien und am Ende wirst du froh sein, wenn ich weg bin, damit ich dich nicht mehr nerven kann. So und nun ab ins Bett. Du siehst ziemlich müde aus. Ich glaub, du hast dich mit deinem Shoppingwahn heute selbst geschafft“, sie lachte und zog Duncan mit sich nach oben.

Vor seiner Tür blieben sie stehen. „Cathleen....Danke, dass du für mich da bist!“ „Hey, das ist doch selbstverständlich“, lächelte die Brünette und umarmte ihn, „wofür sind denn schließlich Freunde da?!“ Bei diesem Satz musste sie ganz schön schlucken. `Ich will nicht nur als eine Freundin in deinen Armen liegen. Ich will die Frau sein, die du liebst und begehrst...´, dachte sie verzweifelt mit geschlossenen Augen. Sie zwang sich zu seinem Lächeln, wünschte Duncan noch eine gute Nacht und ging dann weiter in ihr Zimmer.

Cathleen fand in dieser Nacht keinen richtigen Schlaf genau so wie Duncan. Immer wieder strich der junge Sänger über die leere Betthälfte neben ihm und wünschte sich vergebens, Cathleen würde neben ihm liegen und nicht nur das.....er wollte sie lieben....Nach für Nacht und seinen Gefühlen freien Lauf lassen....doch da blieb immer noch die Angst, dass sie nicht genau so empfand wie er.....

*********************

„Ich diskutiere nicht mit dir darüber! Basta! Diese Frau brachte ihn irgendwann noch mal um den Verstand, dessen war sich Duncan mehr als sicher und das nicht nur mit ihrem Liebreiz, sondern auch mit ihrem.... „Dichkopf! Ganz genau, du bist ein Dickkopf!“, schimpfte Cathleen. Seit einer geschlagenen viertel Stunde diskutierten die beiden nun schon, obwohl sie gleich zu Cam aufbrechen musste.

„Ich will dich doch nur abholen, Cath! Was ist dabei?“, fragte Duncan genervt. Nase an Nase standen sich die beiden nun gegenüber. „Das du mich wie ein Baby behandelst! Ich kann sehr gut auf mich allein aufpassen!“, zickte sie nun, „Oder denkst du etwa, ich finde nicht mehr hier her?!“ „Daran liegt´s doch gar nicht...“

Herausfordernd reckt sie ihr Kinn nach vorne. So sanft sie auch war, so heiß loderte das Feuer in ihren Augen auf, wenn sie sich heraus gefordert fühlte, stellte Duncan fasziniert fest. „Woran denn dann? Ach, weißt du was, ich will´s gar nicht wissen“, winkte die Brünette ab, ließ Duncan einfach stehen und öffnete die Tür, weil es Sturm geklingelt hatte. „Komm rein“, wies sie den davor stehenden Lee mit einer herrischen Geste an.

Dieser spürte sofort die Spannung und tat lieber, was man ihm sagte. Anscheinend war er direkt zwischen die Fronten geraten. Wütend schlüpfte Cath in ihre Schuhe und drehte sich noch einmal um, bevor sie aus der Tür verschwand: „Ach Lee, wenn du aufs Klo musst, solltest du Duncan besser mit nehmen. Könnte ja sein, dass du den Weg zurück ins Wohnzimmer nicht mehr findest“, spottete sie und verschwand. „Zwischen 11 und 12 bin ich da!“, schrie der Blondschopf ihr nach, nachdem er die Tür noch einmal aufgerissen hatte.

Nun meldete sich Lee zu Wort. `War ja klar, dass der seine Neugier nicht lange zügeln konnte´, dachte Dunc und verschwand in die Küche, um gleich darauf mit zwei Flachen Bier wieder zu kommen. Währenddessen hatte Lee es sich schon bequem gemacht und nuckelte nun glücklich an seinem Getränk.

„Okay, also ich hab ganz beiläufig erwähnt, dass ich sie nachher abholen werden....“, unruhig nestelte Dunc neben sich an einem Kissen rum, um im nächsten Moment aufzuspringen, „....und da ist sie voll im Dreieck gesprungen! Sie hat mir vorgeworfen, dass ich sie bevormunde und wie ein Baby behandele! Kannst du das verstehen?“ „Ja!“ „Na klar! Wäre ja auch zu schön, wenn du mal auf meiner Seite stehen würdest“, grummelte Dunc und warf seinem Freund einen vernichtenden Blick zu, der diesen aber gänzlich unbeeindruckt ließ.

„Das hat doch damit nichts zu tun! Sie ist eine Frau, falls dir das noch nicht aufgefallen sein sollte, und als solche will sie auch von dir gesehen werden!“ „Glaub mir, ich sehe sie mehr als Frau, als mir lieb ist“, murmelte Dunc vor sich hin.

Innerlich machte Lee tausend Luftsprünge über den Satz seines Freundes. „Wird wohl langsam eng da drin, hm?!“ „Wo drin?“, fragte Dunc begriffsstutzig. „Na, in deiner Hose....“ „Ach Ryan...“, unwirsch lief der blonde Sänger im Zimmer auf und ab, wie er es immer tat, wenn er nervös oder angespannt war.

„Wo hast du eigentlich die Zicke hin verfrachtet? Muss ich Angst haben, dass sie mich gleich aus der nächsten Ecke anspringt?“ „Keine Panik, ich hab Schluss gemacht.“ „WAS? Und das erwähnst du so beiläufig?“, Lee riss die Augen auf, „Darüber will ich mehr wissen!“ „Da gibt’s nich viel zu erzählen...Sie hat mir gestern Abend mal wieder ne Szene gemacht...na ja, das Übliche halt, ihre Eifersucht....Dann hat sie mich vor die Wahl gestellt, entweder sie oder Cathleen, und da hab ich gesagt, dass sie gehen soll.“

„Man, du bist echt blöd! Da bist du die endlich los und dann streitest du dich mit Cath“, moserte Lee und knallte seine Bierflasche auf den Tisch. `Hallo?! SIE hat sich mir MIR gestritten`, dachte Dunc und rümpfte die Nase.

Lee kam nun immer mehr in Fahrt, denn sein Freund regte ihn schrecklich auf. „Du wirst dich gefälligst bei ihr entschuldigen und ihr sagen, was du empfindest!“ „Den Teufel wird ich tun! Erstens hab ich nicht angefangen und....Lee, ich kann ihr das nicht das nicht sagen. Ich hab Angst, sie dadurch zu verlieren. Verstehst du, wenn ich diese drei Worte erstmal ausgesprochen hab, gibt’s kein Zurück mehr...

Resigniert seufzte Lee auf. Dieser Kerl trieb ihn irgendwann noch mal zur Verzweiflung....

„Du treibst mich irgendwann noch mal zur Verzweiflung“, während ihr Freund seine Gedanken für sich behielt, sprach Cameron sie aus.

Stinksauer war Cath bei ihrer Freundin angekommen und hatte von dem Streit erzählt. „Hast du auch mal daran gedacht, dass du ihm so viele bedeutest und er sich einfach nur Sorgen um dich macht?!“, fragte Cam und musterte die Brünette kritisch. Ihrer Meinung nach machte sie aus einer Mücke einen Elefanten.

„Ich bin kein Baby mehr! Zuhause traue ich mich auch auf die böse dunkle Straße und da ist Duncan auch nicht dabei!“ „Du bist ganz schön verbohrt, weißt du das?! Hat Anya ihren Senf eigentlich nicht dazu gegeben?“ „Dunc hat Schluss gemacht!“

Erst langsam realisierte Cam, was ihre Freundin da gesagt hatte. Nun war der Weg frei...kein Ben, keine Anya und die beiden passten doch so gut zusammen. Natürlich versuchte die Rothaarige ihre Freundin davon zu überzeugen, doch diese war noch viel zu aufgebracht, wegen des Streits und sie fand immer wieder neue Ausreden, um Duncan nichts sagen zu müssen. Erfolglos versuchte Cathleen immer wieder das Thema zu wechseln, doch Cam ließ das gar nicht zu, was dazu führte, dass Cath immer genervter wurde, je später es wurde.

Als sich die Tür schließlich mit einem Klicken öffnete, man die Stimmen von Lee und seinem besten Freund vernehmen konnte, zischte Cam ihrer Freundin noch ein „Sei lieb zu ihm!“ zu, bevor die beiden ins Wohnzimmer kamen. `Pfff, ich werd ihm was husten, wenn er mir blöd kommt´, dachte Cathleen wütend. Sie wusste selbst nicht, warum sie so sauer war. Vielleicht war es der innere Wunsch, dass er mehr in ihr sehen sollte, als nur eine Freundin....

„Können wir los?“, fragte er da auch schon. Wortlos stand Cathleen auf, verabschiedete sich von Cam und Lee und machte sich mit Dunc auf den Weg nach hause.

„Würdest du mich bitte nicht weiter anschweigen?!“ „Was willst du von mir hören, Dunc? Danke, dass du den großen starken Mann spielst du mich nach hause geleitest?!“ „Oh, tut mir leid, dass ich mir Sorgen mache! Wird nicht wieder vorkommen“, fuhr er sie beleidigt an. „Jetzt verhältst du dich auch noch kindisch!“ „Ach ja?! Ich verhalte mich kindisch, wenn ich Angst habe, dich zu verlieren? Ich habe schon mal zwei wichtige Menschen in meinem Leben verloren, wo ich nichts gegen ausrichten konnte, und ich will das nicht noch einmal erleben!“, enttäuscht wandte er sich von ihr ab und lief mit schnellen Schritten nach hause.

Zerknirscht biss sich Cathleen auf die Unterlippe. Sie wusste, dass er auf seine Großeltern angespielt hatte und das sie ihm mir ihrem unsensiblen Verhalten sehr weh getan hatte. Cam hatte recht gehabt, Duncan hatte sich einfach nur Sorgen gemacht.

Schnell eilte sie hinter ihm her und fand die Haustür offen stehend vor. Überall war es dunkel, doch als sie nach oben kam, fiel ihr sofort der schwache Lichtschein, der unter Duncans Zimmertür hervor kroch, auf. Ihr schlechtes Gewissen wurde nur noch größer. `Ob er mich jetzt überhaupt sehen will?“, fragte sich Cath, als sie in ihr Zimmer ging, um sich aus ihren Sachen zu schälen.

Von einem inneren Drang getrieben, tapste die Brünette zurück auf den Flur und öffnete leise die Tür zu seinem Zimmer. Duncan lag nur in Boxershorts auf seinem Bett und es schien, als versuche er, die Decke zu hypnotisieren. Zaghaft trat sie näher und krabbelte zu ihm ins Bett.

Schweigend schloss er sie in seine Arme, während sie ihren Kopf auf seiner Brust bettete und mit der Hand über seinen Oberkörper strich. „Es tut mir leid, Dunc“, murmelte sie schließlich kleinlaut, „Ich war unfair, obwohl du dir nur Sorgen gemacht hast. Ich hasse es doch mit dir zu streiten!“ „Ich doch auch! Außerdem war ich auch nicht besser. Mir hätte es auch nicht gepasst, wenn einfach so was über meinen Kopf hinweg beschlossen worden wäre. Aber Cathleen, ich könnte es mir nie verzeihen, wenn dir was passieren würde und ich genau wüsste, dass ich es hätte verhindern können“, er drückte ihr einen Kuss auf die Stirn.

Wie selbstverständlich schaltete Duncan die kleine Nachttischlampe aus und hoffte, dass sie bleiben würde....Und sie blieb, die ganze Nacht bis zum nächsten Morgen an ihn geschmiegt in seinen Armen liegen....

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Der Streit zwischen den beiden war schnell vergessen und die Zeit verging äußerst harmonisch. Cathleen begleitete Duncan häufig zu seinen Terminen mit Blue oder war mit ihrer besten Freundin unterwegs. Abends gingen Cam, Lee, Duncan und Cath oft aus, essen, tanzen, oder machten sich zusammen einen gemütlichen Abend zuhause. Dabei wurden Cathleen und der blonde Sänger immer genau von ihren Freunden unter die Lupe genommen. Ihnen fiel auf, dass Cath und Dunc immer mehr miteinander kuschelten, kleine zarte Berührungen austauschten, die zeigten, dass sie die Nähe des anderen suchten. Sie darauf an zu sprechen, war völlig unmöglich, denn sowohl die Brünette als auch der junge Mann lenkten sofort vom Thema ab.

Als Cathleen wieder nach hause gefahren war und sich immer noch nichts zwischen ihr und Duncan getan hatte, war Lee mit seinem Latein bald am Ende. Alles war so verflucht offensichtlich und die beiden hatten nichts besseres zu tun, als umeinander herum zu schleichen und Blinde Kuh zu spielen.

Was Lee absolut nicht in den Kopf ging war, dass sein Freund, und hatte er auch nur einen freien Tag, nach Deutschland flog und trotzdem nichts passierte. So ging das Monat für Monat weiter, bis schließlich Cathleen´s Geburtstag vor der Tür stand und nicht nur das....Ihre Cousine, die die Jungs mittlerweile auch sehr gut kannten, heiratete an eben diesem Tag ihren Verlobten Tom, und die vier, einschließlich Cam, waren dazu eingeladen. Johnny war so großzügig gewesen, dass die Jungs schon ein paar Tage vorher nach Deutschland fliegen konnte.

Und genau jetzt saßen sie im Flieger auf dem Weg dorthin. Cam, die neben ihrem Freund saß, hatte ihren Kopf an seine Schulter gelehnt und schlummerte selig vor sich hin. Lee passte das eigentlich ganz gut in den Kram, denn so konnte er Duncan ungestört in die Mangel nehmen.

„Sag mal, was hast du eigentlich für Cathleen zum Geburtstag?“, harkte er erneut nach. Der Blonde hatte Duncan schon einige male danach gefragt, doch er wollte nicht damit heraus rücken. „Du plapperst mir zu viel, mein Lieber!“, erwiderte Dunc mit hoch gezogener Augenbraue. „Hey du kennst mich doch...“ „Deshalb ja!“ „Jetzt komm schon, Dunc! Danach lass ich dich auch in Ruhe“, bettelte der Blondschopf.

Resigniert seufze Duncan auf und zog ein längliches, schwarzes Kästchen aus seinem Rucksack. Als er es Lee geöffnet unter die Nase hielt, schnappte dieser nach Luft. Er blickte direkt auf ein Diamantarmband. „Wow!“, flüsterte Lee nun leise, um seine Freundin nicht zu wecken. Nachher wollte sie auch noch so eines von ihm....

„Ähm....nur so aus Neugier....War das teuer?“ Sein Freund nannte den Preis und Lee war froh, dass er schon saß. Fasziniert streckte er die Finger danach aus, um über die hübschen kleinen Steine zu streichen, doch Duncan zog es blitzschnell aus seiner Reichweite. „Mensch, dieser Klunker da in Verbindung mit der Hochzeit müsste euch doch auf den richtigen Weg bringen....“ „Wolltest du nicht Ruhe geben?“, bemerkte Duncan, wandte sich von seinem Freund ab, um das Armband wieder weg zu stecken und starrte dann stur aus dem Fenster.

Nachdenklich musterte Lee ihn noch eine ganze Weile. Irgendwie musste das doch hinzu kriegen sein, dass die beiden endlich zusammen kamen....

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Ungeduldig trippelte Cathleen auf der Stelle. Der Flieger war schon seit einer viertel Stunde gelandet, doch Cam und die Jungs waren noch nicht in Sicht. Zum x-ten Mal warf sie einen Blick auf die Uhr. Es schien, als würde die Zeit absichtlich still stehen, um sie noch länger zu quälen, denn sie sehnte sich so sehr, endlich wieder in seinen starken Armen liegen zu können....

Plötzlich rief jemand ihren Namen und sie machte direkt Duncans blaue Augen aus. Selbst von weiten strahlten sie so sehr, dass man das Gefühl hatte, direkt vor ihm zu stehen. Nun flog sie ihm förmlich in die Arme. Duncan wirbelte sie einmal um sich herum, drückte ihr einen Kuss auf den Mund und zog Cath fest an sich.

„Ach ja, wie schön, dass wir auch begrüßt werden“, meinte Cam ironisch grinsend. Natürlich freute sie sich heimlich, dass sich die beiden so lange in den Armen lagen. Cathleen löste sich nun von Duncan und fiel auch den anderen um den Hals. Es war, als wäre ein Stück der wunderbaren Stadt, die sie so liebte, mit nach Deutschland gekommen.

Schließlich begleiteten Cath, Duncan, Lee und Cam, die beiden anderen noch zum Taxi und gingen dann zum Auto. Sie luden die Koffer ein und die Brünette fuhr dem Taxi nach zum Hotel. Als Cam und die Jungs eingecheckt hatten, die Koffer auf den Zimmern verteilt waren, trafen sich alle bei Antony.

„Also heute hab ich keine Lust, noch was zu machen“, gähnte Ant und Simon konnte ihm da nur zustimmen. Es war jetzt schon früher Abend und bevor die Jungs abgeflogen waren, hatten sie noch einige Termine erledigen müssen. Dementsprechend müde waren sie auch und konnten sich beim besten Willen zu nichts mehr aufraffen, alle, bis auf Lee. „Mensch, was seid ihr bloß für Waschlappen?!“, moserte er rum.

„Komm du erst mal in unser Alter“, gähnte nun auch Dunc. Er hatte die Arme von hinten um Cathleen geschlungen und vergrub nun das Gesicht an ihrem Hals. Ihr liefen warme Schauer über den Rücken, als sie seinen warmen Atem auf ihrer Haut spürte. „Och, du armer Junge“, lachte Cath, „Dann bring ich dich jetzt mal am besten ins Bett.“ `Oh ja´, war sein erster Gedanke und er versuchte, nicht allzu wach drei zu schauen.

„Was haltet ihr denn morgen Abend von Kino?“, rief Lee ihnen nach, als beide schon halb aus dem Zimmer waren. „Geht klar“, kam es einstimmig zurück.

„Magst du nicht noch mit rein kommen?“, fragte der Blondschopf hoffnungsvoll, als sie vor seinem Zimmer ankamen. „Nee, ich will dich ja nicht um deinen wohl verdienten Schlaf bringen“, lachte sie und drückte ihm einen Kuss auf den Mund, „Wir sehen uns morgen!“

Seufzend betrat der attraktive Sänger sein Zimmer. Cathleen brauchte noch nicht mal anwesend sein, um ihn um den Verstand zu bringen.....

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Am nächsten Tag am frühen Abend traf sich Cathleen mit den Jungs und Cam in der Stadt an der Bushaltestelle, denn um ins UCI im Einkaufszentrum zu kommen, musste man noch ca. eine halbe Stunde mit dem Bus fahren. Die beiden Mädels hatten sich natürlich einiges zu erzählen. Belustigt hörten die Jungs zu, wie die beiden den neuesten Tratsch austauschten.

„Sag mal, Cath, wie steht´s eigentlich mit deinem Abi?“, fragte Lee plötzlich, worauf Duncan ihm einen warnenden Blick zu warf. Er wusste ganz genau, worauf sein Freund aus war. „Oh, ich denke ganz gut. Hab seit Anfang der Woche Ferien, also einen Monat früher und brauch nur noch hin, wenn das Ergebnis fertig ist“, erwiderte Cath. „Wo möchtest du denn dann studieren? Hast du schon mal an....“ „Ach so ein Zufall! Wir sind da!“, wurde der Blonde von Duncan abgewürgt. Eiligst zog dieser Cathleen auf die Beine und zur Tür, obwohl der Bus noch nicht mal angehalten hatte.

Lee ärgerte sich schrecklich darüber, dass er unterbrochen wurde und er wusste schon genau, wie er das seinem Freund heim zahlen konnte....im wahrsten Sinne des Wortes „zahlen“!

„Mensch Dunc, du bist aber heute wirklich nett....“, verwirrt blickte der sich nach Lee um, „...dass du uns alle ins Kino einschließlich Popcorn einlädst!“ „Das ist ja klasse“, freuten sich Simon und Ant und klopften ihrem Kumpel anerkennend auf die Schulter.

Der Blondschopf grinste Lee, der ihn nur schadenfroh angrinste, vernichtend an. Nun kam Duncan nicht drum herum, seinen aufdringlichen Kumpel nicht mit durch zu füttern. Die Mädels und auch Si und Ant hätten ihm nichts ausgemacht, aber Lee....na warte, irgendwann würde er das noch mal wieder kriegen....

Als Dunc die Karten schließlich hatte und alle mit Popcorn eingedeckt waren, gingen sie in den Kinosaal. Wenig später fing der Film an. Duncan hatte einen Arm um Cathleen gelegt, die sich bei ihm angekuschelt hatte. Zaghaft berührten sich ihre Hände immer wieder, wenn sie zur gleichen Zeit in das Popcorn griffen und als Cath dann vereinzelte Tränen über die Wange liefen, weil der Film so traurig war, da nahm Dunc ihre Hand in seine und strich zärtlich mit dem Daumen über ihren Handrücken.

„Pscht, ist ja gut“, hörte Lee seinen Freund leise sagen und als er den Kopf zur Seite drehte, sah er, wie Duncan ihre Stirn küsste. `Wir treten auf der Stelle´, dachte Lee unruhig und verfolgte das Ende des Films.

Am Ende drängelte sie sich mit der Masse nach draußen. „Wie viel Uhr ist es, Dunc?“, fragte Cath. „Fünf vor zehn“, antwortete er. „Dann los! In fünf Minuten kommt der Bus!“ Sie nahm seine Hand und zog ihn eilig mit sich, denn eins hatte sie gelernt....Auf den Fahrplan konnte man sich nicht verlassen!

„Oh, oh kommt schnell!“, rief sie den anderen zu, denn die durch die Glasscheiben konnte sie den Bus sehen, der schon mehr als voll war. Das konnte man eher als Viehtransporter bezeichnen. Mit einem Zischen schlossen sich die Türen und weg war der Bus....

„Fuck!“, fluchte Cath vor sich hin. „Moment mal, was soll das heißen? Fuck?“, unterbrach Lee ihre nicht gerade damenhaften Flüche. „Fuck soll heißen, das das der letzte Bus war!“ „Nein!“ „Doch!“ „Neeeeein“, kam es weinerlich von Lee. „Lee, das hatten wir schon mal“, meinte die Brünette genervt, „Es wird dich schon nicht umbringen, wenn du jetzt mal ein bisschen laufen musst. Also sei kein Waschlappen!“ Grinsend stimmte Duncan ihr zu und legte den Arm um ihre Taille: „Lasst uns gehen! Vom Rumstehen kommt das Hotel auch nicht näher!“

Widerwillig folgte Lee den anderen. Es war es doch nicht gewohnt, so lange und so viel zu laufen, schließlich wurde er sonst immer und über all hin kutschiert.

„Cathleeeen, wie weit ist es noch?“, fragte er nun schon zum x-ten Mal mit der Stimme eins quengelnden Kleinkindes. „Bis wir da sind“, gab sie zum hundertsten mal zurück, und fügte dann leise gewandt an Duncan hinzu, „Lass uns bitte ein Stück vorgehen, sonst erwürge ich Ryan noch!“ Wie auf Kommando beschleunigten beide ihre Schritte und entfernten sich ein ganzes Stück von den anderen. „Manchmal weiß ich nicht, wie du das mit dem aushältst“, unwirsch warf Cath ihr langes Haar zurück. Duncan konnte nur noch lachen: „Glaub mir, das weiß ich auch nicht.“

Während die beiden noch eine ganze Weile über Lee herzogen und Duncan allerhand peinlich Sachen erzählte, die Lee am liebsten wieder ungeschehen machen würde, merkten sie gar nicht, dass sie der Stadt immer näher kamen. Als sie schließlich am Hotel an kamen und sich nach ihren Freunden umsahen, stellten sie fest, dass diese ziemlich weit zurück lagen. Selbst auf diese Entfernung konnte man aus machen, dass Lee anscheinend ganz schön außer Puste war. Ein Wunder, das er noch nicht auf allen vieren kroch.....

„Ich bring dich dann gleich nach hause, es ist immerhin schon nach elf..“, bemerkte Dunc nun und wartet auf ihre Reaktion. „Na ja...also...“, erst wollte sie ihm widersprechen, doch als sie seine hoch gezogene Augebraue sah, überlegte sie es sich doch anders, „Wenn du magst....Siehst du, ich lerne schnell!“ Liebevoll kniff er ihr leicht in die Nase.

„Ich geh nie wieder mit dir ins Kino, Cathleen!“, meckerte Lee, wobei er wie eine Dampflok schnaufte. „Ich mit dir auch nicht“, gab sie unbeeindruckt zurück und verabschiedete sich von Cam, Antony und Simon.

„Bringst du Cath noch nach hause?“, flüsterte Lee seinem Freund zu, worauf dieser nickte. „Aha!“ „Gar nix aha!“, brummte Dunc, „Misch dich da gefälligst nicht ein!“ Lächelnd sah Lee den beiden nach, wie sie in Richtung Straßenbahn verschwanden. „Hast du was, Schatz?“, Cam schmiegte sich müde an ihren Freund. „Nein, Süße, es ist nichts.....“

In der Straßenbahn kuschelte sich die Brünette an Duncan. Nun, wo sie saß, merkte Cathleen erst, wie müde sie eigentlich war. „Willst du nicht bei mir schlafen?“, gähnte sie, „Ich kann dir das doch nicht antun, wieder in die Stadt zurück zu fahren.“ „Sicher, wenn du mich erträgst?!“, lachte er.

„Das Bett ist groß genug und wenn du nicht anfängst zu schnarchen ist mir alles egal....oh, wir müssen raus!“ Müde erhob sie sich und eine Minute später fanden sich beide auf der Straße wieder. Ein milder abendlicher Frühlingswind spielte mit ihren Haaren und verursachte ihr eine leichte Gänsehaut. Gemächlich schlenderten die beiden zum Haus von Cathleen´s Eltern, wo sie leise die Tür aufschloss und nach oben schlichen.

Schon auf dem Weg die Treppe hoch, zog Cath sich das Top über den Kopf und schmiss es achtlos nach hinten dem verdutzten Duncan ins Gesicht. Schlagartig war er nun wieder wach, als sie nun auch den Rock öffnete, zu Boden gleiten ließ und einfach darüber hinweg stieg. Seufzend ließ sie sich nur in Unterwäsche aufs Bett plumpsen.

„Bist du da fest gewachsen? Komm endlich ins Bett, es ist so kalt“, drängelte sie schläfrig, weil Duncan nicht so recht wusste, was er machen sollte. Zögerlich knöpfte er Hemd und Hose auf, streifte sie ab und legte seine Sachen fein säuberlich über einen Stuhl.

Kaum lag er im Bett, kuschelte sich Cathleen auch schon an ihn. Ihr Atem ging gleichmäßig und flach, ein Zeichen, dass sie schon tief und fest schlief. Warum musste alles nur so kompliziert sein? Oder war es das gar nicht? Hatte Lee recht, und er war einfach nur feige?

Sein Freund hatte es zwar nie ausgesprochen, doch Duncan wusste, was der Blondschopf dachte. Diese Gefühle für Cathleen waren nicht nur wunderschön...nein, sie belasteten auch. Manchmal fragte er sich, wie er das so lange ausgehalten hatte, sie in seiner Nähe zu haben, ohne sich das zu nehmen, was er schon so lange begehrte......

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Den nächsten Tag verbrachten die beiden zum größten Teil im Bett. Sie alberten so sehr herum, dass es schließlich in eine wilde Kissenschlacht ausartete. Schwer atmend ließen sie sich zurück in die Kissen fallen und Cathleen konnte es sich nicht verkneifen, Duncan als Blindfisch aufzuziehen, womit sie auf ihre erst Begegnung anspielte…

Der Blondschopf zog eine Schnute: „Für dich immer noch Mr. Duncan „Blindfisch“ James! Du wirst wohl ewig darauf herum reiten, dass ich dieses eine Auto nicht gesehen hab....“ „...und gehört!“, fügte sie hinzu. „Hey, Ryan hat mich schließlich von unsere Single voll gequatscht....oh man, das erscheint mir alles so weit weg. Es kommt mir vor, als würden wir uns schon ewig kennen und glaub mir, ich bin für jeden Tag dankbar! Vermutlich hätte ich ohne dich schon längst das Handtuch geworfen“, meinte er ernst.

„Du übertreibst“, lächelte Cath und verwuschelte ihm liebevoll die Haare, „Du weißt, dass ich das gleiche auch von dir sagen kann! Außerdem....“, sie kicherte, „brauchen wir uns doch gegenseitig, du Blindfisch!“ „Na warte, du kleines Biest“, Duncan stürzte sich auf die Brünette und kitzelte sie ordentlich durch. „Hör“, kicher, „auf“, kicher, „mein“, kicher, „Bauch!“ „Pech gehabt“, grinste Duncan schadenfroh, der gar nicht daran dachte, von ihr ab zu lassen, als plötzlich das Telefon klingelte.

„Schluss jetzt, Dunc, ich muss ans Telefon“, presste Cath kichernd hervor. Da Duncan auf ihr lag, versuchte sie sich so gut es ging zu strecke, um sich den Hörer zu angeln. „Catona?“, kicherte sie in den Hörer, weil der Blonde es einfach nicht lassen konnte, sie zu kitzeln. „Was ist denn mit dir los?“, fragte Lee neugierig. „Dein Freund liegt auf mir und kitzelt mich zu tode“, lachte sie und schob Duncan nun resolut von sich runter. „Aaaaaaahaaaaa!“, Lee zog das Wort absichtlich in die Länge, um Cath damit einen Wink zu geben. Diese ging jedoch gar nicht darauf ein: „Was gibt’s denn, Ryan?“ „Dich oder euch fragen, ob ihr bei unserem Gammel – Abend mitmachen wollte. Mit den Schlafmützen hier ist ja sonst nichts anderes anzufangen....aua, Cam, was soll denn das? Also, kommt ihr nun?“, Lee rieb sich über den Arm, da wo seine Freundin ihm einen Schlag verpasst hatte.

„Klar, warum nicht, oder Dunc?“ „Was denn?“ „Gammel – Abend bei Lee und den anderen im Hotel!“ „Nur, wenn ich nich wieder was besorgen muss“, gab Dunc gelangweilt zurück. „Alter Faulpelz“, kam es von Lee, der Dunc´s Kommentar gehört hatte. „Sagt ja gerade der richtige!“ „Hey Jungs, ich bin auch noch da“, ging Cath dazwischen, bevor Lee etwas erwidern konnte, „Also wir kommen heute Abend! Bis dann!“ Schnell legte sie auf und musterte Dunc, wie er demonstrativ unverhohlen gähnte. „Also, je länger ich dich ansehe, desto mehr muss ich Lee recht geben!“

Beleidigt drehte Duncan sich von ihr weg auf die Seite. „Ryan und der ganze Stress zerren an meinen Nerven und du verschwörst dich auch noch mit ihm gegen mich“, schmollte er. „Och, du armer Junge“, lachte sie, schmiegt sich an seinen Rücken und schlag einen Arm um ihn. Der Blondschopf konnte sein Glück kaum fassen und genoss ihre liebevollen Berührungen. Vielleicht sollte er ab jetzt öfters schmollen.....

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Am Abend machten sich Cathleen und Duncan auf den Weg zum Hotel. Lee öffnete uns sein selbstsicheres Grinsen, dass ihm breit ins Gesicht stand, konnte doch nichts gutes verheißen, fand Dunc und trat hinter Cath ins Zimmer. „Schön, dann kanns ja los gehen“, klatschte Lee erfreut in die Hände und seine Freunde sahen ihn verdutzt an, als er sich zu Boden gleiten ließ, „Na, worauf wartet ihr? Flaschendrehen kann man doch nicht im stehen spielen!“

„Flaschendrehen?!“, kam es entsetzt von Dunc, denn seine Befürchtungen bestätigten sich, „Ich dachte, wir gucken ne DVD oder so was....“ „Das ist doch langweilig“, winkte Lee grinsend ab, „Jetzt kommt schon, ihr Spielverderber.....ach und Si, vergiss die Flasche nicht!“ Lee deutete auf den Nachtschrank. Um Lee den Spaß nicht zu verderben, wie Ant meinte, setzten sie sich im Kreis auf den Boden.

Nervös beobachtete Dunc, wie er Runde um Runde verschont blieb. Ganz klar, Lee hatte es auf ihn abgesehen! Und prompt zeigte der Hals der Flache auf ihn und sein blonder Freund durfte auch noch bestimmen, was er machen musste. Grübelnd kratzte sich Lee am Kopf, als müsse er angestrengt überlegen. „Wie wärs denn mit einem Kuss?!“, fragte er plötzlich, doch es hörte sich mehr wie eine Aussage an. „Natürlich nicht von mir....“, fügte der blonde Sänger lachend hinzu, „Na mal sehen, Antony und Simon tu ich dir nicht an....nein, das wäre zu fies...“, glucksend wich er Ant´s Hand aus, die ihm einen Schlag auf den Hinterkopf versetzen wollte, „...und da ja eine von den hier anwesenden Ladies an mich vergeben ist, bleibt nur noch die reizende Cathleen übrig....“

Hitze stieg in Cath auf und ließ sie erröten. Aber warum eigentlich? Schließlich war es nur ein Kuss, ein kleiner Kuss ,wie sonst auch....Es war also gar nichts dabei....

Duncan warf seinem Freund einen bitterbösen Blick zu. Erst gestern hatte er ihm noch eingebläut, sich nicht einzumischen und nun so was.... „Na los Dunc, Spielschulden sind Ehrenschulden!“ Entschlossen nickte Cath Duncan zu und beugte sich ihm entgegen. Der Kuss fiel kurz und flüchtig aus, so wie immer, trotzdem hinterließ er bei jedem ein dutzend Schmetterlinge mehr.

„Ähm, sorry“, ergriff Lee nun wieder das Wort, „aber so hatte ich mir das nicht vorgestellt. Ich hab wohl vergessen zu erwähnen, dass der Kuss mit Zunge sein sollte.....Also auf ein neues!“

Panik ergriff von Cathleen, die sie, so gut es ging, zu verstecken versuchte. Sie konnte Duncan doch nicht küssen....nicht so...nicht hier, vor all ihren Freunden. Ja, sie sehnte sich nach seiner Nähe, suchte und fand sie, trotzdem hatte sie ihre Gefühle immer noch einigermaßen unter Kontrolle, aber ihn jetzt so zu küssen und dann auch noch unter Zwang.....das ging einfach nicht!

„I...i...ich muss gehen“, stotterte Cath und sprang auf die Füße, „Ich hab ganz vergessen, dass ich noch was mit meiner Cousine besprechen muss, wegen der Hochzeit....ähm...ich wünsche euch noch nen schönen Abend!“ Und schon war sie zur Tür raus. Die Brünette atmete kurz tief durch und lief dann so schnell sie ihre Füße trugen aus dem Hotel....

„Hab ich dir nicht erst gestern gesagt, dass du dich raus halten sollst?! Vielen Dank für deine Hilfe, mein Freund! Du hast wirklich alles kaputt gemacht!“, schrie Duncan wütend und stand auf. „Jetzt mal nen Punkt! Allein kriegst du das doch eh nicht gebacken“, keifte der Blonde zurück. „Lieber so, als dass ich sie ganz verliere! Hast du nicht mit gekriegt, wie verstört sie war? Ach, was red ich eigentlich noch mit dir?!“, meinte Duncan abfällig und schlug beim raus gehen mit voller Wucht die Tür zu.

Sorgenvoll warf sich der Blondschopf in seinem Zimmer auf sein Bett. Es war ihr nicht gelungen, ihre Verstörtheit zu verbergen und Duncan redete sich ein, dass sie nicht weiter gehen wollte, dass sie deswegen so durcheinander war. Er konnte dieses Gespräch wohl wirklich nicht länger aufschieben, auch, wenn es vielleicht besser gewesen wäre, ihr unter anderen Umständen von seinen Gefühlen zu erzählen.....

Unterdessen ging die Rothaarige Cam einige Zimmer weiter auf ihren Freund los. Simon und Antony, die begriffen hatte, dass da irgendwas zwischen Dunc und Cath lief, hatten sich schon längst verdrückt, um nicht zwischen die Fronten zu geraten. Cameron und Lee stritten sich höchst selten, aber wenn, dann flogen so richtig die Fetzen.

„Was hat Duncan damit gemeint, du sollst dich raus halten, Lee und komm mir jetzt ja nicht mit irgendwelchen Ausflüchten!“, forderte Cam und funkelte ihn bedrohlich an. „Duncan liebt Cathleen, aber er ist zu feige, um ihr das zu sagen!“, platzte der Blonde raus. „Was? Er liebt sie auch? Es stimmt also wirklich, was ich die ganze Zeit über gehofft und gedacht habe?!“

„Soll das heißen, sie liebt ihn auch?“, wollte Lee erfreut wissen und hüpfte durchs Zimmer. „Von Anfang an!“, nickte seine Freundin, „Ich frag mich jedes Mal wieder aus Neue, wie sie es geschafft hat, ihre Gefühle so lange im Griff zu haben...“ „Das muss ich gleich Dunc sagen!“, entschlossen wollte Lee zur Tür raus, doch ehe er sie erreichen konnte, stand seine Freundin auch schon davor.

„Du wirst das schön bleiben lassen! Cathleen und Duncan werden ganz von allein zueinander finden....und ich denke, es wird schon bald dazu kommen.....“

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Am nächsten Tag hatte Duncan keine rechte Lust aufzustehen. Immer wieder griff er zum Telefon um Cathleen zu erreichen, doch ihr Handy war abgestellt. Schließlich stieg er mussmutig unter die Dusche, schlüpfte in eine Jeans und ein frisches Hemd. Ziellos lief er durch die Gegend, um einen klaren Gedanken zu fassen, was ihm aber nicht so recht gelingen wollte. Wie sollte er Cathleen das alles nur erklären? Er wusste ja noch nicht einmal, wie er anfangen sollte....

„Ach, verdammt....“, fluchte Dunc und beschleunigte seine Schritte. Irgendwie musste er sich abreagieren und sei es nur, wenn er durch die ganze Stadt stiefelte.....

Genau wie Duncan, fand auch Cathleen keine Ruhe. Sie hatte so gut wie gar nicht geschlafen und fühlte sich dementsprechend wie gerädert. Wie konnte sie Duncan ihr Verhalten von gestern nur erklären ohne das sie ihm die Wahrheit sagen musste?! Denn eines war sicher, er würde Fragen stellen und solange sie sich darüber nicht im Klaren war, wollte sie keines falls in seine Nähe kommen und ließ vorsorglich auch ihr Handy ausgestellt. Erst der Gedanke an ihre Cousine ließ Cathleen aufatmen.

Gegen Abend machte sie sich auf den Weg zu Samantha, um mit ihr den letzten Abend als unverheiratet Frau zu verbringen, denn morgen sollte die Hochzeit sein. „Ich finds ja schön, dass du hier bist, Cath“, lächelte Sam und legte ihrer jüngeren Cousine lächelnd die Hand auf die Schulter, „obwohl du lieber wo anders wärst....“ „Ach, das ist doch gar nicht wahr!“, wehrte Cathleen ab. „Hmmm....ja sicher“, grinste Sam, „Außerdem habe ich eine kleine Änderung vorgenommen, weil mein lieber Herr Bruder von diesem Brautführerpaar – Kram nicht so viel hält. Also hab ich mir Gedanken darüber gemacht, wer dann diese ehrenvolle Aufgabe übernehmen könnte und da ist mir der ideale Mann eingefallen! Denkst du, Duncan würde da mit machen?“

„D...d...d...das geht aber nicht!“, stotterte Cathleen. „Und wieso?!“ „Weil...na ja...weil...“ „...du ihn liebst und dann noch mehr mit deinen Gefühlen konfrontiert würdest?!“ „Woher weißt du? Hat Cam etwa....?“ „Oh Cousinchen, dafür brauch ich doch nicht Cam“, lachte Sam herzhaft, „Ich bin zwar alles, nur nicht blind und blöd! Wir haben zwar nie wirklich darüber gesprochen, aber das war auch nicht nötig. Ich habe auch so bemerkt, wie gut er dir tut! Du liebst ihn doch, oder?! Wo liegt dann dein Problem?“

„Natürlich liebe ich ihn“, seufzte die Brünette und schüttete Sam ihr Herz aus. „Ich verstehe ja, dass dir eure Freundschaft viel bedeutet und das du ihn nicht verlieren willst, aber wäre es nicht besser, Klarheit zu haben?! Vor allem nach gestern?!“ „Ich weiß nicht....“ „Na komm schon! Ich bin mir ziemlich sicher, dass Duncan das gleiche fühlt und wenn dich die 20 Anrufe in Abwesenheit nicht überzeugen, dann bist du wirklich nicht mehr zu retten!“

„Meinst du wirklich?“, zweifelnd schaltete sie das Handy an: 40 Anrufe in Abwesenheit! „Oh man, der Kerl liebt dich mehr als ich dachte!“, lächelte Sam und drängte ihre Cousine mit sanftem Zureden dazu, Duncans Nummer zu wählen. Mit einem mulmigen Gefühl im Bauch lauschte sie dem Tuten....

Fast zur gleichen Zeit schlich sie Lee auf Zehenspitzen rüber ins Duncans Zimmer. Cam hatte ihn den ganzen Tag nicht aus den Augen gelassen, aber da sie sich jetzt ein heißes Bad gönnte, konnte der Blondschopf gefahrlos die Chance nutzen.

Rasch schloss er die Tür hinter sich, als er in Dunc´s Zimmer gelangt war. „Und? Hast du schon mit Cath gesprochen?“, fragte er neugierig und warf sich zu seinem Freund aufs Bett. „Ihr Handy ist schon den ganzen Tag aus“, seufzte der junge Sänger traurig, „Das hat doch alles keinen Sinn mehr!“ „Du wirst jetzt verflucht noch mal nicht aufgeben, verstanden?!“, knurrte Lee und angelte sich Dunc´s Handy, „Du wirst es jetzt noch mal probieren!“ Er drückte ihm das Handy in die Hand, das in diesem Moment anfing zu klingeln.

„Das ist Cathleen!!“, Duncan saß plötzlich aufrecht im Bett, „Was soll ich denn nun machen??“ „Na was schon, du Schnarchnase?! Lass deine Liebste nicht länger warten und geh endlich ran!“, drängelte sein Freund.

„James?!“ „Ähm....hey Dunc....“, kam es unsicher zurück, bevor sie nichts mehr raus brachte. „Ich muss mit dir sprechen“, redeten beide gleichzeitig los und schwiegen sich wieder an. „Kannst....könntest du vorbei kommen?“, fragte er vorsichtig. „Sicher, ich bin so ca. in ner viertel Stunde bei dir. Bis gleich!“, antwortete sie rasch und legte auf.

„Oh Gott, Oh Gott, Oh Gott!“, nervös sprang Dunc auf und life umher. „Was denn? Was denn? Was denn?“, angespannt hockte Lee auf der Kante des Bettes. „Sie kommt her! In 15....nein in 14 Minuten!“ „Na, worauf wartest du dann noch?!“, der Blondschopf kramte in verschiedenen Schubladen und wurde schließlich fündig: Triumphierend holte er Kerzen hervor und verteilte diese im ganzen Zimmer.

Als er sie alle angezündet hatte, machte er sich an seinem Freund zu schaffen. Rasch knöpfte er dem verdutzten Duncan das Hemd auf. „Etwas Joggen und Sit ups würden dir auch nicht schaden“, meinte er kritisch, „Aber da ist jetzt nichts mehr dran zu ändern...“

Lee wuselte ins Bad, kam mit Dunc´s Rasierwasser zurück und klatschte ihm davon etwas ins Gesicht. „So, jetzt siehst du ganz manierlich aus“, wieder musterte Lee ihn und Duncan glaubte sich verhört zu haben, als sein Freund ihr fragte, ob er denn auch Kondome hätte.

„WAS?“ „Ja, sicher wollt ihr irgendwann Kinder, aber erstmal müsst ihr eure Zweisamkeit genießen. So einen kleinen Schreihals könnt ihr euch immer noch anschaffen und...“ „Ich bin doch nicht auf Sex aus!“, entrüstet stemmte Duncan die Hände in die Hüften. Was bildete der sich eigentlich ein?!

Energisch schob er Lee zur Tür. „Los, los, raus jetzt! Zieh Leine!“ „Wer wird denn gleich so unfreu....“ Duncan knallte ihm die Tür vor der Nase zu. Unruhig nestelte er an seinem offenen Hemd herum. Sollte er das wirklich so lassen? Bevor er weiter darüber nach denken konnte, klopfte es auch schon. Oh no, sie hatte doch noch fünf Minuten....fünf Minuten, die er noch gebraucht hätte, um sich zu sammeln. Es half alles nichts...er räusperte sich und öffnete die Tür.

Cathleen schnappte gierig nach Luft, als sie auf Duncans nackte Brust starrte. Nur schwer konnte sie sich von diesem Anblick lösen, um in seine blauen Augen zu blicken. „Komm doch rein“, er deutete unbeholfen ins Zimmer. „Danke“, murmelte sie und trat in den von Kerzen erleuchteten Raum. Die Anspannung zwischen den beiden war beinahe mit Händen greifbar. Keiner wusste so recht, wie er anfangen sollte. „Hab ich dich doch gestört?“, sie deutete auf sein offenes Hemd. „Nein....äh...ich....nein“, verlegen kratzte er sich am Kopf. „Duncan, ich....“ „Cathleen, ich....“, redeten sie gleichzeitig los und verstummten wieder.

„Lass mich zuerst“, bat der blonde Sänger und atmete tief durch, „Vor gut drei Jahren traf ich ein bezauberndes Mädchen, dass mich nicht nur gerettet hat, nein, sie hat auch mein Herz für sich gewonnen. Ich hab versucht, mich gegen dieses Gefühl zu wehren, aber sie war immer in meiner Nähe, beherrschte meine Gedanken, mein Verlangen.....meine beste Freundin.....Cathleen, meine Gefühle für dich gehen schon von Anfang an weit über Freundschaft hinaus. Doch zuerst war da dein Alter, Ben, dann Anya, aber meine Gefühle wurden statt schwächer, immer stärker. Ich weiß, dass diese Worte alles verändern werden, aber ich....ich liebe dich!“ In Sekundenschnelle war das alles aus Duncan heraus gesprudelt und nun wartete er angespannt auf ihre Reaktion.

Cathleen´s Gedanken überschlugen sich. Er liebte sie wirklich! Einen Moment lang wandte sie sich von ihm ab und sah aus dem Fenster, um ihre Gedanken und Gefühle zu ordnen. Die Brünette musste sich beherrschen, nicht in lautes Jubelgeschrei auszubrechen. Stattdessen zwang sie sich zur Ruhe und drehte sich langsam wieder zu ihm um.

Für Duncan war ihr Schweigen unerträglich. „Ich hab´s gewusst“, traurig schlug er die Augen nieder. „Was hast du gewusst? Das ich dich auch liebe? Dann hättest du wohl kaum so lange mit deiner Liebeserklärung gewartet, oder?!“ „Was hast du da gesagt?“, ungläubig starrte er sie an. Das war ein Traum....ja, es konnte nicht anders sein!

Lächelnd ging sie auf ihn zu: „Wolltest du etwa etwas anderes von mir hören? Wie könnte ich dich nicht lieben?! Ja, Duncan, ich liebe dich!“ Vorsichtig umfasste der Blondschopf ihr Gesicht: „Warum hast du keinen Ton gesagt? Nur ein Wort von dir und ich hätte sofort mit Anya Schluss gemacht!“ „Das hätte ich nie gemacht! Niemals hätte ich mich in deine Beziehung eingemischt und danach....Ich hatte Angst, dass du nicht genau so fühlst. Lieber wollte ich dir so nahe sein, als dich zu verlieren.“ „Gott, ich kanns nicht glauben....Wir haben so viel Zeit verschwendet....“, fest drückte er sie an sich. Wohlig seufzend schmiegte sie sich an seine Brust und atmete den Duft seiner Haut tief ein.

Diesmal hatten sich beide von ihrer Angst gelöst, als sich ihre Lippen zu einem Kuss vereinigten. Aus einer zarten Zurückhaltung entflammte Leidenschaft, die weder Cathleen noch Duncan zurück halten wollte.

Zielstrebig streifte sie dem Blondschopf das bereits geöffnete Hemd über die Schultern. Ein Schauer der Erregung breitete sich von ihren Hände über ihren ganzen Körper aus. So oft hatte sie den Körper dieses Mannes berührt, doch jetzt war es, als wäre es das erste Mal, als müsse sie jeden cm neu erkunden.

Während sie sich über seinen Körper küsste, nestelte Cathleen ungeduldig an seiner Hose. Mit geschlossenen Augen genoss er ihre Liebkosungen, stieg schließlich aus seiner Jeans und entledigte sie ihres Tops.

„Noch kannst du zurück, Cath“, murmelte Duncan, während sie unter Küssen zum Bett stolperten und sich darauf nieder ließen, „Wenn du erst einmal mir gehörst, werde ich dich nie wieder los lassen...“ „Ich will ja auch gar nicht los gelassen werden...“, erwiderte sie, während die Brünette gleichzeitig seine Hände an ihrem Rock spürte, der kurz darauf achtlos im Zimmer landete. Mit sanfter Gewalt drückte sie Duncan in die Kissen, setzte sich auf ihn und streichelte zärtlich über seine Brust. Cathleen konnte seine Erregung ganz deutlich spüren und sie hoffte, dass er ihre auch spüren konnte.

„Mmhhh...ich muss dich jetzt einfach küssen“, lächelte er, setzte sich auf und nahm ihren Mund in Besitz. Seine Hände gingen auf Wanderschaft, erforschten ihren Körper, streiften den Verschluss ihres BH´s. „Du siehst aus, wie ein kleiner Junge, der sich nicht traut, sein Geschenk zu öffnen“, kicherte sie und strich ihm über die Wange. „Na ja, vielleicht weiß der kleine Junge nicht, ob er sich dieses Geschenk überhaupt schon verdient hat....“ Cathleen musste über seine plötzliche Unsicherheit herzhaft lachen und sah ihm dann ernst in die Augen: „Denkst du, ich hätte es sonst so weit kommen lassen, wenn ich nicht der Meinung wäre?!“

Duncan sah gebannt zu, wie sie ihren BH öffnete und ihn genüsslich langsam abstreifte. `Atmen, Dunc, atmen!´, dachte er, doch jetzt war es mit seiner Unsicherheit vorbei. Cathleen wollte ihn und er wollte sie.....jetzt und hier!

Kurz um beförderte er sie auf den Rücken und ließ seinen Mund und seine Zunge ihre samtweiche Haut erkunden. Genießerisch langsam zog er ihren Slip nach unten. „Du legst es wirklich drauf an, was?!“, keuchte Cath und lockte den Blondschopf zu sich hoch, „Du hattest deinen Spaß“, grinste sie und drängte ihn ungestüm auf den Rücken.

Duncan hatte keine andere Wahl als sich ihr zu ergeben, als er ihre Hände in seiner Shorts spürte, die sie ihm auch sogleich über den Hintern streifte. Noch einmal rollten sie küssend und lachend übers Bett, bis Duncan auf ihr lag, sich zwischen ihren Beinen hoch zog und sie mit einem Stoß eroberte. Cathleen erzitterte unter ihm vor Lust. Die Beine fest um seine Hüften geschlungen und die Nägel in seinem Rücken fest gekrallt, gab sie sich ihm ganz hin.

Ihr Stöhnen wurde immer lauter, erregte Duncan nur noch mehr und spornte ihn an. Kleine Schweißperlen bildeten sich auf seinem Oberkörper, während er sich immer heftiger und fordernder in ihr bewegte.

„Oh, Duncan“, seufzte sie, als sie sich um ihn zusammen zog und gleich darauf entspannte. Schwer atmend sank er auf sie nieder und vergrub sein Gesicht an ihrem Hals. Zufrieden rollte er sich nun von ihr runter und zog sie in seine Arme. Schweigend, aber immer wieder verliebte Blicke austauschend, kuschelten sie miteinander.

„Denkst du, sie werden es akzeptieren?“, fragte Duncan nachdenklich. „Was? Wer?“ „Dein Großmutter kann mich doch gar nicht leiden, was ehrlich gesagt, noch untertrieben ist! Sie kann mich nicht ausstehen! Weißt du noch, wie sauer sie war, als du lieber zu einem unserer Konzerte gekommen bist, als sie zu besuchen?! Und deine Eltern haben sich bestimmt Jemand anderen für ihre einzigste Tochter vorgestellt, als den dahergelaufenen Sänger einer Boygroup!“, gab der Blondschopf zu bedenken.

Spielerisch knuffte sie ihn in die Seite: „Man könnte meinen, du bist viel mehr daran interessiert, meiner Großmutter zu gefallen, als mir...Sie wird sich schon damit abfinden....müssen! Und außerdem....hey, du bist der geborene Schwiegersohn, der Traum aller Schwiegermütter....apropos ist das ein gutes Stichwort! Meine Cousine würde dich gerne morgen an meiner Seite sehen. Mein werter Cousin hat keinen Bock auf diesen Brautführerpaar – Kram, wie er es nennt, wofür ich ihm eigentlich auch gar nicht mehr so böse bin...“

„Klar, das über nehm ich doch gerne“, willigte er ein, verzog jedoch leicht den Mund. Eigentlich hatte er gehofft auf die Krawatte verzichten zu können, aber nun sah das ja wieder ganz anders aus. Cathleen zu liebe würde er sich mit diesem verhassten Ding anfinden.

Schläfrig kuschelte sich die Brünette an ihren Freund. Der Schlaf übermannte sie und Cath fiel in einen tiefen, ruhigen Schlaf....

******************************

Am nächsten Morgen wachte Duncan eine ganze Weile vor Cathleen auf. Liebevoll strich er über ihre Wange. Irgendwie war es unglaublich, aber doch wahr! Diese wunderbare, bezaubernde Frau gehörte nun zu ihm und keiner würde sie ihm je wieder nehmen....

Entschlossen griff er zum Telefon neben sich auf dem Nachtschränkchen und ließ sich von der Rezeption mit einem Blumenladen verbinden, um dort den ganzen Bestand langstieliger roter Rosen auf zu kaufen. Er nannte die Adresse, wo die Hochzeitsfeier statt finden sollte, denn wie Samantha betont hatte, sollte der Geburtstag ihres Cousinchens auf keinen Fall unter den Tisch fallen und so ganz neben bei hatte Sam auch etwas von einer Schokoladentorte erwähnt....

Zufrieden mit sich selbst, kramte er nun noch aus seinem, am Bett stehende Rucksack das schwarze Schächtelchen mit dem Armband hervor. Vorsichtig griff Duncan nach ihrem Handgelenk und legte es ihr an. Munter funkelten die Diamanten vor sich hin, während seine Freundin sich nur leicht regte.

Jetzt wurde es Zeit, seine besondere Weck – Methode anzuwenden, dachte der Blondschopf und fuhr mit den Händen sanft über ihre Haut. Zärtlich begann er sie mit dem Mund, der Zunge zu liebkosen, angefangen an ihrem Hals, über ihren Busen, weiter runter zu ihrem Bauch....

„Mmmhhhh....so möchte ich jetzt immer geweckt werden“, seufzte die Brünette sehnsüchtig und räkelte sich. „Nichts lieber als das....“, murmelte Dunc und überschüttete sie weiter mit Küssen. „Okay, okay, Dunc, das reicht“, keuchte sie, als er seinen Weg nach unten beharrlich fort setzte, „Komm hoch zu mir!“ Ihr Atem beschleunige sich vor Vorfreude und Duncan machte sich einen Spaß daraus, sie zappeln zu lassen. „Du bist fie...ohhhhh“, stöhnte Cath auf und gab sich ihm hin....

Nachdem sie sich ein weiteres Mal geliebt hatten, genoss Duncan an sie geschmiegt wieder ihre Nähe. Lächelnd strich er ihr eine Haarsträhne aus dem Gesicht: „Alles Liebe zum Geburtstag, Cath!“ „Also, wenn das eben mein Geburtstagsgeschenk war, dann hast du dich gerade auch mächtig selbst beschenkt“, witzelte sie und kriegte sich überhaupt nicht mehr ein. „Nein, nein, ganz so ist es nicht...“, gluckste er, griff nach ihrem Handgelenk und hielt es ihr unter die Nase, damit sie das Diamantarmband genau in Augenschein nehmen konnte.

Cathleen war vollkommen von den Socken. So etwas schönes hatte sie noch nie bekommen. „Oh mein Gott“, brachte sie nur hervor. „Gefällt es dir nicht?“, harkte der junge Sänger irritiert nach. „Doch, wem würde es nicht gefallen?! Trotzdem kann ich es nicht annehmen....“

„Warum das denn nicht?“ „Weil es viel zu kostbar ist! Duncan, ich will deine Liebe und nicht dein Geld oder irgendwelche Diamanten!“ „Okay, das versteh ich! Aber wir könnten doch am heutigen Tag mal eine Ausnahme machen“, sagte Dunc mit schmeichlerischer Stimme, „Immerhin hast du heute Geburtstag und wir sind endlich zusammen!“ „Du gibt’s wohl nie auf, was?!“, seufzte Cathleen und strich über das Armband. „Nie...“, Kuss, „im Leben!“, grinste Duncan, „Also wirst du nun keine Widerworte mehr geben und dich endlich darüber freuen? Oder muss ich Gewalt anwenden?“

„Habe ich auch nur die geringste Chance?“ „Keine einzigste!“ „Okay, ich betrachte das als Ausnahme“, sie lächelte, „Danke, Schatz! Das ist wirklich süß von dir!“ „Na endlich! 1:0 für mich“, triumphierte Dunc. „Genieß es, solange es anhält! Und jetzt ab mit dir unter die Dusche, wir müssen bald los!“, scheuchte sie ihren Freund. „Aber Süße, wir haben doch noch Zeit...“, säuselte er, klimperte verführerisch mit den Wimpern und strich verlangend mit dem Daumen über ihre Unterlippe. „Ich muss aber noch nach hause und mich duschen und umziehen.“

„Duschen könntest du doch auch hier....mit mir“, versuchte der Blondschopf es erneut, doch als er den unerbittlichen Gesichtsausdruck seiner Freundin sah, gab er nach, „Gut, ich weiß ja schließlich von allein, wann ich nach geben muss....“ Bevor er sich für diese spitze Bemerkung einen Schlag auf den Hinterkopf einfing, hüpfte Duncan aus dem Bett.

Grinsend sah Cathleen ihm nach, wie er und sein überaus knackiger Hintern im Bad verschwanden. Sie bereute es schon jetzt, nicht auf seinen Vorschlag eingegangen zu sein, doch dafür war nun wirklich keine Zeit mehr.

Während Duncan unter der Dusche stand, suchte Cath ihre Klamotten zusammen und streifte sie über. „Schade, du bist ja schon angezogen“, meinte der junge Sänger etwas enttäuscht. „Hey, ich muss mich ja jetzt auch schließlich auf dich konzentrieren“, zwinkerte sie ihm zu und sah genüsslich dabei zu, wie er das Handtuch fallen ließ und anschließend in eine Boxershorts schlüpfte.

Aus dem Schrank kramte er seinen schwarzen Anzug mit passendem weißen Hemd und Krawatte hervor. „Sexy“, meinte Cath anerkennend, als Duncan fix und fertig gestylt vor ihr stand und sich um die eigenen Achse drehte, „Nur eine klitzekleine Kleinigkeit gefällt mir noch nicht....

Natürlich wusste Cath, dass Duncan Krawatten hasste und so befreite sie ihn davon. Um dem ganzen noch das Tüpfelchen auf dem I zu verpassen, knöpfte sie sein Hemd so weit auf, wie er es immer tat. „Aber so kann ich doch nicht gehen...“ „Oh doch, du kannst und du wirst! Oder willst du dem Geburtstagskind etwa diesen Wunsch abschlagen?!“, zuckersüß lächelte sie ihn an und Duncan glaubte dahin zu schmelzen.

Cathleen konnte nämlich unglaublich überzeugend sein und da sie Duncan schon immer spielend um den Finger wickeln konnte, gab es auch keine weiteren Diskussionen und die beiden waren kurz darauf auf den Weg zu ihr nach hause. Dort wurden sie gleich herzlich von Cath´s Eltern empfangen, die ihre Tochter umarmten und ihr gratulierten.

Ihre Mum hatte natürlich sofort das Armband erspäht und als Duncan unsicher lächelnd den Arm um ihre Tochter legte, bestätigte sich ihre Vermutung. „Wir freuen uns für euch!“, beruhigte sie ihn und der Blondschopf atmete erleichtert auf, „Wir haben uns schon gefragt, wann das mit euch mal was wird!“

Grinsend piekste Cathleen ihm in die Seite: „Siehst du?! Kein Grund zur Panik!“ „Wer hat denn Panik geschoben?“, fragte Duncan unschuldig und ließ sich von ihr nach oben in ihr Zimmer ziehen. Dort angekommen streifte sie sich die Sachen ab und hüpfte nur in Unterwäsche durch´s Zimmer. Schmunzelnd beobachtete Duncan, wie sie aufgeregt ihr neues Kleid aus dem Schrank zog, dass sie sich extra gekauft hatte. „Und, was meinst du?“

„Gefällt mir....“, meinte er verschmitzt grinsend und musterte dabei unverhohlen ihren Körper. „Oohhh, du Blödmann! Ich mein doch das Kleid!“ „Ach so....das ist natürlich auch ganz toll! Es sieht bestimmt noch besser aus, wenn du es trägst....“ „Ausgezeichnetes Stichwort“, nickte Cath und verschwand mit dem Kleid im Bad.

Gelangweilt ging Duncan im Zimmer auf und ab, während er darauf wartete, dass seine Freundin aus dem Badezimmer wieder kam. Sein Blick glitt über die Möbel und blieb an ihrem Schreibtisch hängen. Ein Blatt hatte seine Aufmerksamkeit erregt, dass unter einem Stapel Notizen hervor lugte. Neugierig zog er es hervor und betrachtete lächelnd viele rote Herzchen mit einem geschwungenen „D“ drin.

„Du bist aber gar nicht neugierig“, tadelte Cathleen lachend und kam ins Zimmer. Ertappt fuhr der blonde Sänger herum und lächelte süß: „Verzeih, aber das Blatt hat mich förmlich angesprungen! Wow, du siehst hinreißend aus!“ „Willst du dich damit etwa aus der Affäre ziehen?!“ „Nein, aus der Affäre ziehen will ich mich hier mit....“, eng zog er sie an sich und küsste sie voller Leidenschaft. „Oooookay, das hat funktioniert, aber glaub ja nicht, dass du damit jetzt immer durch kommst.“ Sie zog ihm das Blatt aus den Fingern und verstaute es wieder unter ihren Notizen. `Immer nicht....aber immer öfters´, dachte Dunc grinsend und sah amüsiert zu, wie seine Freundin wieder aus dem Zimmer wuselte.....

Bald darauf machten sie sich mit Cath´s Eltern auf zur Kirche. Ihr erster Weg führe Cath zu ihrer Cousine, die ganz entspannt in einem Nebenraum auf den Beginn der Zeremonie wartete. Eigentlich wollte sie Samantha etwas beruhigen, aber diese schien das überhaupt nicht nötig zu haben. „Du bist ja nervöser als ich“, neckte Sam ihre Cousine liebevoll, „Wie sieht´s aus mit Duncan? Läuten bei euch bald etwa auch die Hochzeitsglocken?“

„Hey, immer langsam! Wir sind ja noch nicht mal 24 Stunden zusammen“, wehrte die Brünette lachend ab. „Ihr habt es also wirklich geschafft?!“ „Ja, Sam und ich war noch nie so glücklich“, strahlte sie und fiel ihr um den Hals, als sie plötzlich unterbrochen wurden. Die Trauung sollte endlich los gehen. Duncan trippelte draußen schon ungeduldig herum und wartete auf seine Freundin.

Als die Orgel einsetzte, ließen Tom´s Schwester und ihr Freund, Duncan und Cathleen den Vorrang. Cathleen fühlte sich wie berauscht, als sie den langen Weg zum Altar an Duncans Seite entlang schritt, um von dort zu zusehen, wie eine bezaubernde Sam am Arm ihres Vaters auf ihren zukünftigen Ehemann zu schritt.

Während der Trauung griff Duncan nach der Hand seiner Freundin und strich mit dem Daumen zärtlich über ihren Handrücken, während sie sich verliebte Blicke zuwarfen. Vielleicht hatte Sam ja doch nicht so unrecht mit den Hochzeitsglocken gehabt, dachte Cath und lauschte gerührt dem Ja – Wort. Sam und Tom schworen sich ewige Liebe und tauschten die Ringe aus. Ihre Cousine hatte es verdient, so glücklich zu sein....

Nach der Zeremonie wartete draußen eine Kutsche mit vier Schimmeln davor, die das frisch gebackene Ehepaar zur Feier brachte. Dahinter folgte ein Zweispänner, der für Cathleen, Duncan, Tom´s Schwester und ihren Freund bestimmt war.

Cathleen genoss die Fahrt in vollen Zügen, genoss den Wind in ihren Haaren und die Hand ihres Freundes auf ihrem Knie. Noch nie hatte sie sich hier so gelöst und frei gefühlt. Das kannte sie eigentlich nur aus London, die Stadt, die schon bald ihre Heimat werden sollte, wie sie hoffte....

Der Saal, in dem die Feier statt fand, füllte sich so langsam aber sicher und Cathleen bestaunte die vielen unzähligen langstieligen roten Rosen, die überall verteil waren. „Wow, Tom! Tolles Hochzeitsgeschenk“, meinte sie anerkennend. „Du irrst dich, Cath! Damit hab ich nichts zu....“, erwiderte Tom, wurde aber von Sam unterbrochen, die „Happy Birthday“ anstimmte. Fröhlich fielen die anderen Gäste mit ein und Cathleen sah eine große Schokoladentorte auf sich zu rollen.

„So Cousinchen, und jetzt musst du dir was wünschen!“, drängte Samantha strahlend. Der Blick der Brünetten wanderte von Sam zu Duncan. Lächelnd beugte sie sich etwas runter, pustet die Kerzen aus und wünschte sich, dass er sie fragen würde, ob sie mit ihm nach London kam....

„Na, was hast du dir denn schönes gewünscht?“, fragte Duncan neugierig und zog sie näher an sich. „Dann geht’s doch nicht mehr in Erfüllung, wenn ich dir das jetzt sage“, stupste Cathleen seine Nase an, „Aber jetzt mal was anderes....Bevor das Gesinge gerade los ging, meinte Tom, dass er mit den Blumen nichts zu tun hätte und irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass ein ganz gewisser Jemand, namens Duncan James für dieses Rosenmeer verantwortlich ist....Das Armband war schon Ausnahme genug!“

Wieder blickte sie auf die Diamanten, die munter vor sich hin funkelten. „Das Armband war dein Geburtstagsgeschenk und die Rosen sind für unserer erste unvergessliche Nacht....“, raunte der Blondschopf ihr ins Ohr. „Du bist viel zu süß! Ich hab dich gar nicht verdient!“ „Pssst! So was will ich nie wieder hören!“, zärtlich knabberte Duncan an ihrer Unterlippe und verwickelte sie in einen leidenschaftlichen Kuss.....

„Cam, kneif mich mal“, forderte Lee und rieb sich über die Augen, „...Aua, doch nicht so fest!“ „Kannst du dich auch mal entscheiden?!“, meckerte seine Freundin leise, „Du bist schon den ganzen Tag mit den Geda....daaaaa! Wow, ich glaubs nicht!“, die Rothaarige musste dem Drang widerstehen, ihre Freundin nicht sofort anzuspringen, denn diese knutschte ganz unverhohlen mit Duncan rum.

Ihr Freund hingegen konnte sich nicht zurück halten und sprang Duncan auf den Rücken. „Ahhh, Ryan, du bist verflucht schwer und ich brauch meinen Rücken noch“, moserte Dunc und seine Freundin nickte zustimmend, nicht ganz ohne Hintergedanken....

Lee hüpfte runter und grinste bis über beide Ohren: „Und ich dachte schon ,du würdest als alte Jungfer sterben!“ „Sei nicht so frech!“, kam es von Cam und Cath wie aus einem Mund und jede versetzte ihm einen Schlag auf den Arm. Und weil ja bekanntlich alle guten Dinge drei sind, ließ sich auch Duncan nicht lange bitten.

„Ich freu mich so für euch“, quietschte Cam nun und fiel ihrer Freundin um den Hals, „Ist sein Hintern wirklich so knackig, wie....“ „Cam....“, entrüstet stemmte Cathleen die Hände in die Hüften, biss sich auf die Unterlippe und warf Duncan einen Blick zu, „....Ohhh jaa! Und wie!“ „Aber das braucht dir doch nicht peinlich zu sein, Dunc“, grinste Cameron ihn an, denn dieser war ganz rot geworden, „Das war das erste, was uns damals an die aufgefallen ist!“

„Und was ist euch an mir aufgefallen?“, mischte Lee sich nun ein. Seine Stimme hatte einen eifersüchtig/beleidigten Unterton angenommen. „Dein freches Mundwerk“, lachte Cathleen und klopfte ihm aufmunternd auf die Schulter. Dabei entdeckte Cam das Armband. Mit großen Augen nahm sie das Handgelenk ihrer Freundin unter die Lupe. „Wow, da hat sich aber Jemand ins Zeig gelegt“, meinte Cam beeindruckt und wandte sich dann Lee zu, „Warum hab ich von dir so was noch nie gekriegt?“

Lee seufzte. Er hatte sich schon gefragt, wann das Gespräch an diesen Punkt gelangen würde. „Wenn du wüsstest, wie teuer der Klunker ist, würdest du dir selber die Antwort geben“, zuckte er mit den Schultern und grinste seinen Freund provozierend an, „Duncan hat ganz schön in die Tasche gegriffen....“ „Tz tz tz, Ryan, Diskretion ist für dich auch ein Fremdwort“, schüttelte Dunc den Kopf und kniff ihm in die Nase, damit er den Mund hielt, „Wirst du jetzt ruhig sein?“ „Ja, Daddy“, grinste Lee und befreite seine Nase, „Aber du erzählst Cathleen doch sonst alles....“ „Lee....“, drohend ging Duncan auf seinen besten Freund zu, der sich schleunigst aus dem Staub machte.

Amüsiert beobachteten die beiden Mädels, wie ihre Jungs sich wie kleine Kinder jagten. „Mit den beiden haben wir schon nen Fang gemacht“, lachte Cath und machte sich daran, die Geburtstagstorte anzuschneiden. Wie auf Kommando standen Duncan und Lee wieder hinter ihnen und das mit Tellern in den Händen.

Sie hatten es aufgegeben, sich zu necken und widmeten sich nun lieber dem Kuchen. „Und verfressen sind sie noch obendrein“, gluckste Cam, doch die beiden jungen Männer ließen sich davon gar nicht stören und naschten genüsslich ihren Kuchen weiter.

Die Party war in vollem Gange und je später es wurde, desto ausgelassener wurde die Stimmung. Duncan und Cathleen tummelten sich schon eine ganze Weile auf der Tanzfläche und von einer Pause war noch lange keine Rede. Auch Lee und Cam schwangen das Tanzbein und Lee war ganz erstaunt, wie sein Freund Cathleen auf der Tanzfläche herum wirbelte. Die beiden harmonierten einfach perfekt miteinander.

Zielstrebig lenkte Lee seine Freundin in Dunc´s Richtung. „Wer hätte gedacht, dass du so gut tanzen kannst? Wo du doch bei unseren Choreographien immer so kläglich versagst....“, fragte Lee in seine Richtung und sah, wie Dunc leicht das Gesicht verzog. „Frag dich mal, an wessen Gesellschaft das liegt...“, meinte er spitz und drängte seine Freundin etwas von Lee weg, als ein langsameres Lied angespielt wurde.
„Endlich was langsames“, seufzte Cathleen nun und schmiegte sich an ihren Freund, „Ich hab schon befürchtet, einen Drehwurm zu kriegen.“

Langsam bewegten sie sich zum Takt des Liedes, während Duncan mit ich selbst rang, ob er Cathleen damit konfrontieren sollte, was er sich sehnlichst wünschte...


“Nothing at all”

It's amazing how you can speak right to my heart
Without saying a word, you can light up the dark
Try as I may I could never explain
What I hear when you don't say a thing

The smile on your face lets me know that you need me
There's a truth in your eyes saying you'll never leave me
The touch of your hand says you'll catch me whenever I fall
You say it best, when you say nothing at all

All day long I can hear people talking out loud
But when you hold me near
(you hold me near)
you drown out the crowd
(out crowd)
Try as they may they can never define
What's being said between your heart and mine


„Lass mich nicht allein zurück nach London gehen“, flüsterte Duncan flehend und lehnte seine an ihre Stirn, „Ich will dich bei mir haben, ein gemeinsames Leben mit dir aufbauen, heiraten, Kinder kriegen...“ „....und Enkelkinder?“ „Ja, die auch“, lächelte er, „Du wärst die attraktivste Grandma, die ich je gesehen hab!“

„Alter Charmeur“, stupste sie ihn an und blickte dann ernst in seine Augen, „Meinst du das ernst? Willst du wirklich, dass ich mit dir komme?“ „Du musst nicht von hier weg, wenn du das nicht möchtest. Ein Anruf von mir und übermorgen sind meine Sachen hier!“ „Hab ich schon mal erwähnt, dass ich gerne in London leben würde?!“, fragte Cath scheinheilig und drückte sich dichter an ihren Freund, „Natürlich komme ich mit dir!“

„Oh Cathleen, ich liebe dich!“, freudig wirbelte er sie um sich herum und tanzte dann eng umschlungen mit ihr weiter. „Genau, das habe ich mir beim ausblasen der Kerzen gewünscht“, murmelte die Brünette an seiner Schulter und lächelte ihn dann verliebt an. „Wie gut, dass ich dir alles von den Augen ablesen kann“, lachte Dunc, während sie sich weiter dem Lied hingaben....


The smile on your face lets me know that you need me
There's a truth in your eyes saying you'll never leave me
The touch of your hand says you'll catch me whenever I fall
You say it best, when you say nothing at all

The smile on your face lets me know that you need me
There's a truth in your eyes saying you'll never leave me
The touch of your hand says you'll catch me whenever I fall
You say it best, when you say nothing at all

(You say it best, when you say nothing at all)
(You say it best, when you say nothing at all)

The smile on your face
The truth in your eyes
The touch of your hand
Let's me know that you need me


Nachdem der letzte Ton verklungen war, verkündete Sam, dass sie jetzt den Blumenstrauß werfen würde. „Na los, geh schon“, wurde sie von Duncan ermuntern, „Du wirst schließlich die nächste Braut sein!“ Bevor Cathleen etwas erwidern konnte, hatte Cam sie schon mit sich geschleift zu der Horde gackernder heiratswilliger Hühner. Verschmitzt grinsend fixierte Sam ihre Cousine, drehte sich um und warf den Strauß genau in ihre Richtung. Um nicht davon erschlagen zu werden, fing Cath die Blumen auf.

Glücklich strahlte Duncan übers ganze Gesicht. „Siehst du?! Was hab ich gesagt?“, raunte er ihr ins Ohr und umarmte sie von hinten. „Hallo, Mrs. James“, ertönte das auch schon Lee´s Stimme. „Hey, immer langsam mit den jungen Pferden! So weit sind wir noch nicht“, wehrte die Brünette ab, „Erstmal ziehen wir jetzt zusammen und dann sehen wir weiter!“ „Das heißt, du kommst mit nach London?“, wollte Cameron aufgeregt wissen und als Cath bejahte, quetschte sie ihrer Freundin die Luft aus den Lungen. „Hey, lass mich am leben“, quietschte Cathleen und schmiegte sich nun wieder an ihren blonden Freund.

Das Wissen, dass sie bald mit dem Mann, den sie liebte in der Stadt, die ihr so viel bedeutete, erfüllte die junge Frau mit tiefer Vorfreude. Cathleen konnte es gar nicht mehr erwarten, bis es endlich soweit war, obwohl ihr der Abschied von ihren Eltern schwer fallen würde......

********************************

Die Monate vergingen und Cathleen nahm London voll und ganz als ihre neue Heimat an. Eine Uni hatte sie auch schnell gefunden gehabt, denn ihr Abitur hatte sie mit hervorragenden Noten bestanden.

Duncan hatte zwar viele Termine und war zwangsläufig oft mit Blue unterwegs, doch hatte er frei, gehörte seine Zeit ganz seiner bezaubernden Freundin.

Cathleen liebte es, wenn Duncan nur für sie da war, er händchenhaltend mit ihr durch London schlenderte und sie Nacht für Nacht leidenschaftlich und hemmungslos liebte. Wenn sie morgens neben ihm aufwachte, liebevoll durch sein blondes, verstrubbelte Haar strich, dann fühlte sie sich frei und glücklich. Ganz anders, als damals mit Ben....

Inzwischen lebten Duncan und Cathleen nun über 1 ½ Jahren zusammen in London und ihre Liebe wuchs von Tag zu Tag. Duncan konnte sich ein Leben ohne diese Frau an seiner Seite nicht mehr vorstellen.....

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Als Duncan an diesem Morgen aufwachte und aus dem Zimmer schlich, schlummerte seine Freundin noch selig vor sich hin. Am liebsten hätte er sie ja jetzt wach geküsst und verwöhnt, aber er wusste, dass sie ihren Schlaf brauchte, denn die Uni war kein Zucker schlecken. Also musste er sich gedulden, bis sie wach war und unter der Dusche stand....

Prüfend warf der Blondschopf im Wohnzimmer einen Blick auf die Uhr, bevor er in die Küche ging. `Noch eine halbe Stunde....´, dachte er voller Vorfreude und schaltete die Kaffeemaschine ein. Von draußen holte er die neueste Ausgabe der „Sun“ und vertiefte sich in den neuesten Klatsch und Tratsch.

Belustigt las er einen „Artikel“ nach dem anderen und wunderte sich mal wieder über die Leute, die es fertig brachten, so einen Mist zu schreiben. Oft genug war er schon selbst zum Opfer dieser Gerüchte geworden, doch der Blondschopf hatte es sich schon längst abgewöhnt, sich über solche Kleinigkeiten aufzuregen. Duncan wusste, wer er war und was andere von ihm hielten, war ihm schlichtweg schnuppe. Die Presse wollte provozieren und es passte ihnen natürlich noch besser in den Kram, wenn die Betroffenen darauf ansprangen, denn das bescherte ihnen weitere Schlagzeilen.

„Guten Morgen, Schatz“, säuselte ihm plötzlich eine ihm bestens vertraute Stimme ins Ohr. Sanfte Hände massierten seinen Nacken und zärtliche Küsse wurden ihm von Cathleen auf den Hals gehaucht. „Hey Süße, hast du gut geschlafen?“ „Ja, hab ich! Nur könnte die Nacht ruhig länger sein“, seufzte sie schläfrig, „Und ich muss schon bald wieder los....Ist der Kaffee schon fertig?“ „Ja, aber möchtest du nicht erst duschen gehen? Dann kann ich das Frühstück weiter vorbereiten“, fügte Dunc schnell hinzu. „Okay, da sag ich nicht nein“, schon war Cathleen wieder nach oben ins Bad verschwunden. Sekundenspäter hörte er das Wasser rauschen. Ja, er wollte das Frühstück vorbereiten und das hatte er auch schon, nur anders, als seine Freundin dachte.....

Leise stieß Duncan dir Tür zum Bad auf. Wie er es sich erhofft hatte, stand Cathleen bereits unter der Dusche und das Wasser ran ihren Körper hinab. Eilig befreite er sich von seinen Shorts und schlüpfte zu ihr unter die Dusche.

„Warum nur habe ich das Gefühl, dass ich das Frühstück bin?“, fragte sie ironisch, als der Blondschopf sie von hinten an den Hüften fasste und seine Lippen an ihrem Hals entlang fuhren. „Wie du darauf nur wieder kommst?“, wollte er scheinheilig wissen und fuhr beharrlich mit seinen Liebkosungen fort. „Oh, Dunc, das ist nicht fair! Du weißt, dass ich gleich zur Uni muss und nicht viel Zeit habe....“, Cathleen spürte seine Hände über all und nirgends auf ihren Körper, so dass sie schon vor Lust zitterte. Wie schaffte es dieser Mann nur immer wieder, sie an den Rand ihrer Erregung zu treiben? `Weil er mich liebt´, schoss es Cath durch den Kopf und weil sie ihn liebte.

„Du kannst dich doch eh nicht gegen mich wehren“, meinte Dunc selbstsicher und drückte sie an die Wand, „selbst, wenn du es wolltest....“ „Aha, Mr. Unwiderstehlich, du denkst also, ich könnte deinem Charme nicht widerstehen?! Und wenn ich dir jetzt einfach eine kalte Dusche verpasse?!“ „Das würdest du nicht wagen“, grinste er und hob sie auf seine Hüften, „So und jetzt gehörst du mir!“

Lustvoll keuchte Cath auf, als er sich das nahm, was er sich in den Kopf gesetzt hatte. Stöhnend gab sie sich seinen Stößen hin und Duncan glaubte, vor Erregung zu zerfließen. Er hatte es immer gewusst, dass diese Frau ihn um den Verstand bringen würde. Als er sie schließlich soweit hatte und sie sich um ihn herum zusammen zog, verstärkte sich der Druck ihrer Beine um seine Hüften noch einmal, bevor sie sich entspannt an ihn lehnte.

„Puh, das hat sich gelohnt, dafür verhungere ich doch gern“, lachte sie und er ließ sie von seinen Hüften gleiten. Duncan angelte nach einer Duschlotion und seifte den Körper seiner Freundin zärtlich ein. „Du kannst dir ja auf dem Weg zur Uni was holen“, meinte er gönnerhaft und grinste sie frech an. „Du spielst heute ganz schön mit deinem Leben“, piekste Cathleen ihm in den Bauch. „Das glaub ich kaum“, murmelte Dunc und verschloss ihren Mund mit einem Kuss....

Nachdem sie sich gegenseitig abgetrocknet hatten, Duncan einen Bademantel, Cathleen in ihre Sachen geschlüpft war und sich gestylt hatte, stürzte die Brünette in der Küche noch schnell einen Kaffee hinunter. Ihr Freund hatte sie länger aufgehalten, als sie wollte.

„Ach, Schatz...“, wandte sie sich an Duncan, bevor sie gehen musste. Ihre Hand glitt unter seinen Bademantel über seine muskulöse Brust, „Wenn du an einem Abendessen interessiert sein solltest....Ich wollte mir heute Abend ein Schaumband gönnen....“ Lasziv leckte sich Cath über die Lippen und warf dem hocherfreuten Duncan einen verführerischen Blick zu, bevor sie aus der Tür verschwand.

Entspannt lehnte sich der Blondschopf zurück. Mit diesem Gedanken würde er die heutigen Termine garantiert gut überstehen.....

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„Du bist spät dran, Cath“, bemerkte Cam spitz, als ihre Freundin an einem Croissant mümmelnd auf sie zu rauschte, „Die Vorlesung fängt gleich an!“ „Ich weiß, ich weiß“, winkte die Brünette kauend ab, „Ich wurde aufgehalten.“ „Was war denn?“ „Wasserspiele“, zuckte Cathleen grinsend mit den Schultern und schon sich den letzten Rest ihres Croissants in den Mund.

Verwirrt blickte die Rothaarige ihre Freundin von der Seite an....Wasserspiele....Wasserspiele.... „Ooohhhh, du kleines Luder! Am frühen Morgen schon....Der arme Junge braucht doch seinen Schlaf!“, grinsend stieß sie Cath in die Seite. „Von wegen....Der ach so arme Junge hat es faust dick hinter den Ohren....“, Cathleen senkte ihre Stimme, als sie die Uni betraten und sich im Saal der Vorlesung einen Platz suchten. Es musste ja nicht jeder über ihr Liebesleben bescheid wissen....

„....und das gefällt dir natürlich?!“, fügte Cam hinzu und kramte ihre Unterlagen hervor. „Wem nicht?!“, Cath´s Wangen röteten sich leicht, „Nur manchmal kommt seine Leidenschaft zum falschen Zeitpunkt an den Tag, obwohl das auch seinen Reiz hat....“ Das Gespräch der beiden junge Frauen wurde durch ihren Professor unterbrochen, der nun mit seiner Vorlesung begann.....

Zur selten Zeit steuerte Duncan seinen Wagen pfeifend durch London. Seine Laune war auf dem absoluten Höhepunkt angelangt und auch die vielen Interviews konnten daran zunächst nichts ändern...

Je näher jedoch der Abend rückte, desto nervöser wurde er. Der Blondschopf konnte sich diese innere Unruhe nicht erklären, irgendwas stimmte nicht, doch er wusste nicht, woher das so schnell gekommen war.

Beinahe hätte er zum Handy gegriffen, um zu hören, ob bei seiner Freundin alles in Ordnung war. `Duncan, du spinnst!´, ja, genau, das würde Cath sagen und ihn für paranoid halten. `Es wird schon nichts sein´, beruhigte sich der junge Mann selbst und widmete sich nun wieder dem Foto, dass ihm gerade zum unterschreiben unter die Nase gehalten wurde.....

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Am späten Nachmittag, nach den Vorlesungen, hatten Cam und Cath sich noch in einem Café einen Latte Macciatto gegönnt, bevor sich die Brünette auf den Heimweg gemacht hatte.

Nachdem sie ihre Tasche in eine Ecke gepfeffert hatte, überlegte Cath, wie sie sich am besten beschäftigten konnte, bis ihr Freund zum....na ja...“Abendessen“ nach hause kam. Ihr Blick fiel wieder auf ihre Tasche und ihr kam in den Sinn, dass sie ja mal aufräumen könnte.

Duncan liebte es, wenn es sauber und auf geräumt war und die Rolle als Hausmann stand ihm mehr als gut. Er sah richtig sexy aus, wenn er mit dem Staubtuch durch´s Haus wuselte, immer auf der Jagd nach dem nächsten Staubkorn.

Kichernd schnappte sie sich die Putzutensilien aus der Küche und ging nach oben in den ersten Stock. Cathleen musste daran denken, wie sie Duncan vorgeschlagen hatte, doch mal nackt zu putzen und ihr Freund
war verdammt darauf eingestiegen. Allerdings war das ganze nicht in eine Putzorgie ausgeartet, wie man sie normalerweise kannte.....Der Blondschopf hatte nachher mehr an ihr „herum geputzt“, als an irgendeinem Möbelstück....

Emsig machte sich Cathleen ans Werk und nahm sie oben als letztes ihr gemeinsames Schlafzimmer vor. Die Tür hatte sie hinter sich geschlossen, so dass ihr verborgen blieb, wie sich unten die Hautür leise öffnete und jemand zu ihr nach oben schlich.

Mit Bedacht überging die Person eine der obersten Stufen, denn sie wollte sich nicht durch ein Knarren verraten. Instinktiv hatte sie gewusst, dass Cathleen oben sein musste, zu mal im Erdgeschoss alles ruhig gewesen war. Lautlos stieß sie dir Tür zum Schlafzimmer auf und fand die Brünette dort emsig putzend vor...

Cathleen hatte nicht bemerkt, wie die Tür geöffnet wurde, doch sie vernahm die Schritte auf dem hellen Parkett. Erschrocken wirbelte Cath herum und blickte in die Augen einer dunkelhaarigen Frau.

„Anya, wie kommst du hier rein?“, sie presste sich die Hand auf die Brust, dort, wo ihr Herz wie wild schlug. „Mit diesem Schlüssel hier“, Anya klimperte damit vor ihrer Nase herum, „Duncan hat damals nicht daran gedacht, ihn mir abzunehmen.“ „Warst....warst du schon öfters hier?“, fragte Cath vorsichtig und warf einen Blick zur Tür.

Es war unheimlich und machte ihr Angst, dass jemand im Haus gewesen sein könnte, ohne das ihr Freund oder sie es bemerkt hatten. „Ja, das war ich und nicht nur das...“, langsam kam die dunkelhaarige Frau auf sie zu, „Du hast nicht bemerkt, wie ich euch beobachtet hab, oder?! Nein, wie auch?! Tag für Tag musste ich mit ansehen, lesen, wie du den Mann liebst, der meine große Liebe ist! Kannst du dir auch nur im Entferntesten vorstellen, wie sich das anfühlt?“

Cathleen bekam Angst, aber gleichzeitig wollte sie Anya auch helfen, nur musste sie erst aus diesem Zimmer raus. Auf keinen Fall wollte sie sich wie ein verängstigtes Tier in die Ecke drängen lassen. „Lass uns nach unten gehen und vernünftig über alles reden“, sagte Cath bestimmt und ging eiligst an Anya zur Tür hinaus auf den Flur.

Kurz vor der Treppe wurde sie von Anya am Arm zurück gerissen. „Vernünftig reden?! Du hast mir Duncan weg genommen!“, schrie sie außer sich. „Anya, bitte beruhige dich!“, versuchte Cathleen sie zu beschwichtigen und legte ihr die Hände auf die Schultern. „Fass mich nicht an!“, zischte die Dunkelhaarige und schubste Cathleen von sich. Diese geriet ins straucheln und fiel mit einem lauten Aufschrei die Treppe hinunter. Noch ehe sie unten auf dem Boden aufschlug, hatte schon eine tiefe Ohnmacht von ihr Besitz ergriffen...

„Oh, Gott, dass wollte ich doch nicht, Cathleen“, weinte Anya, als sie die Treppe runter gestürzt war und sich neben der bewusstlosen jungen Frau auf dem Boden nieder gelassen hatte. In dem Augenblick nahm Anya auch schon wahr, wie die Tür aufgeschlossen wurde....

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So sehr Duncan auch gegen dieses Gefühl der Unruhe ankämpfte, es ließ sich nicht vertreiben. Er hatte sogar Lee gebeten, ihn zu begleiten, obwohl das ja eigentlich total kindisch war, wie er rum maulte.

Lee hatte nämlich vorgehabt, nach den Terminen Cam schick zum Essen auszuführen und sie wollte ihn eigentlich auch abholen, doch sein Freund hatte ihm einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Der Blondschopf hatte so sehr gebettelt und schließlich sogar angeboten, Cam und Lee das Abendessen zu spendieren, wenn sie nur vorher kurz mit kommen würden. Schließlich hatte Lee sich dann breit schlagen lassen und auch Cam hatte sich dazu bereit erklärt.

„Du fährst zu schnell!“, bemerkte Lee, als er vom Beifahrersitz aus auf die Tachoanzeige schielte. „Das weiß ich, aber ich werd das Gefühl nicht los, dass irgendwas nicht stimmt!“, murmelte Dunc abwesend. „Du siehst Gespenster!“ `Ich hoffe, dass du recht hast´, dachte der blonde Sänger und lenkte seinen Wagen auf einen Parkplatz vor seinem Haus.

Hektisch schloss Duncan die Tür auf und stürzte ins Wohnzimmer, wo er Cathleen am Fuße der Treppe liegen sah, während seine Ex daneben kniete.

Sekundenspäter kniete er an der Seite seiner Freundin und fühlte ängstlich nach ihrem Puls. „Sie ist bewusstlos! Wann kommt denn der Krankenwagen endlich, Lee?“ „Er ist schon unterwegs! Dauert nicht mehr lange!“, gab sein Freund nervös zurück, der sein Handy gerade wieder in seine Hosentasche gleiten ließ. „Hast du gehört, Schatz?! Er ist gleich da“, flüsterte Duncan und streichelte ihr leicht übers Haar, „Du musst durch halten, Cathleen, du musst einfach! Ich brauche dich doch!“

Die Sirene des Krankenwagens kam immer näher und Lee rannte zur Tür, um den Sanitätern zu öffnen. In der Zwischenzeit hatte sich Cam, die sich die aller größten Sorgen machte, um Anya gekümmert. Wimmernd und starr vor Schreck saß sie nun auf der Couch, während Lee seinen Freund von Cathleen weg zog, damit sich die Sanitäter um sie kümmern konnten.

Ungläubig starrte der Blondschopf auf seine Freundin hinunter und fühlte sich hilfloser als je zuvor. Wie konnte das nur passieren? Dann fiel es im wie Schuppen von den Augen....Anya, dieses verdammte Miststück!

„Was hast du mir ihr gemacht?“, schrie er unvermittelt los und als Anya darauf nur Schluchzer von sich gab, schüttelte er sie grob an den Schultern, „Mach endlich deinen verdammten Mund auf!“ „Duncan, ganz ruhig!“, versuchte Lee ihn zu beruhigen, jedoch ohne Erfolg.

„Rede endlich“, befahl Duncan erneut und Anya zuckte bei seinem lauten barschen Ton zusammen. „Ich....ich...b....bin....wie...wieder her...gekommen“, stotterte sie nun und zum ersten Mal fühlte sie Angst in Duncans Nähe. Er sah aus, als würde er ihr am liebsten mit bloßen Händen den Hals umdrehen wollen. „Wieder?! Das wird ja immer besser!“, schrie er, „Red schon weiter!“ „Ich....war....so....wütend“, berichtete die Dunkelhaarige stockend, „Cathleen....wollte...wollte mich beruhigen, aber ich....ich hab...sie von mir....weg gestoßen....die...“ „DIE TREPPE HINUNTER?!“, schrie Duncan außer sich weiter, wurde jedoch von einem Sanitäter unterbrochen, der ihn fragte, ob er im Krankenwagen mitfahren wollte. Er bejahte und wandte sich dann noch einmal seiner Ex – Freundin zu. „Wenn Cathleen auch nur den kleinsten Schaden davon trägt, mach ich dich fertig!“, zischte der Blondschopf rasend vor Zorn und ging an Cathleen´s Seite aus dem Haus, die auf einer Bahre in den Krankenwagen geschoben wurde....

„Los, wir müssen hinterher“, drängelte Cam und schnappte sich Duncans Autoschlüssel, die dieser einfach fallen gelassen hatte. „Und was machen wir mit ihr?“, fragte Lee und deutete verächtlich auf Anya, die am ganzen Leib zitterte. Er hatte noch nie Mitleid mit ihr gehabt und jetzt erst recht nicht. Seiner Meinung nach hatte sie es verdient, so von Duncan angefahren zu werden.

„Bist du soweit okay? Können wir dich zuhause absetzen und dich allein lassen?“, wollte Cam wissen, die versuchte, einen kühlen Kopf zu behalten, obwohl sie sich riesige Sorgen um ihre Freundin machte. Stumm nickte Anya und ließ sich von ihr aus dem Haus zum Auto führen. Grummelnd ließ sich Lee auf dem Beifahrersitz plumpsen. Warum mussten sie sich ausgerechnet um diese Zicke kümmern?!

Nachdem Anya wohlbehalten in ihrer Wohnung war, fuhren Cam und Lee zum Krankenhaus. In der Notaufnahme auf dem Flur fanden sie Duncan auf seiner Bank sitzend vor. Ganz zusammen gesunken, hatte er die Ellebogen auf den Oberschenkeln abgestützt und das Gesicht in den Händen vergraben.

„Weißt du schon was genaueres?“, Lee legte seinem Freund eine Hand auf die Schulter. „Nein, sie wird noch untersucht“, murmelte Dunc und fuhr sich nervös durch die Haare, „Oh Gott, Lee, das ist meine Schuld! Ich hab nicht genug auf Cathleen aufgepasst. Du hattest so recht! Aber dieses Miststück wird mir nicht so einfach davon kommen! Gleich morgen sitze ich bei der Polizei und zeige sie an. Darauf könnt ihr Gift nehmen!“

„Nun mal langsam, Dunc! Könnte nicht alles auch ein Unfall gewesen sein?“, gab Cam zu bedenken, „Anya war ziemlich durch den Wind und wenn sie Cathleen absichtlich die Treppe runter geschubst hätte, wäre sie dann nicht sofort abgehauen?! So dumm ist selbst Anya nicht, sich dabei erwischen zu lassen!“ „Ach, hat sie dich jetzt auch eingelullt?!“, Lee stand auf und trat seiner Freundin mit vor der Brust verschränkten Armen gegenüber, „Was ist los mit dir, Cameron? Sonst bist DU doch nicht so dumm?!“

„Was fällt dir eigentlich ein, Ryan?!“, zischte die Rothaarige und blitzte ihren Freund gefährlich an, „Nur weil ich der Meinung bin, nichts zu überstürzen und erst Cathleen´s Version zu hören?! Außerdem hat Duncan Anya kaum aussprechen lassen!“ „Welche Version, Cam?“, brauste Dunc auf, „Die Sache ist für mich klar! Anya hat mir damals gedroht, dass ich das noch bereuen würde und jetzt hat sie es wahr gemacht! Ich sehe keinen Grund, warum ich dieses hinterhältige Miststück nicht anzeigen sollte!“ „Ganz deiner Meinung, Dunc!“, stärkte Lee ihm den Rücken und fing sich dafür einen bitterbösen Blick seitens seiner Freundin ein.

„Sind sie Mr. James?“, erkundigte sich nun ein Arzt. „Ja, wie geht es Cathleen?“ „Ihre Freundin hatte wirklich großes Glück. Der Sturz hätte böse ausgehen können! Miss Catona hat sich eine schwere Gehirnerschütterung zugezogen. Wie behalten sie auf jeden Fall die Nacht über hier!“ „Kann ich zu ihr?“

„Nein, kommen sie morgen Vormittag wieder, wenn ihre Freundin wach ist“, als Duncan protestieren wollte, geleitete ihn der Arzt persönlich zum Ausgang, „Sie sehen aus, als könnten Sie eine Portion Schlaf vertragen. Also halten Sie jetzt ein schönes Schläfchen und das ist eine ärztliche Anordnung!“ Der Doc tätschelte ihm verständnisvoll lächelnd die Schulter, nickte Cam und Lee zu, und verschwand wieder nach drinnen.

„Unverschämtheit“, murrte der Blondschopf und nahm seinen Autoschlüssel von Lee´s rothaariger Freundin entgegen. Er fuhr seine Freunde nach hause, denn nach Cathleen´s Sturz und ihrem Streit, den sie stumm weiter miteinander aus fochten, dachte das Pärchen nicht mehr an ein gemeinsames Abendessen.

Schließlich fuhr Duncan auch nach hause und befolgte sogar den „Rat“ des Arztes. Jedoch schlief er sehr unruhig, wachte andauernd auf und wälzte sich im Bett herum. Im Traum setzte er noch einen weiteren Punkt auf seine List, den er erledigen wollte: Gleich morgen würde er das Haustürschloss auswechseln lassen......

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Am nächsten Morgen war Cathleen zunächst desorientiert, als sie aufwachte und zudem plagten sie höllische Kopfschmerzen. Mit Schmerzverzerrtem Gesicht fasste sie sich an den Kopf und öffnete gleich darauf die Augen. Eine unglaubliche Helligkeit blendete sie so stark, dass sie die Augen zusammen kniff, bis sie sich daran gewöhnt hatte. Die Erinnerung an den vergangenen Tag war im nu wieder da, als sie sah, wo sie sich befand, nämlich in einem großen Bett in einem Krankenhaus.

„Na toll! Ganz große Klasse“, murmelte die junge Frau genervt vor sich hin, „Ich hasse Krankenhäuser! Wenn ich den Idioten erwische, der mich wegen ein paar Kopfschmerzen hat hier einliefern lassen....“ „DAS solltest du Duncan lieber nicht hören lassen“, vorsichtig hatte Anya die Tür geöffnet und stand nun unschlüssig im Rahmen, „Darf ich rein kommen?“ „Sicher, setz dich“, Cath deutete auf den Stuhl neben ihrem Bett.

Unbehaglich trat Anya näher und setzte sich. Nervös blickte sie auf den Boden und knetete ihre Hände, bevor alles aus ihr heraus sprudelte. „Cathleen, ich kann gut verstehen, dass du mein Verhalten für krank hältst, glaub mir, ich verachte mich selbst dafür. Aber ob du´s glaubst oder nicht, ich habe Duncan geliebt und zu sehen, wie er eine andere, dich begehrte, war die reinste Qual. Ich hatte große Hoffnungen....heiraten....Kinder kriegen, doch das alles wurde mit einem Schlag zu nichte gemacht, als ich erkannte, wie viel du ihm wirklich bedeutest. Als ich ihn verlor, hätte ich dich am liebsten zur Hölle gewünscht.....“, beschämt senkte Anya den Kopf, „....so, wie Duncan mich gestern!“

„Das kann doch gar ni...“ „Doch Cathleen! Du hast ihn nicht gesehen. Ich hatte noch nie in meinem Leben Angst vor diesem Mann, aber gestern hatte ich sie! Ich glaube, es hat ihm sehr danach verlangt, mir sämtliche Knochen zu brechen und es wäre ihm auch nicht zu verübeln gewesen....Er liebt dich eben über alles.....und ich bin nichts weiter, als ein verfluchtes Miststück“, hysterisch lachte die Dunkelhaarige auf und blickte ihrem Gegenüber dann reumütig ins Gesicht. Einzelne Tränen rannen ihre Wangen hinab: „Ich wollte das gestern doch nicht! Es tut mir so unendlich leid! Das war....“

„...nur ein Unfall!“, unterbrach Cath, „Ein unglücklicher Unfall, für den niemand etwas kann!“ „Meinst du das ehrlich?“, fragte Anya überrascht und Dunc´s Freundin nickte, „Duncan wird das nicht so sehen...“ „Den werden wir auch davon überzeugen!“ Anya reichte Cathleen den Hausschlüssel, den sie noch besaß: „Ich glaube kaum, dass ich ihm noch mal unter die Augen kommen sollte....“

„Was tust du denn hier?“, Duncan hatte Mühe, beim Anblick seiner Ex nicht wieder los zu schreien. Bevor er an diesem Vormittag zum Krankenhaus gefahren war, hatte der Blondschopf als erstes das Haustürschloss austauschen lassen. Danach war er direkt zur Polizei gefahren um gegen Anya Anzeige zu erstatten, doch dafür wurde Cathleen´s Aussage benötigt und die wollten die beiden Polizisten gleich aufnehmen, die hinter Duncan das Zimmer betraten. Vorausgesetzt, Cathleen war dazu schon in der Lage.....

„Ist sie das?“, fragte einer der Beamten und Duncan nickte, „Miss Lahiri, Mr. James hat im Namen der Geschädigten Anzeige gegen sie erstattet!“ Erschrocken blickte Anya Cathleen an. Diese schüttelte kaum merklich den Kopf. Es wurmte sie, ganz gewaltig, dass sie behandelt wurde, als wäre sie nicht anwesend.

„Dürfte ich dazu auch mal was sagen?“ „Sicher, Miss Catona! Fühlen Sie sich schon dazu in der Lage, eine Aussage zu machen?“ „Wer hat etwas von einer Aussage gesagt? Ich ziehe die Anzeige selbstverständlich zurück!“, sagte die Brünette bestimmt, „Es war nur ein Unfall!“ „Cathleen, dass kann nicht dein Ernst sein“, empörte sich der attraktive Sänger und deutete verächtlich auf seine Ex, „Warum nimmst du die da in Schutz?“

„Ich denke nicht, dass ich mich dafür jetzt rechtfertigen muss! Ich bin alt genug, um das allein zu entscheiden“, funkelte die Brünette ihren Freund an, um ihn mal wieder von seiner Palme herunter zu holen. „Und ich habe dabei nichts zu melden, oder was?!“, brauste Duncan beleidigt auf.

„Ja, also wenn ihr Freundin keine Aussage machen will, können wir die Anzeige nicht aufrecht erhalten. Wenn sie es sich noch anders überlegen sollte...Sie wissen ja, wo Sie uns finden, Mr. James“, nickte ihm einer der Beamten zu und die zwei verließen das Zimmer.

„Kannst du mir mal verraten, was in dich gefahren ist?“, schnaube Duncan vor Wut und Anya zuckte wieder zusammen. Noch niemals hatte sie den jungen Mann so erlebt, er erschien ihr nicht mehr sanft und liebevoll, sondern richtig bedrohlich.

Cathleen jedoch ließ das vollkommen unbeeindruckt. Sie kannte ihren Freund. Er konnte nicht mal einer Fliege etwas zu leide tun. „Ich glaube, es ist besser, wenn du jetzt gehst, Anya“, meinte Cath freundlich zu der jungen Frau neben ihrem Bett, „Mr. James scheint da ein kleines Problem zu haben, dass wir klären müssen.“ „Es tut mir wirklich leid, Cath!“, wiederholte Anya leise. „Schon gut, ist doch halb so schlimm!“, lächelte Cathleen und Anya verließ aufatmend das Zimmer, wobei sie einen großen Bogen um ihren Ex Freund machte.

„Hast du eigentlich vollkommen den Verstand verloren?“, mit jedem Wort wurde Duncan lauter. „Würdest du wohl die Güte besitzen und leiser sprechen?! Mein Kopf steht kurz davor zu platzen“, gequält rieb sie sich die Schläfen. „So? Dann ist es anscheinend noch nicht schlimm genug! Du wärst beinahe drauf gegangen!“, ereiferte sich der junge Mann.

„Und du neigst zu hemmungsloser Übertreibung! Sie hat mich von sich weg geschubst, ja! Aber ich bin nur die Treppe runter gefallen, weil ich ins straucheln geraten bin. Es war also nur ein verdammter Unfall!“ „Bist du so naiv oder tust du nur so?! Die hat dich doch total eingelullt!“

„Oh, guten Tag, Mr. Ryan!“ „Er hatte ja auch von Anfang an recht!“, grummelte Dunc, „Weißt du eigentlich, was ich für eine scheiß Angst um dich hatte?!“ „Das tut mir wirklich leid, Schatz, aber ich werde nicht weiter mit dir darüber diskutieren! Damit ist die Sache für mich erledigt!“

Überrascht stellte Cathleen fest, dass ihr Freund von seiner Muttersprache ins Italienische verfallen war. „Jetzt kommt sie mir wieder mit Schatz! Diese Frau und ihr verdammter Dickschädel!“, meckerte er in der fremden Sprache vor sich hin. „Grazie, mio tesoro”, antwortete Cath grinsend. „Woher kannst du das nun wieder?“, fragte Dunc, nun wieder Englisch sprechend. „Zweites Wahlfach in der Schule“, zuckte sie mit den
Schultern. „Warum weiß ich das nicht?“ „Du hast nie gefragt...“

„Oh mon dieu…gegen diese Frau kommt man einfach nicht an“, nun sprach er Französisch. „Non, mon cher“, gluckste die Brünette und hatte ihre Kopfschmerzen so gut wie vergessen. „Woher...?“ „Tja, das war mein erstes Wahlfach....“, lachte sie. „Fuck“, murmelte der Blondschopf.

„Englisch spreche ich übrigens auch“, bemerkte seine Freundin spitz. „Dessen bin ich mir auch bewusst“, resigniert ließ er sich auf den Stuhl an ihrem Bett fallen, „ Ich geb´s auf.“ „Viel interessanter wäre zu wissen, woher du das kannst?“ „Na ja, nach „A chi mi dice“ und „Quand le rieau tombe“ hab ich heimlich etwas geübt, wenn ich Langeweile hatte....“ „Für etwas Langeweile hört sich das aber sehr gut an“, lobte seine Freundin und strich ihm über die Wange. „Danke, aber du lenkst ab“, bemerkte Dunc und sah sie ernst an.

„Kannst du nicht einmal versuchen, mich nicht zu verstehen und meine Entscheidung einfach akzeptieren?!“ „Das wird mir nicht gerade leicht fallen....“ „Da gegen kann man was tun...“. grinste die junge Frau und zog ihren Freund an seiner Kette zu sich runter. Zwangsläufig musste er ihr folgen und kam ihrem Mund immer näher. „Das ist nicht fair....“, murmelte der Blondschopf, bevor ihn ihre Zunge zu einem langen, leidenschaftlichen Kuss verführte....

„Wie ich sehe, scheint es Ihnen besser zu gehen“, lächelte der Arzt, der unbemerkt ins Zimmer gekommen war. „Wenn Sie das so sehen, dann können Sie mich ja entlassen“, erwiderte Cath keck. „Ihre Freundin ist ganz schön schlagfertig“, bemerkte der Arzt an Duncan gewandt, worauf dieser nur seufzte, „Ich dachte mir schon, dass Sie danach fragen würden und ich werde Sie auch entlassen, allerdings nur unter einer Bedingung...“ Cathleen´s Lächeln verblasste.

„Und die wäre?“, fragte sie misstrauisch, denn so etwas war nie zu ihrem Vorteil. „Sie müssen die nächsten drei Wochen Bettruhe halten“, verkündete der Arzt, „Ich denke ich kann mich da auf Ihren Freund verlassen?!“ „Sicher!“, Duncan nickte eifrig und musterte seine Freundin fragend. „Na schön, ich ergebe mich“, stimmte Cathleen missmutig zu, „bevor ich hier noch versauern muss...“ „Schön, dann mache ich Ihre Entlassungspapiere sofort fertig“, zwinkerte der Doc ihr zu und verschwand aus dem Zimmer.

„Na endlich“, murmelte die junge Frau und schlug die Decke zurück. Als sie Anstalten machten, aus dem Bett zu schlüpfen, war Duncan sofort zur Stelle und umfasste ihre Taille. „He, lass los! Ich kann das allein....schließlich geht es mir gut!“, zickte sie leicht genervt. „Aha, ja, ist schon klar! Du schwankst ja auch ganz umsonst so“, meinte Duncan sarkastisch, ließ sie jedoch nicht los. „Ein bis zwei Tage Ruhe und ich kann wieder voll durch starten“, verkündete die junge Frau zuversichtlich. „Du hast nur eines nicht bedacht....“

„Was?“ „Mich! Cathleen, du wirst tun, was der Arzt sagt oder ich habe keine Skrupel, dich drei Wochen ans Bett zu fesseln!“ „Ohhh Schatz, ich wusste ja gar nicht, dass du auf so was stehst...“, lasziv leckte sie sich über die Lippen und blinzelte ihre Freund verführerisch an. „Du bist unmöglich“, brummte der Blondschopf, angelte mit einer Hand das Top aus dem Schrank und streifte es ihr über. Murrend ließ sich Cathleen weiter helfen und schon kurze Zeit später konnte sie das, ihr so verhasste Krankenhaus verlassen.

Zuhause verfrachtete Duncan seine Freundin sofort ins Bett, obwohl sie ihn mit aller Macht davon überzeugen wollte, dass es ihr gut ging. Der junge Mann jedoch kannte kein Erbarmen und die Brünette hatte keine andere Wahl, als sich ihm zu fügen. ´Das kann ja noch was geben, wenn das jetzt die ganze Zeit so geht..´, dachte Cath und starrte genervt die Decke an......

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Fast zwei Woche hütete Cathleen nun schon das Bett. Duncan umsorgte sie rührend und las ihr jeden Wunsch von den Augen ab. Selbst, wenn er ihr gestattete aufzustehen, um ins Bad zu gehen, wartete er vor der Tür um sie sicher wieder zurück ins Bett zu geleiten. Außerdem hatte er sich Urlaub geben lassen....nein, „geben lassen“ war nicht richtig....Er hatte einfach verkündet, dass er ca. drei Wochen nicht zur Verfügung stehen würde.

Oh ja, Johnny hatte getobt, geflucht, aber was sollte er machen? Sein Schützling liebte diese Frau nun mal über alles und irgendwie war es auch verständlich, dass er nicht auf irgendeiner Bühne rum hüpfen und stattdessen lieber bei seiner Liebsten sein wollte.

„Guten Morgen, Süße“, mit einem liebevollen Kuss auf die Stirn holte Duncan an diesem Morgen seine Freundin aus dem Land der Träume. Verschlafen räkelte sie sich und wünschte ihm auch einen Guten Morgen, „Magst du noch frühstücken oder lieber auf das Mittagessen warten? Den Teig für die Pizza habe ich schon fertig“, berichtete der Blondschopf eifrig, während Cathleen einen Blick auf die Uhr warf: Kurz nach zwölf! „Ich warte auf die Pizza“, entschied Cath und fing an zu grinsen, „Allerdings hätte ich jetzt schon mal Hunger auf was anderes....“

Hingebungsvoll liebkoste sie seinen Oberkörper. Sie hätte sich ihm dieses mal sogar freiwillig unterworfen, obwohl sie es liebte, mit ihm um die Führung zu kämpfen. Doch jetzt wollte sie ihn einfach nur spüren und das wollte Cathleen ihm zeigen.

Duncan musste sich förmlich dazu zwingen, keinen allzu großen Gefallen an ihren Berührungen zu finden. Diese Frau brauchte ihn noch nicht einmal zu berühren und schon könnte er über sie herfallen. „Süße, nicht...“, presste er hervor, „Ich muss wieder runter und das Essen fertig machen. Außerdem bist du noch krank!“ Eilig schlüpfte er aus dem Bett in eine Jogging Hose und verließ mich nacktem Oberkörper das Zimmer. „Und ich bin nicht krank!“, murrte Cathleen und schlug auf das Kissen neben sich.

Nach ihrem Geschmack lag sie schon viel zu lange unnütz im Bett herum und wurde von ihrem Freund bemuttert. Damit war jetzt jedoch Schluss. Sie wollte Duncan und sie würde alles versuchen, um ihn jetzt zu verführen.

Mit einem gewinnenden Lächeln auf den Lippen stieg sie die Treppe hinunter. In der Tür zur Küche blieb sie kurz stehen, um Dunc zu beobachten, der emsig vor sich hin hantierte. `Gott, wie sexy er aussieht´, dacht die junge Frau beim Anblick seines nackten muskulösen Oberkörpers und biss sich auf die Unterlippe.

Nun hüpfte sie auf die Arbeitsplatte, direkt neben den ausgerollten Pizzateig und schlug die Beine übereinander. „Gehst du freiwillig zurück ins Bett oder muss ich dich dahin tragen?“, fragte Duncan und zwang sich, sich ganz auf die Fertigstellung der Pizza zu konzentrieren. Er wusste, er würde ihr verfallen, wenn er sie jetzt ansah, wie sie sich lasziv über die Lippen leckte und ihn verführerisch ansah.

„Keins von beidem, Schatz! Warum siehst du mich denn nicht an?“ „Weil ich ganz genau weiß, was du vor hast!“ „Und das wäre?“, wollte sie scheinheilig wissen. Ohne ihn jedoch antworten zu lassen, schlag Cathleen geschickt ihr Beine um seine Taille und zog ihn an sich ran. „Komm schon, Schatz, ich brauche dich....“, hauchte sie ihm ins Ohr und strich über seinen Oberkörper. „Oh Süße, machs mir doch nicht so schwer...“, japste er nach Luft ringend, wobei er versuchte, sich von ihr zu lösen.

Die junge Frau zog nun ihren letzten Triumph aus dem Ärmel. Grinsend schob sie ihre Hand in seine Hose und hörte befriedigt zu, wie der Blondschopf lustvoll aufstöhnte. Jetzt hatte sie ihn an der Angel.

„Das ist gemein....das ist so unfair...“, jammerte der attraktive Sänger, als seine Freundin ihre Streicheleinheiten intensivierte. „Weißt du, was unfair ist?! Das mein Freund mir die Zärtlichkeiten verweigert, nach denen ich mich so sehr sehne....Ich will dich, Dunc....“, drückte sie sich an ihn und der Blondschopf gab sich geschlagen.

„Aber nicht hier“, er hob sie von der Arbeitsplatte auf seine Hüften und trug sie aus der Küche. „Sofa, Sofa, Sofa“, drängelte Cath, die an seinem Ohrläppchen knabberte. Würde er sie nach oben ins Schlafzimmer tragen, käme er sonst noch auf den absurden Gedanken, sie würde doch noch Ruhe brauchen.

„Du bist wirklich ein unersättliches kleines Biest“, raunte er, als er sich über sie beugte und ihr das Top abstreifte. „Was kann ich dafür, wenn du mich so wahnsinnig verrückt machst?!“, lachte die Brünette und zupfte ungeduldig seine bequemen Hose nach unten.

Als Duncan endlich alle Kleidungsstücke entfernt hatte und sie nackt und wunderschön unter ihm lag, liebkoste er zärtlich ihre Brüste. „Lass mich nicht länger warten“, bettelte sie und nestelte an seiner Boxershorts herum, bis sie dem Kampf gewonnen hatte und die Shorts durch den Raum flog....

Sekundenspäter stöhnte die Brünette lustvoll auf und wand sich unter dem jungen Mann, der sie mit seinen Stößen bis an den Rand ihrer Erregung trieb. Und nicht nur Cathleen ging es so....Auch Duncan erlebte durch ihr Stöhnen und Keuchen einen Kick nach dem anderen, bevor er die endgültige Erlösung fand.

Schwer atmend tauschte er mit seiner Freundin die Plätze. Schließlich war sie noch krank und er wollte ihr nicht zu schwer werden. Nun lag Cath auf ihm und schmiegte sich wohlig seufzend an seine Brust, doch irgendwie musste sie jetzt an Anya denken....die junge Frau, die ihren Freund über alles geliebt hatte.....

„Duncan, kann ich dich mal was fragen?“ „Sicher, Süße, schieß los“, ermunterte er sie. „Hast du Anya geliebt?“

Verwirrt kratzte sich der Blondschopf am Kopf. Warum wollte seine Freundin das nur wissen und das ausgerechnet jetzt?

„Du wirst dich jetzt fragen, warum ich das wissen möchte“, fuhr sie fort und erriet somit seine Gedanken, „Weißt du, Anya hat dich über alles geliebt und ich denke, wenn ich damals mehr Abstand von dir gehalten hätte, dann wärt ihr heute immer noch glücklich....vielleicht sogar schon verheiratet und sie hätte dir schon ein Kind geschenkt....“

„Ich war nur mit Anya zusammen, weil....ich weiß auch nicht....Du warst so jung, ich dachte das geht doch nicht...sechs Jahre Unterschied....mein Gott... aber meine Gefühle für dich waren damals schon so unsagbar stark, dass ich dachte, nur so eine gewisse Distanz zwischen uns schaffen zu können. Augenscheinlich hat es ja nicht funktioniert....die Bindung zwischen uns wurde nur noch stärker! Du bist nicht Schuld, hörst du?! Früher oder später hätte ich mich doch von ihr getrennt, selbst, wenn ich dich nicht hätte lieben dürfen. Hast du deshalb die Anzeige zurück gezogen, weil du Schuldgefühle hast?“

„Ja“, gestand sie nun, „Das war ein Grund, aber ich nehme sie deshalb nicht in Schutz, Dunc! Mein Sturz war wirklich nur ein Unfall!“ „Vielleicht habe ich auch überreagiert“, meinte er nun kleinlaut, „aber ich hatte solche Angst, dich zu verlieren und....na ja....meine Wut musste halt irgendwie raus....Ich hätte es nicht ertragen können, wenn dir irgendetwas zugestoßen wäre!“ „Du bist wirklich verboten lieb“, sie hob den Kopf, um in seine blauen Augen sehen zu können, „Ich finds wirklich total süß von dir, wie du dich um mich kümmerst, aber ab jetzt kannst du die Zügel ruhig etwas lockerer lassen. Ich krieg vom ganzen Liegen ja schon Schwielen und das hier....“, Cathleen grinste, während ihre Hand über seinen Körper nach unten glitt und der Blondschopf wieder aufstöhnte, „....setzen wir später noch fort....“

„Warum erst später?“ „Weil mein Magen Hunger auf deine Pizza hat“, lachte die Brünette und löste sich von ihm. Rasch suchte sie ihre Sachen zusammen und verkündete, sie würde sich jetzt eine schöne lange ausgiebige Dusche gönnen.

Kopfschüttelnd, aber grinsend sah Dunc ihr nach, schlüpfte in seine Short und Hose und machte sich wieder an die Pizza. Als diese sich schließlich im Ofen befand, deckte er den Tisch im Wohnzimmer und wartete auf seine Freundin.

Diese machte ihr Vorhaben wahr und Dunc war sich sicher, dass sie den ganzen Warm – Wasser Vorrat Londons aufbrauchen würde.

Nachdem was Wasserrauschen verklungen war, kam die junge Frau schon kurze Zeit später frisch geduscht und umgezogen die Treppe hinunter. Beim Anblick des gedeckten Wohnzimmertisches zog sie erstaunt die Augenbraue in die Höhe.

Belustigt sah Duncan sie an. „Ich gestatte dir heute mal hier zu essen“, meinte er gönnerhaft. „Oh, wie unglaublich großzügig“, spottete Cath sarkastisch und ließ sich neben ihm auf das Sofa plumpsen. „Wie? Keine Gegenleistung?“, harkte er erstaunt nach und als seine Freunden den Kopf schüttelte, stürzte er sich auf sie, um sie nieder zu küssen.

Kichernd schob sie ihn nun von sich runter, als die Eieruhr laut klingelnd die Fertigstellung der Pizza verkündete. „Schatz, bitte, ich hab wirklich Hunger...“ Seufzend erhob sich der Blondschopf und waltete seines Amtes. Ja, er hatte auch Hunger, aber mehr auf sie, als auf diese köstliche italienische Speise, die er nun ins Wohnzimmer trug. Aber wer weiß....vielleicht hatte Cathleen mit „später“ ja schon nach dem Mittagessen gemeint?!

Kaum hatten die beiden jeder ein Stück der duftenden Pizza auf dem Teller, klingelte es an der Tür. „Lee!“, kam es genervt wie aus einem Mund. Dieser Junge hatte wirklich ein Talent dazu, immer dann herein zu schneien, wenn es Essen gab. Als ob er das riechen würde.....

„Vorschlag, du holst noch zwei Teller und ich geh zur Tür“, meinte Cath und schon war sie aufgesprungen und zur Tür gelaufen, während Duncan sich grummelnd erhob und in die Küche schlurfte.

„Mhhhh, rieche ich hier etwa Pizza?!“, schnüffelte Lee übertrieben, als sich die Tür vor seiner Nase öffnete. Er rieb sich über den Bauch und drängelte sich ohne ein weiters Wort an Cathleen vorbei ins Haus. „So was verfressenes...“, schüttelte Cam den Kopf und begrüßte ihre Freundin mit einem Küsschen auf die Wange.

„Das war meine Pizza“, hörten die beiden plötzlich Duncan aus dem Wohnzimmer maulen. Anscheinend hatte Lee sich gleich darüber her gemacht....

.....und richtig....Cath und Cam erblickten den blonden Sänger, wie er sich gierig einen Bissen nach dem anderen in den Mund stopfte. „Cathleen, sag ihm, dass das mein Stück war“, jammerte Dunc wieder wie ein Kleinkind, worauf seine Freundin ihm tröstend die Wange tätschelte. „Jetzt stell dich mal nicht so an, James“, schmatze Lee mit vollem Mund, worauf er sich einen strafenden Blick seitens seiner rothaarigen Freundin einfing. Cam versuchte immer noch ihm zu erziehen und sie hatte es in der Vergangenheit tatsächlich geschafft, ihm ein paar Manieren bei zu bringen, die ihm nur manchmal noch entfielen.

Artig schluckte er und fuhr fort: „Seitdem du dich einfach so mir nix dir nix verkrümelt hast, traktiert uns Johnny nur noch mehr! Willst du nun deine Pizza wieder haben?“

Angeekelt betrachtete Dunc den Teller, den ihm sein Freund unter die Nase hielt. „Ich ess doch nix, was du schon angelutscht hast“, rümpfte der Blondschopf die Nase und nahm sich ein neues Stück.

Während Lee aß, berichtete er über das neuste um Blue, wann wo welcher Auftritt/Interview war und wer sich wann wo blamiert hatte. Lachend kringelten sich die beiden Mädels auf dem Sofa, während Duncan wie ein Marienkäfer auf dem Rücken lag und sich gar nicht mehr einkriegte.

„Ja, klar, du hast gut lachen“, brummte Lee und hätte sich schon wieder selber in den Hinter treten können, dass er davon überhaupt angefangen hatte, „Weißt du eigentlich, wie peinlich das war, ausgebuht zu werden?! Ich hab voll nicht gecheckt, in welcher Stadt wir waren....“ „Das kann auch nur dir passieren“, gluckste der Blondschopf und presste die Hände auf seinen Bauch.

„Sag mal, Dunc, wie steht´s eigentlich mit der „Sache“?“, wollte Lee nun beiläufig wissen und sein Freund hörte wie beabsichtigt auf zu lachen. „Welche Sache?“, er tat so, als wüsste er nicht, wovon Lee sprach. „Muss ich das jetzt hier ausführen?“ „Nein, schon gut! Ich weiß, was du meinst“, presste der attraktive Sänger hervor. Konnte der nicht einmal seinen Mund halten, dachte er ärgerlich.

„Welche Sache?“, mischte sich Cath nun neugierig ein. Genau das hatte Duncan befürchtet, dabei sollte es doch eine Überraschung sein. „Was hältst du von einem Spatziergang, Ryan? Ich glaub, dir tut etwas frische Luft gut“, meinte Duncan bestimmt. „So?“, Lee deutete auf seinen Oberkörper. „Nein, natürlich nicht“, brummte er und als er sich auf den Weg nach oben machte, zischte er seinem Freund noch ein „Halt ja die Klappe“ zu.

„Was heckt ihr schon wieder aus?“, fragte Cath misstrauisch und nahm Lee zusammen mit seine rothaarigen Freundin in die Mangel. Dieser schwieg jedoch beharrlich und als Duncan umgezogen die Treppe runter kam, machten sich die zwei gleich aus dem Staub und ließen ihre verwirrten Freundinnen allein zurück.....

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„Hast du sie eigentlich noch alle? Und dann noch vor Cathleen!“, motze Duncan los, kaum, da sie das Haus verlassen hatten. Schmunzelnd sah Lee ihn von der Seite her an. Er liebte es, wenn sein Freund wie ein H – B – Männchen in die Luft ging.

„Jetzt mal Butter bei dir Fische, Dunc, wie sieht´s aus?“ „Es war noch nicht der richtige Zeitpunkt, okay?!“, wich dieser aus. Lee lachte. „Wenn du darauf warten willst, wirst du es nicht mehr schaffen, dich vor Cathleen hin zu knien, um ihr den Antrag zu machen, ohne Angst haben zu müssen, nicht mehr hoch zu kommen, alter Mann!“ „Unverschämter Bengel“, murrte Dunc und versetzte ihm einen Schlag auf den Hinterkopf. „Komm schon, die Ringe brennen doch schon in deiner Tasche!“ „Woher weißt du....?“ „Ich kenne dich lange genug, Duncan“, lächelte Lee milde und stupste ihn an.

Seufzend zog der Blondschopf das schwarze Samtkästchen aus der Hosentasche und betrachtete die Verlobungsringe, die er seit einiger Zeit schon wie seinen Augapfel hütete. „Es muss etwas ganz besonderes sein...“, murmelte er vor sich hin. „Na, Mr. Romantic, da wird dir doch was einfallen!“ „Das ist gar nicht so leicht, Lee“, er fuhr sich über das Gesicht, „Ich will, dass sie diesen Tag niemals vergisst....“

„Was meinst du, hecken unsere Männer wieder aus?“, fragte Cath zur selben Zeit und räumte grübelnd den Tisch ab. Rasch ging Cam ihr dabei zur Hand und gemeinsam hatten sie innerhalb weniger Minuten alles aufgeräumt. „So lange die beiden nicht aus irgendwelchen Gründen im Knast landen, ist doch alles in Ordnung“, meinte die Rothaarige unbekümmert, blickte ihre Freundin aber dann ernst an, „Wie sieht´s eigentlich mit deinen Plänen aus?“ „Ich weiß nicht, ob ich das echt durch ziehen soll...“, zweifelte die junge Frau und zog die Beine an ihren Körper, nachdem sie sich wieder ins Wohnzimmer begeben hatten. „Ich bitte dich, Cathleen! Deine Idee ist genial...schlicht und doch total romantisch! Er kann gar nicht anders, als „Ja“ sagen“ „Und wenn er für diesen Schritt noch nicht bereit ist?“, kramte sie ihr nächstes Argument hervor. „Es stimmt doch alles zwischen euch, oder etwa nicht?!“ Cathleen errötete leicht beim Gedanken, an ihre persönliche Vorspeise von vorhin. „Mehr als das....“ „Na also! Warum sollte er dich dann nicht heiraten wollen?!“ „Ich weiß auch nicht....Ich hab einfach nur Angst, vor ner Abfuhr...“ „Immer cool bleiben“, lächelte Cameron ihre Freundin enthusiastisch an, „Wenn dein Liebster wieder mit den Jungs unterwegs ist, helf ich dir bei den Vorbereitungen. Ich will ja schließlich auch mal den Brautstrauß fangen....“

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Gut eine Woche später schloss Duncan sich wieder schweren Herzens der Band an, obwohl er lieber bei Cathleen geblieben wäre. Diese hatte sich von ihm nicht überreden lassen, noch ein paar Tage zu hause zu bleiben und ging nun wieder zur Uni.

An diesem späten Nachmittag wollte Cath nun zusammen mit Cam´s Hilfe, ihren Plan in die Tat zusetzen. Das große weiße Betttuch hatte sie schon auf dem Wohnzimmerboden ausgebreitet, als Cameron endlich klingelte.

Eilig sprang die junge Frau auf und ließ sie eintreten. „Hast du alles gekriegt?“, fragte sie nervös und Cam leerte die Tasche aus, die sie gerade noch in der Hand gehalten hatte. Heraus purzelten Pinsel und die benötigten Farben. „Ganz ruhig, Cath“, schmunzelte die Rothaarige, „Es wird schon alles gut gehen!“

Sofort machten sich die beiden Freundinnen ans Werk. In großen Lettern malte Cam „Will you marry me?“ auf das Betttuch und malte es dann anschließend mit roter Farbe aus, während Cathleen in die eine Ecke zwei Tauben zeichnete, die miteinander schnäbelten und in die andere ein paar Verlobungsringe malte.

„An uns sind zwei echt Künstler verloren gegangen“, meinte Cam gespielt eingebildet, nachdem sie zusammen ihr Werk im Wohnzimmer aufgehängt und begutachtet hatten. Zum Schluss verteilen die beiden noch Unmengen Kerzen im Raum. „Oh je, schon so spät“, meinte Cathleen und knetete nervös ihre Hände. „Dann zünde ich noch schnell die Kerzen an, nicht, dass uns noch das Haus abfackelt“, Cam deutete auf ihre Hände, die leicht zitterten und entzündete rasch ein Streichholz.

Fünf Minuten später wurde das Zimmer von unzähligen Kerzen erhellt, die es in ein sanftes Licht tauchten. „Perfekt!“, lächelte die Rothaarige zufrieden, „Du machst das schon!“, verabschiedete sie sich von Cath, stich ihr noch einmal aufmunternd über den Arm und verließ das Haus.

Vor der Tür blieb sie stehen, atmete die unverwechselbare Luft Londons ein und hoffte, dass alles gut gehen würde. `Warum soll es nicht gut gehen? Duncan liebt sie!´, schalt sie sich selbst. Ihr Blick glitt die Straßen hinauf und sie fixierte erschrocken das Auto ihres Freundes. „Awww Lee, dein Timing ist wie immer perfekt“, meckerte sie leise und hetzte um die Ecke des Hauses, um sich dort zu verstecken.....

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`Cam denkt wohl, ich hätte sie nicht gesehen´, dachte Lee amüsiert, `Ich bin doch nicht blind....na ja....jedenfalls nicht immer...´ Irgendwas war da doch im Busch, wenn sie so schnell um die Ecke verschwand, wo sie genau wusste, dass er sie entdeckt hatte.

„Lee....“, setzte Simon an, der neben ihm auf dem Beifahrersitz saß. Auch er hatte Lee´s Freundin erspäht und wunderte sich über ihr merkwürdiges Verhalten. Kaum merklich schüttelte der blonde Sänger den Kopf. Irgendwie hatte er das Gefühl, dass er das jetzt nicht laut mit dem dunkelhäutigen Mann diskutieren sollte, zumal es Duncans Haus war und dieser nichts bemerkt hatte, da er sich angeregt mit Antony unterhielt.

Lee hielt nun vor seinem Haus, Dunc verabschiedete sich und ging, ohne sich noch einmal umzuschauen, ins Haus. Der blonde Sänger ließ seinen Wagen noch ein Stückchen weiter rollen und winkte Cam zu, die sich an die Wand drückte. Grinsend stieg er aus, während Simon und Antony es ihm gleich taten.

„Spielst du Verstecken?“, fragte Lee und lehnte sich an die Hauswand. „Das müsste ich nicht, wenn du fünf Minuten später gekommen wärst“, fauchte die Rothaarige leicht gereizt. „Du kannst dich auch nicht entscheiden“, seufzte er und meinte dann an seine Freunde gewandt, „Bin ich zu spät, ist es nicht richtig und „komme“ ich zu früh....“ Die Jungs und er lachten über seinen Witz lauthals los, was Cam gar nicht so witzig fand.

„Jetzt seid doch leise“, zischte sie, „Nachher hört Duncan euch noch und ihr macht Cathleen damit den ganzen Antrag kaputt!“ Schlagartig verstummten die jungen Männer. „Antrag? Was für n Antrag?“, fragte ihr Freund drängend. „Heiratsantrag! Schon mal wa....“ „Aber das geht doch nicht!“ „Warum?“ „Weil Duncan das doch morgen machen wollte! Und ist doch endlich so was schönes eingefallen! Eine romantische Ballonfahrt über London und Umgebung und jetzt macht ihr uns alles zu nichte!“, mit jedem Wort jammerte Lee immer mehr. „Tja, wir waren eben schneller!“, grinste die junge Frau und strich ihm tröstend über die Wange. „Trotzdem läuft alles falsch!“, murrte Lee, „Der Mann war schon immer Jäger und Sammler. Der Mann hat schon immer das Geld mit nach hause gebracht und es ist auch seine Aufgabe, den Heiratsantrag zu machen!“

Verdutzt schaute Cam ihn an. Sie entdeckte an Lee immer noch neue Seite und vielleicht war es gerade das, was sie so sehr an ihm liebte. Zwischen ihnen würde es garantiert nie langweilig werden, denn wer hätte gedacht, dass Lee ein kleiner Chauvi war?!

Lächelnd schmiegte sie sich nun an ihn. „Du kannst Dunc ja fragen, ob er dir die Ballonfahrt abtritt, um alles richtig zu machen...“ Lee erwiderte ihr Lächeln. Ja, das war wirklich keine schlechte Idee....

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Währenddessen hatte Cathleen, als sie die Ankunft der Jungs bemerkt hatte, schnell die Musik angeschaltet und Duncan an der Tür abgefangen. „Schließ die Augen“, befahl sie ihrem verdutzten Freund und er tat artig, was sie wollte, „Du darfst sie erst wieder aufmachen, wenn ich es dir erlaube!“ Sie führte ihn ins Wohnzimmer und der Blondschopf lauschte der Musik, als er spürte, wie Cath sich in seine Arme schmiegte....

“Baby I would”

Would I walk through fire just to be with you – to be with you
Would I cross the ocean just to hold you
Would I give up all to see your smile – to see your smile
Would I walk trough hell and not think twice

Baby I would – Baby I will – Baby I´ll do that gladly
Be all you need – do anything – to make you happy
Baby I could – Baby I can – do anything you ask me
Baby I can – Baby I could – Baby I would


Cathleen hatte den ersten Teil leise mit gesungen und sah nun, wie sich auf Dunc´s Lippen ein Lächelnd ausgebreitet hatte. Sie atmete noch einmal tief durch, bevor sie los legte...

„Duncan, ich hab das Gefühl, dich schon mein ganzes Leben lang zu kennen, was ja auch beinahe stimmt. Ich liebe dich schon, seit ich 16 war und seitdem sind meine Gefühle für dich mit jedem Tag nur noch stärker geworden. Auch, wenn es einige Zeit gedauert hat, bis wir unserer Liebe freien Lauf lassen konnten, so hat uns stets ein starkes Band miteinander verbunden......“


Would I be the harbour – always there for you (there for you)
Would I be the shelter that would shield you
Would I be the loving light to light your war (light your way)
And would I defend you with my life

Baby I would – Baby I will – Baby I´ll do that gladly
Be all you need – do anything – to make you happy
Baby I could – Baby I can – do anything you ask me
Baby I can – Baby I could – Baby I would


„Du hast mich schon immer verstanden, kanntest meine Gedanken, meine Gefühle und Sehnsüchte. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich an der Seite eines anderen Mannes glücklicher geworden wäre, als an deiner! Schatz, ich liebe dich....“


Keep you from the cold – I´ll be there to hold you
And if tears should find your eyes – I would be the one to dry them
I would risk it all – and give it all to you

Baby I would – Baby I will – Baby I´ll do that gladly
Be all you need – do anything – to make you happy
Baby I could – Baby I can – do anything you ask me
Baby I can – Baby I could – Baby I would


„....und nun öffne die Augen!“ Wieder tat Duncan, was sie von ihm wollte und blinzelte in das von Kerzen erleuchtete Wohnzimmer. Sofort fiel ihm das riesige Betttuch ins Auge, auf dem in großen Buchstaben „Will you marry me?“ geschrieben stand. Sprachlos starrte er es einige Sekunden an, während Cathleen sich ängstlich an ihn drückte und das Gesicht an seiner Brust vergraben hatte. Duncan löste sich leicht von ihr und hob ihr Kinn an, damit sie ihn ansehen musste.

„Ja“, lächelte er nun, „Ja, ich will dich heiraten!“ Schluchzend fiel Cath ihm um den Hals und Duncan wirbelte sie lachen um sich herum. „Warum weinst du denn jetzt?“, fragte der Blondschopf und küsst sacht ihre Tränen weg. „Vor Freude und Erleichterung! Ich hatte...na ja...schon irgendwie Angst, dass du „nein“ sagst“, gestand sie. „Wie könnte ich denn.....wenn ich das selbe vor hatte?!“, er zog das schwarze Samtkästchen hervor und hielt es ihr geöffnet unter die Nase.

„Du wolltest auch...?“ „Ja, morgen! Ich wollte eine romantische Ballonfahrt mit dir machen und ich hoffe, du bist mir jetzt nicht böse, wenn ich die an Lee weiter gebe....vielleicht wird’s ja noch ne Doppelhochzeit?!“

Lächelnd verneinte sie, nahm den Ring, der für Duncan bestimmt war und streifte ihm den Ring über. Duncan tat das selbe bei ihr und zog sie ganz nah an sich ran, um seine Verlobte leidenschaftlich zu küssen.

Als er ihre Lippen wieder frei gab, flüsterte er ihr etwas ins Ohr, dass Cathleen nie vergessen würde: „Some things are meant to be, so make it happen....“


~THE END~




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