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How do I?


Er dachte die große Liebe gefunden zu haben…
Er dachte, er würde für immer mit ihr zusammen bleiben…
Er dachte, das Schicksal hätte sie nicht umsonst vereint…

Doch dann stellt sich plötzlich die Frage, wie er über sie hinweg kommen soll?
Wie er je wieder das Leben leben soll, dass er kannte?
Wie soll er über sie hinweg kommen, wenn sie alles das mit nimmt, was er für wahr hielt?
Und er fragt sich, ob sie es auch fühlt…Tust du es?

So how do I get over you
How Do I survive living half the life that I knew
Oh how do I get over you?
When you take away
Everything I held to be true
I wonder if you feel it too, do you?

***********************************************************


Nach einigen Diskussionen mit dem Londoner Flughafen Personal musste ich also tatsächlich meinen Flug von London nach Rom in der Touristenklasse verbringen. Ich hätte mich ja direkt hier rein gesetzt, aber mein Manager hatte es sich einfach nicht nehmen lassen, eine lebhafte Diskussion mit dem Bodenpersonal zu führen. Dabei konnten die nicht mal etwas dazu! Er hatte es ganz einfach verbockt! Aber trotz seinem ewigen Lamentieren hatte er die Diskussion verloren, was mich insgeheim freute. Ich glaube, manchmal wäre es wirklich weniger hektischer ohne ihn und sein sinnloses Rumgeblubber. Das sind die Zeiten, in denen ich Johnny vermisse, unseren Blue – Tourmanager. Der hatte wenigstens immer alles im Griff… Ok, aber genug rumgeheult, das bringt ja eh nichts…

Vielleicht sollte man dem hinter mir das auch mal sagen… „Es tut mir so leid Junge! Ich kann mir nicht erklären, wie das geschehen konnte“, entschuldigte sich Bruce nun schon zum tausendsten mal, was mich genervt die Augen verdrehen ließ, weil er jedes Mal hinzu fügte, dass sie ihn noch kennen lernen würden. Ich sollte wirklich darüber nachdenken, mir einen neuen Manager zuzulegen…

„Jetzt bleib mal ruhig, Bruce! Das ist doch alles kein Beinbruch“, murmelte ich, während ich mich in die Schlange zum Boarding einreihte. „Du hast aber was besseres verdient, immerhin bist du berühmt!“, empörte er sich. Na toll und das war gleich zu setzen mit verwöhnter Fatzke oder wie??! Danke für das Kompliment, Bruce! Wenigstens würde ich ihn gleich hinter mir lassen können, denn Bruce hatte nicht nur für mich einen falschen Platz gebucht. Er hatte seinen komplett vergessen! So wurde mir wenigstens ein Tag ohne ihn beschert, denn er hatte erst Morgen einen Sitz in der nächsten Maschine bekommen. Nach zahlreichen Belehrungen seinerseits, wie ich mich zu benehmen hätte, ließ ich ihn einfach stehen und lief über die Gateway zum Flugzeug, wo mich gleich eine hübsche blonde Stewardess in Empfang nahm.

Nach einem kurzen Blick auf mein Ticket, zwinkerte sie mir verführerisch zu. „Hab ich es mir doch gleich gedacht! Dann will ich sie mal zu Ihrem Platz begleiten!“ Zügig bahnte sie uns einen Weg durch die engen Sitzreihen des kleinen Flugzeuges. „Es tut mir so leid, daß sie nun ausgerechnet in der Touristenklasse sitzen müssen, aber wir sind hilflos überfüllt.“ Neugierig ließ ich den Blick über die voll besetzen Sitzreihen gleiten.“ Wie lange war ich schon nicht mehr Touristenklasse geflogen? Und anscheinend hatte mich bis auf Blondi noch Niemand erkannt, so daß ich hier wohl auch in Ruhe Eindrücke sammeln konnte. Schnell warf ich einen Blick auf das auf ihrem prallen Busen befestigte Namensschild und wandte mich an die Stewardess, die sich immer noch fortlaufend entschuldigte. „Kein Problem Mindy. Der Fehler liegt eindeutig bei meinem Management. Ich werde es mir für diesen kurzen Flug einfach hier gemütlich machen.“ „Wenn sie aber doch etwas brauchen, klingeln sie einfach nach mir.“ Sie ließ ihren Blick nocheinmal gierig über mich gleiten. Sie hatte mich erkannt! Typisch Groupie! „Danke!“

Mit einem zufriedenen Seufzer ließ ich mich in meinen Sitz gleiten, zog mein geliebtes Kissen aus meinem Rucksack und streckte meine langen Beine probeweise im Gang aus. Eigentlich war es doch gar nicht so schlecht hier, zwar etwas eng, aber das war ja überall so. Außerdem würde der Flug ja eh nur gut zwei Stunden dauern, bevor der Flieger wieder den Boden berühren würde und diese Zeit würde ich einfach verschlafen. Nichts leichter als das, denn bei meinem Job, den ich zwar über alles liebte, aber trotzdem musste ich froh sein, mal ein paar Stunden am Stück schlafen zu können. Zwar war mein Terminplan ziemlich eng, doch ich war stolz auf das, was ich erreicht hatte. Ich hatte mich von Blue los gesagt und mein eigenes Ding durch gezogen, was mit Erfolg gekrönt war. Dabei war es nicht so, dass ich Blue nicht vermisste…nein, so war es ganz sicher nicht. Die Band und meine Jungs bedeuteten mir immer noch sehr viel und eines Tages, wenn wir alle das erreicht hatten, was wir wollten, würden wir wieder zu einander finden. Doch bis dahin hatten wir noch fast ein Jahr, um unsere bzw. meine Energiereserven wieder aufzuladen.

Zum Schluss war es nicht mehr das, was es einmal war….Die Luft war raus und wir alle, nicht nur ich, hatten die Orientierung verloren. Es wurde an der Zeit, etwas Neues auszuprobieren, mich selbst zu beweisen, mir zu beweisen, dass ich es auch alleine schaffen kann. Trotz allem stand ich noch immer in engem Kontakt zu den Jungs, denn wer anders kennt dieses Biz und das, was es mit sich bringt, besser als meine drei besten Freunde?! Irgendwann mussten wir wirklich mal wieder einen drauf machen, nur war es so schwer, unsere Termine zu koordinieren, da wir nicht immer bei denselben Shows auftraten, trotzdem muss das doch irgendwie hinzukriegen sein’, dachte ich gähnend und wollte mich in mein Kissen kuscheln, als ich ein Wimmern neben mir vernahm…

Neben mir saß eine kleine zierliche junge Frau mit schwarz gelockten Haaren, deren Finger sich krampfhaft um die Armlehnen des Sitzes geschlossen hatten. Angstvoll starrte sie aus dem Fenster und bei jedem Geräusch, dass das Flugzeug von sich gab, zuckte sie schreckhaft zusammen. Vorsichtig, um sich nicht noch mehr zu verschrecken, tippte ich sie mit dem Zeigefinger an: „Ähmmm…Sind sie Okay?“ Große wunderschöne blaue Augen, die sich vor Panik geweitet hatten, musterten mich, bevor ihr ein leiser Aufschrei entfuhr, als sich das Flugzeug in Richtung Startbahn fort bewegte. Dabei hatten sich ihre Finger unwillkürlich mit meinen verschränkt. „Ich hab solche Angst vorm Fliegen“, wimmerte sie leise, worauf ich beruhigend ihren Handrücken zu streicheln begann. „Das brauchst du aber doch gar nicht zu haben! Das Flugzeug ist nun wirklich….“ „….das sicherste Verkehrsmittel, dass es gibt?!“, beendete sie mit einem ironischen Unterton meinen Satz, „Dessen bin ich mir bewusst und trotzdem kann ich nichts gegen meine Flugangst machen…“

Ich löste die angenehme Verschränkung unserer Finger und legte meinen Arm um sie. „Ich weiß, dass war nicht gerade mein bester Spruch, also machen wir es anders…Du lehnst dich an mich und ich werde dich so zu quatschen, dass du mich anflehen wirst, wieder damit aufzuhören!“ Widerwillig lachte sie leise, was mich eine Augenbraue in die Höhe ziehen ließ: „Was? Glaubst du mir etwa nicht? Also wenn ich eines kann, dann das“, nun musste sie auch lachen. Doch das war leider nur von kurzer Dauer, denn als der Pilot die Maschinen vor dem Start noch einmal aufheulen ließ, zuckte diese reizende junge Frau heftig zusammen und presste sich regelrecht an mich, ihren Kopf total in meinem Pulli vergraben. „Keine Angst“, flüsterte ich leise, „Sieh mal, wir sind schon in der Luft…“ „Ehrlich?!“, Ihr Gesicht kam wieder aus meinem Pulli zum Vorschein und sie beäugte misstrauisch ihre Umgebung, als würde sie nur darauf warten, dass die Stewardessen jeden Augenblick in Panik ausbrechen würden. Als das Fahrwerk unter uns erzitterte, schlüpfte sie gleich wieder in meine Arme und ich fragte mich, warum sie nur solche Angst vor dem Fliegen hatte. Ich glaube, ich würde mich auf dem Wasser wesentlich unwohler fühlen…eigentlich brauchte man ja nur den Fuß aus der Haustür zu setzen, um sich den Hals zu brechen…

-Amy-

Warum tat ich mir diese Fliegerei überhaupt an? Ich wusste doch, daß ich gegen diese verfluchte Panik überhaupt nichts ausrichten konnte! Und dann auch noch allein. Aber ich musste fliegen, um meinen Traum in die Tat umzusetzen und da ich Niemanden hatte, der mich hätte begleiten können, musste ich halt dadurch. Nur mit einem so netten Sitznachbarn hatte ich nicht gerechnet. Die meisten Leute musterten mich kalt oder schienen von meinen kleinen Schreien eher genervt zu sein. Er aber hatte einfach seine Schulter zum Anlehnen angeboten und ich hatte sie, ohne zu überlegen, angenommen. Was mir jedoch mittlerweile schon fast peinlich war. Immerhin war das hier ein Wildfremder!

Vorsichtig lehnte ich mich in meinem Sitz zurück, die Augen immer noch fest geschlossen. Langsam hob ich eine Augenlid und warf einen Blick durch das kleine Fenster neben meinem Sitz. Wir hatten den Erdboden tatsächlich schon ein ganzes Stück unter uns gelassen! Fasziniert davon, wie die Häuser unter uns immer kleiner wurden, lehnte ich mich ein Stück nach vorne, um gleich darauf wieder in die Arme des Fremden zu schlüpfen.

„Hey hey.“ Ein warmes Lachen ließ seinen Brustkorb erzittern. „Das war doch nur das Fahrwerk, daß der Pilot wieder eingefahren hat.“ Als ob ich das nicht wüsste! Doch jedes kleine noch so unwichtige Geräusch machte mir ganz furchtbare Angst. „Willst du nicht doch noch einen Blick nach draußen werfen? Wir sind schon über den Wolken.“ Eigentlich würde ich am liebsten den ganzen Flug genau dort verbringen, wo ich mich gerade befand, denn die Wärme seiner Umarmung und vor allem sein männlicher Geruch hatten etwas tröstliches. Aber ich durfte die Geduld dieses netten Fremden ja auch nicht überstrapazieren. Als ich meine Gesicht langsam wieder hob, verschränkte er wie selbstverständlich die Finger wieder mit meinen. „Nur so zur Sicherheit!“ „Danke!“

Verlegen musterte ich nun meinen Sitznachbarn. Groß, blond und gutaussehend! Der Typ, der reihenweise Mädchenherzen eroberte! Doch anscheinend war ich kein mögliches Opfer, denn statt mich anzuflirten, saß er gemütlich in seinen Sitz gekuschelt, hatte seine langen Beine bequem in Gang ausgestreckt und hielt einfach nur meine Hand. „Ich heiße übrigens Amy.“ Ein freundliches Lächeln überzog sein jungenhaftes Gesicht und seine Augen strahlten schelmisch mich an. „Hi Amy!“ Er schein nicht vorzuhaben, mir seinen Namen freiwillig zu sagen, also musste ich wohl fragen. “Und wie heißen...“ Bevor ich ausreden konnte, unterbrach er mich schon. „Waren wir nicht eben schon beim DU angekommen?“ „Ja.. ähm.. ähm!“ Verlegen senkte ich den Blick.

-Lee-

Aber süß war sie schon, dass muss ich zugeben und ganz sicher nicht eines von diesen 0815 Mädels, die sich mir tagtäglich um den Hals warfen. Nein, sie war anders…und wie verdammt süß sie sich vorstellte und dann wieder zum ‚Sie’ übergehen wollte. Also ich glaube, darüber sind wir doch schon weit hinaus, worauf ich sie auch gleich hinwies. Zumindest wusste ich jetzt schon mal ihren Namen…Amy…verträumt und verspielt…ja, das passte wirklich zu ihr…

„Jetzt weiß ich aber immer noch nicht Ihren…nein, DEINEN Namen“, korrigierte sie sich selbst, was ich mit einem zufriedenen Kopfnicken quittierte. „Ich heiße Lee“, grinsend schüttelte ich ihre Hand, worauf sie mich etwas irritiert musterte. „Alles klar???“

„Ja, sicher…ich…ich habe nur das Gefühl, dich irgendwo schon mal gesehen zu haben…“, murmelte sie und musterte mich dabei mit ihren blauen Augen. „London ist klein…Da kann man sich schon mal über den Weg laufen“, witzelte ich und zwinkerte ihr dabei schelmisch zu. „Natürlich…bei so einem kleinen Nest...“, erwiderte sie ironisch und lachte, wobei sie erst recht wunderschön aussah. Süße Grübchen kamen zum Vorschein und ihre Augen funkelten fröhlich vor sich hin. „Nein, nein, ich weiß ganz genau, dass ich dich schon mal irgendwo gesehen habe“; grübelte sie vor hin und prüfte mich wieder eingehend. "Oh ich Trottel!" Eilig zog sie ihre riesige Handtasche auf ihren Schoß und nestelte aufgeregt darin rum, bis sie mit einem erfreuten Schrei eine CD herauszog. "Die hab ich mir gestern gekauft. Ich nehm mir nämlich aus jedem Land, wo ich bin, die CD mit, die gerade auf Nummer 1 der Charts ist." „Oh, jetzt hast du mich aber eiskalt erwischt“, gespielt entsetzt schlug ich mir die Hand vor den Mund und grinste sie dabei frech an. „Spinner!“, lachte sie und musterte mich dann wieder prüfend. „Ist noch was, was dir an mir auffällt?“ „Ich…nun ja…ich frage mich nur gerade, was jemand wie du in der Touristenklasse macht…“ Seufzend rollte ich mit den Augen und schüttelte den Kopf. Sah ich etwa wirklich so verwöhnt aus?! Ich sprach meinen Gedanken laut aus, worauf Amy wieder lachte: „Nein, aber man erwartet nun mal etwas anderes…“ „Man oder du??!“, schoss ich sofort angriffslustig zurück. „Ich würde sagen, allgemein“, versuchte sie sich aus der Affäre zu ziehen. „Nein, nein, sag schon, jetzt will ich auch deine Meinung über mich wissen“, erwartungsvoll sah ich sie an und wartete auf meine Antwort….

-Amy-

Da hatte mich doch jemand ganz charmant in eine Falle gelockt! Ich setzte mein schönstes Lächeln auf, klimperte zweimal mit den Augenlidern und strahlte ihn an. „Na ja... Lee. Du bist der erste Star, den ich kennen gelernt habe.“ Vergnügt musterte er meine Ausweichversuche. „Aber was man so über dich in den englischen Zeitungen liest.“ Ich kramte meinen großen Kalender aus der Tasche und blätterte den gestrigen Tag auf. Wie jeden Tag hatte ich dort die aktuelle Schlagzeile eingeklebt und an dem Tag war es ausgerechnet Lee gewesen, der sich halb nackt bäuchlings auf einem Bett räkelte. Grinsend reichte ich ihm das Foto rüber, woraufhin er mir den ganzen Kalender aus der Hand riss und mit offenem Mund darin blätterte. „Hey, nur weil du ein Star bist, darfst du noch lange nicht meine Privatsachen durchwühlen!“ „Aber, aber...“ Sein verlegener und gleichzeitig verwirrter Gesichtsausdruck brachte mich zum lachen. „Du warst doch nicht wirklich an all diesen Orten, von denen diese Artikel sind?“ „Lass mich überlegen... doch!“ Wieder begann er zu stottern. „Aber wie kann man in so kurzer Zeit, so viele Orte bereisen?“

„Willst du das wirklich wissen? Das wird aber eine längere Geschichte.“ Sein eifriges Nicken signalisierte mir, das er das wohl wirklich wissen wollte und so begann ich ihm von den Anfängen meiner Weltreise zu erzählen. Vor zwei Monaten war ich aus meinem schottischen Heimatdorf los gezogen, um die Welt zu erkunden. Begonnen hatte ich mit einem kurzen Flug nach Deutschland. Dem Flug, der wohl der Beginn meiner fürchterlichen Flugangst gewesen ist. Der Flieger hatte eigentlich in Köln landen sollen, wurde aber wegen eines fürchterlichen Gewitters nach Düsseldorf umgeleitet. Leider war das Wetter da auch nicht besser gewesen und wir hatten begleitet von Blitzen und Sturmböen landen müssen, da das Kerosin nicht noch für eine weitere Strecke gereicht hätte. Doch die Piloten hatten große Probleme gehabt, die Maschine sicher hinunter zu bringen, da laufend Blitz einschlugen, was zwar nicht lebensbedrohlich war, so aber die Landeautomatik nicht zu nutzen war. Jedenfalls waren wir, als wir den Boden wieder berührt hatten, quer über die Landebahn gerutscht. Seit diesem kleinen Erlebnis, geriet ich schon in Panik, wenn ich nur an Flugzeuge dachte.

„Jetzt kann ich wirklich verstehen, warum du so Panik vorm Fliegen hast.“ Die leisen Worte rissen mich aus diesen Angst einflößenden Gedanken und der Druck seiner Hand gab mir meine Ruhe zurück. Schon komisch, dass ein völlig Fremder mir so ein Gefühl von Sicherheit geben konnte! „Und wohin bist du nach Düsseldorf gereist?“ „Immer noch neugierig?“ Fröhlich grinste er mich an. „Und wie! Mein Wissensdurst ist unersättlich!“ Also erzählte ich weiter von meiner Tour durch Deutschland, nach Frankreich über Österreich, die Schweiz, Norwegen, Schweden, Polen und Russland. „Und alles mit dem Auto?“ „Na ja, fliegen wollte ich erstmal nicht wieder. Aber von Moskau nach London musste ich ja wohl oder übel fliegen.“ „Aber warum England, wenn du aus Irland kommst?“ Er war nicht nur neugierig, sondern hörte auch genau zu. „Ich bin in meinem neunzehnjährigen Leben noch nie aus Schottland heraus gekommen. Noch nicht mal nach England um genau zu sein! Wir haben eine kleines Haus auf der Isle of Skye und ich habe die Insel vorher nie verlassen.“

-Lee-

So schnell hatte ich noch nie so viel über eine Frau erfahren, wie jetzt gerade bei Amy und das beste daran war, dass sie ihre Flugangst total zu vergessen schien. So begeistert, wie sie von ihrer Weltreise berichtete, war das auch kein Wunder. Während sie mir immer und immer mehr erzählte, hatte ich sie keine Sekunde aus den Augen gelassen und immer wieder aufs Genauste gemustert. Amy war nun viel aufgeschlossener und ihre Augen funkelten so sehr, so dass ich schon fast glaubte, kleine Sterne darin entdecken zu können. Wie bezaubernd…

„Ich wünschte, ich hätte auch mal das Glück so eine Weltreise machen zu dürfen“, seufzte ich bedauernd, nachdem sie mit ihren Erzählungen geendet hatte. Amy gluckste daraufhin und sah mich amüsiert an: „Du bist doch jeden Tag unterwegs…London, Spanien, die Schweiz…was willst du mehr??“ „Ja, aber ich bin nicht zum Spaß da! Wenn ich das Wort „Freizeit“ nur erwähne, wird mein Manager schon ganz bleich!“ „Dann solltest du vielleicht nicht zu laut reden…“ „Nein, jetzt hab ich ihn nicht im Schlepptau! Bruce hat falsch gebucht und deswegen hat es mich in die Touristenklasse verschlagen, während er ‚leider’ morgen erst nach kommen kann…“, meinte ich gespielt bedauernd. „Ohhh ja, man merkt dir an, wie sehr du ihn vermisst“, lachte sie und wieder musste ich fest stellen, wie wunderschön sie dabei aussah…

„Weißt du, dass du noch nicht einmal wieder an deine Flugangst gedacht hast?!“, bemerkte ich plötzlich, was sie leicht beschämt zur Seite schauen ließ. „Du musst mich doch für vollkommen bekloppt und kindisch halten“, murmelte sie, worauf ich empört den Kopf schüttelte. Nein, kindisch war sie garantiert nicht….he he, sollte ich es ihr erzählen? Eine Sache von zwei mir bestens bekannten jungen Männern, die sie wirklich nicht mehr alle hatten, wenn es ums fliegen geht…?!

„Glaub mir, es gibt da viel schlimmere Fälle, als dich!“ „Ach wirklich?“, interessiert spitzte sie die Ohren und sah mich auffordernd an. Ohhhh die beiden würden mich killen, sollten sie das jemals raus finden, aber was solls?! Es dient ja einer guten Sache!

„Also pass auf, zwei Freunde von mir, die…“, ich musste schon wieder lachen, weil die Erinnerung, an Duncan, Simon und unsere vergangenen Reisen per Flugzeug einfach nur zum amüsieren waren, „Also Duncan und Simon sind der festen Überzeugung, dass, laut einer durchgeknallten Wahrsagerin, etwas schreckliches passieren wird, sollten die beiden jemals nicht in einem Flieger neben einander sitzen. Verstehst du, die beiden sitzen da zusammen und die Vorstellung, dass die beiden da vielleicht Händchen halten, hat Antony und ich immer so zum lachen gebracht, dass wir uns von Duncan und Simon schon den ein oder anderen Schlag gegen den Hinterkopf eingefangen haben! Aber das war es uns wert“, kicherte ich nicht ganz männlich und vergrub das Gesicht in den Händen, um mich wieder zu beruhigen und nicht in einem Lachanfall zu ende. Wenn Duncan mich jetzt so sehen würde, würde er mich töten und das allein schon mit seinen Blicken…he he, aber was er nicht weiß, macht ihn nicht heiß…

-Amy-

O.K. das war wirklich eine zu köstliche Vorstellung wie zwei gestandene Männer nebeneinander sitzen und hoffen, deswegen nicht abzustürzen. Aber irgendwie konnte ich die Zwei auch verstehen, so daß ich Lee einen strafenden Blick zuwarf, der sein Kichern abrupt enden ließ. „Wenn du so über deine Freunde lachst, wirst du mich wohl doch albern finden?“ „Aber nein!“ Um ihn ein wenig zu ärgern, drehte ich ihm meinen Hinterkopf zu und schaute aus dem Fenster. „Amy! Bitte! Ich wollte doch nur noch mal dein wundervolles Lachen sehen!“ „Mein was?“ Jetzt hatte er wieder meine volle Aufmerksamkeit! „Wenn du lachst, dann lachen auch deine Augen und damit verzauberst du mich total!“ Versuchte da doch Jemand mich anzubaggern? „Lee..“ „Ich weiß, daß hört sich dumm und klischeehaft an und denkst wahrscheinlich, das wär nur so eine Masche von mir, aber ich musste dir das einfach sagen!“ Sein Lächeln war so offen und ehrlich, daß ich ihm einfach glauben musste. „Na gut, dann werde ich dir in meiner unendlichen Güte wohl mal verzeihen! Aber es gibt eine Bedingung!“ „Und die wäre?“ Er hatte sich sofort in seinem Sitz aufgerichtet und musterte mich gespannt. „Jetzt bist du mit erzählen dran! Und glaub mir, ich will Alles wissen!“

Meine Forderung wurde mit einem vergnügten Lachen quittiert und Lee machte sich sofort an die Arbeit, jedoch nicht ohne vorher wieder meine Hand zu ergreifen. Entspannt lehnte ich mich wieder mit dem Kopf gegen seine Schulter und lauschte gespannt den Erzählungen aus seiner Kindheit bis hin zu seiner Zeit mit Blue. Völlig versunken und seinen Geschichten, beruhigt von der Wärme seiner Umarmung schloss ich die Augen, bis ein dumpfer Aufprall mich aus meinen Gedanken riss...

-Lee-

Der dumpfe Aufprall ließ Amy erschrocken zusammen zucken. „Babe, du hast alles überstanden! Wir sind gelandet!“, gluckste ich bei ihrem verwirrten Gesichtsausdruck und war dabei gleichzeitig auch etwas enttäuscht, dass die Zeit so schnell rum gegangen war. Auch Amy hatte davon anscheinend nicht viel mir gekriegt, denn sie hatte förmlich an meinen Lippen gehangen, eine Tatsache, die mir nicht unangenehm war…

Amy war sichtlich erleichtert, endlich aus diesem Flieger raus zu kommen und eilte, gefolgt von mir wenig später zielstrebig zur Gepäckausgabe. Wahrscheinlich war sie jetzt froh, den Flughafen erstmal nicht sehen zu müssen. Gemeinsam machten wir uns auf den Weg nach draußen zu den Taxis. „In welchem Hotel wohnst du eigentlich??“, harkte ich nach, weil ich noch etwas mehr Zeit mit ihr verbringen wollte. Anstatt mir jedoch eine Antwort zu geben, sah sie mich unverwandt an und ich glaub, Schmerz in ihren Augen zu entdecken…

„Ich glaube nicht, dass es gut wäre, wenn ich dir das sage, wo ich wohne…“ „Aber Amy…was ist denn plötzlich los? Ich meine, wir haben uns doch so gut verstanden! Es war so, als würden wir uns schon…“ „…eine Ewigkeit kennen?!“, ergänzte sie und ich konnte Verbitterung in ihrer Stimme wahr nehmen. Sie sah zu Boden und blickte mich dann wieder traurig an, „Eine Ewigkeit ist manchmal kürzer, als du denkst, Lee…“

Das war das letzte, was sie mir zuflüsterte, bevor sie sich umdrehte und mit einem der Taxis verschwand. Nachdenklich blickte ich dem Taxi hinterher und mich beschlich mehr und mehr das Gefühl, das diese Frau etwas zu verbergen hatte, das da ein Geheimnis war, dass sie umgab und dieses wollte ich lösen…mit allen Mitteln!

Es war zwar nicht einfach, aber ich hatte es geschafft und nun stand ich hier vor ihrem Hotelzimmer, wobei ich mir immer noch nicht sicher war, was sie mit ihrem letzten Sat z gemeint hatte und ob sie mir verraten würde, was sie mir damit sagen wollte. Ich wusste nur eines und zwar, dass ich sie jetzt wieder sehen musste! Entschlossen klopfte ich also an ihre Tür…

-Amy-

Ein heftiges Klopfen an der Tür riss mich aus den schönsten Träumen. Murrend wickelte ich die Bettdecke fest um mich und schlurfte zur Tür, die ich dann langsam einen Spalt öffnete. Vom hellen Flurlicht geblendet, musste ich blinzeln und meinte plötzlich zu erstarren. „Lee?“ „Ja ich.“ Entschlossen öffnete er die Tür soweit, daß er sich durch den Spalt hindurch quetschen konnte und ließ sie hinter sich ins Schloss fallen. „Wie... wie..“ Woher hatte er nur mein Hotel erfahren können? „Woher ich weiß, daß ich dich hier finden kann? Das war keine leichte Aufgabe, aber wozu ist man denn berühmt?“ Er grinste schelmisch wie ein kleiner Junge, weil mir bei dem Gedanken an unser Gespräch im Flieger gleich wieder warm wurde.

„Na gut, ich habe mir die Nummer deines Taxis gemerkt und nach einem Anruf in der Zentrale wusste ich in welchem Hotel du wohnst.“ Schlauer Junge! Auf die Idee wäre ich wohl beim besten Willen nicht gekommen. „Aber du wusstest doch nicht mal meinen Nachnamen?“ „Ja das war wirklich ein Problem! Aber wozu sollte mein männlicher Charme denn sonst gut sein?“ „Dein was?“ Ich konnte mich absolut nicht wehren, aber bei dieser überheblichen Selbstsicherheit musste ich einfach kichern. „Ach du glaubst mir nicht?“ Drohend baute er sich vor mir auf. „Nö!“ Nun war jeder Fluchtversuch zwecklos, denn kaum hatte ich seine Frage verneint, begann er mich zu kitzeln. Lachend versuchte ich mich aus seinem Griff zu befreien, doch er war unerbittlich. Eine Weile kitzelte er mich so durch das gesamte Hotelzimmer, bis ich mich völlig erschöpft auf das Bett fallen ließ.

Langsam ließ er sich neben mir nieder. „Ich bin so froh, daß ich dich wieder gefunden habe!“ Dieser einfache Satz ließ mein Herz in seine Hände fliegen. Wie sehr hatte ich mir gewünscht, ihn wieder zu sehen! „Ich bin auch sehr froh! Ich hatte im Flugzeug das Gefühl, dir ... dir.“ „Ganz nah zu sein?“ Diesmal war er es, der meinen Satz beendete. Und wie Recht er hatte! „Als würden wir uns schon lange kennen!“ Sein Nicken und der Blick aus seinen grünen Augen brachte mein Herz zum flattern! Ich hatte mich verliebt! Und das in einen völlig Fremden! Doch bevor ich Gelegenheit hatte, mich mit diesem Gedanken anzufreunden, begann mein Mund ganz trocken zu werden. Lee sah mich voller Begierde an, seine Augen wanderten über meinen nur spärlich vom Bettlaken bedeckten Körper. Plötzlich war sein Gesicht, seine Lippen ganz nah...

-Lee-

Ich konnte einfach nicht anders! Ihr Blick, ihr Körper lockten mich unaufhaltsam näher! Kurz bevor meine Lippen ihre berühren konnten, schloss sie ihre Augen und seufzte leise. Dieser kleine Laut war wie ein Stoppsignal für mich! Sie war mir in der kurzen Zeit schon so wichtig geworden, daß ich nichts falsch machen wollte. „Amy?“ Verwirrt öffnete sie ihre kornblumenblauen Augen. „Willst du das hier wirklich?“ Ich musste es einfach wissen, denn wenn wir uns jetzt küssten, würde ich sie nie wieder gehen lassen! Doch statt einer Antwort legte Amy einfach ihre Hände um mein Gesicht und zog es zu sich hinunter. Erst sanft und weich berührten ihre Lippen meine, strichen, streiften und forderten schließlich mehr. Ein Schaudern durchlief meinen Körper, als sich ihre Zunge langsam den Weg durch meine Lippen bahnte...

...das noch verstärkt wurde, als ihre Hände sich durch den Spalt meines Hemdes schoben. Ihr Zeigefinger glitt langsam an meinem Rippenbogen entlang, während ihre andere Hand geschickt die restlichen Knöpfe meines Hemdes öffnete. Jetzt glitten beide Hände unter mein Hemd, kraulten sich meinen Rücke hinauf. Spielerisch biss sie in meine nackte Schulter und der süße Schmerz schickte mir Schauer den Rücken hinab.

-Amy-

Seine Gänsehaut, die meine zarten Berührungen bei ihm ausgelöst hatten, gab mir ein Gefühl von Stärke. All diese Empfindungen konnte ich in ihm auslösen. „Ich will dich berühren Amy, dich diese Nacht besitzen!“ Seine wunderschönen grünen Augen sahen mich mit einer Ehrlichkeit an, die mich tief berührte. „Aber das wird nicht alles sein. Wenn wir jetzt miteinander schlafen, wirst du mich nicht mehr so schnell los!“ Mein erster Eindruck von ihm hatte mich getäuscht, er war nicht der Casanova, als den ihn die englische Presse darstellen wollte. Er war ein sensibler Mann, der auf die Frau wartete, die ihn ergänzen würde! Doch diese Frau konnte und durfte ich einfach nicht sein! Doch warum sollte ich mich nicht diese eine Nacht dieser Illusion hingeben? Mir eine Nacht lang nehmen, was ich mir so sehr wünschte? Auch wenn das wohl sehr egoistisch von mir war...

„Amy, bist du noch da?“ Sanft strich er mir eine Strähne aus dem Gesicht, die sich vorwitzig aus meinem Pferdeschwanz gestohlen hatte und senkte seinen Mund wieder zu einem süßen Kuß auf meine Lippen. Ich spürte, wie mein Herz bei der Berührung unserer Lippen, stolperte. Was für ein herrliches Gefühl! Und genau in diesem Moment fällte ich meine Entscheidung! Ich wollte ihn, obwohl ich noch nie in meinem Leben einen Mann gewollt hatte. „Lee, ich muß dir noch was sagen“, murmelte ich leise zwischen zwei Vereinigungen unserer Lippen. „Was denn Süße?“ „Ich ... ich habe noch nie“, meine Stimme begann zu zittern, „mit einem Mann geschlafen!“ Verblüfft musterte er mich. „Oh!“ Würde er mich jetzt nicht mehr wollen?

-Lee-

„Dann ist es mir eine Ehre, daß du dich ausgerechnet für mich entschieden hast!“ Ein leises Lachen perlte von ihren Lippen bei meinem etwas geschwollenen Satz. Aber ich meinte es genauso, wie ich es gesagt hatte, auch wenn ich Angst hatte, ihr weh zu tun. Das erste Mal trug eine große Verantwortung in sich und ich wollte für Amy ein unvergessliches Erlebnis daraus machen.

Vorsichtig drehte ich sie auf den Rücken, so daß sie unter mir zu liegen kam und begann unendlich zärtlich ihre Lippen zu verwöhnen, doch statt es bei dieser sanften Zärtlichkeit zu belassen, eroberte sie hungrig meinen Mund. Mit fiebriger Eile strich sie mein offenes Hemd von meinen Schultern, ließ ihre Hände wieder und wieder über meine nackte Haut gleiten, bis mir jeder Gedanke an Zärtlichkeit fast ausgetrieben war. Von dieser Gier getrieben, ließ ich meine Hände eilig zu dem Bettlaken gleiten, strich es langsam von ihren Schultern, als mir plötzlich zarte schwarze Spitze entgegen blitzte. Der Anblick des zarten Stoffes trieb meinen Blutdruck deutlich in die Höhe und fachte meine Neugierde an. Rasch befreite ich Amy von dem gesamten Laken und wieder gab es schwarze Spitze zu entdecken. Woher hatte ein Mädchen von der Insel nur so verführerische Unterwäsche?

Doch Amy schien mir keine Chance für solche Überlegungen lassen zu wollen, denn ihre kleinen flinken Finger machten sich bereits an den Knöpfen meiner Jeans zu schaffen und zogen sie in Null Komma nix herunter. Jetzt gab es auch bei mir kein Halten mehr, fiebrig vor Hitze öffnete ich ihren BH und kam mir bei dem köstlichen Anblick unsicher wie ein Schuljunge vor, als ich ihre kleinen straffen Brüste mit trockenem Mund musterte. Ihre Brustwarzen standen bereits hart und erwartungsvoll hervor und ich konnte nicht anders, als sie liebevoll mit der Zunge zu liebkosen. Diesmal war es Amy´s Körper, der gänzlich von einer Gänsehaut überzogen war. Sie hatte den Kopf in den Nacken gelegt und stöhnte bei jeder Berührung leise auf. „Lee, ich... komm... bitte!“ Doch so schnell und leicht wollte ich es ihr nicht machen. Vorsichtig zog ich den letzten Rest Spitze von ihren Hüften, streichelte liebevoll die schwarzen Locken, versenkte einen Finger langsam in ihr.

Erfreut über die feuchte Hitze begann ich ihr Innerstes Langsam zu liebkosen und ihre lauten Lustlaute waren mir Belohnung genug. Doch so langsam konnte ich meine Erregung auch nicht mehr verbergen! Und als ob sie das geahnt hätte, machten sich ihr eifrigen kleinen Finger auf den Weg zu meinen Shorts.

-Amy-

Lee´s Berührungen riefen ungeahnte Gefühle in mir wach und ich wollte ihn spüren, in mir spüren und endlich die Erfüllung spüren, nach der sich mein Körper so sehr sehnte, doch kaum hatte ich den Saum seiner Shorts ergriffen, schlug er schon sanft meine Hand weg. „Nicht so schnell Süße!“ Mit einem weiteren sanften Kuß erstickte er meinen stummen Protest schon im Keim, um seinen geschickten Mund kurz darauf um einiges tiefer einzusetzen. Eine Minute später war mein Körper Schweiß bedeckt und ich schrie vor Verzweiflung seinen Namen, bevor ich zu zerreißen drohte.

Total erschöpft sank ich zurück in die Kissen, als Lee sich neben mich gleiten ließ. Erstaunt musste ich feststellen, daß er mittlerweile vollkommen nackt war und die Größe seiner Männlichkeit ließ mich kurzzeitig schaudern. Doch während seine Hände wieder unermüdlich über mich glitten, verlor ich jede Angst, bemerkte sogar erneute Erregung in mir aufsteigen. Der Blick, den er mir nun schenkte, zog mich völlig in seinen Bann, so daß ich nichtmal merkte, wie er langsam in mich stieß, kurz verharrte, um an meinem Blick zu testen, ob er mir weh tat. Doch ich spürte schon lange keinen Schmerz mehr! Ich wollte ihn jetzt einfach nur noch ganz tief in mir haben, mich mit ihm vereinen. Und diesmal würde ich mich nicht vertrösten lassen! Energisch schlang ich beide Schenkel um ihn und zog ihn fest an mich, kurz erschaudernd, als er die letzte Hürde durchbrach. Jetzt schien auch er alle Zurückhaltung über Board zu werfen, denn er bewegte sich immer fordernder in mir. Zog sich zurück, schnellte wieder vor, um schließlich gefangen zwischen meinen kontrahierenden Muskeln in sich zusammen zu sinken...

Fast eine halbe Stunde verging, bevor sich Jemand von uns überhaupt bewegte. Ich fühlte mich unendlich geborgen unter seinem warmen Körper, auch wieder ein Gefühl, was ich bislang nicht gekannt hatte. Und noch ein neues Gefühl war, daß ich schon wieder begann, Lee zu begehren. Wer hätte gedacht, daß mir dieses Gefühl so gefallen würde? Vorsichtig knabberte ich an Lee´s Ohrläppchen, was er jedoch nur mit einem erschöpften Knurren kommentierte. „Na Casanova, geht dir etwa schon die Puste aus?“

-Lee-

Womit hatte ich es nur verdient, diese wunderschöne Frau lieben zu dürfen?? Sie hatte mir ihr erstes Mal geschenkt und es war gar nicht so einfach, dem gerecht zu werden. Immerhin sollte es etwas ganz besonders für sie werden und unvergesslich für sie bleiben…

Deshalb war es auch kein Wunder, als ich erschöpft auf ihr lag und nur ein Knurren von mir gab, als sie sanft an meinem Ohrläppchen herum knabberte. „Na Casanova, geht dir etwa schon die Puste aus?“ Erstaunt hob ich den Kopf und musterte sie durch dringend: „Das heißt, es hat dir gefallen??“ „Nein, es war Grotten schlecht!“, erwiderte sie mit ernster Miene um gleich darauf in schallendes Gelächter auszubrechen, „Dachtest du jetzt etwa wirklich, dass ich das ernst meine???“

Ich zog einen Schmollmund, während sie weiter vor sich hin kicherte und mir schließlich einen Kuss auf die Lippen drückte. Gespielt beleidigt drehte ich mich von ihr weg auf die Seite und spürte gleich darauf, wie sich ihre Hand unter meinem Arm hinweg den Weg zu meinem Bauch bahnte. Sanft kraulte sie diesen und drückte mir jede Menge kleiner Küsse in den Nacken. Ich war schon drauf und dran, weich zu werden, doch so schnell wollte ich sie nicht davon kommen lassen. Ich musste ihr Geheimnis heraus finden!

„Was muss ich tun, damit du nicht mehr schmollig bist??“, hauchte sie, was mich erzittern ließ. „Verrat mir, was du mit deinem letzten Satz meintest! ‚Eine Ewigkeit ist manchmal kürzer, als du denkst, Lee…’ Ich weiß, du wolltest mir damit irgendwas sagen, aber was??“ Ich spürte, wie sie hinter mir erstarrte und sofort aufhörte, meinen Bauch zu kraulen. Würde sie sich mir anvertrauen? Oder war sie einer jener Menschen, der sofort die Tür schloss, um sich zu schützen? Nur vor was??

-Amy-

Oh nein! Was sollte ich nur tun? Lee war ein noch aufmerksamerer Zuhörer, als ich gedacht hatte! Dabei hatte ich das nur gesagt und ihm so einen viel tieferen Einblick in meine Seele gegeben, weil ich gedacht hatte, ihn nie wieder zu sehen. Aber hatte ich nicht vor einer Stunde beschlossen, mir diese eine Nacht zu gönnen und nichts zu bereuen? Und auch, wenn das diesem wundervollen Mann gegenüber mehr als ungerecht war, wollte ich diesem Entschluss nicht untreu werden!

Langsam drehte sich Lee wieder zu mir um, nahm mein Gesicht zwischen seine Hände, um mir keine Flucht zu erlauben. „Ach Lee, das war nur so ein altklüger Spruch, der mir so heraus gerutscht ist!“ Zweifelnd musterten mich seine strahlend grünen Augen. „Ist das wirklich alles, Amy?“ „Ja.“ Um jeden weiteren Zweifel im Keim zu ersticken, presste ich meine Lippen wieder auf seine. Langsam begann er sich wieder zu entspannen und die nächste halbe Stunde wiederholten wir, was wir kurz zuvor so abrupt abgebrochen hatten...

Am nächsten Morgen kitzelten mich fröhliche Sonnenstrahlen wach. Vorsichtig glitt meine Hand übers Bett, auf der Suche nach Lee´s wundervollem Körper, doch der Platz neben mir schein leer zu sein. Verwirrt richtete ich mich auf, blinzelte in das helle Licht und musste feststellen, daß er tatsächlich weg war! Nicht mal eine Nachricht hatte er hinterlassen! Da hatte anscheinend noch Jemand selbstsüchtig diese Nacht genossen!

-Lee-

Am nächsten Morgen hatte ich mich heimlich aus dem Bett verkrümelt, um uns etwas zum Frühstück zu organisieren. Als sich die vielen kleinen verschiedenen Leckereien, die das Hotel anzubieten hatte, endlich in meinem Besitz befanden, machte ich mich auf den Weg zurück in Amy´s Zimmer. Da ich sie unbedingt wecken wollte, natürlich auf meine ganz eigene Art und Weise, machte ich mir nicht die Mühe, zu klopfen. Wozu auch? Ich denke, nach letzter Nacht kannten wir uns gut genug, um uns diese überflüssigen Floskeln zu sparen...oh ja und wie wir uns kennen gelernt hatten…

Voller Vorfreude schupste ich die Tür auf und rollte den Servierwagen herein, als ich auch schon enttäuscht fest stellte, dass Amy bereits aufrecht im Bett saß, wobei sie mich ansah, als wäre ich ein Marsmännchen! „Was guckst du mich denn so an?“, lachte ich und amüsierte mich über ihren komischen Gesichtsausdruck. „Ich…nun ja…“, verlegen blickte sie nun zu Boden, „Ich dachte…du hättest dich aus dem Staub gemacht…“ „Das ist nicht dein Ernst, oder?!“, gespielt beleidigt verschränkte ich Arme vor der Brust, „Dann weiß ich ja, was du von mir hältst!“ „Nein, so war das doch nicht gemeint!“, ihre Stimme überschlug sich fast, als sie zum Bettrand gekrabbelt kam, auf dem Bett vor mir kniete und zu mir aufsah, „Es tut mir leid! So war das doch nicht gemeint…ich….es…“

Blitzschnell hatte ich mich zu ihr runter gebeugt und ihr einen Kuss auf den Mund gepresst. Widerstandslos sank sie nach hinten auf das Bett und zog mich mit sich. „Babe, ich hab so leckere Sachen besorgt! Willst du nicht erstmal was essen??“, murmelte ich zwischen zwei Küssen. „Das tue ich doch gerade...“, grinste sie mich frech an, schnappte sich aber doch eine Erdbeere und schob sie mir direkt in den Mund, so dass ich nichts mehr sagen konnte. „Was hältst du davon? Verbringen wir den ganzen Tag im Bett?“ Oh man, wie verlockend sich das doch anhörte, aber leider Gottes musste ich ablehnen…

„Ich würde nichts lieber tun, aber…mein Job…Ich habe nachher einen Auftritt“, seufzte ich zerknirscht. „Einen Auftritt???“, harkte sie neugierig nach und ihre Augen begannen zu leuchten. „Magst du vielleicht mit kommen?“ „Wenn du mich mit nimmst und ich dich nicht nerve?!“ „Aber ganz und gar nicht! Ich könnte mich eh nicht von dir trennen…“, lächelte ich sie an. Nicht heute und auch nicht morgen…nein, niemals mehr, denn wir hatten noch ein ganzes Leben vor uns…eine Ewigkeit…

-Amy-

Eigentlich hätte ich ja froh sein müssen, daß Lee verschwunden war, aber ich hatte plötzlich eine seltsame Leere empfunden, die ich vorher noch nie gekannt hatte. Warum sollte ich mir also nicht noch einen Tag mit ihm gönnen? Doch sein Vorschlag, mit zu seinem Auftritt zu kommen, war natürlich noch viel besser! Ich hatte noch nie in meinem Leben ein Konzert oder einen Live Auftritt gesehen und das Ganze Backstage miterleben zu können, musste ja noch viel besser sein! Außerdem war ich gespannt, ob sich Lee´s Stimme live genauso gut anhören würde, wie auf der CD in meinem Rucksack.

Leider blieb uns aber nur noch wenig Zeit, daß opulente Frühstück zu genießen, was Lee uns besorgt hatte. Danach hieß es schnell duschen und fertig machen. Während ich bereits vorm Spiegel stand und meine Haare zu einem dicken Zopf flocht, konnte ich Lee beim duschen im Spiegel beobachten. Mir kribbelte es in den Fingern, als sich der breite Wasserstrom seinen Weg an Lee´s Körper hinab bahnte und ich wäre am liebsten zu ihm in die Dusche geklettert, doch wir mussten uns ja leider beeilen. Lee begann leise unter der Dusche zu singen und ich bemühte mich leise kichernd wieder um meine Haare.

Eine halbe Stunde später warteten wir mit unserem Gepäck beladen vor der Tür des Hotels auf unser Taxi. Ich würde mir jetzt noch Lee´s Auftritt ansehen und mich danach auf den Weg nach Venedig machen, ohne Lee, auch wenn ich ihn vermissen würde....

Doch jetzt hieß es erstmal einen italienischen Taxifahrer überleben, der uns in wildestem Fahrstil quer durch Rom manövrierte. Etwas zerzaust standen wir einige Minuten später vor dem Italienischen MTV Studio, wo Lee in einer Stunde auftreten würde. „Endlich wieder fester Boden unter meinen Füßen“, quiekte Lee und warf sich förmlich auf den Boden, um ihn mit Küssen zu bedecken. „Verrückter Idiot!“ Aber ein liebenswerter Idiot! Ich hatte noch nie Jemanden kennen gelernt, der mich so einfach zum lachen bringen konnte und in dessen Gesellschaft ich mich so wohl fühlte. Warm und sicher umfingen mich seine Arme und wir versanken in einem leidenschaftlichen Kuß, bis uns ein lautes Räuspern auseinander fahren ließ...

-Lee-

Der hatte mir ja jetzt gerade noch gefehlt! Irgendwie sorgte er von Tag zu Tag mehr dafür, dass ich mich nach einem neuen Manager sehnte! Wofür hatte ich Bruce eigentlich? Er sollte mir doch die ganzen Sachen vom Hals halten und sich am besten mit dazu, denn nach seinem lauten Räuspern, mit dem er den leidenschaftlichen Kuss zwischen Amy und mir unterbrach, fiel er mir fast um den Hals, als ob wir uns zehn Jahre nicht gesehen hätten. Jemand sollte ihm mal sagen, dass man es auch übertreiben kann und erst recht jetzt, denn er begann aufgeregt los zu plappern. Mein Mund stand am Ende seines Vortrages sperrangelweit offen!

Da verkündete Bruce mir doch einfach mal eben so zwischen Tür und Angel, dass mein dreiwöchiger Urlaub geplatzt sei und er stattdessen ganz tolle Termine für mich arrangiert hatte. Dabei klang er noch euphorischer als sonst und er hatte nicht mit einem Wort nach Amy gefragt. Wer sie sei oder wie ich sie kennen gelernt hatte…nein, einzig und allein plapperte er mit vor stolz geschwellter Brust von diesen Auftritten weiter. Das er sich dabei nicht auch noch auf die Schulter klopfte, war wirklich alles!

Meine Miene verfinsterte sich, worauf Amy vorsichtig meinen Arm berührte. Kaum merklich schüttelte ich mit dem Kopf, nahm ihre Hand und stapfte, gefolgt von einem immer weiter plappernden Bruce in das Gebäude, dass die Studios von MTV beherbergte. Freundlich wurde ich begrüßt und man führte uns zu meiner Garderobe, in der ich kurz verschnaufen und meine Stimme aufwärmen konnte. Dabei musste ich mich wirklich zusammen reißen, damit ich meinem Manager nicht den Hals umdrehte. Ich hatte mich schon so auf meinen Urlaub gefreut und insgeheim geplant, ihn mit Amy zu verbringen und was machte Bruce??

Bevor ich ihn doch noch in Stücke reißen konnte, wurde ich auch schon zu meinem Auftritt gerufen. Amy drückte mir einen zärtlichen Kuss auf die Lippen, bevor sie aus dem Backstage Bereich verschwand und ihren Platz nahe der Bühne einnahm. Nervös spielte ich mit dem Mikro in meinen Händen, bis mein Name erklang, ich noch einmal tief durch atmete und hinaus trat…

Von überall her empfingen mich glänzende Augen und in einigen schimmerten sogar Tränen der Freude, endlich „ihren“ Lee zu sehen. Unglaublich, wie manche Mädchen auf mich reagierte… Das Geschrei war ohrenbetäubend, schwoll aber langsam aber sicher ab, als ich mit meinem Song begann….

All of the things I never did,
I was waiting for the right time,
All of the things I never said,
I was waiting for the right line,
When is the right time the right time,
I'd be waiting all my life,
So I'm gonna show you now,
The only way I know how,

And I don't care who sees,
And I don't care who tells who
I wish the whole world knew,
Baby I've been kissing you,
Though people walking by,
May stare at you and I.
The world is out of view,
Baby when I'm kissing you.


Ich legte mein ganzes Gefühl in den Song….um zu vertuschen, wie sehr es in mir brodelte! Man, ich könnte Bruce noch immer erwürgen, aber er hatte mir einen Strich durch die Rechnung gemacht und wer sagte denn, dass ich das selbe nicht auch machen konnte?!



Girl I had nowhere left to go,
I was waiting for the right sign,
Something you'd say to let me know,
It was time to cross that line,
All of this time I didn't know,
That you were already mine,
Let me take me all the way,
Show you what no words can say,

And I don't care who sees,
And I don't care who tells who
I wish the whole world knew,
Baby I've been kissing you,
Though people walking by,
May stare at you and I.
The world is out of view,
Baby when I'm kissing you.


Tzzz warum sollte ich mir meinen Urlaub von ihm verderben lassen? Mein Blick glitt zu Amy und mein Entschluss verstärkte sich! Sollte Bruce doch seine Auftritte allein machen, wenn ihm so viel daran lag! Für mich gab es jetzt wichtigeres…viel wichtigeres…



Why, should I hide,
When you're close to me,
It's the only time, I'm alive,
And I.

And I don't care who sees,
And I don't care who tells who
I wish the whole world knew,
Baby I've been kissing you,
Though people walking by,
May stare at you and I.
The world is out of view,
Baby when I'm kissing you


Und plötzlich wurde mir bewusst, daß der Song genau das ausdrückte, was ich gerade fühlte. Im Moment gab es nur eine Sache auf der Welt, die mir wirklich wichtig war und das war Amy. Nachdem ich die letzte Zeile gesungen hatte, stürzte ich förmlich von der Bühne, drückte Amy einen Kuss auf die Lippen und ergriff ihre Hand. Eilig zog ich sie hinter mir her, raus aus den Studios. „Wohin zum Teufel willst du Lee?“, schrie Bruce mir hinterher, während Amy und ich schon in einem Taxi saßen. Frech grinsend kurbelte ich das Fenster einen Spalt breit runter: „Ich denke, du hast jetzt erstmal ne Menge zu tun, also will ich dich nicht dabei stören! Bis in drei Wochen, Bruce!“

Und weg waren wir! Während Amy mich mit großen Augen ansah, blickte ich amüsiert zurück auf meinen Manager, der wahrscheinlich kurz vor einem Nervenzusammenbruch stand…

-Amy-

Was war denn das gerade? Erst hatte uns dieses kleine Heinzelmännchen vor dem Auftritt unentwegt zugetextet, sich nicht mal vorgestellt und nun schleifte mich einfach in das nächst beste Taxi. Plötzlich fiel mir ein, daß wir nicht mal unser Gepäck mitgenommen hatten, all meine Kleidungsstücke, meine wenigen Besitztümer standen noch ins Lee´s Garderobe. „Lee, wir müssen zurück! Jetzt!“ „Warum das denn? Willst du nicht mit mir zusammen sein?“ Genau das war ja eigentlich mein Plan gewesen, aber allein die Aussicht darauf, drei Wochen mit Lee verbringen zu dürfen, war einfach zu verlockend. Drei Wochen verliebt Urlaub machen, drei Wochen leben wie eine normale junge Frau. Aber trotz allem konnte ich unmöglich ohne meine Sachen, ohne mein bisheriges Leben weiter reisen. „Natürlich will ich mit dir zusammen sein. Aber Lee, wir haben unsere Sachen dort vergessen und in diesem Koffer ist mein ganzer Besitz, alles was mir wichtig ist!“ „Oh ja, ich vergaß!“

Geschickt fischte er ein kleines silbernes Handy aus seiner Hosentasche und wählte eilig eine Nummer. „Hey Maarit... ja ich bin´s..... nein, nein sag ihm bloß nix.... ich weiß, er ist eine Nervensäge.... Aber ich muß dich um einen Gefallen bitten! Und zwar haben wir unser Gepäck stehen lassen und das brauch ich unbedingt.... das wäre phantastisch! Du bist meine Beste! Tschüß und danke noch mal.“ Mit einem zufriedenen Grinsen packte er sein Handy wieder in seine Hosentasche. „Wer ist Maarit?“ Verflucht! Kaum hatte ich es ausgesprochen, bemerkte ich schon den eifersüchtigen Klang meiner Stimme, doch Lee quittierte meine Frage nur mit einem fröhlichen Lachen. „Kein Grund zur Sorge! Maarit hat sich in meiner Zeit mit Blue um unsere Haare gekümmert und das tut sie jetzt noch bei wichtigen Terminen. Jedenfalls wird sie sich gleich unser Gepäck schnappen, es an Bruce vorbei mogeln und zum Flughafen schicken lassen. Da brauchen wir es dann nur noch in Empfang nehmen!“

Dankbar fiel ich dem wohl besten Mann der Welt um den Hals. „Aber wo wollen wir denn hin? Und schon wieder fliegen? Den Rest von Europa können wir doch auch mit dem Auto erkunden?“ Lächelnd beugte er sich zu mir hinüber, küsste zart meine Lippen und drückte leicht meine Hand. „Europa kenn ich aber schon und da, wo ich dich hinbringen will, können wir halt nicht mit dem Auto hinfliegen. Lass dich überraschen. Es wird dir gefallen!“ Oh Gott, auf was hatte ich mich da wieder eingelassen?

Kurze Zeit später stiegen wir bereits in ein geräumiges Flugzeug. Unser Gepäck hatte Lee kurz davor in Empfang genommen und gleich aufgegeben. Als wir vor dem Eingang des Fliegers standen, drehte sich Lee noch mal zu mir um. „Ich hoffe, du hast nichts dagegen einzuwenden, daß wir diesmal erste Klasse fliegen? Ich muß schließlich meinem Ruf als Popstar gerecht werden!“ Arm in Arm und aus vollem Hals lachend bewegten wir uns in den vorderen Teil des Fliegers. Staunend begutachtete ich die eleganten Sitze, die eher gemütlichen Sesseln als Flugzeugteilen ähnelten. Jeder Sitz hatte einen eigenen Fernseher, eine Videokonsole und eine Stereoanlage. „Meinst du, du wirst dich da rein quetschen können?“ Machte er Scherze? Ein einzelner Sessel hier hatte so viel Platz, wie zwei Reihen in der Touristenklasse. „Na ja, muß ich mich halt schlank machen!“ Kaum hatten wir unsere beiden Sessel bezogen, kam auch schon eine schick gekleidete Stewardess und reichte uns einen Begrüßungssekt. Wo war ich hier nur gelandet?

-Lee-

Amy sah die junge Stewardess wie einen Alien an, dabei hatte sie bot sie nur dem für Emirates gewohnten Service. Ich war schon gespannt wie ein Flitzebogen, wie Amy meine Lieblingsstadt Dubai wohl finden würde? Und wie sie wohl mit meinem dort sehr ausgeprägten Shoppingverhalten zu Recht kam? Aber da ich nur eine Jeans und drei T-Shirts in meinem kleinen Koffer hatte, musste ich wohl oder übel einkaufen gehen. Und sie würde ich bei der Gelegenheit auch mit einem zweiten, natürlich vollen Koffer ausstatten.

Selbst Amy´s Flugangst lebte nur noch einmal kurz vorm Start auf, wo sie sich vertrauensvoll in meine Arme flüchtete. Kurz darauf wurde uns ein opulentes Mahl serviert, wonach Amy völlig erschöpft, gemütlich in ihrem Sitz eingekuschelt einschlief, während ich mich einem weniger interessanten Unterhaltungsfilm widmete. Doch immer wieder schweifte mein Blick zu ihr hinüber. Ein paar schwarze Locken hatten sich aus ihrer Hochsteckfrisur geschlichen und fielen ihr in die Augen. Vorsichtig, um sie nicht zu wecken, strich ich die Strähnen zurück. Trotz aller Vorsicht öffnete sie langsam ihre wunderschönen blauen Augen und musterte mich mit einem ganz merkwürdigen Blick. Langsam und unendlich verführerisch schälte sie sich aus ihrem Sessel, zwinkerte mir zu und flüsterte mir ins Ohr, daß ich ihr in fünf Minuten folgen sollte.

Folgen? Wohin denn? Mit kreisenden Hüften ging sie betont langsam den Gang hinunter und verschwand in einer der Toiletten der ersten Klasse. Was hatte sie nur vor? Ungeduldig wartete ich darauf, daß die ewig langen Minuten verstrichen. Kaum hatte der Zeiger die gewünschte Minutenzahl erreicht, spurtete ich in Richtung der verschlossenen Tür, drückte energisch die Klinke hinunter und starte auf das sich vor mir befindliche Bild. „Lee, komm endlich rein und mach die Tür zu“, flüsterte Amy leise. Doch das war gar nicht so einfach! Mein Verstand schien sich komplett verabschiedet zu haben, denn...

Amy stand nur mit schwarzer Spitzenunterwäsche bekleidet vor mir. Kaum hatte ich die Tür hinter mir geschlossen, schlang sie die Arme um mich und bedeckte meinen Mund mit heißen Küssen. Emsige kleine Hände öffneten bereits den Reißverschluß meiner Jeans, strichen zwei Kleidungsstücke eilig über meinen Hintern, so daß sie zu meinen Füßen zu liegen kamen. Ich sackte kraftlos an die Kabinentür, als sich ihre kalten Finger um mein bereits pulsierendes Glied schlossen, sanft die Umrisse nachfuhren und schließlich sanft kneteten. Langsam ließ sie sich eng an meinem Körper entlang auf die Knie sinken und umschloß meine Männlichkeit mit ihren weichen Lippen, leckte, saugte und trieb mich langsam aber sicher in den Wahnsinn. „Wenn du damit nicht sofort aufhörst, ist es schneller vorbei, als du erwartest!“ Meine eigene Stimme hörte sich eher nach rostigem Nagel, als nach Englands Engelsstimme an. „Warum? Gefällt es dir nicht?“ Amy´s blaue Augen musterten mich unsicher.

Liebevoll strich ich ihr durch die Haare und lachte warm. „Doch mein Schatz und wie! Nur halte ich das nicht lange durch!“ „Gut!“ Warum nur wirkte sie so zufrieden? Doch dieser Gedanke wurde augenblicklich aus meinem Gehirn geblasen, denn wieder liebkosten ihre Lippen meine Männlichkeit, die bereits sehnsuchtsvoll pochte. Härter, als ich es gewollt hatte, schlossen sich meine Hände um ihre Schultern und zogen sie unsanft zu mir hinauf und mein Mund suchte sich die Erfüllung in ihrem. Doch das war noch lange nicht genug! Mit geschickten Fingern öffnete ich ihren BH, streifte den schmalen Slip von ihren Hüften und presste sie hart gegen die Wand. Jetzt! Hier! Mehr konnte ich nicht mehr denken! Ich versenkte meine Finger in ihrem Hinterteil, hob es an und versenkte mich mit einem Stoß in ihrer heißen und feuchten Hitze. Jede Bewegung belohnte sie mit einem tiefen Stöhnen, daß meine Lippen direkt von ihren saugten. Stoß um Stoß, Stöhnen um Stöhnen näherten wir uns einem Höhepunkt, wie ich ihn noch nie erlebt hatte.

-Amy-

Völlig erschöpft, aber von einer nie gekannten Zufriedenheit erfüllt, hauchte ich kleine Küsse auf Lee´s bebendes Schlüsselbein. Unendlich vorsichtig zog er sich aus mir zurück, was ich nur mit einem enttäuschten Seufzer quittieren konnte. „Oh Gott Amy! Hab ich dir wehgetan? Es tut mir so leid! Ich..“ Doch weiter ließ ich ihn gar nicht kommen. „Was tut dir leid?“ „Ich wollte nicht so hart und brutal..“ Wieder würgte ich seine Erklärungen ab. „Lee, das war fast noch wundervoller als letzte Nacht! So was hätte ich mir in meinen kühnsten Träumen nicht vorgestellt!“ Vor allem hatte ich all diese Empfindungen in ihm ausgelöst, ihn jede Kontrolle verlieren lassen. Letzte Nacht war von vorsichtiger Zärtlichkeit geprägt gewesen, denn er hatte mein erstes Mal zu einem wundervollen Erlebnis machen wollen und es war im Zweifels ohne gelungen. Aber diesmal hatte er alle Hemmungen, alle Vorsicht hinter sich gelassen und das hatte ich bewirkt! Ich hatte mich noch nie so sexy gefühlt! „Das müssen wir unbedingt noch mal machen!“ Ein freches Grinsen zierte nun seine jungenhaften Züge. „Was hab ich mir da nur heran gezogen?“

Nachdem wir uns umständlich wieder angezogen hatten, was in diesem engen Raum gar nicht so einfach gewesen war, kehrten wir im Abstand von zwei Minuten wieder auf unsere Plätze zurück. Verblüfft bemerkte ich kurz darauf, daß schon wieder das Signal zum anschnallen aufleuchtete. Völlig gebannt blickte ich auf den Bildschirm vor mir, der die Aussicht einer Kamera an der Spitze des Flugzeugs anzeigte. Vor uns lag die tiefschwarze Nacht, doch plötzlich zeichneten sich am Horizont unendlich viele Lichter ab, die immer näher kamen. Dieser traumhafte Anblick fesselte mich so, daß Lee mich nach der Landung sanft anstupsen musste, da wir schon aussteigen konnten. Das Thema Flugangst schien also tatsächlich Geschichte zu sein!

In rasantem Tempo lenkte Lee mich an der Gepäckausgabe vorbei, zur Einreise, von der ich vor lauter Staunen kaum etwas mit bekam. Wo hatte mich Lee nur hingebracht? Kaum hatte er alle Formalitäten hinter sich gebracht lenkte er mich aus dem Gebäude, hin zu einer Reihe von Taxis und Limousinen. Wie vom Schlag getroffen, blieb ich an der Tür nach draußen stehen. Es war mitten in der Nacht und die Temperatur war unerträglich heiß! Doch nichts deutete auf Afrika oder ein anderes mir bekanntes so heißes Land hin. Doch Lee gönnte mir keine Pause und kaum hatte ich mich versehen, saßen wir bereits in einer riesigen schwarzen Strech-Limo. „Lee, wo sind wir hier eigentlich?“ „In der Stadt der Träume... in Dubai!“

Stadt der Träume! Kein anderer Name schien zu der beeindruckenden Stadt zu passen, die rasant am Fenster der Limousine vorbei zog. Trotzdem ich verzweifelt versuchte mir alles einzuprägen, war es einfach zu viel! Und kaum waren wir in unser Gefährt eingestiegen, tauchte auch das wohl bekannteste Gebäude der Stadt vor uns auf. Das Burj al Arab! Ein riesiges, in Form eines Segels gebautes Nobelhotel, das ich schon in einigen Fernsehberichten bestaunt hatte. Glücklicherweise schlug die Limousine einen anderen Weg ein, denn in solchem Luxus hätte ich mich wohl kaum wohl gefühlt. Kurz danach fuhren wir direkt an zwölf goldenen Reitern auf ein weiteres Hotel zu. „Unser Hotel heißt Al Quas, die arabische Burg, und es wurde erst letztes Jahr gebaut. Ich hoffe, es gefällt dir? Ich war zwar auch noch nicht hier, aber es hat mir im Prospekt am meisten zugesagt.“ „Wann hast du denn bitte ein Prospekt gelesen?“ Dazu hatte er heute jedenfalls unmöglich Zeit gehabt! „Na ja, das war der Urlaub, den ich schon gebucht hatte, bevor Bruce meine Pläne zunichte gemacht hat. Schlimm?“ „Nein, eher besser! Dann hast du diesen Prunkpalast wenigstens nicht nur für mich gebucht! Ich könnte mir so was nämlich unmöglich leisten!“ Beschämt blickte ich zu Boden! Ich hatte in Europa nur die billigsten Hotels genommen, damit meine Reisekasse solange wie möglich hielt und nach Dubai hätte mich deswegen kein Weg geführt! „Amy, komm schau mich an!“ Langsam hob ich meinen Blick wieder und war augenblicklich gefangen in seinen grünen Augen. „Solange du bei mir bist, bezahle ich und da gibt es keine Widerrede! Schließlich bin ich ein Star und kann es mir leisten!“

-Lee-

Ich war froh, dass Amy keinen Widerstand leistete, denn ich wollte meinen Urlaub nicht mit Streitereien verbringen. Nein, irgendwie hatte ich das Gefühl, dass unsere Zeit sehr kostbar war und wir sie auf gar keinen Fall verschwenden sollten…

Nachdem wir ausgestiegen waren, kam sogleich ein Page und nahm sich unserer Koffer an. Es war zwar nicht das Buri al Arab, aber an Service mangelte es hier trotzdem nicht und das gefiel mir. O.K. sechs Sterne versprachen auch nicht grad ein Billighotel. An der Rezeption nannte ich meinen Namen und man händigte mir den Zimmerschlüssel aus. Der Page, der nun wieder unsere Koffer trug, geleitete uns nach oben zu unserem Zimmer. Ich schloss die Tür auf und ließ Amy beim Einritt den Vortritt. Es war wirklich gemütlich und wir würden es hier sicher eine Woche aushalten…obwohl…ich glaube, mit Amy an meiner Seite könnte ich überall auf der Welt leben…

Während Amy neugierig die anderen Räume erkundete, bedankte ich mich lächelnd bei unserm Kofferträger und steckte ihm zwinkernd ein großzügiges Trinkgeld zu. „Vielen D…d…dank, Mr. Ryan“, stotterte der junge Page und betrachtete beim Raus gehen eingehend den Geldschein in seiner Hand. „Er fragt sich jetzt bestimmt, ob der echt ist“, kicherte Amy und ließ sich auf das riesige Sofa plumpsen. „Zweifle lieber nicht daran“, grinste ich, sprang zu ihr auf die Couchlandschaft und kitzelte sie ordentlich durch. Amy hatte jedoch nicht vor, klein bei zu geben. Sie wehrte sich nach Kräften und kämpfte mit mir um die Führung in dieser kleinen Rauferei. Ein paar Mal sah es so aus, als hätte sie gewonnen, doch ich konnte sie jedes mal wieder auf dem Rücken fest nageln und um völlig zu gewinnen, presste ich meine auf ihre bebendenden Lippen. „Das war unfair“, sie verzog ihre sinnlichen Lippen zu einem Schmollmund, als ich mich schwer atmend von ihr gelöst hatte. „So findest du also?!“ „Ja, finde ich und dafür musst du morgen Fremdenführer spielen! Ich will unbedingt jeden Winkel von Dubai kennen lernen!“, forderte sie grinsend. Lächelnd strich ich über ihre Wange und näherte mich wieder ihren Lippen. Ihre Neugierde war einfach unglaublich…

„Du wirst sie kennen lernen, die Stadt der Träume, aber heute Nacht wirst du erstmal in meinen Träumen versinken…“

-Amy-

Das Zimmer war einfach der Wahnsinn! Solche Räume hatte ich mir nicht mal in meinen kühnsten Träumen vorzustellen gewagt, noch hatte ich geglaubt sie jemals zu betreten. Alles schien wie aus einem Märchen aus Tausend und einer Nacht entsprungen. Direkt hinter der Tür eröffnete sich ein riesiger Wohnraum, der mit einer gemütlichen Couchlandschaft und einem Schwindel erregend großen Flachbildfernseher geschmückt war. Durch eine oval geformte Tür betrat ich gespannt den nächsten Raum. Das Schlafzimmer! Dieser Raum wurde fast gänzlich von einem riesigen Himmelbett ausgefüllt, das einem wundervolle Träume versprach. Ein Durchgang führte zu einem in Sandtönen gehaltenen Badezimmer mit einer riesigen Badewanne mit Whirlpoolfunktion. Ich wollte schon wieder zu Lee zurück kehren, als ich den großen Holzbalkon entdeckte. Auch hier musste ich einen schnellen Blick riskieren, doch in der vollkommenen Dunkelheit konnte ich außer ein paar Lichtern nichts erkennen. Aber Morgen früh würde ich diesen Ausblick genießen.

Immer noch beeindruckt von den Räumlichkeiten kehrte ich in den Wohnraum zurück, wo Lee dem Kofferträger gerade ein mehr als großzügiges Trinkgeld überreichte. So viel Geld! Lee schien diesen ganzen Luxus gewohnt zu sein und er gab auch anderen Leuten etwas davon ab, doch ich fragte mich mal wieder, was er an einem einfachen Mädchen wie mir finden konnte? Doch diese Gedanken trieb mir Lee bei der nachfolgenden Rangelei schnell aus und ich konnte ihm sogar das Versprechen abnehmen, daß er mich Morgen überall herumführen würde. Mal sehn, ob Mr. Superstar einer Sightseeing Süchtigen wie mir gewachsen war?

Doch jetzt hieß es erstmal schlafen, in diesem Traum von einem Bett. Im flackernden Licht der orientalischen Lampen legten wir Beide ohne Scheu unsere Kleidungsstücke ab, um uns unter der Decke eng an einander zu kuscheln. Diesmal war es keine animalische Anziehungskraft, die uns zueinander trieb, sondern eine sanfte Zärtlichkeit. Streichelnde Hände suchten sich langsam ihren Weg, Körper vereinigten sich, bewegten sich wie in Trance, bis sie schließlich zu einem süßen Gipfel fanden...

-Lee-

Mit mir und der Welt zufrieden, wachte ich am nächsten Morgen auf und fühlte mich wie ein neuer Mensch. Amy und ich hatten unsere Nacht ganz schön verkürzt und doch hätte ich sofort aufspringen und Bäume ausreißen können. Schon seltsam, was die Liebe mit einem anstellen kann. Im einen Moment bist du noch allein, uneins und schon im nächsten Augenblick könntest du vor Glück fast platzen und die ganze Welt umarmen. Liebe ist etwas merkwürdig schönes und man sollte lieber nicht auf die Idee kommen, sie analysieren zu wollen, denn sie ist unergründlich und vielleicht würde sie dann auch mit Schmerz zurück schlagen…

…Etwas, das ich auf gar keinen Fall wollte! Ich war so glücklich mit Amy und so froh, sie getroffen zu haben, durch einen Zufall, den das Schicksal vielleicht vorhergesehen hat…wer weiß…

Lächelnd beobachtete ich sie, wie sie sich ganz in die Decke eingerollt hatte und fast nur noch ihre Haare heraus lugten. Mein nächster Blick galt der Uhr, der mir sagte, dass es bald Zeit wurde, mit dem Sightseeing zu beginnen, denn schließlich hatten wir nur eine Woche in Dubai und diese Stadt war groß…verdammt groß!

Vorsichtig drehte ich mich um, griff zum Hörer und bestellte leise das Frühstück, dass uns eine gute halbe Stunde später aufs Zimmer geliefert wurde. Amy hatte bis dahin immer noch geschlafen, doch als sie nun den Kaffeegeruch wahr nahm, kroch sie unter ihrer Decke hervor und schnupperte gierig umher. „Na Dornröschen, auch schon wach?!“, neckte ich sie liebevoll und reichte ihr eine Tasse mit dem heißen Wachmacher, „Ich habe dich doch hoffentlich letzte Nacht nicht allzu sehr geschafft?!“ „DU hast VOR mir gepennt“, lachte Amy und piekste mir in die Seite. „Tzzz“, gespielt beleidigt verschränkte ich die Arme vor der Brust. Lange hielt ich es so jedoch nicht aus, weil Amy ihre Tasse weg gestellt hatte, sich auf mich stürzte und mich nieder küsste. „Wolltest du mir nicht heute noch irgendwas zeigen?!“, hauchte sie zwischen zwei Küssen atemlos gegen meine Lippen. „Hmmm vielleicht unten das Frühstücksbuffet?!“ „Spinner“, lachte sie und biss mir zärtlich ins Ohrläppchen. Warme Schauer durch liefen meinen Körper und ich konnte nicht anders, als zufrieden zu Schnurren. „Ok ok, ich ergebe mich…auf in die Stadt der Träume….“

-Amy-

Nach einer wilden Fahrstuhlknutscherei liefen wir Hand in Hand und immer noch kichernd durch die prunkvolle Lobby. Als sich die Einganstüren vor uns automatisch öffneten, schlug uns die Wärme wie eine Wand entgegen, doch Lee zog mich unaufhaltsam weiter. Direkt vor dem Hotel drückte ein livrierter Parkwächter Lee einen Schlüssel in die Hand, bei dessen Anblick Lee´s Augen zu glänzen begannen. „Sie haben ihn wirklich bekommen? Super!“ Die nächste Viertelstunde verbrachte ich damit, Lee zuzusehen, wie er einen riesigen schwarzen Jeep von alle Seiten beäugte, am Steuer Probe saß oder einfach nur dümmlich grinste. Männer und Autos! Da wurde selbst der größte Star zum kleinen Jungen!

Plötzlich schien sich der besagte Star jedoch daran zu erinnern, daß ich auch noch da war und öffnete mir galant die Beifahrertür. „Darf ich bitten junge Lady?“ Kopfschüttelnd nahm ich auf dem Ledersitz Platz und betrachtete den Innenraum. Selbst mit ausgestrecktem Arm würde ich Lee nicht berühren können. „Verrätst du mir jetzt endlich, was das für ein Wunderauto ist?“ Fassungslos starrte mich Lee an. „Du willst mir nicht wirklich erzählen, daß nicht weißt, das das ein Hummer ist?“ „Ein was?“ Kopfschüttelnd steckte er den Schlüssel ins Zündschloss. „Frauen und Autos! Das werde ich wohl nie verstehen!“ Kichernd drehte ich mich zum Fenster, um die am Fenster vorbei fliegenden goldenen Reiter, die die Einfahrt des Al Qasr schmückten, zu betrachten.

Ein paar Kilometer weiter parkte Lee seinen geliebten Hummer in einer Parkgarage, hechtete wieder um den Wagen, um mir beim aussteigen behilflich zu sein. Denn für mich kleines Wesen war das rein und raus kommen aus diesem Riesenauto gar nicht so leicht! Doch Lee hob mich dieses Mal einfach aus dem Wagen, setzte mich wieder vorsichtig auf die Füße und zog mich an der Hand in bereits wartenden Fahrstuhl. „Und jetzt kommen wir zu meinem ganz persönlichen Lieblings Ort in Dubai!“ Na da war ich ja mal gespannt, was das sein könnte? Wie von Magie glitten die silbernen Fahrstuhltüren vor uns auf und ich meinte urplötzlich in Italien zu sein. Kleine Brücken, unzählige Springbrunnen, enge aber gemütliche Gassen und alles in wunderschönen mediterranen Farbtönen gehalten. Wunderschön! Während Lee zielstrebig durch die Gassen lief, wanderten meine Augen aufmerksam hin und her, bis mich Lee in den nächsten Laden zog...

-Lee-

Egal, wo auf der Welt…D&G ist doch einfach immer noch der beste Laden. Wenn ich an die ganzen Shopping Exzesse mit Duncan denke…das waren noch Zeiten…

Nun war ich jedoch mit Amy hier und mich überkam gleich die Lust, sie neu einzukleiden. Eine Sache, die Duncan mir immer verwehrt hatte. Er meinte doch tatsächlich einmal zu mir, ICH hätte keinen Geschmack und das von dem Mann, der sich in Jogginghosen erwischen und fotografieren ließ…tzzzz…

Mit leuchtenden Augen sah sich Amy um und ich nutzte ihre Überrumpelung, in dem ich sogleich ihre Hand nahm, sie kreuz und quer durch den Laden schleifte, mir die verschiedensten Klamotten über den Arm schmiss und sie anschließend in eine Kabine scheuchte. Amy hatte erst gar nicht die Gelegenheit zu protestieren und so kam sie kurze Zeit später in einem neuen Outfit aus der Umkleide. Ich saß davor auf einem Stuhl und begutachtete jedes einzelne Outfit, das sie mir vorführte, mehr als ausgiebig. Obwohl ich mir manchmal nicht sicher war, ob ich noch auf die Klamotten achtete. Ihre sanften Kurven waren da doch viel verführerischer…

„So und nun bist du dran“, grinste Amy, als sie wieder in ihren Sachen steckte und anschließend durch den Laden huschte. Zurück kam sie mit einem großen Stapel Sachen, die sie mir auf den Arm drückte und mich in die Kabine schob. Als ich wieder hinaus kam, stellte ich fest, dass Amy den Spieß umgedreht hatte. Sie begutachtete mich ausgiebig mit einem Gesichtsausdruck, der mich einfach nur zum Lachen brachte. „So guck ich überhaupt gar nicht!“ „Ach wirklich nicht?! Dann solltest du lernen, deine Mimik besser unter Kontrolle zu halten, denn du hast mich angesehen, wie ein hungriger Wolf, der nach einem Stück Fleisch giert“, grinste sie frech und versuchte, mich weiterhin ohne jede Miene zu verziehen, nach zu machen. Wir beide hatten unseren Spaß dabei und als nun mein Part der Modenschau endlich beendet war, hatte ich schon längst beschlossen, einfach alle Klamotten zu nehmen. Genau wie ich es mir gedacht hatte, fing Amy auch prompt an zu protestieren, doch ich erstickte ihre Worte direkt in einem Kuss.

„Das war gemein“, grummelte sie, als wir mit unzähligen Tüten aus dem Laden traten, „Ich hab dazu ja wohl auch noch was zu sagen!“ „Nein, Babe, dieses eine Mal nicht“, grinste ich sie überlegen an und fügte in Gedanken hinzu, dass es später auch so sein würde, aber das brauchte Amy ja nicht unbedingt zu wissen…

„Du grinst so! Warum???“ „Ach nichts…“, winkte ich eilig ab und steuerte schon den nächsten Laden an. Ablenkung war manchmal die beste Verteidigung…


-Amy-

Ein paar Stunden später fühlte ich mich, als hätte mich eine Dampflook überfahren, denn Lee hatte nicht nur bei D & G Tüte um Tüte füllen lassen! Nach diesem Laden folgten noch ein Einkauf bei Paris Gallery, wo er mich mit diversesten Duftwässerchen und einigen edlen Schminkutensilien ausstattete, bei Rivoli, wonach meinen Arm eine fesche Uhr schmückte und bei Victoria´s Secret, um meinen Vorrat an sexy Unterbekleidung aufzustocken. Schließlich waren Lee und ich über und über mit Tüten beladen, was Lee aber nicht daran hinderte, mich weiter durch die Gänge zu scheuchen.

Doch irgendwann wurde es mir einfach zu viel und ich ließ mich völlig erschöpft in einem der unzähligen Restaurants auf einen Stuhl fallen. „Hey, machst du etwa schon schlapp?“ Leicht säuerlich quittierte ich sein Grinsen. „Ja! Du kannst ja noch weiter dein Geld hier verschwenden, ich beweg mich jedenfalls keinen Meter mehr!“ So hatte ich ihn eigentlich gar nicht anfahren wollen, aber mir war es einfach unangenehm, wie viel Geld er für mich oder auch überhaupt ausgab! Vorsichtig beobachtete ich, wie er sich auf dem Stuhl neben mir ausbreitete. Hoffentlich empfand er mich nicht als undankbar oder sogar zickig?

Doch Lee musterte mich eher liebevoll als sauer. „Es tut mir leid Amy!“ Liebevoll griff er meine Hand und begann sie mit der anderen sanft zu streicheln. „Nirgendwo sonst kann ich mich so frei bewegen und in Ruhe einkaufen und mit dir an meiner Seite macht mir das Ganze noch so viel mehr Spaß! Da hab ich wohl meine Grenzen vergessen!“ Plötzlich wurde mir bewusst, daß ihm seine Berühmtheit auch manchmal zur Last fiel. „Mir tut es auch leid! Ich hätte dich nicht so anfahren dürfen!“ Langsam beugte er sich zu mir hinüber und verschloss meine Lippen mit einem langen Kuß. „Wer hat mich denn angefahren?“ Bei seinem verschmitzten Grinsen begann mein Herz wie wild zu schlagen! Oh Gott! Ich hatte mich verliebt! In diesen berühmten, sensiblen, liebevollen und völlig verrückten Mann!

Glücklicherweise bemerkte Lee nicht, wie viel Angst mir diese Erkenntnis bescherte, denn er hatte sich abgewandt und versuchte dem chinesischen Kellner gerade zu erklären, was wir essen wollten. Und ich würde es ihm nie sagen dürfen!

-Lee-

Da wir schon mal in einem der vielen Restaurants saßen, ergriffen wir auch gleich die Gelegenheit um etwas zu essen. Zuvorkommend wurden uns die Speisekarten gereicht, doch statt mir etwas Leckeres auszusuchen, beobachtete ich lieber Amy, die mit gerunzelter Stirn mit den Augen ihre Speisekarte auseinander pflückte. Schließlich ließ sie sie sinken und sah mich leicht angeekelt an. „Was hast du?“, fragte ich grinsend. „Ich habe gerade fest gestellt, wie gern ich Burger esse!“, antwortete sie trocken und ratterte die Speisekarte hinunter, die hauptsächlich aus Austern und den verschiedensten Meeresfrüchten bestand. „Und?“ „Und???? Lee, das ist so eklig!“, schüttelte sich Amy angewidert, „Wie kannst du so was nur essen wollen?!“ „Das sind Delikatessen und die Preise…“ „…sind ein einziger Alptraum! Totaler Wucher!“, regte sie sich auf, worauf sie von einem der Kellner pikiert gemustert wurde. Ich bekam einen regelrechten Lachanfall, während sich der besagte Kellner äußerst schnell von uns entfernte und sich Amy immer weiter in diese „unmögliche Überteuerung ekliger Meeresviechern“ hineinsteigerte. Ich musste wieder an den Kellner denken. Er erinnerte mich sehr stark an Duncan, der Meeresfrüchte für sein Leben gern aß, und ebenfalls pikiert die Nase rümpfen würde…
Plötzlich sprang ich auf, nahm ihre Hand und zog sie ohne ein weiteres Wort hinter mir her. „Wo willst du hin, Lee??“ „Zum besten Burger Verkäufer Dubai’s“, zwinkerte ich ihr über die Schulter hinweg zu und setzte beharrlich meinen Weg fort…Wie konnte ich dieser zauberhaften Frau ihren unausgesprochenen Wunsch auch nicht erfüllen?!

-Amy-

Mein Herz schien ihm bei diesem Angebot zuzufliegen! Der verwöhnte Star
ließ für mich dieses noble Restaurant hinter sich liegen, um mir einen
Burger zu besorgen. Das war einfach zu süß von ihm! „Los meine kleine
Burgerprinzessin! Ich bin am verhungern!“ Kichernd eilte ich hinter Lee
her, der in dem riesen Berg von Tüten kaum mehr zu sehen war. Am Auto
angekommen wartete Lee diesmal nicht, bis ich hineingeklettert war,
sondern hob mich einfach auf den Beifahrersitz. Ruckzuck hatte er die
Tüten in den Kofferraum verfrachtet und den Fahrersitz bestiegen. Leise
dudelte das Radio, während Lee den riesigen schwarzen Jeep sicher durch
die Straßen Dubai´s lenkte. Ich hatte gar nicht bemerkt, wie schnell
der Tag vergangen war! Es war schon dunkel! Vorsichtig legte ich meinen
Kopf gegen die Lehne und beobachtete die am Fenster vorbei rauschenden
hell erleuchteten Gebäude.

Ein leichtes Rütteln an meiner Schulter weckte mich aus meinen Träumen.
Lee musterte mich mit einem liebevollen Lächeln. „Na Schlafmütze! Ich
dachte, du hattest Hunger?“ Langsam ließ er eine Papiertüte, aus der
verführerische Düfte an meine Nase drangen, vor meinem Gesicht hin und
her baumeln. Doch der Blick durch die Windschutzscheibe ließ mich jeden
Hunger vergessen. Vor meinen Augen lag die Stadt... Lee´s Stadt der
Träume in vollkommener Dunkelheit ausgebreitet. Funkelnde Lichter,
riesige Hochhäuser und der dunkle Fluß, der sich mitten durch die Stadt
schlängelte. „Wo..wo sind wir?“ Lee hatte die Papiertüte auf das
Armaturenbrett gestellt und mich langsam aus dem Auto gezogen. „Auf
einer Sanddüne außerhalb der Stadt. Magst du den Ausblick?“ Mögen war
gar kein Ausdruck! Vorsichtig schlang Lee seine Finger um meine Taille
und setzte mich auf der Motorhaube des Jeeps ab. Trotzdem es schon
dunkel war, war die Temperatur nicht gesunken, es war immer noch
angenehm warm. Lee nahm schwungvoll neben mir Platz und zog mich sanft
in seine Arme. Ohne ein Wort, eine weitere Geste saßen wir einfach so
da....

Waiting, watching the clock
Breathing, like I’m gonna stop
Knowing this door’s gonna knock
And there you’ll be

And I pick you up, in my car
And take you away somewhere

We’ll sit, parked in my car
Minutes turn into hours
We’ll watch the bright lights of the city
Just you and me, dreaming

Pechschwarze Nacht umschloß uns, nur das Glitzern der Sterne spiegelte
sich in Lee´s Augen. Dieses Glitzern und die Liebe, die sein Blick
wieder spiegelte, schickte eiskalte Schauer über meinen Rücken.
Vorsichtig beugte er sich zu mir hinüber und ließ seine Hände in meine
Haare gleiten und zog mein Gesicht sanft zu sich heran. Die Berührung
seiner Lippen, erst wie ein Lufthauch, dann zart knabbernd, ...

Your lips dance across mine
Our hands, fingers entwined
There we’ll fulfil our desire
Set me free

And I pick you up, in my car
And take you away somewhere

We’ll sit, parked in my car
Minutes turn into hours
We’ll watch the bright lights of the city
Just you and me, dreaming

And I’ll pick you up, when you’re down
And take you away

We’ll sit, parked in my car
Minutes, turn into hours
We’ll watch the bright lights of the city
Just you and me, dreaming

Doch irgendwann verlor dieser Kuß seine spielerische Art, wurde
fordernder und leidenschaftlicher. Mein Kopf fiel kraftlos in den
Nacken, als sich Lee´s Hände benahe grob um meine spannenden Brüste
schlossen.

-Lee-

Es war, als ob das laute Stöhnen, daß sie jeder meiner Berührungen
folgen ließ, meinen Verstand nach und nach ausschaltete. Ohne weiter
darüber nachzudenken riss ich mit einem gierigen Ruck alle Knöpfe ihrer
Bluse auf und drückte sie grob auf die Motorhaube des Wagens. Mit einem
Knurren versenkte ich meine Zähne in dem unendlich weichen Fleisch
ihrer Brüste, knabberte und saugte, bis ihre Haut an der Stelle stark
gerötet war. Doch selbst dieses offensichtliche Mal, was ich ihr so
aufdrückte, konnte meine Raserei nicht stoppen. Mit flinken Fingern
öffnete ich ihre Jeans und schob sie mitsamt des winzigen Stückes
Stoffes, der noch ihren Körper bedeckte, bis zu Amy´s Knien hinunter.

Ich stöhnte gequält auf, als sich ihre Hände an meiner Hose zu schaffen
machten, den Reißverschluß aufreizend langsam hinunter zogen. Das Alles
dauerte mir viel zu lange! Während sich meine Lippen um ihre steil
aufgerichtete Knospe schlossen, übernahm ich das öffnen meiner
Unterhose selbst. Ihre Hände schoben sich nun eilig, um meine bereits
pochende Männlichkeit. Doch das war nicht genug!

Noch fast gänzlich bekleidet drang ich mit einem einzigen wilden Stoß
tief in sie ein, während sich ein triumphierender Schrei aus meiner
Kehle löste. Heiß, feucht und köstlich eng umschloß Amy mich völlig,
reizte meine Männlichkeit durch leichte Kontraktionen ihrer Muskeln,
bis ich mich endlich in ihr zu bewegen begann. Wie Stahlkrallen
schlossen sich ihre schweißnassen Finger um meinen Hintern, trieben
mich weiter und weiter, bis sich die Welt um uns herum komplett
auflöste....

Unendlich viel Zeit schien verstrichen zu sein, als ich mich endlich
wieder bewegen konnte. Vorsichtig setzte ich mich neben Amy auf, etwas
ängstlich ihre Reaktion abwartend. Doch statt in ihrem Blick Ärger oder
sogar Angst lesen zu können, stand da eine unbändige Freude, wie ich
sie noch nie gesehen hatte und in dem Moment konnte ich nicht anders,
als ihr meine Gefühle zu offenbaren. „Amy, ich liebe dich!“

-Amy-

Noch nie in meinem Leben hatte ich mich so lebendig gefühlt wie in
diesem Moment! Auf mir lag der Mann, in den ich mich in so kurzer Zeit
so sehr verliebt hatte und bebte noch von dem heftigen Liebesspiel. Mit
ihm an meiner Seite fühlte ich mich geborgen, sicher! Sein
Liebesgeständnis verstärkte dieses Gefühl nur noch mehr und zum ersten
Mal keimte wieder so etwas wie Hoffnung in mir auf, Hoffnung, daß wir
Beide vielleicht doch ein Leben miteinander teilen würden. Meine blauen
Augen suchten seine und ein mir bislang unbekanntes Strahlen überzog
mein Gesicht. „Ich liebe dich auch Lee! Und zwar mehr, als ich bislang
einen Menschen geliebt habe!“ Sanft ließ ich meine Hände durch seine
blonden Stoppeln gleiten. „Aber jetzt bring mich ins Bett! Ich will
dich spüren!“

Ohne ein weiteres Wort kam er dieser Aufforderung nach und hob mich
vorsichtig von der Motorhaube des Hummers. In Sekundenschnelle hatte er
aus den unzähligen Tüten, die Zeugen unseres Shoppingmarathons in sich
trugen, einen beigen Kurzmantel gezogen, der die Reste meiner
zerrissenen Bluse vor neugierigen Blicken schützen würde. Schweigend,
die Hände fest ineinander verwoben, fuhren wir zurück ins Hotel. Im
Zimmer angekommen umhüllte diese friedliche Stille uns weiter, bis wir
uns langsam aus unseren Kleidern geschält und uns eng aneinander
geklammert in das riesige Bett gekuschelt hatten. Schweigend und voller
Zärtlichkeit vereinten wir uns immer und immer wieder, bis der Schlaf
uns übermannte. Mit schläfriger Stimme drehte Lee noch mal seinen Kopf
zu mir. „So schlafen wir jetzt immer ein... bis zum Ende unseres
Lebens!“

Mitten in der Nacht wurde ich von heftigen Krämpfen geweckt. Leise um
Lee nicht zu wecken, schleppte ich mich ins Bad. Als ich das Blut
In meinen Händen sah, wurde mir klar, das alles zu spät war! Es
hatte begonnen!

-Lee-

Ja, man konnte wohl sagen, dass ich der glücklichste Mann auf dieser Erde bin. Amy war etwas ganz besonderes und ich war dem Schicksal unendlich dankbar, dass es uns zusammen geführt hatte. Wir passten so perfekt zueinander, jede einzelne Berührung, jeder liebevolle Blick war etwas besonderes und die Nähe zu dieser Frau wollte ich nie wieder missen! Doch dafür musst e ich sie erstmal fragen, ob sie bereit war, nicht zurück nach Schottland zu gehen und dafür bei mir in England bleiben würde. Um ehrlich zu sein, war die Angst vor einem Korb schon ziemlich groß, doch das Risiko musste ich wohl eingehen…so bald wie möglich brauchte ich Gewissheit!

Als ich am nächsten Morgen nach unserer ganz besonderen Nacht aufwachte, war die Betthälfte neben mir leer. Sie musste schon länger auf sein, denn das Bett hatte nichts mehr von ihrer Wärme an sich…Wo war sie nur? Ob sie runter gegangen war, um uns Frühstück zu besorgen? „Dafür gibt es doch den Zimmerservice“, murmelte ich, während ich mich zu meinem Nachtschrank umdrehte, um auf die Uhr zu schauen. Die Zeit erkannte ich jedoch nicht, weil davor ein weißer Briefumschlag stand. Neugierig nahm ich ihn an mich, öffnete ihn und fand den wohl schlimmsten Alptraum meines Lebens vor mir...

Lee,

Eigentlich weiß ich gar nicht, wie ich anfangen soll. Ich weiß, ich habe dir Hoffnungen gemacht, die ich dir eigentlich hätte nicht machen sollen. Doch es war so schön, mit dir in den Tag zu träumen, einen Traum zu träumen, von dem ich dachte, dass ich ihn nie erleben würde, doch jetzt ist er zu Ende. Es hat begonnen…

Ich habe mich aus einem ganz bestimmten Grund auf diese Weltreise begeben, den ich dir verschwiegen habe… Ich wollte die so gern die Welt sehen, in all ihrer Schönheit und Pracht…bevor ich sie für immer verlasse…
Ja, du hast richtig gelesen, Lee, ich werde sterben!

Dich erleben zu dürfen, von dir geliebt zu werden, war schöner, als alle Länder und Städte dieser Welt einmal zu sehen, doch letzte Nacht ist der Punkt gekommen, an dem ich dir Bremse ziehen muss. Ich spüre, dass ich diese Welt bald verlassen muss und ich will es uns nicht noch schwerer machen, indem ich nicht den Mut aufbringe zu gehen!

Ich danke dir für die Liebe und die Zeit, die ich mit dir in unserer Stadt der Träume erleben durfte!

In Liebe

Amy

Geschockt schossen mir die Tränen in die Augen. Sie konnte doch nicht wirklich…?! Doch nicht meine Amy… Nein, es durfte nicht so enden, nicht auf diese Weise…

-Amy-

Mit Tränen verhangenen Blick starrte ich aus dem kleinen runden Fenster neben mir. Vor einer Woche war es mir noch ganz fürchterlich vorgekommen, in einem Flugzeug zu sitzen. Doch das war nun vergessen! Ich hatte einen Mann kennen gelernt, der mir in so kurzer zeit nicht nur sein Herz geschenkt hatte, sondern der mir auch gezeigt hatte, wie schön Liebe sein konnte.

Noch vor einer Woche war ich allein durch die Welt gereist, um in der mir noch verbliebenen Zeit, so viel wie möglich zu sehen. Aber das wirklich Wichtige hatte ich mir selbst verweigert! Seit der Prognose des Arztes hatte ich keine Person mehr an mich heran gelassen, hatte meinen Koffer gepackt, meine Familie zurückgelassen und war ziellos umher geeilt. Doch diese selbst gewählte Einsamkeit hatte mich nicht glücklich gemacht, denn meine Krankheit war immer gegenwärtig gewesen! Nur Lee hatte mir eine Woche geschenkt, in der ich alles vergessen hatte! Und dafür war ich ihm so dankbar, wie man nur einem Menschen dankbar sein konnte! Doch ich konnte ihm nie zumuten, mir beim sterben zuzusehen! Ihn seine Gefühle ausleben zu lassen, war schon grausam genug gewesen. Jetzt musste ich stark sein und ihm durch diesen harten Schnitt die Möglichkeit geben, mich in guter Erinnerung zu behalten.

Trotzdem war mir bewusst geworden, daß ich nicht einsam sterben konnte! Kaum hatte ich das Taxi bestiegen, was mich vom Hotel zum Flughafen bringen sollte, hatte ich meine Eltern angerufen. Ich hatte ihnen zwar regelmäßig geschrieben, doch nie angerufen. Trotzdem sie unzählige Sorgen ausgestanden hatten, hatten sie mich sofort bedrängt, wieder Nachhause zu kommen und ich war sofort in das entsprechende Flugzeug gestiegen. Meine gewohnte Umgebung würde mir vielleicht den frieden geben, den ich in dem Moment verloren hatte, als ich im Badezimmer das Blut in meinen Händen gesehen hatte.

Ich konnte mich noch genau an die mechanischen Worte des jungen Arztes in dem sterilen weißen Krankenzimmer erinnern. Lungenkrebs im Endstadium, Operation sinnlos... Ich sollte einfach, die mir verbliebene Zeit genießen, denn mehr Möglichkeiten ständen mir nicht offen. Er erklärte mir nur noch mit kalten Worten, daß ich mich auf mein Ende vorzubereiten hätte, wenn das Geschwür in meiner Lunge aufbrach und ich Blut hustete, denn dann würde ich bald ersticken...

-3 Wochen später-

-Lee-

Was kann einen Menschen trösten, der gerade erfahren hat, dass die Liebe seines Lebens dem Tod geweiht ist? NICHTS! Knapp drei Wochen sind bereits vergangen und ich kann immer noch nicht glauben, dass Amy wirklich aus meinem Leben verschwinden wird bzw. es schon längst getan hatte. Immer und immer wieder lese ich diesen Brief, doch verstehen kann ich es nicht. Es ist alles so unwirklich so irreal, dass ich denke, jeden Moment wache ich neben ihr auf, neben Amy in Dubai, unserer Stadt der Träume…

Doch die Wirklichkeit sah anders aus…Nach ihrem Brief hatte ich Dubai sofort verlassen. Ich hatte es einfach nicht länger ausgehalten, in diesem Zimmer, in dieser Stadt und deshalb gab es nur einen Zufluchtsort…London, mein Zuhause!

Und das, obwohl ich mehr als genug Termine hatte und Bruce mich regelrecht mit Anrufen bombardierte. Mittlerweile waren drei Wochen vergangen und ich hatte alles, was mich mit der Außenwelt verband entweder verriegelt oder den Stecker aus der Telefonbuchse gezogen. Die Schelle hatte ich zur Vorsicht auch abgestellt und hörte deshalb nur des öfteren wildes Klopfen an der Tür, was nur von meinem Manager stammen konnte. Doch das Klopfen überhörte ich geflissentlich, in dem ich mir einfach mein Kissen auf den Kopf presste. Er sollte mich einfach nur in Ruhe lassen, damit ich vergessen konnte…

Wieder so ein Tag, an dem ich von unten Klopfen hörte, doch wie immer reagierte ich gar nicht und vergrub mich in meinem Bett. Wer auch immer es war, er hatte zum Glück nicht viel Ausdauer, denn als ich kurze Zeit später wieder den Kopf hob, war nichts mehr zu hören. Seufzend ließ ich mein Gesicht wieder aufs Kissen sinken. Ich fühlte mich so ausgelaugt, so unglaublich schwach wie noch nie zuvor in meinem Leben…

Plötzlich hörte ich, wie die Tür aufging und im nächsten Moment schickte ich diese Person schon in meinem Inneren zur Hölle! Es wäre ja auch zu schön um wahr zu sein gewesen, wenn er so schnell aufgegeben hätte…

„Du warst auch schon mal Gastfreundlicher, Kleiner!“, kam es auch prompt von meinem besten Freund, als ich mich schwerfällig erhob und er mich darauf mit hochgezogener Augenbraue musterte, „Wie siehst du überhaupt aus? Wie n Penner?!“ „Und du warst auch schon mal charmanter!“, giftete ich zurück, „Außerdem könnte ich dich wegen Einbruchs anzeigen!“ Überlegen hielt er mir die Schlüssel, die ich bei ihm deponiert hatte, sollte ich meine mal verlieren, unter die Nase: „Reiner Notfall, Kleiner! Es steht also Aussage gegen Aussage! Und jetzt erzählst du mir, was mit dir los ist!“

„Nichts! Es geht mir blendend!“, erwiderte ich mit einem ironischen Unterton und schlurfte an ihm vorbei. Doch so schnell ließ er mich natürlich nicht entwischen, schließlich war er nicht umsonst einer meiner besten und engsten Freunde…Ein Mensch, der mich besser als jeder andere kannte, vielleicht sogar besser, als ich mich selbst kannte…

„Lee, ich bin nicht hier her gekommen, um mich von dir verarschen zu lassen!“, gab er in einem schärferen Ton zurück, „Du bist seit drei Wochen zurück und meldest dich bei keinem von uns! Dein Manager ist einem Nervenzusammenbruch nahe und dann komme ich hier her und finde meinen besten Freund hier vor, der aussieht, als würde er neuerdings auf der Straße leben! Also erzähl mir hier keine Märchen!“ Was bildete er sich eigentlich ein? Hier her zu kommen und mich so blöd anzumachen?! Wut stieg in mir hoch, die einfach nur raus musste: „Ach zur Hölle mit dir, Duncan!“

Für einen Moment sah er mich überrascht an, als ich im Wohnzimmer zu ihm herum gewirbelt war und ich ihn wütend anstarrte. „Und du glaubst jetzt wirklich, das würde mich beeindrucken?“, fragte er trocken, „Du hast mir schon ganz andere Sachen an den Kopf geworfen! Sag mir endlich, was los ist, Lee!“ „Du würdest mich sowieso nur für verrückt halten!!“ „Das tue ich jetzt schon! Also?!“

Widerwillig begann ich von Amy zu erzählen, von der Zeit mit ihr, von dem, was wir erlebten…bis zu ihrem Brief! Duncan hörte währenddessen aufmerksam zu, während ich nervös im Wohnzimmer auf und ab lief. „So jetzt weißt du es und kannst endlich wieder verschwinden!“, brummte ich, schaltete demonstrativ den Fernseher an, auf volle Lautstärke versteht sich! Kurzerhand, nach einem kurzen Gerangel, hatte sich Duncan die Fernbedienung geschnappt und stellte es wieder leiser. „Alles in dich rein zu fressen und davor weg zu laufen, hilft dir auch nicht!“ „Ich will es gar nicht hören, ich will es gar nicht hören“, murmelte ich vor mich hin und versuchte dabei Duncan zu ignorieren, der versuchte auf mich einzureden. Schließlich baute er sich vor mir auf und spürte sekunden später, wie er mich mit einem Kinnharken zu Boden schickte! Mein bester Freund hatte mir doch tatsächlich eine geknallt!

Entgeistert sah ich ihn vom Boden aus an und musste mich erstmal, um ihn anschließend zur Schnecke machen zu können. „Was fällt dir eigentlich ein, du Arsch!“, meckerte ich ihn wütend an. „Ja, da ist mein Kleiner wieder!“, lächelte er zufrieden, bevor er wieder ernst wurde, „Liebst du sie?“ Stumm nickte ich auf seine Frage. „Dann hör gefälligst auf, dich hängen zu lassen und such sie! Ansonsten wirst du es vielleicht dein Leben lang bereuen…“

Ich ergriff seine Hand, die er mir hinhielt und stand auf. „Aber wo? Wo soll ich sie suchen??? Dunc, ich habe keine Ahnung, wo…“ Mitten im Satz brach ich ab, denn das Fernseh hatte seine Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Eine Stimme hatte gerade meinen Namen erwähnt…

„Vor gut drei Wochen war Ex-Blue-Mitglied Lee Ryan plötzlich abgetaucht und ließ seinen Manager mit seinen ganzen Terminen im Stich. Im ersten Moment vermutete man, Ryan hätte alles hingeschmissen, doch wie diese Aufnahmen zeigen, hatte Mr. Charmin’ seine ganz eigenen Mission im Kopf…

Anscheinend brauchte der Sänger nämlich lyrischen Beistand und umgarnte deswegen in Dubai Amy Rankin, die Tochter des weltberühmten Schriftstellers Ian Rankin. Was aus der Romanze wird und ob es wirklich eine beiderseitige Romanze war, ist derzeit nicht bekannt. Wissen werden wir es wohl erst, wenn Lee Ryan am Flughafen auf dem Weg nach Schottland erwischt wird, denn dort lebt Ian Rankin sehr zurückgezogen mit seiner Familie auf der kleinen Insel Skye…

Die Aufnahmen, die die Stimme angesprochen hatte, zeigten Amy und mich in dem Hotel, in dem wir gewohnt hatte, wie wir lachten und einfach nur glücklich waren…

Wie paralysiert stand ich da, bis ich eine Hand auf meiner Schulter spürte: „Soll ich dich begleiten?“ „Danke, Kumpel, aber da muss ich allein durch, nein, zusammen mit Amy…“

-Amy-

Drei unendlich lange Wochen und jeden einzelnen Tag vermisste ich ihn nur noch mehr! Ob das wohl jemals anders würde? Doch die Antwort konnte ich mir bereits selber geben! Nein, es würde bis ans Ende meiner Tage so bleiben! Lee beherrschte jeden meiner Gedanken! Ob ich doch zu voreilig gehandelt hatte, als ich aus seinem Leben verschwunden war? Aber es wäre doch unfair gewesen, ihm meine Krankheit zuzumuten, eine Krankheit, die ich mich am Ende umbringen würde! Und bis es soweit war, würde ich jeden Tag ein Stückchen weniger werden, jeden Tag ein bißchen mehr sterben! Das konnte und durfte ich ihm einfach nicht antun!

Doch ich war ihm unendlich dankbar für die schönen Stunden, die wir miteinander verbracht hatten, für jede kleine Erinnerung, die mir meine einsamen Stunden versüßte!

Ruckartig hob ich den Kopf, als es an der Tür klopfte, wischte die einzelne Träne, die sich ihren Weg meine Wange hinab bahnte, weg und erhob mich mühsam, um meine Zimmertür zu öffnen. Meine Eltern hatten mich mit offenen Armen empfangen und mir im Dachgeschoß eine kleine Mansardenwohnung eingerichtet. Meine Mutter versorgte mich nun jeden Tag liebevoll mit allem, was mein Herz begehrte und da gerade Kaffeezeit war, würde sie mir bestimmt ihren neusten Backerfolg präsentieren. Doch vor der Tür stand Jemand völlig anderes!

Lee! Ein Lee, dessen Augen vor Tränen und Müdigkeit geschwollen waren und der mich mit einem Blick musterte, der mein Herz laut klopfen ließ. „Liebst du mich noch?“ Seine Stimme schien vor unterdrücktem Zorn zu beben, doch ich hielt seinem Blick stand! „Ja Lee, ich liebe dich!“ „Warum hast du mich dann verlassen?“ „Lee, meine Krankheit...“ Doch weiter kam ich nicht, als er mich resolut unterbrach. „Deine Krankheit interessiert mich nicht! Ich liebe dich Amy und ich will mit dir zusammen sein! Egal...“ Jetzt schien seine Stimme fast zu brechen und ich sah die Tränen in seinen Augen. „Egal wie lange uns noch bleibt! Amy, bitte wirf mich nicht aus deinem Leben! Ich brauche dich!“

Unermüdlich suchten sich seine Tränen ihren Weg, doch mein Herz jubilierte! Langsam begriff ich, daß es nicht selbstsüchtig war, ihn in meinem Leben zu behalten, sondern ihn daraus zu vertreiben! Das Schicksal hatte ihn zu mir geschickt und ich konnte ihn nicht einfach aus meinem Leben drängen! „Lee,...“ sanft nahm ich sein Gesicht in meine Hände und küsste die heißen Tränen vorsichtig von seinen Wangen, „es tut mir leid! Ich wollte dir so gern all das ersparen, was meine Krankheit mit sich bringt, aber ich habe dabei wohl eher an mich gedacht! Ich liebe dich und ich werde dich nicht mehr gehen lassen!“

-Lee-

Und dieses Versprechen hielt Amy! Wir verlebten noch drei wundervolle Monate miteinander, Monate voll Liebe und gemeinsamer Zeit! Obwohl ihre Eltern erst protestierten, war Amy zu mir nach London gezogen, wo wir bereits eine Woche später im kleinsten Kreis heirateten. Meine Solokarriere hatte ich kurzerhand auf Eis gelegt. Nur Amy war mir im Moment wichtig!

Leider schritt ihre Krankheit unaufhaltsam fort und schon bald hatte sie keine Kraft mehr aufzustehen. Deswegen verbrachte ich jede Minute an ihrem Bett und genoß jede Minute, die uns noch gemeinsam blieb. Doch eines Tages, nachdem wir gemeinsam einen wundervollen Sonnenuntergang beobachtet hatten, schaute sie mir tief in die Augen. „Lee, ich danke dir für die wundervolle Zeit, die wir zusammen verbringen durften. Und danke, daß du mir nachgereist bist und mich nicht allein gelassen hast.“ Ihre Stimme wurde brüchig und immer leiser. „Pscht Engel! Reden strengt dich viel zu sehr an!“

Vorsichtig schüttelte sie ihren Kopf, um ihn kurz darauf wieder im Kissen versinken zu lassen. „Ich muß es dir noch sagen Lee, ich ... ich... bevor....“ Eine einzelne Träne suchte sich ihren Weg ihre Wange hinab. „Ich werde nicht mehr für dich da sein können! Aber Lee, du musst weiter leben, deine Musik machen und vor allem wieder Lieben!“ Diesmal war es an mir, den Kopf zu schütteln. Doch ihr bittender Blick ließ mich inne halten. „Lee, du musst die Frau finden, mit der du alt werden willst und du musst die Kinder haben, die wir nie werden haben können. Du wärst ein so wundervoller Vater!“ Ein Zittern lief durch ihren winzigen Körper. „Ich liebe dich! Du bist mein ein und alles! Vergiß mich nicht!“ Langsam fiel ihre Hand, die eben noch meine umklammert hatte, am Bett hinab und ihre Brust, die sich eben noch regelmäßig gehoben hatte, blieb nun regungslos. Sie war nicht mehr da! Schluchzend drückte ich meine Lippen auf ihre, doch sie konnte nicht mehr reagieren! Meine große Liebe war tot.....

There she goes once again,
The gost of our love, it´s making me shiver,
It´s only small drops of pain,
But even the rain can turn into rivers,
Thought I´d be safe, living behind this wall,
But the pressures too much. And it´s starting to fall.

So how do I get over you,
How do I survive living half the life that I knew
Oh how do I get over you?
When you take away,
Everything I held to be true,
I wonder if you feel it too, do you?

-Fünf Jahre später-

Wie jedes Jahr an diesem Tag ging ich langsam vorbei, vorbei an den gepflegten Gräbern bis hin zu Ihr. Vorsichtig hockte ich mich vor ihr liebevoll gepflegtes Grab. Ungeweinte Tränen brannten in meinen Augen und fanden schließlich ihren Weg. Es war nun schon so lange her, aber es tat immer noch so furchtbar weh! Ich vermisste sie jeden einzelnen Tag! Ich konnte mich immer noch an Alles, jedes einzelne Detail erinnern.

Everywhere that I turn, there´s something there,
Something to remind me,
When I sleep it´s alone, still I reach out,
As if you´re beside me,
Thought I´d moved on, I tried to find something new,
But everything that I did,
Is something we used to do.
So how do I get over you,
How do I survive living half the life that I knew
Oh how do I get over you?
When you take away,
Everything I held to be true,
I wonder if you feel it too, do you?

Seems like every place, every person we knew,
Every sound every taste, reminds me of you,
I thought that this would be gone, but it´s still so strong,
I keep holding on, what else can I do?

Ich konnte sogar noch ihre schwarzen Locken zwischen meinen Fingern, die Berührung ihrer weichen Lippen spüren und der Klang ihrer Stimme hallte immer noch in meinem Kopf. „Lee, du musst weiter leben!“ Doch hatte ich das wirklich so geschafft, wie sie sich das vorgestellt hatte? Kraftlos ließ ich mich auf den Boden sinken und umschlang meine Knie mit den Armen. „Amy!“

So how do I get over you,
How do I survive living half the life that I knew
Oh how do I get over you?
When you take away,
Everything I held to be true,
I wonder if you feel it too, do you?
Baby, do you?

Während mein Körper von einem weiteren Schluchzer geschüttelt wurde, legte sich eine kleine Hand auf meine Schulter. „Daddy? Was ist los mit dir?“ Hastig wischte ich mir die Tränen vom Gesicht und wandte sich zu meinem kleinen Engel um. „Es ist alles in Ordnung Julie.“ „Aber du weinst doch?“ Vorsichtig zog ich meine vierjährige Tochter in meine Arme und drückte sie sanft an mich.

Kurz nach Amy´s Tod hatte ich mit einer Frau geschlafen, die ich zufällig in einer Bar getroffen hatte, und dabei war dieser kleine Engel entstanden. Meine Bettbekanntschaft hatte das Kind nicht gewollt, aber dank meiner Überredungskünste und einer Menge Geld, hatte sie das Baby bekommen und es ohne Bedauern mir überlassen. Und dadurch hatte ich endlich Trost gefunden! „Es ist nichts Schatz! Alles in Ordnung!“ Vertrauensvoll kuschelte sich Julie in meine Arme und ich sog begierig den Duft ihrer Haare ein. Schwarze Locken! Wie Amy! Mit ihr auf dem Arm erhob ich mich vom Boden und ging zwei Meter weiter, wo meine Mutter und meine drei besten Freunde wie jedes Jahr auf mich warteten. Sie Alle waren nach Amy´s Tod immer für mich da gewesen und hatten mich jedes Mal kurz vorm absoluten Absturz wieder aufgefangen. Sie hatten ja keine Ahnung, wie dankbar ich ihnen dafür war! Langsam nahm ich die Hand meiner Mutter, die sie mir schweigend angeboten hatte und ging mit ihr und meinen Freunden den Weg zum Auto zurück. Kurz vor dem Ausgang des Friedhofes drehte ich noch mal langsam meinen Kopf und warf einen letzten Blick auf Amy´s Grab. Ich hatte zwar nicht alle ihre Wünsche erfüllen können, aber ich hatte einen Weg gefunden, weiter zu leben!

-The End-



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